Archiv der Kategorie 'Rassismus'

Debatte über „soziale Kämpfe“

Bei links­un­ten kommt eine Debatte über „soziale Kämpfe“ in Gang (vgl. bereits mei­nen vor­her­ge­hen­den post) – die drei jüngs­ten Bei­träge:

  • Die radi­kale Linke muss mit sich selbst bre­chen

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​2​08456

ver­faßt von: Auto­no­mie Maga­zin

  • Bür­ger­tum, Arbei­te­rIn­nen, Eli­ta­ris­mus – Was ist gemeint?

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​2​09092

ver­faßt von: TaP (mit Assis­tenz von sys­tem­crash)

  • Die poli­ti­schen Grup­pen sind nicht die Lösung, sie sind das Pro­blem!

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​2​08524

ver­faßt von: ras­cal

Grenzen des revolutionären Konsenses

Die Ökolo­gi­sche Linke (ÖkoLi) um Jutta Dit­furth ist aus dem Bünd­nis für die dies­jäh­rige revo­lu­tio­näre 1. Mai-​​Demo aus­ge­stie­gen; Anlaß ist die Betei­li­gung von Grup­pen, die ver­meint­lich oder tat­säch­lich anti­se­mi­tisch sind.

Peter Nowak, Achim Schill und ich haben uns den Streit­fall genauer ange­se­hen; der Text, der dar­aus resul­tierte, ist bei linksunten.indymedia und info​par​ti​san​.net erschie­nen:

Sind die Gren­zen des revo­lu­tio­nä­ren Kon­sen­ses erst bei Anti­se­mi­tis­mus
über­schrit­ten?

Anmer­kun­gen zu Anlaß und Grün­den des Aus­stiegs der Ökolo­gi­schen Lin­ken
(ÖkoLi) aus dem Bünd­nis für die dies­jäh­rige revo­lu­tio­näre 1. Mai-​​Demo in Ber­lin

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​4​1​6​/​t​1​0​1​0​4​1​6​.html

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​77137

Siehe auch noch:

https://​www​.face​book​.com/​e​v​e​n​t​s​/​5​7​6​8​7​0​0​2​2​4​8​1468/ (Ver­an­stal­tung am 10. Mai in Flens­burg)

Frauen*-VV Köln: FLTI-Block „Nein zum sexistischen und rassistischen Normalzustand“ am 12.3.

„Die Sil­ves­ter­nacht in Köln hat das Thema sexua­li­sierte Gewalt im öffent­li­chen Raum auf die Tages­ord­nung gesetzt. Doch warum jetzt?
Sexis­mus und sexua­li­sierte Gewalt sind keine neuen Phä­no­mene und seit Jahr­zehn­ten wird von Frauen* dar­auf hin­ge­wie­sen und dage­gen vor­ge­gan­gen. Gewalt gegen Frauen* fin­det vor allem im Pri­va­ten – im Bekann­ten­kreis, in der Fami­lie oder der (Ex-)Beziehung statt. Aber auch auf öffent­li­chen Sil­ves­ter­par­tys, im Kar­ne­val oder auf dem Okto­ber­fest ebenso wie auf dem Tahr­ir­platz in Ägyp­ten oder bei den Gezi-​​Protesten in Istan­bul. Ver­ge­wal­ti­gende Män­ner sind ver­ge­wal­ti­gende Män­ner, egal wo.“

„Sexis­mus ist Teil der herr­schen­den Ver­hält­nisse […] und lässt sich somit nicht abschie­ben!“

„Uns ver­bin­det eine radi­kale femi­nis­ti­sche Idee, die mit dem gewalt­tä­ti­gen Patri­ar­chat bricht, die Kapi­ta­lis­mus, Sexis­mus, Ras­sis­mus, Aus­gren­zung, Krieg und Aus­beu­tung hin­ter sich lässt und ein wür­di­ges Leben ermög­licht, für alle Men­schen. Bauen wir unsere eige­nen Struk­tu­ren auf.

Frauen* schla­gen zurück
Refu­gees wel­come
Fight sexism and racism“

Sa., 12.3., 13 h, Köln, Dom (Ron­cal­li­platz)

https://​reclaim​fe​mi​nism​.org/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​6​/​0​2​/​A​u​f​r​u​f​-​z​u​m​-​F​L​T​I​-​B​l​o​c​k​.​F​r​a​u​e​n​-​s​t​e​r​n​c​h​e​n​-​V​o​l​l​v​e​r​s​a​m​m​l​u​n​g.pdf

Fr., 11.3., 20 h: Bun­des­wei­tes FLTI*-Plenum in Köln:

https://​reclaim​fe​mi​nism​.org/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​6​/​0​2​/​E​i​n​l​a​d​u​n​g​-​D​e​m​o​-​u​n​d​-​F​L​T​I​-​P​l​e​n​u​m​.​F​r​a​u​e​n​-​s​t​e​r​n​c​h​e​n​-​V​o​l​l​v​e​r​s​a​m​m​l​u​n​g.pdf

HEUTE (Di., den 1. März, 19 h, NYiB):

Ber­li­ner Vor­be­rei­tungs­tref­fen + Ver­kauf von Zug­ti­ckets nach Köln:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​70162

23 Abschnitte zur Kölner Silvesternacht

Der dritte Teil mei­ner Ant­wort an Micha Schilwa in Sachen Eth­ni­sie­rung sexueller/​sexualisierter Gewalt /​ Köl­ner Sil­ves­ter­nacht ist erschie­nen:

http://​scharf​-links​.de/​5​1​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​5​0​2​1​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​2​9​f​9​4​58d8d

Der Gesamt-​​Text glie­dert sich in fol­gende Abschnitte: (mehr…)

Mein Beitrag zum trend-Jubiläum als Audio-Datei und ein längerer Kommentar in Artikelform dazu von systemcrash

Ich habe den Mit­schnitt mei­nes Bei­tra­ges zur Jubiläums-​​Veranstaltung „20 Jahre trend. Online­zei­tung“ online gestellt:

Sexis­mus statt Patri­ar­chat?

ismus-Kri­tik statt Gesell­schafts­ana­lyse und Revo­lu­ti­ons­theo­rie?

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​68203

'Gesellschafts-Würfel': x-Achse = Klassenwiderspruch; z-Achse = Geschlechterwiderspruch; y-Achse = Rassismus

und sys­tem­crash hat einen län­ge­rer Kom­men­tar dazu als Arti­kel in sei­nem Blog ver­öf­fent­licht:

@TREND-Vortrag: Geschlecht und Klasse

https://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​6​/​0​2​/​0​8​/​t​r​e​n​d​-​v​o​r​t​r​a​g​-​g​e​c​h​l​e​c​h​t​-​u​n​d​-​k​l​asse/

Teil II meiner Antwort an Micha Schilwa in Sachen ‚Kölner Silvesternacht‘ erschienen

Ges­tern Abend ist Teil II mei­ner Ant­wort an Micha Schilwa in Sachen ‚Köl­ner Sil­ves­ter­nacht‘ erschie­nen. Der zweite Teil mün­det in fol­gende These:

Das Patri­ar­chat im all­ge­mei­nen erklärt, warum es über­haupt eine Dis­po­si­tion für Män­ner­ge­walt gegen Frau­en­Les­ben gibt; warum sich die­ses Poten­tial im vor­lie­gen­den Fall in der vor­lie­gen­den Form rea­li­sierte, erklärt sich m.E. in aller ers­ter Linie aus der ‚Grup­pen­dy­na­mik‘ vor Ort; da gehe ich inso­weit mit dem nordrhein-​​westfälischen Innen­mi­nis­te­rium kon­form:
Es ‚gibt […] keine Hin­weise dafür, dass das Auf­tre­ten der Gesamt­gruppe oder von Teil­grup­pen orga­ni­siert bzw. gesteu­ert war. […] Das[s] kri­mi­nelle grup­pen­dy­na­mi­sche Pro­zesse und Abstim­mun­gen die jewei­li­gen Einzel-​​ und Fol­ge­ta­ten in der Sil­ves­ter­nacht beein­fluss­ten[,] bleibt hin­ge­gen sehr wahr­schein­lich.‘
‚Mao­is­tisch’ gespro­chen: Der Haupt­wi­der­spruch der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht war der Geschlech­ter­wi­der­spruch; Neben­wi­der­sprü­che waren a) der Ras­sis­mus der deut­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft und, wie die­ser sich auf die Lebens­si­tua­tion von Geflüch­te­ten aus­wirkt (1.: wenig Geld – ----> abend­fül­lende Silvester‘party‘ auf öffent­li­chem Stra­ßen­land – und 2.: weiße Män­ner als fast uner­reich­bare poten­ti­elle Angriffs­ob­jekte), sowie b) das isla­mi­sche Alko­hol­ver­bot, das aber gerade nicht ein­ge­hal­ten wurde – = exzes­si­ver Alko­hohl­kon­sum mit ent­spre­chen­dem Kon­troll­ver­lust.
In den Reak­tio­nen auf Köln wen­dete sich dann das Ver­hält­nis von Haupt-​​ und Nebenwiderspruch/​-​​sprüchen: Der Ras­sis­mus der deut­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft wurde zum Haupt­wi­der­spruch und der Geschlech­ter­wi­der­spruch zum Neben­wi­der­spruch; was in Wirk­lich­keit vor allem ein Geschlech­ter­wi­der­spruch war, wurde vom main­stream und auch Tei­len der Lin­ken eth­ni­siert; andere Linke ord­ne­ten den Geschlech­ter­wi­der­spruch in Reak­tion (auf die Reak­tio­nen) auf Köln dem Anti­ras­sis­mus unter. (Fast) aus­schließ­lich Femi­nis­tin­nen posi­tio­nier­ten sich zu dem Haupt­wi­der­spruch der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht anti­pa­tri­ar­chal und zu dem Haupt­wi­der­spruch der Rezep­tion die­ser Nacht anti­ras­sis­tisch.

http://​www​.scharf​-links​.de/​5​1​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​4​8​1​2​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​6​2​9​1​1​bc287

„die Hebel da ansetzen, wo es weh tut“ (Kritisches zur UG-Einladung für den morgigen Antifa/Antira-Kongreß in FfM)

Anmer­kun­gen zur Ein­la­dung des …ums Ganze-​​Bündnisses für ein bun­des­wei­tes „Kampagne[n-] und Verständigung[s]“-Treffen der „radi­ka­len Lin­ken“ am 31. Januar 2016

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​67271

Glie­de­rung mei­nes Tex­tes:

Eine opti­mis­ti­sche Lage­ein­schät­zung

Wo’s den Herr­schen­den und Aus­beu­ten­den wirk­lich weh tut…

  • Arbeit
  • Staat­li­ches Gewalt­mo­no­pol

Vor­schlag für vier Kam­pa­gnen, die sich nicht an den Events der Gegenseite(n) abar­beiten, son­dern eigene The­men set­zen

Anhang: PAR­TI­SA­NEN­KAMPF­AK­TIO­NEN (Antrag von Lenin an den Wie­der­ver­ei­ni­gungs­par­tei [sollte hei­ßen: -par­teitag] von Bol­sche­wiki und Men­schiwki 1906)

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Außer­dem gibt es einen Kom­men­tar von sys­tem­crash zu mei­nem Text und eine Rück­ant­wort von mir.

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Vgl. auch:

http://​plaene​.blog​sport​.eu/​2​0​1​6​/​0​1​/​2​8​/​n​e​u​e​s​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​-​i​n​t​e​r​v​i​e​w​t​-​u​m​s​-​g​a​n​z​e​-​b​u​e​n​d​n​i​s​-​d​i​e​-​s​o​z​i​a​l​e​n​-​v​e​r​h​a​e​l​t​n​i​s​s​e​-​a​u​c​h​-​i​m​-​h​e​r​z​e​n​-​d​e​s​-​k​r​i​s​e​n​r​e​g​i​m​e​s​-​g​e​m​e​i​n​s​a​m​-​d​u​r​c​h​e​i​n​a​n​d​e​r​-​z​u​-​b​r​i​ngen/

Köln und die antifeministische Konvergenz von anti-feministischen Antiimps und soft-rassistischen ‚Frauenfreunden’

Von mir gibt es einen neuen Text bei scharf-​​links. In Ant­wort auf den Arti­kel von Micha Schilwa Nach dem Schock von Köln – eine hilf­lose Linke zwi­schen Ritual und Reflex vom 20.1. beginne ich dort fol­gende These zu begrün­den:

Das Haupt­pro­blem in der lin­ken Debatte über „Köln“ sei nicht die Kon­tro­verse zwi­schen frau­en­freund­li­chem, unter­schwel­li­gen und sich selbst nicht ein­ge­stan­de­nen, objek­ti­ven Ras­sis­mus auf der einen Seite und einem anti-​​feministischen „Anti­im­pe­ria­lis­mus“ auf der ande­ren Seite.
Das Haut­pro­blem der lin­ken Debatte liegt viel­mehr im überein­stim­men­den lin­ken Nicht-​​ bis Anti­fe­mi­nis­mus, der m.E. sowohl bei den anti-​​feministischen Anti­imps (siehe z.B. die RIO-​​Überschrift: „Keine Frau­en­be­frei­ung ohne Anti­im­pe­ria­lis­mus!“) als auch bei den soft-​​rassistischen ‚Frau­en­freun­den’ vor­liegt, die die Ursa­che der Ereig­nisse ver­su­chen, von ras­si­fi­zier­tes Patri­ar­chat zu Ethnie/​Religion zu ver­schie­ben.
Dage­gen wen­den sich Femi­nis­tin­nen sowohl gegen eine Ver­harm­lo­sung der Köl­ner Taten als auch dage­gen, die Ursa­che der Taten in race statt in gen­der zu sehen.

Die Herr­schaft über und die Aus­beu­tung von Frauen in ihrer begrenz­ten Viel­falt und ein­tö­ni­gen Ähnlich­keit

Eine Ant­wort von TaP an Micha Schilwa @ ethnisch-​​kulturelle Spe­zi­fi­tä­ten sexueller/​sexualisierter Gewalt

http://​www​.scharf​-links​.de/​4​0​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​5​4​6​6​5​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​c​4​f​d​c​101c0

PS.:

Ich habe gerade gemerkt, daß in einem mei­ner Satz sinn­ent­stel­lend ein „nur“ fehlt:

„Und eine sol­che poli­ti­sche Posi­tio­nie­rung gegen sexuelle/​sexualisierte Gewalt ist nicht nur von Polit­grup­pen gegen­über ihren Mit­glie­dern, son­dern auch von der sozia­len Infra­struk­tur (Knei­pen, Info­lä­den, Haus­pro­jek­ten, …) gegen­über deren Benutzern/​Besucher zu ver­lan­gen.“

Antirassismus und Sprachkritik – am Beispiel des Wortes „Flüchtling“

Bei FB moti­vierte mich Oli­ver Jelin­ski ges­tern mal über etwas ande­res als Grie­chen­land nach­zu­den­ken. Da das Resul­tat ein paar Likes ein­brachte, sei es auch hier zur Kennt­nis gege­ben:

1. Ja, es gibt die von Dir beschrie­bene Ten­denz [„Ich meine, das klingt mit dem ‚-ling‘ doch schon wie sowas wie ‚Feig­ling‘ oder ‚Winz­ling‘ und ist damit sowohl pejo­ra­tiv als auch essen­tia­li­sie­rend.“], aber ich würde sie nicht ein­mal unbe­dingt pejo­ra­tiv nen­nen. Eher scheint mir die „-ling“-Endung etwas Ver­nied­li­chen­des und/​oder Pas­si­vie­ren­des /​ Vikti­mi­sie­ren­des aus­zu­drü­cken (Bei­spiel für Zwei­te­res: Säug­ling; Bei­spiel für Ers­te­res: Lieb­ling).

2.a) Der vikti­mi­sie­rende Aspekt reflek­tiert zum einen, wie Du m.E. zutref­fend sagst, die Vikti­mi­sie­rung, die durch die euro­päi­sche Poli­tik statt­fin­det. Da das eine – wenn auch kri­tik­wür­dige – Rea­li­tät ist, sollte so auch sprach­lich arti­ku­liert wer­den kön­nen (wenn auch nicht not­wen­di­ger­weise: mit dem Wort „Flücht­ling“).

b) Dann kommt noch hinzu: Die – eben­falls reale – Vikti­mi­sie­rung am Aus­gangs­ort der Flucht. „Flücht­linge“ bezeich­net einen ande­ren Per­so­nen­kreis als „Arbeits­mi­gran­tIn­nen“. – Auf die­ser Ebene scheint mir „Flücht­ling“ eher Mit­leid /​ Hil­fe­be­dürf­tig­keit zu arti­ku­lie­ren. Ein sol­cher ten­den­zi­ell pater­na­lis­ti­scher Dis­kurs kann zwar auch kri­ti­siert wer­den; aber er ist eher ein links­li­be­ra­les Gegen­ge­wicht zur herr­schen­den euro­päi­schen Poli­tik, als daß er mit die­ser in Eins gesetzt wer­den kann.

3. Trotz­dem würde ich sagen: Wenn Leute nicht „Flücht­ling“, son­dern „Geflüch­tete“ oder „Geflüch­te­ter“ genannt wer­den möch­ten, sollte es kein Pro­blem sein, die­sem Wunsch nach­zu­kom­men.

4. und das ist der Punkt, der mich über­haupt zum Schrei­ben ver­an­laßte: So instruk­tiv und oft­mals auch not­wen­dig der­ar­tige Sprach­kri­tik und Sprachän­de­rung auch ist, so möchte ich doch die Frage auf­wer­fen: Wie­viel bringt sie? – Wie­viel Zeit und Ener­gie ver­wen­det die Szene-​​Linke auf Sprach­kri­tik und wie­viel auf die Ver­än­de­rung der mate­ri­el­len Ver­hält­nisse?

Ich kann mich noch an meine Zeit in den 1980er Jah­ren bei den GRÜ­NEN erin­nern. Damals wurde gerade durch­ge­setzt, statt „Asy­lan­ten und Gast­ar­bei­ter“ nun­mehr „Flücht­linge und Migran­tIn­nen“ zu sagen. Fand ich auch ein­sich­tig; finde ich auch wei­ter­hin ein­sich­tig; muß viel­leicht trotz­dem noch mal nach­ge­bes­sert wer­den (Dein Punkt). – Aber trotz­dem die Frage: In wel­chem Ver­hält­nis steht die Ver­än­de­rung der Bezeich­nung der gemein­ten Per­so­nen­gruppe im Ver­hält­nis zur Ver­än­de­rung der Lebens­si­tua­tion der gemein­ten Gruppe?

Ist das seit Mitte der 1980er Jahre eine posi­tive oder doch erschüt­ternde Bilanz?

Diskussions-Tourismus: “Beyond Europe” International Camp in Chalkidiki, Greece, 18-25 August

Wed­nes­day 19th August

First day of dis­cus­sions: Social, femi­nist, LBGTQ, eco­lo­gi­cal strugg­les in times of cri­sis

Fri­day 21st August

Second day of dis­cus­sions: Exch­ange of poli­ti­cal prac­tices

Satur­day 22nd August

Third day of dis­cus­sions: Fort­ress Europe, racism and natio­na­lism

Mon­day 24th August

Fourth day of dis­cus­sions: Trans­na­tio­nal orga­niza­tion and net­wor­king

http://​camp​.beyon​d​eu​rope​.net/​p​r​o​gram/

Nachtrag zum 8. März: „Danke TOP, …- … daß wir es jetzt wissen! Zur Kritik des TOP-kapitallogischen Nebenwiderspruchs-Denkens“

Nach mei­ner Kri­tik an der dies­jäh­ri­gen Ber­li­ner 8. März-​​Demo und dem „linksradikale[n], queerfeministische[n]“ Flug­blatt dazu habe ich nun auch noch das Flug­blatt von Theo­rie Orga­ni­sa­tion Pra­xis (TOP) B3rlin aus glei­chem Anlaß einer revolutionär-​​feministischen Kri­tik unter­zo­gen:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​10989

Glie­de­rung mei­ner Ant­wort: (mehr…)

Es reicht bei weitem nicht, immer nur alles ‚mitzudenken und zu reflektieren‘ und mit allen – oder fast allen – solidarisch zu sein.

Bei linksunten.indymedia begrün­dete ich am Diens­tag meine These:

„Es reicht bei wei­tem nicht, immer nur alles ‚mit[zudenken] und [zu] reflektier[en]‘ und mit allen – oder fast allen – soli­da­risch zu sein. Manch­mal ist es not­wen­dig, eine Wahl zu tref­fen, eine Ent­schei­dung zu tref­fen: und zwar nicht nur gegen­über Mas­ku­lis­ten, Fun­da­men­ta­lis­tIn­nen aller mög­li­chen Reli­gio­nen, Faschis­ten und Faschis­tin­nen (dem dürf­ten sogar Queerfe­mi­nis­tIn­nen zustim­men), son­dern manch­mal – und nur allzu oft – ist es sogar erfor­der­lich, eine Ent­schei­dung, eine Wahl zwi­schen unter­schied­li­chen femi­nis­ti­schen Posi­tio­nen zu tref­fen.“

Außer­dem fragte ich was Links­ra­di­ka­lis­mus eigent­lich von Links­li­be­ra­lis­mus unter­schei­det:

„Ein­fach nur zu for­dern, daß nie­mandE dis­kri­mi­niert wer­den soll, weil er/​sie fett, trans*, inter*, Frau, Sex­ar­bei­te­rIn ist, … ist bil­lig [5]. Das machen auch alle kon­se­quen­ten Libe­ra­len. Und des­halb kommt ein Links­ra­di­ka­lis­mus, der ana­ly­tisch und stra­te­gisch nicht mehr zu bie­ten hat, als sei­ner­seits alle Dis­kri­mi­nie­rung abzu­leh­nen, in die Ver­le­gen­heit, sich nur noch kul­tu­ra­lis­tisch oder – eher frü­her als heute – durch Mili­tanz vom Libe­ra­lis­mus abgren­zen zu kön­nen.“

Des­wei­te­ren kri­ti­siere ich dort das, was ich „Positionierungs-​​Striptease“2 der Autorinnen-​​ und Auto­ren des am Sams­tag bei indy­me­dia erschie­nen Tex­tes „Für eine links­ra­di­kale, queerfe­mi­nis­ti­sche Per­spek­tive auf den 8. März“1 nenne:

„Wir ver­ste­hen uns als Teil einer links­ra­di­ka­len, queer-​​feministischen Szene, sind weiß-​​deutsch, […], sind cis (also nicht trans), abled bodied (der körperlich/​geistigen Norm von ‚gesund’ wei­test­ge­hend entsprechend)und konn­ten alle auf die Uni gehen.“

und die dar­aus von die­sen gezo­gene Kon­se­quenz:

Aus die­sen Posi­tio­nen her­aus möch­ten wir eine Kri­tik an man­chen Auf­ru­fen­den zu die­ser Demo und deren Ver­ständ­nis von ‚Femi­nis­mus’ äußern.“ (meine Hv.)

Außer­dem wage ich am Ende noch eine kleine Pro­gnose, was dem Queerfe­mi­nis­mus eines Tages pas­sie­ren dürfte:

Eine revolutionär-​​feministische Per­spek­tive auf …
https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​08153.

Siehe ergän­zend mei­nen Kom­men­tar bei:

http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​3​/​0​8​/​r​e​c​l​a​i​m​-​f​e​m​i​n​i​s​m​/​#​c​o​m​m​e​n​t-117

sowie

den Aus­zug bei de.indymedia:

http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​4​/​0​3​/​3​5​3​0​2​4​.​shtml.

PS.:
Noch ein Nach­trag direkt zur 8. März-​​Demo:

Die Mäd­chen­mann­schaft ver­linkt drei Foto­stre­cken: (mehr…)

Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

„ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

Ergän­zend schrieb ich:

„Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

Dazu fragte nun Mat­tis:

„‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

1. Der Zweck einer NaO

Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)

Revolutionäre Essentials

Seit März letz­ten Jah­res dis­ku­tie­ren mitt­ler­weile – mit unter­schied­lich inten­si­ver Betei­li­gung – ein gutes Dut­zend (siehe die dor­tige side­bar) Grup­pen und Klein-​​Organisationen sowie einige Ein­zel­per­so­nen der revo­lu­tio­nä­ren Lin­ken in der BRD über die Schaf­fung einer gemein­sa­men Orga­ni­sa­tion. Im blog, der zu die­ser Debatte ein­ge­rich­tet wurde, pos­tete ich gerade einen Vor­schlag für eine „Erklä­rung über die theoretisch-​​strategischen Grund­la­gen des NaO-​​Prozesses“. („NaO“ steht für „neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion“, was der etwas euphe­mis­ti­sche vor­läu­fige Arbeitsti­ti­tel für das ist, was eigent­lich eine neue revo­lu­tio­näre Orga­ni­sa­tion wer­den soll. „NaO-​​Prozeß“ bezeich­net den Dis­kus­si­ons­pro­zeß über die Schaf­fung einer sol­chen Orga­ni­sa­tion.):

http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​e​s​s​e​n​t​i​a​l​-​v​o​r​s​c​h​l​a​g​-​a​l​s​-​e​i​n​-​f​o​r​t​l​a​u​f​e​n​d​e​r​-​text/. -

Im glei­chen Kon­text argu­men­tierte ich ges­tern bei scharf-​​links, daß

-- zwar Lenin mit sei­nem Satz, die Lohn­ab­hän­gi­gen sind die Klasse, die „Herr­schaft der Bour­geoi­sie stür­zen kann (meine Hv.) Recht hatte,

-- aber Satz, „Das Pro­le­ta­riat ist das revo­lu­tio­näre Sub­jekt“, (empi­risch) unzu­tref­fend und (als Ver­klei­dung einer poli­ti­schen Hoff­nung in eine schein­bar empi­ri­sche Aus­sage) poli­tisch unnütz ist.

Fünf Fragen an den Gen. khs --- [jetzt mit 2.d) als Nachtrag]

1. Habe ich rich­tig ver­stan­den, daß Du nicht nur die Ant­wort der SIB an die Antifa Basis­gruppe, son­dern auch mei­nem Vor­schlag für die Aus­for­mu­lie­rung der Essen­ti­als vor­wirfst, die „Klas­sen­ori­en­tie­rung“ auf­zu­ge­ben?
Falls, ja: Wie begrün­dest Du diese Auf­fas­sung in Anbe­tracht des­sen, daß es in mei­nem Aus­for­mu­lie­rungs­vor­schlag heißt:

„Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Herr­schaft und Aus­beu­tung. […]. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziel […] nicht nur die Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus, son­dern auch die von Ras­sis­mus und männ­li­cher Domi­nanz […] erfor­dert.“

(http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​e​s​s​e​n​t​i​a​l​-​d​i​s​k​u​s​s​i​o​n​-​u​e​b​e​r​a​r​b​e​i​t​e​t​e​r​-​v​o​r​s​c​h​l​a​g​-​z​u​-​e​-​0​-​e​i​n​l​e​i​t​u​n​g​-​u​n​d​-​e​-​1​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​e​r​-​b​ruch/)

„Wir gehen gemein­sam davon aus, daß die Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus nur mög­lich sein wird, wenn sie von der Mehr­heit der Lohn­ab­hän­gi­gen gewollt und zumin­dest von gro­ßen Tei­len von ihnen aktiv voll­zo­gen wird. […]. Diese Einsicht/​en schließt/​en jeden Ver­such aus, revo­lu­tio­näre Pro­zesse in ers­ter Linie gestützt auf eine selbst­be­züg­li­che sub-​​kulturelle Szene oder eine von den aus­ge­beu­te­ten und beherrsch­ten Mas­sen los­ge­löste Möchte-​​gern-​​Avantgarde, aber auch gestützt auf einen schon immer frag­wür­di­gen Proletkult/​Ouvrierismus vor­an­zu­trei­ben.“

(http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​e​-​4​-​p​a​r​t​e​i​l​i​c​h​k​e​i​t​-​a​n​t​a​g​o​n​i​s​t​i​s​c​h​e​-​o​r​i​e​n​t​i​e​r​u​n​g​-​v​o​r​m​a​l​s​-​k​l​a​s​s​e​n​o​r​i​e​n​t​i​e​rung/)
Damit ist aus­ge­drückt, daß die Errei­chung unse­res Ziels vor­aus­setzt, die Mehr­heit der Lohn­ab­hän­gi­gen eben­falls von der Ableh­nung der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise zu über­zeu­gen.
Worin liegt Dei­nes Erach­tens also die Auf­gabe der Klas­sen­ori­en­tie­rung? (mehr…)