Tag-Archiv für 'interventionistische-linke'

Vom Pläne schmieden zur revolutionären Organisierung?

Von sys­tem­crash (siehe 1 und 2) und mir ist heute bei linksunten.indymedia ein neuer Text erschei­nen:

Was wäre dann bes­ser … -
…wenn es einen ‚Block revo­lu­tio­nä­rer Grup­pen’ gäbe?

Bild der ersten Seite des Textes

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​6​6242/

und

bei der LL-​​Demo am 10.01. hat­ten wir bereits ein Flugi ver­teilt, das auch von trend. Online­zei­tung ver­öf­fent­licht wurde:

Seite 1 des Flugblatts http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​1​1​6​/​t​5​6​0​1​1​6​.html

PS.:

Für das trend-Jubiläums-​​Wochenende vom 29. – 31.01 ist jetzt auch das „Basis­pa­pier“ zum Bei­trag von Guen­ther Sand­le­ben online:

Aktu­elle Konjunktur-​​ und Kri­sen­theo­rien – ein kri­ti­scher Über­blick

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​1​2​1​5​/​2​0​J​a​h​r​e​T​R​E​N​D​0​2​.html

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Noch ein ‚Note 2+-Text‘ ;): „Let’s choose communism“

I. Nach­dem ich ja schon von dem Inter­view, das ich mir im frü­he­ren Teil der heu­ti­gen Nacht ange­hört hatte, ziem­lich ange­tan war, habe ich nun auch noch einen Text (1 und 2) der Düs­sel­dor­fer IL-​​Gruppe (See red!) gele­sen. Den finde ich eben­falls rich­tig gut – und vor allem läßt er sich (anders als das Inter­view) ohne Tran­skrip­tion ein­fach per copy & paste zitie­ren: :) (mehr…)

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Noch einmal zur Kritik des „Verrats“-Begriffs

Ich hatte ges­tern die Ver­wen­dung des „Verrats“-Begriffs durch die Liga für die 5. Inter­na­tio­nale (L5I – in Deutsch­land: Gruppe Arbei­ter­macht [GAM]) in Bezug auf die aktu­elle Poli­tik der grie­chi­schen Regie­rungs­par­tei SYRIZA kri­ti­siert. Heute wirft sich nun das Lower Class Maga­zine (LCM) – in Kri­tik an Posi­tio­nen aus dem IL/​-​​Block­upy-Spek­trumfür den Verrats-​​Begriff in die Bre­sche:

In Grie­chen­land wie im Rest der EU nen­nen viele Linke das Vor­ge­hen von Syriza ‚Ver­rat‘. Anders sieht das der ‚Akti­vist und Phi­lo­soph‘ Tho­mas Sei­bert in einer ges­tern erschie­ne­nen Ver­tei­di­gungs­schrift für Tsi­pras im Neuen Deutsch­land. Er meint: ‚Das Verrats-​​Krakeele ist vor die­sem Hin­ter­grund eine unge­heu­er­li­che Anma­ßung, ebenso lächer­lich wie wider­wär­tig.‘ Kon­rad Duden könnte ihn eines bes­se­ren Beleh­ren. Ver­rat bedeu­tet im Deut­schen ‚Bruch eines Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses, Zer­stö­rung des Ver­trau­ens durch eine Hand­lungs­weise, mit der jemand hin­ter­gan­gen, getäuscht, betro­gen o. Ä. wird, durch Preis­gabe einer Per­son oder Sache.‘ Die Sache, die preis­ge­ge­ben wurde, ist das Pro­gramm der Par­tei Syriza, um das herum sich die Akti­vis­tIn­nen die­ser Par­tei orga­ni­sier­ten, und wegen des­sen die­ser Par­tei im par­la­men­ta­ri­schen Wahl­spek­ta­kel Men­schen ihre Stimme gaben.
Dass Syriza ihr Pro­gramm und ihre Ver­spre­chen preis­ge­ge­ben hat, daran kann keine halb­wegs nüch­terne Beob­ach­te­rin zwei­feln. Wofür Sei­bert argu­men­tiert, ohne es zu wis­sen, ist nicht, dass es sich nicht um Ver­rat – oder nen­nen wir es neu­tra­ler: die völ­lige Preis­gabe der eige­nen Pro­gram­ma­tik und Wahl­ver­spre­chen – han­delt. Er argu­men­tiert, ähnlich wie ein zum glei­chen Zeit­punkt erschie­ne­nes Papier einer Blockupy-​​Delegation viel­mehr, dass die­ser Ver­rat das ‚klei­nere Übel‘ zum Abbruch der Ver­hand­lun­gen und zum Aus­tritt aus EU und Euro-​​Zone wäre und es für die grie­chi­sche Links­par­tei keine Alter­na­tive zum Ver­rat gab.

Ohne mei­ner­seits die bei­den vom LCM kri­ti­sier­ten Texte voll­stän­dig rich­tig zu fin­den (den Seibert-​​Text habe ich bis­her nicht ein­mal gele­sen) – und zumal ohne die grund­sätz­li­che Blockupy/​IL-​​Linie rich­tig zu fin­den (s. z.B. 1 und 2) –, möchte ich doch fol­gende Anti-​​Kritik gegen die LCM-​​Argumentation vor­brin­gen:

1. Sprach­lich, da auch das Maga­zin der nie­de­ren Klas­sen den Duden liest:

Der Duden schreibt zutref­fen­der­weise nicht, daß „Ver­rat“ „Preis­gabe einer Per­son oder Sache“ bedeute – wie aber das LCM sug­ge­riert -. Viel­mehr schreibt der Duden, daß „Ver­rat“ fol­gen­des bedeu­ten kann: „Zer­stö­rung des Ver­trau­ens durch eine Hand­lungs­weise, mit der jemand hin­ter­gan­gen, getäuscht, betro­gen o. Ä. wird, durch Preis­gabe einer Per­son oder Sache“.

Die Preis­gabe ist also nicht der Ver­rat selbst, son­dern nur der Modus (die Art und Weise), in dem der Ver­rat erfolgt. Das Wich­tige (das Defi­ni­ti­ons­merk­mal) ist das Hin­ter­ge­hen von Ver­trauen, ein Betrü­gen bzw. Täu­schen. Oder anders gesagt: Ein Preis­ge­ben aus Schwä­che oder Man­gel an Analyse/​Einsicht ist kein Ver­rat.

Nun gibt SYRIZA zwar in der Tat gerade einen erheb­li­chen Teil (näm­lich den keyne­sia­ni­schen) ihrer Pro­gram­ma­tik auf. – Aller­dings war von Anfang bekannt, daß die SYRIZA-​​Programmatik auch noch einen ande­ren Teil hat – näm­lich unbe­dingt zur land­läu­fig (und häu­fig auch von SYRIZA-​​PolitikerInnen) „Europa“ genann­ten neo­li­be­ra­len EU und Euro­zone gehö­ren zu wol­len. Und von einem Groß­teil ihrer Wäh­le­rIn­nen ist SYRIZA gerade des­halb gewählt wor­den.

Hier wurde also nie­mand getäuscht, son­dern der Wider­spruch lag offen auf dem Tisch. Und wer den Wider­spruch nicht gese­hen hatte, wurde nicht betro­gen, son­dern war igno­rant oder hatte Illu­sio­nen.

2. Dialektisch-​​materialistisch, da ein klei­ner Teil der nie­de­ren Klas­sen nicht nur den Duden, son­dern auch Karl Marx und ein noch klei­ne­rer Teil sogar Lenin liest:

Karl Marx schrieb in sei­ner – Das Elend der Phi­lo­so­phie (gemeint war die Phi­lo­so­phie des Anar­chis­ten Proud­hon) beti­tel­ten – Schrift:

„Für Herrn Proud­hon hat jede ökono­mi­sche Kate­go­rie zwei Sei­ten, eine gute und eine schlechte. Er betrach­tet die Kate­go­rien, wie der Spieß­bür­ger die gro­ßen Män­ner der Geschichte betrach­tet: Napo­leon ist ein gro­ßer Mann, er hat viel Gutes getan, er hat auch viel Schlech­tes getan. [….]. Zu lösen­des Pro­blem: Die gute Seite bewah­ren und die schlechte besei­ti­gen.“ (MEW 4, 125; vgl. auch LW 20, 19; 39, 96)

‚Das Gute‘ an SYRIZA war also ihr Keyne­sia­nis­mus und ‚das Schlechte‘ an SYRIZA ist also ihr Fest­hal­ten an der neo­li­be­ra­len EU/​Eurozone. Das LCM meint, beide Sei­ten des glei­chen Phä­no­mens SYRIZA aus­ein­an­derrei­ßen zu kön­nen – und des­halb vom „Ver­rat“ durch SYRIZA spre­chen zu kön­nen, wohl sie doch gerade stand­haft an ihrer Prä­fe­renz für die (de facto neo­li­be­rale) EU/​Eurozone fest­hält.

Was wir gerade erle­ben, ist kein Ver­rat von SYRIZA an ihrer Pro­gram­ma­tik und ihren Wäh­le­rIn­nen, son­dern die Ent­wick­lung eines inne­ren Wider­spruchs (in die­sem Fall des inne­ren Wider­spruchs von SYRIZA und ihrer Anhän­ge­rIn­nen); das, was Lenin die „Quelle“, die „trei­bende Kraft“ der geschicht­li­chen „Bewe­gung“ nannte:

„Im eigent­li­chen Sinne ist die Dia­lek­tik die Erfor­schung des Wider­spruchs im Wesen der Dinge selbst“

„Die bei­den grund­le­gen­den […] Kon­zep­tio­nen der Ent­wick­lung […] sind: Ent­wick­lung als Abnahme und Zunahme, als Wie­der­ho­lung, und Ent­wick­lung als Ein­heit der Gegen­sätze (Spal­tung des Ein­heit­li­chen in ein­an­der­aus­schlie­ßende Gegen­sätze und das Wech­sel­ver­hält­nis zwi­schen ihnen). Bei der ers­ten Kon­zep­tion der Bewe­gung bleibt die Selbstbewe­gung, ihre trei­bende Kraft, ihre Quelle, ihr Motiv im Dun­kel (oder diese Quelle wird nach außen ver­legt – Gott, Sub­jekt etc.). Bei der zwei­ten Kon­zep­tion rich­tet sich die Haupt­auf­merk­sam­keit gerade auf die Erkennt­nis der Quelle der ‚Selbst‘bewe­gung.“

(LW 38, 240, 239)

Das LCM, die GAM und alle ande­ren, die SYRIZA gerade „Ver­rat“ vor­wer­fen, ver­le­gen die Quelle der geschicht­li­chen Ent­wick­lung in ein quasi-​​göttliches Sub­jekt Tsi­pras statt die inne­ren Wider­sprü­che von SYRIZA zu unter­su­chen. – Den „nie­de­ren Klas­sen“ ist damit nichts Gutes getan.

PS.:

1. Das Vor­ste­hende heißt nicht, daß ich rich­tig fin­den würde, zu dem heute mor­gen in Brüs­sel Ver­ein­bar­ten „Ja“ zu sagen. Es heißt viel­mehr, daß ich es für not­wen­dig halte, es anders als mit einer Verrats-​​Hypothese zu erklä­ren, warum viele (ver­mut­lich: die aller­meis­ten) in SYRIZA für not­wen­dig (genauer: unver­meid­lich!) hal­ten, dem heute mor­gen Ver­ein­bar­ten zuzu­stim­men.

2. Ich sage aber auch nicht, daß es sinn­voll wäre, wenn SYRIZA hier und heute als Regie­rungs­par­tei die Ver­ein­ba­rung von heute mor­gen ableh­nen und ein Aus­schei­den aus der Euro­zone betreiben/​hinnehmen würde. – Egal, ob inner­halb oder außer­halb der Euro­zone – solange sich das glo­bale Kräf­te­ver­hält­nis nicht ändert (nicht ändern läßt [!], weil ‚wir‘ – wer die­ses ‚wir‘ auch immer genau sein mag – zu schwach sind), gibt es für die Mas­sen in Grie­chen­land weder mit dem einen noch mit dem ande­ren Weg rosige Aus­sich­ten.

3. Wenn Geschichte nach dem Prin­zip ‚Wünsch Dir was…‘ lau­fen würde, würde ich mir wün­schen, daß SYRIZA die grie­chi­sche Regie­rung ver­läßt (in die sie m.E. auch aus ihrem eige­nen Inter­esse als linkssozialdemokratisch-​​keynesianistischer 35 %-Par­tei unter den Bedin­gun­gen der mas­si­ven glo­ba­len neo­li­be­ra­len Hege­mo­nie nie­mals hätte ein­tre­ten sol­len) und als Oppo­si­ti­ons­par­tei die heute mor­gen getrof­fene Ver­ein­ba­rung bekämpft. – Nur wird das nicht statt­fin­den, weil die Geschichte eben nicht nach dem Prin­zip ‚TaP wünscht sich was…‘ läuft.

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Audio-Mitschnitt meines Vortrages von vor 2 Wochen zu Marxismus/Feminismus

Die Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive (RPB) hat einen Mit­schnitt mei­nes Vor­tra­ges von vor 2 Wochen zum Ver­hält­nis von Mar­xis­mus und Femi­nis­mus online gestellt:

http://​www​.per​spek​tive​.nostate​.net/480

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Zum Stand der Organisierungs- und Programmdebatte

Ende März hatte die Sozia­lis­ti­sche Initia­tive Ber­lin (damals noch mit dem Zusatz: „-Schö­ne­berg“) mit ihrem Papier „Neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion? Neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion? Na end­lich!“ eine – auch hier schon öfters Thema gewe­sene – Programm-​​ und Orga­ni­sie­rungs­de­batte aus­ge­löst. Mitt­ler­weile hat die Debatte – ins­be­son­dere durch die Bei­träge des Krei­ses der Auto­rIn­nen eines „Bochu­mer Programm“-Entwurfes – deut­lich an Fahrt auf­ge­nom­men.
Strit­tig ist im Moment ins­be­son­dere, ob das Kon­zept des „revo­lu­tio­nä­ren Bruchs“ tat­säch­lich zur Grund­lage der Arbeit der even­tu­ell zu grün­den­den Orga­ni­sa­tion gemacht wer­den soll (wie in dem „Na endlich“-Papier vor­ge­schla­gen und sogar als „unver­han­del­bar“ bezeich­net wurde) oder ob die Orga­ni­sa­tion auch für gra­dua­lis­ti­sche Kon­zep­tio­nen, die eine schritt­weise Ände­rung der Gesell­schafts­struk­tur ohne revo­lu­tio­nä­ren Bruch anstre­ben, offen sein soll, und ob das „Bochu­mer Pro­gramm“ in die zweit­ge­nannte Kate­go­rie fällt.

Meine letz­ten Bei­träge zu die­sem Thema fin­den sich dort:

und

sowie
schon etwas älter:

Außer­dem gibt es eine Über­sicht über die­ses und 19 wei­tere The­men, die bis­her strit­tig dis­ku­tiert wur­den und wei­ter dis­ku­tiert wer­den sol­len:

.

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Zehn Punkte, über die wir diskutieren sollten

Noch ein­mal zum Thema Neue Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche /​ Revo­lu­tio­näre Orga­ni­sa­tion

Mein so beti­tel­tes Dis­kus­si­ons­pa­pier erschien ges­tern in „trend. online­zei­tung“ 6/​2011:

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​6​1​1​/​t​0​3​0​6​1​1​.html.

Inhalts­ver­zeich­nis:

1. Warum „Orga­ni­sa­tion“?

2. Nur anti­ka­pi­ta­lis­tisch? Oder all­ge­mein revo­lu­tio­när? (Zum Ver­hält­nis von Kapi­ta­lis­mus, Patri­ar­chat und Ras­sis­mus)

3. Ver­hält­nis zu beste­hen­den lin­ken Orga­ni­sa­tio­nen

    a) Links­par­tei
    b) DKP, MLPD u.a.
    c) SPD, Grüne
    d) Akti­ons­ein­heit – Ein­heits­front

4. Wer/​welche soll/​en mit­ma­chen?

    a) Aus dem femi­nis­ti­schen Spek­trum
    b) Aus dem Bereich anti­ras­sis­ti­scher sowie migran­ti­scher und Flüchtlings-​​Organisierung
    c) Aus dem trotz­kis­ti­schen Bereich
    d) Aus dem Bereich der (post-)autonomen, (post-)antiimperialistischen Szene
    e) Grup­pen, die in Tra­di­tion der sog. „rech­ten“ Oppo­si­tion gegen die „Sozialfaschismus“-These der Kom­In­tern ste­hen
    f) Linkspartei-​​KritikerInnen, insb. aus dem ehe­ma­li­gen WSAG-​​Spektrum
    g) Reste der mao­is­ti­schen ML-​​Bewegung

5. Für eine Orga­ni­sa­tion von Revo­lu­tio­nä­rIn­nen? Oder für eine gemein­same Orga­ni­sa­tion von RadikalreformerInnen/​GradualistInnen und Revo­lu­tio­nä­rIn­nen? (Ver­hält­nis zu IL und isl)

6. Revo­lu­tio­när oder spe­zi­ell mar­xis­tisch? /​ Ver­hält­nis zum Anar­chis­mus

7. Zu Lage­ana­lyse und Stra­te­gie

    a) Wes­sen Krise?
    b) Kein zurück zum For­dis­mus! – Vor­wärts zum Sozia­lis­mus jetzt?!
    c) Die Volks­be­we­gun­gen im Mit­tel­meer­raum
    d) Zum Pro­blem der ökono­mi­schen und poli­ti­schen Spal­tung der Lohn­ab­hän­gi­gen

8. Reiz­wör­ter und Reiz­the­men

    a) „Anti­deut­sche“ – „Anti­im­pe­ria­lis­ten“
    b) Sta­lin
    c) Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats
    d) Avant­garde
    e) Demo­kra­ti­scher Zen­tra­lis­mus
    f) Gewalt­frage
    g) Kopf­tuch

9. Aktive Mit­ar­beit /​ Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren /​ Arbeits­weise

    a) AktivistInnen-​​ oder Karteileichen-​​Organisation?
    b) Das Pri­vate ist poli­tisch: Orga­ni­sa­tion – Szene/​Milieu – Bewe­gung
    c) Nicht-​​klandestin oder halb-​​klandestin
    d) Inner-​​organisatorische Demo­kra­tie

10. Zum wei­te­ren Vor­ge­hen

Zitat aus dem Text:

„Im Gegen­satz zu gewis­sen ‚stil-​​diktierenden’ Ten­den­zen (der berühmte ‚pro­le­ta­ri­sche’ Kurz­haar­schnitt im Ggs. zu den lan­gen Hippie-​​Haaren, teil­weise wohl auch Ver­bot von partei-​​externen Lie­bes­be­zie­hun­gen usw.) bei den K-​​Gruppen der 70er Jah­ren soll­ten zwar Frei­zeit, Woh­nen usw. von orga­ni­sier­ter Pra­xis unter­schie­den wer­den. Auch hin­sicht­lich des poli­ti­schen Ver­hal­tens am Arbeits­platz, von dem die Exis­tenz­si­che­rung abhängt, sollte nichts Unmög­li­ches ver­langt wer­den. Die poli­ti­sche Linie einer Orga­ni­sa­tion muß immer auch die per­sön­li­chen Kräfte und Mög­lich­kei­ten der ein­zel­nen Mit­glie­der in Rech­nung stel­len.
Aber: Das heißt nicht, daß Leben, Arbeit und Poli­tik von ein­an­der getrennt sind; auch Leben und Arbei­ten, ‚das Pri­vate’ – wie die Frau­en­be­we­gung und viele andere 68er sag­ten –, sind poli­tisch. M.E. gibt es keine revo­lu­tio­näre Pra­xis, die hin­ter diese Ein­sicht zurück­fällt.“

Vgl. dazu ergän­zend:
http://​ent​ding​li​chung​.word​press​.com/​2​0​1​0​/​1​0​/​1​2​/​k​o​m​m​u​n​i​s​t​i​s​c​h​e​-​p​a​r​t​e​i​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​s​m​a​r​x​i​s​t​e​n​-​l​e​n​i​n​i​s​t​e​n​-​k​p​d​m​l​-​s​i​n​d​-​l​a​n​g​e​-​h​a​a​r​e​-​f​o​r​t​s​c​h​r​i​t​t​l​i​c​h​-​1974/.

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„Ich sag‘, wie’s ist!“-Papier und Interventionistische Linke

Ich hatte kürz­lich eine .pdf-​​Bild-​​Datei des Szene-​​Klassikers „Ich sag‘, wie’s ist!“, der 1988 in den inte­rim Nr. 26, 27 und 28 erschien, online gestellt und dabei die Hoff­nung aus­ge­drückt, daß sich viel­leicht jemandE die Mühe macht, die Datei OCR zu behan­deln und Kor­rek­tur zu lesen. Tat­säch­lich bekam ich am Wochen­ende eine word-Datei im erst­klas­si­gen Zustand zuge­schickt. Vie­len Dank!

Ich habe die Datei nun mei­ner­seits noch ein­mal am Bild­schirm Kor­rek­tur gele­sen (aber nicht Zeile für Zeile mit dem Ori­gi­nal ver­glei­chen) und dabei
++ noch die Sei­ten­zah­len der Erst­ver­öf­fent­li­chung ein­ge­fügt (der Text selbst war mit durch­ge­hen­der Sei­ten­zäh­lung über alle drei Teile hin­weg ver­se­hen, wäh­rend die inte­rim-Hefte keine eigene Sei­ten­zäh­lung hat­ten)
++ eine hand­voll ver­blie­be­ner Scan­feh­ler ent­deckt und besei­tigt
und
++ – im Inter­esse der bes­se­ren Les­bar­keit – eben­falls unge­fähr eine hand­voll Feh­ler, die bereits im Ori­gi­nal ent­hal­ten waren, kor­ri­giert.1
Die Bebil­de­rung des Ori­gi­nals ist der Ein­fach­heit hal­ber nicht in die Text­da­tei über­nom­men. Das Ergeb­nis fin­det Ihr hier – jetzt als .pdf-​​Text-​​Datei.

Die Zusen­dung wurde mit der Anre­gung ver­bun­den, auf dem Blog eine Dis­kus­sion dar­über anzu­stos­sen, ob a) die von den Auto­rIn­nen des „Ich sag‘, wie’s ist!“-Papieres gefor­derte fes­tere Orga­ni­sie­rung über­haupt der rich­tige Weg ist und b) ob die Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke per­spek­ti­visch diese Orga­ni­sie­rung dar­stel­len kann.

Uff. Ich will es ver­su­chen – ob dar­aus etwas wird, hängt dann aller­dings von den Lese­rIn­nen ab:

zu a): Ich würde den Auto­rIn­nen im Kern Recht geben – auch wenn die Begriff­lich­keit von „Kader­or­ga­ni­sa­tion“, „demo­kra­ti­scher Zen­tra­lis­mus“, „Zel­len­prin­zip“ und „Avant­gar­de­an­spruch“ schon damals – und heute erst recht – einen etwas alt­ba­cke­nen Klang hat(te). Mit der ange­ra­te­nen sprach­li­chen Moder­ni­sie­rung würde ich sagen: Auch heute ist eine Orga­ni­sa­tion zumin­dest poten­ti­ell poli­tisch wirk­sa­mer als bloße auto­nome Klein­grup­pen. Sie kann – (eine ent­spre­chende Pra­xis vor­aus­ge­setzt) Wirk­sam­keits­gren­zen über­schrei­ten, die Klein­grup­pen oder spon­tane Bewe­gun­gen per se (auch bei der bes­ten Pra­xis) nicht über­schrei­ten kön­nen. Eine kol­lek­tive, überg­rei­fende und kon­ti­nu­ier­li­che Wei­ter­ent­wick­lung von theo­re­ti­scher und poli­ti­scher Pra­xis beinhal­tet die Chance, zu bes­se­ren Ergeb­nis­sen zu kom­men. Dies zu errei­chen, sollte in der Tat der Anspruch einer sol­chen Orga­ni­sa­tion sein – und damit ist dann auch ver­bun­den, in Bewe­gun­gen nicht ein­fach nur mit­zu­schwim­men, son­dern zu ver­su­chen, ori­en­tie­rend zu wir­ken. Ob der­ar­tige Vor­schläge dann auch akzep­tiert wer­den – ob also die prä­ten­dierte Avant­garde auch tat­säch­lich Avant­garde ist –, steht dann aller­dings auf einem ande­ren Blatt (wie in dem doku­men­tier­ten Text auch schon erkannt wurde). Und eine sol­che Orga­ni­sa­tion bedarf auch demo­kra­tisch struk­tu­rier­ter ver­bind­li­cher Ent­schei­dungs­fin­dung.

zu b): Diese Frage zu beant­wor­ten, fällt mir deut­lich schwe­rer. Da ich mich die letz­ten Jahre über­wie­gend im Aus­land auf­ge­hal­ten habe, habe ich von IL in ers­ter Linie das mit bekom­men, was im ak steht (und auch davon eher nur den klei­ne­ren Teil gele­sen) und das Hick­hack um die – auch m.E. stark ver­un­glückte – Pres­se­ar­beit nach der Anti-​​G8-​​Demo in Ros­tock.
Auf die­ser völ­lig unzu­rei­chend Infor­ma­ti­ons­grund­lage will ich – aus­ge­hend von dem Anfang des „Ich sag‘, wie’s ist!“-Textes – trotz­dem mal ver­su­chen, eine These zur gewünsch­ten Dis­kus­si­ons­an­re­gung zu for­mu­lie­ren:
Das doku­men­tierte Papier beginnt wie folgt: „Wir, aus der auto­no­men und anti­im­pe­ria­lis­ti­schen Szene kom­mend, haben die­ses Papier geschrie­ben, um eine grund­sätz­li­che poli­ti­sche Dis­kus­sion zu füh­ren. Wir sind näm­lich der Ansicht, daß unsere eigene poli­ti­sche Arbeit und die der Szene von einer Reihe von Feh­lern, Schwä­chen und Lücken gekenn­zeich­net war und ist. Diese müs­sen drin­gend über­wun­den wer­den, wenn wir hier eine wirk­same revo­lu­tio­näre Bewe­gung auf­bauen wol­len. Es han­delt sich um den feh­len­den Klas­sen­stand­punkt, mili­ta­ris­ti­sche Ten­den­zen, Ghetto-​​Mentalität, frei­wil­lige Des­or­ga­ni­sa­tion, zu kur­zes und inkon­se­quen­tes poli­ti­sches Den­ken und eine weit­ge­hende Igno­ranz gegen­über dem Marxismus-​​Leninismus.“
Mir scheint, die IL bemüht sich am effek­tivs­ten um Über­win­dung von „militaristische[n] Ten­den­zen, Ghetto-​​Mentalität“ und „freiwillige[r] Des­or­ga­ni­sa­tion“. Der Anspruch, eine „revo­lu­tio­näre Bewe­gung auf­bauen [zu] wol­len“, ein „Klas­sen­stand­punkt“ und der „Marxismus-​​Leninismus“ ist dage­gen bei der IL für mich deut­lich weni­ger zu erken­nen.
Nun ist es um den – von Sta­lin, wenn nicht erfun­de­nen, so doch maß­geb­lich ver­brei­te­ten – Aus­druck „Marxismus-​​Leninismus“ und zumal um die von Sta­lin dem Aus­druck beige­leg­ten Inhalte (um die ging es auch den Papier-​​AutorInnen wohl nicht) nicht beson­ders schade. Und auch zum „Klas­sen­stand­punkt“ wären zahl­rei­che kom­pli­zie­rende Anmer­kun­gen zu machen. – Nur scheint mir, daß all­das von der IL unkri­ti­siert und ersatz­los ein­fach fal­len gelas­sen wird – wie sich auch in dem ziem­lich unspe­zi­fi­schen Namen (Inter­ven­tion. Ja, aber wofür?) aus­drückt.
Also: Mir fällt es – abge­se­hen davon, NSB-​​/​NGO-​​näher zu sein und sein zu wol­len, als die auto­nome Szene – schwer, eine poli­ti­sche Linie zu erken­nen. Der Inter­ven­tio­nis­mus des Kom­mu­nis­ti­schen Bun­des (KB) der 70er und 80er Jahre bspw. in die Anti-​​AKW-​​Bewegung oder den grü­nen Par­tei­bil­dungs­pro­zeß war da schon spe­zi­fi­scher.
Oder noch mal anders gesagt: „Mili­ta­ris­mus“ weg, ohne daß statt des­sen beson­ders viel inhalt­li­che But­ter bei Fische dazu­kommt – das erweckt bei mir den Ein­druck von ‚Ent­ra­di­ka­li­sie­rung‘, die von den Auto­rIn­nen des 1988er Papie­res ver­mut­lich nicht inten­diert war.

Erin­nert sei in dem Zusam­men­hang noch ein­mal an den Auto­no­men Kon­gress, der vom 8. – 11.10. in Ham­burg statt­fin­den wird, (1, 2 3, 4)
und meine Rezen­sion der Orga­ni­sie­rungs­de­batte in der radi­kal:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​2​5​/​r​a​d​i​k​a​l​-​i​n​t​e​r​v​i​e​w​-​m​i​t​-​d​e​r​-​m​i​l​i​t​a​n​t​e​n​-​g​r​u​p​p​e​-​z​u​-​o​r​g​a​n​i​s​i​e​r​u​n​g​-​d​e​s​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​e​n​-​w​i​d​e​r​s​t​a​n​d​e​s​-​t​e​i​l​-​i​v​-​d​e​r​-​r​e​z​e​n​s​i​o​n​-​z​u​-​r​a​d​i​k​a​l​-​n​r​-161/
und
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​7​/​a​u​f​-​p​a​p​i​e​r​-​g​e​l​e​s​e​n​-​r​a​d​i​k​a​l​-​n​r​-​1​6​1​-t_i/
sowie diese Kommentar-​​Diskussion:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​9​/​2​7​/​w​a​s​-​w​a​e​h​l​e​n​-​t​e​i​l​-​i​v​-​e​i​n​-​s​i​e​g​-​v​o​n​-​s​c​h​w​a​r​z​-​g​e​l​d​-​w​a​e​r​e​-​e​i​n​-​s​c​h​r​i​t​t​-​z​u​r​u​e​c​k​-​h​i​n​t​e​r​-​s​e​a​t​t​l​e​/​#​c​o​m​m​e​n​t-454
(Mephisto – 27. Sep­tem­ber 2009 um 15:40 Uhr) + nach­fol­gende Ant­wort. -

Ich fände es auch sinn­voll, wenn eine Dis­kus­sion zustan­de­kommt; die Kom­men­tar­funk­tion steht ohne­hin zur Ver­fü­gung. Wer/​welche etwas län­ge­res schrei­ben will, kann sich gerne auch als Benut­ze­rIn anmel­den und einen eige­nen, neuen Bei­trag schrei­ben.
Inter­es­sant fände ich auch, falls die sei­ner­zei­ti­gen Papier-​​AutorInnen, falls sie das hier lesen, mit­tei­len würde, warum dem sei­ner­zei­ti­gen Papier anschei­nend nie etwas Wei­te­res folgte – weder ein wei­te­res Papier noch ein Umset­zungs­ver­such. Und was für ein Grüpp­chen war eigent­lich die in dem Papier zwei-​​ oder drei­mal zitierte Pro­le­ta­ri­sche Aktion mit der Zei­tung Par­ti­san?

  1. Es han­delt sich durch­weg um Klei­nig­kei­ten: feh­lende Kom­mata; (rich­ti­ges) „daß“ statt (fal­sches) „das“, ein Buch­staben­dre­her, eine Erset­zung von „m“ durch „n“ (oder was es umge­kehrt?), Ein­fü­gung eines feh­len­den Buch­sta­bens. – Im Ori­gi­nal ste­hen am Satz­ende vor Fra­ge­zei­chen immer Leer­zei­chen. Die haben wir besei­tigt. [zurück]
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