Archiv der Kategorie 'queer & gender'

Pussy Riot in Moskau mit Festnahme beantwortet


Moskau: Frauenpunkgruppe auf dem Roten Platz vorübergehend festgenommen

von Bernhard Clasen

Die Musikgruppe „Pussy Riot“ provoziert – in U-Bahnen, Luxusgeschäften und vor dem Kreml

Fünf von acht Musikerinnen der Punkgruppe „Pussy Riot“ wurden am Freitag in Moskau vorübergehend festgenommen. Am 24. Januar werden sie sich vor einem Gericht wegen Verletzung des Versammlungsgesetzes verantworten müssen. Den Künstlerinnen könnten mehrtägige Arreststrafen drohen.
Nur wenige Minuten hatte die Punkgruppe „Pussy Riot“ direkt vor dem Haupteingang des Kreml ihr Lied „Aufstand in Russland“ gesungen, dann kamen Polizisten herbeigeeilt und führten die Frauen zur Polizeistation „Kitaj Gorod“.
Der Versuch der Polizei, eine Kamera zu beschlagnahmen, die das Kurzkonzert vor dem Kreml filmte, indes schlug fehl. Das Konzert ist inzwischen auf „Youtube“ gelandet.

Überfall in der Luxusboutique

(mehr…))“


Do., 26.1., 18 h – Vortrag von Tove Soiland: Jenseits von Sex und Gender

FU Berlin, Rost- und Silberlaube, Hörsaal 2,
Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin-Dahlem

19.01.2012: Hilge Landweer, Freie Universität Berlin: Das lästige Geschlecht. Begriffliche und sozialtheoretische Überlegungen

26.01.2012: Tove Soiland1, Bern: Jenseits von Sex und Gender: Die sexuelle Differenz. Zeitdiagnostische Einwürfe von Seiten der Psychoanalyse

02.02.2012: Karin Gludovatz, Freie Universität Berlin: Geschlecht und Repräsentation. Zur Revision der Kategorie ‚Gender‘ unter den Bedingungen visueller Produktion

09.02.2012: Elvira Scheich, Freie Universität Berlin: Queering Nature: Feminismus, Politik, Ökologie

16.02.2012: Sabine Hark, TU Berlin: Kontingente Fundierungen. Über Gender, Feminismus und die Zukunft der Geschlechterforschung

Quelle:
http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2011/fup_11_313/index.html

.pdf-Datei der Ankündigung

  1. „Einige Texte von ihr:

    Wie die Frauenbewegung zum gender-Management kam, oder: Warum gender im patriarchalen Kochtopf verdampft
    http://www.agpolpsy.de/wp-content/uploads/2010/01/soiland-11.pdf

    ‚Gender’: Kontingente theoretische Grundlagen und ihre politischen Implikationen
    http://web.fu-berlin.de/gpo/pdf/soiland/soiland.pdf (dieser und die folgenden links via Mädchenblog)

    ---- vgl. dazu meinen Text: Intersektionalität und Gesellschaftstheorie

    Gender-Konzept in der Krise. Die Reprivatisierung des Geschlechts
    http://www.woz.ch/artikel/2005/nr18/wissen/11766.html

    Die Verhältnisse gingen und die Kategorien kamen. Intersectionality oder Vom Unbehagen an der amerikanischen Theorie
    http://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/694/702

    Dekonstruktion als Selbstzweck? Ein Aufruf zur theoretischen Reflexion
    http://www.linksnet.de/en/artikel/19176

    Das Spiel mit den Geschlechtern – eine Sackgasse?
    http://www.woz.ch/dossier/gender/11699.html (der diesbzgl. beim Mädchenblog genannte link funktioniert nicht mehr)“

  2. (http://arschhoch.blogsport.de/2011/07/13/termine-und-andere-hinweise-2/#fn1310558404422n) [zurück]

„Rummotzen“ im Mädchenmannschaft-Interview

Eine „Theorie als Praxis“-Stammleserin wird heute bei der Mädchenmannschaft interviewt:

Dabei schreibe ich doch hier im Moment so selten, sondern dort vor allem über die Organisierung der RevolutionärInnen…, z.B. heute.

Vgl. dort auch:
http://arschhoch.blogsport.de/tag/feminismus,
http://arschhoch.blogsport.de/tag/geschlecht,
http://arschhoch.blogsport.de/tag/hausarbeit
und
http://arschhoch.blogsport.de/mf/ (Feminismus / Marxismus).

Mal wieder: Queer contra Feminismus – Offener Brief an das Lesbenarchiv „Spinnboden“

In Nachbereitung zur Veranstaltung vom Montag zum Thema „Perspektiven der feministischen Organisierung nach dem Slutwalk“ (vgl. dazu: 1, 2 und 3) sollte am Freitag im Lesbenarchiv „Spinnboden“ ein Nachbereitungs-Treffen stattfinden. Nachdem bei Facebook gegen die Veranstaltungsankündigung Transphobie-Vorwürfe erhoben wurden, weil dort die Frage aufgeworfen wurde, ob das Treffen mit oder ohne Beteiligung von Trans* stattfinden soll, entschloß sich der „Spinnboden“ die Raumzusage zurückzuziehen.
Darauf antwortete ich mit untenstehendem Offener Brief.
Das Treffen wird nun statt dessen im Hinterzimmer des Restaurants Nepal-Mandal (Brunnenstr. 164) stattfinden, was immerhin den Vorteil hat u-bahn-näher gelegen zu sein (alternativ zum U-Bhf. Rosenthaler Plart kommt im übrigen auch der U-Bhf. Bernauer Str. in Betracht).
Das Treffen wird nun u.a. der Vorbereitung einer Veranstaltung zum Thema „Ist Cis-FrauenLesben-Separatismus transphob?“ dienen. Personen, die eine Veranstaltung mit diesem Thema für illegitim halten, sind zu dem Treffen genauso wenig eingeladen, wie Leute, deren politischer Horizont bis zum – bei Facebook gepflegten – um das Wort „Kackscheisse“ kreisenden Fäckaljargon reicht.

[Der folgende Offene Brief als .pdf-Datei]

Liebe Gabriele,
liebe Spinnboden-Geschäftsführung,

wenn dies meine Ebene der politischen Auseinandersetzung wäre, würde ich als erstes den Transphobie-Vorwurf an Euch zurückgeben.
Nach den in der Berliner queer-Szene etablierten Maßstäben ist, mich als Trans- oder Indergender-Wesen, das einen weiblichen und einen männlichen Vornamen führt, ausschließlich mit meinem männlichen Vornamen anzureden, „transphob“, weil eine derartige Adressierung angeblich in mein Recht auf Selbstbezeichnung eingreift.
Da ich aber nicht zu denen gehöre, denen der Unterschied zwischen Selbstverständnis und Fremdwahrnehmung unbekannt ist, könnt Ihr mich gerne weiterhin so anreden, wie es Euch beliebt.

Was den Transphobie-Vorwurf wegen der Ankündigung des Treffens und der zugehörigen Facebook-Diskussion betrifft, so weise ich ihn zurück:

1. Das Treffen ist nicht einmal als Cis-FrauenLesben-Treffen angekündigt (wäre ja auch absurd, wenn ich selbst zu den Einladenden gehöre…).
Was wir allein machen, ist: Bekannt geben, daß wir für zulässig halten, daß Cis-FrauenLesben ihren etwaigen Wunsch, sich ohne Trans*-Beteiligung zu treffen, bekunden, und ich selbst mich diesem Wunsch beugen würde.
Daß allein das Zulassen des Bekundens eines solchen Wunsches zu Transphobie-Vorwürfen führt und Euch zur Rückname der Raumzusage veranlaßt, zeigt allein, welch undemokratische Diskussionsstruktur zu Lasten von (bestimmten) Cis-FrauenLesben in der Berliner queer-Szene mittlerweile Standard geworden ist.
Queer wirkt hier alles anderes als eine Abschwächung des Patriarchats, sondern als eine Verstärkung des Patriarchats – als Hinderung für Cis-FrauenLesben, ihre ggf. bestehenden Bedürfnisse und politischen Ansichten auszusprechen.

2. Für jeden und jeder, der/die nicht völlig von individualistisch-idealistischer, queerer Ideologie verbohrt ist, liegt auf der Hand, daß (mehr…)

Heute bei Kritisch-lesen.de wiederveröffentlicht: Meine Rezension von 1990 über Anja Meulenbelts Buch über Sexismus, Rassismus und Klassismus

Meine Rezension aus dem Jahre 1990 über Anja Meulenbelts Buch „Scheidelinien. Sexismus, Rassismus und Klassismus“ wurde in der heutigen Ausgabe von Kritisch-lesen.de zum Thema „Überschneidungen von Unterdrückungen“ – leicht gekürzt und um einige Tippfehler bereinigt – wiederveröffentlicht:

http://www.kritisch-lesen.de/2011/10/scheidelinien-anja-meulenbelt-uber-sexismus-rassismus-und-klassismus/

„In dieser Ausgabe geht es um verschiedene Unterdrückungsverhältnisse, den Versuch, ihre unterschiedlichen Funktionsmechanismen zu erfassen, sie trotz ihrer Verwobenheit analytisch zu trennen und sie dann wieder zusammen zu führen, denn eine Unterdrückungsform kommt nicht einzeln vor, sondern ist häufig mit anderen verknüpft. So kann zum Beispiel eine weiße katholische Kassiererin sowohl sexistisch als auch aufgrund ihrer Klassenposition unterdrückt werden. Es handelt sich dabei aber nicht einfach um eine Aufaddierung von Unterdrückungen, sondern vielmehr darum, wie sie ineinander greifen, sich gegenseitig beeinflussen und verstärken.“
http://www.kritisch-lesen.de/2011/10/uberschneidungen-von-unterdruckungen/

Vgl. zu diesem Themenkomplex auch noch die Rezenion von Peter Nowak „Klassismus. Konzept zur Gesellschaftsveränderung oder zur Mittelstandsförderung?“ zum Buch von

Andreas Kemper und Heike Weinbach:
Klassismus. Eine Einführung
Unrast Verlag, Münster 2009.

HEUTE (Mo., 3.10.): Disk.-VA über feministische Organisierung

Veranstaltung, Mo., 3.10.: Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk

In zwei Wochen: Disk.-VA über feministische Organisierung

Am Montag, den 3. Oktober diskutieren ab 19 h im Tristeazza (Pannierstraße 5, 12047 Berlin)
-- Nadine Lantzsch (Mitorganisatorin des Berliner Slutwalks und Autorin der AK-Serie zum Thema „queer“: http://www.akweb.de/ak_s/ak561/27.htm; Serien-Übersicht: http://www.akweb.de/ak_s/ak563/11.htm – am Ende)
-- eine Vertreterin der Hamburger antimilitaristischen FrauenLesben-Gruppe AMIGA
(http://kein-trialog.so36.net/hinter/pdf/fem_posi_gg_mil_amiga_hh.pdf)
und
-- Barbara Suhr-Bartsch (Verfasserin des Papiers „Eine wirklich ‚Neue Linke‘ muss emanzipatorisch sein – oder sie wird nicht sein“: http://arschhoch.blogsport.de/2011/06/27/eine-wirklich-neue-linke-muss-emanzipatorisch-sein-oder-sie-wird-nicht-sein/)
über „Perspektiven der feministischen Organisierung nach dem Slutwalk“.

Mehr Infos :
http://arschhoch.blogsport.de/2011/09/14/va-3-10-perspektiven-feministischer-organisierung-nach-dem-slutwalk/

@ DSK, Rape Culture etc.: Hommage an weibliche Rache

„Die neue Single Blood In My Eyes von Atari Teenage Riot ist Vorbote ihres neuen Albums Is This Hyperreal?, das im Mai auf Alec Empires Label Digital Hardcore Recordings erscheinen soll. Im Song klagt Sängerin Nic Endo den Menschenhandel mit Frauen an, die zur Prostitution gezwungen werden.“ (Barbara Mürdter / Popkontext).

Trigger-Warnung (in Bezug auf das Video):

Atari Teenage Riot – Blood In My Eyes (Nic Endo’s Video Message) from Atari_Teenage_Riot on Vimeo.

Ohne Video:
http://soundcloud.com/alec_empire/atari-teenage-riot-blood-in-my.

„‘Blood In My Eyes’ features Nic Endo on lead vocal. She speaks out for the multitude of women who have become the victims of human trafficking, their sexuality exploited for financial gain right under the gaze of the ineffectual governments of the self-proclaimed civilised west. Nic, wholly in tune with her trademark Japanese face-paint depicting “Resistance,” makes her point in the inimitable Atari way. ‘Blood In My Eyes’ is a riveting electronic punk rock diatribe, paying homage to the feminine retributive subtexts espoused by cult films like ‘Kill Bill’1 nd heavily censored French art-house offering, ‘Baise-Moi.’2 Nic expounds a cautionary tale, alerting us that all who stand by and do nothing share the guilt.“ (Alex Empire – Fußnoten hinzugefügt).

Vgl. auch: http://maedchenmannschaft.net/auge-um-auge-zahn-um-zahn/.

  1. „Die Braut erwacht mitten in der Nacht im Krankenhaus. Sie tastet sich ab, versucht sich zu erinnern und zu orientieren und merkt, dass sie nicht mehr schwanger ist. Einer der Pfleger nähert sich dem Zimmer; er bringt einen Besucher mit, dem er die komatöse Patientin stundenweise als Vergewaltigungsopfer vermietet. Kiddo schafft es, beide nacheinander zu töten. Sie nimmt die Autoschlüssel des Pflegers und flüchtet sich trotz ihrer durch die lange Bettlägerigkeit gelähmten Beine aus der Station in dessen Auto. Hier versucht sie ihre Beweglichkeit wiederzuerlangen.“ (Wikipedia) [zurück]
  2. „Nachdem Manu von mehreren Männern vergewaltigt wurde, beschuldigt ihr Bruder sie, die Schuld hierfür selbst zu tragen. Es kommt zu einem Streit, in dessen Verlauf Manu ihren Bruder erschießt und schließlich die Flucht ergreift. Zur gleichen Zeit wird Nadine Zeugin, wie ihr Freund von konkurrierenden Drogendealern erschossen wird; auch sie beschließt zu fliehen. Auf ihrer Flucht vor der Vergangenheit, dem Geschehenen und ihrem Leben treffen die beiden Frauen aufeinander und beschließen, zusammen auszubrechen und durch Frankreich zu ziehen. […]. Sie stehlen ein Auto, überfahren den Besitzer und machen von nun an den verschiedensten Männern gezielte Avancen, verführen sie zum Sex, um sie anschließend voller Hass umzubringen.“ (Wikipedia) [zurück]

Von mir im neuen AK: Feministische queer-Kritik

AK-Logo

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ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 563 v. 19.08.2011:

Reden wie der Mainstream. Für eine feministische Kritik an queerer Politik (S. 12)
http://www.akweb.de///////ak_s/ak563/index.htm.

(Die Überschrift wurde von der Redaktion modifiziert: Der neue Haupttitel trifft es sehr gut. Danke! Der neue Untertitel ist nur wenig anders als mein alter Haupttitel. – Die gedruckte Zeitung habe ich nun also auch in der Hand.)

AK-Verkaufsstellen: http://www.akweb.de///////bula/.

Diskussion zwischen Schweizer und deutschen Feministinnen (1990)

Ich dokumentiere im Folgenden zwei Texte, die im Nov. 1990 in der radikal Nr. 141, Teil I erschienen –
► zum einen: Schweizer Feministinnen,
Ein Stein in der Sonne (S. 6 – 10) (= ein Brief an die Gefangene aus der RAF, Eva Haule, und die Gefangene aus dem antiimperialistischen Widerstand, Gisela Dutzi)
► und zum anderen: eine Stellungnahme von „Frauen aus der
radikal“ dazu (S. 10 – 14).
Beide Texte wurde – unter leichten Kürzungen, die hier übernommen werden – 1994/95 in den beiden Auflagen der folgenden Broschüre nachgedruckt:
Broschürengruppe in Zusammenarbeit mit dem ASTA-FU sowie Frigga Haug, Wolfgang Fritz Haug, Wolf Dieter Narr, Uwe Wesel, Harald Wolf (Hg.)
Für eine neue revolutionäre Praxis.
Triple oppression & bewaffneter Kampf.
Eine Dokumentation von antiimperialistischen, feministischen, kommunistischen Beiträgen zur Debatte über die Neubestimmung revolutionärer Politik 1986-1993

Selbstverlag: Berlin, 1. Aufl. 1994, 2. Aufl. 1995, 66 – 70 und 70 – 74.

Ein Stein in der Sonne

Feminismus ist der Klassenkampf von ganz unten gegen das ganze System

Liebe Eva und Gisel,

[…] Wir sagen Nein zum scheinbar so basisdemokratischen „alle gleichzeitig voran“, weil es immer auf die selbstmörderische Illusion hinausläuft, der Sieg über die ausgezeichnet vorbereiteten, feindlichen Kräfte könne ein spontaner Akt nicht-vorbereiteter Massen sein. Wir halten daran fest, daß ein Teil der Klasse (eine „Avant-Garde“!) den Kampf um die Macht in nicht-revolutionärer Periode vorbereiten muß, und daß der bewaffnete Kampf zugleich die wirksamste Form der politischen Propaganda in nicht-revolutionärer Periode ist. All diese Tatsachen werden nicht dadurch außer Kraft gesetzt, daß das der Situation angemessene, technologische Niveau heute in der Schweiz tief ist. Entscheidend ist das bewußte und gezielte Vorantreiben.

Nachdem Ihr nun aber so klar und offen zum Feminismus Stellung genommen habt, wollen wir als Feministinnen ebenso klar und offen Stellung nehmen. Wir müssen dazu etwas ausholen.

Das imperialistische Patriarchat und seine aktuellen Projekte

Das System – wir nennen es imperialistisches Patriarchat – beruht auf der Ausbeutung und Gewalt gegen Frauen weltweit. Alle einzelnen Projekte sind Angriffe gegen Frauen, die neben und in geringerem Maß auch Männer treffen.

„im kampf der frauen wird ein zentraler nerv des herrschenden systems freigelegt“, schreibt Ihr. Wir meinen, da untertreibt Ihr maßlos: Frauen leisten konservativ geschätzt (durch die UNO) weltweit 2/3 der gesellschaftlichen Arbeit und bekommen dafür 1/10 der direkten oder indirekten Lohneinkommen. Dabei ist gesellschaftlich notwendige Arbeit wie Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Verhütung, Abtreibung, emotionale und sexuelle Dienste noch nicht einmal mitgerechnet. Frauenarbeit ist der Nerv des Systems! (mehr…)

Von der Philosophie zur Politik

Noch mal zu Postmoderne und Leninismus –

oder: Antwort1 auf das „Quietscheentchen“-Papier (SIBS v. 28.7.)

Dieser wie folgt gegliederte Text wird ab morgen Mittag im „Arsch hoch“-blog zur Organisierungs- und Programmdebatte zur Verfügung stehen: http://arschhoch.blogsport.de/2011/08/20/von-der-philosophie-zur-politik/.

Überblick:

I. Von der ‚postmodernen’ Philosophie …

1. Historischer Materialismus und idealistische Geschichtsphilosophie
2. Die Frage nach dem Gehalt von Theorie
3. Begriff und Wirklichkeit
4. Die Vernunft, die Macht und der Irrationalismus
5. Wertkritik und Postmoderne

II. … zum historischen Materialismus …

1. sex und gender
2. Vom wissenschaftlichen und politischen Nutzen der De-Konstruktion
3. Hauptwidersprüche, Nebenwidersprüche, Grundwidersprüche – und die Perspektiven einer Weltrevolution

III. … zur revolutionären Organisierung

1. Für revolutionäre Politik ohne geschichtsphilosophische Durchhalteparolen
2. Selbstkritisches zum Zeitplan
3. Arbeitskonferenz, Debattenverlauf und Spektrenerweiterung

Von mir im neuen AK: Feministische queer-Kritik

ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 563 v. 19.08.2011:

Reden wie der Mainstream. Für eine feministische Kritik an queerer Politik (S. 12)

http://www.akweb.de///////ak_s/ak563/index.htm.

(Die Überschrift wurde von der Redaktion modifiziert: Der neue Haupttitel trifft es sehr gut. Danke! Der neue Untertitel ist nur wenig anders als mein alter Haupttitel. – Die gedruckte Zeitung habe ich noch nicht gesehen.)

AK-Verkaufsstellen: http://www.akweb.de///////bula/.

Slutwalk – noch eine Antwort auf Kritik an unserem Transpi

Antwort auf einen persiflierenden Kommentar bei lesarion1

Also – neuer Versuch:

Wir leben in einem System, das – unter Berufung auf die Biologie, die aber selbst gar nicht so eindeutig binär ist, wie der Gesetzgeber behauptet und der Alltagsverstand meint2 – alle Individuen einem von zwei Geschlechtern zuordnet. Die binäre Zweigeschlechtlichkeit wird durch diesen Zuordnungsprozeß überhaupt erst geschaffen.

Der Zuordnungsvorgang geht zugleich mit der ungleichen Zuweisung von Arbeit, Einkommen, Lebensqualität und Verhaltensanforderungen (beim Sex, auf Arbeit, auf dem Sportplatz, beim Politik machen, beim Konzertbesuch etc.) einher. Dies ist der gesellschaftlich ‚Sinn’ jener Zuordnung aller Individuen zu einem von zwei Geschlechtern. (Ob die Leute blaue oder grüne Augen haben, ist dagegen unter heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen egal.)

++ Eine ‚richtige Frau zu sein’, heißt nicht, eine Vulva und xx-Chromosomen zu haben, sondern die für Frauen geltenden Zuweisungen hinzunehmen und die entsprechenden Verhaltensanforderungen zu erfüllen. Anderenfalls ist sie eine „Schlampe“, ein „Mannweib“ oder ähnliches.
++ Und: Ein ‚richtiger Mann zu sein’, heißt nicht einen Schwanz und xy-Chromosomen zu haben, sondern die für Männer geltenden Zuweisungen zu genießen und sich gemäß der entsprechenden Verhaltensregeln zu verhalten. Anderenfalls ist er ein „Weichei“, „schwul“ (auch wenn er noch nie mit einem Mann Sex hatte und auch niemals haben will) oder ähnliches.

Konkret erfolgen jene ungleichen Zuweisungen in der Weise, daß Männer das herrschende und ausbeutende Geschlecht und Frauen das beherrschte und ausgebeutete Geschlecht sind. (mehr…)

Nicht mit Ruhm bekleckert – linke, antideutsche und antiimperialistische Berichterstattung über die Slutwalks

Neben vielen anderen berichten auch die Meinungsführerinnen des ‚antideutschen’ Spektrums, die Hamburger Zeitschrift Konkret, sowie des ‚anttimperialistischen’ Spektrums, die Berliner Zeitung junge Welt, über die Slutwalks. Beide Berichte zeigen wieder einmal, daß das Verhältnis zwischen vielen Linken und dem Feminismus mit „unglücklicher Ehe“ (so die Formulierung im Titel eines bekannten Aufsatzes und Sammelbandes von der Wende von den 70er zu den 80er Jahren) noch euphemistisch umschrieben ist.

junge Welt – eine schlechte Leserin

Die junge Welt scheint den Slutwalk-Aufruf schlecht gelesen zu haben – oder ist der Einfachheit halber der mainstream-Presse auf den Leim gegangen sein: „Für den morgigen Samstag sind in mehreren deutschen Städten ‚Schlampenmärsche’ geplant. Auch hier wollen sich die Teilnehmerinnen bewußt sexy kleiden und dabei deutlich machen, daß dies kein Freibrief für sexuelle Übergriffe ist.“ –
Es gab aber bei den Slutwalks gar keinen dress code: „Bei der SlutWalk Bewegung geht es nicht darum, endlich mal halbnackt durch die Stadt laufen zu dürfen. Es geht darum, Menschen nicht die Schuld an sexuellen Übergriffen zu geben – selbst wenn sie halbnackt durch die Stadt laufen. Es geht darum, sich ein Klima zu erkämpfen, in dem ein selbstbestimmtes Leben hinsichtlich Körper, Begehren, Aussehen, Sexualität und Geschlecht möglich ist.“ (http://slutwalkhamburg.blogsport.de/faq/)1

Nach dem die Slutwalks in jener Weise falsch eingeführt wurden, werden dann ausgiebig kritische Stellungnahmen von Vertreterinnen der parlamentarischen Linken zitiert – die auf der Grundlage der Falschdarstellung der Slutwalks, als auf sexy Kleidung fixiert, irgendwie plausibel klingt:
„Zu viele Frauen seien es, [so die Grüne Katrin Rönicke] die ‚sich selbst seit Jahrzehnten bekriegen (mit Hungern, Essen, ständiger Arbeit am Körper, oder: indem sie ebendiesen verstecken, aus Angst)’, […]. ‚Im Grunde wollen wir alle, daß das aufhört. Wir haben nur noch nicht begriffen, daß wir dafür mehr tun müssen, als auf Slutwalks zu gehen und Schönwetterreden zu schwingen.’“ – Genau darum (Schönheitsnormen und Schlankheitsdiktate) geht es allerdings bei dem in dem Slutwalk-Aufruf erwähnten: „selbstbestimmte[n] Leben hinsichtlich Körper, Begehren, Aussehen“.
Auch bei dem Solikonzert am Donnerstag voriger Woche (11.08.2011) für den Berliner Slutwalk gab es von der Rapperin Sookee ein Stück gegen von der Werbung diktierte Schönheitsnormen („Welche Werbung sagt Dir, dass Du nicht schön bist?“ [11 // MILADY] – allerdings eine deutlich andere Version, wenn ich mich recht erinnere) und eines der Transpis, das dort hing lautete: „Kurze Röcke, fette Bässe, Macker kriegen auf die Fresse“ – dagegen dürfte das ganze grüne Konzept von „Geschlechterdemokratie“ (und auch das der Linkspartei von „Geschlechtergerechtigkeit“) und jede grüne Rede zum Geschlechterverhältnis seit Verena Krieger nicht mehr Bundessprecherin der Grünen ist (was mehr als 15 Jahre her ist), eine einzige endlose „Schönwetterrede“ sein.


(Quelle: http://mattwilcox.info/demos/instagram-atom-feed/?hashtag=slutwalk)

Berichterstattung sollte stimmen – und nicht so selektiv sein, daß am Ende ausgerechnet die Kritik der Vereinigten Parlamentarischen Linken von JuSos über Grünen bis Linkspartei an einer außerparlamentarischen Aktion als berechtigt erscheint. – Is doch sonst auch nicht gerade die Linie jungen Welt, oder? –

Konkret: Lustgewinn durch Lästerei

Die Autorin des – bereits vor den Slutwalks erschienenen – Konkret-Artikel wird wie folgt vorgestellt: „war Mitorganisatorin des Berliner Slutwalks“. – Anscheinend war sie bei ein paar Vorbereitungstreffen, um Notizen für ein paar lästernde Bemerkungen in dem Artikel zu machen: (mehr…)

Unser Transpi in Bewegung


(Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=yZVYOqVpSmc [1:32 bis 1:35 Min.])