Tag-Archiv für 'syriza'

Planspiele

Im Som­mer war das Spek­ta­kel zu erle­ben, daß gerade die­je­ni­gen, die

  • seit dem Früh­jahr 2012 die größ­ten Hoff­nun­gen mit einem Wahl­sieg von SYRIZA ver­ban­den (Micha Prütz [NAO]: „es besteht die Chance, im Inter­esse der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung, im Inter­esse der Mehr­heit der Lohn­ab­hän­gi­gen, einen Bruch mit der herr­schen­den Logik her­bei­zu­füh­ren.“)
  • die nach dem – im Jan. 2015 dann tat­säch­lich erfolg­ten – Wahl­er­folg am lau­tes­ten jubel­ten (Marx 21: „Der Erfolg von Syriza ist auch ein Sieg der Men­schen, die in den letz­ten Jah­ren gegen die Kür­zungs­po­li­tik auf die Straße gegan­gen sind.“ /​ GAM: „die­ser Wahl­aus­gang [ist] auch ein Zei­chen gegen die Kür­zun­gen, gegen die Mas­sen­ver­ar­mung in Grie­chen­land.“)
  • deren befreun­de­ten Orga­ni­sa­tio­nen in Grie­chen­land SYRIZA-​​Entrismus betrie­ben (Marx 21 /​ DEA) oder die vom deut­schen Schreib­tisch aus SYRIZA, KKE und ANT­AR­SYA auf­for­der­ten, zusam­men eine „Arbei­ter­re­gie­rung“1 (GAM) bzw. „Links­re­gie­rung […] ohne bür­ger­li­che Par­teien“2 (NAO) zu bil­den
  • und die etwaige vor­han­dene Zwei­fel an der Rich­tig­keit des Weges (Plan A) von SYRIZA jeden­falls gut zu ver­ste­cken wuß­ten,

auf ein­mal laut­hals einen „Plan B“ for­der­ten.

  • Die Liga für die 5. Inter­na­tio­nale, zu der in Deutsch­land die GAM gehört, hatte auf ein­mal einen ganz ein­fa­chen und kla­ren Plan: „the Greek working class must make the coun­try ungo­vernable.“
  • Und die Marx21-​​Mitglieder Janine Wiss­ler und Nicole Gohlke for­der­ten Mut zum Eurozonen-​​Austritt: „Letzt­lich hat es aber die Linke in Europa ver­säumt, ernst­hafte Über­le­gun­gen für einen Plan B zu ent­wi­ckeln. In den Ver­hand­lun­gen mit den Gläu­bi­gern hat sich die Links­re­gie­rung damit jeg­li­cher Alter­na­ti­ven beraubt. Durch den Ver­zicht auf einen Plan B blieb am Ende nur eine ein­zige Option: Um jeden Preis im Euro zu blei­ben.“
  • Und auch Micha Prütz hatte auf ein­mal alles schon vor­her gewußt: „Dabei kommt die Nie­der­lage von SYRIZA nicht über­ra­schend, denn die grie­chi­sche Regie­rung hat nicht ernst­haft über Alter­na­ti­ven zum jetz­ti­gen Sys­tem und der EU disk­tu­iert.“ (meine Hv.)

Ich selbst stelle damals die These auf, „Kapi­ta­lis­mus ohne Euro“ – das sei „auch kein Zucker­schle­cken“, und stellte die skep­ti­schen Fra­gen:

„‚Letzt­lich hat es … die Linke in Europa ver­säumt, ernst­hafte Über­le­gun­gen für einen Plan B zu ent­wi­ckeln.’ Ja, aber was heißt das denn? – jetzt, nach­dem die SYRIZA-​​Regierung ein hal­bes Jahr im Amt ist; nach­dem Tsi­pras die Brüs­se­ler Ver­ein­ba­rung unter­schrie­ben hat; nach­dem das grie­chi­sche Par­la­ment die ers­ten bei­den gefor­der­ten Geset­zes­pa­kete ver­ab­schie­det hat – und nach­dem die­ser Plan B (der im übri­gen viel­leicht schon immer hätte der ‚Plan A’ sein sol­len) nicht exis­tiert? […] Kann die Stra­te­gie mit­ten im Kampf gewech­selt wer­den, ohne die Truppe dar­auf vor­zu­be­rei­ten?“

Die Idee, daß das Pro­blem nicht im Feh­len eines Reser­ve­plans B (für den Fall, daß der ver­meint­lich gut durch­dachte Plan A über­ra­schen­der­weise schei­tert) liegt, son­dern es schon an einem trag­fä­hige Plan A fehlte, hatte damals auch Leo Meyer von der Mar­xis­ti­schen Lin­ken (die 2014 unter dem Motto „ökolo­gisch, eman­zi­pa­to­risch, femi­nis­tisch, inte­gra­tiv“ von Mit­glie­dern eines Flü­gels der DKP und ande­ren Lin­ken gegrün­det wurde):

„Wenn die SYRIZA-​​geführte Regie­rung keine Mög­lich­keit hatte, die Gegen­seite zu irgend­et­was zu zwin­gen, dann nicht weil sie kei­nen ‚Plan B‘ in der Tasche hatte, son­dern weil sie bei ande­ren Regie­run­gen keine Ver­bün­de­ten fin­den konnte, und weil die Linke in den ande­ren euro­päi­schen Län­dern – vor allem in Deutsch­land – kei­nen ‚Plan A‘ hatte, um die Stärke zu ent­wi­ckeln mit der sie die Regie­run­gen zu Zuge­ständ­nis­sen hätte zwin­gen kön­nen.“

(http://​kom​mu​nis​ten​.blog​sport​.de/​2​0​1​5​/​0​8​/​1​1​/​f​u​e​r​-​e​i​n​e​n​-​p​l​a​n​-​a​-​f​u​e​r​-​e​i​n​e​n​-​p​l​a​n​-​a​-​k​o​m​m​e​n​t​a​r​-​v​o​n​-​l​e​o​-​m​a​y​e​r​-​m​a​r​x​i​s​t​i​s​c​h​e​-​l​inke/)

Die­ser Ver­la­ge­rung der Dis­kus­sion von Fach­sim­pe­lei über die Tak­tik von SYRIZA hin zur Frage nach einer Stra­te­gie zur Ver­än­de­rung des Kräf­te­ver­hält­nis­ses in den ökono­misch, poli­tisch und mili­tä­ri­schen füh­ren­den Län­dern Euro­pas, nament­lich in Deutsch­land, griff nun Tho­mas Sei­bert (Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke) mit einem Papier vom 10. Dezem­ber auf:

Erste Noti­zen zum Plan A einer neuen Lin­ken (nicht nur) in Deutsch­land

das zunächst bei kom​mu​nis​ten​.de ver­öf­fent­licht und inzwi­schen an ver­schie­de­nen Stel­len im Netz ver­linkt bzw. gespie­gelt wurde3.

Dazu haben nun wie­derum Gen. sys­tem­crash und ich ein paar Anmer­kun­gen bei linksunten.indymedia beige­steu­ert:

Das stra­te­gi­sche Dilemma der Lin­ken des 21. Jahr­hun­derts

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​62939.

(mehr…)

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Griechische Regierungsmehrheit strumpft wieder

Die grie­chi­sche Regie­rung unter Alexis Tsi­pras hat am Don­ners­tag­abend eine wei­tere Kraft­probe bestan­den. Das Par­la­ment bil­ligte im Eil­ver­fah­ren ein neues Spar­pro­gramm. Bei einer nament­li­chen Abstim­mung stimm­ten 153 Abge­ord­nete der Links-​​Rechts-​​Koalitionsregierung für das Paket. 137 stimm­ten dage­gen. Zehn Abge­ord­nete waren abwe­send, teilte das Par­la­ments­prä­si­dium mit.
Im Regie­rungs­la­ger gab es zwei Abweich­ler: ein Ver­tre­ter der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei der Unab­hän­gi­gen Grie­chen (Anel) stimmte gegen die Vor­lage, ein Abge­ord­ne­ter von Tsi­pras Syriza-​​Partei blieb der Abstim­mung absicht­lich fern. Tsi­pras schloss ihn sofort aus der Par­la­ments­frak­tion aus. Auch der Abweich­ler der Rechts­po­pu­lis­ten wurde aus sei­ner Frak­tion aus­ge­schlos­sen.
Schon vor der Abstim­mung gab es in der Syriza-​​Fraktion Ärger: Tsi­pras’ frü­he­rer enger Mit­ar­bei­ter und Regie­rungs­spre­cher Gabriel Sakel­la­ri­des gab sein Man­dat zurück, wie das Par­la­ments­prä­si­dium mit­teilte. Damit machte er – wie von Tsi­pras gefor­dert – Platz für einen lini­en­treuen Abge­ord­ne­ten der Syriza. Das bestä­tigte das Büro des Regie­rungs­chefs. Sakel­la­ri­des erklärte dazu, er könne das Regie­rungs­pro­gramm nicht mehr unter­stüt­zen.

http://​www​.faz​.net/​a​k​t​u​e​l​l​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​e​u​r​o​k​r​i​s​e​/​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​/​s​c​h​u​l​d​e​n​k​r​i​s​e​-​g​r​i​e​c​h​i​s​c​h​e​s​-​p​a​r​l​a​m​e​n​t​-​s​t​i​m​m​t​-​s​p​a​r​p​a​k​e​t​-​z​u​-​1​3​9​2​2​0​1​1​.html (Mel­dung vom 19.11.2015)

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Aus einer Wahlanalyse von Leo[andros] Fischer

Aus einem FB-​​post von Leo Fischer (via Schorsch Franky):

1. Warum hat SYRIZA pro­zen­tual nur wenig und in abso­lu­ten Zah­len (Stim­men) nicht noch stär­ker als ohne­hin ver­lo­ren?

„SYRIZA konnte eine gewisse Dyna­mik auf­recht­er­hal­ten durch das Auf­sau­gen von Wäh­le­rIn­nen aus dem Lager der Mitte, vor allem aus der neo­li­be­ra­len Spaß­par­tei Potami (‚Der Fluss‘), die eine herbe Nie­der­lage erlit­ten hat. Doch SYRIZA bekam den Groß­an­teil ihrer Stim­men von Arbeit­neh­me­rIn­nen. Viele von denen haben sich in letz­ter Minute zäh­ne­knir­schend dafür ent­schie­den die Par­tei zu wäh­len, aus Angst vor einer Rück­kehr der kon­ser­va­ti­ven Nea Dimo­kra­tia (ND).“

2. Warum haben die Kräfte links von SYRIZA nicht stär­ker abge­schnit­ten?

a) Es brei­tet sich eine anti­po­li­ti­sche Stim­mung aus: (mehr…)

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Wie war SYRIZA eigentlich entstanden?

Die Grün­dungs­tage von SYRIZA lie­gen weit zurück, in der Spal­tung der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (KKE). Von der damals ille­ga­li­sier­ten und im »Ost­block sta­tio­nier­ten« grie­chi­schen KP trennte sich 1968 ein spä­ter »euro­kom­mu­nis­tisch« genann­ter Flü­gel. Nach dem Ende der grie­chi­schen Mili­tär­dik­ta­tur ent­wi­ckel­ten sich ein Teil der »Euro­kom­mu­nis­ten« in den 80er Jah­ren wei­ter zur undog­ma­ti­schen und dem lin­ken Bil­dungs­bür­ger­tum nahe­ste­hen­den »Grie­chi­schen Lin­ken« (EAR). Ende der 1980er Jahre, inmit­ten einer skan­dal­be­ding­ten Krise der PASOK-​​Regierung, formte diese mit der marxistisch-​​leninistischen KKE die »Koali­tion der Lin­ken und des Fort­schritts – Syn­as­pis­mos« (SYN). Obwohl von Beginn an ein fra­gi­les Gebilde kam das Wahl­bünd­nis 1989 bei der Par­la­ments­wahl auf 13,1 Pro­zent. Interne Aus­ein­an­der­set­zun­gen und der Kol­laps der Sowjet­union führ­ten aber 1991 zum Bruch.
Den­noch ent­schie­den sich ein Jahr spä­ter undog­ma­ti­sche Linke und soge­nannte KKE-​​Reformer, die ver­blie­be­nen Reste von Syn­as­pis­mos in eine Par­tei umzu­wan­deln. Die­ser gelang der Ein­zug ins natio­nale Par­la­ment erst­mals 1996. In den fol­gen­den Jah­ren rang die Par­tei bestän­dig darum, die Drei-​​Prozent-​​Hürde zu über­win­den. Nach den Wah­len im Jahr 2000 erfolgte die erste große Spal­tung der Par­tei. Prot­ago­nis­ten des »rech­ten Flü­gels« wan­der­ten zur Sozi­al­de­mo­kra­tie ab und SYN rückte im Par­tei­en­spek­trum wei­ter nach links. So konnte sie wei­tere linke Grup­pen und soziale Bewe­gun­gen an sich bin­den. 2004, kurz vor der Par­la­ments­wahl, wurde zum ers­ten Mal die »Koali­tion der radi­ka­len Lin­ken – SYRIZA«, gebil­det, wel­che aber ledig­lich 3,26 Pro­zent der Stim­men errang. Das Wahl­bünd­nis zer­fiel weit­ge­hend. Erst 2007 konnte SYRIZA unter ver­än­der­ter Zusam­men­set­zung wie­der­be­lebt wer­den.

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​5​9​4​0​5​.​d​i​e​-​z​e​i​t​e​n​-​d​e​r​-​s​p​a​l​t​u​n​g​-​u​e​b​e​r​w​u​n​d​e​n​.html

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Fragmente zum griechischen Wahlergebnis

1. Zunächst ein­mal zur Empi­rie – d.h. den Zah­len:

Unter Zugrun­de­le­gung des vor­läu­fi­gen amt­li­chen End­er­geb­nis­ses sind die Gewin­ne­rIn­nen:

2. An Ana­ly­sen und Beur­tei­lun­gen der Zah­len finde ich ziem­lich trif­tig:

a) Jose­fina Mar­ti­nez: Syriza und Anel regie­ren wei­ter, um das dritte Memo­ran­dum durch­zu­set­zen1

http://​www​.klas​se​ge​gen​klasse​.org/​s​y​r​i​z​a​-​u​n​d​-​a​n​e​l​-​r​e​g​i​e​r​e​n​-​w​e​i​t​e​r​-​u​m​-​d​a​s​-​d​r​i​t​t​e​-​m​e​m​o​r​a​n​d​u​m​-​d​u​r​c​h​z​u​s​e​tzen/

=

Syriza y Anel vuel­ven al gobierno para apli­car el ter­cer memorán­dum

http://​www​.laiz​quier​da​dia​rio​.com/​S​y​r​i​z​a​-​y​-​A​n​e​l​-​v​u​e​l​v​e​n​-​a​l​-​g​o​b​i​e​r​n​o​-​p​a​r​a​-​a​p​l​i​c​a​r​-​e​l​-​t​e​r​c​e​r​-​m​e​m​o​r​andum

=

Syriza e ANEL vol­tam ao governo para apli­car o ter­ce­iro memo­rando

http://​www​.esquer​da​dia​rio​.com​.br/​S​y​r​i​z​a​-​e​-​A​N​E​L​-​v​o​l​t​a​m​-​a​o​-​g​o​v​e​r​n​o​-​p​a​r​a​-​a​p​l​i​c​a​r​-​o​-​t​e​r​c​e​i​r​o​-​m​e​m​o​rando

Der Arti­kel kom­bi­niert eine zutref­fende Ana­lyse der Nie­der­lage der LAE („enor­mer Rück­schlag“) mit einer zutref­fende Ana­lyse der kom­men­den erneu­ten SYRIZA/​ANEL-​​Regierung („Syriza und Anel regie­ren wei­ter, um das dritte Memo­ran­dum durch­zu­set­zen“) und einer nüch­ter­nen Hal­tung zu KKE („aus sta­li­nis­ti­scher Tra­di­tion komm[end]“ /​ „sek­tie­re­ri­sche und selbst­herr­li­che Poli­tik“, aber trotz­dem „eine wich­tige par­la­men­ta­ri­sche und außer­par­la­men­ta­ri­sche poli­ti­sche Kraft“) und ANT­AR­SYA („magere 0,83 Pro­zent der Stim­men, wenig mehr als bei den Wah­len im Januar“ /​ „Im Inne­ren von Ant­ar­sya gehen die Debat­ten jedoch dar­über wei­ter, wel­che Art von Par­tei und wel­che Stra­te­gie in der kom­men­den Periode ent­wi­ckelt wer­den muss.“).

b) Michael Aggelidis​: Erfolg von SYRIZA – Miss­er­folg der Lin­ken. Eine erste Bewer­tung der Wah­len in Grie­chen­land (mehr…)

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4 1/2 Anti-These zu 9 Griechenland-Thesen [*] von Thies Gleiss

(zu) These 1

Ja, „die Ant­wort (wer will: die Lösung) auf diese Krise [ist] der Auf­bau sozia­lis­ti­scher Eigentums-​​ und Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse“.

(zu) These 2

a) Aber das ist nur die Ant­wort von ein paar Kadern hier und ein paar mehr Kadern in Grie­chen­land selbst. Aber dies ist – jeden­falls bis­her – nicht die Ant­wort der Mas­sen in Grie­chen­land. Es ist nicht ein­mal die Ant­wort von LAE und SYRIZA auf die Krise.
Tsi­pras und seine deut­schen Für­spre­che­rIn­nen sind inzwi­schen dabei ange­kom­men, die Krise für haus­ge­macht zu hal­ten; als von einem Man­gel an good gover­nance, als von einem zuviel an Kli­en­te­lis­mus ver­ur­sacht, anzu­se­hen.1 Des­halb die allgemein-​​plätzige Rhe­to­rik vom Kampf des Neuen gegen das Alte, die War­nung vor einem Weg zurück und das SYRIZA-​​Wahlkampf-​​Motto „Nur nach vorn“.
Und die LAE hat anschei­nend über­haupt keine Vor­stel­lung davon, wie die Krise ent­stan­den ist, hält an der alten SYRIZA-​​These, daß sie durch die neo­li­be­rale Aus­te­ri­täts­po­li­tik ver­schärft wurde, fest und schlägt des­halb als Abhilfe links­keyne­sia­nis­ti­sche Kon­zepte vor, ohne dar­zu­le­gen, wie sie durch­setz­bar sein und unter fort­be­ste­hen­den kapi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen funk­tio­nie­ren sol­len.

b) Des­halb gab es zwar bei „soziale[n] Mobi­li­sie­run­gen, dutzende[n] Gene­ral­streiks und viele[n] Struk­tu­ren rea­ler gesell­schaft­li­cher Gegen­macht“ eine „breite Ein­heits­front“ – mit (abge­se­hen von zeit­li­chen Mobi­li­sie­rungs­ko­in­zi­den­zen) Aus­nahme der KKE –, also vor allem von SYRIZA, ANT­AR­SYA, deren Gewerk­schafts­frak­tio­nen und eini­gen Grup­pen darum und dazwi­schen. – Aber dies war eine Ein­heits­front des Dage­gens – des gegen die Austeritäts-​​Memoranden sein.

c) Aber nicht nur die KKE, son­dern auch ANT­AR­SYA hat schon in der Ver­gan­gen­heit – und zwar zurecht – nicht auf SYRIZA-​​Listen kan­di­diert. Denn es fehlte schon vor dem 6. Juli 2015 an einem gemein­sa­men Pro­gramm für die Zukunft und auch schon an einem gemein­sa­men ‚Poli­tik­stil‘ /​ Hand­lungs­kon­zept für die Gegen­wart.

d) Es wäre für den Kampf gegen die Aus­te­ri­tät, geschweige denn für den Sozia­lis­mus nichts gewon­nen, wenn sich nach der Wahl im Jan. KKE und ANT­AR­SYA – statt ANEL – an der SYRIZA-​​Regierung betei­ligt hätte. Denn der Kampf gegen die Aus­te­ri­tät schei­terte nicht an einem Man­gel an Stim­men im grie­chi­schen Par­la­ment, son­dern an einem Man­gel an Fähig­keit – und auch schon einem Man­gel an Kon­zept –, die gesell­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nisse in Grie­chen­land selbst und vor allem euro­pa­weit zu ändern. (mehr…)

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Nochmal zu den Wahlaussichten von ANTARSYA – und überhaupt zum Stand der Umfragen in Griechenland

Am Sams­tag und den Tagen zuvor sah es – wegen recht hoher Umfra­ge­ergb­nisse für die „Sons­ti­gen“ – so aus, als könnte ANT­AR­SYA in die Nähe der 3 %-Hürde kom­men. Wie schon in mei­nen Ergän­zun­gen (Kom­men­ta­ren) unter dem alten Arti­kel und dem Über­blick vom Sonn­tag deut­lich deut­lich gewor­den ist, fand die­ser Stand der Dinge in den spä­te­ren Umfra­gen keine Bestä­ti­gung.

(mehr…)

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Wenn das Gen. Hager noch hätte mitbekommen müssen, …

Auf der Web­seite des neues deutsch­land ist die Fort­set­zung mei­ner Ant­wort auf den Text von Katja Kip­ping vom Sams­tag ver­öf­fent­licht wor­den:

Ist die »Revo­lu­tion« doch nur ein Bil­der­ma­len?

Teil II mei­ner Nach­fra­gen an Katja Kip­ping.

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​4​0​0​1​.​i​s​t​-​d​i​e​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​-​d​o​c​h​-​n​u​r​-​e​i​n​-​b​i​l​d​e​r​m​a​l​e​n​.html

sogar mit Mao-​​Zitaten… ;-)

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Love Letter to ANTARSYA

Ich hatte hier neu­lich auf das von Left Voice mit Kostas Skordou­lis von der ANT­AR­SYA-Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tion OKDE-​​Spartacus geführte Inter­view hin­ge­wie­sen. Ges­tern ver­linkte er bei FB einen eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel von Genss(Inn?)en aus der Tür­kei. Ich habe dazu bei FB fol­gen­den Kom­men­tar gepos­tet:

I agree with the main part of the fourth last para­graph: ‚ANT­AR­SYA […], made a pro­po­sal to Popu­lar Unity […] based on the unity of action and some poli­ti­cal prin­ci­ples against the new cut downs for a col­la­bo­ra­tion during elec­tions. These prin­ci­ples con­sis­ted of the com­plete can­cel­la­tion of the loan, natio­na­liza­tion of the banks under workers’ con­trol and sup­port for the workers’ struggle against the cut downs. Howe­ver Popu­lar Unity showed that their per­spec­tive is not­hing more than a sof­te­ned ver­sion of Syriza’s pro­ject by not accep­ting this offer. While Syriza star­ted to resem­ble PASOK, Popu­lar Unity is a can­di­date for being Syriza of the future. With this situa­tion in hand, ANT­AR­SYA deci­ded to run for elec­tions on its own.” And I agree also with: ‚ANT­AR­SYA should mobi­lize and strengt­hen the orga­niza­tion of their own power and their great cir­cle in the upco­m­ing period […].’

Pain­ting: ANT­AR­SYA (left) pro­phe­cies the fate of SYRIZA (right below)

Howe­ver, I do not agree with (mehr…)

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Neuer Text von mir auf der ND-Seite

Am Sams­tag schrieb die Linkspartei-​​Vorsitzende Katja Kip­ping: „Letzt­lich muss alles dar­auf hin­aus­lau­fen, Europa zu revo­lu­tio­nie­ren. Dar­un­ter ist es nicht zu machen.“

Und ich ver­su­che sie mit mei­ner heu­ti­gen Ant­wort beim Wort zu neh­men:

Nach­ge­fragt bei Katja Kip­ping: Aus­tre­ten oder revo­lu­tio­nie­ren?

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​3​7​1​2​.​a​u​s​t​r​e​t​e​n​-​o​d​e​r​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​i​e​r​e​n​.html

Mal sehen, ob’s klappt…

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Nazi-Morgenröte auf Platz 1 unter den 18 bis 24-Jährigen; SYRIZA in dieser Altersgruppe nur auf Platz 4; SYRIZA-Jugendorganisation hat sich aufgelöst

Die eng­li­sche Web­seite von Kat­hi­mer­ini bringt einen aus­führ­li­che reuters-​​Artikel über das poli­ti­sche Bewußt­sein von jun­gen Erwach­se­nen in Grie­chen­land und dem – in einen Auf­lö­sungs­be­schluß gemün­de­ten – Zer­falls­pro­zeß der Jugend­or­ga­ni­sa­tion von SYRIZA:

Am bes­ten voll­stän­dig an Orginal-​​Ort und -Stelle lesen – dann kann ich mir das copy & paste spa­ren. :-)

Ahead of Greek elec­tion, SYRIZA’s ‚lost gene­ra­tion‘ deserts Tsi­pras

von RENEE MAL­TE­ZOU

http://​www​.eka​t​hi​mer​ini​.com/​2​0​1​1​9​3​/​a​r​t​i​c​l​e​/​e​k​a​t​h​i​m​e​r​i​n​i​/​c​o​m​m​e​n​t​/​a​h​e​a​d​-​o​f​-​g​r​e​e​k​-​e​l​e​c​t​i​o​n​-​s​y​r​i​z​a​s​-​l​o​s​t​-​g​e​n​e​r​a​t​i​o​n​-​d​e​s​e​r​t​s​-​t​s​ipras

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Mi., 2.9.: Drei neue Umfragen zu den griech. Wahlen

Im Laufe des gest­ri­gen Mitt­wochs sind drei neue Umfra­gen zu den anste­hen­den Wah­len in Grie­chen­land ver­öf­fent­licht wor­den (siehe dazu bereits mei­nen dor­ti­gen und die nach­fol­gen­den Kom­men­tare). – Für zwei die­ser drei Insti­tute ist es bereits die zweite Umfrage, seit­dem es die LAE /​ „Volks­ein­heit“ gibt. Diese drei (und die vor­her­ge­hen­den) Umfra­gen las­sen sich wie folgt zusam­men­fas­sen: (mehr…)

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Fragen an die LAE (und ANTARSYA)

Michael Aggel­i­dis berich­tet dan­kens­wer­ter­weise über die­ses YouTube-​​Video:

„Kleinste Gehäl­ter bei 250 €, kleinste Pen­sio­nen bei 150 € – was soll mit einem Aus­zug aus der €-Zone noch schlim­mer kom­men, fragt Lafa­za­nis in einer Stel­lung­nahme auf dem Flug­ha­fen auf Les­bos.“1

Mal abge­se­hen von der etwas müßi­gen These, daß es immer noch schlim­mer kom­men kann, wäre meine Frage: Ist die LAE („Volks­ein­heit“) ein geeig­ne­tes Instru­ment, an Gehäl­tern von 250 Euro und Ren­ten von 150 Euro etwas (nach oben!) zu ÄNDERN?

Was ist die Ant­wort von LAE auf die Auf­for­de­rung von ANT­AR­SYA, nicht nur in der Euro-​​Frage mit dem Erbe von SYRIZA zu bre­chen? Ist LAE bereit, das zu pro­pa­gie­ren, was Man­fred Eng­lisch vor­schlägt: „Ein Basis­kol­lek­tiv fin­det die Lösung zusam­men mit med. Per­so­nal darin, die Kli­nik bzw. die medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen des Ortes zu beschlag­nah­men und unter die Kon­trolle von Beauf­trag­ten zu stel­len. Diese Aktion ist geset­zes­wid­rig und den­noch legi­tim.“?

Und falls die Ant­wort auf diese Frage beja­hend aus­fällt, wäre meine Frage (im übri­gen auch an ANT­AR­SYA): Inwie­fern wer­den die eige­nen Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren auf das erhöhte Niveau der Kon­fron­ta­tion mit der Staats­macht, das damit schnell ein­her­ge­hen kann, ange­legt?

Was ist die Bilanz der LAE ihrer vor­ma­li­gen Mit­ar­beit in SYRIZA? Liegt es nur am Tsipras-​​Flügel, daß die­ses Pro­jekt so endete, wie es endete, und wie beur­tei­len sie ihre eigene Rolle in der Ent­wick­lung die­ses Pro­jek­tes? War es eine loh­nende Zeit-​​ und Kraft­ver­wen­dung, dort mit­ge­macht zu haben?2

  1. Außer­dem berich­tet er: „In ande­ren Äuße­run­gen kri­ti­siert er die Taten­lo­sig­keit der EU gegen­über den in schlimms­ten Zustän­den leben­den Kriegs­flücht­lin­gen, die Hel­las durch­que­ren. Sie leben ohne Was­ser und Nah­rung in unmensch­li­chen Ver­hält­nis­sen. Zugleich beschreibt er die Zwangs­e­mi­gran­ten der grie­chi­schen Jugend auch als Flücht­linge des Lan­des, die aller­dings nie­mand so bezeich­net.“
    In einem zwei­ten Post – unter Bezug auf die­ses Videoinfor­miert er: „Lafa­za­nis in ‚SKAI‘ – steht zur Debatte über den Autritt aus der €-Zone Rede und Ant­wort. Er bezeich­net die Panik­ma­che als große Lüge und Grie­chen­land und die €-Zone ein Gefäng­nis der Bun­des­re­gie­rung. Er wird hart gefragt, aber fair. LAE hat große Auf­merk­sam­keit und wird nach mei­nem Ein­druck in den Medien nicht geschnit­ten.“ (Das ist aller­dings schon die Frage, ob die­ser Ein­wand ein­fach als „Panik­ma­che“ abge­tan wer­den kann…) [zurück]
  2. Vgl. dazu https://​www​.face​book​.com/​p​e​r​m​a​l​i​n​k​.​p​h​p​?​s​t​o​r​y​_​f​b​i​d​=​1​3​0​4​6​4​3​6​3​9​6​6​5​9​3​&​a​m​p​;​i​d​=​1​0​0​0​1​0​0​9​0​8​95932:

    WIE EINEN FEH­LER BERICH­TI­GEN, OHNE SEINE URSA­CHE GEKLÄRT ZU HABEN?

    Bei der eng­li­sche Fas­sung hatte ich das über­le­sen – nun Dank der deut­schen Fas­sung fiel mir diese Stelle auf:

    @ „Diese Front [„Volks­ein­heit“] ist daher das erste greif­bare Ergeb­nis einer Neu­grup­pie­rung inner­halb der grie­chi­schen Linke. Bei die­ser Neu­gruppierung wer­den Leh­ren aus den fünf letz­ten Jah­ren und selbst­ver­ständ­lich aus der Erfah­rung mit Syriza im Amt und der dar­aus resul­tie­ren­den Kata­stro­phe gezo­gen.“ /​

    „This front [“Popu­lar Unity“] is the­re­fore the first tan­gi­ble result of a recom­po­si­tion wit­hin the Greek radi­cal Left. A recom­po­si­tion that draws the les­sons of the last five years and of course of the expe­ri­ence of Syriza in office and of the resul­ting cata­stro­phe.“

    • Was für Erfah­run­gen wur­den denn gemacht?
    • Warum führ­ten sie zu einer „Kata­stro­phe“? Was waren die Ursa­che dafür?
    • Wel­che Anteil hatte der linke Flü­gel von SYRIZA selbst daran?
    • ++ REICHT ES, ZURÜCK AUF ‚LOS‘ ZU GEHEN UND DAS GLEICH NOCH MAL VON VORN ZU BEGIN­NEN – nur dies­mal mit NOCH MEHR gutem Wil­len (und der Bereit­schaft, die Euro­zone zu ver­las­sen)?

    Alt­hus­ser, Intro­duc­tion: Unfi­nis­hed History:

    „How can an error be rec­tified if you refuse to talk about its history, to ana­lyze it, to try to under­stand it? How can you seriously claim to have ‘rec­tified’ an error which you have not under­s­tood? You are con­dem­ned to ‘rec­tify’, arbi­tra­rily, only its most easily visi­ble aspects, or, which is the most invidious, only details or sur­face ele­ments. In short, you will ‘make amends for things’ – but only in so far as that is pos­si­ble wit­hout trou­bling the esta­blis­hed order, which needs not­hing more than silence. When no-​​one will talk about an error, then the error remains.“

    (http://marx2mao.net/Other/Proletarian%20Science.pdf, p. 10)

    [zurück]

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„that’s where the difficulty begins“

Ich habe gerade das Inter­view mit fünf Genos­sen (ja, fünf Män­ner – ich habe nicht das „-Innen“ ver­ges­sen) von SDS.Die Linke, Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke, SAV und einem u.a. in der Griechenland-​​Soli-​​Arbeit akti­ven Gewerk­schaf­ter gele­sen, das am Mon­tag (24.8.) im Jaco­bin­mag erschien. Im Gro­ßen und Gan­zen zeigt das Inter­view by doing ziem­lich anschau­lich, was m.E. das Pro­blem der (nicht nur) deut­schen Lin­ken – so pi Mal Dau­men in der Blockupy-​​Spannbreite von Links­par­tei bis IL – ist, aber das habe ich im Moment gerade keine Lust, genauer aus­füh­ren.

Statt des­sen möchte ich – heute mal ganz kon­struk­tiv – die Stelle zitie­ren, die mir dann doch sehr gut gefal­len hat. Es han­delt sich um eine Stelle, wo der Gewerk­schaf­ter auf die Ansicht des SAV-​​Genossen ant­wor­tet, „There’s no con­sen­sus amongst the Left in Greece, and even amongst the left wing of the Left, there’s no con­sen­sus. If you look at some of the spo­kes­per­sons of Syriza’s left, as well as some of the spo­kes­per­sons of the Left in Die Linke, they have only gone so far as to say we should stop pay­ing the debt, maybe we should natio­na­lize the banks. But they would not explain that wit­hin the frame­work of a capi­ta­list mode of pro­duc­tion, a Grexit is no solu­tion.“:

I agree that the ques­tion of a Grexit is not the deci­ding ques­tion. When you break with the [Euro­pean] insti­tu­ti­ons, you only have a real oppor­tu­nity if you begin to break with capi­ta­list pro­perty rela­ti­ons. But I think that’s where the dif­fi­culty begins.
I can­not ima­gine an iso­la­ted socia­list Greece. Greece is so weak that in the long term it wouldn’t be able to with­stand outs­ide pres­sure. That is not a ques­tion of the Greek working class, but of the Euro­pean working class, if you think about it. Even if Greece can per­haps be a pioneer in this direc­tion, it will be cru­cial if other coun­tries fol­low or not.

Ich denke, der kurze Ein­wurf, „that’s where the dif­fi­culty begins“, bringt es sehr gut auf den Punkt, wieso ich es abso­lut unzu­rei­chend finde, der Poli­tik von Tsi­pras ein­fach nur die Parole vom Grexit ent­ge­gen­zu­set­zen – und zwar selbst dann, wenn sie – wie im Falle der SAV – mit dem Wunsch ver­bun­den ist, den „Grexit“ mit der „Sys­tem­frage“ zu ver­bin­den.

Ein radi­ka­le­res Ziel zu haben als Tsi­pras (was ich sehr sym­pa­thisch finde), sagt näm­lich noch über­haupt nichts dar­über aus, wie das radi­ka­lere Ziele oder auch nur das weni­ger radi­kale Ziel von Tsi­pras erreicht wer­den kann. Eine lin­ker Grexit wäre näm­lich keine Stra­te­gie, son­dern nur ein tech­ni­sches Instru­ment, das im Rah­men einer Stra­te­gie eine Rolle spie­len müßte.

Andi Hesse fokus­siert in sei­ner oben zitier­ten For­mu­lie­rung vor allem auf: „Even if Greece can per­haps be a pioneer in this direc­tion, it will be cru­cial if other coun­tries fol­low or not.“ – und ich stimmte ihm völ­lig zu; und trotz­dem möchte ich sein „per­haps“ zusätz­lich dick unter­strei­chen. Denn auch in Grie­chen­land ist ein lin­ker Grexit (inklu­sive oder exklu­sive „Sys­tem­frage“) kein Pro­gramm, das ein­fach nur vor­ge­stellt und dann gewählt wer­den müßte. – Es bedürfte nicht nur der Mas­sen, die die­ses Pro­gramm rich­tig fin­den (schon da fan­gen meine Zwei­fel an), son­dern es auch machen (rea­li­sie­ren).

PS.:

Dazu, was einige der Pro­bleme, die beim ‚Machen‘ (Leben/​Praktizieren) einer post-​​kapitalitischen Gesell­schaft auf­tau­chen, sind, habe ich ges­tern die­sen Text von Rüdi­ger Mats bei neo­prene gele­sen:

http://​neo​prene​.blog​sport​.de/​2​0​1​5​/​0​8​/​2​8​/​b​u​t​t​e​r​-​b​e​i​-​d​i​e​-​f​i​s​c​h​e​-​r​-​m​a​t​s​-​z​u​r​-​d​e​b​a​t​t​e​-​u​m​-​e​i​n​e​n​-​n​e​u​e​n​-​s​o​z​i​a​l​i​smus/

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@ Griechenland: Für Zahlen-Fetis

Rest = Eigene Berech­nung; Umfrage-​​Ergebnisse via ND.

Anm.:

1. Hin­weise auf etwaige Übertragungs-​​ und Rechen­feh­ler wären gerne gese­hen.

2. EfSyn hatte bereits am 2.7. eine Umfrage durch­ge­führt oder deren Ergeb­nisse ver­öf­fent­licht. Am Zah­len­ver­hält­nis zwi­schen den Par­teien hat sich seit­dem nicht viel geän­dert.
Allein die Zahl der unent­schlos­se­nen Wahl­be­rech­tig­ten hat deut­lich abge­nom­men und die Anteile der aller­meis­ten Par­teien ist erkenn­bar gestie­gen. Allein SYRIZA + Volks­ein­heit lie­gen jetzt nur leicht über dem frü­he­ren SYRIZA-​​Wert.

3. Alles wei­tere dann dem­nächst ver­mut­lich dort: https://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​G​r​e​e​k​_​l​e​g​i​s​l​a​t​i​v​e​_​e​l​e​c​t​i​o​n​,​_​S​e​p​t​e​m​b​e​r​_​2​0​1​5​#​O​p​i​n​i​o​n​_​polls. (mehr…)

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