Archiv Seite 2

Von mir im neuen AK: Feministische queer-Kritik

ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 563 v. 19.08.2011:

Reden wie der Mainstream. Für eine feministische Kritik an queerer Politik (S. 12)

http://www.akweb.de///////ak_s/ak563/index.htm.

(Die Überschrift wurde von der Redaktion modifiziert: Der neue Haupttitel trifft es sehr gut. Danke! Der neue Untertitel ist nur wenig anders als mein alter Haupttitel. – Die gedruckte Zeitung habe ich noch nicht gesehen.)

AK-Verkaufsstellen: http://www.akweb.de///////bula/.

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Slutwalk – noch eine Antwort auf Kritik an unserem Transpi

Antwort auf einen persiflierenden Kommentar bei lesarion1

Also – neuer Versuch:

Wir leben in einem System, das – unter Berufung auf die Biologie, die aber selbst gar nicht so eindeutig binär ist, wie der Gesetzgeber behauptet und der Alltagsverstand meint2 – alle Individuen einem von zwei Geschlechtern zuordnet. Die binäre Zweigeschlechtlichkeit wird durch diesen Zuordnungsprozeß überhaupt erst geschaffen.

Der Zuordnungsvorgang geht zugleich mit der ungleichen Zuweisung von Arbeit, Einkommen, Lebensqualität und Verhaltensanforderungen (beim Sex, auf Arbeit, auf dem Sportplatz, beim Politik machen, beim Konzertbesuch etc.) einher. Dies ist der gesellschaftlich ‚Sinn’ jener Zuordnung aller Individuen zu einem von zwei Geschlechtern. (Ob die Leute blaue oder grüne Augen haben, ist dagegen unter heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen egal.)

++ Eine ‚richtige Frau zu sein’, heißt nicht, eine Vulva und xx-Chromosomen zu haben, sondern die für Frauen geltenden Zuweisungen hinzunehmen und die entsprechenden Verhaltensanforderungen zu erfüllen. Anderenfalls ist sie eine „Schlampe“, ein „Mannweib“ oder ähnliches.
++ Und: Ein ‚richtiger Mann zu sein’, heißt nicht einen Schwanz und xy-Chromosomen zu haben, sondern die für Männer geltenden Zuweisungen zu genießen und sich gemäß der entsprechenden Verhaltensregeln zu verhalten. Anderenfalls ist er ein „Weichei“, „schwul“ (auch wenn er noch nie mit einem Mann Sex hatte und auch niemals haben will) oder ähnliches.

Konkret erfolgen jene ungleichen Zuweisungen in der Weise, daß Männer das herrschende und ausbeutende Geschlecht und Frauen das beherrschte und ausgebeutete Geschlecht sind. (mehr…)

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Nicht mit Ruhm bekleckert – linke, antideutsche und antiimperialistische Berichterstattung über die Slutwalks

Neben vielen anderen berichten auch die Meinungsführerinnen des ‚antideutschen’ Spektrums, die Hamburger Zeitschrift Konkret, sowie des ‚anttimperialistischen’ Spektrums, die Berliner Zeitung junge Welt, über die Slutwalks. Beide Berichte zeigen wieder einmal, daß das Verhältnis zwischen vielen Linken und dem Feminismus mit „unglücklicher Ehe“ (so die Formulierung im Titel eines bekannten Aufsatzes und Sammelbandes von der Wende von den 70er zu den 80er Jahren) noch euphemistisch umschrieben ist.

junge Welt – eine schlechte Leserin

Die junge Welt scheint den Slutwalk-Aufruf schlecht gelesen zu haben – oder ist der Einfachheit halber der mainstream-Presse auf den Leim gegangen sein: „Für den morgigen Samstag sind in mehreren deutschen Städten ‚Schlampenmärsche’ geplant. Auch hier wollen sich die Teilnehmerinnen bewußt sexy kleiden und dabei deutlich machen, daß dies kein Freibrief für sexuelle Übergriffe ist.“ –
Es gab aber bei den Slutwalks gar keinen dress code: „Bei der SlutWalk Bewegung geht es nicht darum, endlich mal halbnackt durch die Stadt laufen zu dürfen. Es geht darum, Menschen nicht die Schuld an sexuellen Übergriffen zu geben – selbst wenn sie halbnackt durch die Stadt laufen. Es geht darum, sich ein Klima zu erkämpfen, in dem ein selbstbestimmtes Leben hinsichtlich Körper, Begehren, Aussehen, Sexualität und Geschlecht möglich ist.“ (http://slutwalkhamburg.blogsport.de/faq/)1

Nach dem die Slutwalks in jener Weise falsch eingeführt wurden, werden dann ausgiebig kritische Stellungnahmen von Vertreterinnen der parlamentarischen Linken zitiert – die auf der Grundlage der Falschdarstellung der Slutwalks, als auf sexy Kleidung fixiert, irgendwie plausibel klingt:
„Zu viele Frauen seien es, [so die Grüne Katrin Rönicke] die ‚sich selbst seit Jahrzehnten bekriegen (mit Hungern, Essen, ständiger Arbeit am Körper, oder: indem sie ebendiesen verstecken, aus Angst)’, […]. ‚Im Grunde wollen wir alle, daß das aufhört. Wir haben nur noch nicht begriffen, daß wir dafür mehr tun müssen, als auf Slutwalks zu gehen und Schönwetterreden zu schwingen.’“ – Genau darum (Schönheitsnormen und Schlankheitsdiktate) geht es allerdings bei dem in dem Slutwalk-Aufruf erwähnten: „selbstbestimmte[n] Leben hinsichtlich Körper, Begehren, Aussehen“.
Auch bei dem Solikonzert am Donnerstag voriger Woche (11.08.2011) für den Berliner Slutwalk gab es von der Rapperin Sookee ein Stück gegen von der Werbung diktierte Schönheitsnormen („Welche Werbung sagt Dir, dass Du nicht schön bist?“ [11 // MILADY] – allerdings eine deutlich andere Version, wenn ich mich recht erinnere) und eines der Transpis, das dort hing lautete: „Kurze Röcke, fette Bässe, Macker kriegen auf die Fresse“ – dagegen dürfte das ganze grüne Konzept von „Geschlechterdemokratie“ (und auch das der Linkspartei von „Geschlechtergerechtigkeit“) und jede grüne Rede zum Geschlechterverhältnis seit Verena Krieger nicht mehr Bundessprecherin der Grünen ist (was mehr als 15 Jahre her ist), eine einzige endlose „Schönwetterrede“ sein.


(Quelle: http://mattwilcox.info/demos/instagram-atom-feed/?hashtag=slutwalk)

Berichterstattung sollte stimmen – und nicht so selektiv sein, daß am Ende ausgerechnet die Kritik der Vereinigten Parlamentarischen Linken von JuSos über Grünen bis Linkspartei an einer außerparlamentarischen Aktion als berechtigt erscheint. – Is doch sonst auch nicht gerade die Linie jungen Welt, oder? –

Konkret: Lustgewinn durch Lästerei

Die Autorin des – bereits vor den Slutwalks erschienenen – Konkret-Artikel wird wie folgt vorgestellt: „war Mitorganisatorin des Berliner Slutwalks“. – Anscheinend war sie bei ein paar Vorbereitungstreffen, um Notizen für ein paar lästernde Bemerkungen in dem Artikel zu machen: (mehr…)

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Unser Transpi in Bewegung


(Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=yZVYOqVpSmc [1:32 bis 1:35 Min.])

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Ein Symptom mit seiner Ursache bekämpfen? – Slutwalks und Perspektiven des Feminismus

[Der folgende Text als .pdf-Datei (2 Seiten)]

In der taz von heute werden zwei Teilnehmerinnen des Berliner Slutwalks zitiert. Sie machen deutlich, daß die Slutwalks nicht nur eine Ein-Punkt-Bewegungen sind, sondern daß es um weit mehr geht. Die taz schreibt: „Die Kunstgeschichts- und die Tiermedizinstudentin wollen aber nicht nur für die ursprüngliche Idee des Schlampenmarsches – das Recht auf selbstbestimmte Kleidungswahl, ohne im Falle einer demütigenden Anmache oder einer Vergewaltigung dafür verantwortlich gemacht zu werden – demonstrieren. Sie protestieren auch, weil sich bei den Frauen ihrer Generation wieder ein Gefühl von ‚Heim an den Herd’ breitmache. Sie berichten von Altersgenossinnen, die ‚einfach nur geheiratet werden’ wollen, und über ihr Unverständnis darüber. […]. Es sei ‚eine Katastrophe’, dass Frauen bei gleicher Qualifikation in Deutschland immer noch weniger verdienen und die junge Generation das einfach so hinnehme oder sich aus Resignation wieder in die Hausfrauen- und Mutterrolle flüchte.“
Auch in der ARD-Kultursendung „titel, thesen, tempramente“ sprach gestern Abend eine Teilnehmerin von einem backlash, der zu verzeichnen sei.
Mit diesen hellsichtigen Lageanalyse kontrastiert aber ein anderes in dem taz-Artikel angeführtes Zitates der beiden Demo-Teilnehmerinnen: „‚Dieser Männerhass ist total überholt, […]’, sagt Annika […].“

Wieso ist denn nun aber der „Männerhass“ überholt, wenn gleichzeitig gesehen wird, daß sich das Patriarchat verschärft? – Letzteres kann doch logischerweise nur zwei Gründe haben:
► Entweder sind ‚die Männer’ heute ‚schlimmer’ als vor – sagen wir – 20 Jahren. Warum sollte dann aber „Männerhass“ fehlt am Platze sein (außer, daß anzumerken ist, daß auch einzelne Männer nichts als große geschichtsmächtige SUBJEKTE, sondern als Träger gesellschaftlicher Strukturen handeln)?
► Oder aber ‚die Frauen’ waren in der letzten – sagen wir – 15 Jahren zu nachgiebig. Auch dann liegt es alles andere als nahe, zum x-Male zu beteuern, daß Feminismus doch nicht mit „Männerhaß“ zu tun habe, wie es in eben diesen 15 Jahre zur Standard-Floskel von neoliberalem „gender mainstreaming“, grüner „Geschlechterdemokratie“, linksparteilicher „Geschlechtergerechtigkeit“ und sog. „queer-Feminismus“ wurde.

Auch, wenn es analytisch und politisch zu begrüßen1 ist, daß in den 90er Jahre (mehr…)

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Antworten auf Kritik

Der indymedia-Bericht über unsere Transpi- und Flugi-Aktion beim Berliner Stutwalk löste – neben kruder Pöbelei (siehe dazu dort) – einige ernsthafte Einwände und Bedenken gegen unsere Parole von der ‚Abschaffung der Männer‘ aus. Der besseren Lesbarkeit und Übersichtlichkeit wegen werden hier im folgenden die sich direkt auf einander beziehendenen indymedia-“Ergänzungen“ (Kommentare) direkt gegenübergestellt und zwar zu folgenden Themen:

Nur Männer abschaffen? – Oder: Alle Geschlechter abschaffen?
Zum Verhältnis von ‚Männlichkeit’ und ‚Mannsein’
Verständnisschwierigkeiten und Erklärungsversuche (evtl. bietet es sich an, die Lektüre mit dieser Diskussion zu beginnen, statt der Chronologie der Kritiken zu folgen)
Wessen „dogmatische Engstirnigkeit“?
Hartes Faktum „Muttermilch“?

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Wie revolutionär und provozierend ‚darf‘ Feminismus sein?

Revolution

konsequent & radikal

„Kurze Röcke, fette Bässe, Macker kriegen auf die Fresse“:
http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/6039792939/in/set-72157627302664367/

Männer abschaffen
vgl. dazu den Bericht: http://de.indymedia.org/2011/08/313935.shtml. (mehr…)

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Aktions- und Demobericht (Slutwalk Berlin): ‚umgedrehter Sexismus’?

bei indymedia erschienen:

http://de.indymedia.org/2011/08/313935.shtml.

Für diejenigen, die bezweifeln, daß wir immer noch in einem Patriarchat leben – was der indymedia-Stammtisch dazu zu sagten hat(te) (vieles wurde zurecht von den Mods zurecht gelöscht – warum der Kommentar vom 14.08.2011; 00:17 h dagegen stehenblieb [die Slutwalks sind doch eine deutliche Antwort auf die dortige rhetorische Frage], erschließt sich mir dagegen nicht so richtig):

[Nachträgliche Zwischenbemerkung:
Eine bebilderte Kritik der Medienberichterstattung über die Slutwalks findet sich dort:
https://puzzlestuecke.wordpress.com/2011/08/14/slutwalk-berlin-1-eindruck/
]

Trigger-Warnung: (mehr…)

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Schlampen contra Patriarchat

HEUTE Slutwalks in 7 BRD- Städten

(mehr…)

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Low End Modells: not maybe



http://lowendmodels.de/mp3/06_not_maybe.mp3

„look around you all over the world there are women in prison women in jail while men are free look around you all over the world there are women in prison women in jail while men are free look around you all over the world there are women in prison women in jail while men are free abusin’ men raipin’ men hittin’ men violent men
after long long long long years she tried to stop him now she’s in jail he’s still free near her little sister near her little brother near the little daughter of the neighbours he’s still free
who don’t know any abusin’ men
who don’t know any raipin’ men
who don’t know any hittin’ men
who don’t know any violent men
maybe your brother
maybe your father
maybe your uncle
maybe your grandpa
maybe your neighbour
maybe your teacher
maybe your husband
maybe your lover
don’t stop the fight it feels much better than only suffering don’t stop the fight you make a change
don’t stop the fight it feels much better than only suffering don’t stop the fight you make a change“

http://lowendmodels.de/de/lem_text.htm

Weitere Infos zur Band: http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/22/to-whom-it-concerns-als-queer-noch-revolutionaer-aggressiv-und-maennerfeindlich-war-und-sein-durfte/.

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Die ‚Leseanleitung‘ zu den Transpis

Die ‚Leseanleitung‘ zu den beiden Transpis („Vergewaltigen ist männliches doing gender“ / „Geschlechter abschaffen – Männer zuerst abschaffen.“) ist jetzt auch gedruckt: .pdf-Datei. (Am Text des Entwurfes1 hat sich nichts Relevantes mehr geändert; zum Einfügen der Transpi-Fotos reichte die Zeit auch nicht mehr – aber lilaner ist die endgültige Fassung immerhin geworden…)
Treffpunkt: 14:45 h, vor DGB-Haus [obwohl wir durchaus nicht nur für den Geschlechter-, sondern auch für den Klassenkampf etwas übrig haben: nicht ganz ohne Hintersinn ;-)], Kleist-/Keithstraße.
Wir werden uns dann – wie uns das für eine gemischte Gruppe bei einer feministischen Demo angemessen erscheint – in den hinteren Bereich der Demo einreihen.
Weil wir noch Farbe und Stoff übrig hatten, ist außerdem ein drittes Transpi fast fertig: „Schlampen contra Patriarchat.“ – Falls welche Samstagmittag noch kurzfristig etwas Malen wollen, hätten wir sogar immer noch Stoff und lila Farbe zu spenden.
Bei lesarion hat sich mittlerweile eine umfangreiche Diskussion zu den Transpi-Texten entwickelt:
http://de.lesarion.com/forum/forum_antwort_ver3.php?block=1&id=314032.

  1. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/08/08/nach-vorne-zurueck-zu-einem-kaempferischen-feminismus/ [zurück]
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Geschlechter abschaffen!

Sa., 13.8., 14:45 h – vor dem DGB-Haus

„Einstweilen hat die Dekonstruktion der Geschlechterkategorie die Diskussionen auf die unsinnige Frage gebracht: Gibt es die Frauen oder gibt es sie nicht?, während die sexistischen Gewaltverhältnisse weitgehend aus dem Blickfeld geraten sind. Als könnte das Zauberwort soziale Konstruktion die Herrschaftsverhältnisse auflösen und die Kategorie Frau überwinden, bevor die Frauen den alltäglichen Sexismus zurückgedrängt haben.“
(Cornelia Eichhorn / Sabine Grimm;
http://www.nadir.org/nadir/archiv/Feminismus/GenderKiller/gender_1.html)

„[…] the category ‚woman‘ as well as the category ‚man‘ are political and economic categories not eternal ones. Our fight aims to suppress men as a class, not through genocidal, but a political struggle. Once the class ‚men‘ disappears, ‚women‘ as a class will disappear as well, for there are no slaves without masters.“ (Monique Wittig; http://www.geocities.com/saidyoungman/wittig01.htm)

Weiterlesen – zur Kritik des reformistischen, neoliberalismus-kompatibel queeren Geschlechterpluralismus und anderer Irrtümer der letzten 15 Jahre:

Kuschelsex oder Kuschelpolitik? Lesbisch-kommunistische De-Konstruktion oder ex-autonom-postmoderner Liberalismus?
erschien in: interim Nr. 440, 18.12.1997, 10 – 20 und Nr. 441, 08.01.1998, 18 – 26

Selektive Wahrheiten?
Selektive Wahrheiten?

Gegen den Strom
http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/05/03/gegen-den-strom/

Seven simple, basic and political questions, which all queer comrades should answer
http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/29/seven-simple-basic-and-political-questions-which-all-queer-comrades-should-answer/

und von anderen:

► Beate Selders und Christian Quadflieg
Beate Selders, Und immer: „Was bin ich?“ Über Butches und Femmes, Rollenspiele und Roll-Backs und Christiane Quadflieg, Butch und Femme. „Männlichen Machen“ auf Lesbenart?, in: Blau, Winter/Frühjahr 1997/98, 4 – 6 und 7 – 12
als .pdf-Bild-Datei.

► Andrea Baier / Stefanie Soine
Sex ohne Grenzen: Die lesbische Variante des Neoliberalismus
in: beiträge zur feministischen theorie und praxis H. 45, 1997, 71 – 79.
als .pdf-Datei.

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Sa., 13.8., 14:45 h – vor dem DGB-Haus

Unsere beiden angekündigten Transpis sind fertig; die Flugis ebenfalls in Druck.

Später gibt es noch mehr Fotos vom Malen.

Treffpunkt: 14:45 h, vor DGB-Haus [obwohl wir durchaus nicht nur für den Geschlechter-, sondern auch für den Klassenkampf etwas übrig haben: nicht ganz ohne Hintersinn ;-)], Kleist-/Keithstraße.
Wir werden uns dann – wie uns das für eine gemischte Gruppe bei einer feministischen Demo angemessen erscheint – in den hinteren Bereich der Demo einreihen.

Weil wir noch Farbe und Stoff übrig hatten, ist außerdem ein drittes Transpi fast fertig: „Schlampen contra Patriarchat.“ – Falls welche Samstagmittag noch kurzfristig etwas Malen wollen, hätten wir sogar immer noch Stoff und lila Farbe zu spenden.

Zum Text der Transpis siehe dort:
http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/08/05/maennliches-doing-gender-kritisieren-de-konstruktion-politisieren-vorschlag-fuer-2-slutwalk-transpis/
und dort:
http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/08/08/nach-vorne-zurueck-zu-einem-kaempferischen-feminismus/.

(mehr…)

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Der Frontalangriff auf gender

Transpi 1 (Erläuterung 1):

Transpi 2 (Erläuterung 2):

Aus meiner Untersuchung von 2004 zum Thema „Geschlechternormen-inkonforme Körperinszenierungen – Demokratisierung, De-Konstruktion oder Reproduktion des sexistischen Geschlechterverhältnisses?“:

„Judith Lorber schrieb 1995: ‚Der Feminismus hat sehr viel erreicht, aber das Aller­schwerste – der Frontalangriff auf gender – steht uns noch bevor‘ (Lorber 1995/1999, 35).
Unsere eigene Forschung müssen wir dahingehend resümieren, daß auch die queer Bewegung – oder zumindest deren deutsche Ansätze, soweit sie Gegenstand der hiesigen Untersuchungen waren – dem Feminismus einen solchen Angriff nicht abgenommen haben. Es bleibt bei dem – für viele sicherlich ernüchternden – aber doch voraussehbaren Befund: Eine solche ‚Politik der Dekonstruktion‘ (ebd., 46) von Männer-Herrschaft wird von den Nicht-Männern (d.h. zuvorderst: den Frauen) geleistet werden, oder sie wird nicht stattfinden – und cross dressende Männer und ex-weibliche Jungs kommen für jenes Projekt allenfalls als sehr unsichere Bündnispartner in Betracht.
Diese Einsicht verlangt zugleich einen Bruch mit der im hiesigen Sample in den Interviews 6 und 16 besonders deutlich gewordenen anti-politischen Harmoniesucht (einer Harmoniesucht, die zugleich aber radikal individualistisch ist), und die auch im Hintergrund der Kritik aus vielen anderen Interviews am vermeintlichen Biologismus und Essentialismus der Frauenbewegung / des Feminismus und dem Unwillen (oder der Unfähigkeit), zur Hausarbeitsverteilung konkret Stellung zu nehmen, steht.
Es fehlt ein Begriff des Antagonismus – und folglich wird am Separatismus der Unterdrückten kritisiert, daß er dem ‚Gros der Gesellschaft‘ nichts bringe; daß er ignoriere, daß die Gesellschaft ‚noch nicht so weit‘ sei, auf die Herabsetzung der Frauen zu verzichten (I 16, Z. 1987, 1992, 2004). Wenn dies der Ausgangspunkt ist – wenn Ausgangspunkt ist, das ‚Gros der bestehenden Gesellschaft (so wie sie ist)‘ zu akzeptieren –, dann ist es allerdings nur konsequent, den Feminismus dafür zu kritisieren,
► daß dieser kein ‚grundsätzliche[s] Rolleninfragestellen‘ vornimmt, und daß ‚Feministinnen […] bestimmte Rollen und auch bestimmte Sachen‘ haben, die ihnen wichtig sind;
► daß sie Rollen nicht im Namen des anything goes, sondern im Namen von Herrschaftskritik kritisieren;
daß sie es unpassend finden, daß Personen, die sich nicht als Lesben und schon gar nicht als Frauen verstehen, sondern denen es recht ist, als Mann durchzugehen, in einem Frauenzentrum auftreten wollen (vgl. I 15); –
kurz: daß ihnen folglich – anders als Person 7 und 6 – nicht jede „Festschreibung“ (Z. 3103) und nicht jedes ‚Frontendenken‘ (Z. 560) zu wider ist, sondern daß sie kämpfen für die Unterdrückung der Männer als Mittel für die Erreichung einer Gesellschaft ohne Geschlechter; weil sie wissen, daß Herrschaft nicht verschwinden wird durch Pluralisierung der bestehenden (symbolischen) Ordnung, nicht verwinden wird, ohne daß auch die sozialen Gruppen, die durch diese Herrschaft konstituiert werden, das Feld der Geschichte räumen.“

Judith Lorber, Gender-Paradoxien, Leske + Budrich: Opladen, 1999 (us-amerik. Originalausgabe: Yale University, 1995; ergänzt um ein Vorwort zur deutschen Ausgabe).
I. = Interview.
Z. = Zeile der Interview-Transkription.

Transpi-Malen: Heute (Mi., 10.08.2011), 14 Uhr.
Treffpunkt für die Demo: Samstag (13.08.2011), 14:45 Uhr, vor dem DGB-Haus, Kleiststraße / Keithstraße. -

Unabhängig von der hiesigen ‚männerfeindlichen Fraktionsmacherei‘ sucht der Berliner Slutwalk noch HelferInnen, die Aufgaben bei der Demo übernehmen:
http://slutwalkberlin.de/post/7844212949/slutwalk-berlin-braucht-eure-unterstutzung

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Slutwalk Berlin: Samstag, 15 h – Wittenbergplatz


Siehe außerdem:
Transpi-Aktion: „Vergewaltigen ist männliches doing gender“ / „Geschlechter abschaffen – Männer zuerst abschaffen.“
Wir suchen weitere Leuten unterschiedlicher gegenwärtiger, vergangener und zukünftiger Geschlechter, die sich beteiligen.
► http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/08/08/nach-vorne-zurueck-zu-einem-kaempferischen-feminismus/

http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/08/05/maennliches-doing-gender-kritisieren-de-konstruktion-politisieren-vorschlag-fuer-2-slutwalk-transpis/

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