Archiv der Kategorie 'Staatstheorie'

5 Thesen zu „nationaler Selbstbestimmung“ im allgemeinen und dem Israel/Palästina-Konflikt im besonderen

1. Sozia­lis­ti­sche Staats­ap­pa­rate sind nicht zu zer­schla­gen, son­dern zum Abster­ben zu brin­gen – dies nur der Prä­zi­sion hal­ber.

2. Zu zer­schla­gen sind bür­ger­li­che Staats­ap­pa­rate durch sozia­lis­ti­sche Revo­lu­tio­nen – d.h. die Lohn­ab­hän­gi­gen der jewei­li­gen Nation.

3. Sind die jewei­li­gen Lohn­ab­hän­gi­gen zu schwach oder unwil­lens, eine sozia­lis­ti­sche Revo­lu­tion durch­zu­füh­ren, so ändert dies – nach leni­nis­ti­scher Posi­tion – nichts am natio­nale Selbst­be­stim­mungs­recht. Siehe z.B. die Aner­ken­nung der Los­tren­nung des bür­ger­li­chen Finn­lands von Ruß­land durch die Sowjet­re­gie­rung.

4. Der Ent­zug des natio­na­len Selbst­be­stim­mungs­rechts ist nach leni­nis­ti­scher Posi­tion keine legi­time Sank­tion in natio­na­len Kon­flik­ten. Des­halb kom­men weder die Hamas, noch die PFLP noch andere paläs­ti­nen­si­sche Orga­ni­sa­tio­nen als legi­ti­mes Sub­jekt einer Zer­schla­gung des bür­ger­li­chen Staats­ap­pa­ra­tes in Israel in Betracht.

5. Leni­nis­tIn­nen unter­stüt­zen DEMO­KRA­TI­SCHE FOR­DE­RUN­GEN GEGEN NATIO­NALE UNTER­DRÜ­CKUNG und gehen dafür ggf. Bünd­nisse mit der bür­ger­li­chen Demo­kra­tie ein; aber sie bekämp­fen die bür­ger­li­che, feu­dale und reli­giöse Reak­tion; sie ver­ges­sen auch in natio­na­len Kon­flik­ten nicht, daß Völ­ker in Klas­sen und Geschlech­ter gespal­ten sind.

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Siehe ergän­zend

von Achim Schill, Peter Nowak und mir:

Offe­ner Brief an die Revo­lu­tio­näre Inter­na­tio­na­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (RIO) /​ https://​www​.klas​se​ge​gen​klasse​.org/:

Wer sind „die Palästinenser*innen“?

Zur Kri­tik des anti-​​leninistischen „Volks“-Diskurses

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​2​20168;

.pdf-​​Version: https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​s​y​s​t​e​m​/​f​i​l​e​s​/​d​a​t​a​/​2​0​1​7​/​0​8​/​1​8​6​2​2​9​3​2​8​7.pdf.

Was ist subjektivierende Unterwerfung?

Aus­zug aus einem älte­ren und län­ge­ren Text von mir (S. 73 – 74):

Fou­caults Ana­lyse der Macht als pro­duk­tiv ver­hin­dert es nicht, Macht im Zusam­men­hang mit Herr­schaft zu the­ma­ti­sie­ren. Viel­mehr bezieht sich Fou­cault selbst für seine Ana­lyse der Pro­duk­ti­vi­tät der Macht aus­drück­lich auf Marx: (mehr…)

Links von Syriza

Hier noch ein paar Links zu neue­ren Tex­ten aus Grie­chen­land auf Eng­lisch:

  • Greece and Europe: the view­point of the EEK (Workers Revo­lu­tio­nary Party) [Die EEK kan­di­diert dies­mal mit ANT­AR­SYA zusam­men. TaP]

http://​red​med​.org/​a​r​t​i​c​l​e​/​g​r​e​e​c​e​-​a​n​d​-​e​u​r​o​p​e​-​v​i​e​w​p​o​i​n​t​-​e​e​k​-​w​o​r​k​e​r​s​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​r​y​-​party

  • Com­mu­ni­ca­tion note of the majo­rity of the mem­bers of the Cen­tral Com­mit­tee of the Youth of SYRIZA: The Bankruptcy of SYRIZA and our stance against it

https://​kill​tina​.word​press​.com/​a​bout/

  • BEFORE THE SNAP GREEK ELEC­TION ON SEP­TEM­BER 20 [noch ein Text aus den Rei­hen der EEK]

http://​www​.eek​.gr/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​/​e​n​g​l​i​s​h​t​e​x​t​/​3​7​2​6​-​b​e​f​o​r​e​-​t​h​e​-​s​n​a​p​-​g​r​e​e​k​-​e​l​e​c​t​i​o​n​-​o​n​-​s​e​p​t​e​m​b​er-20

=

  • ANTE LAS ELEC­CIO­NES ANTI­CI­PA­DAS GRIE­GAS DEL 20 DE SEP­TIEM­BRE

http://​www​.eek​.gr/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​/​e​n​g​l​i​s​h​t​e​x​t​/​3​7​2​5​-​a​n​t​e​-​l​a​s​-​e​l​e​c​c​i​o​n​e​s​-​a​n​t​i​c​i​p​a​d​a​s​-​g​r​i​e​g​a​s​-​d​e​l​-​2​0​-​d​e​-​s​e​p​t​i​embre

  • No Com­pro­mi­ses. Ahead of Sunday’s vote, the Greek Com­mu­nist Party ans­wers ques­ti­ons about their vision and plat­form.

https://​www​.jaco​bin​mag​.com/​2​0​1​5​/​0​9​/​k​k​e​-​g​r​e​e​c​e​-​c​o​m​m​u​n​i​s​t​-​p​a​r​t​y​-​s​y​r​i​z​a​-​b​a​i​l​o​u​t​-​m​e​m​o​r​a​n​d​u​m​-​g​r​exit/

  • Peo­p­les” Front against the Impe­ria­list Ins­ti­ga­tors of War People do not need pro­tec­tors [Text der KKE (m-​​l); vgl. 1 und 2]

http://​www​.kkeml​.gr/​p​e​o​p​l​e​s​-​f​r​o​n​t​-​a​g​a​i​n​s​t​-​t​h​e​-​i​m​p​e​r​i​a​l​i​s​t​-​i​n​s​t​i​g​a​t​o​r​s​-​o​f​-​w​a​r​-​p​e​o​p​l​e​-​d​o​-​n​o​t​-​n​e​e​d​-​p​r​o​t​e​c​tors/

  • The bonds of the third Memo­ran­dum are being pre­pa­red

http://​www​.kkeml​.gr/​t​h​e​-​b​o​n​d​s​-​o​f​-​t​h​e​-​t​h​i​r​d​-​m​e​m​o​r​a​n​d​u​m​-​a​r​e​-​b​e​i​n​g​-​p​r​e​p​ared/

FT-CI (‚RIO-Internationale‘) ruft zur Wahl von ANTARSYA auf

Die FT-​​CI, der in Deutsch­land RIO ange­hört, ruft zur Wahl von ANT­AR­SYA auf:

„Wir haben wei­ter­hin pro­gram­ma­ti­sche und stra­te­gi­sche Dif­fe­ren­zen mit Ant­ar­sya – beson­ders weil sie nicht klar die Per­spek­ti­ven einer Arbeiter*innenregierung und des Kamp­fes für die Ver­ei­nig­ten Sozia­lis­ti­schen Staa­ten von Europa gegen die EU des Kapi­tals auf­wer­fen. Wir hal­ten es aber für pro­gres­siv, dass die Mehr­heit von Ant­ar­sya der ‚Volks­ein­heit‘ und ihrer ‚Anti-Euro‘-Politik der Klas­sen­kol­la­bo­ra­tion aus einer Posi­tion der Unab­hän­gig­keit von den refor­mis­ti­schen Vari­an­ten wider­stan­den haben: Sie prä­sen­tier­ten eine ver­ei­nigte Alter­na­tive der Lin­ken, die weder mit Syriza noch der LAE und der KKE zusam­men­steht. Des­halb rufen wir dazu auf, ihnen bei die­ser Wahl die Stimme zu geben.“

Mir scheint, ich könnte den gesam­ten Text unter­schrei­ben – mit einem Vor­be­halt,

  • ob, „Die Arbeiter*innen Grie­chen­lands zeig­ten einen enor­men Kampfes-​​ und Wider­stands­wil­len mit mehr als 30 Gene­ral­streiks und hun­der­ten Teil­streiks im öffent­li­chen und pri­va­ten Sek­tor in den letz­ten Jah­ren. Den­noch wurde diese Ener­gie durch die büro­kra­ti­schen Gewerk­schafts­füh­run­gen zer­streut.“, das Pro­blem nicht zu sehr auf die Füh­run­gen redu­ziert1.
  • Und ich bin mir nicht, ob die Kri­tik, ANT­AR­SYA werfe „nicht klar die Per­spek­ti­ven einer Arbeiter*innenregierung und des Kamp­fes für die Ver­ei­nig­ten Sozia­lis­ti­schen Staa­ten von Europa gegen die EU des Kapi­tals auf“, zutrifft. Denn jeden­falls in deren Kon­fe­renz­be­schluß von 2012 ist die Rede von „govern­ment and the poli­ti­cal power of the working class and its ally­ing popu­lar strata.“2„and the poli­ti­cal power“ scheint mir dort gerade klar­zu­stel­len (sol­len), daß es nicht um eine par­la­men­ta­ri­schen Regie­rung von sog. „Arbei­ter­par­teien“, son­dern um einen Wech­sel der Staats­macht gehen soll.

An ande­rer Stelle in dem glei­chen Text spricht ANT­AR­SYA von „over­co­m­ing of capi­ta­lism and the aboli­tion of capi­tal rela­ti­ons, on the road to socialism-​​communism of our time“ und „revo­lu­ti­ons towards socia­lism and com­mu­nism, to the con­fron­ta­tion with the ques­tion of power and govern­ment of workers and working clas­ses allies. The con­tem­porary working class […] has the know­ledge and the pos­si­bi­li­ties for a new orga­niza­tion of pro­duc­tion and society, where s/​he will be in charge. ANT­AR­SYA enlists in this per­spec­tive.“

Aller­dings kommt dort in der Tat die „Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats“ nicht vor. Was ich aber rich­tig finde, ist, daß ANT­AR­SYA anschei­nend weder davon aus­geht, daß eine Arbei­te­rIn­nen­re­gie­rung auf par­la­men­ta­ri­schem Wege errun­gen wer­den noch hier und heute ein­fach aus­ge­ru­fen wer­den kann. Sie schrie­ben 2012 soweit m.E. sehr rich­tig:

„Such ori­en­ta­tion requi­res a new round of mas­sive and decisive fights; it requi­res a mul­ti­fa­ce­ted ‚pro­lon­ged popu­lar war.‘ By con­trast, con­fron­ting the govern­ment in terms of ‚par­lia­men­tary standby‘ leads to defeat.“

  • Was dage­gen in der Tat unter­be­lich­tet ist, ist die europäisch-​​internationalistische Per­spek­tive; die „Ver­ei­nig­ten Sozia­lis­ti­schen Staa­ten von Europa“ kom­men jeden­falls in dem zitier­ten 2012er-​​Text und ande­ren ANTARSYA-​​Texten, die ich gele­sen habe, nicht vor. Die ANTARSYA-​​Mitgliedsorganisation OKDE-​​Spartacus ist dies­bzgl. zumin­dest etwas deut­li­cher: Sie plä­diert vor der Jan.-Wahl für einen „new, socia­list inter­na­tio­na­lism in Bal­kans, in Europe, in the Aegean sea“3.

(mehr…)

Neuer Text von mir auf der ND-Seite

Am Sams­tag schrieb die Linkspartei-​​Vorsitzende Katja Kip­ping: „Letzt­lich muss alles dar­auf hin­aus­lau­fen, Europa zu revo­lu­tio­nie­ren. Dar­un­ter ist es nicht zu machen.“

Und ich ver­su­che sie mit mei­ner heu­ti­gen Ant­wort beim Wort zu neh­men:

Nach­ge­fragt bei Katja Kip­ping: Aus­tre­ten oder revo­lu­tio­nie­ren?

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​3​7​1​2​.​a​u​s​t​r​e​t​e​n​-​o​d​e​r​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​i​e​r​e​n​.html

Mal sehen, ob’s klappt…

Die Rede von A. Davanellos beim Treffen der Linken SYRIZA-Plattform am Montagabend (27.7.15) in Athen als Symptom der Strategie- und Planlosigkeit diese Plattform

Am Mon­tag­abend fand in Athen ein Tref­fen der Lin­ken Platt­form von SYRIZA statt. Von 2.000 – 2.500 Teil­neh­men­den ist die Rede. Unter ande­rem gab es einen Bei­trag von Anto­nis Dava­nel­los. Er ist Mit­glied des Poli­ti­schen Sekre­ta­ri­ats und des Zen­tral­ko­mi­tees von SYRIZA und bei DEA, der ‚Halb-​​Schwester’ von Marx 21 in Grie­chen­land, die ihrer­seits Teil der Lin­ken Platt­form ist, orga­ni­siert. Socia​list​wor​ker​.org hat eine eng­li­sche Über­set­zung der Rede ver­öf­fent­licht, die ich wie­derum ins Deut­sche wei­ter über­setzt habe. Das Ergeb­nis kann bei scharf​-links​.de gele­sen:

Rede von Anto­nis Dava­nel­los beim Tref­fen der Lin­ken Platt­form am Mon­tag­abend in Athen

http://​scharf​-links​.de/​4​4​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​2​4​7​6​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​3​7​d​2​6​77504

Inzwi­schen habe ich noch ein paar Tipp­feh­ler ent­deckt und kor­ri­giert und aus sti­lis­ti­schen Grün­den zwei Wör­ter aus­ge­tauscht („bei­steu­ern“ statt „bei­tru­gen“ sowie „bis zum heu­ti­gen Tage“ statt „bis heute“). Hier gibt es daher jetzt eine zwei­spra­chige Fas­sung, mit dem eng­li­schen und deut­schen Text neben­ein­an­der:

Außer­dem habe ich die Rede und einen ande­ren Plattform-​​Text zum Anlaß genom­men, zu fra­gen: Was hat denn die Linke Platt­form in SYRIZA eigent­lich genau vor­zu­schla­gen – außer gegen die Brüs­se­ler Ver­ein­ba­rung vom 13.7. zu sein? Und wie soll es mit SYRIZA bzw. lin­ker Poli­tik in Grie­chen­land nach Plattform-​​Vorstellung wei­ter­ge­hen?

Auch meine Ant­wort auf diese Fra­gen wurde von scharf-​​links dan­kens­wer­ter­weise ver­öf­fent­licht:

Strategie-​​ und plan­los – die SYRIZA-​​Linke

http://​scharf​-links​.de/​4​4​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​2​4​7​7​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​d​7​9​7​9​5f97e

Auch die­sen Text habe ich inzwi­schen noch um ein paar Tipp­feh­ler berei­nigt und in eine .pdf-​​Datei ver­wan­delt:

Good morning, Alexis Tsipras!

Alexis Tsi­pras am Fr., d. 31.07. im Inter­view mit l‘Humanité, der Par­tei­zei­tung der KPF (via Elliott Eisen­berg)

Tsi­pras: „Wir wis­sen, daß die Wah­len gewin­nen, nicht bedeu­tet, von einem Tag auf den nächs­ten über die Hebel der Macht zu ver­fü­gen.“ („nous savons que gagner les élec­tions ne signi­fie pas, du jour au len­de­main, dis­po­ser des leviers du pou­voir“)

Na! Das fällt ihm ja früh auf…

Tsi­pras: „Die Durch­füh­rung des Kamp­fes auf Regie­rungs­ebene reicht nicht aus. Wir müs­sen ihn, auch auf dem gesell­schaft­li­chem Felde füh­ren.“ („Mener le com­bat au niveau gou­ver­ne­men­tal ne suf­fit pas. Il faut le mener, aussi, sur le ter­rain des lut­tes socia­les.“)

Tja, wenn er jetzt auch noch erken­nen würde, daß in der Regie­rung eines bür­ger­li­chen Staa­tes zu sein, hin­der­lich dafür ist, die Kämpfe auf gesell­schaft­li­chem Felde zu füh­ren…

Pseudo-Strategie jenseits der Realität

In der ‚Griechenland/​EU-​​Debatte‘ im neuen deutsch­land, in deren Rah­men ich mich am Sams­tag auch bereits geäu­ßert hatte, hat sich heute Halina Wawzy­niak, Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete der Links­par­tei, zu Wort gemel­det:

»Kein Weg« ist Poli­tik nach dem TINA-​​Prinzip

Die Linke sollte grund­sätz­lich Ja zur EU sagen, den Anspruch aber stär­ker ver­fol­gen, diese zu ver­än­dern

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​7​9​4​5​7​.​k​e​i​n​-​w​e​g​-​i​s​t​-​p​o​l​i​t​i​k​-​n​a​c​h​-​d​e​m​-​t​i​n​a​-​p​r​i​n​z​i​p​.html.

Dar­auf habe ich mei­ner­seits mit zwei Tex­ten geant­wor­tet – mit einem län­ge­ren bei scharf-​​links:

Ein bemer­kens­wer­ter Schlen­ker in der Grexit-​​Debatte – Ant­wort auf Halina Wawzy­niak

http://​scharf​-links​.de/​4​4​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​2​4​2​6​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​2​0​e​f​7​854a4

und einem kür­ze­ren bei FB:

These Gohlke/​Wissler: „Ein Ver­bleib in der Euro­zone bedeu­tet für Grie­chen­land die Garan­tie auf wei­tere Kür­zun­gen und Ver­elen­dung, die fak­ti­sche Auf­gabe demo­kra­ti­scher und par­la­men­ta­ri­scher Kom­pe­ten­zen und stellt SYRIZA vor eine Zer­reiß­probe. Er zwingt die SYRIZA-​​Regierung nun – zumin­dest vor­läu­fig – dazu, statt zur Been­de­rin der Aus­te­ri­täts­po­li­tik zum aus­füh­ren­den Organ der Dik­ta­tur der Troika zu wer­den.“

Anti-​​These Wawzy­niak: „Statt eine Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln, wie das Ein­tre­ten die­ses Sze­na­rios ver­hin­dert wer­den kann – die Aus­ein­an­der­set­zung läuft aktu­ell – wird der Kopf in den Sand gesteckt. Ja, die der­zei­ti­gen Pläne sehen keine Been­di­gung der Aus­te­ri­täts­po­li­tik in Europa und damit auch in Grie­chen­land vor. Aber an den der­zei­ti­gen Plä­nen wird sich nichts ändern, wenn den Herr­schen­den das Spiel­feld über­las­sen bleibt.“

Wie kann denn von „Stra­te­gie“ gespro­chen wer­den, wenn die Pseudo-​​Strategie auf einer Prä­misse („die Aus­ein­an­der­set­zung läuft aktu­ell“) auf­baut, die voll­stän­dig neben der Rea­li­tät liegt:

-- Die Brüs­se­ler Ver­ein­ba­rung wurde doch gerade so kon­stru­iert, daß sie jeden Spiel­raum; jedes Nach­bes­sern effek­tiv AUS­SCHLIESST:

+++ Die Vor­leis­tun­gen, die erfüllt wer­den muß­ten, bevor über­haupt die eigent­li­che Ver­hand­lun­gen auf­ge­nom­men wur­den.

+++ Die Bestim­mung: „bei Abwei­chun­gen von ehr­gei­zi­gen Pri­mär­über­schuss­zie­len nach Kon­sul­ta­tion des Fis­kal­ra­tes und vor­be­halt­lich der vor­he­ri­gen Zustim­mung der Insti­tu­tio­nen quasi-​​automatische Aus­ga­ben­kür­zun­gen ein­ge­führt wer­den“

+++ Die Bestim­mung: „Die Regie­rung muss die Insti­tu­tio­nen zu sämt­li­chen Geset­zes­ent­wür­fen in rele­van­ten Berei­chen mit ange­mes­se­nem Vor­lauf kon­sul­tie­ren und sich mit ihnen abstim­men, ehe eine öffent­li­che Kon­sul­ta­tion durch­ge­führt oder das Par­la­ment befasst wird.“

-- Das (völ­lig not­wen­dige!) Strom­li­ni­en­för­mig­ma­chen von SYRIZA:

+++ Die Umbil­dung der Regie­rung.

+++ Die Auf­for­de­rung an die dis­sen­tie­ren­den Abge­ord­ne­ten, ihre Man­date zurück­zu­ge­ben.

+++ Neu­wah­len (mit einer logi­scher­wei­ser um die Dis­si­den­tIn­nen berei­nig­ten SYRIZA-​​Liste), „wenn es dabei [bei den wei­te­ren Abstim­mun­gen] nicht für eine eigene Mehr­heit der Regie­rung rei­che“.

+++ Ein Par­tei­tag erst, wenn die Ver­hand­lun­gen abge­schlos­sen sind.

Wo fin­det denn da eine Aus­ein­an­der­set­zung wor­über statt? Da wird doch gerade alles getan, um eine Aus­ein­an­der­set­zung zu VER­HIN­DERN.

Eine Aus­ein­an­der­set­zung wird über­haupt erst wie­der mög­lich, wenn das „Spiel­feld“ (Wawzy­niak), auf dem im Moment nur ver­lo­ren wer­den KANN (das der Regie­rungs­po­li­tik und in der Euro­zone) VER­LAS­SEN wird, wenn das Ter­rain gewech­selt – und mit reor­ga­ni­sier­ten Trup­pen eine neue Stra­te­gie ver­folgt – wird.

Siehe zu Letz­te­rem bereits mei­nen Gedan­ken von Sams­tag:

„Was SYRIZA heute braucht (wenn sie denn als Ein­heit erhal­ten wer­den soll oder will) ist der Rück­zug – und damit den Spiel­raum, die eige­nen Trup­pen zu reor­ga­ni­sie­ren –, den der Bres­ter Frie­den für die Bol­sche­wiki bedeu­tete. Das heißt, die Leis­tung, die Tspi­ras, der bean­sprucht (und m.E. zu Recht bean­sprucht!), für die Sache von SYRIZA hart gekämpft zu haben, jetzt erbrin­gen sollte, wäre, zurück­zu­tre­ten und SYRIZA die Gele­gen­heit zu ge­ben, nicht (als Regie­rungs­par­tei: zwangs­läu­fig) han­deln zu müs­sen, son­dern den­ken zu kön­nen: die ent­stan­dene Lage zu ana­ly­sie­ren; eine neue Stra­te­gie zu ent­wer­fen; sie in der grie­chi­schen Gesell­schaft zu kom­mu­ni­zie­ren“

Jedenfalls nicht beim FRAGEN auf halben Weg stehen bleiben!

Zum Griechenland-​​Papier der bel­gi­schen Sek­tion der IV. Inter­na­tio­na­len

Mein Text, der am Mon­tag­abend bei scharf-​​links erschien, hier als durch­ge­se­hene .pdf-​​Datei:

Abge­se­hen davon, daß Tipp­feh­ler kor­ri­giert wur­den, sind Her­vor­he­bun­gen sowie in FN 1 ein Satz und eine Paran­these hin­zu­ge­kom­men. Außer­dem wur­den die zwei Links am Ende von Absatz 2 der ers­ten FN durch einen Link ersetzt; in FN 11 ist noch ein Link hin­zu­ge­kom­men und der Link in FN 14 wurde durch einen aktu­el­le­ren aus­ge­tauscht.

Juan Miranda: „So richtig die Kritik am linken Reformismus ist, so falsch wäre allerdings die Illusion, ein Grexit könne einen ‚revolutionären Bruch‘ hervorbringen.“

Der Text von Juan Miranda (vgl. Neues Deutsch­land), aus dem die fol­gen­den Zitate stam­men, erschien am Mitt­woch um 18:31 h bei de​.indy​me​dia​.org:

Sel­ten hat sich ein sozi­al­de­mo­kra­ti­sches Pro­jekt so schnell von selbst erle­digt wie gerade Syriza. Vor einem hal­ben Jahr ange­tre­ten mit dem Ver­spre­chen die Austeritäts-​​ und Ver­ar­mungs­po­li­tik zu been­den, hat sich die vom „Bünd­nis der radi­ka­len Lin­ken“ geführte Regie­rung nun der neo­li­be­ra­len Dok­trin der Alter­na­tiv­lo­sig­keit unter­wor­fen. Die gest­rige - das heißt: mon­ta­g­li­che, TaP - „Eini­gung“ mit der Euro­gruppe und der Troika stellt alles in den Schat­ten, was die grie­chi­schen Vor­gän­ger­re­gie­run­gen der Bevöl­ke­rung auf­ge­bür­det haben: Sie umfasst – soweit bis­her bekannt ist – wei­tere Renten-​​Kürzungen, Markt­li­be­ra­li­sie­run­gen, Pri­va­ti­sie­run­gen, „Refor­men“ des Arbeits­markts, eine Erhö­hung der Mehr­wert­steuer sowie auto­ma­ti­sche Kür­zun­gen des Staats­bud­gets bei Nicht­ein­hal­tung der Spar­auf­la­gen. Außer­dem soll das grie­chi­sche Staats­ver­mö­gen in einen Treu­hand­fonds über­führt wer­den, den die Gläu­bi­ger ver­wal­ten. Es wird damit fak­tisch gepfän­det. Als Gegen­leis­tung gibt es so gut wie nichts: Weder wurde ein Schul­den­schnitt ver­ein­bart, noch ist ein Grexit wirk­lich vom Tisch (siehe dazu: http://​www​.tages​schau​.de/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​-​b​r​z​e​s​k​i​-​1​0​1​.html). Alles in allem eine Paket, mit dem sich selbst die Genoss*innen der Bosse von der SPD schwer täten – müss­ten sie es in Deutsch­land umset­zen.

Dass Syriza mit dem Ziel die Aus­te­ri­täts­po­li­tik zu stop­pen inner­halb des Insti­tu­tio­nen­ge­fü­ges von EU und Euro­zone schei­tern musste war von Anfang an klar. Alles andere wäre ange­sichts der welt­wei­ten Stand­ort­kon­kur­renz und des Grads der Finan­zia­li­sie­rung des Kapi­tals, aber auch ange­sichts der poli­ti­schen und ökono­mi­schen Kräf­te­ver­hält­nisse in der Euro­zone, ein Wun­der.

Vom Grexit zum revo­lu­tio­nä­ren Bruch? (mehr…)

Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

„ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

Ergän­zend schrieb ich:

„Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

Dazu fragte nun Mat­tis:

„‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

1. Der Zweck einer NaO

Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)

Staaten – Staatsgewalt – Kräfteverhältnisse

Eine Ant­wort auf Ben Richards (03. Februar 2014 um 7:11 Uhr):

TaP1 muss sich mal ent­schei­den, ob der Staat die Gewalt der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise ist, mit­hin einen Zweck hat oder ein Kräf­te­ver­hält­nis (dann offen­bar von ver­schie­de­nen Zwe­cken? wovon? wer ver­hält sich da zu wem wie?) ist. Bei­des geht gleich­zei­tig nicht.

Daß bei­des nicht gleich­zei­tig geht, mag sein – nur ver­trete ich keine von bei­den Behaup­tun­gen, die Du mir unter­zu­schie­ben ver­suchst:

a) „Der Staat“ „ist“ nicht Gewalt, son­dern wen­det Gewalt an, um ’seine‘ Ent­schei­dun­gen durch­zu­set­zen, wenn sie nicht frei­wil­lig befolgt wer­den.

b) „Der Staat“ „ist“ auch kein Kräf­te­ver­hält­nis, aber ’seine‘ Ent­schei­dun­gen sind Resul­tat von Kräf­te­ver­hält­nis­sen.

c) „Der Staat“ ist auch kein Sub­jekt, das sich einen „Zweck“ setz­ten würde; und er wurde auch nicht von einer Ver­schwö­rung böser Sub­jekt, die ihn mit einem bestimm­ten „Zweck“ in die Welt gesetzt hät­ten, erschaf­fen.

d) Viel­mehr sind Staa­ten – als Resul­tat von his­to­ri­schen Pro­zes­sen – in bestimm­ter Weise in die Struk­tur der Gesell­schaft (Basis + Über­bau) ein­ge­baut und selbst in bestimm­ter Weise struk­tu­riert. Diese bestimmte Art der Struk­tu­rie­rung und des Ein­ge­baut­seins bewirkt, daß die Ent­schei­dungs­fin­dung eines jeden Staa­tes in sys­te­ma­ti­scher Weise zuguns­ten die­ser oder jener gesell­schaft­li­chen Grup­pen ‚ver­zerrt‘ ist.

e) Des­sen unge­ach­tet funk­tio­nie­ren Staa­ten in unter­schied­li­chem Aus­maß (je nach ihrer demo­kra­ti­schen oder nicht-​​demokratischen Form) nicht in der Weise, daß sie linear und ein­sei­tig nur die Inter­es­sen einer gesell­schaft­li­chen Gruppe (die im übri­gen auch nicht homo­gen sind) durch­set­zen wür­den, son­dern in der Weise, daß sie – wie gesagt: im unter­schied­li­chen Aus­maß und je nach Kräf­te­ver­hält­nis – auch die Inter­es­sen der ande­ren gesell­schaft­li­chen Grup­pen berück­sich­ti­gen.

f) Staa­ten sind näm­lich nicht nur eine Ver­dop­pe­lung der ohne schon exis­tie­ren­den gesell­schaft­li­chen Herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern haben die­ser gegen­über eine spe­zi­fi­sche sowohl Zwangs-​​ als auch Hegemonie-​​ (manch­mal sogar: Konsens-​​) Funk­tion: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​l​a​t​e​s​t​/​w​o​r​d​p​r​e​s​s​/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​3​/​0​9​/​D​i​e​_​G​A​M​_​s​a​g​t​_​d​e​m​_​L​e​n​i​n​i​s​m​u​s​_​A​d​e.pdf, S. 11, FN 4.

g) Bei dem Gan­zen domi­niert aber die Struk­tur in letz­ter Instanz über die kon­junk­tu­rel­len Kräf­te­ver­hält­nisse, wes­halb für den Bruch mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise kein Weg an der Zer­schla­gung der bür­ger­li­chen Staats­ap­pa­rate vor­bei­führt. – Dies heißt aber wie­derum nicht, daß es ‚unter­halb‘ des Bruchs mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise kein Spiel­raum für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und Kom­pro­misse gibt oder daß es – nach dem Motto „Um so schlim­mer desto bes­ser“ – aus Sicht der Lohn­ab­hän­gi­gen und/​oder Kom­mu­nis­tIn­nen falsch wäre, sie zu nut­zen.

Anmer­kun­gen: (mehr…)

@ GSP: Zur Kritik der gegenstandpunktlerischen Übel-Indifferenz

Im blog von Neo­prene ent­wi­ckelte sich im Nach­gang zu dem „Demokratie“-Workshop der Inter­Komms vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine mun­tere Debatte über Demo­kra­tie und Faschis­mus, über (Geschichts)determinismus, gesell­schaft­li­che Wider­sprü­che und die Rele­vanz von Poli­tik sowie über Reich­weite und Gren­zen der Ver­samm­lungs­frei­heit. Auch sys­ten­crash nahm zu die­ser Debatte Stel­lung:

Vom Sinn der „Herr­schafts­kri­tik“
http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​0​1​/​v​o​m​-​s​i​n​n​-​d​e​r​-​h​e​r​r​s​c​h​a​f​t​s​k​r​itik/

[Zur Kri­tik vom Gegen­stand­punkt am Demokratie-​​Begriff]
http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​1​/​2​0​/​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​-​u​n​d​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​r​e​r​-​b​r​u​c​h​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-5037

Die Debatte bei Neo­prene nahm Aus­gang von dem, was ein Gegen­stand­punkt (GSP)-Genossen bei dem InterKomm-​​Workshop-​​Tag gesagt hatte. In die­sem Bei­trag hieß es u.a.:

„ich [will] ganz klar sagen: Ich lehne alles an die­sem Ver­fah­ren, ich lehne das Ideal und die Uto­pie von einer Herr­schaft, die mir Rechte gibt, die mich immer­hin ver­sam­meln und spre­chen läßt, die lehne ich ab. Ich bin Anti­dem­krat! So kannst du doch auch mal in den Dis­kurs um die Begriffe inter­ve­nie­ren. Demo­kra­tie hat einen guten Ruf, ich bin dage­gen. Da kannst du dann in ein kla­re­res und leb­haf­te­res Gespräch kom­men.

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Für eine rätesozialistische De-Konstruktion des Demokratie-Begriff

In einer Bro­schüre der Gruppe *andere zustände ermög­li­chen (*aze) ist jetzt – am Anfang des ver­gan­ge­nen Jah­res ent­stan­de­ner – gemein­sa­mer Text von Micha Schilwa und mir mit dem Titel

Für eine räte­so­zia­lis­ti­sche De-​​Konstruktion des Demokratie-​​Begriff

erschie­nen.

Außer­dem sind in der Bro­schüre Bei­träge von *aze selbst, von einem Genos­sen der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken (IL) sowie der Gruppe never­go­ing­home.

Die Bro­schüre ist in digi­ta­ler Form auf der home­page von *aze und (in Kürze) in gut sor­tier­ten Info-​​ und Buch­lä­den kos­ten­los erhält­lich.

Wer war Amadeo Bordiga?

Hier noch ein paar Lese­mög­lich­kei­ten zur Vor­be­rei­tung auf den Demokratie-​​Workshop der Inter­Komms (s. z.B.: 1, 2, 3, 4) am Sonn­tag (26.1.):

In der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia gibt es einen Arti­kel über den ita­lie­ni­schen Links­kom­mu­nis­ten Bordiga:

http://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​m​a​d​e​o​_​B​o​rdiga


(Quelle: https://​it​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​F​i​l​e​:​B​o​r​d​i​g​a.gif; Datei­for­mat umge­wan­delt)

Der aus­führ­li­chere Arti­kel in der eng­lisch­spra­chige Wiki­pe­dia ent­hält auch einen Abschnitt zur Posi­tion von Bordiga zur Demo­kra­tie:

Bordiga proudly defined him­self as „anti-​​democratic“ and belie­ved him­self at one with Marx and Engels on this. Bordiga’s hos­ti­lity toward demo­cracy had not­hing to do with Sta­li­nist idea­lism. Indeed, he saw fascism and Sta­li­nism as the cul­mi­na­tion of bour­geois demo­cracy. Demo­cracy to Bordiga meant above all the mani­pu­la­tion of society as a form­less mass. To this he coun­ter­po­sed the „dic­ta­tor­ship of the pro­le­ta­riat“, imple­men­ted by the com­mu­nist party foun­ded in 1847, based on the prin­ci­ples and pro­gram enun­cia­ted in the mani­festo. He often refer­red to the spi­rit of Engels‘ remark that „on the eve of the revo­lu­tion all the forces of reac­tion will be against us under the ban­ner of ‚pure demo­cracy“. (As, indeed, every fac­tio­nal oppo­nent of the Bols­he­viks in 1921 from the mon­ar­chists to the anar­chists cal­led for „soviets wit­hout Bolsheviks“--or soviet workers coun­cils not domi­na­ted by Bols­he­viks.) Bordiga oppo­sed the idea of revo­lu­tio­nary con­tent being the pro­duct of a demo­cra­tic pro­cess of plu­ra­list views; wha­te­ver its pro­blems, in light of the history of the past 70 years, this per­spec­tive has the merit of unders­co­ring the fact that com­mu­nism (like all social for­ma­ti­ons) is above all about pro­gram­ma­tic con­tent expres­sed through forms. It unders­cores the fact that for Marx, com­mu­nism is not an ideal to be achie­ved but a „real move­ment“ born from the old society with a set of pro­gram­ma­tic tasks.
http://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​m​a​d​e​o​_​B​o​rdiga

Bordi­gas Arti­kel Das demo­kra­ti­sche Prin­zip fin­det sich auf der Seite http://​www​.sinis​tra​.net/:

http://​www​.sinis​tra​.net/​l​i​b​/​u​p​t​/​k​o​m​p​r​o​/​c​i​p​o​/​c​i​p​o​b​f​i​b​u​d​.html

Lenin hat sich in (mehr…)