Archiv der Kategorie 'Musik'

Pussy Riot in Moskau mit Festnahme beantwortet

Mos­kau: Frau­en­punk­gruppe auf dem Roten Platz vor­über­ge­hend fest­ge­nom­men

von Bern­hard Cla­sen

Die Musik­gruppe „Pussy Riot“ pro­vo­ziert – in U-​​Bahnen, Luxus­ge­schäf­ten und vor dem Kreml

Fünf von acht Musi­ke­rin­nen der Punk­gruppe „Pussy Riot“ wur­den am Frei­tag in Mos­kau vor­über­ge­hend fest­ge­nom­men. Am 24. Januar wer­den sie sich vor einem Gericht wegen Ver­let­zung des Ver­samm­lungs­ge­set­zes ver­ant­wor­ten müs­sen. Den Künst­le­rin­nen könn­ten mehr­tä­gige Arrest­stra­fen dro­hen.
Nur wenige Minu­ten hatte die Punk­gruppe „Pussy Riot“ direkt vor dem Haupt­ein­gang des Kreml ihr Lied „Auf­stand in Russ­land“ gesun­gen, dann kamen Poli­zis­ten her­bei­ge­eilt und führ­ten die Frauen zur Poli­zei­sta­tion „Kitaj Gorod“.
Der Ver­such der Poli­zei, eine Kamera zu beschlag­nah­men, die das Kurz­kon­zert vor dem Kreml filmte, indes schlug fehl. Das Kon­zert ist inzwi­schen auf „Youtube“ gelan­det.

Über­fall in der Luxus­bou­tique

(mehr…))“

@ DSK, Rape Culture etc.: Hommage an weibliche Rache

„Die neue Sin­gle Blood In My Eyes von Atari Teen­age Riot ist Vor­bote ihres neuen Albums Is This Hyper­real?, das im Mai auf Alec Empi­res Label Digi­tal Hard­core Recor­dings erschei­nen soll. Im Song klagt Sän­ge­rin Nic Endo den Men­schen­han­del mit Frauen an, die zur Pro­sti­tu­tion gezwun­gen wer­den.“ (Bar­bara Mürd­ter /​ Pop­kon­text).

Trig­ger-War­nung (in Bezug auf das Video):

Atari Teen­age Riot – Blood In My Eyes (Nic Endo’s Video Mes­sage) from Atari_​Teenage_​Riot on Vimeo.

Ohne Video:
http://​sound​cloud​.com/​a​l​e​c​_​e​m​p​i​r​e​/​a​t​a​r​i​-​t​e​e​n​a​g​e​-​r​i​o​t​-​b​l​o​o​d​-​in-my.

„‘Blood In My Eyes’ fea­tures Nic Endo on lead vocal. She speaks out for the mul­ti­tude of women who have become the vic­tims of human traf­fi­cking, their sexua­lity exploi­ted for finan­cial gain right under the gaze of the inef­fec­tual govern­ments of the self-​​proclaimed civi­li­sed west. Nic, wholly in tune with her trade­mark Japa­nese face-​​paint depic­ting “Resis­tance,” makes her point in the ini­mita­ble Atari way. ‘Blood In My Eyes’ is a rive­ting elec­tro­nic punk rock dia­tribe, pay­ing homage to the femi­nine retri­bu­tive sub­texts espou­sed by cult films like ‘Kill Bill’1 nd hea­vily cen­so­red French art-​​house offe­ring, ‘Baise-​​Moi.’2 Nic expounds a cau­tio­nary tale, aler­ting us that all who stand by and do not­hing share the guilt.“ (Alex Empire – Fuß­no­ten hin­zu­ge­fügt).

Vgl. auch: http://​maed​chen​mann​schaft​.net/​a​u​g​e​-​u​m​-​a​u​g​e​-​z​a​h​n​-​u​m​-​zahn/.

  1. „Die Braut erwacht mit­ten in der Nacht im Kran­ken­haus. Sie tas­tet sich ab, ver­sucht sich zu erin­nern und zu ori­en­tie­ren und merkt, dass sie nicht mehr schwan­ger ist. Einer der Pfle­ger nähert sich dem Zim­mer; er bringt einen Besu­cher mit, dem er die komatöse Pati­en­tin stun­den­weise als Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer ver­mie­tet. Kiddo schafft es, beide nach­ein­an­der zu töten. Sie nimmt die Auto­schlüs­sel des Pfle­gers und flüch­tet sich trotz ihrer durch die lange Bett­lä­ge­rig­keit gelähm­ten Beine aus der Sta­tion in des­sen Auto. Hier ver­sucht sie ihre Beweg­lich­keit wie­der­zu­er­lan­gen.“ (Wiki­pe­dia) [zurück]
  2. „Nach­dem Manu von meh­re­ren Män­nern ver­ge­wal­tigt wurde, beschul­digt ihr Bru­der sie, die Schuld hier­für selbst zu tra­gen. Es kommt zu einem Streit, in des­sen Ver­lauf Manu ihren Bru­der erschießt und schließ­lich die Flucht ergreift. Zur glei­chen Zeit wird Nadine Zeu­gin, wie ihr Freund von kon­kur­rie­ren­den Dro­gen­dea­lern erschos­sen wird; auch sie beschließt zu flie­hen. Auf ihrer Flucht vor der Ver­gan­gen­heit, dem Gesche­he­nen und ihrem Leben tref­fen die bei­den Frauen auf­ein­an­der und beschlie­ßen, zusam­men aus­zu­bre­chen und durch Frank­reich zu zie­hen. […]. Sie steh­len ein Auto, über­fah­ren den Besit­zer und machen von nun an den ver­schie­dens­ten Män­nern gezielte Avan­cen, ver­füh­ren sie zum Sex, um sie anschlie­ßend vol­ler Hass umzu­brin­gen.“ (Wiki­pe­dia) [zurück]

Low End Modells: not maybe



http://​lowend​mo​dels​.de/​m​p​3​/​0​6​_​n​o​t​_​m​a​y​b​e.mp3

„look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free abu­sin’ men rai­pin’ men hit­tin’ men vio­lent men
after long long long long years she tried to stop him now she’s in jail he’s still free near her little sis­ter near her little bro­ther near the little daugh­ter of the neigh­bours he’s still free
who don’t know any abu­sin’ men
who don’t know any rai­pin’ men
who don’t know any hit­tin’ men
who don’t know any vio­lent men
maybe your bro­ther
maybe your father
maybe your uncle
maybe your grandpa
maybe your neigh­bour
maybe your teacher
maybe your hus­band
maybe your lover
don’t stop the fight it feels much bet­ter than only suf­fe­ring don’t stop the fight you make a change
don’t stop the fight it feels much bet­ter than only suf­fe­ring don’t stop the fight you make a change“

http://​lowend​mo​dels​.de/​d​e​/​l​e​m​_​t​e​x​t.htm

Wei­tere Infos zur Band: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​2​/​t​o​-​w​h​o​m​-​i​t​-​c​o​n​c​e​r​n​s​-​a​l​s​-​q​u​e​e​r​-​n​o​c​h​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​-​a​g​g​r​e​s​s​i​v​-​u​n​d​-​m​a​e​n​n​e​r​f​e​i​n​d​l​i​c​h​-​w​a​r​-​u​n​d​-​s​e​i​n​-​d​u​rfte/.

Slutwalks – 13.8., 15 h

I. Ort, Zei­ten

Ber­lin: Wit­ten­berg­platz.
Ham­burg: Hach­mann­platz.
Frank­furt am Main: Kai­ser­sack /​ gegen­über dem Haupt­bahn­hof.
Mün­chen: Goe­the­platz.
Ruhr­ge­biet: Dort­mund, Haupt­bahn­hof, bereits um 14 h.
Bad Oldes­loe: bereits vom 10:30 h vom Bahn­hofs­vor­platz aus;
von Han­no­ver aus: gemein­same Fahrt nach Ham­burg; Stutt­gart: 16 h ohne Orts­an­gabe. In ande­ren Städ­ten scheint noch nicht viel vor­be­rei­tet oder andere Ter­mine vor­ge­se­hen zu sein (Ver­lin­kung der jewei­li­gen web-​​Präsensen: siehe dort).

II. Sound­track

► Low End Models: Casse ta gueule
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​L​o​w​E​n​d​M​o​d​e​l​s​C​a​s​s​e​t​a​g​u​e​u​l​e.mp3;

wei­tere Infos zur Band: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​2​/​t​o​-​w​h​o​m​-​i​t​-​c​o​n​c​e​r​n​s​-​a​l​s​-​q​u​e​e​r​-​n​o​c​h​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​-​a​g​g​r​e​s​s​i​v​-​u​n​d​-​m​a​e​n​n​e​r​f​e​i​n​d​l​i​c​h​-​w​a​r​-​u​n​d​-​s​e​i​n​-​d​u​rfte/.

► Respect my fist: Eure Mäd­chen
http://​sound​cloud​.com/​r​e​s​p​e​c​t​m​y​f​i​s​t​/​e​u​r​e​-​m​-​dchen
(Anmer­kung:
Mit der prä-[post]strukturalistischen, hege­lia­ni­schen Subjekt/​Objekt-​​Dialektik am Ende bin ich nicht ganz ein­ver­stan­den: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​8​/​0​7​/​0​8​/​w​a​s​-​w​a​r​-​a​n​-​b​u​t​l​e​r​-​e​i​g​e​n​t​l​i​c​h​-​n​e​u​-​t​e​xt-2/, Abschnitt IV.)

► Sookee: bit­ches but­ches dykes & divas
http://​sound​cloud​.com/​s​p​r​i​n​g​s​t​o​f​f​/​b​i​t​c​h​e​s​-​b​u​t​c​h​e​s​-​d​y​k​e​s​-​divas
(Etwas mehr Nör­ge­lei am Text:
-- „Slut and Fags united, Schlam­pen und Schwuch­teln ver­ei­ni­gen sich“
So ein­fach ist es näm­lich nicht mit der „schwulles­bi­schen Freund­schaft“, die seit den 90er Jah­ren Femi­nis­mus durch queer ersetzte:
http://theoriealspraxis.bl​ogsport.de/2011/08/05/aus-​gegebenen-anlass-gegen-que​ere-politische-und-gesells​chaftsanalytische-indiffer​enz/
-- „Ich hasse keine Män­ner“
Haben Femi­nis­tin­nen es wirk­lich nötig, die gefor­derte Dis­tan­zie­rung vom „Män­ner­haß“ abzu­lie­fen?!
http://theoriealspraxis.bl​ogsport.de/2011/06/30/maen​nerfeindlichkeit-und-die-a​rbeit-der-zuspitzung/
Wobei – ich sehe schon ein, daß sich in meh­re­ren Tau­send Zei­chen blog-​​Beitrag mehr sagen läßt als in vier Minu­ten lyrics. ;-))

Siehe außer­dem:

► Vor­schlag für zwei Slutwalk-​​Transpis:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​8​/​0​5​/​m​a​e​n​n​l​i​c​h​e​s​-​d​o​i​n​g​-​g​e​n​d​e​r​-​k​r​i​t​i​s​i​e​r​e​n​-​d​e​-​k​o​n​s​t​r​u​k​t​i​o​n​-​p​o​l​i​t​i​s​i​e​r​e​n​-​v​o​r​s​c​h​l​a​g​-​f​u​e​r​-​2​-​s​l​u​t​w​a​l​k​-​t​r​a​n​spis/ (es gibt bereits einige kon­kret Inter­es­sierte, die sich aber noch nicht bei dem doodle-​​Termin ein­ge­tra­gen haben)

► Kumu­lier­ter RSS-​​feed der Slut­walks Ber­lin, Frank­furt am Main, Ham­burg, Mün­chen und Ruhr­ge­biet (die ande­ren sind lei­der nur bei Face­book prä­sent): http://​app​.feed​.infor​mer​.com/​d​i​g​e​s​t​3​/​X​J​F​A​B​T​1​O​L​E.rss.

To whom it may concerns: Als queer noch revolutionär, aggressiv und männerfeindlich war – und sein durfte

„[…] wo eine bestimmte Iden­ti­täts­kon­fi­gu­ra­tion anstrebt, ‚die Stelle des Wirk­li­chen‘ ein­zu­neh­men, um durch Selbst-​​Naturalisierung die eigene Hege­mo­nie zu fes­ti­gen und aus­zu­deh­nen, ist von […] revo­lu­tio­nä­rer Pra­xis nichts übrig geblie­ben als ein kon­kre­tis­ti­sches, rei­fi­zier­tes, Poli­tik läh­men­des Fun­da­ment.“

(Sabine Hark, ‚Jen­seits‘ der Les­ben Nation? Die Dezen­trie­rung lesbisch-​​feministischer Iden­ti­tät, in: Ver­ein Sozi­al­wis­sen­schaft­li­che For­schung für Frauen – SFBF – e.V. (Hg.), Zur Krise der Kate­go­rien. Frau – Lesbe – Geschlecht, Frank­furt am Main: Selbst­ver­lag 1994, 89 – 112 [100, vgl. 89, 93 f., 98-​​100, 103])

„Eine Poli­tik der Tole­ranz und Inte­gra­tion einer ‚Min­der­heit’ in die ‚Norm­ge­sell­schaft’ mit einer reprä­sen­ta­ti­ven Poli­tik­vor­stel­lung zeigte sich als ge­scheitert. Form und Orte lesbisch-​​schwuler Iden­titätspolitik waren an ihre Gren­zen gesto­ßen. [… Dar­auf­hin] wur­den Ton und Aktio­nen offen­si­ver und aggressi­ver. […] in Queer Theory [… geht] es weni­ger um Kämpfe nach Ak­zeptanz des ‚Ande­ren’ […], als viel­mehr um die Ana­lyse und die Dekon­struk­tion der Her­stel­lungs­ver­fah­ren von ‚dem Ande­ren’, die Ausgrenzungsprakti­ken als Legi­ti­ma­tion die­nen.“

(Corinna Gen­schel, Fear of Queer Pla­net: Dimen­sio­nen lesbisch-​​schwuler Gesell­schafts­kri­tik, in: Das Argu­ment H. 216, 4/​1996, 525-​​537 [528]).

„Die Viel­schich­tig­keit der Geschlechts­iden­ti­tät erfor­dert eine inter-​​ und post­dis­zi­pli­näre Serie von Dis­kur­sen, um der Domes­ti­zie­rung der Geschlechter-​​ oder Frau­en­stu­dien an der Uni­ver­si­tät zu wider­ste­hen und den Begriff der femi­nis­ti­schen Kri­tik zu radi­ka­li­sie­ren.“

(Judith But­ler: Das Unbe­ha­gen der Geschlech­ter. Suhr­kamp: Frank­furt am Main, 1991, 13)

not maybe

look around you all over the world there are women in pri­son women in jail while men are free look around you all over the world there are women in pri­son
women in jail while men are free look around you all over the world there are
women in pri­son women in jail while men are free abu­sin’ men rai­pin’ men hit­tin’ men vio­lent men
after long long long long years she tried to stop him now she’s in jail he’s still free
near her little sis­ter near her little bro­ther near the little daugh­ter of the neigh­bours
he’s still free
who don’t know any abu­sin’ men
who don’t know any rai­pin’ men
who don’t know any hit­tin’ men
who don’t know any vio­lent men
maybe your bro­ther
maybe your father
maybe your uncle
maybe your grandpa
maybe your neigh­bour
maybe your teacher
maybe your hus­band
maybe your lover
don’t stop the fight it feels much bet­ter than only suf­fe­ring don’t stop the fight you make a change
don’t stop the fight it feels much bet­ter than only suf­fe­ring don’t stop the fight you make a change“

(http://​lowend​mo​dels​.de/​d​e​/​t​e​x​t​e​.​h​t​m​#​n​o​t​maybe)

Und für die, die lie­ber hören als lesen:

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​L​o​w​E​n​d​M​o​d​e​l​s​C​a​s​s​e​t​a​g​u​e​u​l​e.mp3

(„Die All-​​Dyke-​​Queercore Band Low End Models aus Köln sind die ein­zige Band des poli­tisch moti­vier­ten Musik­gen­res Queer­core in Deutsch­land. Ihr har­ter Cross­over aus Rock, Punk und Techno ist der unüber­hör­bare Nach­fol­ger der Riot Grrrls-​​Bands wie Bikini Kill und Slea­ter Kin­ney, nur aggres­si­ver, poli­ti­scher und viel­sei­ti­ger. Auch vor der Bühne ein wil­des Cross-​​Over aus Gucchi-​​Girls, Drag Kings, Stagediving-​​Dykes, Fun-​​Gays, Pogo-​​Boys und Music-​​Scouts, mit Boots oder Stö­ckel­schuh, kreuz und que(e)r durch alle Life­styles. ‚Sind sie zu stark, bist du zu schwach!“

(meta-​​Text zu http://​lowend​mo​dels​.de – anzeig­bar bspw. mit Thunderbird-​​Plugin Fire­bug)

Zwei Orte, zwei Länder, zwei Themen, eine Zeit, eine These: Für einen feministischen Anti-Humanismus in der Theorie!

Tovi Vail fragte in ihrem Fan­zine Jigsaw „die Frauen in Inter­views, wie sich als Musi­ke­rin­nen füh­len und sol­che Sachen. Für mich war das ein­zig­ar­tig, denn in allen Semi­na­ren am Col­lege, die ich besuchte hieß es immer: ‚Weißt Du, Men­schen sind Men­schen, wir sind alle gleich. Ganz egal, ob du ein Junge oder ein Mäd­chen bist.’ Und sie merkte an, dass es sehr wohl einen Unter­schied gibt, den du vor allem als Mäd­chen zu spü­ren bekommst.“

Cover: Peglow/Engelmann (Hg.), Riot Grrrl Revisited

Interview-​​Zitat in:
Julia Dow­nes, There’s A Riot Going On. Geschichte und Ver­mächt­nis von Riot Grrrl, in: Katja Peg­low /​ Jonas Engel­mann (Hg.), Riot Grrrl Revi­si­ted. Geschichte und Gegen­wart einer femi­nis­ti­schen Bewe­gung, Ven­til Ver­lag: Mainz, 2011, 18 – 50 (24).

„von ‚men­schen’ zu spre­chen, negiert die gesamte ausbeutungs-​​ und gewalt­hier­ar­chie im impe­ria­lis­ti­schen patri­ar­chat.“
Femi­nis­ti­sche Kri­tik (1993)
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​4​/​2​1​/​d​o​k​u​-​e​i​n​e​-​f​e​m​i​n​i​s​t​i​s​c​h​e​-​k​r​itik/

23 Std. vor Veranstaltungs-/Konzert-Beginn: Ziemlich viel Unklarheit um MaKss Damage

Seit ges­tern wird auf der MaKss Damage-home­page mit­ge­teilt: „Anti­deut­sche Ras­sis­ten haben es anschei­nend geschafft den Gig am 7.8. (Rap ist Klas­sen­kampf) im ‚Fest­saal Kreuz­berg‘ zu unter­bin­den. Die Fest­saal­be­trei­ber haben unter dem Druck der impe­ria­lis­ti­schen Israel­fa­na­ti­ker den Schwanz ein­ge­zo­gen“1. Dies hört sich danach an, daß auf­grund des Wider­stan­des des Fests­saals Kreuz­berg die ganze Ver­an­stal­tung „Rap ist Klas­sen­kampf“ nicht statt­fin­den könne.
Der Fest­saal teilte frei­lich auf Anfrage mit, daß das Kon­zert statt­finde, aber MaKss Damage nach kon­sen­su­el­ler Ent­schei­dung von Fest­saal und den poli­ti­schen Ver­an­stal­ter­grup­pen nicht auf­tre­ten werde. Auf der Seite http://​ers​ter​mai​.nostate​.net/, auf die ARAB ver­weist, und auf der Seite von JANO ist MaKss Damage aber wei­ter­hin ange­kün­digt. Auf eine Anfrage von heute mit­tag haben beide Grup­pen (noch) nicht geant­wor­tet.

  1. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​5​/​k​e​i​n​-​a​m​-​7​8​-​s​t​e​l​l​u​n​g​n​a​h​m​e​-​v​o​n-md/; http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​5​/​z​u​r​-​s​t​e​l​l​u​n​g​n​a​h​m​e​-​v​o​n-md/ [zurück]

Heute gelesen (5.8.)

1. daß im Moment vor­bei ver­folgt hat, was der SPD-​​Spitzenkandidaten für die säch­si­sche Land­tags­wahl, Tho­mas Jurk, im chat der Freien Presse sagte: „Wenn wir gegen das Grund­ge­setz ver­stos­sen, weil wir Pädo­phi­len unmög­lich machen kin­der­por­no­gra­fi­sche Bil­der aus dem Inter­net her­un­ter­zu­la­den, dann nehme ich das in Kauf.“ -
Eine durch und durch absurde Posi­tion,
► (1.) weil SPD und Union das Grund­ge­setz zu die­sem Zwe­cke ändern könn­ten (schließ­lich ver­fü­gen sie zusam­men noch über eine 2/​3-​​Mehrheit im Bun­des­tag, die sie – aus ihrer Sicht – nut­zen soll­ten, bevor sie sie im Herbst viel­leicht ver­lie­ren; die 2/​3 im Bun­des­rat dürf­ten sich sicher­lich auch wie­der irgend­wie zusam­men­be­kom­men las­sen)
und
► (2.) weil alles andere als klar ist, daß die internet-​​Sperren tat­säch­lich grund­ge­setz­wid­rig sind. Das in popu­lä­rer Sicht her­an­ge­zo­gene Zen­sur­ver­bot hat damit näm­lich gar nichts zu tun. Denn Zen­sur im juris­ti­schen Sinne ist – wie bereits an frü­he­rer Stelle gesagt – Vor-​​Zen­sur: die staat­li­che Kon­trolle von Wer­ken /​ Äuße­run­gen, bevor sie über­haupt ver­öf­fent­licht wer­den dür­fen. Hier geht es – wenn über­haupt – (aus Per­spek­tive der Anbie­ter) um die Unter­bin­dung der Ver­brei­tung von „Mei­nun­gen“, nach­dem sie erst­mals das Licht der Öffent­lich­keit erblickt haben, und (aus Per­spek­tive der Kon­su­men­ten und Kon­su­men­tin­nen) um die Infor­ma­ti­ons­frei­heit. Beide Frei­hei­ten (die Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit) unter­lie­gen aber – wie an wie­derum ande­rer Stelle schon gesagt – dem Vor­be­halt des Jugend­schut­zes. Was Jugend­schutz genau bedeu­tet und wie es sich mit Maß­nah­men ver­hält, die im Namen des Jugend­schut­zes ergrif­fen wer­den, aber nur mäßig wirk­sam sind, soll an die­ser Stelle nicht erör­tert wer­den.
2. cri­ti­que aujourd‘hui eine Blüte des sexis­ti­schen Tier­schut­zes auf­ge­le­sen hat (zu befürch­ten sein dürfte aber, daß der­ar­tige Blü­ten die zwangs­läu­fige Begleit­er­schei­nung eines modi­schen Dis­kur­ses sind, der Sex­ar­beit als ‚ganz nor­male‘ Lohn­ar­beit adres­siert).
3. die Argu­men­ta­tion der Genos­sIn­nen, die sich für die Frei­heit von Alex enga­gie­ren, lei­der schon wie­der mehr Fra­gen auf­wirft als über­zeugt. Dies­mal schrei­ben sie:

„Laut einem Arti­kel der BZ soll unsere Freun­din und Genos­sin Alex wei­ter als Gei­sel gehal­ten wer­den! ‚Als Gei­sel? Ist doch über­trie­ben.‘ Fin­den wir nicht!!! […]. Das Land­ge­richt hat der Beschwerde der Staats­an­walt­schaft zuge­stimmt, mit der Begrün­dung[,] das[s] wei­ter­hin Flucht­ge­fahr besteht. […]. Wiki­pe­dia: ‚Von einer Gei­sel­haft spricht man, wenn eine Gei­sel durch Ter­ro­ris­ten gefan­gen gehal­ten wird, um damit eine bestimmte For­de­rung durch­zu­set­zen… ‘ Das[s] Alex in dem Satz die Gei­sel, der Staat der Ter­ro­rist und die For­de­rung, die Schmach der Ber­li­ner Poli­zei bei der Bekämp­fung der Auto­zün­de­lei ist[,] sollte logisch erschei­nen.“

Wie kann bitte sehr eine Schmach eine For­de­rung sein?! Was for­dert der Staat Eures Erach­tens als Gegen­leis­tung für die Frei­las­sung??? Die Schmach der Ber­li­ner Poli­zei wird es ja nicht sein. – Was es statt des­sen ist /​ sein soll, geht lei­der weder aus der Stel­lung­nahme der Genos­sIn­nen noch aus dem von ihnen ver­link­ten BZ-​​Bericht her­vor. In Anbe­tracht die­ser Kon­fu­sion dürfte lei­der auch die abschlie­ßende mar­tiale Äuße­rung, „Wir wer­den es nicht hin­neh­men[,] das[s] unsere Freun­din und Genos­sin Alex wei­ter­hin fest­ge­hal­ten wird!“, nicht beson­ders viel Ein­druck auf den Staats­ap­pa­rat machen.

4. daß die Dis­kus­sion über MaKss Damage mitt­ler­weile – kurz vor ihrem Ende – auch Lampe erreicht hat. Lampe hält das Ganze aller­dings eher für ein ästhe­ti­sches als ein poli­ti­sches Pro­blem und beschei­nigt neben­bei der Lin­ken von Ästhe­tik keine Ahnung zu haben:

„da tre­ten hol­ger bur­ner und masks damage auf. also ver­an­stal­ten sie sozu­sa­gen ein sam­mel­be­cken des schlech­ten geschmacks. ja genau geschmack. denn wenn man sich diese rap­per mal anhört, und schon­mal qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen hip­hop gehört hat, weis man, dass es sich hier nicht um poli­tik son­dern ein­fach um schlechte musik han­deln sollte. ein rap­per hat mehere mög­lich­kei­ten. […]. und linke haben (zumin­dest mehr­heit­lich) nie so rich­tig ver­stan­den dass rap mehr ist als die ‚mes­sage‘ aus der arbei­ter­klasse oder von den ras­sis­tisch unter­drück­ten. und dann kommt sowas bei raus. ihgitt.“

5. in dem Ein­gangs­ord­ner mei­nes eige­nen mail-​​Programms: daß Leute, wenn ihnen die Argu­mente aus­ge­hen, sich anschei­nend auf Albern­hei­ten ver­le­gen und dafür den Bei­fall eines trans-​​/​queer-​​phoben Publi­kums fin­den. – Jemand machte beim Wagendorf-​​Forum einen Ein­trag in mei­nem Namen und rief damit u.a. diese Reak­tion her­vor:

„Det­lef Geor­gia Schulze! Ein klasse Name! So was wie Rai­ner Maria Rilke? Was hat Er-​​sie-​​es damit bezwe­cken wol­len? Das wir uns tot­la­chen über diese Anzeige?“

Mit der­ar­ti­gen Spä­ßen wird der ange­maßte anti­im­pe­ria­lis­ti­sche Kampf sicher­lich rie­sige Fort­schritte machen.
Dank noch mal an die Leute von wagen​dorf​.de für den Hin­weis auf den Ein­trag. – Und alle andere: Nicht wun­dern, falls sich irgendwo noch wei­tere merk­wür­dige mir in den Mund gelegte Wör­ter fin­den. Im Zwei­fels­fall ein­fach mal nach­fra­gen.

Zur Stellungnahme von MD

Zu dem Text von MD sei fol­gen­des ange­merkt:

‚Ras­sis­ten ver­hin­dern MaKss Damage Gig‘
Anti­deut­sche Ras­sis­ten haben es anschei­nend geschafft den Gig am 7.8. (Rap ist Klas­sen­kampf) im ‚Fest­saal Kreuz­berg‘ zu unter­bin­den.

1. Soweit ersicht­lich hat, nie­mand kri­ti­siert, daß es ein Kon­zert „RAP ist Klas­sen­kampf“ geben soll. Kri­ti­siert wurde viel­mehr ein Teil der ankün­dig­ten Künst­ler. Beson­ders wurde in der Tat MaKss Damage kri­ti­siert. Auf die Kri­tik geht MD nicht ein. Statt des­sen wird der begrün­dungs­lose Gegen­vor­wurf ‚Ras­sis­mus‘ erho­ben.
Mich würde inter­es­sie­ren, an wel­chen Äuße­run­gen der MD-​​KritikerInnen sich die­ser Rassismus-​​Vorwurf fest­macht und gegen wen sich die­ser Ras­sis­mus angeb­lich rich­tet. Gegen Deutschland/​Deutsche?!

2. Zu „ver­hin­dern“ /​ „unter­bin­den“: For­de­run­gen wie „Makks Damage am 7.8. von der Bühne jagen!!“ von antideutsch.with.style blie­ben in der Dis­kus­sion eine abso­lute Rand­er­schei­nung. Der Haupt­strang der Dis­kus­sion war viel­mehr eine Kri­tik an den Künst­lern und den ver­an­stal­ten­den Grup­pen und die For­de­rung an letz­tere sich zu den Posi­tio­nen der Künst­ler poli­tisch zu ver­hal­ten, sofern diese sich von der Kri­tik nicht über­zeu­gen las­sen. Was mich anbe­langt, darf ich noch mal daran erin­nern, was ich am 1. August geschrie­ben hatte:

„Man­gels gruppen-​​übergreifender, ver­bind­li­cher demo­kra­ti­scher Ent­schei­dungs­struk­tu­ren, kann aber nur jede linke Gruppe für sich selbst ent­schei­den, ob sie sol­che Bands ein­lädt oder nicht. Andere linke Grup­pen kön­nen dar­aus wie­derum Kon­se­quen­zen für die Zusam­men­ar­beit mit den frag­li­chen Grup­pen zie­hen. Die Grenze, wo eine eigen­mäch­tige Spren­gung von Kon­zer­ten gebo­ten ist, scheint mir im vor­lie­gen­den Fall aller­dings noch nicht erreicht zu sein.“1

3. Ich darf auch noch mal daran erin­nern, daß ich nicht auf anti-​​deutscher Grund­lage argu­men­tiert habe (da ich sie nicht teile – wenn damit die Posi­tio­nen von Baha­mas & Co. gemeint sind). Von anti­deut­scher Seite bekam ich sogar den freund­li­chen Rat­schlag erteilt:

halt ein­fach die fresse.

Trotz­dem ist die rich­tige Intui­tion an der anti­deut­schen Posi­tion frei­lich, daß der Haupt­feind – wie Lieb­knecht sagte und wie es die Bol­sche­wiki in ihrer Poli­tik vor­bild­lich umge­setzt haben – im eige­nen Land steht und sich des­halb in Deutsch­land die prak­ti­sche Kri­tik am Impe­ria­lis­mus zuvor­derst gegen den deut­schen zu rich­ten hat. Auch, daß die­ses Thema und diese Stoß­rich­tung nach dem Anschluß der DDR an die BRD auf­grund des wach­sen­den Ein­flus­ses der Groß-​​BRD eine ver­stärkte Dring­lich­keit erfährt, war an der ursprüng­li­chen Intui­tion der Anti­deut­schen rich­tig. Falsch an bestimm­ten Anti­deut­schen ist, daß sich deren Ableh­nung des deut­schen Impe­ria­lis­mus mitt­ler­weile in eine Unter­stüt­zung des us-​​amerikanischen und die Auf­for­de­rung an den deut­schen Staat jenen (noch stär­ker als ohne­hin) zu unter­stütz­ten, gewan­delt hat. Auch die ursprüng­li­che War­nung vor einer Unter­schät­zung des Anti­se­mi­tis­mus und anti­se­mis­ti­schen Äuße­run­gen in der Lin­ken ist mitt­ler­weile in einem leicht­fer­ti­gen Umgang mit dem Antisemitismus-​​Vorwurf und damit einer Ver­harm­lo­sung des wirk­li­chen Anti­se­mi­tis­mus umge­schla­gen. Ich darf dazu noch mal auf mei­nen Text 2 × 4 begrifflich-​​logische Vor­schläge, um nicht an ein­an­der vor­bei­zu­re­den ver­wei­sen. (mehr…)

Kein Konzert am 7.8.? – Stellungnahme von MD

Wenn wir MaKss Damage glau­ben kön­nen, schei­tert das Kon­zert am 7.8. daran, daß der Raum (Fest­saal Kreuz­berg) nicht mehr zur Ver­fü­gung steht.

Bleibt zu hof­fen, daß das kein Fake ist, um die Kri­ti­ke­rIn­nen ruhig zu stel­len, und daß sich die ver­an­stal­ten­den Grup­pen nicht durch die Ent­schei­dung des Ver­an­stal­tungs­or­tes von der Not­wen­dig­keit von einer poli­ti­schen Stel­lung­nahme ent­bun­den sehen.

Auf den Sei­ten von ARAB und JANO sowie unter http://​ers​ter​mai​.nostate​.net/ fin­det sich noch keine Konzert-​​Absage; ebenso wenig aus den Sei­ten des Fest­saals Kreuz­berg (1, 2).

Stel­lung­nahme zum Text von MD folgt.

So langsam stellt sich die Frage: Gotteskrieger bei indymedia?

Kurz nach Mit­ter­nacht wurde bei indy­me­dia ein Bei­trag mit den kom­plet­ten lyricseines MaKss Damage-​​Stückes gepos­ted, das bereits bei frü­he­rer Gele­gen­heit aus­zugs­weise zitiert wurde. Als ich mir die Seite heute mor­gen das erste Mal ansah, gab es vier Kom­men­tare. Zwi­schen dem ers­ten Lesen und dem Ver­such, die Seite mit even­tu­el­len wei­te­ren Kom­men­ta­ren neu zu laden, wurde auch diese Seite gesperrt. Ich kann daher hier nur einen screen shut der open pos­ting-Liste mit der Artikel-​​Zusammenfassung pos­ten.

Es folg­ten im Haupt­text der Nach­richt die kom­plet­ten lyrics von der in der Fuß­zeile des Arti­kels genann­ten internet-​​Seite (http://​lyricwiki​.org/​M​a​K​s​s​_​D​a​m​a​g​e​:​T​e​r​r​o​r​_​T​o​uchit) sowie die wohl vier Kom­men­tare. Die ers­ten bei­den waren nach mei­ner Erin­ne­rung kri­tisch zu dem Stück. In einer der bei­den Ergän­zun­gen wurde die Ansicht ver­tre­ten, daß nicht erst die letz­ten bei­den Zei­len, son­dern bereits der Anfang des Stü­ckes die­ses als men­schen­ver­ach­tend erweise.
Die bei­den ande­ren Kom­men­tare ver­such­ten wei­ter­hin Kri­tik an MaKss Damage abzu­weh­ren: Die eine Ergän­zung mit der begrün­dungs­lo­sen Behaup­tung, die Bezug­nahme auf Gott in dem Stück erweise nicht, daß es sich nicht um lin­ken Anti­im­pe­ria­lis­mus han­deln könne. Die andere Ergän­zung dis­qua­li­fi­zierte den Aus­gangs­ar­ti­kel als guerilla-​​marketing.
Dazu sei ange­merkt:

1. Es besteht in der Frage eines Got­tes­be­zu­ges kei­ner­lei Anlaß hin­ter Die Inter­na­tio­nale zurück­zu­fal­len:

Es ret­tet uns kein höh‘res Wesen,
kein Gott, kein Kai­ser noch Tri­bun
Uns aus dem Elend zu erlö­sen
kön­nen wir nur sel­ber tun!

2. Guerilla-​​marketing oder nicht. Das wahre mar­ke­ting für MaKss Damage ist, von lin­ken Grup­pen ein­ge­la­den zu wer­den. Erst dies gibt dem Flirt mit der kom­mu­nis­ti­schen Tra­di­tion einen authen­ti­schen touch. Es dürfte kaum mög­lich sein, diese Debatte zu been­den, wie nicht alle lin­ken Gruppe die­ser Aus­beu­tung der kom­mu­nis­ti­schen Trad­t­ion für wel­che Zwe­cke auch immer – seien es schlicht marekt­ing Inter­es­sen oder tat­säch­lich reli­giöse Inter­es­sen – den Boden ein­zie­hen.

Was indy­me­dia anbe­langt, bleibt mir völ­lig schlei­er­haft, was das heu­tige Redak­ti­ons­kol­lek­tiv ver­an­laßt haben könnte, selbst jene kri­ti­sche Bericht­er­stat­tung über ein Stück, das im Namen Got­tes Anschläge mit ent­führ­ten Zivil­ma­schi­nen pro­pa­giert („Oh Schreck, das kleine Mäd­chen neben mir hat einen Ted­dy­bär und ich hab Dyna­mit in sei­nem Arsch ver­steckt /​ Und ich stürme in das Cock­pit, Sturm­maske Tur­ban und Zündschnur/​ Ich köpf den, der nicht mit dem Kopf nickt /​ Kopf­fick“), zu unter­bin­den. Es dürfte an der Zeit sein, daß indy­me­dia eine ernst­hafte Grundsatz-​​Diskussion über die sehr unter­schied­lich aus­fal­len­den Mode­ra­ti­ons­pra­xen der ver­schie­de­nen Mode­ra­ti­ons­kol­lek­tive führt. – Wenn ein Teil der Kol­lek­tive wei­ter­hin jeden kri­ti­schen Gedan­ken aus Arti­keln ver­bannt, weil diese ‚Szene-​​Diskussionen‘ aus­lö­sen kön­nen, dann dürfte der Infor­ma­ti­ons­wert von indy­me­dia bald hin­ter dem des dpa-​​Nachrichten-​​Tickers zurück­fal­len. Eine Bericht­er­stat­tung, die sich dar­auf redu­ziert, wann wo wie­viel Leute bei einer Demons­tra­tion waren und wie­viel Poli­zei­kräfte da waren und wel­ches Geran­gel es gab, ten­diert vom Infor­ma­ti­ons­wert her gegen Null und ist folg­lich auch poli­tisch nutz­los. Das ent­spre­chende gilt für alle ande­ren ver­meint­lich ‚rein fak­ti­schen‘ Arti­kel, die tat­säch­lich aber den herr­schen­den ideo­lo­gi­schen sta­tus quo repro­du­zie­ren.

„Es geht also nicht darum, alle inter­es­san­ten Infos aus kom­mer­zi­el­len Mas­sen­me­dien zusam­men­zu­tra­gen, son­dern die­sen Medien die eigene Sicht auf Ereig­nisse ent­ge­gen­zu­set­zen, bzw. über Ereig­nisse zu berich­ten, die von die­sen Medien überg­an­gen wer­den. Die Mode­ra­ti­ons­kol­lek­tive ver­su­chen, diese Art von Bericht­er­stat­tung zu unter­stüt­zen. Indy­me­dia ist grund­sätz­lich offen für alle Mei­nun­gen, es sei denn sie haben sexis­ti­schen, ras­sis­ti­schen, anti­se­mi­ti­schen u./o. faschis­ti­schen Inhalt.“
http://​de​.indy​me​dia​.org/​s​t​a​t​i​c​/​m​o​d​e​r​a​t​i​o​n​.​shtml

Hier noch für die­je­ni­gen, die den gesperr­ten Arti­kel bei indy­me­dia bestel­len wol­len, die URL:
http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​0​9​/​0​8​/​2​5​7​5​7​6​.​shtml.

Unter http://​lyricwiki​.org/​M​a​K​s​s​_​D​amage gibt es im übri­gen die Texte wei­te­rer MaKss Damage-​​Stück. In „Angriff“ heißt es bspw.: „Seine Pei­ni­ger fin­den und stei­ni­gen. /​ Sich befreien und eini­gen“ – allein schon, daß es sich reimt, scheint alles zu recht­fer­ti­gen.

Das Neueste und das Wichtigste zu MaKss Damage / Soli-Konzert am 7.8.

I. Heute neu:

1. bei indy­me­dia Deutsch­land
Infor­ma­tive Zwi­schen­bi­lanz nach 2 Wochen: Poli­ti­sche Ansprü­che an Soli-​​Konzerte
von * und * 04.08.2009 15:07
http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​0​9​/​0​8​/​2​5​7​5​2​3​.​shtml

- bei indy­me­dia (im Moment noch mit ‚DistanziererInnen-​​Vorspann‘) gedul­det; hier vor­sichts­hal­ber, die dem html-​​Artikel bei indy­me­dia beige­fügte .pdf-​​Version.

3. Bei der Brumm­kreislpi­lo­tin gibt es heute fol­gen­den neuen LeserIn-​​Kommentar (er sei hier zitiert, ohne die Authen­ti­zi­tät über­prü­fen zu kön­nen)

ein teil der jun­gend antifa nord­ost 04. August 2009 um 11:35 Uhr

hey ich wollte nur mal klar stel­len das nicht alle leute/​genosen/​freunde oder wie mensch sie auch immer nen­nen will hin­ter die­sem kon­zert stehn ich für mein teil diztan­zire mich da von weil ich ertenz anrcho bin und zwei­ten weil der dreck auf den misst eini­ger men­schen aus den gen­an­ten grup­pen end­sprun­gen ist ich für mein­teil ver­trete die mei­nen das kon­zert ab bla­sen und da für drei oder vier andere zu machen z.B. mit SGZ oder and­ren künstler_​innen

Mit anar­scho sosia­lis­ti­schen guss eine stimme aus der JANO

Auf der home­page von JANO ist tat­säch­lich eine Unter­stüt­zungs­er­klä­rung für das von „Nord­ost Mafia – Ber­lin, Anti­fa­schis­ti­sche revo­lu­tio­näre Aktion Ber­lin [ARAB]“ prä­sen­tierte Kon­zert.

II. Bis­her über­se­hen gehabt

2. In o.g. Arti­kel (s. I.1.) zitierte Kon­zer­tan­kün­di­gung bei antifa​.de (die acts wer­den mit „u.a.“ auf­ge­zählt – und dann wird MaKss Damage nicht genannt…)

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Heute gesehen (03.08.) I: MaKss Damage / Soli-Konzert 7.8.

1. Stel­lung­nahme der Auto­no­men Antifa Alt­mark Ost

„Stel­lungs­nahme zu Indymedia-​​Artikel
1. August 2009 in All­ge­mein und Regio­nal

Wir wei­sen hier­mit unmiss­ver­ständ­lich den in einem Indymedia-​​Artikel (http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​0​9​/​0​8​/​2​5​7​3​4​3​.​shtml) ver­fass­ten Anti­se­mi­tis­mus­vor­wurf in Bezug auf unser Soli-​​Konzert zurück und dis­tan­zie­ren uns von der Wer­bung für das Kon­zert der Gruppe Anti­fa­schis­ti­sche revo­lu­tio­näre Aktion Ber­lin [ARAB] am 7. August 2009. Unsere Gruppe arbei­tet nicht im Sinne der von den Inter­pre­ten pro­pa­gier­ten Anschau­ungs­weise.“

2. Stel­lung­nahme der Gruppe gegen deut­sche Nor­ma­li­tät zu MaKss Damage, zur Sten­da­ler Bewer­bung (vgl. dort) des Ber­li­ner Kon­zerts mit MaKss Damage am 7.8. sowie indy­me­dia:

„Stel­lungs­nahme zu den Indymedia-​​Berichten
3. August 2009 in All­ge­mein und Aktu­ell

Es erschien am 01. August zum zwei­ten Mal ein Text auf Indy­me­dia mit unse­rem Grup­pen­na­men, sogar Home­page und E-​​Mail Adresse wur­den ange­ge­ben.
Wir wol­len klar­stel­len, dass Texte die wir schrei­ben bzw. publi­zie­ren nicht auf Indy­me­dia erschei­nen.
Trotz­dem plä­die­ren wir für eine inhalt­li­che Kri­tik und eine offene Dis­kus­sion über die wider­wär­ti­gen Rap­per Makks Damage und Hol­ger Bur­ner, sowie über das Kon­zert am 07.08 in Ber­lin.“

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Sahnehäubchen bin ich doch gerne

Die hier schon mehr­fach zitierte Seite „Du bekämpfst stän­dig das Böse…“ meint – unter Ver­lin­kung der hie­si­gen Dis­kus­si­ons­über­sicht zu MaKss Damage und des hie­si­gen Impress­ums -

das sah­ne­häub­chen setzt dann noch die­ser sich selbst so unglaub­lich ernst neh­mende und wis­sen­schaft­lich ver­ste­hende Det­lef auf. […]. …man könnte diese ganze sku­ri­li­tät aber viel­leicht auch ein­fach als das ver­ste­hen, was es ist: die fort­set­zung der anti­deut­schen krab­bel­grup­pen beim ver­such die arab in die kaste der unbe­rühr­ba­ren zu ver­frach­ten.“

Dazu ein paar knappe Anmer­kun­gen in eige­ner und frem­der Sache:

1. „sich selbst so unglaub­lich ernst neh­mende“

Es würde der Debatte wohl nur gut tun, wenn sich alle Betei­lig­ten und ihre Argu­mente ernst­neh­men wür­den, und die Frage nach dem Ver­hält­nis von Lin­ken zum Natio­nal­so­zia­lis­mus (im vor­lie­gen­den Fall: in Form von unzu­tref­fen­den US-​​NS-​​Gleichsetzungen) nicht als „Sku­ri­li­tät“ abtun wür­den.

2. „und wis­sen­schaft­lich ver­ste­hende“

der Sozia­lis­mus [will], seit­dem er eine Wis­sen­schaft gewor­den, auch wie eine Wis­sen­schaft betrie­ben, d.h. stu­diert wer­den“ (F. Engels)

3. „Det­lef“

4. „arab in die kaste der unbe­rühr­ba­ren zu ver­frach­ten“

S. bspw.:

Brumm­krei­sel­pi­lo­tin: „Warum war das denn bitte nicht anders zu erwar­ten? Die JANO und die ARAB haben schließ­lich die „anti­na­tio­nale Parade“ am 23. Mai unter­stützt und wie sich die­ses Enga­ge­ment mit einem Rap­per ver­trägt, der sol­che Tracks und Videos zu ver­ant­wor­ten hat, leuch­tet mir ein­fach nicht ein.

Ace: „Die [arab] hat nicht nur die anti­na­tio­nale Parade vom 23.05.09 unter­stützt, sie hat auch die Anti­na­tio­nale Parade vom 03.10.08 ver­an­stal­tet, dazu einen mar­xis­ti­schen Theo­rie­tag.

Und was mich anbe­langt – ich habe auch kein Hühn­chen mit ARAB zu rup­fen – Du kannst /​ Ihr könnt Euch gerne mal meine mail an ARAB zei­gen las­sen und wenn Ihr wollt und ARAB ein­ver­stan­den ist, ver­öf­fent­li­chen.

5. Und was ist eigent­lich dar­aus gewor­den?

Am 29.7. hieß es bei „Du bekämpfst…“:

eine irgend­wie aus­ge­führte kri­tik an den grup­pen oder den rap­pern fin­det aller­dings nicht statt. wie so oft nur mora­li­sche titel. schade eigent­lich.“ (meine Hv.)

Und Bezug neh­mend dar­auf schrieb „Oompa Loompa“ (wohin­ter sich ein link zur Seite „Du bekämpfst…“ ver­barg) 30. Juli 2009 um 5:18 Uhr auf der Seite der Brumm­kreislpi­lo­tin:

pilo­tin: keine angst, deine kri­tik erkenn ich schon an, aber für taug­lich halte ich sie trotz­dem kei­nes­wegs. und wie kommst du denn auf irgend­wel­che grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten und ver­meint­lich feh­lende selbst­kri­tik, wenn ich mei­nem eige­nen bei­trag bzgl rein mora­li­schen ein­wän­den dei­ner­seits mit ’schade eigent­lich.‘ schließe?1

Wo bleibt denn nun die in den Augen von „Oompa Loompa“ /​ „Du bekämpfst…“ ‚nicht-​​moralische‘ Kri­tik an den acts, die am 7.8. spie­len sol­len?

  1. Die Brumm­kreislpi­lo­tin ant­wor­tete dar­auf sehr tref­fend: „Bitte ver­schone mich nun mit dei­nen Aus­flüch­ten und gehe ein­fach mal mit gutem Bei­spiel voran. Wie sieht denn eine ‚taug­li­che‘ Kri­tik an dem Track, dem Rap­per und den Grup­pen aus? Du scheinst so viel Zeit, Moti­va­tion und Fähig­kei­ten zu haben, dass das für dich doch kein Pro­blem sein dürfte.“ [zurück]

Neues aus Stendal und Burg – mal sehen, wie lange das bei indymedia stehen bleibt

Update – 01.08.2009: S. auch die wich­ti­gen Kor­rek­tu­ren (u.a. zur Auto­rIn­nen­schaft des indymedia-​​Artikels) unter: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​3​/​h​e​u​t​e​-​g​e​s​e​h​e​n​-​0308/, Nr. 1 und 2.
Update – 01.08.2009, 20:35: Zwi­schen halb 8 und halb 9 scheint das indy­me­dia-Mode­ra­ti­ons­team gewech­selt zu haben; unter http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​1​/​n​e​u​e​s​-​a​u​s​-​s​t​e​n​d​a​l​-​u​n​d​-​b​u​r​g​-​m​a​l​-​s​e​h​e​n​-​w​i​e​-​l​a​n​g​e​-​d​a​s​-​b​e​i​-​i​n​d​y​m​e​d​i​a​-​s​t​e​h​e​n​-​b​l​e​i​b​t​/​#​c​o​m​m​e​nt-97fin­den sich die letz­ten von mir gesi­cher­ten Kom­men­tare:

Ursprüng­li­cher Bei­trag: (mehr…)