Archiv der Kategorie 'queer & gender'

Der Todeskampf der NAO und die Aufgaben der RevolutionärInnen (*) ;-)

Vor ziem­lich genau fünf Jah­ren ver­öf­fent­li­che die dama­lige Sozia­lis­ti­sche Initia­tive Ber­lin-​​Schöneberg ihr Na end­lich!-Papier. Darin schlug sie die Bil­dung einer „neuen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion“ vor. Dar­aus ist (bis­her) nicht so wirk­lich etwas gewor­den:

Zwar beschloß 2013/​14 die eine Hälfte des dama­li­gen Dis­kus­si­ons­pro­zes­ses über die Schaf­fung einer „neuen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion“ (NaO-​​Prozess), nun tatsäch­lich eine NAO zu grün­den. Aber die­ses Pro­jekt befin­det sich – mitt­ler­weile auch nach Ansicht der Betei­lig­ten selbst – in einer schwe­ren Krise.

Mar­tin Sucha­nek von Gruppe Arbei­ter­macht (GAM) schrieb im ver­gan­ge­nen Som­mer: „Die Krise des NaO-​​Prozesses ist offen­sicht­lich. Wenn es auch sonst wenig Einig­keit geben mag – dass der Pro­zess schon län­ger in der Krise ist, dar­über gibt es wohl wenig Dis­sens. Damit ist es mit der Einig­keit auch vor­bei.“ (http://​www​.arbei​ter​macht​.de/​n​i​/​n​i​2​0​1​/​n​a​o.htm)

Die andere Frak­tion in der NAO ist dem­ge­gen­über gerade von der GAM genervt: „Dies hat zu der ungüns­ti­gen Situa­tion geführt, dass die Gruppe Arbei­ter­macht in Ber­lin schon allein durch ihren pro­zen­tua­len Mit­glie­der­an­teil eine extrem domi­nante Kraft gewor­den ist, die auch das öffent­li­che Auf­tre­ten domi­niert. Das kon­ter­ka­riert den NaO-​​Prozess als offe­nes strö­mungs­über­grei­fen­des Pro­jekt mit einem Fokus auf Plu­ra­li­tät, Aus­tausch und Auf­ein­an­der­zu­be­we­gen.“ (http://​www​.rsb4​.de/​c​o​n​t​e​n​t​/​v​i​e​w​/​5​5​4​2/88/)

Gegen­über der Vor­stel­lung von einem „revo­lu­tio­nä­ren Pro­gramm“, des­sen Inhalte in Form der pro­gram­ma­ti­schen Texte der Liga für die V. Inter­na­tio­nale (zu der die GAM gehört) bereits vor­lie­gen, als Kanon, der nur noch von allen ande­ren Lin­ken ein­ge­se­hen und den Mas­sen mit­ge­sun­gen wer­den müsse (**), for­dert ein Genosse des Revolutio­när-​​Sozialistischen Bun­des (RSB): „Die Offen­heit auch gegen­über Ideen, die wir aus unse­rer eige­nen poli­ti­schen Kul­tur nicht ken­nen, die ehr­li­che Bereit­schaft, etwas Neues zu ver­su­chen, die Bereit­schaft, über alles zu reden und alles infrage zu stel­len (außer über die Not­wen­dig­keit der Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus) müs­sen wir uns bewah­ren.“ (http://​www​.rsb4​.de/​c​o​n​t​e​n​t​/​v​i​e​w​/​5​5​4​2/88/)

Auch Georg Hei­del (eben­falls RSB) schrieb: „Der RSB sprach sich immer – sowohl die Befür­wor­ter als auch die Skep­ti­ker des NaO-​​Prozesses – für einen Bündnis-​​Charakter der NaO aus und nicht für die Grün­dung einer neuen Orga­ni­sa­tion jetzt. Die­ser völ­lig über­zo­gene Anspruch einer Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung würgte fata­ler­weise den Pro­zess einer poli­ti­schen Annä­he­rung und even­tu­el­len spä­te­ren Neu­for­mie­rung ab.“ (http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​1​2​1​5​/​t​2​7​1​2​1​5​.html)

Trotz der Krise der NAO als orga­ni­sa­to­ri­sches Pro­jekt wur­den in den gut zwei Jah­ren, die der NAO-​​Gründung vor­aus­gin­gen, für alle linke Strö­mun­gen wich­tige Debat­ten geführt; es gab einen Ver­such der „poli­ti­schen Annä­he­rung“; tat­säch­lich die „Bereit­schaft, etwas Neues zu ver­su­chen“.

Diese Bereit­schaft zeigte sich damals unter ande­rem in einer Dis­kus­sion über Diver­sity und Klas­sen­kampf im lei­der nicht mehr exis­tie­ren­den Blog Lafon­tai­nes Linke zwi­schen Tho­mas Sei­bert (Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke), Micha Prütz /​ Micha Schilwa (Sozia­lis­ti­sche Initia­tive Berlin-​​Schöneberg) und mir selbst.

Die Aktua­li­tät der dama­li­gen Dis­kus­sion

Ange­sichts der inter­es­san­ten und wich­ti­gen Dis­kus­sion unter dem Arti­kel

Den Klas­sen­be­griff dis­ku­tie­ren!

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​n​o​d​e​/​1​6​3936/

möchte ich die drei vor­ge­nann­ten Texte aus Lafon­tai­nes Linke wie­der zugäng­lich machen (S. 3 ff.):

Tho­mas Sei­bert kri­ti­sierte damals an dem „Na endlich!“-Papier: „in ver­schäm­ten, bis­weilen pein­li­chen (‚anti­pa­tri­ar­chal Gas geben’), mit Vor­be­hal­ten gemil­der­ten, doch in der Sache ent­schie­de­nen Schlei­fen und Wen­dun­gen besteht das Papier auf der letztendli­chen Unter­stel­lung der Pro­ble­ma­ti­ken etwa des Geschlechts oder des Ras­sis­mus unter die Kon­flikt­la­gen in den ‚direkt mehr­wert­pro­du­zie­ren­den Sek­to­ren’ und fin­det es des­halb auch wit­zig, der Viel­falt der Unterdrückungs-​​ und Aus­beu­tungs­er­fah­run­gen und damit der Kämpfe die der ‚Men­schen mit Segel­ohren’ hin­zu­zu­fü­gen.“

Dar­auf ant­wor­te­ten Prütz/​Schilwa: „‚Vielfalts-​​Management’ – das taugt ganz gut auch zur Beschrei­bung des Post­mo­der­nis­mus und der Seibert’schen Akti­vi­tä­ten. Da wird – von ‚Klasse’ bis ‚Geschlecht’ – ‚dekon­stru­iert’ was das Zeug hält und am Ende haben wir alle unter­schied­li­che ‚Iden­ti­tä­ten’ statt unter­schied­li­cher Inter­es­sen, was für Freunde ‚lin­ker Regie­rungs­op­tio­nen’ natür­lich prak­tisch ist“

Und ich selbst schrieb damals: „revo­lu­tio­näre Poli­tik läßt sich unter heu­ti­gen Bedingun­gen nur in dop­pel­ter Oppo­si­tion gegen ‚tra­di­tio­na­lis­ti­schen’ Klas­sen­re­duk­tio­nis­mus und ‚post­mo­der­nes’ diver­sity manage­ment wie­der­ge­win­nen. Und für eine Wie­der­ge­win­nung revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik ist auch nicht hilf­reich, Iden­ti­tä­ten und Inter­es­sen entgegenzuset­zen, wie es Prütz/​Schilwa in schlich­ter Umdre­hung bestimm­ter Vari­an­ten des Postmo­dernismus machen.“

Dies (das Zugäng­lich­ma­chen drei frag­li­chen Texte) geschieht in die­ser .pdf-​​Datei (S. 3 ff.). (mehr…)

Klasse – und Geschlecht: Neue Texte von systemcrash und mir

sys­tem­crash und ich haben bei linksunten.indymedia – in Fort­set­zung der Dis­kus­sion über den Plan A-​​Text von Tho­mas Sei­bert1 – einen Arti­kel zum Thema

Den Klassen-​​Begriff dis­ku­tie­ren!

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​63936

pla­ziert. Unter die­sem Text wie­derum gibt es u.a. eine Ergän­zung von mir zum Thema

Klasse und Geschlecht (Mo, 04.01.2016 – 21:09.)

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​c​o​m​m​e​n​t​/​v​i​e​w​/​1​70476

Und bei „trend. online­zei­tung“ ist mein Input-​​Papier für das trend-​​Jubiläums-​​Wochenende vom 29. – 31.1. erschie­nen:

Spe­zi­fi­tät, His­to­ri­zi­tät und Mate­ria­li­tät des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​1​2​1​5​/​2​0​J​a​h​r​e​T​R​E​N​D​0​1​.html.

  1. Siehe:

    Tho­mas Sei­bert, Nach Athen, im Kampf um die Gren­zen, nach Paris, von unter­wegs: Erste Noti­zen zum Plan A einer neuen Lin­ken (nicht nur) in Deutsch­land

    http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​1​2​1​5​/​t​4​2​1​2​1​5​.html

    sowie

    sys­tem­crash und TaP, Das stra­te­gi­sche Dilemma der Lin­ken des 21. Jahr­hun­derts. Eine Ant­wort auf Tho­mas Sei­bert: Erste Noti­zen zum Plan A einer neuen Lin­ken (nicht nur) in Deutsch­land

    http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​1​1​6​/​t​0​1​0​1​1​6​.html

    [zurück]

Jubiläums-Wochenende: 20 Jahre „trend. onlinezeitung“

Von Fr., den 29.01. bis So., den 31.01.2016 wird in in Ber­lin in der K9 eine Wochenend-​​Veranstaltung aus Anlaß von 20 Jah­ren „trend. online­zei­tung“ statt­fin­den.

Ich selbst werde am Sams­tag zwi­schen 17-​​19 Uhr einen klei­nen Bei­trag leis­ten:

Spe­zi­fi­tät, His­to­ri­zi­tät und Mate­ria­li­tät des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses

Mit Bezug auf sei­nen Vor­trag „Mar­xis­mus und Femi­nis­mus“ – ver­öf­fent­licht in TREND 4/​2014 – und den Anmer­kun­gen im Edi­to­rial die­ser Aus­gabe wird die Auto­rIn auf­zei­gen, dass Klassen-​​ und Geschlech­ter­herr­schaft und -aus­beu­tung unter jeweils spe­zi­fi­schen his­to­ri­schen Umstän­den ent­stan­den sind, dass sie his­to­ri­schem Wan­del unter­lie­gen und prin­zi­pi­ell über­wind­bar sind. Aller­dings sie sind nicht aus ein­an­der ableit­bar. Sie sind zwar nicht von ein­an­der getrennt, son­dern beein­flus­sen und modi­fi­zie­ren sich wech­sel­sei­tig, aber sie sind Unter­schied­li­ches und von ein­an­der unter­scheid­bar. Ihre Unter­schied­lich­keit ist die Vor­aus­set­zung ihrer Wech­sel­wir­kung.

Nach den abstracts zu urtei­len, ist zu erwar­ten, daß mein Bei­trag durch­aus in einem gewis­sen dia­lo­gi­schen Kon­trast zum vor­her­ge­hen­den (15-​​17 h) Bei­trag von Georg Klauda aus­fal­len wird:

Haupt-​​ und Neben­wi­der­spruch revi­si­ted

Die meis­ten K-​​Gruppen der 1970er Jahre über­tru­gen Maos dia­lek­ti­sche Kate­go­rien von Grund-​​, Haupt-​​ und Neben­wi­der­spruch in ihre Poli­tik. Bis heute wer­den in lin­ken Spek­tren diese Kate­go­rien als böse Mene­te­kel auf­ge­ru­fen, um vor einer angeb­lich dro­hen­den „Hier­ar­chi­sie­rung der Kämpfe“ zu war­nen. Dem hal­ten die Kritiker*innen eine Gleich­ord­nung der Kate­go­rien ent­ge­gen, die den für die Pro­duk­ti­ons­weise kon­sti­tu­ti­ven Wider­spruch zwi­schen Kapi­tal und Arbeit über den Begriff des „Klas­sis­mus“ in eines von vie­len unter­schied­li­chen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­hält­nis­sen umdeu­tet. Die im Neo­li­be­ra­lis­mus auf die Spitze getrie­bene Dia­lek­tik zwi­schen kul­tu­rel­len Kämp­fen und dem hin­ter die­ser Fas­sade betrie­be­nen stum­men Umbau der ökono­mi­schen Herrschafts-​​ und Aus­beu­tungs­ord­nung kann damit aber nicht ein­mal im Ansatz mehr erfasst und ana­ly­siert wer­den.

Am Sonn­tag wird es dann u.a. zwei Bei­träge zu Marx‘ Kapi­tal im all­ge­mei­nen bzw. Marx Kri­sen­theo­rie im beson­de­ren geben: (mehr…)

Diskussions-Tourismus II: „Connecting European Struggles Conference“ in Malmö, 18.-20.09.2015

[…]

The cri­sis has par­ti­cu­lar gen­de­red effects that dif­fer in scope and kind across Europe. During the 2014 con­fe­rence the local pre­sen­ta­tion focu­sed on health­care work in the region of the con­fe­rence. That pre­sen­ta­tion made it clear that there are Swe­dish aus­te­rity mea­su­res. The hos­pi­tal has had over 20 deaths the last few years, being indic­ted by govern­ment reports as being cle­arly rela­ted to lack of fun­ding that makes pro­per care impos­si­ble. Fur­ther­more, staff at the hos­pi­tal report never taking breaks, being forced into dou­ble shifts, lite­r­ally run­ning from pati­ent to pati­ent and brea­king down into tears daily. This staff is over­whel­min­gly female and there is a clear con­nec­tion bet­ween their gen­der and these forms of super exploi­ta­tion. We’re invit­ing care workers and activists from around Europe to attend, pre­sent and dis­cuss their expe­ri­en­ces and stra­te­gies of care work!
In many coun­tries fascist and con­ser­va­tive mobi­liza­ti­ons have direc­ted them­sel­ves away from cle­arly eco­no­mi­cal issues (“they’re taking our jobs!”) but instead focu­sed on abor­tion, gay mar­riage and to defend the ‘holy family.’ We do not view these deve­lop­ments as inci­den­tal but rather part of the nature of fascism: con­trol of women’s bodies through laws, social norms and obli­gatory hete­ro­se­xua­lity. This deve­lop­ment has been acute in nati­ons such as Spain, Greece and Poland but is pre­sent in various forms all around Europe. Vio­lence in forms of mur­der, bea­ting and psy­cho­lo­gi­cal ter­ror against women (and others such as gays) who defy these con­stric­tions are part of the same poli­ti­cal move­ment who demands the cross, the flag and the family. Anti­fa­scists, at least in Swe­den, has focu­sed a great deal on issues of class and anti­ca­pi­ta­list ana­ly­sis which is of course cru­cial but mis­ses out on import­ant ana­ly­sis on the nature of fascism. We’re thus invit­ing antifascist/​antiracist femi­nists who work with ques­ti­ons con­cerning strugg­les for the right to abor­tion, for LGBTQ-​​rights and who work against con­ser­va­tism, natio­na­lism and fascism.

[…]

http://​con​nec​tin​geu​ro​pean​s​trugg​les​.tum​blr​.com/

Diskussions-Tourismus: “Beyond Europe” International Camp in Chalkidiki, Greece, 18-25 August

Wed­nes­day 19th August

First day of dis­cus­sions: Social, femi­nist, LBGTQ, eco­lo­gi­cal strugg­les in times of cri­sis

Fri­day 21st August

Second day of dis­cus­sions: Exch­ange of poli­ti­cal prac­tices

Satur­day 22nd August

Third day of dis­cus­sions: Fort­ress Europe, racism and natio­na­lism

Mon­day 24th August

Fourth day of dis­cus­sions: Trans­na­tio­nal orga­niza­tion and net­wor­king

http://​camp​.beyon​d​eu​rope​.net/​p​r​o​gram/

Audio-Mitschnitt meines Vortrages von vor 2 Wochen zu Marxismus/Feminismus

Die Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive (RPB) hat einen Mit­schnitt mei­nes Vor­tra­ges von vor 2 Wochen zum Ver­hält­nis von Mar­xis­mus und Femi­nis­mus online gestellt:

http://​www​.per​spek​tive​.nostate​.net/480

Geschlechterverhältnis, Arbeitsteilung, 8. März – Neues von mir bei „trend“, „indymedia“ und „Linke Zeitung“

1. bei trend. online­zei­tung

Über die Ver­dop­pe­lung des Anti­ka­pi­ta­lis­mus und die Wie­der­auf­er­ste­hung des Links­ra­di­ka­lis­mus an der fal­sches­ten Stelle

Ein Kom­men­tar von mir zum „links­ra­di­ka­len Block“ bei der Ber­li­ner 8. März-​​Demonstration 2015

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​3​1​5​/​t​3​0​0​3​1​5​.html

(mehr…)

Mein ENTSCHEIDENDER Kritikpunkt an ALLEN (soften oder harten) Nebenwiderspruchs-Theorien in Bezug auf das Verhältnis von Patriarchat und Kapitalismus

Heute schrieb eine Per­son bei linksunten.indymedia:

„das[s] ein links­ra­di­ka­ler Block dar­auf hin­weist, dass es eine echte Befrei­ung der Men­schen (und damit auch von Frauen) im Kapi­ta­lis­mus nicht geben kann[,] ist doch recht klar.“

Meine Ant­wort dar­auf lau­tet: (mehr…)

Warum die marxistische „Frauenfrage“ keine historisch-materialistische Analyse des Geschlechterverhältnisses ist

Im Vor­feld der Ver­an­stal­tung am Diens­tag­abend um 19 h im Ban­dito Rosso in Ber­lin gibt es von mir bei linksunten.indymedia eine drei­tei­lige Kri­tik am mar­xis­ti­schen Kon­zept der „Frau­en­frage“:

Teil I:

1. Der mora­li­sche Ansatz aus der „Hei­li­gen Fami­lie“

2. Ein Ansatz einer mate­ria­lis­ti­schen Theo­rie des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses

a) Die Deut­sche Ideo­lo­gie von Marx und Engels

b) August Bebels Die Frau und der Sozia­lis­mus

3. Der Zetkin-​​Cocktail

a) Zutat 1: Der Ansatz des Kom­mu­nis­ti­schen Mani­fes­tes: Frau­en­un­ter­drü­ckung als vor-​​kapitalistisches Relikt

b) Zutat 2: Engels’ Der Ursprung der Fami­lie, …: Frau­en­un­ter­drü­ckung als Pro­dukt des Pri­vat­ei­gen­tums

Teil II:

c) Das zet­kin­sche Ergeb­nis: „die mar­xis­ti­sche Frau­en­eman­zi­pa­ti­ons­theo­rie“

aa) Der Inhalt des Cock­tails
bb) Motive und Ursa­chen für den Cocktail-​​Inhalt

Teil III:

4. Der unbe­wußte bio­lo­gis­ti­sche Essen­tia­lis­mus der mar­xis­ti­schen Erklä­rung der geschlechts­spe­zi­fi­schen Arbeits­tei­lung (mehr…)

Ich danke… – oder: Bitte um mehr Tomaten. – Di., 10.3.15, 19 h, Bandito Rosso

Nach­dem ich nach dem ver­gan­ge­nen 8. März vor allem zu nör­geln hatte – die Demo gefiel mit nicht, das queer-​​feministische Flug­blatt zur Demo gefiel mir nicht und das Flug­blatt von TOP Ber­lin gefiel auch nicht – danke ich die­ses Jahr der Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive Ber­lin (RPB), dass sie mir Gele­gen­heit gibt, dies­mal kon­struk­tiv zu sein und mich selbst in die Nes­seln zu set­zen.

Die Frage, zu der ich spre­chen soll, lau­tet: „Frau­en­kampf heißt Klas­sen­kampf?“ – Ohne allzu viel vor­weg zu neh­men (mein Vortrags-​​Skript ist eh noch nicht fer­tig), ver­rate ich schon mal, dass meine Ant­wort lau­ten wird: „Nö, heißt es nicht.“

(mehr…)

Neu von mir in der PREZIÖSE: „Queer Porn und Safer Sex“ (zum 9. Pornfilmfestival)

Nach­dem 2010 meine Ein­drü­cke vom 5. Porn­film­fes­ti­val beim Mächen­blog erschie­nen waren, hat dies­mal „Die Pre­ziöse – quee­res Gesell­schafts­ma­ga­zin“ meine Ein­drück beim 9. Porn­film­fes­ti­val zum Thema „Queer Porn und Safer Sex“ ver­öf­fent­licht.

Außer­dem erschien dort ein Festival-​​Rückblick von Sas­kia. Soweit ich die glei­chen Filme wie Sas­kia gese­hen habe, teile ich ihren Ein­druck /​ ihre Wer­tung weit­ge­hend (52 Tues­days; Momen­tum; Put The Needle…; Fuck Dolls; Going Here; Shut­ter; X-​​Confessions).

Allein zu Fucking Mys­tic, zu dem ein extra Arti­kel von mir noch in Arbeit ist, fällt mein Urteil anders aus als Sas­kias:

  • Wäh­rend ihr die Schluß­szene anschei­nend nicht so gefiel („Die ange­wor­bene Sex­or­gie mit, ich glaube, 16 Darsteller*Innen, war so geschnit­ten, dass kaum ersicht­lich war, wer mit wem Sex hat, und wo denn all diese Men­schen über­haupt sind. […] nicht ganz so pom­pös wie gewor­ben wurde – und ich mir eine Sex­szene mit 16 Men­schen vor­ge­stellt habe.“), fand ich die noch am rela­tiv bes­ten – gerade, weil nicht so viel zu erken­nen war.
  • Sas­kias Kri­tik, „Es hieß, der Film wäre nicht wie bis­her ein Epi­so­den­film, son­dern der erste nar­ra­tive Porno-​​Spielfilm von Court­ney Trou­ble. Diese Titu­lie­rung finde ich etwas über­trie­ben. Es gibt meh­rere Sex­sze­nen, mit Zwi­schen­se­quen­zen ver­bun­den, die im Durch­schnitt nicht mehr als einen Satz ent­hal­ten, und auch nicht mehr als eine Minute benö­ti­gen.“, teile ich.
  • Über­haupt nicht ein­ver­stan­den bin ich aller­dings mit der poli­ti­schen Impli­ka­tion der gezeig­ten Sex­sze­nen. Dazu wird dann dem­nächst an die­ser oder ande­rer Stelle etwas zu lesen sein. (Und viel­leicht schiebe ich gleich noch als Kom­men­tar ein paar Noti­zen zu den Fil­men, die ich außer­dem gese­hen habe und die in dem Pre­ziöse-Rück­blick nicht erwähnt sind, nach. Mal sehen, wie ich mit dem Abtip­pen mei­ner Noti­zen vor­an­komme…)

Nachtrag zum 8. März: „Danke TOP, …- … daß wir es jetzt wissen! Zur Kritik des TOP-kapitallogischen Nebenwiderspruchs-Denkens“

Nach mei­ner Kri­tik an der dies­jäh­ri­gen Ber­li­ner 8. März-​​Demo und dem „linksradikale[n], queerfeministische[n]“ Flug­blatt dazu habe ich nun auch noch das Flug­blatt von Theo­rie Orga­ni­sa­tion Pra­xis (TOP) B3rlin aus glei­chem Anlaß einer revolutionär-​​feministischen Kri­tik unter­zo­gen:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​10989

Glie­de­rung mei­ner Ant­wort: (mehr…)

Es reicht bei weitem nicht, immer nur alles ‚mitzudenken und zu reflektieren‘ und mit allen – oder fast allen – solidarisch zu sein.

Bei linksunten.indymedia begrün­dete ich am Diens­tag meine These:

„Es reicht bei wei­tem nicht, immer nur alles ‚mit[zudenken] und [zu] reflektier[en]‘ und mit allen – oder fast allen – soli­da­risch zu sein. Manch­mal ist es not­wen­dig, eine Wahl zu tref­fen, eine Ent­schei­dung zu tref­fen: und zwar nicht nur gegen­über Mas­ku­lis­ten, Fun­da­men­ta­lis­tIn­nen aller mög­li­chen Reli­gio­nen, Faschis­ten und Faschis­tin­nen (dem dürf­ten sogar Queerfe­mi­nis­tIn­nen zustim­men), son­dern manch­mal – und nur allzu oft – ist es sogar erfor­der­lich, eine Ent­schei­dung, eine Wahl zwi­schen unter­schied­li­chen femi­nis­ti­schen Posi­tio­nen zu tref­fen.“

Außer­dem fragte ich was Links­ra­di­ka­lis­mus eigent­lich von Links­li­be­ra­lis­mus unter­schei­det:

„Ein­fach nur zu for­dern, daß nie­mandE dis­kri­mi­niert wer­den soll, weil er/​sie fett, trans*, inter*, Frau, Sex­ar­bei­te­rIn ist, … ist bil­lig [5]. Das machen auch alle kon­se­quen­ten Libe­ra­len. Und des­halb kommt ein Links­ra­di­ka­lis­mus, der ana­ly­tisch und stra­te­gisch nicht mehr zu bie­ten hat, als sei­ner­seits alle Dis­kri­mi­nie­rung abzu­leh­nen, in die Ver­le­gen­heit, sich nur noch kul­tu­ra­lis­tisch oder – eher frü­her als heute – durch Mili­tanz vom Libe­ra­lis­mus abgren­zen zu kön­nen.“

Des­wei­te­ren kri­ti­siere ich dort das, was ich „Positionierungs-​​Striptease“2 der Autorinnen-​​ und Auto­ren des am Sams­tag bei indy­me­dia erschie­nen Tex­tes „Für eine links­ra­di­kale, queerfe­mi­nis­ti­sche Per­spek­tive auf den 8. März“1 nenne:

„Wir ver­ste­hen uns als Teil einer links­ra­di­ka­len, queer-​​feministischen Szene, sind weiß-​​deutsch, […], sind cis (also nicht trans), abled bodied (der körperlich/​geistigen Norm von ‚gesund’ wei­test­ge­hend entsprechend)und konn­ten alle auf die Uni gehen.“

und die dar­aus von die­sen gezo­gene Kon­se­quenz:

Aus die­sen Posi­tio­nen her­aus möch­ten wir eine Kri­tik an man­chen Auf­ru­fen­den zu die­ser Demo und deren Ver­ständ­nis von ‚Femi­nis­mus’ äußern.“ (meine Hv.)

Außer­dem wage ich am Ende noch eine kleine Pro­gnose, was dem Queerfe­mi­nis­mus eines Tages pas­sie­ren dürfte:

Eine revolutionär-​​feministische Per­spek­tive auf …
https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​08153.

Siehe ergän­zend mei­nen Kom­men­tar bei:

http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​3​/​0​8​/​r​e​c​l​a​i​m​-​f​e​m​i​n​i​s​m​/​#​c​o​m​m​e​n​t-117

sowie

den Aus­zug bei de.indymedia:

http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​4​/​0​3​/​3​5​3​0​2​4​.​shtml.

PS.:
Noch ein Nach­trag direkt zur 8. März-​​Demo:

Die Mäd­chen­mann­schaft ver­linkt drei Foto­stre­cken: (mehr…)

Eine feministische Kapitulation! – Warum ich die 8. März-Demo in Berlin verlassen habe, bevor sie losging

Der fol­gende Text ist keine ela­bo­rierte Ana­lyse, son­dern ein in Empö­rung ge-​​/​beschriebener spon­ta­ner Ein­druck.

Frauen*Kampftag mit Män­nern… Wie kann das gehen?

Ich muß zu mei­ner eige­nen femi­nis­ti­schen Schande geste­hen, daß ich von den dies­jäh­ri­gen 8. März-​​Vorbereitungen nicht viel mehr bekom­men hatte, als – off­line – den dop­pel­sei­ti­gen DIN A 5-​​Aufruf1; die Kri­tik daran von Trans*-Initiativen oder Trans-​​Leuten2; den Text von TOP zum 8. März3 und das Tran­spi von RIO für die Demo4 – alles drei in mei­nem5 Facebook-​​Stream.
Ich kam bis eben nicht ein­mal dazu, den Auf­ruf zu lesen, son­dern fand nur das Lay­out anspre­chend; freute mich, daß es – nach­dem die 8. März-​​Demos in den letz­ten Jah­ren in Ber­lin nicht beson­ders groß waren oder sogar ganz aus­fie­len – dies­mal eine bun­des­weite Demo geben soll; nahm posi­tiv zur Kennt­nis, daß auf der Vor­der­seite des Flu­gis von „Frauen*Kampftag“ die Rede war; war aber auch über­rascht, daß ich vor ein paar Wochen, als ich das Flugi in die Hände bekam, von der Demo auf den femi­nis­ti­schen und quee­ren mailing-​​Listen, auf denen ich bin, noch gar nichts mit­be­kom­men hatte.
Als nächste stieß ich auf die schon erwähnte Trans*-Kritik, die ich auch nicht kom­plett bzw. in Ruhe zu lesen schaffte, die ich mich aber auf die Anmer­kung in dem offi­zi­el­len Auf­ruf auf­merk­sam machte: Frauen* = Wir haben den Begriff »Frauen« und »Mäd­chen« mit Stern­chen* mar­kiert. Damit schlie­ßen wir Trans*-Frauen. und Inter*-Menschen expli­zit ein. Egal wie du aus­siehst oder als was du bei der Geburt ein­ge­ord­net wur­dest – unser Femi­nis­mus schließt dich ein.“

Ich dachte mir: (mehr…)

Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

„ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

Ergän­zend schrieb ich:

„Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

Dazu fragte nun Mat­tis:

„‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

1. Der Zweck einer NaO

Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)