Tag-Archiv für 'althusser'

Was heißt „strukturell“?

A. „Struk­tur“ laut Duden

1. „Struk­tur der Gesell­schaft“ = „Kon­struk­tion der Gesell­schaft“ (im Unter­schied zur blo­ßen ‚Fassaden-​​Gestaltung’)
2. Struk­tur als etwas, das in Ele­mente geglie­dert ist

B. Die struk­tu­ra­lis­ti­sche „Struktur“-Kategorie

1. Eine prä­zi­sere Bestim­mung des Ver­hält­nis­ses von Struk­tur und deren Ausge­staltung
2. In die­sem Zusam­men­hang – ganz im Sinne von Marx nach dem epistemologi­schen Bruch von 1845 – die Beto­nung des Pri­mats der Struktur(en) über die Indi­vi­duen
3. Die Abgren­zung von der homo­ge­nen hege­lia­ni­schen Totalitäts-​​Kategorie und dem Aus­druck „Sys­tem“ der Sys­tem­theo­rie sowie der Frank­fur­ter Schule (oder vllt. auch eher ihres Umfel­des)

C. Der Unter­schied zum Vor­wort von 1859

D. Die Ein­lei­tung von 1857

E. Ober­flä­chen­phä­no­mene

.pdf-​​Datei (8 Sei­ten + Ankün­di­gung einer Fort­set­zung):
http://​Theo​rie​als​Pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​W​a​s​_​h​e​i​s​s​t​_​s​t​r​u​k​t​u​r​e​l​l.pdf

F. Zusam­men­fas­sung

1. Auf einer (mehr…)

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Was ist subjektivierende Unterwerfung?

Aus­zug aus einem älte­ren und län­ge­ren Text von mir (S. 73 – 74):

Fou­caults Ana­lyse der Macht als pro­duk­tiv ver­hin­dert es nicht, Macht im Zusam­men­hang mit Herr­schaft zu the­ma­ti­sie­ren. Viel­mehr bezieht sich Fou­cault selbst für seine Ana­lyse der Pro­duk­ti­vi­tät der Macht aus­drück­lich auf Marx: (mehr…)

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Warum ich keinE TrotzkistIn bin…

Gen. sys­tem­crash regte ges­tern – auf­grund mei­nes an die FT-​​CI (‚RIO-​​Internationale‘) gerich­te­ten ‚Werbe-​​posts‘ für den struk­tu­ra­len Mar­xis­mus (‚Mao­is­mus‘) – an:

könn­test du die, aus dei­ner sicht, vor­teile der „struk­tu­ra­len“ Marx-​​Interpretation gegen­über den „orthodox-​​trotzkistischen“ auf­as­sun­gen in einem kna­cki­gen the­sen­pa­pier zusam­men­fas­sen und vlt in bezug setz­ten zur aktu­el­len dis­kus­sion über grie­chen­land? das könnte vlt die dis­kus­sion dei­nes anlie­gens etwas erleich­tern ;)

Auf die Schnelle ist mir das – auf­grund der damit ver­bun­de­nen Kom­pli­ka­tio­nen (1, 2) – lei­der nicht mög­lich; aber mir fiel aus die­sem Anlaß wie­der ein, daß ich vor ziem­lich genau 2 Jah­ren einen Text schrieb, in dem ich aus­führte, was mir jeden­falls am Trotz­kis­mus der (von Ernest Man­del stark gepräg­ten) IV. Inter­na­tio­nale nicht behagt.

Ich habe den Text jetzt noch ein­mal Kor­rek­tur gele­sen und mit 2, 3 Ergän­zun­gen in geschweif­ten Klam­mern ver­se­hen und stelle ihn hier­mit online (der Text war damals nicht für eine Ver­öf­fent­li­chung, son­dern für eine pri­vate Dis­kus­sion geschrie­ben):

http://​Theo​rie​als​Pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​A​n​m​_​z​u​r​_​P​r​a​m​b​e​l​_​d​e​r​_​I​V​_​I​n​t​e​r​n​a​t​_​R​E​V​_​9​1​5.pdf

Der Text ist zwar aus zwei Grün­den ziem­lich weit von dem ent­fernt, was Gen. sys­tem­crash anregte:

Zum einen ist die ‚man­de­lis­ti­sche‘ IV. Inter­na­tio­nale gerade nicht das, was Gen. sys­tem­crash – so wie ich ihn kenne – unter „orthodox-​​trotzkistisch“ ver­steht… – Aber viel­leicht wer­den zumin­dest einige Auf­fas­sung der IV. Inter­na­tio­nale, die ich kri­ti­siere, auch von ande­ren trotz­kis­ti­schen Strö­mun­gen mit­ver­tre­ten. Falls dem so ist, seien sie ein­ge­la­den, sich eben­falls kri­ti­siert zu füh­len… :-)

Zum zwei­ten ist mein Text nicht als Trotzkismus-​​Althusser-​​Vergleich ange­legt; vie­les von dem, was ich am Trotz­kis­mus kri­ti­siere, würde ich ver­mut­lich auch kri­ti­sie­ren, wenn ich Alt­hus­ser nie gele­sen hätte.

Trotz­dem geht mein Text von 2013 viel­leicht zumin­dest ein biß­chen in die von sys­tem­crash ange­regte Rich­tung. Denn auf S. 2 (in dem Absatz um FN 3 herum) sowie 12 f. argu­men­tiere ich aus­drück­lich mit Mao(, Fou­cault) und Alt­hus­ser. Auch das Frie­der Otto Wolf-​​Zitat (von 1983) auf S. 7 f. ist in einem alt­hus­ser­schen Kon­text zu ver­or­ten, wie von den nach­fol­gen­den Ver­wei­sen auf Alt­hus­ser und Balibar unter­stri­chen wird.

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Und noch ein kleiner samstäglicher Versuch die trotzkistische FT-CI (‚RIO-Internationale‘) für den struktualen Maoismus Althussers zu gewinnen…

Ich selbst hatte bei FB die Frage auf­ge­wor­fen:

„Weißt Du dann, warum aus­ge­rech­net die Alt­hus­se­ris­tIn­nen, die bis­her bei ANT­AR­SYA waren, auf LAE abfah­ren? – Hat das etwas mit deren Althusser-​​Lesart zu tun? Oder liegt das nur (via Alt­hus­ser) an Maos manch­ma­li­ger Volks­tü­me­lei (die ja aber bei Alt­hus­ser keine spielte)? Oder ist das gar nicht theo­re­tisch moti­viert?“

Dort konnte mir aber bis­her nie­mandE wei­ter­hel­fen – statt des­sen fand ich ges­tern bei der FT-​​CI:

Ich habe jetzt gefun­den: „They are stron­gly influ­enced by the theo­ries of Alt­hus­ser, Pou­lant­zas and Gramsci.“ (http://​www​.left​voice​.org/​W​h​o​-​s​-​W​h​o​-​i​n​-​t​h​e​-​G​r​e​e​k​-Left)

Ich habe das gleich mal mit einem klei­nem theo­re­ti­schen Agi­ta­ti­ons­ver­such beant­wor­tet:

Dann gibt es viel­leicht ja tat­säch­lich theo­re­ti­sche Gründe – wenn sie die drei zusam­men­mi­xen, statt Alt­hus­ser von den ande­ren bei­den abzu­set­zen, wie ich es vor­zie­hen würde.

Die TF-​​CI scheint jeden­falls einen Zusam­men­hang zu sehen – gleich nach dem bereits zitier­ten Satz geht es wie folgt wei­ter: „ARAN was part of the right wing of ANT­AR­SYA. Most of this group has deci­ded to join the elec­to­ral cam­paign of Popu­lar Unity.“ -

Ich würde dage­gen als Ein­stieg in eine revo­lu­tio­näre Althusser-​​Lesart emp­feh­len:

  • Reply to John Lewis

http://​mar​x2​mao​.net/​O​t​h​e​r​/​E​S​C​7​6​i​.html

Und als Parallel-​​Lektüre statt des spä­ten Pou­lant­zas‘ und so man­cher zwei­deu­ti­ger Äuße­run­gen Gramscis lie­ber:

  • Balibar: On the Dic­ta­tor­ship of the Pro­le­ta­riat (mit in der dt. Aus­gabe nicht ent­hal­te­nen, aber auf Dt. als Zeitschriften-​​Artikel exis­tie­ren­dem Vor­wort von Gra­hame Lock1)

http://​mar​x2​mao​.net/​O​t​h​e​r​/​O​D​P​7​7​N​B​.html

und

  • Bet­tel­heim: Class Strugg­les in the USSR

http://​mar​x2​mao​.net/​O​t​h​e​r​/​C​S​S​U​i​7​6​N​B​.html

Vgl. auch noch:

„Das Kapi­tal lesen“ von Althusser/​Balibar/​Establet /​Macherey/​Rancière erst­mals voll­stän­dig auf Deutsch

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​5​/​0​7​/​2​8​/​d​a​s​-​k​a​p​i​t​a​l​-​l​e​s​e​n​-​v​o​n​-​a​l​t​h​u​s​s​e​r​b​a​l​i​b​a​r​e​s​t​a​b​l​e​t​-​m​a​c​h​e​r​e​y​r​a​n​c​i​e​r​e​-​e​r​s​t​m​a​l​s​-​v​o​l​l​s​t​a​e​n​d​i​g​-​a​u​f​-​d​e​u​tsch/

  1. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​1​1​/​1​2​/​s​t​a​l​i​n​-​a​l​s​-​v​e​r​f​e​c​h​t​e​r​-​d​e​s​-​s​t​a​a​t​e​s​-​d​e​s​-​g​a​n​z​e​n​-​v​o​l​k​e​s​/​#​f​n​1​2​5​8​0​5​7​9​5​9799n.[zurück]
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„Das Kapital lesen“ von Althusser/Balibar/Establet /Macherey/Rancière erstmals vollständig auf Deutsch

Frie­der Otto Wolf hat beim West­fä­li­schen Dampf­boot den nächs­ten Band sei­ner Althusser-​​Werkausgabe fer­tig­ge­stellt:

Louis Alt­hus­ser /​ Étienne Balibar /​ Roger Esta­blet /​ Pierre Mache­rey /​ Jac­ques Ran­cière: Das Kapi­tal lesen. Voll­stän­dige und ergänzte Aus­gabe mit Retrak­ta­tio­nen zum Kapi­tal. Her­aus­ge­ge­ben von Frie­der Otto Wolf. West­fä­li­sches Dampf­boot: Müns­ter, 2015; 764 Sei­ten; 49,90 Euro.

und dazu hat Alex Demi­ro­vić eine aus­führ­li­che Rezen­sion geschrie­ben:

http://​www​.theo​rie​kri​tik​.ch/​?​p​=1823.

Vgl. dazu hier im Blog noch:

@ „struk­tu­ra­lis­ti­scher Mar­xis­mus“:

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​1​1​/​0​5​/​f​a​c​h​b​e​g​r​i​f​f​e​-​d​e​s​-​s​t​r​u​k​t​u​r​a​l​e​n​-​m​a​r​x​i​s​m​u​s​-​v​o​n​-​l​o​u​i​s​-​a​l​t​h​u​s​s​e​r-ua/

@ „Zeit­schrift ‚alter­na­tive‘“:

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​1​2​/​0​4​/​g​i​b​t​-​e​s​-​v​i​e​l​l​e​i​c​h​t​-​w​i​e​d​e​r​-​b​e​d​a​r​f​-​g​e​a​m​t​v​e​r​z​e​i​c​h​n​i​s​-​d​e​r​-​z​e​i​t​s​c​h​i​f​t​-​a​l​t​e​r​n​a​t​i​v​e​-​1​9​6​3​-​1982/

@ Nicos Pou­lant­zas (und/​oder Alt­hus­ser):

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​4​/​0​7​/​0​6​/​s​t​a​a​t​-​g​e​s​e​l​l​s​c​h​a​f​t​-​u​n​d​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​e​-​n​e​u​b​e​s​t​i​m​mung/

@ „Marx wird als radi­ka­ler Anti-​​Empirist ver­stan­den.“:

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​8​/​1​1​/​0​5​/​g​e​g​e​n​e​m​p​i​r​i​s​m​u​s​-​u​n​d​-​i​d​e​a​l​i​smus/

PS.:

Auch in der FAZ mit Juni eine Bespre­chung des Buches erschie­nen: (mehr…)

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Nachtrag zum 8. März: „Danke TOP, …- … daß wir es jetzt wissen! Zur Kritik des TOP-kapitallogischen Nebenwiderspruchs-Denkens“

Nach mei­ner Kri­tik an der dies­jäh­ri­gen Ber­li­ner 8. März-​​Demo und dem „linksradikale[n], queerfeministische[n]“ Flug­blatt dazu habe ich nun auch noch das Flug­blatt von Theo­rie Orga­ni­sa­tion Pra­xis (TOP) B3rlin aus glei­chem Anlaß einer revolutionär-​​feministischen Kri­tik unter­zo­gen:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​10989

Glie­de­rung mei­ner Ant­wort: (mehr…)

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@ GSP: Zur Kritik der gegenstandpunktlerischen Übel-Indifferenz

Im blog von Neo­prene ent­wi­ckelte sich im Nach­gang zu dem „Demokratie“-Workshop der Inter­Komms vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine mun­tere Debatte über Demo­kra­tie und Faschis­mus, über (Geschichts)determinismus, gesell­schaft­li­che Wider­sprü­che und die Rele­vanz von Poli­tik sowie über Reich­weite und Gren­zen der Ver­samm­lungs­frei­heit. Auch sys­ten­crash nahm zu die­ser Debatte Stel­lung:

Vom Sinn der „Herr­schafts­kri­tik“
http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​0​1​/​v​o​m​-​s​i​n​n​-​d​e​r​-​h​e​r​r​s​c​h​a​f​t​s​k​r​itik/

[Zur Kri­tik vom Gegen­stand­punkt am Demokratie-​​Begriff]
http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​1​/​2​0​/​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​-​u​n​d​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​r​e​r​-​b​r​u​c​h​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-5037

Die Debatte bei Neo­prene nahm Aus­gang von dem, was ein Gegen­stand­punkt (GSP)-Genossen bei dem InterKomm-​​Workshop-​​Tag gesagt hatte. In die­sem Bei­trag hieß es u.a.:

„ich [will] ganz klar sagen: Ich lehne alles an die­sem Ver­fah­ren, ich lehne das Ideal und die Uto­pie von einer Herr­schaft, die mir Rechte gibt, die mich immer­hin ver­sam­meln und spre­chen läßt, die lehne ich ab. Ich bin Anti­dem­krat! So kannst du doch auch mal in den Dis­kurs um die Begriffe inter­ve­nie­ren. Demo­kra­tie hat einen guten Ruf, ich bin dage­gen. Da kannst du dann in ein kla­re­res und leb­haf­te­res Gespräch kom­men.

(mehr…)

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Gibt es vielleicht wieder Bedarf? – Geamtverzeichnis der Zeitschift „alternative“ (1963-1982)

Ich stelle hier mit das Gesamt­ver­zeich­nis der von 1964 bis 1982 von Hil­de­gard Bren­ner ver­ant­wor­te­ten West­ber­li­ner Zeit­schrift alter­na­tive als .pdf-​​Bild-​​Datei zur Ver­fü­gung. Die Zeit­schrift spielte u.a. eine wich­tige Rolle für die deutsch­spra­chige Rezep­tion des fran­zö­si­schen struk­tu­ra­len Mar­xis­mus (Louis Alt­hus­ser u.a. [1, 2, 3]) und des fran­zö­si­schen Struk­tu­ra­lis­mus.

alternative-cover, H. 117, 1977

„Als Ans­gar Skri­ver 1963 Ber­lin ver­las­sen hatte, über­nahm Anfang 1964 Hil­de­gard Bren­ner den Ver­lag und die Her­aus­gabe der Zeit­schrift [alter­na­tive], nun­mehr unter dem Titel [lies: nun­mehr mit dem Untertitel] ‚Zeit­schrift für Lite­ra­tur und Dis­kus­sion‘. Die Jahr­gänge zähl­ten mit Jahr­gang 7 wei­ter. Der Ver­lag erhielt den Namen der Zeit­schrift. Redak­ti­ons­mit­glie­der waren neben Hil­de­gard Bren­ner u.a. Georg Fül­berth, Helga Gal­las, Klaus Laer­mann, Hel­mut Lethen, Hart­mut Ross­hof, Peter B. Schu­mann; Gestal­tung: Ulrich Harsch.
Das erste von Hil­de­gard Bren­ner ver­ant­wor­tete Heft ‚Schrift­stel­ler in der DDR‘ ent­hielt als Erst­ver­öf­fent­li­chun­gen Texte von Vol­ker Braun, Peter Hacks, Hart­mut Lange, Christa Rei­nig, Johan­nes Bobrow­ski, Wolf Bier­mann, Gün­ter Kunert, Hei­ner Mül­ler, Franz Füh­mann, Bernd Jentzsch u. a.
The­men waren u.a.: Was ist ein natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Roman? (Heft 36); die Samm­lung tsche­cho­slo­wa­ki­scher Lyrik, Prosa und Dra­ma­tik mit Tex­ten von Milan Kun­dera, Václav Havel u. a. (Heft 42/​43); eine Doku­men­ta­tion zur Struk­tu­ra­lis­mus­dis­kus­sion mit Bei­trä­gen u. a. von Louis Alt­hus­ser, Roland Bart­hes, Michel Fou­cault, Lucien Gold­mann, Jac­ques Lacan, Claude Lévi-​​Strauss und Jean-​​Paul Sartre (Heft 54); und die Aus­gabe ‚Der andere Blick – femi­nis­ti­sche Wis­sen­schaft?‘ (Heft 120/​121)
Mit dem Heft 145/​146 ‚Im Auf­riß‘ stellte die Zeit­schrift 1982 ihr Erschei­nen ein. Dazu die Redak­tion: ‚Die linke Theo­rie, wie ‚Alter­na­tive‘ sie mit­ge­tra­gen hat, hat … kei­nen Ort und kei­nen Refle­xi­ons­raum mehr. … Und die sich inner­halb der sozia­len Pro­test­be­we­gun­gen zur Wehr set­zen, machen kei­nen Gebrauch von dem, was wir pro­du­zie­ren. Damit ver­liert eine Zeit­schrift wie ‚Alter­na­tive‘ nicht nur ihr Publi­kum, son­dern auch ihre Funk­tion.‘“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alternative_%28Zeitschrift%29)

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Von der Philosophie zur Politik

Noch mal zu Post­mo­derne und Leni­nis­mus –

oder: Ant­wort1 auf das „Quietscheentchen“-Papier (SIBS v. 28.7.)

Die­ser wie folgt geglie­derte Text wird ab mor­gen Mit­tag im „Arsch hoch“-blog zur Organisierungs-​​ und Pro­gramm­de­batte zur Ver­fü­gung ste­hen: http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​2​0​/​v​o​n​-​d​e​r​-​p​h​i​l​o​s​o​p​h​i​e​-​z​u​r​-​p​o​l​itik/.

Über­blick:

I. Von der ‚post­mo­der­nen’ Phi­lo­so­phie …

1. His­to­ri­scher Mate­ria­lis­mus und idea­lis­ti­sche Geschichts­phi­lo­so­phie
2. Die Frage nach dem Gehalt von Theo­rie
3. Begriff und Wirk­lich­keit
4. Die Ver­nunft, die Macht und der Irra­tio­na­lis­mus
5. Wert­kri­tik und Post­mo­derne

II. … zum his­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus …

1. sex und gen­der
2. Vom wis­sen­schaft­li­chen und poli­ti­schen Nut­zen der De-​​Konstruktion
3. Haupt­wi­der­sprü­che, Neben­wi­der­sprü­che, Grund­wi­der­sprü­che – und die Per­spek­ti­ven einer Welt­re­vo­lu­tion

III. … zur revo­lu­tio­nä­ren Orga­ni­sie­rung

1. Für revo­lu­tio­näre Poli­tik ohne geschichts­phi­lo­so­phi­sche Durch­hal­te­pa­ro­len
2. Selbst­kri­ti­sches zum Zeit­plan
3. Arbeits­kon­fe­renz, Debat­ten­ver­lauf und Spek­tren­er­wei­te­rung

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Ein Symptom mit seiner Ursache bekämpfen? – Slutwalks und Perspektiven des Feminismus

[Der fol­gende Text als .pdf-​​Datei (2 Sei­ten)]

In der taz von heute wer­den zwei Teil­neh­me­rin­nen des Ber­li­ner Slut­walks zitiert. Sie machen deut­lich, daß die Slut­walks nicht nur eine Ein-​​Punkt-​​Bewegungen sind, son­dern daß es um weit mehr geht. Die taz schreibt: „Die Kunstgeschichts-​​ und die Tier­me­di­zin­stu­den­tin wol­len aber nicht nur für die ursprüng­li­che Idee des Schlam­pen­mar­sches – das Recht auf selbst­be­stimmte Klei­dungs­wahl, ohne im Falle einer demü­ti­gen­den Anma­che oder einer Ver­ge­wal­ti­gung dafür ver­ant­wort­lich gemacht zu wer­den – demons­trie­ren. Sie pro­tes­tie­ren auch, weil sich bei den Frauen ihrer Gene­ra­tion wie­der ein Gefühl von ‚Heim an den Herd’ breit­ma­che. Sie berich­ten von Alters­ge­nos­sin­nen, die ‚ein­fach nur gehei­ra­tet wer­den’ wol­len, und über ihr Unver­ständ­nis dar­über. […]. Es sei ‚eine Kata­stro­phe’, dass Frauen bei glei­cher Qua­li­fi­ka­tion in Deutsch­land immer noch weni­ger ver­die­nen und die junge Gene­ra­tion das ein­fach so hin­nehme oder sich aus Resi­gna­tion wie­der in die Hausfrauen-​​ und Mut­ter­rolle flüchte.“
Auch in der ARD-​​Kultursendung „titel, the­sen, tem­pra­mente“ sprach ges­tern Abend eine Teil­neh­me­rin von einem back­lash, der zu ver­zeich­nen sei.
Mit die­sen hell­sich­ti­gen Lage­ana­lyse kon­tras­tiert aber ein ande­res in dem taz-Arti­kel ange­führ­tes Zita­tes der bei­den Demo-​​Teilnehmerinnen: „‚Die­ser Män­ner­hass ist total über­holt, […]’, sagt Annika […].“

Wieso ist denn nun aber der „Män­ner­hass“ über­holt, wenn gleich­zei­tig gese­hen wird, daß sich das Patri­ar­chat ver­schärft? – Letz­te­res kann doch logi­scher­weise nur zwei Gründe haben:
► Ent­we­der sind ‚die Män­ner’ heute ‚schlim­mer’ als vor – sagen wir – 20 Jah­ren. Warum sollte dann aber „Män­ner­hass“ fehlt am Platze sein (außer, daß anzu­mer­ken ist, daß auch ein­zelne Män­ner nichts als große geschichts­mäch­tige SUB­JEKTE, son­dern als Trä­ger gesell­schaft­li­cher Struk­tu­ren han­deln)?
► Oder aber ‚die Frauen’ waren in der letz­ten – sagen wir – 15 Jah­ren zu nach­gie­big. Auch dann liegt es alles andere als nahe, zum x-​​Male zu beteu­ern, daß Femi­nis­mus doch nicht mit „Män­ner­haß“ zu tun habe, wie es in eben die­sen 15 Jahre zur Standard-​​Floskel von neo­li­be­ra­lem „gen­der main­strea­ming“, grü­ner „Geschlech­ter­de­mo­kra­tie“, links­par­tei­li­cher „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“ und sog. „queer-​​Feminismus“ wurde.

Auch, wenn es ana­ly­tisch und poli­tisch zu begrü­ßen1 ist, daß in den 90er Jahre (mehr…)

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Die Einzelnen sind Geschöpfe der gesellschaftlichen Verhältnisse (NICHT authentische SUBJEKTE), und die gesellschaftlichen Verhältnisse sind widersprüchlich

I.

Karl Marx:
„[…] es han­delt sich hier um die Per­so­nen nur, soweit sie die Per­so­ni­fi­ka­tion ökono­mi­scher Kate­go­rien sind, Trä­ger1 von bestimm­ten Klas­sen­ver­hält­nis­sen und Inter­es­sen. Weni­ger als jeder andere kann mein Stand­punkt, […], den ein­zel­nen ver­ant­wort­lich machen für Ver­hält­nisse deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch sub­jek­tiv über sie erhe­ben mag.“ (Das Kapi­tal, MEW 23, 16 – Hv. d. TaP).

Ste­fa­nie Gräfe:
„Die­ses auto­nome Sub­jekt erhebt sich mit­tels der Ver­nunft aus dem bar­ba­ri­schen Natur­zu­stand und bean­sprucht sein ‚Recht‘, des­sen Garant der bür­ger­li­che Staat ist. Die­ses ursprüng­lich auto­nome Indi­vi­duum wird sozu­sa­gen erst im nach­hin­ein ver­ge­sell­schaf­tet. Es exis­tiert jen­seits von Geschichte und Gesell­schaft. Diese Illu­sion der ursprüng­li­chen Auto­no­mie negiert die real exis­tie­ren­den mate­ri­el­len, sozia­len und leib­li­chen Abhän­gig­kei­ten, denen Men­schen nun ein­mal unter­wor­fen sind, und pro­ji­ziert sie auf das ‚Andere‘, z.B. auf ‚die Frau‘. Die wie­derum wird dann sozu­sa­gen zum Gegen­teil der Ver­nunft, ist ganz Bio­lo­gie und Kör­per und Repro­duk­tion. Der Mann ohne Unter­leib und ohne Ver­bin­dung zum Kol­lek­tiv ist das Rechts­sub­jekt, mit des­sen Hilfe sich das vor­auf­klä­re­ri­sche Natur­recht zum Staats­bür­ger­recht erhebt.“

(Fun­da­men­ta­lis­ti­sche Fik­tio­nen. Men­schen­rechts­ideal und patri­ar­chale Wirk­lich­kei­ten, in: ana­lyse & kri­tik. Zei­tung für linke Debatte und Pra­xis, Nr. 422, 21.1.1999).

Judith But­ler:
„Die ver­brei­tete Annahme, daß das ‚Sub­jekt vor dem Gesetz‘ eine onto­lo­gi­sche Inte­gre­ti­tät besitze [und nur „auf die Reprä­sen­ta­tion in oder durch das Gesetz war­tet“ (17)] kann als zeit­ge­nös­si­sche Spur der Hypo­these vom ‚Natur­zu­stand‘ ver­stan­den wer­den – jener fundierenden/​fundamentalitischen Legende, die für die Rechts­struk­tur des klas­si­schen Libe­ra­lis­mus kon­sti­tu­tiv war. Die per­for­ma­tive Beschwö­rung2 eines unge­schicht­li­chen ‚vor‘ wird zur Begrün­dungs­prä­misse, die eine vor­ge­sell­schaft­li­che Onto­lo­gie der Per­so­nen sichert, die ihrer­seits die Legi­ti­mi­tät des Gesell­schafts­ver­tra­ges begrün­det, indem sie ein­wil­li­gen, regiert zu wer­den.“
(Das Unbe­ha­gen der Geschlech­ter, Suhr­kamp: Frank­furt am Main, 1991, 18)

II.

Alt­hus­ser schließt „unter Hin­weis auf die kom­plexe Struk­tur des gesell­schaft­li­chen Gan­zen, wel­che sich nicht auf ein ver­ein­heit­li­chen­des Prin­zip zurück­füh­ren läßt, durch die Ein­füh­rung der Kate­go­rie der Über­de­ter­mi­nie­rung jede ein­deu­tige Deter­mi­nie­rung des gesell­schaft­li­chen Ver­laufs aus[…] und [ver­tritt] viel­mehr die These […], daß in jedem his­to­ri­schen Augen­blick unter­schied­li­che Ten­den­zen beste­hen, wobei es von dem gesell­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nis, d.h. von der Kon­junk­tur“ – nicht nur, wie zu ergän­zen ist! – „des Klas­sen­kamp­fes abhängt, wel­che die­ser Ten­den­zen sich schließ­lich durch­setzt. Was daher die gesell­schaft­li­chen Trä­ger betrifft, die unter der Deter­mi­na­tion durch ihre Exis­tenz­be­din­gun­gen funk­tio­nie­ren, so ist auf­grund der dif­fe­ren­ti­el­len Struk­tur die­ser Bedin­gun­gen eine ein­deu­tige Fest­le­gung des indi­vi­du­el­len Han­delns undenk­bar, d.h. die Deter­mi­nie­rung des Indi­vi­du­ums ist in dem Maße wider­sprüch­lich, wie es die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse sind; […].“ (mehr…)

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Kommunismus ohne Prophetie

[Die­ser Text als .pdf-Datei]

Ein Nach­trag zum Kon­greß „Die Idee des Kom­mu­nis­mus“ in der Volks­bühne in Ber­lin1

„Hin­ter die­sen Aus­drü­cken [‚gesamt­heit­lich’, ‚das Umfas­sende’, ‚die All­ge­mein­heit’ und ‚das all­ge­meine Moment’] […] scheint mir die Vor­stel­lung zu ste­hen, daß die Marx­sche Theo­rie fähig sei, die Gesamt­heit des Pro­zes­ses, der vom Kapi­ta­lis­mus zum Kom­mu­nis­mus füh­ren wird, zu ‚umfas­sen’ (d’englober), wäh­rend sie tat­säch­lich nur die wider­sprüch­li­chen Ten­den­zen, die im gegen­wär­ti­gen Pro­zeß wir­ken, angibt. Ein­mal befreit von dem pro­phe­ti­schen Zug, den sei­nen Jugend­wer­ken und uto­pi­schen Sozia­lis­mus anhaf­tet […], denkt Marx den Kom­mu­nis­mus als eine in der kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft ange­legte Ent­wick­lungs­ten­denz. […]. Sie exis­tiert bereits kon­kret, in den ‚Zwi­schen­räu­men der kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft’ (inter­sti­ces de la société capi­ta­liste) (ein wenig so wie der Waren­han­del ‚in den Zwi­schen­räu­men’ der Sklavenhalter-​​ oder feu­da­len Gesell­schaft exis­tierte); […]. Ich glaube, daß die Marx­sche Theo­rie ‚end­lich’ und begrenzt ist (‚finie’ et limitée). […]. Zu sagen, daß sie begrenzt ist, heißt im wesent­li­chen, daß die Marx­sche Theo­rie etwas ande­res ist als eine Geschichts­phi­lo­so­phie, die im eigent­li­che Sinne, die Zukunft der Mensch­heit ‚umfas­sen’ (englober) würde und also fähig wäre, von vorn­her­ein den Begriff des Kom­mu­nis­mus posi­tiv zu defi­nie­ren. […].
Mir scheint, daß es in der Pro­blem­stel­lung der ita­lie­ni­schen Dis­kus­sio­nen einen Zusam­men­hang gibt zwi­schen den Begrif­fen der ‚società poli­tica’, des Staa­tes und der Ver­wen­dungs­weise der ‚All­ge­mein­heit’ als Gegen­teil der ‚Pri­vat­heit’, […]. Ich glaube, daß diese Samm­lung von Begrif­fen, die unter­ein­an­der zusam­men­hän­gen, […] auf das bür­ger­li­che Poli­tik­ver­ständ­nis und die dahin­ter­ste­hende Ideo­lo­gie ver­weist, ob nun auf den laten­ten Idea­lis­mus einer ‚Uni­ver­sa­li­tät des Staa­tes’, der ‚das Uni­ver­selle’ rea­li­siert, oder einer ‚All­ge­mein­heit’ einer end­lich von Aus­beu­tung, Arbeits­tei­lung und Unter­drü­ckung (‚Führer/​Geführte’) befrei­ten Mensch­heit, den Marx lange Zeit mit­schleppt, in sei­nen Jugend­schrif­ten, wo er ihn von Feu­er­bach erbt, aber selbst danach noch: Im Grunde liegt das mensch­li­che Wesen im Staat, der des­sen Uni­ver­sa­li­tät in ent­frem­de­ter Form aus­drückt; es genügt also, das zu erken­nen und sodann eine gute ‚Uni­ver­sa­li­tät’ in nicht ent­frem­de­ter Form zu ver­wirk­li­chen. Am Ende die­ses Weges steht der Refor­mis­mus. Das ist nun der Punkt, der mir wesent­lich erscheint: Daß der Klas­sen­kampf (der bür­ger­li­che und der pro­le­ta­ri­sche) um die Staats­macht geführt wird (hic et nunc), heißt kei­nes­wegs, daß man die Poli­tik in Bezug auf den Staat defi­nie­ren muß. […].“ (42 f., 44 f.)
„Es [Ein idea­lis­ti­sches Kom­mu­nis­mus­bild] kann mes­sia­ni­sche Illu­sio­nen näh­ren, […]; es kann sie [die For­men des Han­delns] vom prak­ti­schen Mate­ria­lis­mus der ‚kon­kre­ten Ana­lyse der kon­kre­ten Situa­tion’ weg­füh­ren; es kann die leere Vor­stel­lung einer ‚Uni­ver­sa­li­tät’ unter­stüt­zen, die sich in zwei­deu­ti­gen Ersatz­for­meln aus­drückt, wie dem ‚all­ge­mei­nen Moment’, wo eine gewisse ‚Gemein­sam­kei­ten’ all­ge­mei­ner Inter­es­sen befrie­digt wer­den muß, als grobe Skizze des­sen, was eines Tages die Uni­ver­sa­li­tät eines wah­ren ‚Gesell­schafts­ver­tra­ges’ in einer ‚gere­gel­ten Gesell­schaft’ (Gramsci) sein könnte.“ (50).
„Auch wenn diese Gesell­schaft end­lich vom Staat befreit ist, kann man doch nicht sagen, daß sie das Ende der Poli­tik brin­gen wird“ (50).
(Louis Alt­hus­ser, Der Mar­xis­mus als eine end­li­che Theo­rie, in: ders. u.a., Den Staat dis­ku­tie­ren. Kon­tro­ver­sen über eine These von Alt­hus­ser hrsg. von Elmar Alt­va­ter /​ Otto Kall­scheuer, Ästhe­tik und Kom­mu­ni­ka­tion: [West]berlin, 1979, 42 – 52 (zuerst auf Ital. zwi­schen April und Sept. 1978 in der Tages­zei­tung il mani­festo und dann in: Dis­cu­tere lo Stato. Posi­zioni a con­fronto su una tesi di Louis Alt­hus­ser. Bari, 1978 erschie­nen).

Ergän­zende Anmer­kun­gen: (mehr…)

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Noch einmal zu den Rassismus-Vorwürfen gegen den Berliner CSD

[Die­ser Text als .pdf-Datei]

Mitt­ler­weile gibt es eine ganze Reihe von Stel­lung­nah­men1 zu Judith But­lers Wei­ge­rung von vor rund zehn Tagen, den ihr ange­tra­ge­nen Zivilcourage-​​Preis anzu­neh­men. Außer der Erklä­rung von Sus­pect, die ich am Wochen­ende der geplatz­ten Preis­ver­lei­hung bereits zitiert hatte, die aber auch nicht Bezug nimmt auf kon­krete Äuße­run­gen aus dem CSD-​​Spektrum, wird But­lers Rassismus-​​Vorwurf in kei­ner die­ser zahl­rei­chen Stel­lung­nah­men mit kon­kre­ten Argu­men­ten, geschweige denn Bele­gen unter­mau­ert.

I.

Dies ist umso ver­wun­der­li­cher, als nicht nur mir auf­ge­fal­len ist, daß But­lers Kri­tik – so berech­tigt sie im Grund­satz sein dürfte und so schwie­rig es für sie selbst von Ber­ke­ley aus sein dürfte, ihre Kri­tik mit kon­kre­ten Belegen/​Zitaten zu illus­trie­ren – doch etwas in der Luft hängt.

Auf der Seite der Kam­pa­gne „IWWIT – ich weiß was ich tu“ („Und, wie sieht’s bei dir aus? Weißt du immer, was du tust, wenn es um den Schutz vor HIV und Aids geht?“) heißt es:

„Sie [But­ler] hatte es in ihrer schrift­lich vor­be­rei­te­ten Rede […] bei eher all­ge­mein gehal­te­nen Aus­sa­gen belas­sen. Warum der Ber­li­ner CSD in ihren Augen mit Pro­jek­ten koope­riere, die sich ras­sis­tisch geäu­ßert hät­ten, erklärte sie nicht.
Viele CSD-​​Besucher emp­fan­den But­lers Rede daher als dürf­tig. Von einer renom­mier­ten Den­ke­rin hätte man zumin­dest eine dif­fe­ren­zierte Begrün­dung erwar­tet, hieß es. Zumal But­ler nach der Preis­ver­lei­hung, die keine war, rasch das Weite suchte. Hin­ter­grund des Rassismus-​​Vorwurfs ist ver­mut­lich ein alter Streit in der Ber­li­ner Szene: Das Anti-​​Gewalt-​​Projekt Maneo, das zum schwu­len Info-​​ und Bera­tungs­zen­trum Mann-​​O-​​Meter gehört, hat in sei­nen Anga­ben über die Täter bei anti­sch­wu­ler Gewalt immer wie­der auch Anga­ben über deren Migra­ti­ons­hin­ter­grund gemacht. […]. Aber wie gesagt: Diese Debatte, die eine dif­fe­ren­zierte und ver­ant­wor­tungs­be­wusste Dis­kus­sion ver­langt, wurde auf der CSD-​​Bühne nicht aus­drück­lich erwähnt.“

Inso­fern liegt es nahe, wie Antje Schrupp in ihrem femi­nis­ti­schen blog „Aus Liebe zur Frei­heit“ zu schluß­fol­gern, daß die Sache „leicht auf eine mora­li­sche Schiene hin­aus“ laufe. Antje führt wei­ter aus, das führe „zu einer Kon­kur­renz darum, wer radi­ka­ler ist und mehr Recht hat als die ande­ren.“ Letz­te­res finde ich nun mei­ner­seits durch­aus unpro­ble­ma­tisch.

Aber pro­ble­ma­tisch ist, daß die Ansprü­che auf Radi­ka­li­tät und Recht haben nicht mit mehr Bele­gen und Argu­men­ten unter­mau­ert wer­den.

Judith sagte: „einige der Ver­an­stal­te­rIn­nen haben sich expli­zit ras­sis­tisch geäu­ßert bezie­hungs­weise sich nicht von die­sen Äuße­run­gen dis­tan­ziert.“

Zumin­dest den in die Ber­li­ner Dis­kus­sion invol­vier­ten Grup­pen sollte es doch wohl mög­lich sein, klar zu benen­nen: Wer/​welche hat wann was gesagt? Warum soll das ras­sis­tisch sein? Und wer/​welche hat es ver­säumt, sich von den umstrit­te­nen Äuße­run­gen zu dis­tan­zie­ren? (vgl. Nr. 3. der Anm.). Und in wel­cher Bezie­hung ste­hen diese Leute zum CSD bzw. den Preis­ver­lei­he­rIn­nen? Warum gibt es auch jetzt, rund 1 ½ Wochen nach dem Ereig­nis, immer noch kein Dossier/​Pressemappe o.ä. dazu (vgl. dort)?

II.

Mädchenmannschaft-​​Leser Andreas hat sich jetzt die Mühe gemacht, zumin­dest mal drei links zum Stand der Debatte vor Judith But­lers Inter­ven­tion zusam­men­zu­stel­len: (mehr…)

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Fachbegriffe des strukturalen Marxismus von Louis Althusser u.a.

Ich doku­men­tiere hier das von Peter Schött­ler erstellte Glos­sar zur deut­schen Über­set­zung des Auf­satz von Eti­enne Balibar Sur la Dialec­tique his­to­ri­que (Über his­to­ri­sche Dia­lek­tik) sowie das von Ben Brews­ter zur eng­li­schen Aus­gabe des Buches von Louis Alt­hus­ser Pour Marx (For Marx; die dt. Aus­gabe Für Marx ent­hält kein Glos­sar).
Vor­an­ge­stellt ist eine inte­grierte Liste der Stich­wör­ter des von Schött­ler erstell­ten Glos­sars sowie der deut­schen Äqui­va­lente der Stich­wör­ter des eng­li­schen Glos­sars.

Abs­trakt ----> Abstract
All­ge­mein­heit I, II und III ----> Gene­ra­li­ties I, II and III
Auf­he­bung ----> Super­ses­sion

Bewußt­sein ----> Con­scious­ness

dezen­trierte Struk­tur ----> Struc­ture, decent­red
Dia­lek­tik des Bewußt­seins ----> Dialec­tic of Con­scious­ness
Dia­lek­ti­scher und his­to­ri­scher Mate­ria­lis­mus ----> Mate­ria­lism, Dialec­tical and his­to­ri­cal

Empi­ri­zis­mus ----> Empi­ri­cism
Ent­frem­dung ----> Alie­na­tion
Epis­te­mo­lo­gi­scher Bruch ----> Break, epis­te­mo­lo­gi­cal
Erkennt­nis ----> Know­ledge

Gan­zes vgl. Tota­lity
Gedanken-​​Konkretum /​ Real-​​Konkretum ----> Concrete-​​in-​​thought /​ Real-​​Concrete
Gesell­schafts­for­ma­tion ----> For­ma­tion, social

Huma­nis­mus ----> Huma­nism

Ideo­lo­gie ----> Ideo­logy
Ideo­lo­gi­sche Appa­rate, ideo­lo­gi­scher Effekt
immer-​​schon-​​Gegebenes /​ ‚schon gege­be­nes’, kom­ple­xes, struk­tu­rier­tes Gan­zes vgl. Struc­ture, ever-​​pre-​​given (aus­schließ­lich Ver­weis auf: Struc­ture in Domi­nance)

Kon­junk­tur ----> Con­junc­ture und Kon­junk­tur, theo­re­ti­sche, poli­ti­sche, his­to­ri­sche

Lektüre/​Lesen ----> Rea­ding

Marx’ Werke der Jugend (Jugend­werke), der Rei­fung und der Reife ----> Works of Marx, early, tran­si­tio­nal, mature

Nega­tion der Nega­tion ----> Nega­tion of the nega­tion

‚Phi­lo­so­phie’ /​ Phi­lo­so­phie ----> ‘Phi­lo­so­phy’ /​ phi­lo­so­phy
Pra­xis, ökono­mi­sche, poli­ti­sche, ideo­lo­gi­sche, theo­re­ti­sche ----> Prac­tice, eco­no­mic, poli­ti­cal, ideo­lo­gi­cal, theo­re­ti­cal und Prak­ti­zie­ren, Pra­xen.
Pro­ble­ma­tik ----> Pro­ble­ma­tic
Pro­du­zie­ren

spe­zi­fi­sche Wirk­sam­keit ----> Effec­tivity, spe­ci­fic
Spon­ta­nei­tät ----> Spon­ta­n­eity
Struk­tur mit Domi­nante ----> Struc­ture in Domi­nance
Superstruktur/​Suprastruktur siehe: Über­bau (die frz. Über­set­zung für „Über­bau“ [super­struc­ture] wurde in deut­schen Althusser-​​Ausgaben teil­weise falsch als „Super­struk­tur“ ins Deut­sche zurück­über­setzt [z.B.: Für Marx, Suhr­kamp: FfM, 1968, 79; Althusser/​Balibar, Das Kapi­tal lesen, Rein­bek, 1972, 445: Sach­re­gis­ter])

Theo­rie, ‚Theo­rie’, THEO­RIE ----> Theory, ‚theory’, THEORY
Tota­li­tät ----> Tota­lity

Überbau/​Struktur ----> Superstructure/​Structure
Über­de­ter­mi­nie­rung ----> Over­de­ter­mi­na­tion
unglei­che Ent­wick­lung /​ unglei­cher Pro­zeß ----> Deve­lop­ment, uneven und unglei­cher Pro­zeß

Ver­dich­tung, Ver­schie­bung und Fusion von Wider­sprü­chen ----> Con­tra­dic­tions, Con­den­sa­tion, dis­pla­ce­ment and fusion of

Wider­spruch ----> Con­tra­dic­tion

Wis­sen­schaft ----> Sci­ence (aus­schließ­lich Ver­weis auf: Ideo­logy und Prac­tice)

.pdf-​​Datei mit den bei­den Glossa­ren.

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Subjekt-Konstituierung und Materialismus der Praxis

[Die­ser Text kom­bi­niert Aus­züge aus zwei Kom­men­ta­ren, die ursprüng­lich am 13.10. und 24.10.2009 beim Mäd­chen­blog ver­öf­fent­licht und für die hie­sige Wie­der­ver­öf­fent­li­chung leicht über­ar­bei­tet wur­den.
Für Repli­ken und meine Erwi­de­run­gen dar­auf siehe am Erst­ver­öf­fent­li­chungs­ort.]

I. Was macht Sub­jekte aus: Ein ‚inne­rer Wesens­kern‘ oder Deter­mi­na­tion durch wider­sprüch­li­che gesell­schaft­li­che Ein­flüsse?

@ earen­dil – 12. Okto­ber 2009 um 12:44 Uhr

„Ich halte diese bewuss­ten Ein­fluss­mög­lich­kei­ten auf den Geschmack (mal ganz abge­se­hen davon, dass ich sie über­flüs­sig bis schäd­lich finde) aber für sehr begrenzt, s. noch­mals das Bsp. von homo­pho­ben Homo­se­xu­el­len, deren Sexua­li­tät über­haupt nicht mit ihrer politisch-​​moralischen Agenda zusam­men­geht und die trotz­dem nicht davon las­sen kön­nen.“

Wor­aus erklärt sich die­ses Phä­no­men? Nicht aus einem ‚inne­ren‘ Pesön­lich­keits­kern, son­dern aus der schon mehr­fach erwähn­ten Wider­sprüch­lich­kei­ten der gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse: (mehr…)

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