Tag-Archiv für 'arbeitermacht'

Die nächste Runde des Bilanzierens

Die Gruppe Arbei­ter­macht

Die NaO und der Weg zu einer revo­lu­tio­nä­ren Par­tei – eine Ant­wort auf RIO

http://​arbei​ter​macht​.de/​i​n​f​o​m​a​i​l​/​8​9​5​/​r​i​o.htm

nimmt Stel­lung zu RIO:

„Die NAO ist geschei­tert“

https://​www​.klas​se​ge​gen​klasse​.org/​d​i​e​-​n​a​o​-​i​s​t​-​g​e​s​c​h​e​i​tert/

und

Wel­cher Weg zu einer revo­lu­tio­nä­ren Par­tei?

https://​www​.klas​se​ge​gen​klasse​.org/​w​e​l​c​h​e​r​-​w​e​g​-​z​u​-​e​i​n​e​r​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​e​n​-​p​a​rtei/

Auch Gen. sys­tem­crash hat sich nach län­ge­rem Krankenhaus-​​Aufenthalt zur Debatte zu Wort gemel­det:

his­to­ri­sche Auf­ar­bei­tung als Poli­ti­ker­satz?

https://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​6​/​0​8​/​0​6​/​b​l​o​g​-​i​n​t​e​r​n​-​h​i​s​t​o​r​i​s​c​h​e​-​a​u​f​a​r​b​e​i​t​u​n​g​-​a​l​s​-​p​o​l​i​t​i​k​e​r​satz/

und sei hier mit bes­ten Wün­schen für die Rekon­va­les­zenz ver­linkt.

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Planspiele

Im Som­mer war das Spek­ta­kel zu erle­ben, daß gerade die­je­ni­gen, die

  • seit dem Früh­jahr 2012 die größ­ten Hoff­nun­gen mit einem Wahl­sieg von SYRIZA ver­ban­den (Micha Prütz [NAO]: „es besteht die Chance, im Inter­esse der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung, im Inter­esse der Mehr­heit der Lohn­ab­hän­gi­gen, einen Bruch mit der herr­schen­den Logik her­bei­zu­füh­ren.“)
  • die nach dem – im Jan. 2015 dann tat­säch­lich erfolg­ten – Wahl­er­folg am lau­tes­ten jubel­ten (Marx 21: „Der Erfolg von Syriza ist auch ein Sieg der Men­schen, die in den letz­ten Jah­ren gegen die Kür­zungs­po­li­tik auf die Straße gegan­gen sind.“ /​ GAM: „die­ser Wahl­aus­gang [ist] auch ein Zei­chen gegen die Kür­zun­gen, gegen die Mas­sen­ver­ar­mung in Grie­chen­land.“)
  • deren befreun­de­ten Orga­ni­sa­tio­nen in Grie­chen­land SYRIZA-​​Entrismus betrie­ben (Marx 21 /​ DEA) oder die vom deut­schen Schreib­tisch aus SYRIZA, KKE und ANT­AR­SYA auf­for­der­ten, zusam­men eine „Arbei­ter­re­gie­rung“1 (GAM) bzw. „Links­re­gie­rung […] ohne bür­ger­li­che Par­teien“2 (NAO) zu bil­den
  • und die etwaige vor­han­dene Zwei­fel an der Rich­tig­keit des Weges (Plan A) von SYRIZA jeden­falls gut zu ver­ste­cken wuß­ten,

auf ein­mal laut­hals einen „Plan B“ for­der­ten.

  • Die Liga für die 5. Inter­na­tio­nale, zu der in Deutsch­land die GAM gehört, hatte auf ein­mal einen ganz ein­fa­chen und kla­ren Plan: „the Greek working class must make the coun­try ungo­vernable.“
  • Und die Marx21-​​Mitglieder Janine Wiss­ler und Nicole Gohlke for­der­ten Mut zum Eurozonen-​​Austritt: „Letzt­lich hat es aber die Linke in Europa ver­säumt, ernst­hafte Über­le­gun­gen für einen Plan B zu ent­wi­ckeln. In den Ver­hand­lun­gen mit den Gläu­bi­gern hat sich die Links­re­gie­rung damit jeg­li­cher Alter­na­ti­ven beraubt. Durch den Ver­zicht auf einen Plan B blieb am Ende nur eine ein­zige Option: Um jeden Preis im Euro zu blei­ben.“
  • Und auch Micha Prütz hatte auf ein­mal alles schon vor­her gewußt: „Dabei kommt die Nie­der­lage von SYRIZA nicht über­ra­schend, denn die grie­chi­sche Regie­rung hat nicht ernst­haft über Alter­na­ti­ven zum jetz­ti­gen Sys­tem und der EU disk­tu­iert.“ (meine Hv.)

Ich selbst stelle damals die These auf, „Kapi­ta­lis­mus ohne Euro“ – das sei „auch kein Zucker­schle­cken“, und stellte die skep­ti­schen Fra­gen:

„‚Letzt­lich hat es … die Linke in Europa ver­säumt, ernst­hafte Über­le­gun­gen für einen Plan B zu ent­wi­ckeln.’ Ja, aber was heißt das denn? – jetzt, nach­dem die SYRIZA-​​Regierung ein hal­bes Jahr im Amt ist; nach­dem Tsi­pras die Brüs­se­ler Ver­ein­ba­rung unter­schrie­ben hat; nach­dem das grie­chi­sche Par­la­ment die ers­ten bei­den gefor­der­ten Geset­zes­pa­kete ver­ab­schie­det hat – und nach­dem die­ser Plan B (der im übri­gen viel­leicht schon immer hätte der ‚Plan A’ sein sol­len) nicht exis­tiert? […] Kann die Stra­te­gie mit­ten im Kampf gewech­selt wer­den, ohne die Truppe dar­auf vor­zu­be­rei­ten?“

Die Idee, daß das Pro­blem nicht im Feh­len eines Reser­ve­plans B (für den Fall, daß der ver­meint­lich gut durch­dachte Plan A über­ra­schen­der­weise schei­tert) liegt, son­dern es schon an einem trag­fä­hige Plan A fehlte, hatte damals auch Leo Meyer von der Mar­xis­ti­schen Lin­ken (die 2014 unter dem Motto „ökolo­gisch, eman­zi­pa­to­risch, femi­nis­tisch, inte­gra­tiv“ von Mit­glie­dern eines Flü­gels der DKP und ande­ren Lin­ken gegrün­det wurde):

„Wenn die SYRIZA-​​geführte Regie­rung keine Mög­lich­keit hatte, die Gegen­seite zu irgend­et­was zu zwin­gen, dann nicht weil sie kei­nen ‚Plan B‘ in der Tasche hatte, son­dern weil sie bei ande­ren Regie­run­gen keine Ver­bün­de­ten fin­den konnte, und weil die Linke in den ande­ren euro­päi­schen Län­dern – vor allem in Deutsch­land – kei­nen ‚Plan A‘ hatte, um die Stärke zu ent­wi­ckeln mit der sie die Regie­run­gen zu Zuge­ständ­nis­sen hätte zwin­gen kön­nen.“

(http://​kom​mu​nis​ten​.blog​sport​.de/​2​0​1​5​/​0​8​/​1​1​/​f​u​e​r​-​e​i​n​e​n​-​p​l​a​n​-​a​-​f​u​e​r​-​e​i​n​e​n​-​p​l​a​n​-​a​-​k​o​m​m​e​n​t​a​r​-​v​o​n​-​l​e​o​-​m​a​y​e​r​-​m​a​r​x​i​s​t​i​s​c​h​e​-​l​inke/)

Die­ser Ver­la­ge­rung der Dis­kus­sion von Fach­sim­pe­lei über die Tak­tik von SYRIZA hin zur Frage nach einer Stra­te­gie zur Ver­än­de­rung des Kräf­te­ver­hält­nis­ses in den ökono­misch, poli­tisch und mili­tä­ri­schen füh­ren­den Län­dern Euro­pas, nament­lich in Deutsch­land, griff nun Tho­mas Sei­bert (Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke) mit einem Papier vom 10. Dezem­ber auf:

Erste Noti­zen zum Plan A einer neuen Lin­ken (nicht nur) in Deutsch­land

das zunächst bei kom​mu​nis​ten​.de ver­öf­fent­licht und inzwi­schen an ver­schie­de­nen Stel­len im Netz ver­linkt bzw. gespie­gelt wurde3.

Dazu haben nun wie­derum Gen. sys­tem­crash und ich ein paar Anmer­kun­gen bei linksunten.indymedia beige­steu­ert:

Das stra­te­gi­sche Dilemma der Lin­ken des 21. Jahr­hun­derts

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​62939.

(mehr…)

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Neues von mir (& anderen) zu Griechenland sowie zu Entrismus-Politik (vulgo: ‚Mitmach-Reformismus‘) bei de.indymedia.org, scharf-links und trend. onlinezeitung – Lesestoff fürs Wochenende

1.a) Die junge Welt berich­tet in ihrer heu­ti­gen Aus­gabe über eine Pres­se­kon­fe­renz, die der LAE-​​Fraktionsvorsitzende am Don­ners­tag­abend in Athen gab

Refe­ren­dum über die EU:

Grie­chen­lands neue Links­par­tei LAE will das Land in der Euro­päi­schen Union hal­ten – aber nicht um jeden Preis

http://​www​.jun​ge​welt​.de/​2​0​1​5​/​0​9​-​0​5​/​0​3​4.php

b) Da der Text ges­tern Abend schon online war, konnte ich mir nicht ver­knei­fen, dazu gleich mal ein paar Anmer­kun­gen bei de​.indy​me​dia​.org zu ver­öf­fent­li­chen:

(mehr…)

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Die neue Liebe der GAM – nach der Enttäuschung über SYRIZA nun die britische Labour Party…

Gen. sys­tem­crash hat einen neuen Arti­kel auf der Home­page der Gruppe Arbei­ter­macht (GAM) kom­men­tiert:

GAM-​​ „Inter­na­tio­nale“: Heran an die sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Mas­sen!

https://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​5​/​0​8​/​1​5​/​g​a​m​-​i​n​t​e​r​n​a​t​i​o​n​a​l​e​-​h​e​r​a​n​-​a​n​-​d​i​e​-​s​o​z​i​a​l​d​e​m​o​k​r​a​t​i​s​c​h​e​n​-​m​a​ssen/

und beschäf­tigt sich kri­tisch mit den maß­lo­sen Hoff­nun­gen, die die GAM in die Kan­di­da­tur von Jeremy Cor­byn inves­tiert. – Die L5I scheint wirk­lich nichts aus ihrer ent­täusch­ten Liebe zu SYRIZA – siehe dazu kürz­lich mei­nen Arti­kel:

Selbst­kri­tik wäre eine Alter­na­tive gewe­sen… – zum gest­ri­gen Text der L5I (‚GAM-​​Internationale‘) zu Grie­chen­land

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​5​/​0​7​/​1​2​/​s​e​l​b​s​t​k​r​i​t​i​k​-​w​a​e​r​e​-​e​i​n​e​-​a​l​t​e​r​n​a​t​i​v​e​-​g​e​w​e​s​e​n​-​z​u​m​-​g​e​s​t​r​i​g​e​n​-​t​e​x​t​-​d​e​r​-​l​5​i​-​g​a​m​-​i​n​t​e​r​n​a​t​i​o​nale/ -

gelernt zu haben.

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NaO-Prozeß – Nachrufe auf einen vor 2 Jahren Verstorbenen…

Ich war ja 2011 bis 2013 – eine ganze Zeit und ziem­lich aktiv – am „NaO-​​Prozeß“ betei­ligt. Ziel die­ses Pro­zes­ses war – so jeden­falls das Aus­gangs­pa­pier, das ich noch nicht mit­dis­ku­tiert und mit­ge­schrie­ben hatte – eine spek­tren­über­grei­fende, revo­lu­tio­näre neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (NAO) auf­zu­bauen: „Die neue Orga­ni­sa­tion wird revo­lu­tio­när sein oder sie wird gar nicht sein.“

Die­ser Pro­zeß war dann im Früh­herbst 2013 vor­bei:

  • Die eine woll­ten nun ‚end­lich‘ eine NAO grün­den, die inzwi­schen aber nicht mehr revo­lu­tio­när, son­dern „breit“ sein sollte.
  • Und die ande­ren hiel­ten – obwohl sie erst spä­ter dazu­ge­sto­ßen waren – an dem ursprüng­li­chen Ziel, eine revo­lu­tio­näre Orga­ni­sa­tion auf­bauen zu wol­len, fest, aber eben dafür die Zeit noch nicht reif. Als Zwi­schen­schritt plä­dier­ten sie für die Bil­dung eines Blocks (Bünd­nis­ses) revo­lu­tio­nä­rer Grup­pen: Dabei woll­ten die Ers­te­ren nicht mit­ma­chen, und Letz­tere selbst (ich ein­ge­schlos­sen), also wir, beka­men es auch nicht hin… – soweit, so uner­freu­lich.

Die ande­ren grün­de­ten dann im Feb. 2014 trotz­dem eine lokale NAO in Ber­lin – also eine gemein­same Orga­ni­sa­tion mit Indi­vi­dual­mit­glied­schaft.

Die Gruppe Arbei­ter­macht (GAM) schlug sich dabei auf Sei­ten der­je­ni­gen, die schnell grün­den woll­ten: Weil sie schnell eine Orga­ni­sa­tion und kein/​en Block/​Bündnis wollte, schlug sie sich auf die Seite, der­je­ni­gen, die schnell grün­den woll­ten – auch wenn letz­tere wie­derum keine revo­lu­tio­näre, son­dern eine „breite“ NaO woll­ten. Im NaO-​​Prozeß-​​Jargon hieß diese Tak­tik „Fischteich-​​Modell“: (mehr…)

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Noch einmal zur Kritik des „Verrats“-Begriffs

Ich hatte ges­tern die Ver­wen­dung des „Verrats“-Begriffs durch die Liga für die 5. Inter­na­tio­nale (L5I – in Deutsch­land: Gruppe Arbei­ter­macht [GAM]) in Bezug auf die aktu­elle Poli­tik der grie­chi­schen Regie­rungs­par­tei SYRIZA kri­ti­siert. Heute wirft sich nun das Lower Class Maga­zine (LCM) – in Kri­tik an Posi­tio­nen aus dem IL/​-​​Block­upy-Spek­trumfür den Verrats-​​Begriff in die Bre­sche:

In Grie­chen­land wie im Rest der EU nen­nen viele Linke das Vor­ge­hen von Syriza ‚Ver­rat‘. Anders sieht das der ‚Akti­vist und Phi­lo­soph‘ Tho­mas Sei­bert in einer ges­tern erschie­ne­nen Ver­tei­di­gungs­schrift für Tsi­pras im Neuen Deutsch­land. Er meint: ‚Das Verrats-​​Krakeele ist vor die­sem Hin­ter­grund eine unge­heu­er­li­che Anma­ßung, ebenso lächer­lich wie wider­wär­tig.‘ Kon­rad Duden könnte ihn eines bes­se­ren Beleh­ren. Ver­rat bedeu­tet im Deut­schen ‚Bruch eines Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses, Zer­stö­rung des Ver­trau­ens durch eine Hand­lungs­weise, mit der jemand hin­ter­gan­gen, getäuscht, betro­gen o. Ä. wird, durch Preis­gabe einer Per­son oder Sache.‘ Die Sache, die preis­ge­ge­ben wurde, ist das Pro­gramm der Par­tei Syriza, um das herum sich die Akti­vis­tIn­nen die­ser Par­tei orga­ni­sier­ten, und wegen des­sen die­ser Par­tei im par­la­men­ta­ri­schen Wahl­spek­ta­kel Men­schen ihre Stimme gaben.
Dass Syriza ihr Pro­gramm und ihre Ver­spre­chen preis­ge­ge­ben hat, daran kann keine halb­wegs nüch­terne Beob­ach­te­rin zwei­feln. Wofür Sei­bert argu­men­tiert, ohne es zu wis­sen, ist nicht, dass es sich nicht um Ver­rat – oder nen­nen wir es neu­tra­ler: die völ­lige Preis­gabe der eige­nen Pro­gram­ma­tik und Wahl­ver­spre­chen – han­delt. Er argu­men­tiert, ähnlich wie ein zum glei­chen Zeit­punkt erschie­ne­nes Papier einer Blockupy-​​Delegation viel­mehr, dass die­ser Ver­rat das ‚klei­nere Übel‘ zum Abbruch der Ver­hand­lun­gen und zum Aus­tritt aus EU und Euro-​​Zone wäre und es für die grie­chi­sche Links­par­tei keine Alter­na­tive zum Ver­rat gab.

Ohne mei­ner­seits die bei­den vom LCM kri­ti­sier­ten Texte voll­stän­dig rich­tig zu fin­den (den Seibert-​​Text habe ich bis­her nicht ein­mal gele­sen) – und zumal ohne die grund­sätz­li­che Blockupy/​IL-​​Linie rich­tig zu fin­den (s. z.B. 1 und 2) –, möchte ich doch fol­gende Anti-​​Kritik gegen die LCM-​​Argumentation vor­brin­gen:

1. Sprach­lich, da auch das Maga­zin der nie­de­ren Klas­sen den Duden liest:

Der Duden schreibt zutref­fen­der­weise nicht, daß „Ver­rat“ „Preis­gabe einer Per­son oder Sache“ bedeute – wie aber das LCM sug­ge­riert -. Viel­mehr schreibt der Duden, daß „Ver­rat“ fol­gen­des bedeu­ten kann: „Zer­stö­rung des Ver­trau­ens durch eine Hand­lungs­weise, mit der jemand hin­ter­gan­gen, getäuscht, betro­gen o. Ä. wird, durch Preis­gabe einer Per­son oder Sache“.

Die Preis­gabe ist also nicht der Ver­rat selbst, son­dern nur der Modus (die Art und Weise), in dem der Ver­rat erfolgt. Das Wich­tige (das Defi­ni­ti­ons­merk­mal) ist das Hin­ter­ge­hen von Ver­trauen, ein Betrü­gen bzw. Täu­schen. Oder anders gesagt: Ein Preis­ge­ben aus Schwä­che oder Man­gel an Analyse/​Einsicht ist kein Ver­rat.

Nun gibt SYRIZA zwar in der Tat gerade einen erheb­li­chen Teil (näm­lich den keyne­sia­ni­schen) ihrer Pro­gram­ma­tik auf. – Aller­dings war von Anfang bekannt, daß die SYRIZA-​​Programmatik auch noch einen ande­ren Teil hat – näm­lich unbe­dingt zur land­läu­fig (und häu­fig auch von SYRIZA-​​PolitikerInnen) „Europa“ genann­ten neo­li­be­ra­len EU und Euro­zone gehö­ren zu wol­len. Und von einem Groß­teil ihrer Wäh­le­rIn­nen ist SYRIZA gerade des­halb gewählt wor­den.

Hier wurde also nie­mand getäuscht, son­dern der Wider­spruch lag offen auf dem Tisch. Und wer den Wider­spruch nicht gese­hen hatte, wurde nicht betro­gen, son­dern war igno­rant oder hatte Illu­sio­nen.

2. Dialektisch-​​materialistisch, da ein klei­ner Teil der nie­de­ren Klas­sen nicht nur den Duden, son­dern auch Karl Marx und ein noch klei­ne­rer Teil sogar Lenin liest:

Karl Marx schrieb in sei­ner – Das Elend der Phi­lo­so­phie (gemeint war die Phi­lo­so­phie des Anar­chis­ten Proud­hon) beti­tel­ten – Schrift:

„Für Herrn Proud­hon hat jede ökono­mi­sche Kate­go­rie zwei Sei­ten, eine gute und eine schlechte. Er betrach­tet die Kate­go­rien, wie der Spieß­bür­ger die gro­ßen Män­ner der Geschichte betrach­tet: Napo­leon ist ein gro­ßer Mann, er hat viel Gutes getan, er hat auch viel Schlech­tes getan. [….]. Zu lösen­des Pro­blem: Die gute Seite bewah­ren und die schlechte besei­ti­gen.“ (MEW 4, 125; vgl. auch LW 20, 19; 39, 96)

‚Das Gute‘ an SYRIZA war also ihr Keyne­sia­nis­mus und ‚das Schlechte‘ an SYRIZA ist also ihr Fest­hal­ten an der neo­li­be­ra­len EU/​Eurozone. Das LCM meint, beide Sei­ten des glei­chen Phä­no­mens SYRIZA aus­ein­an­derrei­ßen zu kön­nen – und des­halb vom „Ver­rat“ durch SYRIZA spre­chen zu kön­nen, wohl sie doch gerade stand­haft an ihrer Prä­fe­renz für die (de facto neo­li­be­rale) EU/​Eurozone fest­hält.

Was wir gerade erle­ben, ist kein Ver­rat von SYRIZA an ihrer Pro­gram­ma­tik und ihren Wäh­le­rIn­nen, son­dern die Ent­wick­lung eines inne­ren Wider­spruchs (in die­sem Fall des inne­ren Wider­spruchs von SYRIZA und ihrer Anhän­ge­rIn­nen); das, was Lenin die „Quelle“, die „trei­bende Kraft“ der geschicht­li­chen „Bewe­gung“ nannte:

„Im eigent­li­chen Sinne ist die Dia­lek­tik die Erfor­schung des Wider­spruchs im Wesen der Dinge selbst“

„Die bei­den grund­le­gen­den […] Kon­zep­tio­nen der Ent­wick­lung […] sind: Ent­wick­lung als Abnahme und Zunahme, als Wie­der­ho­lung, und Ent­wick­lung als Ein­heit der Gegen­sätze (Spal­tung des Ein­heit­li­chen in ein­an­der­aus­schlie­ßende Gegen­sätze und das Wech­sel­ver­hält­nis zwi­schen ihnen). Bei der ers­ten Kon­zep­tion der Bewe­gung bleibt die Selbstbewe­gung, ihre trei­bende Kraft, ihre Quelle, ihr Motiv im Dun­kel (oder diese Quelle wird nach außen ver­legt – Gott, Sub­jekt etc.). Bei der zwei­ten Kon­zep­tion rich­tet sich die Haupt­auf­merk­sam­keit gerade auf die Erkennt­nis der Quelle der ‚Selbst‘bewe­gung.“

(LW 38, 240, 239)

Das LCM, die GAM und alle ande­ren, die SYRIZA gerade „Ver­rat“ vor­wer­fen, ver­le­gen die Quelle der geschicht­li­chen Ent­wick­lung in ein quasi-​​göttliches Sub­jekt Tsi­pras statt die inne­ren Wider­sprü­che von SYRIZA zu unter­su­chen. – Den „nie­de­ren Klas­sen“ ist damit nichts Gutes getan.

PS.:

1. Das Vor­ste­hende heißt nicht, daß ich rich­tig fin­den würde, zu dem heute mor­gen in Brüs­sel Ver­ein­bar­ten „Ja“ zu sagen. Es heißt viel­mehr, daß ich es für not­wen­dig halte, es anders als mit einer Verrats-​​Hypothese zu erklä­ren, warum viele (ver­mut­lich: die aller­meis­ten) in SYRIZA für not­wen­dig (genauer: unver­meid­lich!) hal­ten, dem heute mor­gen Ver­ein­bar­ten zuzu­stim­men.

2. Ich sage aber auch nicht, daß es sinn­voll wäre, wenn SYRIZA hier und heute als Regie­rungs­par­tei die Ver­ein­ba­rung von heute mor­gen ableh­nen und ein Aus­schei­den aus der Euro­zone betreiben/​hinnehmen würde. – Egal, ob inner­halb oder außer­halb der Euro­zone – solange sich das glo­bale Kräf­te­ver­hält­nis nicht ändert (nicht ändern läßt [!], weil ‚wir‘ – wer die­ses ‚wir‘ auch immer genau sein mag – zu schwach sind), gibt es für die Mas­sen in Grie­chen­land weder mit dem einen noch mit dem ande­ren Weg rosige Aus­sich­ten.

3. Wenn Geschichte nach dem Prin­zip ‚Wünsch Dir was…‘ lau­fen würde, würde ich mir wün­schen, daß SYRIZA die grie­chi­sche Regie­rung ver­läßt (in die sie m.E. auch aus ihrem eige­nen Inter­esse als linkssozialdemokratisch-​​keynesianistischer 35 %-Par­tei unter den Bedin­gun­gen der mas­si­ven glo­ba­len neo­li­be­ra­len Hege­mo­nie nie­mals hätte ein­tre­ten sol­len) und als Oppo­si­ti­ons­par­tei die heute mor­gen getrof­fene Ver­ein­ba­rung bekämpft. – Nur wird das nicht statt­fin­den, weil die Geschichte eben nicht nach dem Prin­zip ‚TaP wünscht sich was…‘ läuft.

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Eine Frage an die GAM: Und nun für eine „Arbeiterregierung“ aus ANEL und KKE…?!

Ich lese gerade in der FAZ:

Der Par­tei­chef des rechts­po­pu­lis­ti­schen Koali­ti­ons­part­ners Anel, Panos Kam­me­nos, hat bekannt­ge­ge­ben, dass seine Par­tei am Mitt­woch im grie­chi­schen Par­la­ment gegen den neuen Kom­pro­miss stim­men werde.

http://​www​.faz​.net/​a​k​t​u​e​l​l​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​e​u​r​o​k​r​i​s​e​/​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​/​k​o​m​m​t​-​d​e​r​-​g​r​e​x​i​t​-​n​a​c​h​-​d​e​m​-​r​e​f​e​r​e​n​d​u​m​-​l​i​v​e​-​b​l​o​g​-​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​-​1​3​6​7​1​3​4​9​.html – 18:45 Till­mann Neu­scheler; Hv. v. TaP

Und da liegt mir doch gleich eine Frage an die Gruppe Arbei­ter­macht, die im Februar pos­tu­lierte:

„Wäh­rend wir Syriza gegen die bür­ger­li­chen und reak­tio­nä­ren Angriffe ver­tei­di­gen, genauso klar müs­sen wir den bür­ger­li­chen Koali­ti­ons­part­ner ableh­nen.“

„die Linke in Syriza für den Bruch der Koali­tion kämp­fen und für eine Allein­re­gie­rung von Syriza oder eine Koali­tion mit der KKE ein­tre­ten muss.“

„Eine Syriza-​​Alleinregierung oder eine Koali­tion aus Syriza-​​KKE wäre zwar noch immer eine Regie­rung, die ver­sucht, Refor­men für die Arbei­te­rIn­nen­klasse mit dem bür­ger­li­chen Sys­tem zu kom­bi­nie­ren, also eine „bür­ger­li­che Arbei­ter­re­gie­rung“ – aber sie könnte in der aktu­el­len Lage ein wich­ti­ges Mit­tel sein zur wei­te­ren Zuspit­zung des Klas­sen­kamp­fes“

http://​arbei​ter​macht​.de/​n​i​/​n​i​1​9​6​/​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d.htm

auf der Zunge:

  • Nach­dem sich SYRIZA – nach Ansicht der inter­na­tio­na­len Orga­ni­sie­rung, zu der die GAM gehört (Liga für die 5. Inter­na­tio­nale) – als ‚BetrügerInnen-​​Partei‘ erwie­sen hat (s. dazu meine gest­rige Kri­tik),
  • muß nun also die ’stand­hafte‘ ANEL als die wahre „bür­ger­li­cher Arbei­ter­par­tei“ ange­se­hen und des­halb ab sofort nach 5.-internationaler Logik eine Koali­ti­ons­re­gie­rung von ANEL und KKE als Mit­tel zur „Zuspit­zung des Klas­sen­kamp­fes“ – ‚natür­lich‘ nur damit die Mas­sen ‚ler­nen‘, daß auch dies keine Lösung ist – gefor­dert wer­den?

;)

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Selbstkritik wäre eine Alternative gewesen… – zum gestrigen Text der L5I (‚GAM-Internationale‘) zu Griechenland

Die Liga für die 5. Inter­na­tio­nale (L5I), der in Deutsch­land die Gruppe Arbei­ter­macht (GAM) ange­hört, hat ges­tern einen neuen Text zu Grie­chen­land ver­öf­fent­licht. Ich selbst fragte ges­tern:

„Da müßte sich jetzt aber die Frage anschlie­ßen, wie eine sol­che ‚Kapi­tu­la­tion‘ zustan­de­kommt: Liegt es an der Schlech­tig­keit der han­deln­den Sub­jekte? Oder ist diese ‚Kapi­tu­la­tion‘ viel­leicht sogar das Opti­mum des­sen, was auf dem (parlamentarisch-​​kapitalistischen) Weg, von dem Anfang an klar war, daß ihn SYRIZA geht, raus­kom­men konnte?“

Die Ant­wort der L5I lau­tet: Es liegt an die Schlech­tig­keit der Sub­jekte. Die SYRIZA-​​Führung bestehe aus „Betrü­gern“:

„Alexis Tsi­pras and the lea­dership of Syriza have betrayed the man­date given to them twice by the Greek people.“

so heißt es in dem Text, und das Sub­stan­tiv „betra­yal“ kommt vier wei­tere Male in dem – nicht allzu lan­gen – Text vor. Des­sen Über­schrift lau­tet: „Syriza sur­ren­ders – wit­hout a fight!“ Aber es wird nicht ansatz­weise unter­sucht, warum SYRIZA nicht „kämpft“ und als die SYRIZA, die sie tat­säch­lich ist, auch nicht viel bzw. stark kämp­fen kann.

Es ist keine sechs Monate her, da war der SYRIZA-​​Wahlsieg im Vor­mo­nat anschei­nend auch noch ein GAM-​​Wahlsieg („Ein Wahl­sieg mit Wer­muts­trop­fen“), und es wurde behaup­tet:

„Damit ist die­ser Wahl­aus­gang auch ein Zei­chen gegen die Kür­zun­gen, gegen die Mas­sen­ver­ar­mung in Grie­chen­land.“

Ein „Zei­chen“ viel­leicht schon, aber eben ein Kampf nicht! – Den Unter­schied zwi­schen einem „Zei­chen“ und einem „Kampf“ kannte die GAM anschei­nend schon damals nicht.

Der KKE wurde vor­ge­wor­fen: „Für die KKE stellt jede Syriza-​​Regierung (auch eine Min­der­heits­re­gie­rung) die ‚Fort­set­zung der Unter­wer­fung unter den Euro und den EU-​​Imperialismus‘ dar.“ – Was auch immer an der KKE zu kri­ti­sie­ren sein mag (und auch tat­säch­lich zu kri­ti­sie­ren ist): mal abge­se­hen von dem etwas schwam­mi­gen Aus­druck „Unter­wer­fung unter [… eine Wäh­rung]“ – hatte denn SYRIZA jemals die Mög­lich­keit und auch nur den Wil­len, mit „der Unter­wer­fung unter den Euro und den EU-​​Imperialismus“ zu bre­chen? Nein. SYRIZA wünschte und wünscht sich, Teil des Euro-​​Raums und Teil des impe­ria­lis­ti­schen EU-​​Projekt zu blei­ben, also auch die Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise beste­hen zu las­sen – und es in die­sem Rah­men für ‚Grie­chen­land‘ und viel­leicht ins­be­son­dere die dor­ti­gen Mas­sen etwas net­ter zu haben. – Nicht, daß das nichts wäre, wenn es denn klap­pen würde (könnte) – aber mehr hatte SYRIZA nie ver­spro­chen.

In dem 40 Punkte-​​Programm von SYRIZA (dt. /​ engl.) kom­men – außer an einer Stelle das Wort „Kapi­tal­flucht“ – Wör­ter mit „kapi­tal*“ und „impe­rial*“ nicht vor, statt des­sen wurde sich gewünscht: „Auf­for­de­rung an die EU, die Rolle der EZB so zu ändern, dass sie Staa­ten und öffent­li­che Inves­ti­ti­ons­pro­gramme finan­ziert.“

An SYRIZA (selbst) hat­ten die „revo­lu­tio­näre Kom­mu­nis­tIn­nen“ von der GAM im Februar trotz­dem nichts zu kri­ti­sie­ren1 – nur an der Ent­schei­dung, mit ANEL zu koalie­ren, wurde her­um­ge­mä­kelt: (mehr…)

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Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

„ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

Ergän­zend schrieb ich:

„Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

Dazu fragte nun Mat­tis:

„‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

1. Der Zweck einer NaO

Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)

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Lieber linke und nicht ganz so linke Texte lesen als christlich feiern

1.

Im lower class maga­zine und gespie­gelt bei indy­me­dia wurde ein recht inter­es­san­tes Papier zum Thema Klas­sen­ana­lyse ver­öf­fent­licht:

My Class My Pride
.pdf-​​Datei: http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​K​l​a​s​s​e​n​a​n​a​l​y​s​e.pdf
.html-​​Version: https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​01435

Lei­der wird nicht dar­ge­stellt, wel­che kon­kre­ten poli­ti­schen Kon­se­quen­zen – außer daß Klas­sen­be­zug wich­tig ist – nach Ansicht der Auto­rIn­nen aus der Ana­lyse fol­gen sol­len.

2.

Die Inter­na­tio­nale, deren deut­sche Sek­tion die Revo­lu­tio­näre Inter­na­tio­na­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (RIO) ist, hat ein Mani­fest

Für eine Bewe­gung für eine Inter­na­tio­nale der Sozia­lis­ti­schen Revo­lu­tion!
kast. (’spa­ni­sche‘) Fas­sung: http://​www​.ft​-ci​.org/​I​M​G​/​p​d​f​/​m​a​n​i​f​i​e​s​t​o​-​2.pdf

geschrie­ben. RIO arbei­tet an einer deut­schen Über­set­zung, die in Kürze fer­tig wer­den soll.

3.

Auch die Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Linke (AKL) in der Links­par­tei hat eine Art Mani­fest geschrie­ben:

Kapi­ta­lis­mus bedeu­tet Krieg, Umwelt­zer­stö­rung und Armut – für eine anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche LINKE!
Auf­ruf zur Neu­grün­dung der Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Lin­ken (AKL) in der LIN­KEN
http://​www​.anti​ka​pi​ta​lis​ti​sche​-linke​.de/​s​e​r​v​e​D​o​c​u​m​e​n​t​.​p​h​p​?​i​d​=​1​3​0​&​a​m​p​;​f​i​l​e​=​2​/​0​/​e​f​0.doc

4.

Ich selbst habe auch etwas geschrie­ben – zwar kein „Mani­fest“, aber eine Bilanz von 2 1/​2 Jah­ren NaO-​​Prozeß:

Nicht ein­mal anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist ERST RECHT nicht revo­lu­tio­när genug!
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​N​i​c​h​t​_​e​i​n​m​a​l​_​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​_​i​s​t​_​e​r​s​t​_​r​e​c​h​t​_​r​e​v.pdf

Die Über­schrift greift die Über­schrift mei­nes Arti­kels

Anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist nicht revo­lu­tio­när genug!
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​1​5​/​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​-​i​s​t​-​n​i​c​h​t​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​-​g​enug/

vom Anfang der NaO-​​Debatte wie­der auf.

5.

Anlaß mei­ner Bilanz ist, daß auch das NaO-​​Manifest von SIB/​GAM am ver­gan­ge­nen Wochen­ende ver­öf­fent­licht wurde:

.pdf-​​Version: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​1​3​1​2​1​5​_​N​A​O​_​M​a​n​i​f​e​s​t.pdf
.html-​​Version: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​m​a​n​i​f​e​s​t​-​f​u​e​r​-​e​i​n​e​-​n​e​u​e​-​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​-​o​r​g​a​n​i​s​a​tion/.

6.

Auch auf den neuen blog mit Doku­men­ten aus der Geschichte des Spar­ta­cus­bun­des sei noch mal hin­ge­wie­sen:

http://​spa​bu​doku​.blog​sport​.eu

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Kapitalismus abschaffen – geht das demokratisch?

Gen. sys­tem­crash und ich haben eine kleine Bro­schüre geschrie­ben:

Vgl. dazu:
http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​e​i​n​e​-​n​e​u​e​-​t​o​l​l​e​-​n​a​o​-​i​d​e​e​-​d​e​n​-​k​a​p​i​t​a​l​i​s​m​u​s​-​d​e​m​o​k​r​a​t​i​s​c​h​-​a​b​s​c​h​a​ffen/.

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Welche recht hat, hat recht: „Arbeitermacht“ contra „Gegenstandpunkt“

http://​www​.arbei​ter​macht​.de/​i​n​f​o​m​a​i​l​/​4​4​7​/​g​e​g​e​n​s​t​a​n​d​p​u​n​k​t.htm

Gegen wen steht der GEGEN­STAND­PUNKT?

Karl Olben, Info­mail 447, 28. Sep­tem­ber 2009

Unter dem Motto „Die Linke wäh­len – eine geeig­nete Alter­na­tive?“ ver­an­stal­tete die Liber­täre Initia­tive Stutt­gart kurz vor der Wahl eine Podi­ums­dis­kus­sion. Rund 60 Leute kamen und für die Mehr­zahl die­ser war ganz offen­kun­dig die Wahl der Links­par­tei keine Option. Wozu aller­dings die Wahl der Links­par­tei eine Alter­na­tive sein sollte bzw. was denn die Alter­na­tive zur Wahl der Links­par­tei sein könnte, blieb weit­ge­hend im Dun­keln.

So ver­zich­te­ten die Ver­an­stal­te­rIn­nen auf eine eigene Stel­lung­nahme. Es wurde völ­lig akzep­tiert, als der Spre­cher von Versus/​GEGENSTANDPUNKT expli­zit auf die Frage nach sei­ner Alter­na­tive ant­wor­tete, dass dies ja nicht Thema des Abends sei.

So spielte die Krise des Kapi­ta­lis­mus, die anste­hen­den Angriffe auf die Lebens-​​ und Arbeits­be­din­gun­gen und die ent­spre­chen­den Auf­ga­ben der poli­ti­schen Lin­ken kaum eine Rolle.

Der Spre­cher der Links­par­tei benannte diese Pro­bleme zwar, erklärte die Posi­tion sei­ner Par­tei dazu, konnte aber – klas­sisch refor­mis­tisch – nicht im Ansatz erklä­ren, wie die Wahl der Links­par­tei mit einer anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Stra­te­gie ver­bun­den wer­den könnte. Damit wurde er ein leich­tes Opfer für die Ver­tre­te­rIn­nen des GEGEN­STAND­PUNKTS, die ele­gant bewie­sen, dass die Par­tei DIE LINKE sys­te­mer­hal­tend sei. Aber dabei blie­ben sie nicht ste­hen; für sie ist jeder Kampf gegen Angriffe oder für Ver­bes­se­run­gen pro-​​kapitalistisch, z.B. für Min­dest­löhne oder gegen den Afgha­nis­tan­krieg.

„Hartz IV? Wer den Kapi­ta­lis­mus nicht rich­tig kri­ti­sie­ren kann, braucht gar nicht erst anzu­fan­gen zu kämp­fen.“ So ihr Spre­cher auf dem Podium. Die Kapi­ta­lis­mus­kri­tik kommt noch schein­bar mar­xis­tisch daher, als Aus­beu­tungs­ob­jekt exis­tiert die Arbei­ter­klasse auch für den GEGEN­STAND­PUNKT. Für ihre Inter­es­sen zu kämp­fen, das aber hat sie sein zu las­sen, solange sie es nicht so tut, wie es den Lehr­meis­tern des GEGEN­STAND­PUNKT gefällt.

Dabei haben diese Damen und Her­ren aber kei­ner­lei eigene Vor­schläge, ihre Kri­tik – die im Ein­zel­fall rich­tig sein kann – bleibt somit rein destruk­tiv. Logi­scher­weise inter­es­sie­ren diese Leute der reale Klas­sen­kampf, die aktu­el­len Kampf­ziele der Arbei­ter­klasse wie auch jene der Bour­geoi­sie über­haupt nicht. Tak­ti­ken und Stra­te­gien sind ihnen unbe­kannt. Geschichte ist Geschichte von Klas­sen­kämp­fen – nicht für die Ideo­lo­gen des GEGEN­STAND­PUNKT.

Für viele Teil­neh­me­rIn­nen die­ser denk­wür­di­gen Podi­ums­dis­kus­sion – ver­mut­lich aus dem anar­chis­ti­schen und auto­no­men Milieu – ist diese Posi­tion sicher eine prima Recht­fer­ti­gung, sich auch wei­ter nur um die eigene Befind­lich­keit zu küm­mern und mög­lichst wenig Berüh­rung mit Poli­tik zu haben. Sie spen­de­ten hef­ti­gen Bei­fall für den GEGEN­STAND­PUNKT. Die Ver­an­stal­ter, die ihrer­seits durch­aus als Antifa und Mit­ver­an­stal­ter der Revo­lu­tio­nä­ren 1.Mai – Demo aktiv sind, müs­sen sich über­le­gen, ob sie nicht selbst ihre Posi­tio­nen pro­gram­ma­tisch erar­bei­ten müs­sen, die sicher eher auf der Linie „Klas­sen­kampf statt Wahl­kampf“ lie­gen, als dem GEGEN­STAND­PUNKT das Feld zu über­las­sen.

[…]. Gerade in Stutt­gart ist mit dem loka­len Bünd­nis „Kri­sen­pro­test“ mit 34 Orga­ni­sa­tio­nen der Lin­ken ein­schließ­lich zweier Gewerk­schaf­ten ein wich­ti­ger Schritt in diese Rich­tung gelun­gen. Der GEGEN­STAND­PUNKT hält sich aus die­sem Kampf nicht nur her­aus, er ist im Klas­sen­kampf nicht nur neu­tral (was so viel heißt wie nicht auf Sei­ten der Arbei­ter­klasse) – er steht mit sei­ner Pro­pa­ganda gegen den Kampf objek­tiv auf der ande­ren Seite der Bar­ri­kade!

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