Tag-Archiv für 'butler'

Audio-Mitschnitt meines Vortrages von vor 2 Wochen zu Marxismus/Feminismus

Die Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive (RPB) hat einen Mit­schnitt mei­nes Vor­tra­ges von vor 2 Wochen zum Ver­hält­nis von Mar­xis­mus und Femi­nis­mus online gestellt:

http://​www​.per​spek​tive​.nostate​.net/480

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Nachtrag zum 8. März: „Danke TOP, …- … daß wir es jetzt wissen! Zur Kritik des TOP-kapitallogischen Nebenwiderspruchs-Denkens“

Nach mei­ner Kri­tik an der dies­jäh­ri­gen Ber­li­ner 8. März-​​Demo und dem „linksradikale[n], queerfeministische[n]“ Flug­blatt dazu habe ich nun auch noch das Flug­blatt von Theo­rie Orga­ni­sa­tion Pra­xis (TOP) B3rlin aus glei­chem Anlaß einer revolutionär-​​feministischen Kri­tik unter­zo­gen:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​10989

Glie­de­rung mei­ner Ant­wort: (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Von mir im neuen AK: Feministische queer-Kritik

AK-Logo

.
ak – ana­lyse & kri­tik – zei­tung für linke Debatte und Pra­xis Nr. 563 v. 19.08.2011:

Reden wie der Main­stream. Für eine femi­nis­ti­sche Kri­tik an quee­rer Poli­tik (S. 12)
http://www.akweb.de///////ak_s/ak563/index.htm.

(Die Über­schrift wurde von der Redak­tion modi­fi­ziert: Der neue Haupt­ti­tel trifft es sehr gut. Danke! Der neue Unter­ti­tel ist nur wenig anders als mein alter Haupt­ti­tel. – Die gedruckte Zei­tung habe ich nun also auch in der Hand.)

AK-​​Verkaufsstellen: http://www.akweb.de///////bula/.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Von der Philosophie zur Politik

Noch mal zu Post­mo­derne und Leni­nis­mus –

oder: Ant­wort1 auf das „Quietscheentchen“-Papier (SIBS v. 28.7.)

Die­ser wie folgt geglie­derte Text wird ab mor­gen Mit­tag im „Arsch hoch“-blog zur Organisierungs-​​ und Pro­gramm­de­batte zur Ver­fü­gung ste­hen: http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​2​0​/​v​o​n​-​d​e​r​-​p​h​i​l​o​s​o​p​h​i​e​-​z​u​r​-​p​o​l​itik/.

Über­blick:

I. Von der ‚post­mo­der­nen’ Phi­lo­so­phie …

1. His­to­ri­scher Mate­ria­lis­mus und idea­lis­ti­sche Geschichts­phi­lo­so­phie
2. Die Frage nach dem Gehalt von Theo­rie
3. Begriff und Wirk­lich­keit
4. Die Ver­nunft, die Macht und der Irra­tio­na­lis­mus
5. Wert­kri­tik und Post­mo­derne

II. … zum his­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus …

1. sex und gen­der
2. Vom wis­sen­schaft­li­chen und poli­ti­schen Nut­zen der De-​​Konstruktion
3. Haupt­wi­der­sprü­che, Neben­wi­der­sprü­che, Grund­wi­der­sprü­che – und die Per­spek­ti­ven einer Welt­re­vo­lu­tion

III. … zur revo­lu­tio­nä­ren Orga­ni­sie­rung

1. Für revo­lu­tio­näre Poli­tik ohne geschichts­phi­lo­so­phi­sche Durch­hal­te­pa­ro­len
2. Selbst­kri­ti­sches zum Zeit­plan
3. Arbeits­kon­fe­renz, Debat­ten­ver­lauf und Spek­tren­er­wei­te­rung

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Von mir im neuen AK: Feministische queer-Kritik

ak – ana­lyse & kri­tik – zei­tung für linke Debatte und Pra­xis Nr. 563 v. 19.08.2011:

Reden wie der Main­stream. Für eine femi­nis­ti­sche Kri­tik an quee­rer Poli­tik (S. 12)

http://www.akweb.de///////ak_s/ak563/index.htm.

(Die Über­schrift wurde von der Redak­tion modi­fi­ziert: Der neue Haupt­ti­tel trifft es sehr gut. Danke! Der neue Unter­ti­tel ist nur wenig anders als mein alter Haupt­ti­tel. – Die gedruckte Zei­tung habe ich noch nicht gese­hen.)

AK-​​Verkaufsstellen: http://www.akweb.de///////bula/.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Ein Symptom mit seiner Ursache bekämpfen? – Slutwalks und Perspektiven des Feminismus

[Der fol­gende Text als .pdf-​​Datei (2 Sei­ten)]

In der taz von heute wer­den zwei Teil­neh­me­rin­nen des Ber­li­ner Slut­walks zitiert. Sie machen deut­lich, daß die Slut­walks nicht nur eine Ein-​​Punkt-​​Bewegungen sind, son­dern daß es um weit mehr geht. Die taz schreibt: „Die Kunstgeschichts-​​ und die Tier­me­di­zin­stu­den­tin wol­len aber nicht nur für die ursprüng­li­che Idee des Schlam­pen­mar­sches – das Recht auf selbst­be­stimmte Klei­dungs­wahl, ohne im Falle einer demü­ti­gen­den Anma­che oder einer Ver­ge­wal­ti­gung dafür ver­ant­wort­lich gemacht zu wer­den – demons­trie­ren. Sie pro­tes­tie­ren auch, weil sich bei den Frauen ihrer Gene­ra­tion wie­der ein Gefühl von ‚Heim an den Herd’ breit­ma­che. Sie berich­ten von Alters­ge­nos­sin­nen, die ‚ein­fach nur gehei­ra­tet wer­den’ wol­len, und über ihr Unver­ständ­nis dar­über. […]. Es sei ‚eine Kata­stro­phe’, dass Frauen bei glei­cher Qua­li­fi­ka­tion in Deutsch­land immer noch weni­ger ver­die­nen und die junge Gene­ra­tion das ein­fach so hin­nehme oder sich aus Resi­gna­tion wie­der in die Hausfrauen-​​ und Mut­ter­rolle flüchte.“
Auch in der ARD-​​Kultursendung „titel, the­sen, tem­pra­mente“ sprach ges­tern Abend eine Teil­neh­me­rin von einem back­lash, der zu ver­zeich­nen sei.
Mit die­sen hell­sich­ti­gen Lage­ana­lyse kon­tras­tiert aber ein ande­res in dem taz-Arti­kel ange­führ­tes Zita­tes der bei­den Demo-​​Teilnehmerinnen: „‚Die­ser Män­ner­hass ist total über­holt, […]’, sagt Annika […].“

Wieso ist denn nun aber der „Män­ner­hass“ über­holt, wenn gleich­zei­tig gese­hen wird, daß sich das Patri­ar­chat ver­schärft? – Letz­te­res kann doch logi­scher­weise nur zwei Gründe haben:
► Ent­we­der sind ‚die Män­ner’ heute ‚schlim­mer’ als vor – sagen wir – 20 Jah­ren. Warum sollte dann aber „Män­ner­hass“ fehlt am Platze sein (außer, daß anzu­mer­ken ist, daß auch ein­zelne Män­ner nichts als große geschichts­mäch­tige SUB­JEKTE, son­dern als Trä­ger gesell­schaft­li­cher Struk­tu­ren han­deln)?
► Oder aber ‚die Frauen’ waren in der letz­ten – sagen wir – 15 Jah­ren zu nach­gie­big. Auch dann liegt es alles andere als nahe, zum x-​​Male zu beteu­ern, daß Femi­nis­mus doch nicht mit „Män­ner­haß“ zu tun habe, wie es in eben die­sen 15 Jahre zur Standard-​​Floskel von neo­li­be­ra­lem „gen­der main­strea­ming“, grü­ner „Geschlech­ter­de­mo­kra­tie“, links­par­tei­li­cher „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“ und sog. „queer-​​Feminismus“ wurde.

Auch, wenn es ana­ly­tisch und poli­tisch zu begrü­ßen1 ist, daß in den 90er Jahre (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Antworten auf Kritik

Der indymedia-​​Bericht über unsere Transpi-​​ und Flugi-Aktion beim Ber­li­ner Stut­walk löste – neben kru­der Pöbe­lei (siehe dazu dort) – einige ernst­hafte Ein­wände und Beden­ken gegen unsere Parole von der ‚Abschaf­fung der Män­ner‘ aus. Der bes­se­ren Les­bar­keit und Über­sicht­lich­keit wegen wer­den hier im fol­gen­den die sich direkt auf ein­an­der bezie­hen­de­nen indymedia-“Ergänzungen“ (Kom­men­tare) direkt gegen­über­ge­stellt und zwar zu fol­gen­den The­men:

Nur Män­ner abschaf­fen? – Oder: Alle Geschlech­ter abschaf­fen?
Zum Ver­hält­nis von ‚Männ­lich­keit’ und ‚Mann­sein’
Ver­ständ­nis­schwie­rig­kei­ten und Erklä­rungs­ver­su­che (evtl. bie­tet es sich an, die Lek­türe mit die­ser Dis­kus­sion zu begin­nen, statt der Chro­no­lo­gie der Kri­ti­ken zu fol­gen)
Wes­sen „dog­ma­ti­sche Eng­stir­nig­keit“?
Har­tes Fak­tum „Mut­ter­milch“?

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Die ‚Leseanleitung‘ zu den Transpis

Die ‚Lese­an­lei­tung‘ zu den bei­den Trans­pis („Ver­ge­wal­ti­gen ist männ­li­ches doing gen­der“ /​ „Geschlech­ter abschaf­fen – Män­ner zuerst abschaf­fen.“) ist jetzt auch gedruckt: .pdf-​​Datei. (Am Text des Ent­wur­fes1 hat sich nichts Rele­van­tes mehr geän­dert; zum Ein­fü­gen der Transpi-​​Fotos reichte die Zeit auch nicht mehr – aber lila­ner ist die end­gül­tige Fas­sung immer­hin gewor­den…)
Treff­punkt: 14:45 h, vor DGB-​​Haus [obwohl wir durch­aus nicht nur für den Geschlechter-​​, son­dern auch für den Klas­sen­kampf etwas übrig haben: nicht ganz ohne Hin­ter­sinn ;-)], Kleist-​​/​Keithstraße.
Wir wer­den uns dann – wie uns das für eine gemischte Gruppe bei einer femi­nis­ti­schen Demo ange­mes­sen erscheint – in den hin­te­ren Bereich der Demo ein­rei­hen.
Weil wir noch Farbe und Stoff übrig hat­ten, ist außer­dem ein drit­tes Tran­spi fast fer­tig: „Schlam­pen con­tra Patri­ar­chat.“ – Falls wel­che Sams­tag­mit­tag noch kurz­fris­tig etwas Malen wol­len, hät­ten wir sogar immer noch Stoff und lila Farbe zu spen­den.
Bei lesa­rion hat sich mitt­ler­weile eine umfang­rei­che Dis­kus­sion zu den Transpi-​​Texten ent­wi­ckelt:
http://​de​.lesa​rion​.com/​f​o​r​u​m​/​f​o​r​u​m​_​a​n​t​w​o​r​t​_​v​e​r​3​.​p​h​p​?​b​l​o​c​k​=​1​&​a​m​p​;​i​d​=​3​14032.

  1. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​0​8​/​n​a​c​h​-​v​o​r​n​e​-​z​u​r​u​e​c​k​-​z​u​-​e​i​n​e​m​-​k​a​e​m​p​f​e​r​i​s​c​h​e​n​-​f​e​m​i​n​i​smus/ [zurück]
Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Männliches doing gender kritisieren; De-Konstruktion POLITISIEREN – Vorschlag für 2 Slutwalk-Transpis

Am 13.8. fin­det in Ber­lin – wie auch in ande­ren Städ­ten in der BRD – ein Slut­walk gegen Ver­ge­wal­ti­gun­gen und schuld­um­keh­rende Ver­ge­wal­ti­gungs­my­then, die den Ver­ge­wal­tig­ten Schuld an den Ver­ge­wal­ti­gun­gen geben, statt (Über­sicht über die web-​​Präsensen sowie die Start­orte und -zeit­punkte: http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​7​/​3​1​/​t​e​r​m​i​n​e​-​u​n​d​-​a​n​d​e​r​e​-​h​i​n​w​e​i​se-3/).

Gibt es viel­leicht wel­che, die Inter­esse hät­ten, bei dem Ber­li­ner Slut­walk einen Mini­block mit zwei Trans­pis zu bil­den?
Tran­spi 1: „Ver­ge­wal­ti­gen ist männ­li­ches doing gen­der
Tran­spi 2: „Geschlech­ter abschaf­fen – Män­ner zuerst abschaf­fen.“

Falls es einer politisch-​​theoretischen Begrün­dung /​ Erläu­te­rung bedarf: siehe unten.

Ich habe einen doodle-​​Termin ein­ge­rich­tet: http://​doodle​.com/​5​5​r​s​3​6​r​x​u​u​5​bzhwb . Ich würde vor­schla­gen, etwaig Inter­es­sierte ver­stän­di­gen sich erst ein­mal auf einen pas­sen­den Ter­min und klä­ren dann, ob wir uns gleich zum Transpi-​​Malen tref­fen wol­len oder erst noch mal über den genauen Text reden – und legen dann den jeweils pas­sen­den Ort fest. Für das Malen kämen viel­leicht die ent­spre­chen­den LaD.I.Y.fest-Workshops in Betracht: Mo., 8. Aug., 17-​​20 Uhr und Di., 9. Aug., 14-​​17 Uhr Trans­pis & Pla­kate für den Slut­walk im Café Cralle (http://​www​.lady​fest​.net/​?​p​=3251).

Theoretisch-​​politische Erläuterung/​Begründung

Mir scheint die bei­den vor­ge­schla­ge­nen Paro­len wür­den queer-​​feministische Poli­tik end­lich, nach rund 20 Jah­ren Ver­zö­ge­rung, auf das Radi­ka­li­täts­ni­veau von de-​​konstruktivistischem Femi­nis­mus als Theo­rie brin­gen:

[Die­ser Text als .pdf-​​Datei]

1. doing gen­der (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Neues (von mir) bei Radio FSK

► Die Juli-​​Ausgabe von trans­mit­ter, der Pro­gramm­zeit­schrift des Freien Sen­der Kom­bi­nats (FSK) Ham­burg steht jetzt online zur Ver­fü­gung. Dort ist eine von mir geschrie­bene Rezen­sion

Neue Bro­schü­ren: Stra­te­gien der Antirep-​​Arbeit
http://​www​.fsk​-hh​.org/​f​i​l​e​s​/​t​m​0​7​1​1.pdf, S. 9 – 12

ver­öf­fent­licht. Die Rezen­sion ent­stand im zeit­li­chen und viel­leicht auch gedank­li­chen Zusam­men­hang mit mei­nem Vor­trag bei der Ver­an­stal­tung des Ein­stel­lungs­bünd­nis­ses am 18.05.2011 in Ber­lin.

► Außer­dem gab ich FSK am Frei­tag, den 24.06.2011, also am Tag vor dem Ber­li­ner (t)CSD-Wochenende, ein Inter­view zum Thema

trans­gen­der und femi­nis­ti­sche Orga­ni­sie­rung.
http://​www​.freie​-radios​.net/​41775

Der Mit­schnitt des – recht spon­tan zustande gekom­me­nen und teil­weise mei­ner­seits etwas chao­tisch abge­lau­fe­nen – Inter­views steht mitt­ler­weile online zur Ver­fü­gung. Vgl. zum Kon­text des Interview-​​Themas und -Anlas­ses auch noch:

--- Erneut: Dies­seits der Geschlech­ter­gren­zen – Die Kul­tu­ra­li­sie­rung des Femi­nis­mus als Natu­ra­li­sie­rung der Geschlech­ter­dif­fe­renz

--- De-​​konstruktiv oder destruk­tiv? – queer Les­bia­nis­mus

--- The­men­über­sicht – Kri­tik an der linksliberal-​​antifeministischen poli­ti­schen Linie des trans­ge­nia­len CSD (tCSD) in Ber­lin und des quee­ren main­streams in der BRD über­haupt

und

--- Ter­mine und andere Hin­weise (2).

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

„Männerfeindlichkeit“ und die Arbeit der Zuspitzung

Die­ser Text als .pdf-Datei.

Ich hatte am ver­gan­ge­nen Mitt­woch bedau­ert, daß queer nicht mehr „män­ner­feind­lich“ sei. Nach drei bzw. vier vor­her­ge­hen­den (1, 2, 3, 4) Ein­wän­den, die mich nicht so über­zeug­ten (1, 2, 3, 4), brachte big­mouth die fol­gen­den zwei wei­tere Ein­wände, der mich doch nach­denk­lich mach­ten:

1.

„du meinst halt, man könne „män­ner­feind­lich­keit“ inhalt­lich so beset­zen [gemeint: i.S.e. posi­ti­ven, femi­nis­ti­schen und zugleich anti-​​biologistischen Bedeu­tung]. das halte ich aber für unsinn, weil dafür im all­ge­mei­nen sprach­ge­brauch und auf­fas­sung „mann“ bereits nicht als eine onto­lo­gi­sche bio­lo­gi­sche enti­tät, son­dern als abstreif­bare identität/​rolle wha­te­ver gel­ten müsste. und da glaube ich, dass die ver­wen­dung des begriffs eine „kleine dis­ku­risve Zuspit­zung der Klar­stel­lung“ gar nicht erge­ben würde, son­dern ganz im gegen­teil ein­fach unend­li­che miß­ver­ständ­nisse
selbst wenn das ver­ständ­nis in die­sem sinne vor­läge: etwa ver­gleich­bar ist, mensch würde von sich sagen, „chris­ten­feind­lich“ sein, und damit aber mei­nen, mensch würde auf die abschaf­fung von reli­giö­sem bedürf­nis über­haupt hin­ar­bei­ten. da wären miß­ver­ständ­nisse immer noch vor­pro­gram­miert.“

2.

„außer­dem ist die par­al­lele zu klas­sen­kampf und dik­ta­tur des pro­le­ta­ri­ats extrem frag­wür­dig, weil die mehr­heits­ver­hält­nisse völ­lig anders sind. es geht hier ja nicht um den ant­ago­nis­mus zwi­schen einer mehr-​​ und einer min­der­heit, die auch eine ein­deu­tige hier­ar­chie besit­zen. der ver­gleich hinkt extrem“

Dis­kus­sio­nen pro­vo­zie­ren!

a) „dafür [müßte] im all­ge­mei­nen sprach­ge­brauch und auf­fas­sung ‚mann’ bereits nicht als eine onto­lo­gi­sche bio­lo­gi­sche enti­tät, son­dern als abstreif­bare identität/​rolle wha­te­ver gel­ten.“

Da sind wir in der Tat noch weit von ent­fernt. Und unsere gemein­same Frage scheint mir zu sein, wie wir da hin­kom­men.
Ich würde sagen, die dis­kur­sive Zuspit­zung ist dafür nütz­lich – auch auf das Risiko des Miß­ver­ständ­nis­ses. Denn jedes Miß­ver­ständ­nis ist auch eine gute Gele­gen­heit, um mit Leu­ten ins Gespräch zu kom­men, zu argu­men­tie­ren, zu begrün­den – und klar­zu­stel­len, daß „Män­ner“ nicht der Name zur Bezeich­nung eines bestimm­ten ana­to­misch defi­nier­ten Kol­lek­tivs, son­dern der Begriff zur Bezeich­nung der Trä­ger einer bestimm­ten gesell­schaft­li­chen Pra­xis ist.
Ich komme dar­auf und auf das wei­tere Argu­ment, das in Dei­nen ers­ten bei­den Sät­zen steckt noch zurück.

b) „selbst wenn das ver­ständ­nis in die­sem sinne vor­läge: etwa ver­gleich­bar ist, mensch würde von sich sagen, ‚chris­ten­feind­lich’ sein, und damit aber mei­nen, mensch würde auf die abschaf­fung von reli­giö­sem bedürf­nis über­haupt hin­ar­bei­ten. da wären miß­ver­ständ­nisse immer noch vor­pro­gram­miert.“
Der Hin­weis auf „chris­ten­feind­lich“ ist der Punkt, der mich beson­ders nach­denk­lich gemacht hat. Auch dar­auf komme ich gleich zurück. Aber zunächst ein­mal:

Per­so­nale und ver­sach­lichte Herr­schaft

aa) Wenn ich recht ver­stehe, sagst Du: Im Falle von Reli­gion läge ein der­ar­ti­ges Ver­ständ­nis („abstreif­bare identität/​rolle wha­te­ver“) vor. Und selbst der Fall Reli­gion zeige, wie pro­ble­ma­tisch meine dis­kur­sive Stra­te­gie sei.
Ich würde dem­ge­gen­über sagen: Im Falle von Reli­gion mögen ‚wir’ Athe­is­tIn­nen uns da einig sein. (Aber selbst unter ‚uns’ ist das gar nicht so ein­fach. Wenn ich meine Ableh­nung der Exis­tenz­geld­for­de­rung und meine These, daß auch im Kom­mu­nis­mus gear­bei­tet wer­den müsse, begründe, muß ich mir schon mal den Vor­wurf „pro­tes­tan­ti­sche Arbeits­ethik“ anhö­ren. Und: Wenn ich mit Katho­li­kIn­nen über Dop­pel­mo­ral und das Gesetz vom Wider­spruch dis­ku­tiere, koket­tiere ich auch schon mal mit einer pro­tes­tan­ti­schen Sozia­li­sa­tion… – Also auch da ist das alles nicht so ein­fach abstreif­bar.)
Und ich würde sagen: Im von Dir in Bezug genom­me­nen „all­ge­mei­nen sprach­ge­brauch“ schon gar nicht – auch wenn die Leute sonn­tags kaum zur Kir­che, aber mas­sen­haft zum Kir­chen­tag ren­nen und sich über das ökume­ni­sche Abend­mahl strei­ten: auch da schei­nen ja so etwas wie mas­sive „Leib“-Erfahrungen (wie Butler-​​KritikerInnen sagen würde) auf dem Spiel zu ste­hen.

bb) Und ich würde sagen – und das ist nun der Kern mei­nes Gegen­ar­gu­ments:
Wir müß­ten in der Tat dahin kom­men, daß genauso unbe­fan­gen über „Chris­tIn­nen­feind­lich­keit“ und „Män­ner­feind­lich­keit“ gespro­chen wer­den kann, wie Mar­xis­tIn­nen frü­her unbe­fan­gen vom „Klas­sen­feind“ gespro­chen haben.
Warum haben wir jene Unbe­fan­gen­heit nicht? (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Themenübersicht – Kritik an der linksliberal-antifeministischen politischen Linie des transgenialen CSD (tCSD) in Berlin und des queeren mainstreams in der BRD überhaupt

I. Zur Pro­gram­ma­tik des trans­ge­nia­len CSD

Eine radi­kale Geste mit scha­lem Neben­ge­schmack:

„Auch der Auf­ruf zum trans­ge­nia­len CSD, der am kom­men­den Sams­tag (26.6.[2010]) statt­fin­det […], kommt ohne die Wör­ter ‚femi­nis­tisch‘ und ‚Femi­nis­mus‘ aus, […]. Der A-​​, wenn nicht sogar Anti-​​Feminismus scheint der heim­li­che Kon­sens von kom­mer­zi­el­lem und trans­ge­nia­lem CSD zu sein. Der­ar­ti­gen Ent­wick­lun­gen zuzu­ar­bei­ten war kei­nes­falls das Anlie­gen von Judith But­ler, als sie vor rund 20 Jah­ren gen­der trou­ble schrieb“.

Worum geht es eigent­lich dem trans­ge­nia­len CSD?

queere Glo­ba­li­sie­rung & impe­ria­len Begeh­rens

„Ich hätte ja nun wirk­lich gedacht, daß die linke Dis­kus­sion – zumal bei Leu­ten, die im ver­gan­ge­nen Jahr den main­stream-CSD noch als ‚ras­sis­tisch‘ kri­ti­sier­ten – über ras­sis­ti­sche Struk­tu­ren und deren Repro­duk­tion auch in der Lin­ken längst über den psy­cho­lo­gi­sie­ren­den und indi­vi­dua­li­sie­ren­den Begriff der ‚Vor­ur­teile‘ hin­aus ist; und daß in Zusam­men­hän­gen, die irgend­eine Affi­ni­tät (und sei es bloß als Bünd­nis­part­ne­rIn­nen) zur auto­no­men Szene haben, nicht nur die Frage gestellt wird ‚Wie las­sen sich Kon­flikte fried­lich lösen?‘, son­dern auch die Fra­gen: ‚Ist es immer mög­lich und wün­schens­wert Kon­flikte ‚fried­lich’ zu lösen?‘ und: ‚Sind ‚Gewalt­si­tua­tio­nen’ immer etwas, in das wir anschei­nend irgend­wie pas­siv hin­ein­ge­ra­ten und wo wir dann Ori­en­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten haben und dann erst fra­gen müs­sen was wir ‚in’ ihnen tun kön­nen?‘, ‚Kann sich Wider­stand auf das Dogma der ‚gewalt­freien Kom­mu­ni­ka­tion’ fest­le­gen las­sen?‘
Zu die­ser gan­zen Fehlo­ri­en­tie­rung, die den Radi­ka­li­täts­an­spruch des tCSD weder ana­ly­tisch noch stra­te­gisch aus­wei­sen kann, son­dern unter­gräbt und prak­tisch auf eine Dif­fe­renz des kul­tu­rel­len Aus­drucks (Schmuddel-​​look statt Schi­cki­mi­cki) und des bes­se­ren Wol­lens redu­ziert, paßt auch noch, daß bei besag­tem tCSD-​​Treffen als Auf­gabe der – nach den sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen des Vor­jah­res – für die­ses Mal zu schaf­fen­den awa­ren­ess-Struk­tur ‚Dees­ka­la­tion‘ (!) genannt wurde. Dees­ka­la­tion statt Par­tei­lich­keit! – aber: ach wie radi­kal sind wir und was für eine Spießer-​​Organisation ist der LSVD, der nur in der Mitte der Gesell­schaft ankom­men will.“
Kom­men­tar vom 06. Mai 2011; 17:54 Uhr

Trans­ge­nia­ler CSD 2011 in Ber­lin ohne offi­zi­el­len Auf­ruf?

„Der struk­tu­relle Begriff ‚Patri­ar­chat‘ ist also weg­ge­fal­len, und allein der auf ein­zelne Äuße­run­gen und Hand­lun­gen fokus­sie­rende Aus­druck ‚Sexis­mus‘ ste­hen­ge­blie­ben. [5] ‚Kapi­ta­lis­mus‘ wurde durch den aus glei­chem Grund zwei­deu­ti­gen Aus­druck ‚Klas­sis­mus‘ ersetzt. [6] Der immer­hin kon­krete, mate­ri­elle Hand­lun­gen benen­nende Begriff ‚Hete­ro­se­xis­mus‘ wurde weg­ge­las­sen; statt des­sen wird jetzt mit dem Begriff ‚Hete­ro­nor­ma­ti­vi­tät‘ allein auf ‚Nor­men‘ foku­siert.“

Selek­tive Wahr­hei­ten?

Als queer noch revo­lu­tio­när, aggres­siv und män­ner­feind­lich war – und sein durfte (bis­her 27 Kom­men­tare)

Eine „Revo­lu­tion“, bei der ich nicht den­ken darf, ist nicht meine – Einige Worte zum Ber­li­ner CSD-​​Wochenende 2011

Für einen femi­nis­ti­schen Anti-​​Humanismus!

II. Zur Pra­xis des tCSD

Sexu­elle Beläs­ti­gun­gen beim trans­ge­nia­len CSD in Ber­lin (erschie­nen beim mäd­chen­blog am 28.06.2010)

Umgang bei sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen auf trans­ge­nia­len CSD (erschie­nen bei scharf-​​links am 24.06.2011 [!])

► Kom­men­tar bei indy­me­dia (Wo blei­ben die Argu­mente? – TaP 26.06.2011; 00:00 h)

„Wer/​welche bean­sprucht denn auch nur femi­nis­tisch zu sein?! In den Auf­ru­fen für den trans­ge­nia­len CSD ist das doch das große Tabu-​​Wort. Und des­halb kommt es dann näm­lich zu sol­chen Din­gen, wie dem laxen Umgang mit sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen. Da zei­gen sich die ganz prak­ti­schen Kon­se­quen­zen der poli­ti­schen Linie des quee­ren main­streams.
Und dar­über soll­ten auch die­je­ni­gen – weni­gen – ins Erschre­cken gera­ten, die nicht femi­nis­tisch durch queer erset­zen, son­dern von ‚queer-​​feministisch‘ spre­chen: Wie femi­nis­tisch bzw. anti-​​feministisch die gän­gige queere Pra­xis in der BRD ist, ist eine Debatte, die über­fäl­lig ist.“

III. Vor­schlag für eine feministisch-​​revolutinäre Aus­rich­tung

Back to the future: Für einen femo-​​genialen tCSD 2012!

IV. Zum theo­re­ti­schen und poli­ti­chen Kon­text der Debatte (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Erneut: Diesseits der Geschlechtergrenzen – Die Kulturalisierung des Feminismus als Naturalisierung der Geschlechterdifferenz

nebst einem Vor­schlag, wie revo­lu­tio­när Abhilfe zu schaf­fen ist.

Aus aktu­el­lem Anlaß weise ich hier noch mal auf mei­nen Vor­trag hin, den ich am 14.11.2007 an der Uni­ver­si­tät Ham­burg im Rah­men der Reihe „Jen­seits der Geschlech­ter­gren­zen“ gehal­ten hatte. Unten folgt die schrift­li­che Ankün­di­gung des Vor­tra­ges.
Der münd­li­che Vor­trag selbst wurde am 17.12.2007 und/​oder am 21.01.20081 von 14:00 bis 15:30 vom Ham­bur­ger Sen­der „FSK. Freies Sen­der Kom­bi­nat“ aus­ge­strahlt.
Die Audio-​​Dateien ste­hen bei der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek der FU Ber­lin zum down­load zur Ver­fü­gung: V-GGrenzen-T1_fsk-send-21-01-08_14-15h.ogg und V-GGrenzen-T2_fsk-send-21-01-08_15-16h.ogg (jew. ca. 50 MB; Vortrags-​​Dauer: ca. 1 Std. [Teil 1 + die ers­ten 10 Min. von Teil 2]). Der Katalog-​​Eintrag der Biblio­thek fin­det sich unter die­ser sta­ti­schen URL: http://​edocs​.fu​-ber​lin​.de/​d​o​c​s​/​r​e​c​e​i​v​e​/​F​U​D​O​C​S​_​d​o​c​u​m​e​n​t​_​0​0​0​0​0​0​0​04728. [Die direk­ten links zu den Dateien schei­nen zum unmit­tel­ba­ren Anhö­ren nicht ord­nungs­ge­mäß zu funk­tio­nie­ren, also bitte den Umweg über den Kata­log­ein­trag neh­men und dann in dem Abschnitt „Doku­mente“ auf die Dateien kli­cken.]
Es bie­tet sich an, zum Anhö­ren bspw. den player VLC zu ver­wen­den.

abstract:

Die These von der sozia­len Kon­stru­iert­heit der Geschlech­ter­dif­fe­renz bleibt solange für Re-​​Biologisierungen ver­ein­nahm­bar, wie die Exis­tenz von Geschlech­tern – und seien es mehr als zwei – nicht in Frage gestellt wird. Anhand sozi­al­wis­sen­schaft­li­cher Inter­views mit trans­gen­der people wird gezeigt: Wäh­rend die Pra­xen der befrag­ten Per­so­nen von Sozial-​​ und Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rIn­nen als Beleg für die Insta­bi­li­tät der Geschlech­ter­gren­zen und die Mach­bar­keit von Geschlecht inter­pre­tiert wer­den, prä­sen­tier­ten die Befrag­ten durch­weg essen­tia­lis­ti­sche und viel­fach bio­lo­gis­ti­sche Erklä­run­gen für ihre geschlechternormen-​​inkonformen Pra­xen. Wird den­noch an dem Ziel der Dena­tu­ra­li­sie­rung der Geschlech­ter­dif­fe­renz als wich­ti­ger Vor­aus­set­zung der gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen De-​​Konstruktion von Geschlech­ter­herr­schaft fest­ge­hal­ten, so stellt sich ver­schärft die Frage nach der geeig­ne­ten poli­ti­schen und theo­re­ti­schen Stra­te­gie zur Dena­tu­ra­li­sie­rung der Geschlech­ter. Judith But­ler hatte zwar schon in „Kör­per von Gewicht“ gewarnt: „Die Auf­gabe besteht […] nicht darin, Sub­jekt­po­si­tio­nen im exis­tie­ren­den Sym­bo­li­schen, im der­zei­ti­gen Bereich der Kul­tur­fä­hig­keit, zah­len­mä­ßig zu ver­viel­fa­chen“. Und Cor­ne­lia Klin­ger unter­schied zwi­schen Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und Dekon­struk­ti­vis­mus. Mit ers­te­rem ver­binde sich die Ten­denz zur Tole­ranz, ja Indul­genz gegen­über allen mög­li­chen, undis­kri­mi­niert und undis­kri­mi­nier­bar hin­zu­neh­men­den kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Par­ti­ku­la­ri­tä­ten und zu einer wei­te­ren Fest­schrei­bung vor­ge­ge­be­ner Iden­ti­tä­ten. Aus einer femi­nis­ti­schen Per­spek­tive müsse, so Klin­ger, nicht nur bearg­wöhnt wer­den, daß Iden­ti­tä­ten fest­ge­schrie­ben wer­den, son­dern dar­über hin­aus, wel­che Iden­ti­tä­ten damit zu Ehren kom­men. Denn aus einer femi­nis­ti­schen Per­spek­tive seien kei­nes­wegs alle Kul­tu­ren gleich­wer­tig und ihre Gleich­ran­gig­keit gleicha­n­er­ken­nens­wert.
Prak­tisch domi­nierte aller­dings in der femi­nis­ti­schen Dis­kus­sion der letz­ten Jahre – auch bei denen die sich auf dekon­struk­ti­vis­ti­sche Theo­rie­an­sätze bezo­gen – die Kri­tik am tat­säch­li­chen und viel­fach auch nur ver­meint­li­chen Essen­tia­lis­mus von Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen. In der Kri­tik am Sepa­ra­tis­mus der Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen gin­gen die aller­meis­ten Dekon­struk­ti­vis­tIn­nen ein Bünd­nis mit jener Hal­tung der Tole­ranz, ja Indul­genz gegen­über allen mög­li­chen, undis­kri­mi­niert und undis­kri­mi­nier­bar hin­zu­neh­men­den kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Par­ti­ku­la­ri­tä­ten – eben nur nicht gegen­über der der sepa­ra­tis­ti­schen Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen – ein. Bio­lo­gis­mus, Essen­tia­lis­mus und Into­le­ranz gegen­über ande­ren (ins­be­son­dere männ­li­chen und trans­gen­der) Iden­ti­tä­ten wurde zum undif­fe­ren­zier­ten Standard-​​Vorwurf gegen Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen. In dem Maße, in dem der Sepa­ra­tis­mus als into­le­rant kri­ti­siert wurde, wur­den andere Iden­ti­tä­ten für unhin­ter­geh­bar erklärt und damit sta­bi­li­siert. Das Ergeb­nis war genau das, wovor But­ler gewarnt hatte: Eine Plu­ra­li­sie­rung von Iden­ti­tä­ten im exis­tie­ren­den Sym­bo­li­schen, d.h. unter fort­ge­setz­ter Domi­nanz des Männ­li­chen.
Was ver­säumt wurde, war eine Refor­mu­lie­rung des in der Tat viel­fach bio­lo­gis­ti­schen Sepa­ra­tis­mus des 70er-​​ und 80er Jahre Femi­nis­mus als stra­te­gi­sche Waffe für eine nicht nur theo­re­ti­sche, son­dern auch poli­ti­sche De-​​Konstruktion der Geschlech­ter, d.h. als femi­nis­ti­schen Stütz­punkt gegen fort­be­ste­hende Män­ner­herr­schaft. In dem Maße, in dem sich para­do­xer Weise aus­ge­rech­net der dekon­struk­ti­vis­ti­sche Femi­nis­mus von der von Moni­que Wit­tig for­mu­lier­ten Per­spek­tive der disap­pearance der Geschlech­ter ver­ab­schie­dete, wurde die Exis­tenz von Geschlech­tern zur unhin­ter­geh­ba­ren Tat­sa­che. Die Umstel­lung der Begrün­dung der Exis­tenz von Geschlech­tern von einer bio­lo­gis­ti­schen auf eine sozial-​​konstruktivistische oder kul­tu­ra­lis­ti­sche Grund­lage und das Zuge­ständ­nis der his­to­ri­schen Wan­del­bar­keit ist danach nur eine Vari­ante des Inva­ri­an­ten.
Als Abhilfe wird eine Wie­der­ein­füh­rung der Kate­go­rie „Herr­schaft“ in femi­nis­ti­sche Ana­ly­sen vor­ge­schla­gen. Nur in dem Maße, in dem Pro­zesse der Kon­struk­tion von Geschlecht als Herr­schafts­pra­xen erkannt wer­den, wird es mög­lich sein, anstelle der Indul­genz gegen­über Geschlech­tern eine Wie­der­auf­nahme des Kamp­fes für das Ver­schwin­den der Geschlech­ter zu set­zen. (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Transgenialer CSD 2011 in Berlin ohne offiziellen Aufruf?

-- Die­ser Text jetzt als .pdf-Datei und mit einer Kor­rek­tur der Fuß­note 7 --

Für den heu­ti­gen trans­ge­nia­len CSD (tCSD) [0] scheint [1] es kei­nen gemein­sam getra­ge­nen Auf­ruf zu geben. Ges­tern wurde im blog des tCSD in der Rubrik „Presse“ ein „Bei­trag zum Motto des Trans­ge­nia­len CSD 2011“ über­schrie­be­ner Text ver­öf­fent­licht (siehe dort oder auch dort – meine Hv.). Die­ser Text weicht an eini­gen Stel­len in inhalt­li­cher und sti­lis­ti­scher Hin­sicht erheb­lich von dem zuletzt als Aufruf-​​Entwurf dis­ku­tier­ten Text ab.

Soweit ich direkt an der For­mu­lie­rung der nun weg­ge­las­se­nen oder umfor­mu­lier­ten Stel­len betei­ligt war, so seien diese hier ver­merkt:

► Im Abschnitt „Daten hel­fen da auch nicht wei­ter!“ heißt es jetzt – in Bezug auf den Zen­sus 2011 – „Auf Grund­lage der Kate­go­rien wird wei­ter­hin dis­kri­mi­nie­rende Poli­tik gemacht.“ Zuvor waren an die­ser Stelle – statt der vage Rede von „diskriminierende[r] Poli­tik“ [2] – bei­spiel­haft einige gesell­schaft­li­che Grup­pen genannt, gegen die in der BRD Poli­tik gemacht wird. In der Aufruf-​​Diskussion hatte ich in Bezug auf andere Text­stel­len vor­ge­schla­gen gehabt, den indi­vi­dua­li­sie­ren­den Begriff „Dis­kri­mi­nie­rung“ durch die struk­tu­rel­le­ren Begriffe „Herr­schaft und Aus­beu­tung“ zu erset­zen.

► Im Abschnitt der jetzt die Über­schrift „Zwei-​​Geschlechter-​​Ordnung abschaf­fen!“ trägt, steht nun: „Wir stel­len uns gegen eine Ord­nung, die nur zwei Geschlech­ter kennt und alle Men­schen, die sich nicht einem Geschlecht zuord­nen wol­len und_​oder kön­nen, stig­ma­ti­siert!“ (meine Hv.) Zuvor stand an die­ser Stelle: „Wir stel­len uns gegen die Zwei-​​Geschlechter-​​Ordnung, wel­che alle Men­schen, die sich nicht einem Geschlecht zuord­nen wol­len und_​oder kön­nen, stig­ma­ti­siert!“

Die neue For­mu­lie­rung („die nur zwei Geschlech­ter kennt“) impli­ziert im Gegen­satz zur alten eine Stra­te­gie der Ver­viel­fa­chung der Geschlech­ter. Ich plä­diere dage­gen in Anschluß an Über­le­gun­gen von Judith But­ler und Moni­que Wit­tig für die Anstre­bung einer Auf­he­bung aller Geschlech­ter.

(mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio

Kritik essentialistischer Identitätspolitik

I. Die queer-​​dekonstruktivistische Kri­tik essen­tia­lis­ti­scher Iden­ti­täts­kon­zep­tio­nen

„[…], gen­der is always a doing, though not a doing by a sub­ject who might be said to preexist the deed. […]. There is no gen­der iden­tity behind the expres­si­ons of gen­der; that iden­tity is per­for­ma­tively con­sti­tu­ted by the very ‚expres­si­ons’ that are said to be its results.”
(Judith But­ler, Gen­der trou­ble, New York /​ Lon­don, 1990, 25).

„[…] gen­der ist ein Tun, wenn auch nicht das Tun eines Sub­jekts, von dem sich sagen ließe, daß es bereits vor der Tat exis­tierte. […]. Hin­ter den Äuße­run­gen von Geschlecht* liegt keine Geschlechts­iden­ti­tät, viel­mehr wird diese Iden­ti­tät gerade per­for­ma­tiv durch diese ‚Äuße­run­gen’ kon­sti­tu­iert, von denen gesagt wird, daß sie das Resul­tat jener Iden­ti­tät seien.“ (eigene Über­set­zung)
* gemeint sind: ver­ge­schlecht­li­che Hand­lun­gen, kul­tu­relle Codes etc.

„If gen­der attri­bu­tes, howe­ver, are not expres­sive but per­for­ma­tive*, then the­ses attri­bu­tes effec­tively con­sti­tute the iden­tity they are said to express or reveal. The dis­tinc­tion bet­ween expres­sion and per­for­ma­ti­vi­ness is cru­cial. If gen­der attri­bu­tes and acts, the various ways, in which a body shows or pro­du­ces its cul­tu­ral signi­fi­ca­tion, are per­for­ma­tive, then there is no preexis­ting iden­tity by which an act or attri­bute might be mea­su­red; […]“
(Judith But­ler, Gen­der Trou­ble, Rout­ledge: New York, 1990, 141).

* per­for­ma­tive (≈ her­vor­brin­gend) ‹ lat. per-​​ (= durch und durch, völ­lig, von Grund auf) + lat. for­mare (= gestal­ten, bil­den).

„Wenn die Eigen­schaf­ten der Geschlech­ter nicht aus­drü­ckend, son­dern her­vor­brin­gend [prä­zi­ser: her­vor­ge­bracht, TaP] sind, dann kon­sti­tu­ie­ren diese Eigen­schaf­ten die Iden­ti­tät, von der behaup­tet wird, daß sie sie aus­drü­cken oder offen­ba­ren wür­den. Die Unter­schei­dung zwi­schen Aus­druck und Per­for­ma­ti­vi­tät [Her­vor­brin­gung] ist zen­tral: Wenn die Eigen­schaf­ten der Geschlech­ter und die geschlecht­li­chen Hand­lun­gen, die ver­schie­de­nen For­men, in denen ein Kör­per seine kul­tu­relle Bedeu­tung zeigt oder pro­du­ziert, per­for­ma­tiv sind, dann gibt es keine vor­gän­gig exis­tie­rende Iden­ti­tät, an der diese Eigen­schaf­ten oder Hand­lun­gen gemes­sen wer­den könn­ten, […].“ (eigene Über­set­zung)

„[…] das Poli­ti­sche besteht […] gerade darin, […] Iden­ti­tä­ten immer wie­der neu zu kon­sti­tu­ie­ren.“
(Sabine Hark, S. 107; s. genaue Lit.angabe in der FN)

II. queer avant la lettre – Jenny Bour­nes Kri­tik am iden­ti­täts­po­li­ti­schen main­stream der 1980er Jahre

Jenny Bourne, Home­lands of the minds, Jüdi­scher Femi­nis­mus und Iden­ti­täts­po­li­tik (1987 oder spä­ter, aber vor 1992) (mit einer Vor­be­mer­kung von 1992)
in: dies. /​ A. Siva­n­an­dan /​ Fiz Fekete
From Resis­tance to Rebel­lion. Texte zur Rassismus-​​Diskussion
Schwarze Risse /​ Rote Straße: Berlin/​Göttingen, 1992, 109 – 145.

„Die Poli­tik der Iden­ti­täts­fin­dung betrach­tet das Erken­nen und das Ent­de­cken der eige­nen Iden­ti­tät als obers­tes Ziel. […]. Der große Feh­ler besteht darin, Iden­ti­täts­fin­dung als ein Ziel und nicht so sehr als Mit­tel zu begrei­fen. […]. Iden­ti­tät ist [aber im Gegen­satz dazu, TaP] nicht so sehr eine Vor­aus­set­zung für poli­ti­sches Han­deln, son­dern sie ent­steht oft erst dar­aus.“ (144).1

„Iden­ti­täts­po­li­tik ist zur Zeit der große Ren­ner. Aus­beu­tung ist ‚out’ und gilt als von außen her deter­mi­niert. Unter­drü­ckung ist ‚in’ und gilt als von innen her­aus per­sön­lich. Die Frage nach dem rich­ti­gen Han­deln wurde durch die Frage nach dem rich­ti­gen Sein ersetzt. Wer bin ich? Die poli­ti­sche Kul­tur ist von einer Poli­tik des Kul­tu­rel­len abge­löst wor­den. Die mate­ri­elle Welt hat sich ins Meta­phy­si­sche ver­flüch­tigt. Die Schwar­zen, die Frauen, die Les­ben und Schwu­len, alle haben sich auf die Suche nach ihrer Iden­ti­tät bege­ben.“ (110, s.a. 112, 114). (mehr…)

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio