Archiv der Kategorie 'Rassismus'

Von der Philosophie zur Politik

Noch mal zu Post­mo­derne und Leni­nis­mus –

oder: Ant­wort1 auf das „Quietscheentchen“-Papier (SIBS v. 28.7.)

Die­ser wie folgt geglie­derte Text wird ab mor­gen Mit­tag im „Arsch hoch“-blog zur Organisierungs-​​ und Pro­gramm­de­batte zur Ver­fü­gung ste­hen: http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​2​0​/​v​o​n​-​d​e​r​-​p​h​i​l​o​s​o​p​h​i​e​-​z​u​r​-​p​o​l​itik/.

Über­blick:

I. Von der ‚post­mo­der­nen’ Phi­lo­so­phie …

1. His­to­ri­scher Mate­ria­lis­mus und idea­lis­ti­sche Geschichts­phi­lo­so­phie
2. Die Frage nach dem Gehalt von Theo­rie
3. Begriff und Wirk­lich­keit
4. Die Ver­nunft, die Macht und der Irra­tio­na­lis­mus
5. Wert­kri­tik und Post­mo­derne

II. … zum his­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus …

1. sex und gen­der
2. Vom wis­sen­schaft­li­chen und poli­ti­schen Nut­zen der De-​​Konstruktion
3. Haupt­wi­der­sprü­che, Neben­wi­der­sprü­che, Grund­wi­der­sprü­che – und die Per­spek­ti­ven einer Welt­re­vo­lu­tion

III. … zur revo­lu­tio­nä­ren Orga­ni­sie­rung

1. Für revo­lu­tio­näre Poli­tik ohne geschichts­phi­lo­so­phi­sche Durch­hal­te­pa­ro­len
2. Selbst­kri­ti­sches zum Zeit­plan
3. Arbeits­kon­fe­renz, Debat­ten­ver­lauf und Spek­tren­er­wei­te­rung

Themenübersicht – Kritik an der linksliberal-antifeministischen politischen Linie des transgenialen CSD (tCSD) in Berlin und des queeren mainstreams in der BRD überhaupt

I. Zur Pro­gram­ma­tik des trans­ge­nia­len CSD

Eine radi­kale Geste mit scha­lem Neben­ge­schmack:

„Auch der Auf­ruf zum trans­ge­nia­len CSD, der am kom­men­den Sams­tag (26.6.[2010]) statt­fin­det […], kommt ohne die Wör­ter ‚femi­nis­tisch‘ und ‚Femi­nis­mus‘ aus, […]. Der A-​​, wenn nicht sogar Anti-​​Feminismus scheint der heim­li­che Kon­sens von kom­mer­zi­el­lem und trans­ge­nia­lem CSD zu sein. Der­ar­ti­gen Ent­wick­lun­gen zuzu­ar­bei­ten war kei­nes­falls das Anlie­gen von Judith But­ler, als sie vor rund 20 Jah­ren gen­der trou­ble schrieb“.

Worum geht es eigent­lich dem trans­ge­nia­len CSD?

queere Glo­ba­li­sie­rung & impe­ria­len Begeh­rens

„Ich hätte ja nun wirk­lich gedacht, daß die linke Dis­kus­sion – zumal bei Leu­ten, die im ver­gan­ge­nen Jahr den main­stream-CSD noch als ‚ras­sis­tisch‘ kri­ti­sier­ten – über ras­sis­ti­sche Struk­tu­ren und deren Repro­duk­tion auch in der Lin­ken längst über den psy­cho­lo­gi­sie­ren­den und indi­vi­dua­li­sie­ren­den Begriff der ‚Vor­ur­teile‘ hin­aus ist; und daß in Zusam­men­hän­gen, die irgend­eine Affi­ni­tät (und sei es bloß als Bünd­nis­part­ne­rIn­nen) zur auto­no­men Szene haben, nicht nur die Frage gestellt wird ‚Wie las­sen sich Kon­flikte fried­lich lösen?‘, son­dern auch die Fra­gen: ‚Ist es immer mög­lich und wün­schens­wert Kon­flikte ‚fried­lich’ zu lösen?‘ und: ‚Sind ‚Gewalt­si­tua­tio­nen’ immer etwas, in das wir anschei­nend irgend­wie pas­siv hin­ein­ge­ra­ten und wo wir dann Ori­en­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten haben und dann erst fra­gen müs­sen was wir ‚in’ ihnen tun kön­nen?‘, ‚Kann sich Wider­stand auf das Dogma der ‚gewalt­freien Kom­mu­ni­ka­tion’ fest­le­gen las­sen?‘
Zu die­ser gan­zen Fehlo­ri­en­tie­rung, die den Radi­ka­li­täts­an­spruch des tCSD weder ana­ly­tisch noch stra­te­gisch aus­wei­sen kann, son­dern unter­gräbt und prak­tisch auf eine Dif­fe­renz des kul­tu­rel­len Aus­drucks (Schmuddel-​​look statt Schi­cki­mi­cki) und des bes­se­ren Wol­lens redu­ziert, paßt auch noch, daß bei besag­tem tCSD-​​Treffen als Auf­gabe der – nach den sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen des Vor­jah­res – für die­ses Mal zu schaf­fen­den awa­ren­ess-Struk­tur ‚Dees­ka­la­tion‘ (!) genannt wurde. Dees­ka­la­tion statt Par­tei­lich­keit! – aber: ach wie radi­kal sind wir und was für eine Spießer-​​Organisation ist der LSVD, der nur in der Mitte der Gesell­schaft ankom­men will.“
Kom­men­tar vom 06. Mai 2011; 17:54 Uhr

Trans­ge­nia­ler CSD 2011 in Ber­lin ohne offi­zi­el­len Auf­ruf?

„Der struk­tu­relle Begriff ‚Patri­ar­chat‘ ist also weg­ge­fal­len, und allein der auf ein­zelne Äuße­run­gen und Hand­lun­gen fokus­sie­rende Aus­druck ‚Sexis­mus‘ ste­hen­ge­blie­ben. [5] ‚Kapi­ta­lis­mus‘ wurde durch den aus glei­chem Grund zwei­deu­ti­gen Aus­druck ‚Klas­sis­mus‘ ersetzt. [6] Der immer­hin kon­krete, mate­ri­elle Hand­lun­gen benen­nende Begriff ‚Hete­ro­se­xis­mus‘ wurde weg­ge­las­sen; statt des­sen wird jetzt mit dem Begriff ‚Hete­ro­nor­ma­ti­vi­tät‘ allein auf ‚Nor­men‘ foku­siert.“

Selek­tive Wahr­hei­ten?

Als queer noch revo­lu­tio­när, aggres­siv und män­ner­feind­lich war – und sein durfte (bis­her 27 Kom­men­tare)

Eine „Revo­lu­tion“, bei der ich nicht den­ken darf, ist nicht meine – Einige Worte zum Ber­li­ner CSD-​​Wochenende 2011

Für einen femi­nis­ti­schen Anti-​​Humanismus!

II. Zur Pra­xis des tCSD

Sexu­elle Beläs­ti­gun­gen beim trans­ge­nia­len CSD in Ber­lin (erschie­nen beim mäd­chen­blog am 28.06.2010)

Umgang bei sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen auf trans­ge­nia­len CSD (erschie­nen bei scharf-​​links am 24.06.2011 [!])

► Kom­men­tar bei indy­me­dia (Wo blei­ben die Argu­mente? – TaP 26.06.2011; 00:00 h)

„Wer/​welche bean­sprucht denn auch nur femi­nis­tisch zu sein?! In den Auf­ru­fen für den trans­ge­nia­len CSD ist das doch das große Tabu-​​Wort. Und des­halb kommt es dann näm­lich zu sol­chen Din­gen, wie dem laxen Umgang mit sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen. Da zei­gen sich die ganz prak­ti­schen Kon­se­quen­zen der poli­ti­schen Linie des quee­ren main­streams.
Und dar­über soll­ten auch die­je­ni­gen – weni­gen – ins Erschre­cken gera­ten, die nicht femi­nis­tisch durch queer erset­zen, son­dern von ‚queer-​​feministisch‘ spre­chen: Wie femi­nis­tisch bzw. anti-​​feministisch die gän­gige queere Pra­xis in der BRD ist, ist eine Debatte, die über­fäl­lig ist.“

III. Vor­schlag für eine feministisch-​​revolutinäre Aus­rich­tung

Back to the future: Für einen femo-​​genialen tCSD 2012!

IV. Zum theo­re­ti­schen und poli­ti­chen Kon­text der Debatte (mehr…)

Transgenialer CSD 2011 in Berlin ohne offiziellen Aufruf?

-- Die­ser Text jetzt als .pdf-Datei und mit einer Kor­rek­tur der Fuß­note 7 --

Für den heu­ti­gen trans­ge­nia­len CSD (tCSD) [0] scheint [1] es kei­nen gemein­sam getra­ge­nen Auf­ruf zu geben. Ges­tern wurde im blog des tCSD in der Rubrik „Presse“ ein „Bei­trag zum Motto des Trans­ge­nia­len CSD 2011“ über­schrie­be­ner Text ver­öf­fent­licht (siehe dort oder auch dort – meine Hv.). Die­ser Text weicht an eini­gen Stel­len in inhalt­li­cher und sti­lis­ti­scher Hin­sicht erheb­lich von dem zuletzt als Aufruf-​​Entwurf dis­ku­tier­ten Text ab.

Soweit ich direkt an der For­mu­lie­rung der nun weg­ge­las­se­nen oder umfor­mu­lier­ten Stel­len betei­ligt war, so seien diese hier ver­merkt:

► Im Abschnitt „Daten hel­fen da auch nicht wei­ter!“ heißt es jetzt – in Bezug auf den Zen­sus 2011 – „Auf Grund­lage der Kate­go­rien wird wei­ter­hin dis­kri­mi­nie­rende Poli­tik gemacht.“ Zuvor waren an die­ser Stelle – statt der vage Rede von „diskriminierende[r] Poli­tik“ [2] – bei­spiel­haft einige gesell­schaft­li­che Grup­pen genannt, gegen die in der BRD Poli­tik gemacht wird. In der Aufruf-​​Diskussion hatte ich in Bezug auf andere Text­stel­len vor­ge­schla­gen gehabt, den indi­vi­dua­li­sie­ren­den Begriff „Dis­kri­mi­nie­rung“ durch die struk­tu­rel­le­ren Begriffe „Herr­schaft und Aus­beu­tung“ zu erset­zen.

► Im Abschnitt der jetzt die Über­schrift „Zwei-​​Geschlechter-​​Ordnung abschaf­fen!“ trägt, steht nun: „Wir stel­len uns gegen eine Ord­nung, die nur zwei Geschlech­ter kennt und alle Men­schen, die sich nicht einem Geschlecht zuord­nen wol­len und_​oder kön­nen, stig­ma­ti­siert!“ (meine Hv.) Zuvor stand an die­ser Stelle: „Wir stel­len uns gegen die Zwei-​​Geschlechter-​​Ordnung, wel­che alle Men­schen, die sich nicht einem Geschlecht zuord­nen wol­len und_​oder kön­nen, stig­ma­ti­siert!“

Die neue For­mu­lie­rung („die nur zwei Geschlech­ter kennt“) impli­ziert im Gegen­satz zur alten eine Stra­te­gie der Ver­viel­fa­chung der Geschlech­ter. Ich plä­diere dage­gen in Anschluß an Über­le­gun­gen von Judith But­ler und Moni­que Wit­tig für die Anstre­bung einer Auf­he­bung aller Geschlech­ter.

(mehr…)

Widerstand und Lernen aus „Erfahrungen“ kommt NICHT aus dem Inneren von SUBJEKTEN, sondern aus der Konfrontation von widersprüchlichen Erfahrungen von sub-jekten mit gesellschaftlich produzierten Begriffen und Diskursen

Fort­set­zung zu:
„Die Ein­zel­nen sind Geschöpfe der gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse (NICHT authen­ti­sche SUB­JEKTE), und die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse sind wider­sprüch­lich“

Judith But­ler:
„The injunc­tion to be a given gen­der pro­du­ces necessary failu­res, a variety of inherent con­fi­gu­ra­ti­ons that in their mul­ti­p­li­city exceed and defy the injunc­tion of which they are gene­ra­ted. Fur­ther, the injunc­tion to be a given sub­ject takes place trough dis­cur­sive rou­tes: to be a good mother, to be a hete­ro­se­xu­ally desi­ra­ble object, to be a fit worker, in sum, to signify a mul­ti­p­li­city of gua­ran­tees in respon­ses to a variety of dif­fe­rent demands all at once. The coexis­tence or con­ver­gence of such dis­cur­sive injunc­tions pro­du­ces the pos­si­bi­lity of a com­plex recon­fi­gu­ra­tion and rede­ploy­ment; it is not a trans­cen­den­tal sub­ject who enab­les action in the midst of such a con­ver­gence. There is no self that is prior to the con­ver­gence or who main­tains ‚inte­grity’ prior to its entrance into the con­flic­tual cul­tu­ral field. There is only a taking up of the tools where they lie, where the very ‚taking up’ is enab­led by the tool lying there.“

(Gen­der Trou­ble, New York /​ Lon­don, 1990, 145 /​ dt. Das Unbe­ha­gen der Geschlech­ter, FfM, 1991, 213 – fette Hv. d. TaP)

Jür­gen Link:
Der „wille zur resis­tenz gegen die hege­mo­nie: kommt er aus einem ‚dis­kurs­freien‘ Sub­jekt, etwas aus des­sen ‚ein­ge­bo­re­nen frei­heits­ver­lan­gen‘ […]? […]. neh­men wir das bei­spiel der kul­tur­re­vo­lu­tion der ‚68er gene­ra­tion‘: schon die mas­sen­er­schei­nung spricht dage­gen, daß damals plötz­lich ganz viele (intel­lek­tu­elle) Sub­jekte (mit gro­ßem S) prä­dis­kur­siv (prä­dis­kur­siv argu­men­tie­rend?) den ent­schluß zum wider­stand faß­ten. alles spricht viel­mehr dafür, daß eine kom­bi­na­tion von anti­he­ge­mo­nia­len dis­kur­sen (mar­xis­mus /​ psy­cho­ana­lyse /​ frank­fur­ter schule) sich im uni­ver­si­tä­ren raum explo­siv durch­setzte, weil hege­mo­niale dis­kurse, die das ent­spre­chende ter­rain ‚hal­ten‘ soll­ten, völ­lig ‚über­al­tert‘ waren. und daß die neuen dis­kurse dann als effekt neue sub­jekt­vi­tät pro­du­zier­ten.”

(Noch ein­mal: Dis­kurs. Inter­dis­kurs. Macht, in: kul­tuR­Re­vo­lu­tion Nr. 11: die macht der dis­kurse?, Feb. 1984, 4 – 7., 6 f. – Hv. i.O.; i.O. fett statt kur­siv)

Gareth Sted­man Jones:
„[…] wenn man in bestimm­ten ele­men­ta­ren Lebens­si­tua­tio­nen etwas lernt, so lernt man/​frau eben nicht ei­gentlich aus der ‚Erfah­rung‘, son­dern aus der Ver­ar­bei­tung der Erfah­rung, d.h. auf­grund einer Kon­frontation mit Begrif­fen, die die­ser Erfah­rung über­haupt erst einen ‚Sinn‘ geben. Wo aber diese Begriffe und Gedan­ken her­kom­men, die somit die Erfah­rung struk­tu­rie­ren, ist natür­lich eine wich­tige und offene Frage, aber sie kom­men ganz sicher nicht aus dem Innern des be­treffenden Indi­vi­du­ums.“

(in: Peter Schött­ler, Inter­view mit Gareth Sted­man Jones, in: Gareth Sted­man Jones, Klas­sen, Poli­tik und Spra­che, Für eine theo­rie­ori­en­tierte Sozi­al­ge­schichte hrsg. u. ein­ge­lei­tet von Peter Schött­ler, West­fä­li­sches Dampf­boot: Müns­ter, 1988, 277-​​317 [308]).

Die Einzelnen sind Geschöpfe der gesellschaftlichen Verhältnisse (NICHT authentische SUBJEKTE), und die gesellschaftlichen Verhältnisse sind widersprüchlich

I.

Karl Marx:
„[…] es han­delt sich hier um die Per­so­nen nur, soweit sie die Per­so­ni­fi­ka­tion ökono­mi­scher Kate­go­rien sind, Trä­ger1 von bestimm­ten Klas­sen­ver­hält­nis­sen und Inter­es­sen. Weni­ger als jeder andere kann mein Stand­punkt, […], den ein­zel­nen ver­ant­wort­lich machen für Ver­hält­nisse deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch sub­jek­tiv über sie erhe­ben mag.“ (Das Kapi­tal, MEW 23, 16 – Hv. d. TaP).

Ste­fa­nie Gräfe:
„Die­ses auto­nome Sub­jekt erhebt sich mit­tels der Ver­nunft aus dem bar­ba­ri­schen Natur­zu­stand und bean­sprucht sein ‚Recht‘, des­sen Garant der bür­ger­li­che Staat ist. Die­ses ursprüng­lich auto­nome Indi­vi­duum wird sozu­sa­gen erst im nach­hin­ein ver­ge­sell­schaf­tet. Es exis­tiert jen­seits von Geschichte und Gesell­schaft. Diese Illu­sion der ursprüng­li­chen Auto­no­mie negiert die real exis­tie­ren­den mate­ri­el­len, sozia­len und leib­li­chen Abhän­gig­kei­ten, denen Men­schen nun ein­mal unter­wor­fen sind, und pro­ji­ziert sie auf das ‚Andere‘, z.B. auf ‚die Frau‘. Die wie­derum wird dann sozu­sa­gen zum Gegen­teil der Ver­nunft, ist ganz Bio­lo­gie und Kör­per und Repro­duk­tion. Der Mann ohne Unter­leib und ohne Ver­bin­dung zum Kol­lek­tiv ist das Rechts­sub­jekt, mit des­sen Hilfe sich das vor­auf­klä­re­ri­sche Natur­recht zum Staats­bür­ger­recht erhebt.“

(Fun­da­men­ta­lis­ti­sche Fik­tio­nen. Men­schen­rechts­ideal und patri­ar­chale Wirk­lich­kei­ten, in: ana­lyse & kri­tik. Zei­tung für linke Debatte und Pra­xis, Nr. 422, 21.1.1999).

Judith But­ler:
„Die ver­brei­tete Annahme, daß das ‚Sub­jekt vor dem Gesetz‘ eine onto­lo­gi­sche Inte­gre­ti­tät besitze [und nur „auf die Reprä­sen­ta­tion in oder durch das Gesetz war­tet“ (17)] kann als zeit­ge­nös­si­sche Spur der Hypo­these vom ‚Natur­zu­stand‘ ver­stan­den wer­den – jener fundierenden/​fundamentalitischen Legende, die für die Rechts­struk­tur des klas­si­schen Libe­ra­lis­mus kon­sti­tu­tiv war. Die per­for­ma­tive Beschwö­rung2 eines unge­schicht­li­chen ‚vor‘ wird zur Begrün­dungs­prä­misse, die eine vor­ge­sell­schaft­li­che Onto­lo­gie der Per­so­nen sichert, die ihrer­seits die Legi­ti­mi­tät des Gesell­schafts­ver­tra­ges begrün­det, indem sie ein­wil­li­gen, regiert zu wer­den.“
(Das Unbe­ha­gen der Geschlech­ter, Suhr­kamp: Frank­furt am Main, 1991, 18)

II.

Alt­hus­ser schließt „unter Hin­weis auf die kom­plexe Struk­tur des gesell­schaft­li­chen Gan­zen, wel­che sich nicht auf ein ver­ein­heit­li­chen­des Prin­zip zurück­füh­ren läßt, durch die Ein­füh­rung der Kate­go­rie der Über­de­ter­mi­nie­rung jede ein­deu­tige Deter­mi­nie­rung des gesell­schaft­li­chen Ver­laufs aus[…] und [ver­tritt] viel­mehr die These […], daß in jedem his­to­ri­schen Augen­blick unter­schied­li­che Ten­den­zen beste­hen, wobei es von dem gesell­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nis, d.h. von der Kon­junk­tur“ – nicht nur, wie zu ergän­zen ist! – „des Klas­sen­kamp­fes abhängt, wel­che die­ser Ten­den­zen sich schließ­lich durch­setzt. Was daher die gesell­schaft­li­chen Trä­ger betrifft, die unter der Deter­mi­na­tion durch ihre Exis­tenz­be­din­gun­gen funk­tio­nie­ren, so ist auf­grund der dif­fe­ren­ti­el­len Struk­tur die­ser Bedin­gun­gen eine ein­deu­tige Fest­le­gung des indi­vi­du­el­len Han­delns undenk­bar, d.h. die Deter­mi­nie­rung des Indi­vi­du­ums ist in dem Maße wider­sprüch­lich, wie es die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse sind; […].“ (mehr…)

DOKU – Frauen aus der „radikal“ (Nov. 1990): Wir weigern uns das Abklopfen des eigenen Selbst zum Nonplusultra zu erklären

Als Ergän­zung zu der kürz­lich gepos­te­ten Kri­tik von Jenny Bourne an einer Reduk­tion von Ras­sis­mus auf bloße „Vor­ur­teile“ hier noch ein Aus­zug aus einem Text von radi­kal-Frauen von 1990:

Wir haben […] mit­be­kom­men, daß häu­fig in auto­no­men Frau­enzu­sam­men­hän­gen die Aus­ein­an­der­set­zun­gen über Ras­sis­mus sehr auf der sub­jek­ti­ven Ebene ver­lau­fen – bin ich eine Ras­sis­tin, weil ich eben gesagt habe: „Ich hätte gerne einen Neger­kuß.“?
Das ist zwar eine wich­tige Ebene, sich sel­ber abzu­klop­fen, aber wir wei­gern uns, das zum non­plus­ul­tra der Dis­kus­sion zu machen. Wir hal­ten das für die abso­lute Luxus­po­si­tion, wenn nicht gleich­zei­tig die gesell­schaft­li­che Ebene des Ras­sis­mus ana­ly­siert wird, wo er sich aus … Welt­markt… (Der Satz war lei­der in dem uns vor­lie­gen­den Exem­plar des Tex­tes unle­ser­lich. Anm. d Hg.)
Allein­ste­hend macht sie ein­mal mehr deut­lich: Na, die Wei­ßen haben jetzt in Zei­ten des offen­si­ven doit­schen Macht­zu­wach­ses und natio­na­lem Tau­mel nichts Ves­se­res zu tun, als wie­der mal um ihren Nabel zu krei­sen.
Im Ernst: Das wich­tigste an unse­rer Kritik/​Selbstkritik ist für uns fol­gen­des: (mehr…)

Auf zu „Schwarze Risse“ in den Mehringhof!

Ich erwähnte neu­lich das Buch

From Resis­tance to Rebel­lion. Texte zur Rassismus-​​Diskussion
Schwarze Risse /​ Rote Straße: Berlin/​Göttingen, 1992
172 Sei­ten

mit Tex­ten von Jenny Bourne, A. Siva­n­an­dan und Fiz Fekete. Die letz­ten Exem­plare des unbe­dingt lesens­wer­ten Buches sind z.Z. für nur 3 Euro im Ber­li­ner Buch­la­den „Schwarze Risse“ im Meh­ring­hof (U-​​Bahnhof Meh­ring­damm [U 6 und U 7]) erhält­lich.

Rück­wär­ti­ger Klap­pen­text:

„End­lich hat eine radi­kale Dis­kus­sion um den Anti­ras­sis­mus auch in der hie­si­gen Lin­ken begon­nen. Ange­sto­ßen wurde sie nicht zuletzt durch die Selbst­or­ga­ni­sie­rung schwar­zer Grup­pen in der BRD.
Die Geschichte des anti­ras­sis­ti­schen Kamp­fes der Schwar­zen (als poli­ti­scher Begriff) in Bri­tain ist älter und fort­ge­schrit­te­ner.
‚From resis­tance to rebel­lion’ beschreibt diese Geschichte in ihren ver­schie­de­nen Sta­dien.
Die ande­ren Texte geben ein Bild der Debat­ten um einen radi­ka­len Anti­ras­sis­mus­be­griff, einen femi­nis­ti­schen Anti-​​Rassismus und bezie­hen sich auf mili­tante Pra­xis.“

Aus dem Vor­wort (S. 9-​​10 [9]):

„Ras­sis­mus ist ein sehr viel mili­tan­te­rer Begriff [als „Aus­län­der­feind­lich­keit“, „Dis­kri­mi­nie­rung“ oder „mul­ti­na­tio­nale Klas­sen­zu­sam­men­set­zung], der eine Sys­te­ma­tik von Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung beschreibt und sie in einen glo­ba­len, impe­ria­lis­ti­schen Kon­text setzt.“

Diskussion über Antidiskriminierungspolitik, revolutionärem Feminismus und Nebenwiderspruchs-Marxismus

Seit fast einm Jahr gibt es hier eine ziem­lich kon­ti­nu­ier­li­che Dis­kus­sion mit Kom­men­ta­to­rin Zara über fünf Arti­kel hin­weg zum Thema Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­po­li­tik, revo­lu­tio­nä­rer Femins­mus und Nebenwiderspruchs-​​Marxismus – hier ein Über­blick:

Bom­bar­diert das Haupt­quar­tier der Philosophen-​​Könige (vom 27.06.2010 – 14 Kom­men­tare)

Noch ein­mal zu den Rassismus-​​Vorwürfen gegen den Ber­li­ner CSD (vom 29.06.2010 – 25 Kom­men­tare)

Inter­sek­tio­na­li­tät und Gesell­schafts­theo­rie (vom 03.07.2010 – 3 Kom­men­tare)

Was ist „Geschmack“? (vom 06.11.2919 – 10 Kom­men­tare)

Anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist nicht revo­lu­tio­när genug! (vom 15.05.2011 – bis­her 11 Kom­men­tare).

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Vgl. zum glei­chen Thema auch noch dort:

Gegen den Strom (03.05.2011 – 6 Kom­men­tare) die Fuß­no­ten 5 bis 7

Zur Kri­tik des marxistisch-​​gegenstandpunklerischen Klein­re­dens von Sexis­mus und Patri­ar­chat (11.10.2009 – 14 Kom­men­tare)

Kurz und bün­dig: Zwei Ein­füh­run­gen in den Femi­nis­mus (17.10.2009 – 3 Kom­men­tare).

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Siehe außer­dem die in Fort­set­zung befind­li­che Doku-​​Serie „Revo­lu­tio­nä­rer Femi­nis­mus“:

► frauen […] aus ver­schie­de­nen poli­ti­schen berei­chen, Zur Poli­tik der Frauen aus dem Anti­ras­sis­ti­schen Zen­trum und grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen zur anti­ras­sis­ti­schen Poli­tik, aus: inte­rim Nr. 184/​185 v. 19.03.1992

Inter­view mit der Roten Zora, aus: Emma Juni 1984

Eine femi­nis­ti­sche Kri­tik, aus: inte­rim Nr. 229, 25.02.1993, S. 23 – 27.

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Siehe schließ­lich die dort

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​a​n​dere/ in Abschnitt „A. Femi­nis­mus“ genann­ten, eben­falls doku­men­tier­ten Tex­ten

und hier all­ge­mein

► die Kate­go­rie queer & gen­der (mit bis­her 79 Bei­trä­gen).

Rassismus – „Vorurteil“ oder gesellschaftliche Struktur?

Bereits 1984 wandte sich Jenny Bourne unter der Über­schrift „Für einen anti-​​rassistischen Femi­nis­mus“ gegen eine Kon­zep­tio­nie­rung von Ras­sis­mus als Samm­lung von „Vor­ur­tei­len“. Der Text wurde zunächst auf Eng­lisch in Lon­don vom Insti­tute of Race Rela­ti­ons ver­öf­fent­licht. Als – unge­hef­tete – Mini-​​Broschüre/​Flugschrift (ohne Ver­lags­an­gabe und Erschei­nungs­ort) wurde er wohl zunächst 1991 ins Deut­sche über­setzt und ver­brei­tet. Im Jahr dar­auf wurde er – zusam­men mit einem wei­te­ren Text der Ver­fas­se­rin in das Buch From Resis­tance to Rebel­lion. Texte zur Rassismus-​​Diskussion (Schwarze Risse /​ Rote Straße: Berlin/​Göttingen, 1992), das außer­dem Texte von A. Siva­n­an­dan und Fiz Fekete ent­hält, auf­ge­nom­men. Das fol­gende Zitat doku­men­tiert mit gering­fü­gi­gen Aus­las­sun­gen den Abschnitt „Ras­sis­mus – ein indi­vi­du­el­les Pro­blem?“ (mehr…)

Heute (5.5.11; 17 h): queere Globalisierung & imperialen Begehrens

Offi­zi­elle Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gung mit nach­fol­gen­den Anmer­kun­gen von mir sowie einem Ver­an­stal­tungs­be­richt als Kom­men­tar:

Don­ners­tag 5. Mai 2011 im Audi­max der ASH Ber­lin; “Queer-​​Globalization”

Queer-​​Globalization

Zum Thema spre­chen und dis­ku­tie­ren María do Mar Cas­tro Varela und Jen­ni­fer Pet­zen.

Mode­ra­tion: Koray Yilmaz-​​Günay (mehr…)

Für das Recht auf Lostrennung, aber nicht unbedingt für dessen Ausübung

Im Nach­gang zur kürz­li­chen Nationalismus/​Antiimperialismus-​​Diskussion – und in dop­pel­ter Abgren­zung sowohl gegen klassenunspezifisch-​​antiimperialistische Ver­ein­na­mung* Lenins als auch gegen anti­na­tio­nale Kri­tik an Lenin (work­shop 3) – folgt hier noch ein Nach­trag in Form eines Aus­zu­ges aus einem älte­ren Text, den ich gerade online gestellt habe.

* „In der impe­ria­lis­ti­schen Phase des Kapi­ta­lis­mus fin­det der natio­nale Klas­sen­kampf seine inter­na­tio­nale Ent­spre­chung im ant­ago­nis­ti­schen Kon­flikt zwi­schen Unterdrücker-​​ und unter­drück­ten Natio­nen. Den Natio­na­lis­mus der unter­drück­ten Natio­nen betrach­tete Lenin als ten­den­zi­ell fort­schritt­lich, den der Unterdrücker-​​Nationen als aus­schließ­lich reak­tio­när.“ (Wer­ner Pir­ker) Die gesell­schaft­li­chen Wider­sprü­che inner­halb der ver­schie­de­nen Natio­nen, insb. der „unter­drück­ten Natio­nen“, ver­schwin­det und die „unter­drück­ten Natio­nen“ wer­den schlicht zur ‚Ent­spre­chung‘ der Arbei­te­rIn­nen­klasse erklärt. Aber genau dies war Lenins Posi­tion nicht.

Natio­nale Befrei­ung oder feministisch-​​kommunistische Revo­lu­tion?

Es geht darum, im Rah­men einer revo­lu­tio­nä­ren Stra­te­gie hand­lungs­fä­hig zu wer­den. Dafür ist es zwar einer­seits kei­nes­falls gebo­ten, die poli­ti­schen Posi­tio­nen der PKK1 zu über­neh­men.

Revo­lu­tio­nä­rIn­nen haben zwar den tür­ki­schen Kolo­nia­lis­mus und des­sen Unter­stüt­zung durch die BRD anzu­grei­fen, bis hin zur Ver­tei­di­gung des Rechts der Kur­dIn­nen auf Los­tren­nung von Tür­kei. Dies ist aber «in der Haupt­sa­che eine nega­tive Auf­gabe»2, die in der Kri­tik von Kolo­nia­lis­mus und Impe­ria­lis­mus besteht. Eine posi­tive Stel­lung­nahme zur kur­di­schen (oder irgend­ei­ner ande­ren, ins­be­son­dere deut­schen) Nation kann aber nicht die Auf­gabe der Revo­lu­tio­nä­rIn­nen sein: Denn «der Natio­nal­staat [ist] für die kapi­ta­lis­ti­sche Periode das Typi­sche, das Nor­male»3.


Lenin gegen den Natio­na­lis­mus

«In jeder Nation gibt es […] eine bür­ger­li­che (und in den meis­ten Fäl­len noch dazu eine erz­re­ak­tio­näre und kle­ri­kale) Kul­tur, und zwar nicht nur in Form von ‘Ele­men­ten’, son­dern als herr­schende Kul­tur. Des­halb ist die ‘natio­nale Kul­tur’ schlecht­hin die Kul­tur der Guts­be­sit­zer, der Pfaf­fen, der Bour­geoi­sie. [… Wir] ent­neh­men […] jeder natio­na­len Kul­tur nur ihre […] sozia­lis­ti­schen Ele­mente; ent­neh­men sie nur und unbe­dingt als Gegen­ge­wicht zur bür­ger­li­chen Kul­tur, zum bür­ger­li­chen Natio­na­lis­mus jeder Nation.»4
Revo­lu­tio­nä­rIn­nen dür­fen nicht die «Losung der natio­na­len Kul­tur» auf­stel­len, son­dern müs­sen «im Gegen­satz zu ihr in allen Spra­chen […] die Losung des Inter­na­tio­na­lis­mus […] pro­pa­gie­ren»5.


Sie pro­pa­gie­ren nicht die natio­nale Abgren­zung, son­dern die gemein­same Orga­ni­sie­rung aller Revo­lu­tio­nä­rIn­nen inner­halb der jeweils gege­be­nen (staat­li­chen) Gebiets­kör­per­schaf­ten sowie die Über­win­dung der natio­na­len Unter­schiede im welt­re­vo­lu­tio­nä­ren Pro­zeß.6 (Bei­des schließt nicht aus [son­dern sollte viel­mehr ein­schlie­ßen], daß sich die Ange­hö­rige spe­zi­fisch unter­drück­ter und aus­ge­beu­te­ter Grup­pen zusätz­lich geson­dert gegen eine – ande­ren­falls zu erwar­tene – Repro­duk­tion die­ser Unter­drü­ckungs­for­men in der revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung orga­ni­sie­ren.).

Die Aus­übung des Rechts auf natio­nale Los­tren­nung wird für Revo­lu­tio­nä­rIn­nen nur unter zwei Vor­aus­set­zung7 zur eige­nen Losung:

1. Die Revo­lu­tio­nä­rIn­nen sind zu schwach (bzw. die Pseudo-​​RevolutionärInnen sind nicht wil­lens), sämt­li­che Unter­drü­ckung (ein­schließ­lich der natio­na­len) inner­halb der gege­be­nen Staats­gren­zen zu über­win­den. (Diese Vor­aus­set­zung ist in der Türkei/​Kurdistan zwei­fels­ohne gege­ben).

2. Gleich­zei­tig hat sich inner­halb der natio­nal unter­drück­ten Gebiete eine starke natio­na­lis­ti­sche (und das heißt immer: bür­ger­li­che) Bewe­gung her­aus­ge­bil­det, die gute Erfolgs­aus­sich­ten hat, zumin­dest diese Unter­drü­ckung zu besei­ti­gen. (Dies – aber auch nicht mehr – ist in Form der PKK in tür­kisch Kur­dis­tan eben­falls gege­ben.)

Aber auch in die­sem Fall dür­fen sich die Revo­lu­tio­nä­rIn­nen weder orga­ni­sa­to­risch noch poli­tisch den (bür­ger­li­chen) Natio­na­lis­tIn­nen unter­ord­nen, son­dern müs­sen den Kampf für ihre wei­ter­ge­hen­den Ziele fort­set­zen.

Ande­rer­seits dür­fen die – sich aus die­ser Posi­tion erge­be­nen – Dif­fe­ren­zen zur Poli­tik der PKK aber auch nicht zum Alibi für Nicht-​​Verhalten wer­den: «Wich­tig ist, die Unter­schiede wahr­zu­neh­men […], aber genauso wich­tig ist es, aus den die HERR­schaft stär­ken­den Abgren­zun­gen aus­zu­bre­chen und ein kämp­fe­ri­sches Mit­ein­an­der zu ent­wi­ckeln, das die Durch­set­zung alter und neuer patri­ar­cha­ler Macht und kapi­ta­lis­ti­scher Ver­wer­tungs­ziele behin­dert, wo immer wir es schaf­fen. Unsere Hoff­nung auf Frau­en­be­frei­ung und unsere Vor­stel­lung von Kom­mu­nis­mus […] kann als Ten­denz nur dann sicht-​​ und leb­bar wer­den, wenn wir unsere von ein­an­der abge­grenz­ten und gegen­ein­an­der aus­spiel­ba­ren […U]nterdrückungen und unsere unter­schied­li­chen Stra­te­gien dage­gen in eine Kraft ver­netz­ter Wider­stands­struk­tu­ren umwan­deln.»8

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Doku-Serie: Revolutionärer Feminismus – Teil I

Aus zwei aktu­el­len Anläs­sen habe ich ein Papier her­aus­ge­sucht, das 1992 in der inte­rim. Wöchent­li­ches Berlin-​​Info erschie­nen war: Das Papier von „frauen […] aus ver­schie­de­nen poli­ti­schen berei­chen“, das in der inte­rim Nr. 184/​185 v. 19.03.1992 unter der Über­schrift „Zur Poli­tik der Frauen aus dem Anti­ras­sis­ti­schen Zen­trum und grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen zur anti­ras­sis­ti­schen Poli­tik“ erschie­nen war.
Das „Anti­ras­sis­ti­sche Zen­trum“ waren Räume der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin (TU), die von v.a. wei­ßen Unter­stüt­ze­rIn­nen ‚für‘ Flücht­linge besetzt wur­den.
Der Text ent­hält sicher­lich, auch abge­se­hen vom kon­kre­ten Anlaß, einige zeit­be­dingte For­mu­lie­run­gen. Der Wider­spurch zwi­schen S. II, linke Sp. (affir­ma­tive Rede über „unser spe­zi­fisch weib­li­ches ver­mö­gen“, wenn auch im Rah­men eines Zita­tes) und S. II rechte Sp. (Kri­tik an „ten­den­zen wie ‚neue inner­lich­keit‘, ‚müt­ter­lich­keit‘“) fiel aber schon damals auf.
Trotz­dem erscheint mir der Text auch heute noch lesens­wert. Beson­ders ange­tan hatte es mir schon damals fol­gen­der Spie­gel­strich aus der Kri­tik der Auto­rin­nen auf S. IV ihres Tex­tes:
„– auto­nome poli­tik als ‚lücken­fül­ler‘ für funk­tio­nen, die kir­chen, par­teien, huma­ni­täre kräfte nicht mehr beset­zen, als auto­nome sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen und lager­ver­wal­te­rIn­nen.“
Hat sich daran seit­dem wie­der etwas geän­dert? Oder ist die inhalt­li­che Grund­lage der (ehe­mals) links­ra­di­ka­len Abgren­zung von refor­mis­ti­schen Par­teien und Insti­tu­tio­nen – auch in ande­ren Berei­chen als dem anti­ras­sis­ti­scher Poli­tik – noch dün­ner gewor­den und diese also noch mehr als schon frü­her zu einer kul­tu­ra­lis­ti­schen Geste gewor­den? (Vgl. zu die­ser grund­sätz­li­chen Frage auch noch diese Doku und – als aktu­el­les Bei­spiel – meine dort [Abschnitt 2. und am Ende] und dort ein­ge­streu­ten kri­ti­schen Anmer­kun­gen zu den Rede­bei­träge beim dies­jäh­ri­gen trans­ge­nia­len CSD [tCSD].)

Hier eine .pdf-Bild­da­tei des doku­men­tier­ten Arti­kels.

PS.: Im Vor­wort der inte­rim (S. 2) hieß es damals: „Das Frau­en­pa­pier zum Anti­ras­sis­ti­schen Zen­trm ist von den Ver­fas­se­rin­nen für die Inte­rim gekürzt wor­den. Die aus­führ­li­che Ver­sion wird dem­nächst für Frauen (wahr­schein­lich) in der AMA­ZORA) zu fin­den sein“. Ob es zu die­ser ange­kün­dig­ten, wei­te­ren Ver­öf­fent­li­chung damals tat­säch­lich gekom­men war, ist mir nicht bekannt.

Intersektionalität und Gesellschaftstheorie

Theo­re­ti­sche Nach­be­mer­kun­gen zur CSD/​Rassismus-​​Debatte und zugleich not­wen­dige poli­ti­sche Anmer­kun­gen zum dies­jäh­ri­gen trans­ge­nia­len CSD

Zara wies in einem Kom­men­tar zu mei­nem Bei­trag „Noch ein­mal zu den Rassismus-​​Vorwürfen gegen den Ber­li­ner CSD“ auf den Text von Tove Soi­land „Die Ver­hält­nisse gin­gen und die Kate­go­rien kamen. Inter­sec­tio­na­lity oder Vom Unbe­ha­gen an der ame­ri­ka­ni­schen Theo­rie“ in der femi­nis­ti­schen internet-​​Zeitschrift querelles-​​net Nr. 26 aus dem Jahr 2008 hin.

Ich finde den Text auch sehr gut:

1. Ich teile den Ein­druck, daß auch der Inter­sek­tio­na­li­täts­an­satz letzt­lich zu einer bloß addi­ti­ven Sicht­weise ten­diert:

„Die Kate­go­rien kri­ti­scher Gesell­schafts­theo­rie zeich­nen sich […] dadurch aus, dass sie kom­plexe Mecha­ni­ken gesell­schaft­li­cher Pro­duk­tion und Repro­duk­tion bezeich­nen; sie bezeich­nen nicht oder nicht in ers­ter Linie Grup­pen. Und dies ver­weist zurück auf das Pro­blem, dass die For­de­rung nach inter­sek­tio­nel­len Ana­ly­sen in einem Dis­kri­mi­nie­rungs­dis­kurs behei­ma­tet ist. Kate­go­rien, die für das Pro­blem von Dis­kri­mi­nie­rung in Frage kom­men, sind nun aber nicht per se auch sol­che, die maß­geb­lich an der Orga­ni­sa­tion gesell­schaft­li­cher Pro­duk­tion und Repro­duk­tion betei­ligt resp. für diese zen­tral sind. Es geht [bei inter­sek­tio­na­len Ana­ly­sen, TaP], wie Dietze et al. (2007, S. 10) zu Recht for­mu­lie­ren, um ‚Kate­go­rien der Benach­tei­li­gung‘, die weni­ger kom­plexe Mecha­nis­men gesell­schaft­li­cher Orga­ni­sa­tion als die Zuschrei­bung ‚rea­ler‘ oder vor­ge­stell­ter Merk­male und die damit ver­bun­de­nen Vor­ur­teile bezeich­nen. So ist denn auch selbst­ver­ständ­lich die Anzahl der Gründe, die zu einer Benach­tei­li­gung Anlass geben, in der Ten­denz offen (Degele/​Winker 2007, S. 11) und macht es – im Bereich der Anti­dis­kri­mi­nie­rung – Sinn, nach die­sen zu fra­gen.“

Damit sind wir dann wie­der bei der Logik der Auf­zäh­lun­gen: Es wer­den ‚Benach­tei­li­gun­gen‘ auf­ge­lis­tet und deren Gründe auf­ge­zählt – und im Zwei­fels­fall hilft ein „usw.“ wei­ter.
Mit der Länge der Liste ist aber zur Adäquat­heit der Ana­lyse der Gründe und der dar­auf auf­ge­bau­ten poli­ti­schen Stra­te­gie noch nichts gesagt.1
Die poli­ti­sche Kon­se­quenz der Auf­zäh­lungs­lo­gik ist, daß im Ber­li­ner CSD/​Rassismus-​​Streit beide Sei­ten Opfer­kon­kur­renz betrei­ben und sich gegen­sei­tig vor­wer­fen: Judith But­ler und die Grup­pen, die sie – anschnei­nend mit ziem­lich wenig kon­kre­ten Infor­ma­tio­nen (vgl. 1 und 2 [am Anfang]) – brief­ten, wer­fen dem CSD eine Ver­nach­läs­si­gung des Kamp­fes gegen Ras­sis­mus vor oder sogar des­sen Kom­plize zu sein. Die andere Seite kon­tert mit dem Vor­wurf der Ver­nach­läs­si­gung des Kamp­fes gegen Anti­se­mi­tis­mus2, und der Kampf gegen Trans­pho­bie und Inter­se­xu­el­len­pho­bie wird von bei­den Sei­ten bean­sprucht3. Nur am Femi­nis­mus schei­nen beide Sei­ten glei­cher­ma­ßen wenig Inter­esse zu haben.

2. Ich teile den Ein­druck, daß es in Intersektionalitäts-​​Studien eine Ver­nach­läs­si­gung von Gesell­schafts­theo­rie gibt. Es wird eher auf (quan­ti­fi­zier­bare) Effekte geguckt als auf struk­tu­relle Ursa­chen (auch wenn der Anspruch teil­weise ein ande­rer ist):

„Es scheint, und dies ist für mich der eigent­li­che Grund, warum Erkennt­nisse aus dem Feld der Anti­dis­kri­mi­nie­rung nicht tel quel auf Fra­gen der Gesell­schafts­theo­rie über­tra­gen wer­den kön­nen, dass mit dem Wort ‚Kate­go­rie‘ zwei Dinge zugleich benannt wer­den, die kate­go­rial gese­hen nicht auf der­sel­ben Ebene lie­gen. So kann die beschrei­bende Sozio­lo­gie Inter­fe­ren­zen den­ken, weil sie diese als Merk­male kon­zi­piert. Umge­kehrt kann die For­de­rung, kom­plexe Dyna­mi­ken gesell­schaft­li­cher Pro­duk­tion und Repro­duk­tion inter­fe­rent zu den­ken, erheb­li­che Schwie­rig­kei­ten berei­ten und ist auch nicht in jedem Fall sinn­voll resp. kann nur ein­ge­löst wer­den, wenn diese Dyna­mi­ken wie­derum auf ‚Merk­male‘ einer Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit redu­ziert wer­den.“

Beide von Tove Soi­land gemein­ten Sei­ten bean­spru­chen über Kate­go­rien zu reden, wor­un­ter die einen aber beschrei­bende Merk­male ver­ste­hen und die ande­ren analytisch-​​erklärende Begriffe4. – Die wis­sen­schaft­li­che Kon­se­quenz davon, sich mit Merk­ma­len zu beschei­den (statt Begriffe zu erar­bei­ten), wird von Tove Soi­land klar aus­ge­spro­chen:

„Das eigent­li­che Unter­su­chungs­ob­jekt sind damit nicht die Mecha­nis­men der Segre­ga­tion, son­dern deren Effekte und daran anschlie­ßend die Frage, wie Grup­pen zu kon­zep­tua­li­sie­ren sind, um genü­gend kom­plex, das heißt, den rea­len sozio­lo­gi­schen Gege­ben­hei­ten ange­mes­sen zu sein.“ (Hv. d. TaP).

Und die poli­ti­sche Kon­se­quenz des Guckens auf Effekte und der Aufzählungs-​​Logik, die diese beim trans­ge­nia­len CSD hat­ten, hat die taz, wenn auch nicht aus inhalt­li­chem Inter­esse an revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik, son­dern allein aus Häme-​​Gründen tref­fend auf den Punkt gebracht:

„Das Poli­ti­sche kam wahr­lich nicht zu kurz, ver­ur­sachte aber vie­len Teil­neh­mern auf­grund der lei­der nicht kom­mer­zi­el­len Laut­spre­cher­an­lage Kopf­schmer­zen. Die Ver­le­sung der Trak­tate kam so mit­un­ter nur als Hin­ter­grund­ka­ko­pho­nie an: ‚Ismus…istisch…Ismus‘. Bei nähe­rem Hin­hö­ren jedoch unter­schie­den sich die For­de­run­gen nicht wirk­lich von jenen, die auch auf den gro­ßen CSDs gestellt wer­den. Etwa dem Auf­ruf zu Soli­da­ri­tät mit Les­ben, Schwu­len, Bise­xu­el­len und Trans­gen­der in Ost­eu­ropa und in der gan­zen Welt und zur Bekämp­fung von Homo­pho­bie – plus einer Extra­por­tion Anti­ras­sis­mus und Kapi­ta­lis­mus­kri­tik.“

Weil auch der tCSD keine Begriffe von Kapi­ta­lis­mus, Ras­sis­mus und Patri­ar­chat hat, wird ver­mein­li­che Radi­ka­li­tät über die Länge von Auf­zäh­lun­gen, das Pathos von Adjek­ti­ven und sich über­schla­gen­der Stim­men sowie die mora­li­sie­rende Kri­tik böser Absich­ten und stra­te­gie­lose „sofort“-Forderungen („Für die sofor­tige Abschaf­fung des hete­ro­nor­ma­ti­ven Zwei­ge­schlech­ter­sys­tems!“ [Auto­trans]) ‚her­ge­stellt‘. So wurde etwa in der Manier links­par­tei­li­cher und gewerk­schaft­li­cher ver­kürz­ter Kapitalismus-​​Kritik gepol­tert: (mehr…)

Noch einmal zu den Rassismus-Vorwürfen gegen den Berliner CSD

[Die­ser Text als .pdf-Datei]

Mitt­ler­weile gibt es eine ganze Reihe von Stel­lung­nah­men1 zu Judith But­lers Wei­ge­rung von vor rund zehn Tagen, den ihr ange­tra­ge­nen Zivilcourage-​​Preis anzu­neh­men. Außer der Erklä­rung von Sus­pect, die ich am Wochen­ende der geplatz­ten Preis­ver­lei­hung bereits zitiert hatte, die aber auch nicht Bezug nimmt auf kon­krete Äuße­run­gen aus dem CSD-​​Spektrum, wird But­lers Rassismus-​​Vorwurf in kei­ner die­ser zahl­rei­chen Stel­lung­nah­men mit kon­kre­ten Argu­men­ten, geschweige denn Bele­gen unter­mau­ert.

I.

Dies ist umso ver­wun­der­li­cher, als nicht nur mir auf­ge­fal­len ist, daß But­lers Kri­tik – so berech­tigt sie im Grund­satz sein dürfte und so schwie­rig es für sie selbst von Ber­ke­ley aus sein dürfte, ihre Kri­tik mit kon­kre­ten Belegen/​Zitaten zu illus­trie­ren – doch etwas in der Luft hängt.

Auf der Seite der Kam­pa­gne „IWWIT – ich weiß was ich tu“ („Und, wie sieht’s bei dir aus? Weißt du immer, was du tust, wenn es um den Schutz vor HIV und Aids geht?“) heißt es:

„Sie [But­ler] hatte es in ihrer schrift­lich vor­be­rei­te­ten Rede […] bei eher all­ge­mein gehal­te­nen Aus­sa­gen belas­sen. Warum der Ber­li­ner CSD in ihren Augen mit Pro­jek­ten koope­riere, die sich ras­sis­tisch geäu­ßert hät­ten, erklärte sie nicht.
Viele CSD-​​Besucher emp­fan­den But­lers Rede daher als dürf­tig. Von einer renom­mier­ten Den­ke­rin hätte man zumin­dest eine dif­fe­ren­zierte Begrün­dung erwar­tet, hieß es. Zumal But­ler nach der Preis­ver­lei­hung, die keine war, rasch das Weite suchte. Hin­ter­grund des Rassismus-​​Vorwurfs ist ver­mut­lich ein alter Streit in der Ber­li­ner Szene: Das Anti-​​Gewalt-​​Projekt Maneo, das zum schwu­len Info-​​ und Bera­tungs­zen­trum Mann-​​O-​​Meter gehört, hat in sei­nen Anga­ben über die Täter bei anti­sch­wu­ler Gewalt immer wie­der auch Anga­ben über deren Migra­ti­ons­hin­ter­grund gemacht. […]. Aber wie gesagt: Diese Debatte, die eine dif­fe­ren­zierte und ver­ant­wor­tungs­be­wusste Dis­kus­sion ver­langt, wurde auf der CSD-​​Bühne nicht aus­drück­lich erwähnt.“

Inso­fern liegt es nahe, wie Antje Schrupp in ihrem femi­nis­ti­schen blog „Aus Liebe zur Frei­heit“ zu schluß­fol­gern, daß die Sache „leicht auf eine mora­li­sche Schiene hin­aus“ laufe. Antje führt wei­ter aus, das führe „zu einer Kon­kur­renz darum, wer radi­ka­ler ist und mehr Recht hat als die ande­ren.“ Letz­te­res finde ich nun mei­ner­seits durch­aus unpro­ble­ma­tisch.

Aber pro­ble­ma­tisch ist, daß die Ansprü­che auf Radi­ka­li­tät und Recht haben nicht mit mehr Bele­gen und Argu­men­ten unter­mau­ert wer­den.

Judith sagte: „einige der Ver­an­stal­te­rIn­nen haben sich expli­zit ras­sis­tisch geäu­ßert bezie­hungs­weise sich nicht von die­sen Äuße­run­gen dis­tan­ziert.“

Zumin­dest den in die Ber­li­ner Dis­kus­sion invol­vier­ten Grup­pen sollte es doch wohl mög­lich sein, klar zu benen­nen: Wer/​welche hat wann was gesagt? Warum soll das ras­sis­tisch sein? Und wer/​welche hat es ver­säumt, sich von den umstrit­te­nen Äuße­run­gen zu dis­tan­zie­ren? (vgl. Nr. 3. der Anm.). Und in wel­cher Bezie­hung ste­hen diese Leute zum CSD bzw. den Preis­ver­lei­he­rIn­nen? Warum gibt es auch jetzt, rund 1 ½ Wochen nach dem Ereig­nis, immer noch kein Dossier/​Pressemappe o.ä. dazu (vgl. dort)?

II.

Mädchenmannschaft-​​Leser Andreas hat sich jetzt die Mühe gemacht, zumin­dest mal drei links zum Stand der Debatte vor Judith But­lers Inter­ven­tion zusam­men­zu­stel­len: (mehr…)

Neue Text von mir beim Mädchenblog (aktualisiert)

► Judith But­ler über „soziale Gerech­tig­keit“ sowie high und happy in den Stra­ßen fei­ern (Inter­view) [mit Anmer­kun­gen]
http://​maed​chen​blog​.blog​sport​.de/​2​0​1​0​/​0​6​/​2​2​/​j​u​d​i​t​h​-​b​u​t​l​e​r​-​u​e​b​e​r​-​s​o​z​i​a​l​e​-​g​e​r​e​c​h​t​i​g​k​e​i​t​-​s​o​w​i​e​-​h​i​g​h​-​u​n​d​-​h​a​p​p​y​-​i​n​-​d​e​n​-​s​t​r​a​s​s​e​n​-​f​e​i​e​r​n​-​i​n​t​e​r​view/

► Noch ein paar Nach­träge: But­ler und der Ber­li­ner CSD
http://​maed​chen​blog​.blog​sport​.de/​2​0​1​0​/​0​6​/​2​2​/​n​o​c​h​-​e​i​n​-​p​a​a​r​-​n​a​c​h​t​r​a​e​g​e​-​b​u​t​l​e​r​-​u​n​d​-​b​e​r​l​i​n​e​r​-csd/ (mehr…)