Archiv der Kategorie 'queer & gender'

Jubiläums-Wochenende: 20 Jahre „trend. onlinezeitung“

Von Fr., den 29.01. bis So., den 31.01.2016 wird in in Ber­lin in der K9 eine Wochenend-​​Veranstaltung aus Anlaß von 20 Jah­ren „trend. online­zei­tung“ statt­fin­den.

Ich selbst werde am Sams­tag zwi­schen 17-​​19 Uhr einen klei­nen Bei­trag leis­ten:

Spe­zi­fi­tät, His­to­ri­zi­tät und Mate­ria­li­tät des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses

Mit Bezug auf sei­nen Vor­trag „Mar­xis­mus und Femi­nis­mus“ – ver­öf­fent­licht in TREND 4/​2014 – und den Anmer­kun­gen im Edi­to­rial die­ser Aus­gabe wird die Auto­rIn auf­zei­gen, dass Klassen-​​ und Geschlech­ter­herr­schaft und -aus­beu­tung unter jeweils spe­zi­fi­schen his­to­ri­schen Umstän­den ent­stan­den sind, dass sie his­to­ri­schem Wan­del unter­lie­gen und prin­zi­pi­ell über­wind­bar sind. Aller­dings sie sind nicht aus ein­an­der ableit­bar. Sie sind zwar nicht von ein­an­der getrennt, son­dern beein­flus­sen und modi­fi­zie­ren sich wech­sel­sei­tig, aber sie sind Unter­schied­li­ches und von ein­an­der unter­scheid­bar. Ihre Unter­schied­lich­keit ist die Vor­aus­set­zung ihrer Wech­sel­wir­kung.

Nach den abstracts zu urtei­len, ist zu erwar­ten, daß mein Bei­trag durch­aus in einem gewis­sen dia­lo­gi­schen Kon­trast zum vor­her­ge­hen­den (15-​​17 h) Bei­trag von Georg Klauda aus­fal­len wird:

Haupt-​​ und Neben­wi­der­spruch revi­si­ted

Die meis­ten K-​​Gruppen der 1970er Jahre über­tru­gen Maos dia­lek­ti­sche Kate­go­rien von Grund-​​, Haupt-​​ und Neben­wi­der­spruch in ihre Poli­tik. Bis heute wer­den in lin­ken Spek­tren diese Kate­go­rien als böse Mene­te­kel auf­ge­ru­fen, um vor einer angeb­lich dro­hen­den „Hier­ar­chi­sie­rung der Kämpfe“ zu war­nen. Dem hal­ten die Kritiker*innen eine Gleich­ord­nung der Kate­go­rien ent­ge­gen, die den für die Pro­duk­ti­ons­weise kon­sti­tu­ti­ven Wider­spruch zwi­schen Kapi­tal und Arbeit über den Begriff des „Klas­sis­mus“ in eines von vie­len unter­schied­li­chen Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­hält­nis­sen umdeu­tet. Die im Neo­li­be­ra­lis­mus auf die Spitze getrie­bene Dia­lek­tik zwi­schen kul­tu­rel­len Kämp­fen und dem hin­ter die­ser Fas­sade betrie­be­nen stum­men Umbau der ökono­mi­schen Herrschafts-​​ und Aus­beu­tungs­ord­nung kann damit aber nicht ein­mal im Ansatz mehr erfasst und ana­ly­siert wer­den.

Am Sonn­tag wird es dann u.a. zwei Bei­träge zu Marx‘ Kapi­tal im all­ge­mei­nen bzw. Marx Kri­sen­theo­rie im beson­de­ren geben: (mehr…)

Diskussions-Tourismus II: „Connecting European Struggles Conference“ in Malmö, 18.-20.09.2015

[…]

The cri­sis has par­ti­cu­lar gen­de­red effects that dif­fer in scope and kind across Europe. During the 2014 con­fe­rence the local pre­sen­ta­tion focu­sed on health­care work in the region of the con­fe­rence. That pre­sen­ta­tion made it clear that there are Swe­dish aus­te­rity mea­su­res. The hos­pi­tal has had over 20 deaths the last few years, being indic­ted by govern­ment reports as being cle­arly rela­ted to lack of fun­ding that makes pro­per care impos­si­ble. Fur­ther­more, staff at the hos­pi­tal report never taking breaks, being forced into dou­ble shifts, lite­r­ally run­ning from pati­ent to pati­ent and brea­king down into tears daily. This staff is over­whel­min­gly female and there is a clear con­nec­tion bet­ween their gen­der and these forms of super exploi­ta­tion. We’re invit­ing care workers and activists from around Europe to attend, pre­sent and dis­cuss their expe­ri­en­ces and stra­te­gies of care work!
In many coun­tries fascist and con­ser­va­tive mobi­liza­ti­ons have direc­ted them­sel­ves away from cle­arly eco­no­mi­cal issues (“they’re taking our jobs!”) but instead focu­sed on abor­tion, gay mar­riage and to defend the ‘holy family.’ We do not view these deve­lop­ments as inci­den­tal but rather part of the nature of fascism: con­trol of women’s bodies through laws, social norms and obli­gatory hete­ro­se­xua­lity. This deve­lop­ment has been acute in nati­ons such as Spain, Greece and Poland but is pre­sent in various forms all around Europe. Vio­lence in forms of mur­der, bea­ting and psy­cho­lo­gi­cal ter­ror against women (and others such as gays) who defy these con­stric­tions are part of the same poli­ti­cal move­ment who demands the cross, the flag and the family. Anti­fa­scists, at least in Swe­den, has focu­sed a great deal on issues of class and anti­ca­pi­ta­list ana­ly­sis which is of course cru­cial but mis­ses out on import­ant ana­ly­sis on the nature of fascism. We’re thus invit­ing antifascist/​antiracist femi­nists who work with ques­ti­ons con­cerning strugg­les for the right to abor­tion, for LGBTQ-​​rights and who work against con­ser­va­tism, natio­na­lism and fascism.

[…]

http://​con​nec​tin​geu​ro​pean​s​trugg​les​.tum​blr​.com/

Diskussions-Tourismus: “Beyond Europe” International Camp in Chalkidiki, Greece, 18-25 August

Wed­nes­day 19th August

First day of dis­cus­sions: Social, femi­nist, LBGTQ, eco­lo­gi­cal strugg­les in times of cri­sis

Fri­day 21st August

Second day of dis­cus­sions: Exch­ange of poli­ti­cal prac­tices

Satur­day 22nd August

Third day of dis­cus­sions: Fort­ress Europe, racism and natio­na­lism

Mon­day 24th August

Fourth day of dis­cus­sions: Trans­na­tio­nal orga­niza­tion and net­wor­king

http://​camp​.beyon​d​eu​rope​.net/​p​r​o​gram/

Audio-Mitschnitt meines Vortrages von vor 2 Wochen zu Marxismus/Feminismus

Die Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive (RPB) hat einen Mit­schnitt mei­nes Vor­tra­ges von vor 2 Wochen zum Ver­hält­nis von Mar­xis­mus und Femi­nis­mus online gestellt:

http://​www​.per​spek​tive​.nostate​.net/480

Geschlechterverhältnis, Arbeitsteilung, 8. März – Neues von mir bei „trend“, „indymedia“ und „Linke Zeitung“

1. bei trend. online­zei­tung

Über die Ver­dop­pe­lung des Anti­ka­pi­ta­lis­mus und die Wie­der­auf­er­ste­hung des Links­ra­di­ka­lis­mus an der fal­sches­ten Stelle

Ein Kom­men­tar von mir zum „links­ra­di­ka­len Block“ bei der Ber­li­ner 8. März-​​Demonstration 2015

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​3​1​5​/​t​3​0​0​3​1​5​.html

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Mein ENTSCHEIDENDER Kritikpunkt an ALLEN (soften oder harten) Nebenwiderspruchs-Theorien in Bezug auf das Verhältnis von Patriarchat und Kapitalismus

Heute schrieb eine Per­son bei linksunten.indymedia:

„das[s] ein links­ra­di­ka­ler Block dar­auf hin­weist, dass es eine echte Befrei­ung der Men­schen (und damit auch von Frauen) im Kapi­ta­lis­mus nicht geben kann[,] ist doch recht klar.“

Meine Ant­wort dar­auf lau­tet: (mehr…)

Warum die marxistische „Frauenfrage“ keine historisch-materialistische Analyse des Geschlechterverhältnisses ist

Im Vor­feld der Ver­an­stal­tung am Diens­tag­abend um 19 h im Ban­dito Rosso in Ber­lin gibt es von mir bei linksunten.indymedia eine drei­tei­lige Kri­tik am mar­xis­ti­schen Kon­zept der „Frau­en­frage“:

Teil I:

1. Der mora­li­sche Ansatz aus der „Hei­li­gen Fami­lie“

2. Ein Ansatz einer mate­ria­lis­ti­schen Theo­rie des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses

a) Die Deut­sche Ideo­lo­gie von Marx und Engels

b) August Bebels Die Frau und der Sozia­lis­mus

3. Der Zetkin-​​Cocktail

a) Zutat 1: Der Ansatz des Kom­mu­nis­ti­schen Mani­fes­tes: Frau­en­un­ter­drü­ckung als vor-​​kapitalistisches Relikt

b) Zutat 2: Engels’ Der Ursprung der Fami­lie, …: Frau­en­un­ter­drü­ckung als Pro­dukt des Pri­vat­ei­gen­tums

Teil II:

c) Das zet­kin­sche Ergeb­nis: „die mar­xis­ti­sche Frau­en­eman­zi­pa­ti­ons­theo­rie“

aa) Der Inhalt des Cock­tails
bb) Motive und Ursa­chen für den Cocktail-​​Inhalt

Teil III:

4. Der unbe­wußte bio­lo­gis­ti­sche Essen­tia­lis­mus der mar­xis­ti­schen Erklä­rung der geschlechts­spe­zi­fi­schen Arbeits­tei­lung (mehr…)

Ich danke… – oder: Bitte um mehr Tomaten. – Di., 10.3.15, 19 h, Bandito Rosso

Nach­dem ich nach dem ver­gan­ge­nen 8. März vor allem zu nör­geln hatte – die Demo gefiel mit nicht, das queer-​​feministische Flug­blatt zur Demo gefiel mir nicht und das Flug­blatt von TOP Ber­lin gefiel auch nicht – danke ich die­ses Jahr der Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive Ber­lin (RPB), dass sie mir Gele­gen­heit gibt, dies­mal kon­struk­tiv zu sein und mich selbst in die Nes­seln zu set­zen.

Die Frage, zu der ich spre­chen soll, lau­tet: „Frau­en­kampf heißt Klas­sen­kampf?“ – Ohne allzu viel vor­weg zu neh­men (mein Vortrags-​​Skript ist eh noch nicht fer­tig), ver­rate ich schon mal, dass meine Ant­wort lau­ten wird: „Nö, heißt es nicht.“

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Neu von mir in der PREZIÖSE: „Queer Porn und Safer Sex“ (zum 9. Pornfilmfestival)

Nach­dem 2010 meine Ein­drü­cke vom 5. Porn­film­fes­ti­val beim Mächen­blog erschie­nen waren, hat dies­mal „Die Pre­ziöse – quee­res Gesell­schafts­ma­ga­zin“ meine Ein­drück beim 9. Porn­film­fes­ti­val zum Thema „Queer Porn und Safer Sex“ ver­öf­fent­licht.

Außer­dem erschien dort ein Festival-​​Rückblick von Sas­kia. Soweit ich die glei­chen Filme wie Sas­kia gese­hen habe, teile ich ihren Ein­druck /​ ihre Wer­tung weit­ge­hend (52 Tues­days; Momen­tum; Put The Needle…; Fuck Dolls; Going Here; Shut­ter; X-​​Confessions).

Allein zu Fucking Mys­tic, zu dem ein extra Arti­kel von mir noch in Arbeit ist, fällt mein Urteil anders aus als Sas­kias:

  • Wäh­rend ihr die Schluß­szene anschei­nend nicht so gefiel („Die ange­wor­bene Sex­or­gie mit, ich glaube, 16 Darsteller*Innen, war so geschnit­ten, dass kaum ersicht­lich war, wer mit wem Sex hat, und wo denn all diese Men­schen über­haupt sind. […] nicht ganz so pom­pös wie gewor­ben wurde – und ich mir eine Sex­szene mit 16 Men­schen vor­ge­stellt habe.“), fand ich die noch am rela­tiv bes­ten – gerade, weil nicht so viel zu erken­nen war.
  • Sas­kias Kri­tik, „Es hieß, der Film wäre nicht wie bis­her ein Epi­so­den­film, son­dern der erste nar­ra­tive Porno-​​Spielfilm von Court­ney Trou­ble. Diese Titu­lie­rung finde ich etwas über­trie­ben. Es gibt meh­rere Sex­sze­nen, mit Zwi­schen­se­quen­zen ver­bun­den, die im Durch­schnitt nicht mehr als einen Satz ent­hal­ten, und auch nicht mehr als eine Minute benö­ti­gen.“, teile ich.
  • Über­haupt nicht ein­ver­stan­den bin ich aller­dings mit der poli­ti­schen Impli­ka­tion der gezeig­ten Sex­sze­nen. Dazu wird dann dem­nächst an die­ser oder ande­rer Stelle etwas zu lesen sein. (Und viel­leicht schiebe ich gleich noch als Kom­men­tar ein paar Noti­zen zu den Fil­men, die ich außer­dem gese­hen habe und die in dem Pre­ziöse-Rück­blick nicht erwähnt sind, nach. Mal sehen, wie ich mit dem Abtip­pen mei­ner Noti­zen vor­an­komme…)

Nachtrag zum 8. März: „Danke TOP, …- … daß wir es jetzt wissen! Zur Kritik des TOP-kapitallogischen Nebenwiderspruchs-Denkens“

Nach mei­ner Kri­tik an der dies­jäh­ri­gen Ber­li­ner 8. März-​​Demo und dem „linksradikale[n], queerfeministische[n]“ Flug­blatt dazu habe ich nun auch noch das Flug­blatt von Theo­rie Orga­ni­sa­tion Pra­xis (TOP) B3rlin aus glei­chem Anlaß einer revolutionär-​​feministischen Kri­tik unter­zo­gen:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​10989

Glie­de­rung mei­ner Ant­wort: (mehr…)

Es reicht bei weitem nicht, immer nur alles ‚mitzudenken und zu reflektieren‘ und mit allen – oder fast allen – solidarisch zu sein.

Bei linksunten.indymedia begrün­dete ich am Diens­tag meine These:

„Es reicht bei wei­tem nicht, immer nur alles ‚mit[zudenken] und [zu] reflektier[en]‘ und mit allen – oder fast allen – soli­da­risch zu sein. Manch­mal ist es not­wen­dig, eine Wahl zu tref­fen, eine Ent­schei­dung zu tref­fen: und zwar nicht nur gegen­über Mas­ku­lis­ten, Fun­da­men­ta­lis­tIn­nen aller mög­li­chen Reli­gio­nen, Faschis­ten und Faschis­tin­nen (dem dürf­ten sogar Queerfe­mi­nis­tIn­nen zustim­men), son­dern manch­mal – und nur allzu oft – ist es sogar erfor­der­lich, eine Ent­schei­dung, eine Wahl zwi­schen unter­schied­li­chen femi­nis­ti­schen Posi­tio­nen zu tref­fen.“

Außer­dem fragte ich was Links­ra­di­ka­lis­mus eigent­lich von Links­li­be­ra­lis­mus unter­schei­det:

„Ein­fach nur zu for­dern, daß nie­mandE dis­kri­mi­niert wer­den soll, weil er/​sie fett, trans*, inter*, Frau, Sex­ar­bei­te­rIn ist, … ist bil­lig [5]. Das machen auch alle kon­se­quen­ten Libe­ra­len. Und des­halb kommt ein Links­ra­di­ka­lis­mus, der ana­ly­tisch und stra­te­gisch nicht mehr zu bie­ten hat, als sei­ner­seits alle Dis­kri­mi­nie­rung abzu­leh­nen, in die Ver­le­gen­heit, sich nur noch kul­tu­ra­lis­tisch oder – eher frü­her als heute – durch Mili­tanz vom Libe­ra­lis­mus abgren­zen zu kön­nen.“

Des­wei­te­ren kri­ti­siere ich dort das, was ich „Positionierungs-​​Striptease“2 der Autorinnen-​​ und Auto­ren des am Sams­tag bei indy­me­dia erschie­nen Tex­tes „Für eine links­ra­di­kale, queerfe­mi­nis­ti­sche Per­spek­tive auf den 8. März“1 nenne:

„Wir ver­ste­hen uns als Teil einer links­ra­di­ka­len, queer-​​feministischen Szene, sind weiß-​​deutsch, […], sind cis (also nicht trans), abled bodied (der körperlich/​geistigen Norm von ‚gesund’ wei­test­ge­hend entsprechend)und konn­ten alle auf die Uni gehen.“

und die dar­aus von die­sen gezo­gene Kon­se­quenz:

Aus die­sen Posi­tio­nen her­aus möch­ten wir eine Kri­tik an man­chen Auf­ru­fen­den zu die­ser Demo und deren Ver­ständ­nis von ‚Femi­nis­mus’ äußern.“ (meine Hv.)

Außer­dem wage ich am Ende noch eine kleine Pro­gnose, was dem Queerfe­mi­nis­mus eines Tages pas­sie­ren dürfte:

Eine revolutionär-​​feministische Per­spek­tive auf …
https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​08153.

Siehe ergän­zend mei­nen Kom­men­tar bei:

http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​3​/​0​8​/​r​e​c​l​a​i​m​-​f​e​m​i​n​i​s​m​/​#​c​o​m​m​e​n​t-117

sowie

den Aus­zug bei de.indymedia:

http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​4​/​0​3​/​3​5​3​0​2​4​.​shtml.

PS.:
Noch ein Nach­trag direkt zur 8. März-​​Demo:

Die Mäd­chen­mann­schaft ver­linkt drei Foto­stre­cken: (mehr…)

Eine feministische Kapitulation! – Warum ich die 8. März-Demo in Berlin verlassen habe, bevor sie losging

Der fol­gende Text ist keine ela­bo­rierte Ana­lyse, son­dern ein in Empö­rung ge-​​/​beschriebener spon­ta­ner Ein­druck.

Frauen*Kampftag mit Män­nern… Wie kann das gehen?

Ich muß zu mei­ner eige­nen femi­nis­ti­schen Schande geste­hen, daß ich von den dies­jäh­ri­gen 8. März-​​Vorbereitungen nicht viel mehr bekom­men hatte, als – off­line – den dop­pel­sei­ti­gen DIN A 5-​​Aufruf1; die Kri­tik daran von Trans*-Initiativen oder Trans-​​Leuten2; den Text von TOP zum 8. März3 und das Tran­spi von RIO für die Demo4 – alles drei in mei­nem5 Facebook-​​Stream.
Ich kam bis eben nicht ein­mal dazu, den Auf­ruf zu lesen, son­dern fand nur das Lay­out anspre­chend; freute mich, daß es – nach­dem die 8. März-​​Demos in den letz­ten Jah­ren in Ber­lin nicht beson­ders groß waren oder sogar ganz aus­fie­len – dies­mal eine bun­des­weite Demo geben soll; nahm posi­tiv zur Kennt­nis, daß auf der Vor­der­seite des Flu­gis von „Frauen*Kampftag“ die Rede war; war aber auch über­rascht, daß ich vor ein paar Wochen, als ich das Flugi in die Hände bekam, von der Demo auf den femi­nis­ti­schen und quee­ren mailing-​​Listen, auf denen ich bin, noch gar nichts mit­be­kom­men hatte.
Als nächste stieß ich auf die schon erwähnte Trans*-Kritik, die ich auch nicht kom­plett bzw. in Ruhe zu lesen schaffte, die ich mich aber auf die Anmer­kung in dem offi­zi­el­len Auf­ruf auf­merk­sam machte: Frauen* = Wir haben den Begriff »Frauen« und »Mäd­chen« mit Stern­chen* mar­kiert. Damit schlie­ßen wir Trans*-Frauen. und Inter*-Menschen expli­zit ein. Egal wie du aus­siehst oder als was du bei der Geburt ein­ge­ord­net wur­dest – unser Femi­nis­mus schließt dich ein.“

Ich dachte mir: (mehr…)

Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

„ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

Ergän­zend schrieb ich:

„Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

Dazu fragte nun Mat­tis:

„‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

1. Der Zweck einer NaO

Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)

Zuspitzung im NaO-Prozeß: SIB und GAM gegen fast alle!

Im NaO-​​Prozeß ist mit als­bal­di­gen Ent­schei­dun­gen zu rech­nen: Ich selbst ver­öf­fent­lichte am ver­gan­ge­nen Sams­tag – in Ant­wort auf einen Text von Micha Prütz – einen Arti­kel mit dem Titel Dann doch lie­ber IL!
Heute nimmt nun Mar­tin Sucha­nek (GAM) unter der Über­schrift NaO-​​Prozess am Wen­de­punkt Stel­lung.
Da ich im NaO-​​Prozeß-​​blog das dor­tige Zei­chen­li­mit nicht ganz ein­hal­ten konnte, ver­öf­fent­li­che mei­nen voll­stän­di­gen Kom­men­tar zu Mar­tins Arti­kel hier – den Anfang wird es nach Frei­schal­tung auch im NaO-​​Prozeß-​​blog geben.

Danke für die ziem­lich gelun­gene Zusam­men­fas­sung der poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen im NaO-​​Prozeß!

Frei­lich sind einige Prä­zi­sie­run­gen anzu­brin­gen:

1. Zwar hat ein Ver­tre­ter des RSB in der sog. „3er-​​AG“ für das Mani­fest mit­ge­ar­bei­tet. Aber anders als im Falle von GAM & SIB han­delt es sich bei dem ent­stan­de­nen Text nicht um einen Text auch „des RSB“ als Gruppe. Der RSB stimmte zwar bei dem 7. bw. Tref­fen zum NaO-​​Prozeß im April in Kas­sel dafür, daß der 3er-​​Entwurf und nicht der Bera­tungs­grund­la­gen-Vor­schlag von IBT, Inter­Komm & [pae­ris] Leit­an­trag der wei­te­ren Manifest-​​Erstellung wer­den solle. Aber der RSB erklärte dort zugleich, sich zur Frage des Mani­fes­tes noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den zu haben.

2. Die Unter­schiede hin­sicht­lich der Lage­ein­schät­zung las­sen sich ziem­lich gut daran illus­trie­ren, daß sich ein ähnli­cher Gedanke, wie der fol­gende aus dem Papier der RSB-​​Genossen Jakob und Linus vom ver­gan­ge­nen Okt. in dem 3er-​​Entwurf nicht fin­det: „Schauen wir […] nach Grie­chen­land, dann müs­sen wir bei nüch­ter­ner Betrach­tung fest­stel­len, dass selbst dort – also nach min­des­tens 3 Jah­ren ver­schärf­ter Krise – keine grö­ßere revo­lu­tio­näre Strö­mung auf der Matte steht. Der Pro­zess der Rekon­struk­tion revo­lu­tio­nä­rer klas­sen­kämp­fe­ri­scher, wirk­lich sozia­lis­ti­scher (oder auch anar­chis­ti­scher) Strö­mun­gen, die im Klas­sen­kampf ein gewis­ses Gewicht haben, ist offen­bar sehr kom­plex, lang­wie­rig und nicht am grü­nen Tisch zu beschlie­ßen oder umzu­set­zen. […] in lin­ken Krei­sen (domi­nie­ren) Vor­stel­lun­gen, die letzt­lich den Kapi­ta­lis­mus gerade nicht infrage stel­len: ‚sozia­lis­ti­sche Markt­wirt­schaft’ usw. Die Vor­stel­lung von einer bedürf­nis­ori­en­tier­ten, nicht Waren pro­du­zie­ren­den Gesell­schafts­ord­nung ist selbst in lin­ken Krei­sen kaum ver­brei­tet.“
Der 3er-​​Entwurf gelangt dage­gen zu einer deut­lich opti­mis­ti­sche­ren Ein­schät­zung der Lage.

3. Zur Pra­xis, die SIB & GAM in Ber­lin im Namen des NaO-​​Prozesses in letz­ter Zeit gemacht haben: Sowohl zur Form (Start­block od. Klas­sen­kampf­block?) der Betei­li­gung an der revo­lu­tio­nä­ren 1. Mai-​​Demonstration als auch zur Ver­an­stal­tung „Die kom­men­den Auf­stände in Süd­eu­ropa“ gab es NaO-​​prozeß-​​interne poli­ti­sche und kon­zep­tio­nelle Dif­fe­ren­zen. So tei­len durch­aus nicht alle im NaO-​​Prozeß die Pro­gnose von „kom­men­den Auf­stän­den“; auch die Ter­mi­nie­rung der Ver­an­stal­tung war umstrit­ten. Da SIB und GAM die Ver­an­stal­tung ohne Rück­sicht auf die Beden­ken der ande­ren Grup­pen durch­führ­ten, ist es schon nicht ohne Pikan­te­rie zu for­mu­lie­ren: „wobei GAM und SIB zuneh­mend zu den Moto­ren der Akti­vi­tä­ten wur­den“…

4. Für eine Kri­tik der Kri­tik bloß an ein­zel­nen Kapi­ta­lis­tIn­nen und Kapi­tal­frak­tio­nen (statt an der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise als gan­zer) bedarf es kei­ner „Wert­kri­tik“ (mehr…)

Sollten Frauen auf die Nettigkeit von Männern vertrauen?

Vor­be­mer­kung v. 23.04.2016:

Der fol­gende Text erschien am 27. Novem­ber 2012 unter der Adresse http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​s​o​l​l​t​e​n​-​f​r​a​u​e​n​-​a​u​f​-​d​i​e​-​n​e​t​t​i​g​k​e​i​t​-​v​o​n​-​m​a​e​n​n​e​r​n​-​v​e​r​t​r​auen/. Da die Web­seite – nach­dem die NAO Ber­lin kürz­lich schon den ande­ren an der NAO Betei­lig­ten emp­foh­len hatte, die NAO auf­zu­lö­sen – nun (tem­po­rär oder dau­er­haft) nicht funk­tio­niert, sei der Text hier gespie­gelt, da ich ihn gerade für die dor­tige Dis­kus­sion benö­tige.

Lie­ber Die­ter,

1.

„Der Feh­ler der ‚Haupt-​​ und Neben­wi­der­spruch­denke’ liegt nicht in der Fest­stel­lung, daß der Klas­sen­kampf Vor­rang haben muß, son­dern darin, den Kampf gegen die Dis­kri­mi­nie­rung und beson­dere Unter­drü­ckung von Frauen, Kin­dern und diver­sen Min­der­hei­ten der Klasse der Lohn­ab­hän­gi­gen vom Klas­sen­kampf zu tren­nen und auf irgend­eine nebu­löse Zukunft zu ver­schie­ben.“

a) Führe doch bitte einen klit­ze­klei­nen Beweis für Deine Behaup­tung an! Wel­che – von Dir als sol­che aner­kann­ten – Ver­tre­te­rIn­nen des Haupt-​​/​Nebenwiderspruchsdenkens in Bezug auf Klassen-​​ und Geschlech­ter­ver­hält­nisse tren­nen denn „den Kampf gegen die Dis­kri­mi­nie­rung und beson­dere Unter­drü­ckung von Frauen, Kin­dern und diver­sen Min­der­hei­ten der Klasse der Lohn­ab­hän­gi­gen vom Klas­sen­kampf“ vom Klas­sen­kampf?! – Die behaup­ten viel­mehr genauso wie Du, bei­des mit ein­an­der ver­bin­den zu wol­len – und lan­den dann, ganz genauso wie Du, bei der These, „daß der Klas­sen­kampf Vor­rang haben muß“.
Das fak­ti­sche Resul­tat ist dann, den Klas­sen­kampf heute zu füh­ren (weil er ja den Vor­rang hat) und den Kampf gegen das Patri­ar­chat „auf irgend­eine nebu­löse Zukunft zu ver­schie­ben“. – Dafür, daß die­ses fak­ti­sche Resul­tat nicht auch bei Dei­ner Ver­sion des ‚Vor­rangs des Klas­sen­kampfs’ ein­tritt, hast Du nicht mehr als ein, zwei schöne Sätze zu bie­ten.
Ein Blick auf die home­page der Mar­xis­ti­schen Initia­tive (MI) bestä­tigt meine – logisch nahe­lie­gende – Hypo­these, daß der Vor­rang des Klas­sen­kampfs zu einer Magi­na­li­sie­rung des Kamp­fes gegen das Patri­ar­chat führt. Fra­gen des Geschlech­ter­ver­hält­nis­ses spie­len in der Text­pro­duk­tion der MI, welch­sel­bige deren poli­ti­sche Haupt­ak­ti­vi­tät ist, bes­ten­falls eine mar­gi­nale Rolle.

b) Die These, „daß der Klas­sen­kampf Vor­rang haben muß“, ist also gerade Haupt-​​/​Nebenwiderspruchs-​​Denken (auch, wenn Du es selbst so nicht nen­nen magst), denn der Haupt­wi­der­spruch heißt ja gerade des­halb Hauptwider­spruch, weil ihm ana­ly­tisch und/​oder stra­te­gisch ein Vor­rang vor den Neben­wi­der­sprü­chen zuge­bil­ligt wird. (mehr…)