Tag-Archiv für 'linkspartei'

Wenn das Gen. Hager noch hätte mitbekommen müssen, …

Auf der Web­seite des neues deutsch­land ist die Fort­set­zung mei­ner Ant­wort auf den Text von Katja Kip­ping vom Sams­tag ver­öf­fent­licht wor­den:

Ist die »Revo­lu­tion« doch nur ein Bil­der­ma­len?

Teil II mei­ner Nach­fra­gen an Katja Kip­ping.

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​4​0​0​1​.​i​s​t​-​d​i​e​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​-​d​o​c​h​-​n​u​r​-​e​i​n​-​b​i​l​d​e​r​m​a​l​e​n​.html

sogar mit Mao-​​Zitaten… ;-)

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Neuer Text von mir auf der ND-Seite

Am Sams­tag schrieb die Linkspartei-​​Vorsitzende Katja Kip­ping: „Letzt­lich muss alles dar­auf hin­aus­lau­fen, Europa zu revo­lu­tio­nie­ren. Dar­un­ter ist es nicht zu machen.“

Und ich ver­su­che sie mit mei­ner heu­ti­gen Ant­wort beim Wort zu neh­men:

Nach­ge­fragt bei Katja Kip­ping: Aus­tre­ten oder revo­lu­tio­nie­ren?

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​3​7​1​2​.​a​u​s​t​r​e​t​e​n​-​o​d​e​r​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​i​e​r​e​n​.html

Mal sehen, ob’s klappt…

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Heute: Christine Buchholz und Volkhard Mosler

Auf der Debat­ten­seite des ND gibt es schon wie­der einen neuen Text – dies­mal von Chris­tine Buch­holz und Volk­hard Mos­ler (beide: Marx 21; ers­tere auch Mit­glied im Bun­des­vor­stand der Links­par­tei).

Gemes­sen an der Zahl der Sätze kann ich dem meis­ten zustim­men, aber wie­derum fällt ein ekla­tan­ter Man­gel auf: Das Feh­len einer ernst­haf­ten Ana­lyse des gesell­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nis­ses, das Feh­len des Benen­nens einer dem Kräf­te­ver­hält­nis ange­mes­se­nen Stra­te­gie und folg­lich das Feh­len der Benen­nung eines Zeit­ho­ri­zonts, in dem das inhalt­lich Wahre, Schöne und Gute erreicht wer­den soll.

Der Über­sicht­lich­keit und Ein­fach­heit hal­ber folge ich der Rei­hen­folge der 15 durch­nu­me­rier­ten The­sen von Buchholz/​Mosler:

These 3:

„Mas­sen­haf­ter Wider­stand gegen die­sen Aus­te­ri­täts­kurs der EU-​​Kommission hat in Süd­eu­ropa, in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einem Auf­schwung eines lin­ken Refor­mis­mus geführt (Syriza, Pode­mos), der Aus­druck mas­si­ver Klas­sen­kämpfe ist.“

Manch­mal ist Spra­che ja auch Abbild der Ein­sich­ten, die Leute nicht gewon­nen haben. Wel­che Ein­sicht arti­ku­lie­ren Buchholz/​Mosler mit die­sem Satz? Warum schrei­ben sie „Aus­druck“? Warum diese schein­bare Dop­pe­lung – ein­mal: „Mas­sen­haf­ter Wider­stand gegen die­sen Aus­te­ri­täts­kurs der EU-​​Kommission hat […] zu einem Auf­schwung eines lin­ken Refor­mis­mus geführt“. Und dann noch mal die Wie­der­ho­lung (?) /​ Bekräf­ti­gung (?) /​ Ver­schie­bung (?): Die­ser „Auf­schwung eines lin­ken Refor­mis­mus“ sei „Aus­druck mas­si­ver Klas­sen­kämpfe“.
Arti­ku­liert sich in die­ser irri­tie­ren­den For­mu­lie­rung zwar nicht die Ein­sicht, aber die dunkle Ahnung, daß nicht alles, was es in Süd­eu­ropa in den letz­ten Jah­ren an Wider­stand gab, Klas­sen­kampf war (vor allem: sich selbst oft­mals nicht als Klas­sen­kampf ver­stand) und – in Spa­nien mehr als in Grie­chen­land – nicht ein­mal immer „Wider­stand gegen die­sen Aus­te­ri­täts­kurs der EU-​​Kommission“ war. Und was heißt es für die ver­meint­li­che ‚Mas­si­vi­tät’ die­ses Klas­sen­kamp­fes, wenn er sich in Wahl­un­ter­stüt­zung für einen neuen „lin­ken Refor­mis­mus“ arti­ku­liert?
Wie ist es also um den berühm­ten „sub­jek­ti­ven Fak­tor“ (hier: das Klas­sen­be­wußt­sein) nicht nur hier, son­dern auch in Süd­eu­ropa bestellt?

These 6.a): (mehr…)

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Neu von mir bei linksunten.indymedia, scharf-links sowie (zusammen mit systemcrash) bei trend

1. Hat Tspi­ras einen Bres­ter Frie­den gewon­nen?

Zu Sla­voj Žižek im New Sta­tes­man und in der Zeit

http://​scharf​-links​.de/​4​4​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​p​o​i​n​t​e​r​]​=​4​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​2​6​9​8​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​c​e​6​2​7​ec977

Vgl. zu Žižeks Text auch (auch wenn ich nicht alles teile):

Zizeks intel­lek­tu­el­ler und Tsi­pras‘ poli­ti­scher Bank­rott

http://​blog​-pro​le​ter​.myblog​.de/​b​l​o​g​-​p​r​o​l​e​t​e​r​/​a​r​t​/​8​5​9​8​5​3​8​/​Z​i​z​e​k​s​-​i​n​t​e​l​l​e​k​t​u​e​l​l​e​r​-​u​n​d​-​T​s​i​p​r​a​s​-​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​r​-​B​a​n​krott

2. De-​​Konstruktion einer Rechtfertigungs-​​Rede

Zu Alexis Tsi­pras Neuwahl-​​Ankündigungs-​​Rede von Don­ners­tag der ver­gan­ge­nen Woche [= ein Hin­weis auf /​ eine Ein­lei­tung für den fol­gen­den Text Nr. 3]

http://​scharf​-links​.de/​4​4​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​2​7​8​4​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​9​c​6​4​2​ce675

3. Über die Dring­lich­keit, die Ver­hält­nisse zu ändern

Demons­triert anhand der Fern­seh­an­spra­che, die Alexis Tsi­pras am Don­ners­tag, den 20.08.2015 hielt – Die voll­stän­dige Rede (engl.; dt.), Satz für Satz erör­tert

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​51405

4. [zusam­men mit sys­tem­crash:] Kri­tik der Bewußtseins-​​Stadien-​​Theorie – Pro­bleme des Ent­ris­mus

Neun kurze The­sen aus einem 19 Seiten-​​Papier [zu dem Bei­trag eines SAV-​​Genossen bei einer Ver­an­stal­tung in Frank­furt am Main am 6. August zum Thema „Was ist eine linke, poli­ti­sche Orga­ni­sa­tion?“ – dem­nächst wird es auch eine Lang­fas­sung des Papie­res geben]

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​8​1​5​/​t​5​3​0​8​1​5​.html

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Lieber linke und nicht ganz so linke Texte lesen als christlich feiern

1.

Im lower class maga­zine und gespie­gelt bei indy­me­dia wurde ein recht inter­es­san­tes Papier zum Thema Klas­sen­ana­lyse ver­öf­fent­licht:

My Class My Pride
.pdf-​​Datei: http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​K​l​a​s​s​e​n​a​n​a​l​y​s​e.pdf
.html-​​Version: https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​01435

Lei­der wird nicht dar­ge­stellt, wel­che kon­kre­ten poli­ti­schen Kon­se­quen­zen – außer daß Klas­sen­be­zug wich­tig ist – nach Ansicht der Auto­rIn­nen aus der Ana­lyse fol­gen sol­len.

2.

Die Inter­na­tio­nale, deren deut­sche Sek­tion die Revo­lu­tio­näre Inter­na­tio­na­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (RIO) ist, hat ein Mani­fest

Für eine Bewe­gung für eine Inter­na­tio­nale der Sozia­lis­ti­schen Revo­lu­tion!
kast. (’spa­ni­sche‘) Fas­sung: http://​www​.ft​-ci​.org/​I​M​G​/​p​d​f​/​m​a​n​i​f​i​e​s​t​o​-​2.pdf

geschrie­ben. RIO arbei­tet an einer deut­schen Über­set­zung, die in Kürze fer­tig wer­den soll.

3.

Auch die Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Linke (AKL) in der Links­par­tei hat eine Art Mani­fest geschrie­ben:

Kapi­ta­lis­mus bedeu­tet Krieg, Umwelt­zer­stö­rung und Armut – für eine anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche LINKE!
Auf­ruf zur Neu­grün­dung der Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Lin­ken (AKL) in der LIN­KEN
http://​www​.anti​ka​pi​ta​lis​ti​sche​-linke​.de/​s​e​r​v​e​D​o​c​u​m​e​n​t​.​p​h​p​?​i​d​=​1​3​0​&​a​m​p​;​f​i​l​e​=​2​/​0​/​e​f​0.doc

4.

Ich selbst habe auch etwas geschrie­ben – zwar kein „Mani­fest“, aber eine Bilanz von 2 1/​2 Jah­ren NaO-​​Prozeß:

Nicht ein­mal anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist ERST RECHT nicht revo­lu­tio­när genug!
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​N​i​c​h​t​_​e​i​n​m​a​l​_​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​_​i​s​t​_​e​r​s​t​_​r​e​c​h​t​_​r​e​v.pdf

Die Über­schrift greift die Über­schrift mei­nes Arti­kels

Anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist nicht revo­lu­tio­när genug!
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​1​5​/​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​-​i​s​t​-​n​i​c​h​t​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​-​g​enug/

vom Anfang der NaO-​​Debatte wie­der auf.

5.

Anlaß mei­ner Bilanz ist, daß auch das NaO-​​Manifest von SIB/​GAM am ver­gan­ge­nen Wochen­ende ver­öf­fent­licht wurde:

.pdf-​​Version: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​1​3​1​2​1​5​_​N​A​O​_​M​a​n​i​f​e​s​t.pdf
.html-​​Version: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​m​a​n​i​f​e​s​t​-​f​u​e​r​-​e​i​n​e​-​n​e​u​e​-​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​-​o​r​g​a​n​i​s​a​tion/.

6.

Auch auf den neuen blog mit Doku­men­ten aus der Geschichte des Spar­ta­cus­bun­des sei noch mal hin­ge­wie­sen:

http://​spa​bu​doku​.blog​sport​.eu

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Reformistischer Voluntarismus – Zum Grundsatzprogramm-Entwurf der Linkspartei

Ges­tern wurde im blog Lafon­tai­nes Linke eine von mir ver­faßte aus­führ­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Grundsatzprogramm-​​Entwurf der Links­par­tei (mit bis­her 7 LeserInnen-​​Kommentaren) ver­öf­fent­licht:

http://​www​.lafon​tai​nes​-linke​.de/​2​0​1​1​/​1​0​/​d​a​s​-​b​l​a​u​e​-​v​o​m​-​h​i​m​m​e​l​-​s​c​h​u​l​z​e​-​p​r​o​g​r​a​m​m​-​d​e​b​atte/.

Vgl. zum glei­chen The­men­kreis auch noch von mir bzw. unter mei­ner Betei­li­gung ent­stan­den:

zur vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Grundsatzrogramm-​​Entwurfes:

Ver­schie­dene Geschmä­cker
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​0​/​0​5​/​1​1​/​v​e​r​s​c​h​i​e​d​e​n​e​-​g​e​s​c​h​m​a​e​cker/

zum Linkspartei-​​Wahlprogramm von 2009:

Linke Kapi­ta­lis­mus­kri­tik muss tref­fen­der wer­den – Geht eine Kri­tik an Geiz, Gier und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit wirk­lich an die Wur­zel – oder am Ziel vor­bei?
http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​7​8​0​9​/​t​1​0​7​8​0​9​.html

eine Dis­kus­sion von Anfang der 1990er Jahre:

Moder­ner Kapi­ta­lis­mus – Arbei­te­rIn­nen­klasse – poli­ti­sches Sub­jekt
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​k​o​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​e​n​/​m​o​d​e​r​n​e​r​-​k​a​p​i​t​a​l​i​s​m​u​s​-​a​r​b​e​i​t​e​r​i​n​n​e​n​k​l​a​s​s​e​-​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​s​-​s​u​b​jekt/

Hehre Ansprü­che, naive Stra­te­gie
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​k​o​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​e​n​/​h​e​h​r​e​-​a​n​s​p​r​u​e​c​h​e​-​n​a​i​v​e​-​s​t​r​a​t​egie/

Trans­for­ma­tion oder Revo­lu­tion?
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​k​o​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​e​n​/​t​r​a​n​s​f​o​r​m​a​t​i​o​n​-​o​d​e​r​-​r​e​v​o​l​u​tion/

ansons­ten zur Links­par­tei:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​t​a​g​/​l​i​n​k​s​p​artei

von ande­ren:

a)

Lucy Red­ler
Sozia­lis­mus statt Markt­wirt­schaft. Eine Aus­ein­an­der­set­zung mit Sahra Wagen­knechts „Frei­heit statt Kapi­ta­lis­mus“
Bro­schüre, A5, 44 Sei­ten
3 Euro
http://shop.sozialismus.info/shop/article_662/Sozialismus-statt-Marktwirtschaft.html?sessid=LWnGL8ViKOpke5IRqIEpsTMkKHz12RfLYwFUyGJi00hkM73LFxBO6QYbY6TicfzY&shop_param=cid%3D1%26aid%3D662%26

Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung über das Buch „Frei­heit statt Kapi­ta­lis­mus“ von Sarah Wagen­knecht
Mon­tag, 10. Okto­ber, 19 Uhr im Ver­an­stal­tungs­raum DIE LINKE, Schwa­nen­str. 30, Dort­mund
http://​sav​-ruhr​.blog​spot​.com/​2​0​1​1​/​0​9​/​s​o​z​i​a​l​i​s​m​u​s​-​s​t​a​t​t​-​m​a​r​k​t​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​-​m​i​t​.html

b)

Guen­ther Sand­le­ben
Finanz­markt­krise – Mythos und Wirk­lich­keit. Wie die ganz reale Wirt­schaft die Krise kriegt
(pro­le­ta­ri­schen Texte Band 1)
121 Sei­ten. 7,90 €
ISBN 978-​​3-​​8423-​​3654-​​4
http://​www​.pro​le​ta​ri​sche​-platt​form​.org/​p​r​o​l​e​t​a​r​i​s​c​h​e​-​t​exte/

c)

August Thal­hei­mer (vgl. zu die­sem: http://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​K​o​m​m​u​n​i​s​t​i​s​c​h​e​_​P​a​r​t​e​i​-​O​p​p​o​s​ition)
Über die soge­nannte Wirtschafts-​​Demokratie
http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​t​h​a​l​h​e​i​m​e​r​/​1​9​2​8​/​x​x​/​w​i​r​t​d​e​m​.html

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Eine Antwort an die „Proletarische Plattform“

Wie neu­lich schon erwähnt, hat die trend-Redak­tion einen Text zum Thema Klasse & Poli­tik heute der – anschei­nend neu­ge­grün­dete – „Pro­le­ta­ri­sche Platt­form“ in der Links­par­tei in den Kon­text der aktu­ell anlau­fen­den Orga­ni­sie­rungs­de­batte gestellt.

Die von der Platt­form vor­ge­nom­mene drei­fa­che Abgren­zung ist mir durch­aus sym­pa­thisch:

„• Der demo­kra­ti­sche Sozia­lis­mus steht für sozia­lis­ti­sche Markt­wirt­schaft, d.h. einen demo­kra­tisch gebän­dig­ten Kapi­ta­lis­mus, eine so genannte ‚gesell­schaft­li­che Kon­trolle‘ der Pri­va­ten: die Qua­dra­tur des Krei­ses.
• Der pla­to­ni­sierte Sta­li­nis­mus steht für ein auch künf­tig in natio­na­ler Beschrän­kung sich ver­ewi­gen­des und damit als Waffe gegen das Kapi­tal ent­schärf­tes Staats­mo­no­pol, mit der Maß­gabe, ein (aller­dings nie­mals begrif­fe­nes) ‚Wert­ge­setz‘ und noch ein paar andere Errun­gen­schaf­ten sozia­lis­ti­scher Wis­sen­schaft darin stär­ker zu berück­sich­ti­gen; für (im Falle des Fal­les) neu­er­li­che Koexis­tenz also mit dem Kapi­ta­lis­mus und Wett­be­werb, dies­mal aber nicht so sehr um die grö­ßere Por­tion Gulasch, son­dern haupt­säch­lich um die bes­sere Moral oder ‚Welt­an­schau­ung‘.
• Der hedo­nis­ti­sche Kom­mu­nis­mus der rei­nen Ver­nunft steht für die sofor­tige Abschaf­fung ‚der Arbeit‘, damit des Staa­tes; alle Men­schen wer­den ihrer puren Lust frö­nende Brü­der oder Schwes­tern – dar­un­ter geht gar nichts mehr. Für den Kapi­ta­lis­mus, ‚das Beste­hende‘ als das schlecht­hin Nega­tive, lasse man sich am bes­ten auf kei­ner­lei bestimmte Nega­tion ein, beschränke sich viel­mehr auf die Nega­tion schlecht­hin (‚nega­tive Kri­tik‘ gehei­ßen).“ (S. 2 – Hv. i.O.)

Was ich aber nicht ver­stehe, ist, warum es mit die­ser drei­fa­chen Abgren­zung sinn­voll sein soll, sich in der Links­par­tei zu orga­ni­sie­ren. Die Platt­form schreibt dazu:

„Seit der Bil­dung der WASG ab 2004, in deren Folge 2007 die Par­tei die Linke gegrün­det wurde, tut sich für Kom­mu­nis­ten eine Option auf, wie es sie seit der Tren­nung der USPD von der SPD im Ver­lauf des ers­ten Welt­krie­ges auf deut­schem Boden nicht mehr gege­ben hat. Eine von ihrem Selbst­ver­ständ­nis her sozia­lis­ti­sche, ihrem politisch-​​programmatischen Inhalt nach links­keyne­sia­nis­ti­sche Par­tei ermög­licht, zumin­dest for­mal, von ihrem plu­ra­lis­ti­schen Selbst­ver­ständ­nis her, die Orga­ni­sie­rung von Kom­mu­nis­ten in einer ent­ste­hen­den Mas­sen­par­tei.“ (S. 3)

Mit ziem­lich genau der glei­chen Stoß­rich­tung inter­ve­nier­ten ich und einige Genos­sen 1990/​91 in die Links­par­tei Vor­gän­ge­rin­or­ga­ni­sa­tion PDS: „Für eine femi­nis­ti­sche USPD mit revo­lu­tio­nä­rem Flü­gel“ – und wir sind kläg­lich geschei­tert (siehe unsere dama­lige – aus Anlaß des Plattform-​​Textes jetzt von mir wie­der­ver­öf­fent­lichte – Bilanz).

Und mir scheint heute, nach­dem sich ins­be­son­dere in Ber­lin ein neo-​​liberaler Regie­rungs­flü­gel in der Links­par­tei her­aus­ge­bil­det hat, sind die Chan­cen für ein der­ar­ti­ges Pro­jekt eher noch schlech­ter als Anfang der 90er Jahre:
-- Auch die Kom­mu­nis­ti­sche Platt­form ist gegen­über damals nicht kom­mu­nis­ti­scher gewor­den.
-- Und die eher bewegungs-​​orientierten Teile der Links­par­tei sind heute eher wei­ter vom lin­ken Flü­gel der sog. Neuen Sozia­len Bewe­gun­gen der 1980er Jahre ent­fernt als diese vor rund 20 Jah­ren der Fall war.

Und vor allem eine Prä­misse schon unse­rer dama­li­gen ‚PDS-​​Intervention‘, die ich kürz­lich im Kon­text der aktu­el­len Orga­ni­sie­rungs­de­batte wie folgt refor­mu­lierte, scheint mir auch heute noch zutref­fend zu sein: „Was sich jeden­falls aus dem Schick­sal der Z-​​Fraktion um Rai­ner Tram­pert und Tho­mas Eber­mann in den Grü­nen der 80er Jahre ler­nen läßt, ist, daß sich Revo­lu­tio­nä­rIn­nen auf ein sol­ches Bündnis-​​Projekt mit Gra­dua­lis­tIn­nen (und viel­leicht sogar Radi­kal­re­for­mis­tIn­nen) nur ein­las­sen soll­ten, wenn sie eigene Struk­tu­ren außer­halb des Bünd­nis­pro­jek­tes behal­ten und nicht voll und ganz in dem dor­ti­gen Frak­ti­ons­kampf auf­ge­hen.“

---

Hin­ge­wie­sen sei außer­dem noch auf die Pro­gram­ma­ti­sche Eck­punkte der pro­le­ta­ri­schen Platt­form.

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Noch einmal: Unrechtsstaat DDR? Rechtsstaat DDR! Leider.

Aus einer ander­wei­ti­gen Dis­kus­sion (aus Anlaß des spd-​​seitigen Plat­zen­las­sens der Regie­rungs­bil­dungs­ge­sprä­che in Nordrhein-​​Westfalen aus geschichts­po­li­ti­schen Grün­den1):

[Die­ser Text als .pdf-​​Datei]

Per­son A.: „Es muss unbe­dingt das Wort ‚Unrechts­staat’ sein, oder? Es reicht nicht ‚Die DDR war eine Dik­ta­tur’ […] Es muss unbe­dingt die­ses eine Wort sein? Sorry, das halte ich für vor­ge­scho­ben.“

Ja, es ist – man­gels aktu­el­ler Rele­vanz – vor­ge­scho­ben. Es dürfte ja selbst Unions-​​Leuten klar sein, daß die Links­par­tei nicht zu DDR-​​Verhältnissen zurück will. Aller­dings finde ich: Es besteht gar kein Anlaß, sich das Wort „Unrechts­staat“ als Vor­wurf so Her­zen zu neh­men und sich dage­gen mit Hän­den und Füßen zu weh­ren.

Denn:

Per­son B.: „auf die gefahr hin, dass das ärger gibt; war es rechts­staat­lich wie wir uns heute einen rechts­staat vor­stel­len, dass unter ade­nauer heu­tige genos­sen von mir wegen ihrer sozia­lis­ti­schen über­zeu­gung im knast saßen,“ usw.

Doch das ent­spricht haar­ge­nau dem herr­schen­den (bundes)deutschen Ver­ständ­nis von „Rechts­staat“. (In Öster­reich mit Hans Kel­sen ist das noch mal etwas ande­res. Bei Kel­sen ist Rechts­staat in etwa das, was im angel­säch­si­schen und fran­ko­pho­nen Bereich „rule of law“ und „État légal’ ist: Herr­schaft der [vor­zugs­weise par­la­men­ta­ri­schen oder hypo­the­tisch auch von Räten oder sonst wem beschlos­se­nen] Gesetze und des – falls vor­han­den – geschrie­be­nen Ver­fas­sungs­ge­set­zes.) In Deutsch­land sagt die domi­nante Strö­mung schon immer, daß „Rechts­staat“ den Staat ermäch­tigt, sich not­falls gegen die beschlos­se­nen und ver­kün­de­ten (Verfassungs)gesetze ad hoc auf ein höhe­res Recht zu beru­fen. Das ist in der gan­zen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nach­zu­le­sen; das ist schon bei den Auto­ren des 19. Jh.s ange­legt, und es fin­det sich rechts außen bei Auto­ren wie Carl Schmitt („Der Füh­rer schützt das Recht“). Und damit wird selbst die Mini­ma­ler­run­gen­schaft, die Staats­ge­walt durch Geset­zes­bin­dung zumin­dest bere­chen­bar zu machen, unter­gra­ben.2
Das deut­sche Feind­bild ist der For­ma­lis­mus, das bloße Gesetz, und dage­gen wird sich auf ein höhe­res, meta­phy­si­sches Recht beru­fen.
Und die­sen glei­cher­ma­ßen unhis­to­ri­schen wie unma­te­ria­lis­ti­schen wie unde­mo­kra­ti­schen Dis­kurs machen sich lei­der viele Linke mit mora­lisch auf­ge­la­de­nen Begrif­fen von „Unrecht“, „Gerech­tig­keit“ usw. zu eigen – und rea­gie­ren des­halb auf den Vor­wurf „Unrechts­staat“ so all­er­gisch. (Marx’ hielt von einer sol­chen Gerechtigkeits-​​Metaphysik im übri­gen nichts [MEW 19, 18; 25, 352].)

Gegen die­ses meta­phy­si­sche Rechts-​​Verständnis hat Per­son C recht, wenn sie gel­tend macht: „Recht ist doch nichts überhistorisch-​​moralisches – son­dern das Herr­schafts­pro­gramm, was Staat *mit Gewalt* gegen die Unter­ta­nen durch­setzt.“

Trotz­dem muß dif­fe­ren­ziert wer­den:

++ Das Recht des Rechts­staats bean­sprucht, über­his­to­risch zu sein; tat­säch­lich ist es auch nur his­to­risch. Auch die Moral­vor­stel­lun­gen, die als „das Recht“ aus­ge­ge­ben wer­den, ändern sich. „Das Recht“ wird aber ver­sucht, mit sei­nem omni­his­to­ri­schen Anspruch, ungreif­bar zu machen. Darin liegt der unde­mo­kra­ti­sche, beson­ders herr­schafts­af­fir­ma­tive Cha­rak­ter die­ses Dis­kur­ses.

++ Auch Gesetze sind Herr­schaft, auch demo­kra­tisch beschlos­sene: sei es in einem bürgerlich-​​parlamentarischen oder in einem sozia­lis­ti­schen Räte-​​System. Herr­schaft der Mehr­heit der jeweils Ent­schei­dungs­be­fug­ten über die jewei­lige Min­der­heit (was wie­derum keine rein arith­me­ti­sche Frage in Insti­tu­tio­nen ist, son­dern von qua­li­ta­ti­ven gesell­schaft­li­chen Macht­ver­hält­nis­sen beein­flußt ist). Trotz­dem hat die­ser gesetzlich-​​positivistische Herr­schafts­dis­kurs – aus herr­schafts­kri­ti­scher Per­spek­tive – einen Vor­teil gegen­über dem metaphysisch-​​überpositiven Dis­kurs. Die his­to­ri­sche Varia­bi­li­tät der Gesetze wird ein­ge­stan­den; sie kön­nen geän­dert wer­den; sie wer­den der kon­tro­ver­sen Dis­kus­sion und politisch-​​demokratischen Ent­schei­dungs­fin­dung zugäng­lich gemacht. Das meta­phy­si­sche Recht soll dage­gen der Dis­kus­sion ent­zo­gen wer­den.

Des­halb müß­ten sich Linke eigent­lich gar nicht dar­über auf­re­gen, wenn die DDR als „Unrechts­staat“ bezeich­net wird. Sie könn­ten das selbst­be­wußt als Lob auf­fas­sen.

Das Pro­blem ist: Die DDR war kein „Unrechts­staat“ im von mir posi­tiv gemein­ten Sinne. Auch die DDR ließ gerne mal ‚fünfe gerade sein’, wenn es für die ‚höhere Sache’ ver­meint­lich nütz­lich war; sie hatte ihre bekann­ten Pro­bleme mit der „sozia­lis­ti­schen Gesetz­lich­keit“ (und dem demo­kra­ti­schen Cha­rak­ter ihrer Gesetz­ge­bung).3

In Wahr­heit war die DDR eher ein „Rechts­staat“ im bun­des­deut­schen Sinne als ein „Unrechts­staat“, was die Rechts­me­tho­do­lo­gie anbe­langt – nur daß die DDR einen ande­ren Inhalt als die BRD auf die­ses meta­phy­si­sche ‚Recht an und für sich’ pro­ji­zierte. Diese meta­phy­si­sche Methode ist zu kri­ti­sie­ren – am Bei­spiel der DDR und der BRD. – Der Deut­sche Idea­lis­mus lebt lei­der immer noch, und lei­der in man­chen lin­ken Köp­fen beson­ders gut.
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In der Jungen Welt von Do.: “ »links« ist leider nicht immer Gewähr für »klug« und »realitätstüchtig«.“

„[…] »links« ist lei­der nicht immer Gewähr für »klug« und »rea­li­täts­tüch­tig«. Ich rate zu Beschei­den­heit und Nüch­tern­heit. Der par­la­men­ta­ri­sche Ein­fluß der Lin­ken ist exakt 5,6 Pro­zent. […]. Mit 5,6 Pro­zent kön­nen wir keine Bedin­gun­gen stel­len, son­dern sie wer­den uns gestellt.“

Thies Gleiss zur Lage der Links­par­tei in NRW via Heino Berg

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Paketvereinbarungen, distanzierte Tolerierung oder Ignorierung der Differenzen zwischen dem größeren und kleineren Übel?

Aus Anlaß der Regie­rungs­be­tei­li­gungs­am­bi­tio­nen der nordrhein-​​westfälischen Links­par­tei wie­der her­aus­ge­kramt


I. Aus­zug aus http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​1​/​1​1​/​2​2​/​d​e​r​-​s​t​a​a​t​-​s​i​n​d​-​w​i​r​-​a​l​l​e​-​b​r​d​-​l​i​n​k​e​-​z​w​i​s​c​h​e​n​-​s​t​a​a​t​s​t​r​a​g​e​n​h​e​i​t​-​u​n​d​-​s​e​l​b​s​t​i​s​o​l​i​e​rung/

>>Ent­spre­chend die­ser Über­le­gung hat M. Stamm schon 1986 sei­nen Vor­schlag einer bedin­gungs­lo­sen Tole­rie­rung einer SPD-​​Minderheitsregierung ent­wi­ckelt: Die Dif­fe­renz zwi­schen CDU und SPD dürfe nicht ein­fach fun­da­men­ta­lis­tisch negiert wer­den, denn dies nutze im Ergeb­nis nur der SPD: „Die SPD schnei­det (hin­sicht­lich der Sym­pa­thie, d. Verf.) bei ihnen (den grü­nen WählerInnen, d. Verf.) zwar schlech­ter ab als bei den SPD-​​WählerInnen, dafür die CDU noch schlechter, das bedeu­tet, daß sie [die Grünen-​​WählerInnen, TaP] den vor­han­de­nen Unter­schied zwi­schen SPD und CDU, wie die meisten SPD-​​WählerInnen, als wesentlichen Gegen­satz verarbeiten.“19
Die­ser Tat­sa­che sei durch Nach­ge­ben auf einer Ebene, auf der die GRÜ­NEN aufgrund des gesell­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nis­ses nur ver­lie­ren könn­ten, – dem inhalt­li­cher Regie­rungs­bil­dungs­ver­hand­lun­gen /​ -ver­ein­ba­run­gen – Rech­nung zu tra­gen. Erst, wenn die Frage der Regie­rungs­bil­dung geklärt, und damit die „inte­grie­rende und dis­zi­pli­nie­rende Wir­kung“ der „an der Frage des Regierungswechsels insze­nier­ten Pola­ri­sie­rung ‚Rot‘ gegen ‚Schwarz‘“ leer gelau­fen sei, bestehe wie­der die Mög­lich­keit, die teil­weise beste­hen­den inhalt­li­chen Dif­fe­ren­zen zwi­schen der SPD und ihren Wäh­le­rIn­nen zuguns­ten der GRÜ­NEN zu nut­zen.“20
Eine Koali­tion zwi­schen SPD und GRÜ­NEN würde dage­gen nach Ansicht von Stamm u.a. „die Ein­zel­the­men, deren Unter­ord­nung die alte ‚Schwarz-Rot‘-Polarisierung zur Zeit der Schmidt-​​Regierung nicht mehr leis­tete, was eine Voraussetzung für das Ent­ste­hen der Grü­nen war, erneut und viel effi­zi­en­ter unter­ge­ord­net wer­den und zwar unter die Erfor­der­nisse des Haupt­an­lie­gens Rot/​Grün gegen Schwarz/​Gelb.“21< <

Dies bedeu­tet für heute:
Solange sich die Linkspartei-​​WählerInnen SPD und Grü­nen (erheb­lich) näher sehen als Union und FDP, solange bleibt der Links­par­tei nichts ande­res übrig, als anzu­bie­ten, SPD und Grüne gegen Union und FDP zu stüt­zen. Alles andere würde viele Linkspartei-​​WählerInnen zurück in das SPD/​Grünen-​​Lager trei­ben.
Aller­dings sollte sich die Links­par­tei nicht selbst zu einem Teil eines gemein­sa­men Lagers SPD/​Grüne/​Linkspartei machen. Viel­mehr sollte sie (wenn sie es denn selbst so sieht; was aber nicht sicher ist) daran arbei­ten, deut­lich zu machen, daß der Unter­schied SPD/​Grüne vs. Union/​FDP nicht der aus­schlag­ge­bende, son­dern nur ein gra­du­el­ler ist. Das würde vor­aus­set­zen, daß sich die Links­par­tei nicht für inhalt­li­che Gesamt­pa­kete (durch ihre Unter­schrift) ver­ant­wort­lich machen läßt und diese dann ver­tei­digt, son­dern ihre Stüt­zung von SPD/​Grünen gegen Union/​FDP genau auf diese Punkte beschränkt, wo tat­säch­lich ein Unter­schied besteht – und sich im übri­gen die volle Frei­heit der Kri­tik und gesell­schaft­li­chen Mobi­li­sie­rung wahrt (was auf der Regie­rungs­bank und auch bei Aus­hand­lung und Unter­zeich­nung eines inhalt­li­chen Tole­rie­rungs­pa­ke­tes nicht der Fall ist).
Nur mit­tels einer Ent­kop­pe­lung von Regie­rungs­bil­dungs­frage einer­seits und Inhal­ten ande­rer­seits – d.h. mit­tels einer Poli­tik der „bedin­gungs­lo­sen“ (wie Stamm sagte) oder „dis­tan­zier­ten“ (wie ich vor­ziehe zu sagen) Tole­rie­rung – ist es mög­lich, die dis­zi­pli­nie­rende Wir­kung der Block­bil­dung Union/​FDP vs. SPD/Grüne(/Linkspartei) zu unter­lau­fen sowie SPD-​​ und Grünen-​​WählerInnen in kon­kre­ten inhalt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen gegen die offi­zi­elle Poli­tik von SPD-​​ und Grü­nen zu mobi­li­sie­ren. Dies funk­tio­niert dage­gen weder, wenn diese Wäh­le­rIn­nen vor eine „Alles oder nichts“-Alternative gestellt wer­den (‚Der Unter­schied zwi­schen Kraft und Rütt­gers inter­es­siert uns nicht.‘), noch, wenn die Links­par­tei auf SPD/​Grünen-​​Politik ein­schwenkt und diese im Rah­men von Gesamt-​​Paketen mit­trägt.

II. Aus­zug aus http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​1​/​0​5​/​1​9​/​d​i​e​-​g​e​s​c​h​i​c​h​t​e​-​d​e​r​-​s​o​z​i​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​n​-​a​r​b​e​i​t​e​r​p​a​r​t​e​i​-sap/

Zur Situa­tion Anfang der 1930er Jahre:

>>SPD-​​Linke und SAP erkann­ten zwar, daß die sozi­al­de­mo­kra­tisch Tole­rie­rung (der [Notverordnungs]politik) der bür­ger­li­chen (Minderheits)regierungen die Faschi­sie­rung begüns­tigte (bspw. S. 226 ff.). Sie hat­ten die­ser aber nur eine abs­trakte Nega­tion ent­ge­gen­zu­set­zen: Die ‚fundamental-​​oppositionelle’ (S. 50) Ableh­nung der SPD-​​offiziellen Tole­rie­rung des „klei­ne­res Übels“ (S. 85). Im Zwei­fels­fall sei eine faschis­ti­sche Regie­rungs­be­tei­li­gung einer sozi­aldemokratischen Tole­rie­rung einer bür­ger­li­chen Regie­rung ohne Faschis­tIn­nen vor­zu­zie­hen. Gegen diese Regie­rung sei dann außer­par­la­men­ta­ri­scher Druck zu ent­fal­ten (S. 228). Ob die­ser dann noch mög­lich ist, und wie er genau ausse­hen sollte, konnte die SAP aber nicht sagen.
Statt die­ses va-​​banque-Spiels hätte also der Haupt­stoß nicht gegen die mehr­heits­so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Tole­rierungspolitik an sich, son­dern gegen deren kon­krete Aus­ge­stal­tung geführt wer­den müs­sen:
Das „klei­nere Übel“ besteht in der Wirk­lich­keit und kann des­halb nur un­ter der Aner­ken­nung sei­ner Exis­tenz bekämpft wer­den. Fried­rich Engels kriti­siert die These des Abs­ten­tio­nis­mus*, das Beste­hende dürfe von Lin­ken nicht aner­kannt wer­den, so: „Das Beste­hende besteht und macht sich nicht wenig lu­stig über unsere Aner­ken­nung. Wenn wir die Mit­tel, die uns das Beste­hende gibt, benut­zen, um gegen das Beste­hende zu pro­tes­tie­ren, ist das Anerken­nung?“ (MEW 17, 412 [412] – Über die poli­ti­sche Aktion der Arbei­ter­klasse). Die Nut­zung der ‚Mit­tel des Beste­hen­den’ im Kampf gegen das Beste­hende ist aber nicht mit einem rein instru­men­tel­len Ver­hält­nis (jedes Mit­tel könne für belie­bige Zwe­cke ein­ge­setzt wer­den) mög­lich. Denn jedes Mit­tel funk­tio­niert nach sei­ner eige­nen Logik, ist also nur für bestimmte Zwe­cke nutz­bar. Des­halb würde eine bloße Umkeh­rung der herr­schen­den Mit­tel hin­ter dem Rücken derjeni­gen, die sie benut­zen, eben­falls die herr­schen­den Zwe­cke rea­li­sie­ren. Die ‚Mit­tel des Beste­hen­den’ müs­sen also nicht nur für andere Zwe­cke, son­dern auch anders als von den Herr­schen­den ein­ge­setzt wer­den (Brecht sagt: „Lenin sprach nicht nur ande­res als Bis­marck, son­dern er sprach auch anders.“)
Es wäre also not­wen­dig gewe­sen, das „klei­nere Übel“ tatsäch­lich gegen das „grö­ßere Übel“ (Nazis) zu stüt­zen – wie der Strick den Gehäng­ten (Lenin) –, aber ohne den „üblen“ Cha­rak­ter des ers­te­ren zu bestrei­ten und ohne auf eine Mas­sen­mo­bi­li­sie­rung von links gegen das „klei­nere Übel“ zu ver­zichten. Dies würde ein­schlie­ßen, auf par­la­men­ta­ri­scher Ebene bei Abstimmun­gen über Einzel­maßnahmen /​ ein­zelne Gesetze eine tole­rierte Regie­rung nur so­weit zu unter­stützen, wie sich diese tat­säch­lich von den Vor­schlä­gen des „grö­ße­ren Übels“ unter­schei­den.< <

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Noch einmal NRW: Vollwertige oder distanzierte Kooperation?

Im blog Lafon­tai­nes Linke heißt es:

„Defi­ni­tiv kein Gerücht ist indes­sen, dass die Links­par­tei es ablehnt, in NRW eine rot-​​grüne Min­der­heits­re­gie­rung zu tole­rie­ren. Was vor zwei Jah­ren in Hes­sen noch dis­ku­tiert und ver­sucht wurde, kommt offen­bar nicht mehr in Frage. Die Linke, jetzt in sie­ben west­deut­schen Land­ta­gen ver­tre­ten, besteht dar­auf, als voll­wer­ti­ger Part­ner akzep­tiert zu wer­den.“

Wie kann die Linke bean­spru­chen, als „voll­wer­ti­ger Part­ner akzep­tiert zu wer­den“, wenn sie doch in NRW bean­sprucht, eine grund­sätz­li­che Alter­na­tive dar­zu­stel­len?

Zwi­schen Par­teien, die den sta­tus quo ver­wal­ten, und einer Par­tei, die bean­sprucht, auch die Grund­la­gen des sta­tus quo in Frage zu stel­len, kann es keine „voll­wer­tige“ Par­te­rin­nen­schaft geben. Was es geben kann, ist eine Überein­stim­mung im Detail – und um die­ser Details wil­len mag (je nach his­to­ri­scher Kon­stel­la­tion) auch eine Koope­ra­tion gebo­ten sein. Im Inter­esse bei­der betei­lig­ten Sei­ten liegt es dann aller­dings, die im Grund­sätz­li­chen beste­hende Dis­tanz auch in der Form der Koope­ra­tion (vgl. dort) deut­lich zu machen.

Wenn Links­par­tei dage­gen darum buhlt, von Grü­nen und SPD als „voll­wer­ti­ger Part­ner akzep­tiert“ zu wer­den, dann zeigt dies, daß sie ent­we­der der Illu­sion anhängt, SPD und Grü­nen wür­den das glei­che Pro­jekt ver­fol­gen wie sie selbst, oder aber, daß sie den Anspruch, eine grund­sätz­li­che Alter­na­tive zu ver­kör­pern, zu Unrecht erhebt, und sie tat­säch­lich selbst das glei­che Pro­jekt wie SPD und Grüne ver­folgt – und die Dis­tanz nicht im Grund­sätz­li­chen, son­dern in den Details liegt.

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Verschiedene Geschmäcker

Inga Nitz und Ste­fan Lie­bich (Bun­des­spre­che­rIn­nen des Forums Demo­kra­ti­scher Sozia­lis­mus; letz­te­rer zugleich MdB der Links­par­tei; ers­tere zugleich Mit­glied der Bre­mer Bür­ger­schaft) einer­seits und die Sascha Sta­ni­cic von der SAV ande­rer­seits haben den Pro­gramm­ent­wurf der Links­par­tei gele­sen. Wie ver­schie­den doch die Geschmä­cker sein kön­nen:

„Neo­kom­mu­nis­tisch“?

„Bereits im ers­ten Absatz ist – zumin­dest miss­ver­ständ­lich – for­mu­liert, dass es zum Rin­gen um andere gesell­schaft­li­che Ver­hält­nisse eines ande­ren Wirtschafts-​​ und Gesell­schafts­mo­dells bedarf. Hier rela­ti­viert sich das gegen­wär­tige Enga­ge­ment gegen Armut, für Frie­den, gesell­schaft­li­che Teil­habe und mehr demo­kra­ti­sche Rechte bereits im dop­pel­ten Sinne, und zwar mit pro­ble­ma­ti­schen Kon­se­quen­zen. Ent­we­der wird die schritt­weise Ver­bes­se­rung nur als mar­gi­nale Vor­stufe zum eigent­li­chen Ziel unter­be­wer­tet oder es bedarf erst des ande­ren Gesell­schafts­sys­tems, um die Ziele über­haupt zu errei­chen. Die­ses – im Grunde neo­kom­mu­nis­ti­sche – Poli­tik­ver­ständ­nis fin­det sich an zahl­rei­chen Stel­len im Pro­gramm­ent­wurf wie­der. Da der Trans­for­ma­ti­ons­ge­danke unver­mit­telt dane­ben steht, bleibt ein Ein­druck man­geln­der Strin­genz. Bei nähe­rer Betrach­tung stellt man fest, dass die hier kri­ti­sierte Logik sogar die domi­nante ist, in deren Rah­men sich jen­seits refor­me­ri­scher Ein­schübe die ein­zel­nen Reform­pro­jekte ein-​​ und unter­ord­nen. In die­sem Rah­men sind die Reform­pro­jekte eben nicht zen­tra­ler Bestand­teil sozia­lis­ti­scher Poli­tik, son­dern blo­ßes Akti­ons­mo­ment neben den eigent­lich ange­streb­ten stra­te­gi­schen Sys­tem­ver­än­de­run­gen.“

Oder nicht mar­xis­tisch?

„Ins­ge­samt trägt das Pro­gramm einen links­re­for­mis­ti­schen Cha­rak­ter. Es for­mu­liert vage ein sozia­lis­ti­sches Ziel, ohne jedoch eine genaue­res Bild davon dar­zu­le­gen, was unter Sozia­lis­mus ver­stan­den wird und wie Sozia­lis­mus erreicht wer­den kann. Der Text stellt zwar die Behaup­tung auf, dass der Kampf für linke Reform­pro­jekte gleich­zei­tig für das sozia­lis­ti­sche Ziel wirkt. Tat­säch­lich bleibt er aber über­all, wo er kon­kret wird, im Rah­men der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise und des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems. Die von ihm auf­ge­stell­ten For­de­run­gen wer­den nicht ver­stan­den als Mit­tel zur Mobi­li­sie­rung der Arbei­ter­klasse für den Sturz des Kapi­ta­lis­mus, sie spren­gen nicht den kapi­ta­lis­ti­schen Rah­men, sind also keine Überg­angs­for­de­run­gen im mar­xis­ti­schen Sinne, […]“

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NRW-Wahl: Über Größenwahn und Illusionen

Die Frank­fur­ter Rund­schau berich­tet:

„Die Spit­zen­kan­di­da­tin der Lin­ken in Nordrhein-​​Westfalen, Bär­bel Beu­er­mann, hat dage­gen für ein rot-​​rot-​​grünes Bünd­nis gewor­ben. Ob es dazu komme, liege aber nicht an ihrer Par­tei, son­dern an der SPD und den Grü­nen, sagte Beu­er­mann am Mon­tag im ARD-​​ ‚Mor­gen­ma­ga­zin‘. ‚Unsere Tür ist offen für die Par­teien, die mit uns einen ganz kla­ren Poli­tik­wech­sel vor­an­brin­gen wol­len. Wir wer­den sehen, wer durch diese Tür tritt.‘
Nach Aus­sage ihres Bun­des­vor­sit­zen­den Oskar Lafon­taine wird sich die Linke in Nordrhein-​​Westfalen nicht auf eine Tole­rie­rung einer rot-​​grünen Min­der­heits­re­gie­rung ein­las­sen. Für Gesprä­che dar­über gebe es ‚keine seriöse Grund­lage‘, sagte er am Mon­tag vor einer Sit­zung des Par­tei­vor­stan­des in Ber­lin.“

einen ganz kla­ren Poli­tik­wech­sel“ – das zeugt ent­we­der von Grö­ßen­wahn oder von Illu­sio­nen.

► Das zeugt von Grö­ßen­wahn, falls dahin­ter die Ver­mu­tung steht, eine 5,6 Prozent-​​Partei (noch dazu ohne beglei­tende mas­sive außer­par­la­men­ta­ri­sche Mobi­li­sie­rung) könne zwei Par­teien (SPD und Grü­nen), die zusam­men unge­fähr neun­mal so stark sind, in ent­schei­den­den Fra­gen ihren Wil­len auf­zwin­gen.

► Oder es zeugt von Illu­sio­nen, falls dahin­ter die Ver­mu­tung steht, SPD und Grü­nen seien ohne­hin für einen „einen ganz kla­ren Poli­tik­wech­sel“ und die­ser müßte ihnen also gar nicht erst auf­ge­zwun­gen wer­den. – (Und was ist eigent­lich mit den Wäh­le­rIn­nen von SPD und Grü­nen? Falls die denn wenigs­tens für „einen ganz kla­ren Poli­tik­wech­sel“ wären, warum haben die dann die Par­teien gewählt, die sie gewählt haben?!)

‚Unse­riös‘ ist nicht (nur) eine Tole­rie­rung (das kommt dar­auf an, wel­che Form von Tole­rie­rung gemeint ist1), son­dern den Ein­druck zu erwe­cken, in Gesprä­chen mit SPD und Grü­nen könne über­haupt „ein ganz klare[r] Poli­tik­wech­sel“ auch nur ernst­haft zu Debatte ste­hen.

  1. Gegen eine Tole­rie­rung, die auf einem inhalt­lich aus­ge­han­del­ten Ver­trag beruht, spricht das Glei­che, wie gegen eine Koali­tion: Die Links­par­tei müßte das, was alles andere als „ein ganz klare[r] Poli­tik­wech­sel“ sein wird, als sol­chen oder zumin­dest als ‚guten Kom­pro­miß‘ loben und sich gebo­tene Kri­tik an einem etwai­gen Ver­hand­lungs­er­geb­nis ver­sa­gen müs­sen. Etwas ande­res wäre es, wenn die Links­par­tei ohne Schnü­ren eines inhalt­li­chen Gesamt­pa­ke­tes, das die Links­par­tei dann ins­ge­samt ver­tei­di­gen müßte, Rot-​​Grün in jedem Ein­zel­fall gegen etwaige noch schlim­mere Alter­na­ti­ven von CDU und FDP stüt­zen würde – aber sich die volle Frei­heit der Kri­tik am üblen Cha­rak­ter auch des klei­ne­ren Übels wah­ren würde.
    Falsch ist nicht, das klei­nere Übel gegen das grö­ßere Übel zu stüt­zen, son­dern das klei­nere Übel als das Gute aus­zu­ge­ben. [zurück]
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Revolutionäre Aktion Stuttgart: (Nicht) Wählen ändert nicht genug…

Von der Revo­lu­tio­nä­ren Aktion Stutt­gart wurde der fol­gende Text als Kom­men­tar zu dem Bei­trag Wel­che recht hat, hat recht: „Arbei­ter­macht“ con­tra „Gegen­stand­punkt“ gepos­tet. Die fett-​​ und kusiv-​​Setzungen der Zwi­schen­über­schrif­ten wurde von TaP hin­zu­ge­fügt.

Dis­kus­si­ons­pa­pier zur Nach­be­rei­tung der Gemein­de­rats­wah­len im Juni 2009 in Stutt­gart und zum Ver­hält­nis der revo­lu­tio­nä­ren Lin­ken zu Wah­len und Par­la­men­ta­ris­mus

Wir sind anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Linke aus ver­schie­de­nen Orga­ni­sie­run­gen in Stutt­gart und haben gemein­sam Ariane R. bei ihrer Kan­di­da­tur bei der letz­ten Gemein­de­rats­wahl unter­stützt und uns in die­sem Zusam­men­hang auch an ver­schie­de­nen wei­te­ren Akti­vi­tä­ten betei­ligt. Unsere Dis­kus­sio­nen und Erfah­run­gen dazu machen wir mit die­sem Papier zugäng­lich.
Nicht zuletzt die in den Wochen vor dem 27. Sep­tem­ber lau­fende Kam­pa­gne von den Grup­pen Liber­täre Initia­tive Stutt­gart (LIST), Liber­tä­res Bünd­nis Lud­wigs­burg (LB2) und Gegen­stand­punkt hat uns dazu bewo­gen die­ses Papier zu ver­öf­fent­li­chen. Unser Papier streift diese Kam­pa­gne ledig­lich, da es die Akti­vi­tä­ten rund um die Gemein­de­rats­wahl zum Schwer­punkt hat. Wir hal­ten es aber für geeig­net um gene­rell zu einer Debatte zu Wah­len und Par­la­men­ta­ris­mus bei­zu­tra­gen, die sich (not­wen­di­ger­weise) deut­lich über dem Niveau der Bei­träge befin­det, die dazu bis­her von den Grup­pen der Wahlboykott-​​Kampagne ver­öf­fent­licht wur­den.

I. Vor­be­mer­kun­gen

Da die Kan­di­da­tur einer kom­mu­nis­ti­schen Genos­sin aus der außer­par­la­men­ta­ri­schen Lin­ken auf der offe­nen Liste der Links­par­tei, sowie die Unter­stüt­zung auch der ande­ren Kan­di­da­tIn­nen wohl für am meis­ten Dis­kus­si­ons­be­darf sorgt, nimmt dies in die­sem Papier mehr Platz ein als andere Akti­vi­tä­ten.
Des­wei­te­ren ist zu erwäh­nen, dass wir nicht für alle im fol­gen­den dar­ge­stell­ten Akti­vi­tä­ten ver­ant­wort­lich sind, sich die ver­schie­de­nen Akti­vi­tä­ten aber ergänz­ten und die glei­chen Ansprü­che und Ziele hat­ten.

Die­ses Papier ver­steht sich nicht als abge­schlos­sene Posi­tio­nie­rung und hat nicht den Anspruch alle Fra­gen rund um das rich­tige Ver­hält­nis zur Links­par­tei, zu Mög­lich­kei­ten und Pro­ble­men von Kan­di­da­tu­ren revo­lu­tio­nä­rer Akti­vis­tIn­nen und zu effek­ti­ven anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Akti­vi­tä­ten in Zei­ten des Wahl­kamp­fes zu beant­wor­ten. Diese Fra­gen kön­nen erst nach wei­te­ren Dis­kus­sio­nen und ins­be­son­dere prak­ti­schen Erfah­run­gen umfas­send beant­wor­tet wer­den. Da es his­to­risch und inter­na­tio­nal kaum Situa­tio­nen gibt die mit der heu­ti­gen Lage in der BRD direkt ver­gleich­bar sind und daher auf nur wenige kon­krete Erfah­rungs­werte zurück­ge­grif­fen wer­den kann, befin­den wir uns prak­tisch noch im Anfangs­sta­dium der aktu­el­len Klä­rung die­ser Fra­gen. Die rich­ti­gen Ant­wor­ten sind zudem auch immer von sehr spe­zi­fi­schen kon­kre­ten Situa­tio­nen abhän­gig und nur in Grund­zü­gen all­ge­mein zu beant­wor­ten.
Die Grund­la­gen auf denen unsere Debat­ten zu die­ser The­ma­tik und unsere Pra­xis auf­bauen, müs­sen aller­dings mög­lichst klar umris­sen sein, was wir im fol­gen­den Kapi­tel (in der not­wen­di­gen Kürze) ver­su­chen wer­den.
Dog­ma­ti­sche und radi­ka­lis­ti­sche Phra­sen, die der Kom­ple­xi­tät und Dyna­mik des The­mas nicht gerecht wer­den, brin­gen keine Klar­heit, son­dern die­nen ledig­lich der eige­nen Selbst­sti­li­sie­rung – die Ein­gangs erwähnte Kam­pa­gne zur Bun­des­tags­wahl lie­fert hier­für ein ein­drück­li­ches Bei­spiel.

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Welche recht hat, hat recht: „Arbeitermacht“ contra „Gegenstandpunkt“

http://​www​.arbei​ter​macht​.de/​i​n​f​o​m​a​i​l​/​4​4​7​/​g​e​g​e​n​s​t​a​n​d​p​u​n​k​t.htm

Gegen wen steht der GEGEN­STAND­PUNKT?

Karl Olben, Info­mail 447, 28. Sep­tem­ber 2009

Unter dem Motto „Die Linke wäh­len – eine geeig­nete Alter­na­tive?“ ver­an­stal­tete die Liber­täre Initia­tive Stutt­gart kurz vor der Wahl eine Podi­ums­dis­kus­sion. Rund 60 Leute kamen und für die Mehr­zahl die­ser war ganz offen­kun­dig die Wahl der Links­par­tei keine Option. Wozu aller­dings die Wahl der Links­par­tei eine Alter­na­tive sein sollte bzw. was denn die Alter­na­tive zur Wahl der Links­par­tei sein könnte, blieb weit­ge­hend im Dun­keln.

So ver­zich­te­ten die Ver­an­stal­te­rIn­nen auf eine eigene Stel­lung­nahme. Es wurde völ­lig akzep­tiert, als der Spre­cher von Versus/​GEGENSTANDPUNKT expli­zit auf die Frage nach sei­ner Alter­na­tive ant­wor­tete, dass dies ja nicht Thema des Abends sei.

So spielte die Krise des Kapi­ta­lis­mus, die anste­hen­den Angriffe auf die Lebens-​​ und Arbeits­be­din­gun­gen und die ent­spre­chen­den Auf­ga­ben der poli­ti­schen Lin­ken kaum eine Rolle.

Der Spre­cher der Links­par­tei benannte diese Pro­bleme zwar, erklärte die Posi­tion sei­ner Par­tei dazu, konnte aber – klas­sisch refor­mis­tisch – nicht im Ansatz erklä­ren, wie die Wahl der Links­par­tei mit einer anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Stra­te­gie ver­bun­den wer­den könnte. Damit wurde er ein leich­tes Opfer für die Ver­tre­te­rIn­nen des GEGEN­STAND­PUNKTS, die ele­gant bewie­sen, dass die Par­tei DIE LINKE sys­te­mer­hal­tend sei. Aber dabei blie­ben sie nicht ste­hen; für sie ist jeder Kampf gegen Angriffe oder für Ver­bes­se­run­gen pro-​​kapitalistisch, z.B. für Min­dest­löhne oder gegen den Afgha­nis­tan­krieg.

„Hartz IV? Wer den Kapi­ta­lis­mus nicht rich­tig kri­ti­sie­ren kann, braucht gar nicht erst anzu­fan­gen zu kämp­fen.“ So ihr Spre­cher auf dem Podium. Die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik kommt noch schein­bar mar­xis­tisch daher, als Aus­beu­tungs­ob­jekt exis­tiert die Arbei­ter­klasse auch für den GEGEN­STAND­PUNKT. Für ihre Inter­es­sen zu kämp­fen, das aber hat sie sein zu las­sen, solange sie es nicht so tut, wie es den Lehr­meis­tern des GEGEN­STAND­PUNKT gefällt.

Dabei haben diese Damen und Her­ren aber kei­ner­lei eigene Vor­schläge, ihre Kri­tik – die im Ein­zel­fall rich­tig sein kann – bleibt somit rein destruk­tiv. Logi­scher­weise inter­es­sie­ren diese Leute der reale Klas­sen­kampf, die aktu­el­len Kampf­ziele der Arbei­ter­klasse wie auch jene der Bour­geoi­sie über­haupt nicht. Tak­ti­ken und Stra­te­gien sind ihnen unbe­kannt. Geschichte ist Geschichte von Klas­sen­kämp­fen – nicht für die Ideo­lo­gen des GEGEN­STAND­PUNKT.

Für viele Teil­neh­me­rIn­nen die­ser denk­wür­di­gen Podi­ums­dis­kus­sion – ver­mut­lich aus dem anar­chis­ti­schen und auto­no­men Milieu – ist diese Posi­tion sicher eine prima Recht­fer­ti­gung, sich auch wei­ter nur um die eigene Befind­lich­keit zu küm­mern und mög­lichst wenig Berüh­rung mit Poli­tik zu haben. Sie spen­de­ten hef­ti­gen Bei­fall für den GEGEN­STAND­PUNKT. Die Ver­an­stal­ter, die ihrer­seits durch­aus als Antifa und Mit­ver­an­stal­ter der Revo­lu­tio­nä­ren 1.Mai – Demo aktiv sind, müs­sen sich über­le­gen, ob sie nicht selbst ihre Posi­tio­nen pro­gram­ma­tisch erar­bei­ten müs­sen, die sicher eher auf der Linie „Klas­sen­kampf statt Wahl­kampf“ lie­gen, als dem GEGEN­STAND­PUNKT das Feld zu über­las­sen.

[…]. Gerade in Stutt­gart ist mit dem loka­len Bünd­nis „Kri­sen­pro­test“ mit 34 Orga­ni­sa­tio­nen der Lin­ken ein­schließ­lich zweier Gewerk­schaf­ten ein wich­ti­ger Schritt in diese Rich­tung gelun­gen. Der GEGEN­STAND­PUNKT hält sich aus die­sem Kampf nicht nur her­aus, er ist im Klas­sen­kampf nicht nur neu­tral (was so viel heißt wie nicht auf Sei­ten der Arbei­ter­klasse) – er steht mit sei­ner Pro­pa­ganda gegen den Kampf objek­tiv auf der ande­ren Seite der Bar­ri­kade!

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