Tag-Archiv für 'gegenstandpunkt'

@ GSP: „Gegenstandpunkt“ und Leninismus: Kontroversen und Scheinkontroversen

@ Neo­prene (03. Februar 2014 um 13:49 Uhr):

Der Staat „muß […] weg, dann muß es eine Revo­lu­tion geben, damit es anders wer­den kann.“

Das ist ja zwi­schen Leni­nis­tIn­nen, wie sys­tem­crash und mir [Pkt. g) des Tex­tes sowie Anmer­kung c)], einer­seits sowie dem GSP-​​Spektrum ande­rer­seits über­haupt nicht strit­tig.

Strit­tig ist, was sinn­vol­ler­weise zu tun ist, solange wir weder in der Lage sind, jeden Staat weg­zu­hauen, noch auch nur den bür­ger­li­chen.

@ Krim (02. Februar 2014 um 20:37 Uhr):

„Wenn ich bei­des [Demo­kra­tie und Faschis­mus] aus u n t e r s c h i e d l i c h e n Grün­den schlecht finde, dann hältst du das für Indif­fe­renz.“

Strit­tig ist nicht, bei­des „schlecht“ zu fin­den. Strit­tig ist, ob solange wir nicht in der Lage sind, bei­des weg­zu­hauen und durch eine Gesell­schaft ohne Herr­schaft und Aus­beu­tung und folg­lich auch ohne Staat und ohne Recht zu erset­zen,

-- Demo­kra­tie für die aus­ge­beu­te­ten und beherrsch­ten Mas­sen und für die Kom­mu­nis­tIn­nen ein klei­ne­res Übel gegen­über dem Faschis­mus dar­stellt

und

-- ob es für Kom­mu­nis­tIn­nen a) mög­lich und b) sinn­voll ist, z.B. durch Bünd­nis­po­li­tik und Betei­li­gung auch an Kämp­fen im Beste­hen­den, auf das Kräf­te­ver­hält­nis zwi­schen Demo­kra­tIn­nen und Faschis­tIn­nen Ein­fluß zu neh­men.

Ich bejahe mei­ner­seits alle drei Fra­gen; beim GSP-​​Spektrum bleibt – auf­grund sprung­haf­ten Argu­men­tie­rens und aus­wei­chen­den Ant­wor­tens auf klare Fra­gen – unklar, ob es alle drei Fra­gen oder nur einen Teil der Fra­gen ver­neint.

@ Neo­prene (03. Februar 2014 um 8:37 Uhr):

„Zu mei­ner Ver­blüf­fung konnte ich nun bei TaP lesen, daß der wirk­lich ernst­haft meint, wer Demo­kra­tie kri­ti­siert (wie z.B. der GSP), der kann eigent­lich nur für unde­mo­kra­ti­sche kapi­ta­lis­ti­sche Zustände sein:
[TaP:] ‚Nein, absurd ist viel­mehr, weil sowohl demo­kra­ti­sche als auch unde­mo­kra­ti­sche Staa­ten nicht der Kom­mu­nis­mus sind, dem Unter­schied zwi­schen demo­kra­ti­schen und unde­mo­kra­ti­schen Staa­ten mit einer Hal­tung der Indif­fe­renz und gar einer Prä­fe­renz für die unde­mo­kra­ti­schen Staa­ten (bei ansons­ten glei­chen Ver­hält­nis­sen) zu bege­gnen.‘

Nein, ich sage nicht, „wer Demo­kra­tie kri­ti­siert […], der kann eigent­lich nur für unde­mo­kra­ti­sche kapi­ta­lis­ti­sche Zustände sein“.

Ich sage viel­mehr:

-- Wenn wir nicht in der Lage sind, kom­mu­nis­ti­sche Ver­hält­nisse durch­zu­set­zen (im Zitat: „bei ansons­ten glei­chen Ver­hält­nis­sen“!)
-- wenn bür­ger­li­che und sozia­lis­ti­sche Demo­kra­tie nicht gewünscht ist,
-- wenn auch unde­mo­kra­ti­sche sozia­lis­ti­sche Ver­hält­nisse jeden­falls nicht durch­setz­bar sind, weil unsere Kraft und unsere Fähig­kei­ten nicht nur nicht aus­rei­chen, um den Kom­mu­nis­mus durch­zu­set­zen, son­dern nicht ein­mal für die Durch­set­zung einer sozia­lis­ti­schen Überg­angs­ge­sell­schaft (in der Klas­sen, Staat, Herr­schaft und Recht noch exis­tie­ren) aus­rei­chen,

-- dann ist die fata­lis­ti­sche Hin­nahme oder sogar Affir­ma­tion von nicht-​​demokratischen kapi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen die logi­sche Kon­se­quenz.

@ Krim (03. Februar 2014 um 14:54 Uhr):

„[TaP:] ‚Erst wer/​welche dazu Brauch­ba­res zu sagen hat und politisch-​​praktische Vor­schläge macht,‘ q.e.d. Radi­kale For­de­rung wie Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus sind also nicht ‚brauch­bar‘ oder ‚politisch-​​praktisch‘. Also schlägst du eben doch vor sich kon­struk­tiv an der demo­kra­ti­schen Kon­kur­renz um sys­tem­ver­bes­sernde und -sta­b­li­sie­rende Ent­schei­dun­gen zu betei­li­gen.“

Ich schrieb viel­mehr (Nr. 8): „Wieso soll­ten Revo­lu­tio­nä­rIn­nen von ‚den Leu­ten‘ das Zuhö­ren geschenkt bekom­men, wenn sich die Revo­lu­tio­nä­rIn­nen zu dem, was ‚die Leute‘ inter­es­siert – und das sind heute maxi­mal Reform­for­de­run­gen und deren Durch­set­zung –, nicht äußern. Erst wer/​welche dazu Brauch­ba­res zu sagen hat und politisch-​​praktische Vor­schläge macht, kann damit rech­nen, auch zu viel wei­ter­ge­hen­den Pro­jek­ten gehört zu wer­den.“ (Fett­set­zung nach­träg­lich hin­zu­ge­fügt)

Und ich schrieb („zu 1.“): „Der Kampf für Ver­bes­se­run­gen im Beste­hen­den (nicht des Beste­hen­den!) kann also durch­aus Vor­be­rei­tungs­funk­tion für den Kampf gegen das Beste­hende haben.“

Der Punkt ist:

-- Den Kapi­ta­lis­mus kann ich heute nicht abschaf­fen, und der GSP kann ihn heute auch nicht abschaf­fen.

-- Unstrit­tig ist, daß es den­noch rich­tig ist, auch bereits heute für die Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus zu argu­men­tie­ren.

-- Unstrit­tig ist – ent­ge­gen Dei­ner Unter­stel­lung – auch, daß es für Kom­mu­nis­tIn­nen nicht um „sys­tem­ver­bes­sernde und -sta­b­li­sie­rende Ent­schei­dun­gen“ im Kapi­ta­lis­mus geht.

-- Strit­tig ist aller­dings, ob es für Kom­mu­nis­tIn­nen, solange ein Bruch mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise nicht mög­lich ist, rich­tig ist, für Ver­bes­se­run­gen der Lebens­be­din­gun­gen der aus­ge­beu­te­ten und beherrsch­ten Mas­sen im Beste­hen­den zu kämp­fen.

Anmer­kun­gen: (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Staaten – Staatsgewalt – Kräfteverhältnisse

Eine Ant­wort auf Ben Richards (03. Februar 2014 um 7:11 Uhr):

TaP1 muss sich mal ent­schei­den, ob der Staat die Gewalt der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise ist, mit­hin einen Zweck hat oder ein Kräf­te­ver­hält­nis (dann offen­bar von ver­schie­de­nen Zwe­cken? wovon? wer ver­hält sich da zu wem wie?) ist. Bei­des geht gleich­zei­tig nicht.

Daß bei­des nicht gleich­zei­tig geht, mag sein – nur ver­trete ich keine von bei­den Behaup­tun­gen, die Du mir unter­zu­schie­ben ver­suchst:

a) „Der Staat“ „ist“ nicht Gewalt, son­dern wen­det Gewalt an, um ’seine‘ Ent­schei­dun­gen durch­zu­set­zen, wenn sie nicht frei­wil­lig befolgt wer­den.

b) „Der Staat“ „ist“ auch kein Kräf­te­ver­hält­nis, aber ’seine‘ Ent­schei­dun­gen sind Resul­tat von Kräf­te­ver­hält­nis­sen.

c) „Der Staat“ ist auch kein Sub­jekt, das sich einen „Zweck“ setz­ten würde; und er wurde auch nicht von einer Ver­schwö­rung böser Sub­jekt, die ihn mit einem bestimm­ten „Zweck“ in die Welt gesetzt hät­ten, erschaf­fen.

d) Viel­mehr sind Staa­ten – als Resul­tat von his­to­ri­schen Pro­zes­sen – in bestimm­ter Weise in die Struk­tur der Gesell­schaft (Basis + Über­bau) ein­ge­baut und selbst in bestimm­ter Weise struk­tu­riert. Diese bestimmte Art der Struk­tu­rie­rung und des Ein­ge­baut­seins bewirkt, daß die Ent­schei­dungs­fin­dung eines jeden Staa­tes in sys­te­ma­ti­scher Weise zuguns­ten die­ser oder jener gesell­schaft­li­chen Grup­pen ‚ver­zerrt‘ ist.

e) Des­sen unge­ach­tet funk­tio­nie­ren Staa­ten in unter­schied­li­chem Aus­maß (je nach ihrer demo­kra­ti­schen oder nicht-​​demokratischen Form) nicht in der Weise, daß sie linear und ein­sei­tig nur die Inter­es­sen einer gesell­schaft­li­chen Gruppe (die im übri­gen auch nicht homo­gen sind) durch­set­zen wür­den, son­dern in der Weise, daß sie – wie gesagt: im unter­schied­li­chen Aus­maß und je nach Kräf­te­ver­hält­nis – auch die Inter­es­sen der ande­ren gesell­schaft­li­chen Grup­pen berück­sich­ti­gen.

f) Staa­ten sind näm­lich nicht nur eine Ver­dop­pe­lung der ohne schon exis­tie­ren­den gesell­schaft­li­chen Herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern haben die­ser gegen­über eine spe­zi­fi­sche sowohl Zwangs-​​ als auch Hegemonie-​​ (manch­mal sogar: Konsens-​​) Funk­tion: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​l​a​t​e​s​t​/​w​o​r​d​p​r​e​s​s​/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​3​/​0​9​/​D​i​e​_​G​A​M​_​s​a​g​t​_​d​e​m​_​L​e​n​i​n​i​s​m​u​s​_​A​d​e.pdf, S. 11, FN 4.

g) Bei dem Gan­zen domi­niert aber die Struk­tur in letz­ter Instanz über die kon­junk­tu­rel­len Kräf­te­ver­hält­nisse, wes­halb für den Bruch mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise kein Weg an der Zer­schla­gung der bür­ger­li­chen Staats­ap­pa­rate vor­bei­führt. – Dies heißt aber wie­derum nicht, daß es ‚unter­halb‘ des Bruchs mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise kein Spiel­raum für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und Kom­pro­misse gibt oder daß es – nach dem Motto „Um so schlim­mer desto bes­ser“ – aus Sicht der Lohn­ab­hän­gi­gen und/​oder Kom­mu­nis­tIn­nen falsch wäre, sie zu nut­zen.

Anmer­kun­gen: (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

@ GSP: Zur Kritik der gegenstandpunktlerischen Übel-Indifferenz

Im blog von Neo­prene ent­wi­ckelte sich im Nach­gang zu dem „Demokratie“-Workshop der Inter­Komms vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine mun­tere Debatte über Demo­kra­tie und Faschis­mus, über (Geschichts)determinismus, gesell­schaft­li­che Wider­sprü­che und die Rele­vanz von Poli­tik sowie über Reich­weite und Gren­zen der Ver­samm­lungs­frei­heit. Auch sys­ten­crash nahm zu die­ser Debatte Stel­lung:

Vom Sinn der „Herr­schafts­kri­tik“
http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​0​1​/​v​o​m​-​s​i​n​n​-​d​e​r​-​h​e​r​r​s​c​h​a​f​t​s​k​r​itik/

[Zur Kri­tik vom Gegen­stand­punkt am Demokratie-​​Begriff]
http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​1​/​2​0​/​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​-​u​n​d​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​r​e​r​-​b​r​u​c​h​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-5037

Die Debatte bei Neo­prene nahm Aus­gang von dem, was ein Gegen­stand­punkt (GSP)-Genossen bei dem InterKomm-​​Workshop-​​Tag gesagt hatte. In die­sem Bei­trag hieß es u.a.:

„ich [will] ganz klar sagen: Ich lehne alles an die­sem Ver­fah­ren, ich lehne das Ideal und die Uto­pie von einer Herr­schaft, die mir Rechte gibt, die mich immer­hin ver­sam­meln und spre­chen läßt, die lehne ich ab. Ich bin Anti­dem­krat! So kannst du doch auch mal in den Dis­kurs um die Begriffe inter­ve­nie­ren. Demo­kra­tie hat einen guten Ruf, ich bin dage­gen. Da kannst du dann in ein kla­re­res und leb­haf­te­res Gespräch kom­men.

(mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Zur Kritik des marxistisch-gegenstandpunklerischen Kleinredens von Sexismus und Patriarchat

Einige grund­sätz­li­che Bemer­kun­gen über das Ver­hält­nis von Mar­xis­mus und Femi­nis­mus, ‚Pri­va­tem‘ und Poli­ti­schen aus Anlaß der SM-​​Debatte beim Mäd­chen­blog

(mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Welche recht hat, hat recht: „Arbeitermacht“ contra „Gegenstandpunkt“

http://​www​.arbei​ter​macht​.de/​i​n​f​o​m​a​i​l​/​4​4​7​/​g​e​g​e​n​s​t​a​n​d​p​u​n​k​t.htm

Gegen wen steht der GEGEN­STAND­PUNKT?

Karl Olben, Info­mail 447, 28. Sep­tem­ber 2009

Unter dem Motto „Die Linke wäh­len – eine geeig­nete Alter­na­tive?“ ver­an­stal­tete die Liber­täre Initia­tive Stutt­gart kurz vor der Wahl eine Podi­ums­dis­kus­sion. Rund 60 Leute kamen und für die Mehr­zahl die­ser war ganz offen­kun­dig die Wahl der Links­par­tei keine Option. Wozu aller­dings die Wahl der Links­par­tei eine Alter­na­tive sein sollte bzw. was denn die Alter­na­tive zur Wahl der Links­par­tei sein könnte, blieb weit­ge­hend im Dun­keln.

So ver­zich­te­ten die Ver­an­stal­te­rIn­nen auf eine eigene Stel­lung­nahme. Es wurde völ­lig akzep­tiert, als der Spre­cher von Versus/​GEGENSTANDPUNKT expli­zit auf die Frage nach sei­ner Alter­na­tive ant­wor­tete, dass dies ja nicht Thema des Abends sei.

So spielte die Krise des Kapi­ta­lis­mus, die anste­hen­den Angriffe auf die Lebens-​​ und Arbeits­be­din­gun­gen und die ent­spre­chen­den Auf­ga­ben der poli­ti­schen Lin­ken kaum eine Rolle.

Der Spre­cher der Links­par­tei benannte diese Pro­bleme zwar, erklärte die Posi­tion sei­ner Par­tei dazu, konnte aber – klas­sisch refor­mis­tisch – nicht im Ansatz erklä­ren, wie die Wahl der Links­par­tei mit einer anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Stra­te­gie ver­bun­den wer­den könnte. Damit wurde er ein leich­tes Opfer für die Ver­tre­te­rIn­nen des GEGEN­STAND­PUNKTS, die ele­gant bewie­sen, dass die Par­tei DIE LINKE sys­te­mer­hal­tend sei. Aber dabei blie­ben sie nicht ste­hen; für sie ist jeder Kampf gegen Angriffe oder für Ver­bes­se­run­gen pro-​​kapitalistisch, z.B. für Min­dest­löhne oder gegen den Afgha­nis­tan­krieg.

„Hartz IV? Wer den Kapi­ta­lis­mus nicht rich­tig kri­ti­sie­ren kann, braucht gar nicht erst anzu­fan­gen zu kämp­fen.“ So ihr Spre­cher auf dem Podium. Die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik kommt noch schein­bar mar­xis­tisch daher, als Aus­beu­tungs­ob­jekt exis­tiert die Arbei­ter­klasse auch für den GEGEN­STAND­PUNKT. Für ihre Inter­es­sen zu kämp­fen, das aber hat sie sein zu las­sen, solange sie es nicht so tut, wie es den Lehr­meis­tern des GEGEN­STAND­PUNKT gefällt.

Dabei haben diese Damen und Her­ren aber kei­ner­lei eigene Vor­schläge, ihre Kri­tik – die im Ein­zel­fall rich­tig sein kann – bleibt somit rein destruk­tiv. Logi­scher­weise inter­es­sie­ren diese Leute der reale Klas­sen­kampf, die aktu­el­len Kampf­ziele der Arbei­ter­klasse wie auch jene der Bour­geoi­sie über­haupt nicht. Tak­ti­ken und Stra­te­gien sind ihnen unbe­kannt. Geschichte ist Geschichte von Klas­sen­kämp­fen – nicht für die Ideo­lo­gen des GEGEN­STAND­PUNKT.

Für viele Teil­neh­me­rIn­nen die­ser denk­wür­di­gen Podi­ums­dis­kus­sion – ver­mut­lich aus dem anar­chis­ti­schen und auto­no­men Milieu – ist diese Posi­tion sicher eine prima Recht­fer­ti­gung, sich auch wei­ter nur um die eigene Befind­lich­keit zu küm­mern und mög­lichst wenig Berüh­rung mit Poli­tik zu haben. Sie spen­de­ten hef­ti­gen Bei­fall für den GEGEN­STAND­PUNKT. Die Ver­an­stal­ter, die ihrer­seits durch­aus als Antifa und Mit­ver­an­stal­ter der Revo­lu­tio­nä­ren 1.Mai – Demo aktiv sind, müs­sen sich über­le­gen, ob sie nicht selbst ihre Posi­tio­nen pro­gram­ma­tisch erar­bei­ten müs­sen, die sicher eher auf der Linie „Klas­sen­kampf statt Wahl­kampf“ lie­gen, als dem GEGEN­STAND­PUNKT das Feld zu über­las­sen.

[…]. Gerade in Stutt­gart ist mit dem loka­len Bünd­nis „Kri­sen­pro­test“ mit 34 Orga­ni­sa­tio­nen der Lin­ken ein­schließ­lich zweier Gewerk­schaf­ten ein wich­ti­ger Schritt in diese Rich­tung gelun­gen. Der GEGEN­STAND­PUNKT hält sich aus die­sem Kampf nicht nur her­aus, er ist im Klas­sen­kampf nicht nur neu­tral (was so viel heißt wie nicht auf Sei­ten der Arbei­ter­klasse) – er steht mit sei­ner Pro­pa­ganda gegen den Kampf objek­tiv auf der ande­ren Seite der Bar­ri­kade!

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

(Was) wählen? – Teil III

[Ggü. 20:56 h mit Update ab Abschnitt „Bar­ri­cada zu den Klein­par­teien“]

Über­sicht:

I. Wei­tere Stel­lung­nah­men zur Pira­ten­par­tei
II. Lyzi: Doch DKP wäh­len?
III. Bar­ri­cada: Doch nicht Links­par­tei wäh­len?
IV. Bar­ri­cada zu den Klein­par­teien
V. Die Ein­wände von Race the Breeze
VI. Scheck­kar­ten­punk als Gegen­stand­punkt-Fan
VII. Mne­menth: „Bitte geht wäh­len“
VIII. Bei indy­me­dia wird noch dis­ku­tiert (‚anar­chis­ti­scher‘ Piraten-​​Wähler: „Femi­nis­mus ist eine dog­ma­ti­sche Ideo­lo­gie aus den 70ern, die strikte Geschlech­ter­tren­nung und auto­ri­täre Denk­struk­tu­ren beinhal­tet.“)
IX. Die letz­ten bei­den Umfrage-​​Ergebnisse und die Wahl­bör­sen

I. Wei­tere Stel­lung­nah­men zur Pira­ten­par­tei

Bei Indy­me­dia Schweiz (Schi­ckes Video zum Thema – 26.09.2009 12:43) wird auf einen Pira­ten­spot hin­ge­wie­sen.
Die Pira­ten­par­tei sieht die Frei­heit der NATION, nicht etwa die der BÜR­GE­RiN­NEN bedroht

und endet dann folg­lich mit den Natio­nal­far­ben:

.
Damit paßt sie dann ja schon zur Farb­ge­bung der FDP-​​Werbung – erfreu­lich nur, daß zumin­dest nicht mit einer Mehr­heit eines neoliberalen-​​hard­core-Dreier-​​Bündnisses von FDP, Grü­nen und Pira­ten­par­tei zu rech­nen ist.

Lyzi’s Welt kom­men­tiert die Pira­ten­par­tei (in Anspie­lung auf eines deren Wahl­pla­ka­ten) wie folgt:
„Wer Pla­ka­ten zu ver­trauen pflegt, hat sicher­lich einen an der Waf­fel, wer jedoch hobby-​​politischen Internetfreiheits-​​Flashmob-​​Canaillen und ihrem hirn­lo­sen Separatisten-​​Wahlprogramm ver­traut, hat auf jeden Fall nur noch Brei in der Birne.“,
und ver­weist außer­dem auf den Spie­gel­fech­ter. Der aus­führ­li­che und wohl abge­wo­gen argu­men­tie­rende Text beginnt wie folgt:

„Dies ist mitt­ler­weile mein drit­ter Arti­kel zu die­sem Thema. Wäh­rend ich anfangs noch sehr opti­mis­tisch war und spä­ter – nach der Affäre um Bodo Thie­sen – immer noch dosiert zweck­op­ti­mis­tisch kom­men­tierte, sehe ich die Ent­wick­lung der Pira­ten mitt­ler­weile wesent­lich pes­si­mis­ti­scher“.

Wer/​welche noch über­legt, Pira­ten­par­tei zu wäh­len: Unbe­dingt lesen!

(mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Warum Ideologie kein „notwendig falsches Bewußtsein“ ist und aus einer Erkenntnis nicht automatisch eine bestimmte politische Haltung folgt

- Noch ein­mal zur Debatte mit der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion & ande­ren GSP-​​Sümpfis; – aber die fol­gende Kri­tik trifft auch alle ande­ren, die „fal­sches Bewußt­sein“ für eine ana­ly­tisch und/​oder stra­te­gisch sinn­volle Kate­go­rie hal­ten –

[Kor­ri­gierte sowie um einen Satz bei FN 13 und sel­bige Fuß­note ergänzte Fas­sung vom 15.09.2009; vgl. auch mei­nen älte­ren Text zu einer ähnli­chen Fra­ge­stel­lung]

noID (01. Sep­tem­ber 2009 um 19:54 Uhr) ant­wor­tete bei der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion auf meine Frage,

„Ist es richtig/​zutreffend die wirk­li­chen gesell­schaft­li­chen Wider­sprü­che zwi­schen den Klas­sen und ande­ren gesell­schaft­li­chen Grup­pen durch einen ideo­lo­gi­schen Wider­spruch zwi­schen Staat/​Gemeininteresse und Ein­zel­in­ter­esse zu erset­zen? Oder ist das nicht zutreffend/​richtig?“,

wie folgt:

„Es ist nicht rich­tig, also unzu­tref­fend, dass es sich beim Gegen­satz Staat/​Untertan bloß um Ideo­lo­gie han­deln würde – Staa­ten ver­schwin­den ja nicht ein­fach, wenn man nicht mehr an sie denkt.“

Der Feh­ler liegt frei­lich auf Sei­ten von noID: Nicht ich bin der Ansicht, daß etwas durch Nicht-​​Denken an es ver­schwin­den würde, son­dern Ideo­lo­gie ist nicht auf Den­ken zu redu­zie­ren.

Noch weni­ger ist Ideo­lo­gie auf fal­sches Den­ken, auf „fal­sches Bewußt­sein“, zu redu­zie­ren, wie dies wohl porada ninfu /​ Krimli usw. (der Name wurde wg. Spam-​​Filter-​​Problemen öfters geän­dert) ver­tritt: …

[Der kom­plette Text als .pdf-​​Datei; Fort­set­zung in html: (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

8 Fehler des Antidemokratischen Gegenstandpunkts (GSP, sorry: ADA)

@ Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion – 05. Sep­tem­ber 2009 um 8:42 Uhr:

„erfolg­rei­che kom­mu­nis­ti­sche Agi­ta­tion – und ob sie erfolg­reich ist, hat man halt nicht in der Hand – ist gleich­be­deu­tend mit einer ‚Ände­rung der Kräf­te­ver­hält­nisse‘, näm­lich der zwi­schen Kapi­ta­lis­mus­fans und Kom­mu­nis­ten.“

1. Feh­ler: Reduk­tion des poli­ti­schen Kamp­fes auf Agi­ta­tion = Reduk­tion des Kräf­te­ver­hält­nis­ses auf ein rein intel­lek­tu­el­les (geis­ti­ges) Ver­hält­nis.

„Und auf diese kommt es ja wohl an, wenn man die Revo­lu­tion machen will. Getrennt davon ‚Kräf­te­ver­hält­nisse ändern‘ zu wol­len heißt daher not­wen­dig, von objek­ti­ver Kri­tik abzu­se­hen“

2. Feh­ler: Nicht-​​Unterscheidung zwi­schen Erkennt­nis und Hal­tung. Eine kri­ti­sche Hal­tung zum und Pra­xis gegen den Kapi­ta­lis­mus ist nicht objek­tiv, son­dern par­tei­lich;
und aus einer objek­ti­ven Erkennt­nis des Kapi­ta­lis­mus folgt nicht auto­ma­tisch eine nega­tive Hal­tung zum Kapi­tali­mus.1
M.a.W.: Ihr blen­det den ideo­lo­gi­schen Klas­sen­kampf, der um Einstellungs-​​/​Haltungsfragen, um die For­mie­rung einer revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gun­gen usw. (was alles nicht nur Erkennt­nis­fra­gen sind) aus.
Euch trifft genau die glei­che Kri­tik, die Alt­hus­ser gegen die Füh­rung der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Frank­reichs rich­tete:

„Das Bewußt­sein, das sind Ideen, und Ideen sind das, was man bekannt machen, d.h. ver­brei­ten muß. Bewußt­sein, Ideen, Ver­brei­tung von Ideen. Hier haben wir eine voll­stän­dig idea­lis­ti­sche Kon­zep­tion der poli­ti­schen Pra­xis.“
„Um mit sol­cher Sicher­heit [wie sie frz. KP hatte, TaP] den Besitz jener Wahr­heit zu bean­spru­chen, […], d.h. den Besitz der Wahr­heit über ihre [der Arbei­te­rIn­nen, TaP] eige­nen Inter­es­sen, deren sie sich ‚bewußt wer­den‘ (und um über­zeugt zu sein, daß die ‚Bewußt­wer­dung‘, […], vor allem aus einem ein­fa­chen ‚Kampf der Ideen‘ her­vor­ge­hen kann, in dem es genügt, dem Bewußt­sein der Arbei­ter unsere Ideen über die Krise und unsere Ideen über die Per­spek­tive der Ver­än­de­rung dar­zu­le­gen), muß man jeden Mate­ria­lis­mus, jede Dia­lek­tik sowie das ele­men­tare und fun­da­men­tale Prin­zip der kon­kre­ten Ana­lyse, das mit der mar­xis­ti­schen Theo­rie zusam­men­fällt, auf­ge­ge­ben haben.“ (meine Hv.).
(Louis Alt­hus­ser, Wie es in der FKP nicht wei­ter­ge­hen kann, ders., Krise des Mar­xis­mus [Reihe Posi­tio­nen. Bd. 6 hrsg. von Peter Schött­ler], VSA: Ham­burg, 1978, 80-​​146 (92, 95); vgl. auch noch: Alt­hus­ser, Ideo­lo­gie und ideo­lo­gi­sche Staats­ap­pa­rate http://​web​.archive​.org/​w​e​b​/​2​0​0​7​0​9​2​9​1​0​2​7​1​5​/​w​w​w​.​m​a​r​x​i​s​t​i​s​c​h​e​-​b​i​b​l​i​o​t​h​e​k​.​d​e​/​l​o​u​i​s​_​a​l​t​h​u​s​s​e​r.pdf)

„und statt­des­sen (erfolg­rei­che) refor­mis­ti­sche Kämpfe als Ände­rung der Kräf­te­ver­hält­nisse zuguns­ten von Kom­mu­nis­ten aus­zu­ge­ben, auch wenn es durch diese kei­nen Kapi­ta­lis­mus­fan weni­ger und kei­nen Kom­mu­nis­ten mehr gibt.“

3., 4. und 5. Feh­ler: Der Glaube, allein das unmit­tel­bare Kräf­te­ver­hält­nis zwi­schen Kapitalismus-​​BefürworterInnen und Anti­ka­pi­ta­lis­tIn­nen sei für Kom­mu­nis­tIn­nen rele­vant und Kom­mu­nis­tIn­nen hät­ten unter­halb des Kom­mu­nis­mus keine Teil­ziele, für die es sich zu kämp­fen lohnt.
Ihr denkt eben in (Gegen)Stand­punk­ten statt in den Kräftever­hält­nis­sen.

„Was es zu deren Recht­fer­ti­gung dann nötig macht, denen etwas ‚im Grunde‘ schon Kom­mu­nis­ti­sches zu unter­stel­len. Wor­auf man die ‚Mas­sen­li­nie‘ dann anpas­sen müsse, um die dum­men Mas­sen, wel­che man nicht für fähig hält, Argu­mente zu begrei­fen, zur Ver­wirk­li­chung des in ihnen ange­leg­ten Kom­mu­nis­mus‘ zu füh­ren, ohne sie dabei durch ‚Links­ex­tre­mis­mus‘ zu ver­schre­cken.“

6. Feh­ler: Zu Unter­stel­lun­gen grei­fen /​ Papp­ka­me­ra­dIn­nen auf­bauen, um sie umhauen zu kön­nen statt sich mit den tat­säch­li­chen Gegen­po­si­tio­nen argu­men­ta­tiv aus­ein­an­der­zu­set­zen.

„Revi­sio­nis­mus halt … egal, ob Du Dich dafür auf Thäl­mann oder auf Alt­hus­ser beziehst.“

7. Feh­ler: Keine Argu­mente vor­brin­gen, son­dern Argument-​​Surrogate wie „halt“ (sehr beein­dru­ckend) ver­wen­den, wenn Ihr nicht wei­ter wißt.

„(Und für Lenin-​​Fans wie Dich: die Erkennt­nis, dass es ohne eine revo­lu­tio­näre Theo­rie auch keine revo­lu­tio­näre Bewe­gung geben kann und dass man daher die revo­lu­tio­näre Theo­rie ver­brei­ten muss, um eine revo­lu­tio­näre Bewe­gung zu schaf­fen, wird somit durch­ge­stri­chen – lei­der auch schon par­ti­ell von Lenin selbst.) „

8. Feh­ler: Wie­der­holt den 6. Feh­ler.

------

„Auf kei­nem Fall darf der Mar­xis­mus die (der Groß­bour­geoi­sie und der Sozi­al­de­mo­kra­tie gemein­same) Posi­tion ein­neh­men und die ökono­mi­schen und poli­ti­schen Pro­bleme in Begrif­fen der ‚Ratio­na­li­tät‘ und der ‚Irra­tio­na­li­tät‘, in Begrif­fen der logi­schen Wahl zwi­schen ratio­na­len ‚Model­len‘ der Gesell­schaft statt in Begrif­fen des Klas­sen­kampfs for­mu­lie­ren.“
(Étienne Balibar, Mar­xis­mus, Ratio­na­lis­mus, Irra­tio­na­lis­mus und Soziale Krise und Ideo­lo­gi­sche Krise, in: alter­na­tive, H. 116, Okt. 1977, 225 – 232 und H. 118, Feb. 1978, 18 – 23 [22] (frz. Erst­ver­öff.: La Nou­velle Cri­ti­que Nr. 99, Dez. 1976).

Der Mar­xis­mus ist ratio­nal, aber nicht ratio­na­lis­tisch!

Der Mar­xis­mus träumt nicht den auf­klä­re­ri­schen Traum von der ‚All­macht der wah­ren Ideen‘! (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio