Archiv der Kategorie 'Musik'

Neuigkeiten in Sachen MaKss Damage / NS-Vergleiche / Antisemitismus-Vorwürfe

1. unter

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​0​/​h​e​u​t​e​-​g​e​l​e​s​e​n​-​3​0​0​7​/​#​c​o​m​m​e​nt-80 und http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​0​/​h​e​u​t​e​-​g​e​l​e​s​e​n​-​3​0​0​7​/​#​c​o​m​m​e​nt-88

sowie 2.

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​1​/​i​n​d​y​m​e​d​i​a​-​d​i​e​-​n​a​e​c​h​s​t​e​-​l​o​e​s​c​h​u​n​g​/​#​c​o​m​m​e​nt-84 und http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​1​/​i​n​d​y​m​e​d​i​a​-​d​i​e​-​n​a​e​c​h​s​t​e​-​l​o​e​s​c​h​u​n​g​/​#​c​o​m​m​e​nt-87 sowie http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​1​/​i​n​d​y​m​e​d​i​a​-​d​i​e​-​n​a​e​c​h​s​t​e​-​l​o​e​s​c​h​u​n​g​/​#​c​o​m​m​e​nt-91.


Eine Über­sicht über die bis­he­rige Dis­kus­sion gibt es im vor­her­ge­hen­den Bei­trag.

Übersicht über die bisherige Diskussion: MaKss Damage / Soli-Konzert 7.8. (aktualisiert am 11.8.)

- Musik und Poli­tik /​ NS-​​Vergleiche /​ Antisemitismus-​​Vorwürfe -

Hin­weise auf wei­tere links zum Thema wer­den dank­bar ent­ge­gen­ge­nom­men.

Die Über­sicht glie­dert sich in fol­gende Abschnitt:

I. Die Vor­ge­schichte bei Theo­rie als Pra­xis: Dis­kus­sion in der Links­par­tei über die Stü­cke von MaKss Damage und die­band­breite zur RAF
II. Die Kon­zer­tan­kün­di­gun­gen
III. Theo­rie als Pra­xis zum Kon­zert mit MaKss Damage am 7.8. in Ber­lin (und die dies­be­züg­li­che Nicht-​​Veröffentlichungs-​​Politik von indy­me­dia)
IV. Woan­ders zu dem Thema
V. zu Hol­ger Bur­ner – eben­falls für den 7.8. ange­kün­digt
VI. Als Hin­ter­grund

(mehr…)

Silberstreif am Horizont: Sinnvolle Diskussion mit und über indymedia?


Am 31. Juli 2009 um 15:09 Uhr pos­tete eine Per­son, die als „Indy­me­dia“ auf­tritt, das Unten­ste­hende (vgl. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​1​/​i​n​d​y​m​e​d​i​a​-​g​a​n​z​-​b​a​s​i​s​d​e​m​o​k​r​a​t​i​s​c​h​/​#​c​o​m​m​e​nt-54). Als Kom­men­tar folgt meine Ant­wort dar­auf. Andere Bei­träge, die zur Sache dis­ku­tiere, wer­den ich hier – der Über­sicht­lich­keit hal­ber zusam­men­stel­len – (und Pöbe­leien rigo­ros löschen; wer/​welche sich abrea­gie­ren möchte: bitte die Kommentar-​​Funktion zu den ande­ren Bei­träge nut­zen):

was bringt es noch mit dir zu reden?
du hörst ja doch nicht zu.
aber um des frie­dens wil­len WENN du wei­ter mit mir dis­ku­tie­ren willst (und zwar hier in dei­nem blog):

a) dis­kus­sio­nen über indymedia-​​moderation, indymedia-​​mod-​​regeln etc. sind über email-​​liste zu füh­ren, nicht auf der nach­rich­ten­seite de​.indy​me​dia​.org: imc-germany(ät)lists.indymedia.org
die­ser hin­weis war bis­her unter JEDEM dei­ner pos­tings auf de​.indy​me​dia​.org zu fin­den – warum igno­rierst du ihn?
b) indy­me­dia eig­net sich nicht für dis­kus­sio­nen. warum wurde auch schon mehr­fach gepos­tet – ich habs dir auch hier gepos­tet, aber das hast du ja schon zen­siert.
c) indy­me­dia ist nicht dein pri­va­ter blog, son­dern eine nach­rich­ten­seite von unten für alle. warum ver­wischst du den unter­schied zwi­schen nach­richt und dis­kus­sion in dei­ner defi­ni­tion?
d) warum muss sich das gesamte indymedia-​​kollektiv von de​.indy​me​dia​.org dei­ner defi­ni­tion anschlie­ßen?
e) warum respek­tierst du nicht die regeln, die das indymedia-​​kollektiv vor jah­ren für diese seite gebaut hat und im laufe der zeit wei­ter­ent­wi­ckelt hat?
f) wenn du so sehr gegen die bis­he­ri­gen regeln bist und unbe­dingt eine disko-​​seite haben willst – warum machst du kein dem­ent­spre­chen­des forum auf?
g) warum ver­langst du, dass andere für dich alles tun, du selbst aber kein stück auf andere ein­gehst?
h) warum kri­ti­sierst du zen­sur, zen­sierst aber dei­nen eige­nen blog nach eige­nem gut­dün­ken?

indymedia – Die nächste Löschung

Es fol­gen die Kom­men­tare zu die­sem Bei­trag: (mehr…)

Reader’s Digest – Was bei indymedia lesenswert gewesen wäre (2)

- zu Musik und Poli­tik /​ MaKss Damage /​ Soli-​​Konzert am 7.8. -

Teil II des indymedia-​​Exzerpts. (mehr…)

Reader’s Digest – Was bei indymedia lesenswert gewesen wäre (1)

- zu Musik und Poli­tik /​ MaKss Damage /​ Soli-​​Konzert am 7.8. -

Für die­je­ni­gen, die sich nicht durch den gan­zen Wust der – hier doku­men­tier­ten (1, 2) und dort gesperr­ten – indymedia-​​Artikel kämp­fen wol­len, folgt eine kurze Zusam­men­stel­lung der Kom­men­tare, deren zur-​​Kenntnis-​​nahme m.E. loh­nend ist (der Rest zeugt vor allem von einem erschüch­tern­den Stand lin­ker Umgangs­for­men und lin­ken Argu­men­tie­rens [1]): (mehr…)

indymedia – ganz basisdemokratisch

Indy­me­dia sperrt wei­ter: Nach­dem ges­tern nach­mit­tag schon ein Vorab-​​Bericht über das Kon­zert mit MaKss Damage am 7.8. gesperrt wurde, wur­den im Laufe der Nacht auch mein Text mit eini­gen Vor­schlä­gen für eine dif­fe­ren­zier­tere Dis­kus­sion

null

und

eine Dis­kus­sion über die indymedia-​​Moderations-​​Kriterien gelöscht.

Ich doku­men­tiere im fol­gen­den in zwei Kom­men­ta­ren, was ges­tern abend bis zum Schla­fen­ge­hen da war, – und in einem fol­gen­den Bei­trag eine sub­jek­tive Aus­wahl von einige (aus dem Wust von) Kom­men­ta­ren, die m.E. lesens­wert sind.

Was ich gerne bei indymedia zu Ende gelesen hätte, …

… wäre dies gewe­sen:

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doch dann war es weg:

.


Dan­kens­wer­ter­weise hat mir jemandE eine Kopie der Seite von kurz vor der Löschung geschickt.
(mehr…)

Total falsch abgeschmeckt – Noch eine Musik-Kritik: MaKss Damage – KomIntern Flavour

Fort­set­zung der Dis­kus­sion zu Musik und Poli­tik:
Seit eini­gen Tagen wird in unter­schied­li­chen Kon­tex­ten über Musik und Poli­tik dis­ku­tiert; zunächst ging es bei der Links­par­tei um Stü­cke zur RAF. Nun geht es um Faschismus-​​ und Imperialismus-​​Analysen sowie Ver­schwö­rungs­theo­rien – zu wich­tige The­men, um sie allein dem übli­chen Schlag­ab­tausch zwi­schen Anti­na­tio­na­len, für die Deutsch­land nur der kleinste Stein des Ansto­ßes ist, und Anti­im­pe­ria­lis­tIn­nen, die immer noch nicht die Spe­zi­fik des NS erken­nen, zu über­las­sen:

Wäh­rend ich mich noch mal mit die­band­breite beschäf­tigte, machte die hier bereits bei zwei ande­ren Gele­gen­hei­ten (1, 2) zitierte Brumm­kreislpi­lo­tin auf ein am 20.7. ver­öf­fent­lich­tes Video von MaKss Damage, die auch schon erwähnt wur­den , auf­merk­sam:

Jede Menge Natio­nal­fah­nen von vor­geb­lich fort­schritt­li­chen Staa­ten oder „natio­na­len Befrei­ungs­be­we­gun­gen“ im Kon­trast mit Israel-​​ und USA-​​Fahnen, die natür­lich jeweils mit einem Haken­kreuz „ergänzt“ sind. Dazu so groß­ar­tige Zei­len wie etwa: „Linkspartei-​​Missgeburt“ oder „WTC-​​TNT-​​CIA-​​Abgesprochen-​​Türme weg-​​Kriegsgrund-​​Ölquellen-​​Waffenlobby-​​Georg Bush-​​Affenmensch-​​Weißes Haus-​​Weimar-​​Pentagon-​​Reichstag-​​Unterschied-​​Keiner“ oder auch „Buchenwald-​​Massengrab-​​Israel-​​Terrorstaat-​​Intifada-​​So lange bis die ganze Welt es sagt“.

I. (mehr…)

Die Ruhrbarone – im Winde gedreht

Am 28. Mai 2008 hieß es bei den Ruhr­ba­ro­nen:

„[…] jen­seits des harm­lo­sen Fun-​​Raps hat die Band­breite ein ande­res Gesicht. Die Band, deren Mit­glie­der in Krei­sen der Gewerk­schafts­ju­gend und der Sozia­lis­ti­schen Jugend – Die Fal­ken – Rap-​​Workshops ver­an­stal­ten, ver­tritt eine gefähr­li­che Ver­schwö­rungs­le­gende: In ihrem Song ‘Selbst gemacht‘ machen die Musik­päd­ago­gen ‚die USA für den 11. Sep­tem­ber ver­an­wort­lich und wer­fen ihnen vor, Sol­da­ten geop­fert zu haben, um in den Zwei­ten Welt­krieg ein­zu­grei­fen‘, notierte SpOn schon Ende Novem­ber letz­ten Jah­res. Unter öffent­li­chem Druck bestä­tigt Bandbreiten-​​Rapper Wonja die­sen Spinner-​​Standpunkt auf You Tube noch ein­mal expli­zit: ‚Wenn man sich Berichte anguckt, dann wird es plau­si­bel, warum die Ame­ri­ka­ner Ter­ror­an­schläge auf ihre eige­nen Hoch­hä­ser ver­übt haben – Es gibt genü­gend Berichte im Inter­net, infor­miert Euch doch ein­mal dar­über.‘ Der­glei­chen Spin­nert­he­sen schei­nen unter Lin­ken bei­fall­wür­dig: Der Geschäfts­füh­rer der Duis­bur­ger Lin­ken, Wer­ner Wirt­gen lud die Band­breite zum tra­di­tio­nel­len Fisch­es­sen der Links­par­tei Ascher­mitt­wochs in die Rhein­hau­ser Tra­di­ti­ons­gast­stätte Holz­wei­ler. Bei­fall­spen­dende Par­tei­pro­mis der geschlos­se­nen Ver­an­stal­tung waren unter ande­rem der Bezirks­ge­schäfts­füh­rer der Gewerk­schaft Verdi Tho­mas Keuer und das Linkspartei-​​Landesvorstandsmitglied Edith Froese.“

Damals war die Ver­schwö­rungs­le­gende der Band noch „gefähr­lich“ und, daß diese „unter Lin­ken bei­fall­wür­dig“ zu sein schien, wurde mit wohl kri­tisch gemein­tem Ton­fall ver­merkt. Seit heute weht der Wind aus einer ande­ren Rich­tung (mehr…)

Über den Nutzen von Definitionen und ein paar andere Anmerkungen

‚Unser Kri­ti­ker‘ kom­men­tiert mei­nen Bei­trag Immer wie­der Pro­bleme mit der RAF wie folgt:

ich meine die­ses hoch­schau­keln von lied­tex­ten! es gibt einen all­ge­mei­nen index von titeln die nicht öffent­lich im radio gespielt wer­den dür­fen! kei­ner der benann­ten titel ist auf die­sem index zu fin­den.
ergo: diese dis­kus­sion ist schwach­sinn!
diese art der kul­tu­rel­len kri­tik hat­ten wir schonmal…..denkt mal an das dritte reich!
was kommt als nächs­tes? buch­ver­bren­nun­gen von links­kri­ti­schen auto­ren?
das team vom lin­ken radio macht einen guten job! jeg­li­che ein­schrän­kung die­ser arbeit ist ZEN­SUR!

und mei­nen Bei­trag Eine War­nung vor dem Zensur-​​Begriff wie folgt:

es han­delt sich in die­sem fall um ideo­lo­gi­sche zen­sur!
diese art von zen­sur ist mei­nes erach­tens die schlimmste form der ein­schrän­kung!
ich denke dass nicht das linke radio der par­tei gescha­det hat, son­dern die reak­tion der bun­des­par­tei letzt­lich die unglaub­wür­dig­keit die­ser par­tei unter­streicht!

Dazu sei fol­gen­des ange­merkt:

1.a) Wer/​welche das Den­ken frei­wil­lig an den staat­li­chen Jugend­schutz abgibt (der ist näm­lich für die Erstel­lung des frag­li­chen Index zustän­dig), ist selbst schuld. Mag der staat­li­che Jugend­schutz auch häu­fig im Ergeb­nis rich­tige Ent­schei­dun­gen tref­fen, so ist die­ser doch wohl kaum die geeig­nete Instanz dafür zu ent­schei­den, ob etwas links, eman­zi­pa­to­risch, revo­lu­tio­när, mar­xis­tisch, femi­nis­tisch (oder was wir auch immer sagen wol­len) ist oder nicht. Nicht auf dem Index des Jugend­schut­zes zu ste­hen, ist als sol­ches kein lin­kes oder femi­nis­ti­sches Qua­li­täts­sie­gel.
b) Ein lin­kes Radio sollte seine play­list nicht nach jugend­schüt­ze­ri­schen, son­dern nach poli­ti­schen Gesichts­punk­ten zusam­men­stel­len.

2. Defi­ni­tio­nen haben einen gro­ßen Nut­zen: Sie stel­len klar, wor­über gere­det wird, und: Umso enger ein Begriff defi­niert wird, um so ein­deu­ti­ger ist, auf wel­che Sache er sich bezieht – und so wird ver­hin­dert, daß Äpfel mit Bir­nen ver­wech­selt wer­den. Im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang bedeu­tet dies: Eine Ent­schei­dung in eige­ner Sache (bestimmte Stü­cke nicht zu spie­len oder mit einem Radio, das bestimmte Stü­cke spielt, nichts zu tun haben zu wol­len) ist keine Zen­sur. (mehr…)

Eine Warnung vor dem Zensur-Begriff

Zu dem im Bei­trag Immer wie­der Pro­bleme mit der RAF behan­del­ten Vor­gang erschien auch in dem online-​​Forum für Mit­glie­der der Links­par­tei und an ihr Inter­es­sierte, Links­ak­tiv, eine Soli-​​Erklärung von scharf-​​links:

„’scharf-​​links‘ als unab­hän­gige linke Online-​​Zeitung ist mit Euch soli­da­risch. Unab­hän­gig davon, wie man zur RAF steht – ich per­sön­lich bin der Mei­nung, das die untaug­li­che Stra­te­gie des indi­vi­du­el­len Ter­rors ein Ergeb­nis der Nie­der­lage der 68er und der magel­haf­ten Fähig­kei­ten von Tei­len der Bewe­gung damit theo­re­tisch und prak­tisch ziel­füh­rend umzu­ge­hen, war – tre­ten wir für die Frei­heit von Kunst, Kul­tur und Presse nur begrenzt von der Ächtung des Faschis­mus ein. DIE LINKE sowie die gesell­schaft­li­che Linke braucht freie, unzen­sierte Medien, in denen kon­tro­vers dis­ku­tiert wird. Sol­che Medien sind wert­vol­ler im Kampf um linke Hege­mo­nie als die der Par­tei­li­nie fol­gen­den Medien, die weil sie als Pro­pa­ganda wahr­ge­nom­men wer­den, diese Auf­gabe kaum erfül­len kön­nen.“

Ich hatte mich dort wie folgt zu die­sem Text geäu­ßert:

Ich würde vor­schla­gen wol­len, zwei Fra­gen zu unter­schei­den:

1. Die (juris­ti­sche) Zensur-​​Frage: „DIE LINKE sowie die gesell­schaft­li­che Linke braucht freie, unzen­sierte Medien, in denen kon­tro­vers dis­ku­tiert wird.“

Das dürfte außer Frage ste­hen; auch Clau­dia und Par­tei­vor­stand dürf­ten dem kam wider­spre­chen.

2. Die zweite Frage ist die poli­ti­sche Frage, was eine kon­krete Par­tei (vor­lie­gend die Links­par­tei) sowie deren Mit­glie­der und Sym­pa­thi­san­tIn­nen mit die­ser Frei­heit machen.

Um die­sen Unter­schied mit einem his­to­ri­schen Ver­gleich deut­lich zu machen:

Lenin war für die Reli­gi­ons­frei­heit, aber er war nicht reli­giös.

Inso­fern sehe ich kei­nen Wider­spruch zwi­schen der Posi­tion, es soll keine Zen­sur geben, es soll viel­mehr mög­lich sein, der­ar­tige Lie­der zu spie­len, und der Posi­tion, dies solle aber nicht im Namen der Par­tei erfol­gen.

(Nicht, daß ich die zweite Posi­tion für poli­tisch rich­tig halte, aber es ist eine – m.E. fal­sche – poli­ti­sche Ent­schei­dung, die die Par­tei­mehr­heit für sich trifft, aber keine Zen­sur (von Drit­ten)! Um auch dies mit einem Ver­gleich zu ver­deut­li­chen:

Wenn das Linke Radio bestimmte mainstream-​​KünstlerInnen prin­zi­pi­ell nicht spielt, ist das auch keine Zen­sur, son­dern eine politisch-​​ästhetische Ent­schei­dung. Und wenn sich der Par­tei­vor­stand [bzw. im Beschwer­de­fall: Par­tei­rat und Par­tei­tag] wün­schen, daß bestimmte Posi­tio­nen links von der Mehr­heit nicht im Namen der Par­tei [oder mit Partei-​​Logo und Geschäftsführer-​​Grußwort] ver­brei­tet wer­den, dann ist auch das eine – kri­ti­sier­bare – poli­ti­sche Ent­schei­dung, aber keine Zen­sur.)

3. Was nun meine poli­ti­sche Posi­tion anbe­langt, so finde ich rich­tig Songs wie den einen, den ich mir ange­hört habe zu spie­len, und ich finde auch, daß auch Genos­sIn­nen, die selbst eine andere Mei­nung zu der­ar­ti­gen Stü­cken haben, ein poli­ti­sches Inter­esse haben soll­ten, daß das Spie­len der­ar­ti­ger Stü­cke im Spek­trum der unter­schied­li­chen Posi­tio­nen in der Par­tei mög­lich ist (und zwar ohne dazu erst dis­tan­zie­rende Erklä­rung abzu­ge­ben, wie dies XY [anony­mi­siert] vor­schlägt). An die­sem Punkt stimme ich der scharf-​​links-​​Stellungnahme zu: „Sol­che Medien sind wert­vol­ler im Kampf um linke Hege­mo­nie als die der Par­tei­li­nie fol­gen­den Medien, die weil sie als Pro­pa­ganda wahr­ge­nom­men wer­den, diese Auf­gabe kaum erfül­len kön­nen.“

Auch das ist aller­dings eine poli­ti­sche Ent­schei­dungs­frage und kein Zen­sur­pro­blem. Es ist genau die Frage, in wel­chem Umfeld sich die Par­tei bewe­gen will, was sie im Zusam­men­hang mit ihrem Namen noch in Ord­nung fin­det – und was eben auch nicht.

Und damit sind wir wie­der bei mei­nem Aus­gangs­punkt: Dem rie­si­gen politisch-​​kulturellen Unter­schied zwi­schen den Grü­nen der 1980er Jahre und der Links­par­tei heute, im Jahr 2009. (Dazu folgt hier gleich noch ein Bei­trag.)

Immer wieder Probleme mit der RAF

Update:
Der Kon­flikt ist mitt­ler­weile mehr oder min­der beige­legt: Am Don­ners­tag­abend (23.7.) erschien im blog des Lin­ken Radio eine Notiz zu dem Vor­gang, in der es u.a. heißt:

Nach­dem nun am 22.07. eine öffent­li­che Dis­kus­sion mit dem Wahl­kampf­lei­ter der Lin­ken /​ Hes­sen im Chat des Radios statt­fand, haben wir uns ver­stän­di­gen kön­nen. Die Pro­blem­lö­sung wer­den wir natür­lich auch ent­spre­chend ver­öf­fent­li­chen.1

Ges­tern am Sonn­abend (25.7.) erschie­nen dann auf der home­page des Lin­ken Radios das Partei-​​Logo und das Gruß­wort von Geschäfts­füh­rer Diet­mar Bartsch wie­der.

Ursprüng­li­cher Bei­trag vom 22.07.:
Die seit 1993 nicht mehr aktive und seit 1998 auch offi­zi­ell auf­ge­löste Rote Armee Frak­tion (RAF) sorgt doch immer wie­der zumin­dest für Stürme im Was­ser­glas… Bis ges­tern gab es ein internet-​​Radio „Lin­kes Radio“, das durch Gruß­wort u.a. mit der Par­tei für „Die Linke“ ver­bun­den war. Mit die­ser Zusam­men­ar­beit ist es nun vor­bei, da u.a. das Stück „RAF Anthem“ von MaKss Damage gespielt wurde sowie angeb­lich Grüße an die – glei­cher­ma­ßen nicht mehr exis­tie­rende – IRA gesen­det wurde. Selbst das Baye­ri­sche Oberste Lan­des­ge­richt kam in den 1990er Jah­ren – oder war es schon das neue Jahr­tau­send? (muß ich mal nach­schla­gen) – zur Ein­sicht, daß ein Straf­tat­be­stand der Unter­stüt­zung einer nicht exis­tie­ren­den ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung nicht exis­tiert.
Ohne­hin setzt sich das Stück eher kri­tisch mit der Roten Armee Frak­tion aus­ein­an­der: Zwar heißt es „Komm und leiste Dei­nen Betrag in der RAF …“ – aber eben nicht „Die RAF wie­der­auf­bauen“. Und was kann bedeu­ten, heute einen Bei­trag in der RAF zu leis­ten, wo diese nicht mehr exis­tiert? – Doch wohl allen­falls, sie als Teil der wider­sprüch­li­chen Geschichte der Lin­ken /​ der Roten anzu­er­ken­nen und die not­wen­di­gen – theo­re­tisch reflek­tier­ten – Leh­ren aus die­ser Erfah­rung zu zie­hen.
In dem Stück wird aus dem „Kon­zept Stadt­gue­rilla“ zitiert:

„Ob es rich­tig ist, den bewaff­ne­ten Wider­stand jetzt zu orga­ni­sie­ren, hängt davon ab, ob es mög­lich ist; ob es mög­lich ist, ist nur prak­tisch zu ermit­teln.“ (http://​www​.nadir​.org/​n​a​d​i​r​/​a​r​c​h​i​v​/​P​o​l​i​t​i​s​c​h​e​S​t​r​o​e​m​u​n​g​e​n​/​S​t​a​d​t​g​u​e​r​i​l​l​a​+​R​A​F​/​R​A​F​/​r​a​f​-​t​e​x​t​e​+​m​a​t​e​r​i​a​l​i​e​n.PDF, S. 40).

Das war zwar damals schon etwas empi­ris­tisch argu­men­tiert (nicht gerade Theo­rie als Pra­xis … ;-)), aber wenn wir uns auf diese empi­ris­ti­sche Logik ein­las­sen wol­len, kann die Schluß­fol­ge­rung aus die­sem Kri­te­rien und dem, was die RAF gemacht hat, nur sein: Jeden­falls so, wie RAF den bewaff­ne­ten Wider­stand orga­ni­siert hat, war/​ist er nicht dau­er­haft mög­lich.
Und das Stück endet mit dem Deut­schen Herbst, in dem sich die RAF eben nicht durch­ge­setzt hat und der Staat sich nicht erfolg­reich unter Druck set­zen ließ, und – als letz­tes Wort „Revo­luz­zer“.
Meine Inter­pre­ta­tion der Bot­schaft des Stü­ckes: Die Pra­xis der RAF war eben nicht erfolg­rei­che revo­lu­tio­näre Poli­tik, son­dern Revo­luz­zer­tum. -

Außer­dem wurde das Stück „Die neue RAF“ von die­band­breite bean­stan­det. Es endet wie folgt:

„Wojna, bist du dabei?
Wojna, bist du dabei?
Nein!“

„Die Linke“ will mit einem Radio, das die­ses Stü­cke spielt, trotz­dem nichts zu tun haben – die tat­säch­li­che Aus­sage des ers­ten Stücks werde bspw. zu sehr von dem Refrain „Komm und leiste Dei­nen Betrag in der RAF …“ ver­deckt… – Wer/​welche die Posi­tio­nen von SED, DKP/​SEW und natür­lich erst erst der Sozi­al­de­mo­kra­tie, die (soweit noch exis­tie­rend) heute weit­ge­hend in die Links­par­tei abge­wan­dert ist, zur Frage des „fried­li­chen Übergangs“, des „Ter­ro­ris­mus“ usw. kennt, wird nicht über­rascht sein, daß sicher­lich für die große Mehr­heit der Links­par­tei und nicht nur einige Funk­tio­nä­rIn­nen auch eine kri­ti­sche, aber poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit RAF abseits ihres Inter­es­ses liegt. -
Wie dem auch sei – scharf​-links​.de machte den Vor­gang ges­tern zu spä­ter Stunde öffent­lich; das Radio selbst hat das Geschäftsführer-​​Grußwort von sei­ner home­page genom­men.

Der Text von scharf-​​links sei im fol­gen­den doku­men­tiert und kom­men­tiert:

„Par­tei DIE LINKE ver­sucht Inhalte des selbst­or­ga­ni­sier­ten ‚Lin­ken Radios‘ zu zen­sie­ren

Der Appa­rat der Par­tei DIE LINKE hat heute den Ver­such unter­nom­men, Inhalte des von Mit­glie­dern selbst­or­ga­ni­sier­ten Web­ra­dios „Das Linke Radio“ http://​www​.lin​kes​-radio​.de zu zen­sie­ren. Kon­kret ging es dabei u.a. um einen Lied­text der Band ‚Die Band­breite‘, der sich mit der RAF aus­ein­an­der­setzt.
Als die Redak­tion sich wei­gerte, bean­stan­dete Songs von der Web­seite zu neh­men, zog das Karl-​​Liebknecht-​​Haus die ide­elle Unter­stüt­zung – ein Gruß­wort von Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Diet­mar Bartsch zurück – und kün­digte das Ende der Zusam­men­ar­beit mit dem Medi­en­pro­jekt an.
Die Redak­tion ’scharf-​​links‘ soli­da­ri­siert sich hier­mit mit der Redak­tion des Lin­ken Radios. Wir sind der Mei­nung, dass unge­ach­tet von Mei­nungs­un­ter­schie­den zu ein­zel­nen Inhal­ten, die Frei­heit von Kunst, Kul­tur und Presse gemein­sam zu ver­tei­di­gen ist. Die Genos­sIn­nen vom Lin­ken Radio leis­ten unse­rer Mei­nung nach einen wert­vol­len Bei­trag im Kampf um linke Hege­mo­nie. Wir sind sicher, dass sie auch ohne die Unter­stüt­zung der Par­tei DIE LINKE wei­ter ein span­nen­des Pro­gramm aus­strah­len wer­den.
Nach­ste­hend machen wir in Abstim­mung mit der Redak­tion des Lin­ken Radio den heute erfolg­ten Mail­wech­sel mit Clau­dia Gohde als Ver­tre­te­rin der Links­par­tei trans­pa­rent:

Lin­kes Radio
Liebe Genos­si­nen und Genos­sen,
heute erhielt ich fol­gende Mail von der Wahl­kampf­lei­tung der Par­tei die Lin­ken, da ich für größt­mög­li­che Trans­pa­renz inner­halb der Lin­ken bin, möchte ich sie euch nicht vor­ent­hal­ten:

„Hallo Cars­ten,
ihr habt eine Gruß­adresse von Diet­mar Bartsch auf eure Seite gestellt und erweckt den Ein­druck, dass das Radio nah an der LIN­KEN orga­ni­siert sei. Das passt aller­dings über­haupt nicht mit dem mehr­mals gespiel­ten RAF-​​Song zusam­men, in dem der Refrain heißt: „Leiste dei­nen Bei­trag in der RAF“. Ich wurde auch dar­über infor­miert, dass eine Lied­zeile „Knick knack – Kapi­ta­list Kopf­schuss, knick knack – wir brau­chen die glo­bale RAF.“ gespielt wurde, wonach die „Genos­sen von der IRA“ gegrüßt wur­den.
Mit sol­chen Aus­sa­gen hat DIE LINKE nichts zu tun und wir ver­wah­ren uns dage­gen, dass unsere Par­tei in die Nähe sol­cher Aus­sa­gen gestellt wird.
Wenn es bei der Aus­strah­lung sol­cher Lie­der und Aus­sa­gen bleibt, dann wer­den wir das Gruß­wort und die Geneh­mi­gung für die Ver­wen­dung des Logos zurück­zie­hen.
Ich bitte dich als ver­ant­wort­li­chen Redak­teur um eine Stel­lung­nahme dazu.
Freund­li­che Grüße,
Clau­dia Gode (mehr…)

Bratmobile: Everthing play out in Riot Grrrl or what ever

Erschien um die Jah­res­wende 1999/​2000 in:

nek­tar (Han­no­ver), Nr. 4, S. 31 – 32 + 30;

eine .pdf-​​Bild-​​Datei des Inter­views gibt es hier.

We Hate The Christian Right

Gir­lism jen­seits von MTV

[Inter­view mit Jody Coyote von der Lesben-​​Band Team Dresch über ihre Musik und die Riot-​​Grrrl-​​Bewegung in den USA]

In

nek­tar (Han­no­ver), Nr. 4, S. 33 – 37

erschien um die Jah­res­wende 1999/​2000 das Inter­view, das ich bereits 1996 führte. – Dank an M. für Unter­stüt­zung bei Vor­be­rei­tung, Durch­füh­rung und Über­set­zung!