Tag-Archiv für 'slutwalks'

Mal wieder: Queer contra Feminismus – Offener Brief an das Lesbenarchiv „Spinnboden“

In Nach­be­rei­tung zur Ver­an­stal­tung vom Mon­tag zum Thema „Per­spek­ti­ven der femi­nis­ti­schen Orga­ni­sie­rung nach dem Slut­walk“ (vgl. dazu: 1, 2 und 3) sollte am Frei­tag im Les­ben­ar­chiv „Spinn­bo­den“ ein Nachbereitungs-​​Treffen statt­fin­den. Nach­dem bei Face­book gegen die Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gung Transphobie-​​Vorwürfe erho­ben wur­den, weil dort die Frage auf­ge­wor­fen wurde, ob das Tref­fen mit oder ohne Betei­li­gung von Trans* statt­fin­den soll, ent­schloß sich der „Spinn­bo­den“ die Raum­zu­sage zurück­zu­zie­hen.
Dar­auf ant­wor­tete ich mit unten­ste­hen­dem Offe­ner Brief.
Das Tref­fen wird nun statt des­sen im Hin­ter­zim­mer des Restau­rants Nepal-​​Mandal (Brun­nen­str. 164) statt­fin­den, was immer­hin den Vor­teil hat u-​​bahn-​​näher gele­gen zu sein (alter­na­tiv zum U-​​Bhf. Rosentha­ler Plart kommt im übri­gen auch der U-​​Bhf. Ber­nauer Str. in Betracht).
Das Tref­fen wird nun u.a. der Vor­be­rei­tung einer Ver­an­stal­tung zum Thema „Ist Cis-​​FrauenLesben-​​Separatismus trans­phob?“ die­nen. Per­so­nen, die eine Ver­an­stal­tung mit die­sem Thema für ille­gi­tim hal­ten, sind zu dem Tref­fen genauso wenig ein­ge­la­den, wie Leute, deren poli­ti­scher Hori­zont bis zum – bei Face­book gepfleg­ten – um das Wort „Kack­scheisse“ krei­sen­den Fäck­al­jar­gon reicht.

[Der fol­gende Offene Brief als .pdf-​​Datei]

Liebe Gabriele,
liebe Spinnboden-​​Geschäftsführung,

wenn dies meine Ebene der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung wäre, würde ich als ers­tes den Transphobie-​​Vorwurf an Euch zurück­ge­ben.
Nach den in der Ber­li­ner queer-​​Szene eta­blier­ten Maß­stä­ben ist, mich als Trans-​​ oder Indergender-​​Wesen, das einen weib­li­chen und einen männ­li­chen Vor­na­men führt, aus­schließ­lich mit mei­nem männ­li­chen Vor­na­men anzu­re­den, „trans­phob“, weil eine der­ar­tige Adres­sie­rung angeb­lich in mein Recht auf Selbst­be­zeich­nung ein­greift.
Da ich aber nicht zu denen gehöre, denen der Unter­schied zwi­schen Selbst­ver­ständ­nis und Fremd­wahr­neh­mung unbe­kannt ist, könnt Ihr mich gerne wei­ter­hin so anre­den, wie es Euch beliebt.

Was den Transphobie-​​Vorwurf wegen der Ankün­di­gung des Tref­fens und der zuge­hö­ri­gen Facebook-​​Diskussion betrifft, so weise ich ihn zurück:

1. Das Tref­fen ist nicht ein­mal als Cis-​​FrauenLesben-​​Treffen ange­kün­digt (wäre ja auch absurd, wenn ich selbst zu den Ein­la­den­den gehöre…).
Was wir allein machen, ist: Bekannt geben, daß wir für zuläs­sig hal­ten, daß Cis-​​FrauenLesben ihren etwai­gen Wunsch, sich ohne Trans*-Beteiligung zu tref­fen, bekun­den, und ich selbst mich die­sem Wunsch beu­gen würde.
Daß allein das Zulas­sen des Bekun­dens eines sol­chen Wun­sches zu Transphobie-​​Vorwürfen führt und Euch zur Rück­name der Raum­zu­sage ver­an­laßt, zeigt allein, welch unde­mo­kra­ti­sche Dis­kus­si­ons­struk­tur zu Las­ten von (bestimm­ten) Cis-​​FrauenLesben in der Ber­li­ner queer-​​Szene mitt­ler­weile Stan­dard gewor­den ist.
Queer wirkt hier alles ande­res als eine Abschwä­chung des Patri­ar­chats, son­dern als eine Ver­stär­kung des Patri­ar­chats – als Hin­de­rung für Cis-​​FrauenLesben, ihre ggf. beste­hen­den Bedürf­nisse und poli­ti­schen Ansich­ten aus­zu­spre­chen.

2. Für jeden und jeder, der/​die nicht völ­lig von individualistisch-​​idealistischer, quee­rer Ideo­lo­gie ver­bohrt ist, liegt auf der Hand, daß (mehr…)

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HEUTE (Mo., 3.10.): Disk.-VA über feministische Organisierung

Veranstaltung, Mo., 3.10.: Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk

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In zwei Wochen: Disk.-VA über feministische Organisierung

Am Mon­tag, den 3. Okto­ber dis­ku­tie­ren ab 19 h im Tris­teazza (Pan­nier­straße 5, 12047 Ber­lin)
-- Nadine Lantzsch (Mit­or­ga­ni­sa­to­rin des Ber­li­ner Slut­walks und Auto­rin der AK-​​Serie zum Thema „queer“: http://​www​.akweb​.de/​a​k​_​s​/​a​k​5​6​1​/​2​7.htm; Serien-​​Übersicht: http://​www​.akweb​.de/​a​k​_​s​/​a​k​5​6​3​/​1​1.htm – am Ende)
-- eine Ver­tre­te­rin der Ham­bur­ger anti­mi­li­ta­ris­ti­schen FrauenLesben-​​Gruppe AMIGA
(http://​kein​-tria​log​.so36​.net/​h​i​n​t​e​r​/​p​d​f​/​f​e​m​_​p​o​s​i​_​g​g​_​m​i​l​_​a​m​i​g​a​_​h​h.pdf)
und
-- Bar­bara Suhr-​​Bartsch (Ver­fas­se­rin des Papiers „Eine wirk­lich ‚Neue Linke‘ muss eman­zi­pa­to­risch sein – oder sie wird nicht sein“: http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​7​/​e​i​n​e​-​w​i​r​k​l​i​c​h​-​n​e​u​e​-​l​i​n​k​e​-​m​u​s​s​-​e​m​a​n​z​i​p​a​t​o​r​i​s​c​h​-​s​e​i​n​-​o​d​e​r​-​s​i​e​-​w​i​r​d​-​n​i​c​h​t​-​sein/)
über „Per­spek­ti­ven der femi­nis­ti­schen Orga­ni­sie­rung nach dem Slut­walk“.

Mehr Infos :
http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​9​/​1​4​/​v​a​-​3​-​1​0​-​p​e​r​s​p​e​k​t​i​v​e​n​-​f​e​m​i​n​i​s​t​i​s​c​h​e​r​-​o​r​g​a​n​i​s​i​e​r​u​n​g​-​n​a​c​h​-​d​e​m​-​s​l​u​t​walk/

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Slutwalk – noch eine Antwort auf Kritik an unserem Transpi

Ant­wort auf einen per­si­flie­ren­den Kom­men­tar bei lesa­rion1

Also – neuer Ver­such:

Wir leben in einem Sys­tem, das – unter Beru­fung auf die Bio­lo­gie, die aber selbst gar nicht so ein­deu­tig binär ist, wie der Gesetz­ge­ber behaup­tet und der All­tags­ver­stand meint2 – alle Indi­vi­duen einem von zwei Geschlech­tern zuord­net. Die binäre Zwei­ge­schlecht­lich­keit wird durch die­sen Zuord­nungs­pro­zeß über­haupt erst geschaf­fen.

Der Zuord­nungs­vor­gang geht zugleich mit der unglei­chen Zuwei­sung von Arbeit, Ein­kom­men, Lebens­qua­li­tät und Ver­hal­tens­an­for­de­run­gen (beim Sex, auf Arbeit, auf dem Sport­platz, beim Poli­tik machen, beim Kon­zert­be­such etc.) ein­her. Dies ist der gesell­schaft­lich ‚Sinn’ jener Zuord­nung aller Indi­vi­duen zu einem von zwei Geschlech­tern. (Ob die Leute blaue oder grüne Augen haben, ist dage­gen unter heu­ti­gen gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen egal.)

++ Eine ‚rich­tige Frau zu sein’, heißt nicht, eine Vulva und xx-​​Chromosomen zu haben, son­dern die für Frauen gel­ten­den Zuwei­sun­gen hin­zu­neh­men und die ent­spre­chen­den Ver­hal­tens­an­for­de­run­gen zu erfül­len. Ande­ren­falls ist sie eine „Schlampe“, ein „Mann­weib“ oder ähnli­ches.
++ Und: Ein ‚rich­ti­ger Mann zu sein’, heißt nicht einen Schwanz und xy-​​Chromosomen zu haben, son­dern die für Män­ner gel­ten­den Zuwei­sun­gen zu genie­ßen und sich gemäß der ent­spre­chen­den Ver­hal­tens­re­geln zu ver­hal­ten. Ande­ren­falls ist er ein „Weichei“, „schwul“ (auch wenn er noch nie mit einem Mann Sex hatte und auch nie­mals haben will) oder ähnli­ches.

Kon­kret erfol­gen jene unglei­chen Zuwei­sun­gen in der Weise, daß Män­ner das herr­schende und aus­beu­tende Geschlecht und Frauen das beherrschte und aus­ge­beu­tete Geschlecht sind. (mehr…)

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Nicht mit Ruhm bekleckert – linke, antideutsche und antiimperialistische Berichterstattung über die Slutwalks

Neben vie­len ande­ren berich­ten auch die Mei­nungs­füh­re­rin­nen des ‚anti­deut­schen’ Spek­trums, die Ham­bur­ger Zeit­schrift Kon­kret, sowie des ‚antt­im­pe­ria­lis­ti­schen’ Spek­trums, die Ber­li­ner Zei­tung junge Welt, über die Slut­walks. Beide Berichte zei­gen wie­der ein­mal, daß das Ver­hält­nis zwi­schen vie­len Lin­ken und dem Femi­nis­mus mit „unglück­li­cher Ehe“ (so die For­mu­lie­rung im Titel eines bekann­ten Auf­sat­zes und Sam­mel­ban­des von der Wende von den 70er zu den 80er Jah­ren) noch euphe­mis­tisch umschrie­ben ist.

junge Welt – eine schlechte Lese­rin

Die junge Welt scheint den Slutwalk-​​Aufruf schlecht gele­sen zu haben – oder ist der Ein­fach­heit hal­ber der main­stream-Presse auf den Leim gegan­gen sein: „Für den mor­gi­gen Sams­tag sind in meh­re­ren deut­schen Städ­ten ‚Schlam­pen­mär­sche’ geplant. Auch hier wol­len sich die Teil­neh­me­rin­nen bewußt sexy klei­den und dabei deut­lich machen, daß dies kein Frei­brief für sexu­elle Überg­riffe ist.“ –
Es gab aber bei den Slut­walks gar kei­nen dress code: „Bei der Slut­Walk Bewe­gung geht es nicht darum, end­lich mal halb­nackt durch die Stadt lau­fen zu dür­fen. Es geht darum, Men­schen nicht die Schuld an sexu­el­len Überg­rif­fen zu geben – selbst wenn sie halb­nackt durch die Stadt lau­fen. Es geht darum, sich ein Klima zu erkämp­fen, in dem ein selbst­be­stimm­tes Leben hin­sicht­lich Kör­per, Begeh­ren, Aus­se­hen, Sexua­li­tät und Geschlecht mög­lich ist.“ (http://​slut​walk​ham​burg​.blog​sport​.de/faq/)1

Nach dem die Slut­walks in jener Weise falsch ein­ge­führt wur­den, wer­den dann aus­gie­big kri­ti­sche Stel­lung­nah­men von Ver­tre­te­rin­nen der par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken zitiert – die auf der Grund­lage der Falsch­dar­stel­lung der Slut­walks, als auf sexy Klei­dung fixiert, irgend­wie plau­si­bel klingt:
„Zu viele Frauen seien es, [so die Grüne Kat­rin Röni­cke] die ‚sich selbst seit Jahr­zehn­ten bekrie­gen (mit Hun­gern, Essen, stän­di­ger Arbeit am Kör­per, oder: indem sie eben­die­sen ver­ste­cken, aus Angst)’, […]. ‚Im Grunde wol­len wir alle, daß das auf­hört. Wir haben nur noch nicht begrif­fen, daß wir dafür mehr tun müs­sen, als auf Slut­walks zu gehen und Schön­wet­ter­re­den zu schwin­gen.’“ – Genau darum (Schön­heits­nor­men und Schlank­heits­dik­tate) geht es aller­dings bei dem in dem Slutwalk-​​Aufruf erwähn­ten: „selbstbestimmte[n] Leben hin­sicht­lich Kör­per, Begeh­ren, Aus­se­hen“.
Auch bei dem Soli­kon­zert am Don­ners­tag vori­ger Woche (11.08.2011) für den Ber­li­ner Slut­walk gab es von der Rap­pe­rin Sookee ein Stück gegen von der Wer­bung dik­tierte Schön­heits­nor­men („Wel­che Wer­bung sagt Dir, dass Du nicht schön bist?“ [11 /​/​ MIL­ADY] – aller­dings eine deut­lich andere Ver­sion, wenn ich mich recht erin­nere) und eines der Trans­pis, das dort hing lau­tete: „Kurze Röcke, fette Bässe, Macker krie­gen auf die Fresse“ – dage­gen dürfte das ganze grüne Kon­zept von „Geschlech­ter­de­mo­kra­tie“ (und auch das der Links­par­tei von „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“) und jede grüne Rede zum Geschlech­ter­ver­hält­nis seit Verena Krie­ger nicht mehr Bun­des­spre­che­rin der Grü­nen ist (was mehr als 15 Jahre her ist), eine ein­zige end­lose „Schön­wet­ter­rede“ sein.


(Quelle: http://​matt​wil​cox​.info/​d​e​m​o​s​/​i​n​s​t​a​g​r​a​m​-​a​t​o​m​-​f​e​e​d​/​?​h​a​s​h​t​a​g​=​s​l​u​twalk)

Bericht­er­stat­tung sollte stim­men – und nicht so selek­tiv sein, daß am Ende aus­ge­rech­net die Kri­tik der Ver­ei­nig­ten Par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken von JuSos über Grü­nen bis Links­par­tei an einer außer­par­la­men­ta­ri­schen Aktion als berech­tigt erscheint. – Is doch sonst auch nicht gerade die Linie jun­gen Welt, oder? –

Kon­kret: Lust­ge­winn durch Läs­te­rei

Die Auto­rin des – bereits vor den Slut­walks erschie­ne­nen – Kon­kret-Arti­kel wird wie folgt vor­ge­stellt: „war Mit­or­ga­ni­sa­to­rin des Ber­li­ner Slut­walks“. – Anschei­nend war sie bei ein paar Vor­be­rei­tungs­tref­fen, um Noti­zen für ein paar läs­ternde Bemer­kun­gen in dem Arti­kel zu machen: (mehr…)

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Unser Transpi in Bewegung

(Quelle: http://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​y​Z​V​Y​O​q​VpSmc [1:32 bis 1:35 Min.])

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Ein Symptom mit seiner Ursache bekämpfen? – Slutwalks und Perspektiven des Feminismus

[Der fol­gende Text als .pdf-​​Datei (2 Sei­ten)]

In der taz von heute wer­den zwei Teil­neh­me­rin­nen des Ber­li­ner Slut­walks zitiert. Sie machen deut­lich, daß die Slut­walks nicht nur eine Ein-​​Punkt-​​Bewegungen sind, son­dern daß es um weit mehr geht. Die taz schreibt: „Die Kunstgeschichts-​​ und die Tier­me­di­zin­stu­den­tin wol­len aber nicht nur für die ursprüng­li­che Idee des Schlam­pen­mar­sches – das Recht auf selbst­be­stimmte Klei­dungs­wahl, ohne im Falle einer demü­ti­gen­den Anma­che oder einer Ver­ge­wal­ti­gung dafür ver­ant­wort­lich gemacht zu wer­den – demons­trie­ren. Sie pro­tes­tie­ren auch, weil sich bei den Frauen ihrer Gene­ra­tion wie­der ein Gefühl von ‚Heim an den Herd’ breit­ma­che. Sie berich­ten von Alters­ge­nos­sin­nen, die ‚ein­fach nur gehei­ra­tet wer­den’ wol­len, und über ihr Unver­ständ­nis dar­über. […]. Es sei ‚eine Kata­stro­phe’, dass Frauen bei glei­cher Qua­li­fi­ka­tion in Deutsch­land immer noch weni­ger ver­die­nen und die junge Gene­ra­tion das ein­fach so hin­nehme oder sich aus Resi­gna­tion wie­der in die Hausfrauen-​​ und Mut­ter­rolle flüchte.“
Auch in der ARD-​​Kultursendung „titel, the­sen, tem­pra­mente“ sprach ges­tern Abend eine Teil­neh­me­rin von einem back­lash, der zu ver­zeich­nen sei.
Mit die­sen hell­sich­ti­gen Lage­ana­lyse kon­tras­tiert aber ein ande­res in dem taz-Arti­kel ange­führ­tes Zita­tes der bei­den Demo-​​Teilnehmerinnen: „‚Die­ser Män­ner­hass ist total über­holt, […]’, sagt Annika […].“

Wieso ist denn nun aber der „Män­ner­hass“ über­holt, wenn gleich­zei­tig gese­hen wird, daß sich das Patri­ar­chat ver­schärft? – Letz­te­res kann doch logi­scher­weise nur zwei Gründe haben:
► Ent­we­der sind ‚die Män­ner’ heute ‚schlim­mer’ als vor – sagen wir – 20 Jah­ren. Warum sollte dann aber „Män­ner­hass“ fehlt am Platze sein (außer, daß anzu­mer­ken ist, daß auch ein­zelne Män­ner nichts als große geschichts­mäch­tige SUB­JEKTE, son­dern als Trä­ger gesell­schaft­li­cher Struk­tu­ren han­deln)?
► Oder aber ‚die Frauen’ waren in der letz­ten – sagen wir – 15 Jah­ren zu nach­gie­big. Auch dann liegt es alles andere als nahe, zum x-​​Male zu beteu­ern, daß Femi­nis­mus doch nicht mit „Män­ner­haß“ zu tun habe, wie es in eben die­sen 15 Jahre zur Standard-​​Floskel von neo­li­be­ra­lem „gen­der main­strea­ming“, grü­ner „Geschlech­ter­de­mo­kra­tie“, links­par­tei­li­cher „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“ und sog. „queer-​​Feminismus“ wurde.

Auch, wenn es ana­ly­tisch und poli­tisch zu begrü­ßen1 ist, daß in den 90er Jahre (mehr…)

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Wie revolutionär und provozierend ‚darf‘ Feminismus sein?

Revolution

konsequent & radikal

„Kurze Röcke, fette Bässe, Macker krie­gen auf die Fresse“:
http://​www​.flickr​.com/​p​h​o​t​o​s​/​p​m​_​c​h​e​u​n​g​/​6​0​3​9​7​9​2​9​3​9​/​i​n​/​s​e​t​-​7​2​1​5​7​6​2​7​3​0​2​6​6​4367/

Männer abschaffen
vgl. dazu den Bericht: http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​1​/​0​8​/​3​1​3​9​3​5​.​shtml. (mehr…)

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Aktions- und Demobericht (Slutwalk Berlin): ‚umgedrehter Sexismus’?

bei indy­me­dia erschie­nen:

http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​1​/​0​8​/​3​1​3​9​3​5​.​shtml.

Für die­je­ni­gen, die bezwei­feln, daß wir immer noch in einem Patri­ar­chat leben – was der indymedia-​​Stammtisch dazu zu sag­ten hat(te) (vie­les wurde zurecht von den Mods zurecht gelöscht – warum der Kom­men­tar vom 14.08.2011; 00:17 h dage­gen ste­hen­blieb [die Slut­walks sind doch eine deut­li­che Ant­wort auf die dor­tige rhe­to­ri­sche Frage], erschließt sich mir dage­gen nicht so rich­tig):

[Nach­träg­li­che Zwi­schen­be­mer­kung:
Eine bebil­derte Kri­tik der Medi­en­be­richt­er­stat­tung über die Slut­walks fin­det sich dort:
https://​puz​zles​tu​ecke​.word​press​.com/​2​0​1​1​/​0​8​/​1​4​/​s​l​u​t​w​a​l​k​-​b​e​r​l​i​n​-​1​-​e​i​n​d​ruck/
]

Trig­ger-War­nung: (mehr…)

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Schlampen contra Patriarchat

HEUTE Slut­walks in 7 BRD-​​ Städ­ten

(mehr…)

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Low End Modells: not maybe



http://​lowend​mo​dels​.de/​m​p​3​/​0​6​_​n​o​t​_​m​a​y​b​e.mp3

„look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free abu­sin’ men rai­pin’ men hit­tin’ men vio­lent men
after long long long long years she tried to stop him now she’s in jail he’s still free near her little sis­ter near her little bro­ther near the little daugh­ter of the neigh­bours he’s still free
who don’t know any abu­sin’ men
who don’t know any rai­pin’ men
who don’t know any hit­tin’ men
who don’t know any vio­lent men
maybe your bro­ther
maybe your father
maybe your uncle
maybe your grandpa
maybe your neigh­bour
maybe your teacher
maybe your hus­band
maybe your lover
don’t stop the fight it feels much bet­ter than only suf­fe­ring don’t stop the fight you make a change
don’t stop the fight it feels much bet­ter than only suf­fe­ring don’t stop the fight you make a change“

http://​lowend​mo​dels​.de/​d​e​/​l​e​m​_​t​e​x​t.htm

Wei­tere Infos zur Band: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​2​/​t​o​-​w​h​o​m​-​i​t​-​c​o​n​c​e​r​n​s​-​a​l​s​-​q​u​e​e​r​-​n​o​c​h​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​-​a​g​g​r​e​s​s​i​v​-​u​n​d​-​m​a​e​n​n​e​r​f​e​i​n​d​l​i​c​h​-​w​a​r​-​u​n​d​-​s​e​i​n​-​d​u​rfte/.

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Die ‚Leseanleitung‘ zu den Transpis

Die ‚Lese­an­lei­tung‘ zu den bei­den Trans­pis („Ver­ge­wal­ti­gen ist männ­li­ches doing gen­der“ /​ „Geschlech­ter abschaf­fen – Män­ner zuerst abschaf­fen.“) ist jetzt auch gedruckt: .pdf-​​Datei. (Am Text des Ent­wur­fes1 hat sich nichts Rele­van­tes mehr geän­dert; zum Ein­fü­gen der Transpi-​​Fotos reichte die Zeit auch nicht mehr – aber lila­ner ist die end­gül­tige Fas­sung immer­hin gewor­den…)
Treff­punkt: 14:45 h, vor DGB-​​Haus [obwohl wir durch­aus nicht nur für den Geschlechter-​​, son­dern auch für den Klas­sen­kampf etwas übrig haben: nicht ganz ohne Hin­ter­sinn ;-)], Kleist-​​/​Keithstraße.
Wir wer­den uns dann – wie uns das für eine gemischte Gruppe bei einer femi­nis­ti­schen Demo ange­mes­sen erscheint – in den hin­te­ren Bereich der Demo ein­rei­hen.
Weil wir noch Farbe und Stoff übrig hat­ten, ist außer­dem ein drit­tes Tran­spi fast fer­tig: „Schlam­pen con­tra Patri­ar­chat.“ – Falls wel­che Sams­tag­mit­tag noch kurz­fris­tig etwas Malen wol­len, hät­ten wir sogar immer noch Stoff und lila Farbe zu spen­den.
Bei lesa­rion hat sich mitt­ler­weile eine umfang­rei­che Dis­kus­sion zu den Transpi-​​Texten ent­wi­ckelt:
http://​de​.lesa​rion​.com/​f​o​r​u​m​/​f​o​r​u​m​_​a​n​t​w​o​r​t​_​v​e​r​3​.​p​h​p​?​b​l​o​c​k​=​1​&​a​m​p​;​i​d​=​3​14032.

  1. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​0​8​/​n​a​c​h​-​v​o​r​n​e​-​z​u​r​u​e​c​k​-​z​u​-​e​i​n​e​m​-​k​a​e​m​p​f​e​r​i​s​c​h​e​n​-​f​e​m​i​n​i​smus/ [zurück]
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Geschlechter abschaffen!

Sa., 13.8., 14:45 h – vor dem DGB-​​Haus

„Einst­wei­len hat die Dekon­struk­tion der Geschlech­ter­ka­te­go­rie die Dis­kus­sio­nen auf die unsin­nige Frage gebracht: Gibt es die Frauen oder gibt es sie nicht?, wäh­rend die sexis­ti­schen Gewalt­ver­hält­nisse weit­ge­hend aus dem Blick­feld gera­ten sind. Als könnte das Zau­ber­wort soziale Kon­struk­tion die Herr­schafts­ver­hält­nisse auf­lö­sen und die Kate­go­rie Frau über­win­den, bevor die Frauen den all­täg­li­chen Sexis­mus zurück­ge­drängt haben.“
(Cor­ne­lia Eich­horn /​ Sabine Grimm;
http://​www​.nadir​.org/​n​a​d​i​r​/​a​r​c​h​i​v​/​F​e​m​i​n​i​s​m​u​s​/​G​e​n​d​e​r​K​i​l​l​e​r​/​g​e​n​d​e​r​_​1​.html)

„[…] the cate­gory ‚woman‘ as well as the cate­gory ‚man‘ are poli­ti­cal and eco­no­mic cate­go­ries not eter­nal ones. Our fight aims to sup­p­ress men as a class, not through geno­ci­dal, but a poli­ti­cal struggle. Once the class ‚men‘ disap­pears, ‚women‘ as a class will disap­pear as well, for there are no sla­ves wit­hout mas­ters.“ (Moni­que Wit­tig; http://​www​.geo​ci​ties​.com/​s​a​i​d​y​o​u​n​g​m​a​n​/​w​i​t​t​i​g​0​1.htm)

Wei­ter­le­sen – zur Kri­tik des refor­mis­ti­schen, neoliberalismus-​​kompatibel quee­ren Geschlech­ter­plu­ra­lis­mus und ande­rer Irr­tü­mer der letz­ten 15 Jahre:

Kuschel­sex oder Kuschel­po­li­tik? Lesbisch-​​kommunistische De-​​Konstruktion oder ex-​​autonom-​​postmoderner Libe­ra­lis­mus?
erschien in: inte­rim Nr. 440, 18.12.1997, 10 – 20 und Nr. 441, 08.01.1998, 18 – 26

Selek­tive Wahr­hei­ten?
Selek­tive Wahr­hei­ten?

Gegen den Strom
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​0​3​/​g​e​g​e​n​-​d​e​n​-​s​trom/

Seven sim­ple, basic and poli­ti­cal ques­ti­ons, which all queer com­ra­des should ans­wer
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​9​/​s​e​v​e​n​-​s​i​m​p​l​e​-​b​a​s​i​c​-​a​n​d​-​p​o​l​i​t​i​c​a​l​-​q​u​e​s​t​i​o​n​s​-​w​h​i​c​h​-​a​l​l​-​q​u​e​e​r​-​c​o​m​r​a​d​e​s​-​s​h​o​u​l​d​-​a​n​swer/

und von ande­ren:

► Beate Sel­ders und Chris­tian Qua­d­flieg
Beate Sel­ders, Und immer: „Was bin ich?“ Über But­ches und Femmes, Rol­len­spiele und Roll-​​Backs und Chris­tiane Qua­d­flieg, Butch und Femme. „Männ­li­chen Machen“ auf Les­ben­art?, in: Blau, Winter/​Frühjahr 1997/​98, 4 – 6 und 7 – 12
als .pdf-​​Bild-​​Datei.

► Andrea Baier /​ Ste­fa­nie Soine
Sex ohne Gren­zen: Die les­bi­sche Vari­ante des Neo­li­be­ra­lis­mus
in: bei­träge zur femi­nis­ti­schen theo­rie und pra­xis H. 45, 1997, 71 – 79.
als .pdf-​​Datei.

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Sa., 13.8., 14:45 h – vor dem DGB-Haus

Unsere bei­den ange­kün­dig­ten Trans­pis sind fer­tig; die Flu­gis eben­falls in Druck.

Spä­ter gibt es noch mehr Fotos vom Malen.

Treff­punkt: 14:45 h, vor DGB-​​Haus [obwohl wir durch­aus nicht nur für den Geschlechter-​​, son­dern auch für den Klas­sen­kampf etwas übrig haben: nicht ganz ohne Hin­ter­sinn ;-)], Kleist-​​/​Keithstraße.
Wir wer­den uns dann – wie uns das für eine gemischte Gruppe bei einer femi­nis­ti­schen Demo ange­mes­sen erscheint – in den hin­te­ren Bereich der Demo ein­rei­hen.

Weil wir noch Farbe und Stoff übrig hat­ten, ist außer­dem ein drit­tes Tran­spi fast fer­tig: „Schlam­pen con­tra Patri­ar­chat.“ – Falls wel­che Sams­tag­mit­tag noch kurz­fris­tig etwas Malen wol­len, hät­ten wir sogar immer noch Stoff und lila Farbe zu spen­den.

Zum Text der Trans­pis siehe dort:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​0​5​/​m​a​e​n​n​l​i​c​h​e​s​-​d​o​i​n​g​-​g​e​n​d​e​r​-​k​r​i​t​i​s​i​e​r​e​n​-​d​e​-​k​o​n​s​t​r​u​k​t​i​o​n​-​p​o​l​i​t​i​s​i​e​r​e​n​-​v​o​r​s​c​h​l​a​g​-​f​u​e​r​-​2​-​s​l​u​t​w​a​l​k​-​t​r​a​n​spis/
und dort:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​0​8​/​n​a​c​h​-​v​o​r​n​e​-​z​u​r​u​e​c​k​-​z​u​-​e​i​n​e​m​-​k​a​e​m​p​f​e​r​i​s​c​h​e​n​-​f​e​m​i​n​i​smus/.

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Der Frontalangriff auf gender

Tran­spi 1 (Erläu­te­rung 1):

Tran­spi 2 (Erläu­te­rung 2):

Aus mei­ner Unter­su­chung von 2004 zum Thema „Geschlechternormen-​​inkonforme Kör­per­in­sze­nie­run­gen – Demo­kra­ti­sie­rung, De-​​Konstruktion oder Repro­duk­tion des sexis­ti­schen Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses?“:

„Judith Lor­ber schrieb 1995: ‚Der Femi­nis­mus hat sehr viel erreicht, aber das Aller­schwerste – der Fron­tal­an­griff auf gen­der – steht uns noch bevor‘ (Lor­ber 1995/​1999, 35).
Unsere eigene For­schung müs­sen wir dahin­ge­hend resü­mie­ren, daß auch die queer Bewe­gung – oder zumin­dest deren deut­sche Ansätze, soweit sie Gegen­stand der hie­si­gen Unter­su­chun­gen waren – dem Femi­nis­mus einen sol­chen Angriff nicht abge­nom­men haben. Es bleibt bei dem – für viele sicher­lich ernüch­tern­den – aber doch vor­aus­seh­ba­ren Befund: Eine sol­che ‚Poli­tik der Dekon­struk­tion‘ (ebd., 46) von Männer-​​Herrschaft wird von den Nicht-​​Männern (d.h. zuvor­derst: den Frauen) geleis­tet wer­den, oder sie wird nicht statt­fin­den – und cross dressende Män­ner und ex-​​weibliche Jungs kom­men für jenes Pro­jekt allen­falls als sehr unsi­chere Bünd­nis­part­ner in Betracht.
Diese Ein­sicht ver­langt zugleich einen Bruch mit der im hie­si­gen Sample in den Inter­views 6 und 16 beson­ders deut­lich gewor­de­nen anti-​​politischen Har­mo­nie­sucht (einer Har­mo­nie­sucht, die zugleich aber radi­kal indi­vi­dua­lis­tisch ist), und die auch im Hin­ter­grund der Kri­tik aus vie­len ande­ren Inter­views am ver­meint­li­chen Bio­lo­gis­mus und Essen­tia­lis­mus der Frau­en­be­we­gung /​ des Femi­nis­mus und dem Unwil­len (oder der Unfä­hig­keit), zur Haus­ar­beits­ver­tei­lung kon­kret Stel­lung zu neh­men, steht.
Es fehlt ein Begriff des Ant­ago­nis­mus – und folg­lich wird am Sepa­ra­tis­mus der Unter­drück­ten kri­ti­siert, daß er dem ‚Gros der Gesell­schaft‘ nichts bringe; daß er igno­riere, daß die Gesell­schaft ‚noch nicht so weit‘ sei, auf die Her­ab­set­zung der Frauen zu ver­zich­ten (I 16, Z. 1987, 1992, 2004). Wenn dies der Aus­gangs­punkt ist – wenn Aus­gangs­punkt ist, das ‚Gros der beste­hen­den Gesell­schaft (so wie sie ist)‘ zu akzep­tie­ren –, dann ist es aller­dings nur kon­se­quent, den Femi­nis­mus dafür zu kri­ti­sie­ren,
► daß die­ser kein ‚grundsätzliche[s] Rol­le­n­in­fra­ge­stel­len‘ vor­nimmt, und daß ‚Femi­nis­tin­nen […] bestimmte Rol­len und auch bestimmte Sachen‘ haben, die ihnen wich­tig sind;
► daß sie Rol­len nicht im Namen des anything goes, son­dern im Namen von Herr­schafts­kri­tik kri­ti­sie­ren;
daß sie es unpas­send fin­den, daß Per­so­nen, die sich nicht als Les­ben und schon gar nicht als Frauen ver­ste­hen, son­dern denen es recht ist, als Mann durch­zu­ge­hen, in einem Frau­en­zen­trum auf­tre­ten wol­len (vgl. I 15); –
kurz: daß ihnen folg­lich – anders als Per­son 7 und 6 – nicht jede „Fest­schrei­bung“ (Z. 3103) und nicht jedes ‚Front­en­den­ken‘ (Z. 560) zu wider ist, son­dern daß sie kämp­fen für die Unter­drü­ckung der Män­ner als Mit­tel für die Errei­chung einer Gesell­schaft ohne Geschlech­ter; weil sie wis­sen, daß Herr­schaft nicht ver­schwin­den wird durch Plu­ra­li­sie­rung der beste­hen­den (sym­bo­li­schen) Ord­nung, nicht ver­win­den wird, ohne daß auch die sozia­len Grup­pen, die durch diese Herr­schaft kon­sti­tu­iert wer­den, das Feld der Geschichte räu­men.“

Judith Lor­ber, Gender-​​Paradoxien, Leske + Bud­rich: Opla­den, 1999 (us-​​amerik. Ori­gi­nal­aus­gabe: Yale Uni­ver­sity, 1995; ergänzt um ein Vor­wort zur deut­schen Aus­gabe).
I. = Inter­view.
Z. = Zeile der Interview-​​Transkription.

Transpi-​​Malen: Heute (Mi., 10.08.2011), 14 Uhr.
Treff­punkt für die Demo: Sams­tag (13.08.2011), 14:45 Uhr, vor dem DGB-​​Haus, Kleist­straße /​ Keith­straße. -

Unab­hän­gig von der hie­si­gen ‚män­ner­feind­li­chen Frak­ti­ons­ma­che­rei‘ sucht der Ber­li­ner Slut­walk noch Hel­fe­rIn­nen, die Auf­ga­ben bei der Demo über­neh­men:
http://​slut​walk​ber​lin​.de/​p​o​s​t​/​7​8​4​4​2​1​2​9​4​9​/​s​l​u​t​w​a​l​k​-​b​e​r​l​i​n​-​b​r​a​u​c​h​t​-​e​u​r​e​-​u​n​t​e​r​s​t​u​tzung

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