Archiv der Kategorie 'Linke Geschichte'

Was war der NaO-Prozeß?

Aus­zug aus einem Kom­men­tar von mir bei linksunten.indymedia

Die Sozia­lis­ti­sche Initia­tive Ber­lin (anfangs: Berlin-​​Schöneberg) trat im März 2011 mit dem sog. „Na endlich“-Papier ans Licht der Öffent­lich­keit, das die – kurz „NaO-​​Prozeß“ genannte – Debatte über die Schaf­fung einer neuen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion aus­löste. Am 15. Februar wurde nun in Ber­lin von drei oder vier Dut­zend Leu­ten eine NAO tat­säch­lich gegrün­det, und nach den mir vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen (ich war selbst nicht dort) gab die SIB dort ihre Selbst­auf­lö­sung in die NAO bekannt.

Ich selbst war vom Spät­som­mer 2011 bis zum Früh­jahr Mit­glied der SIB. Gra­vie­rende stra­te­gi­sche Dif­fe­ren­zen tra­ten ab dem Spät­som­mer 2012 über die Fra­gen auf, mit wel­cher Geschwin­dig­keit (mit oder ohne Zwi­schen­schrit­ten [z.B. Block /​ Bünd­nis Revo­lu­tio­nä­rer Grup­pen; siehe dazu knapp zusam­men­fas­send im blog von neo­prene dort und dort; Ant­wort @ Ame­lie]?) eine Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung vor­an­ge­trie­ben wer­den soll und ob diese Orga­ni­sa­tion eine sog. „breite“ NAO (unter Ein­schluß von Nicht-​​RevolutionärInnen) oder viel­mehr – wie ursprüng­lich im „Na endlich“-Papier ange­kün­digt – eine Orga­ni­sa­tion von Revo­lu­tio­nä­rIn­nen wer­den solle (siehe dazu 1 ver­sus 2 sowie 3 ver­sus 4). Für diese Dif­fe­ren­zen ließ sich in den fol­gen­den Mona­ten noch ein modus vivendi fin­den; zum Bruch kam es

  • in den zwei Mona­ten nach dem Februar 2013 als die SIB gegen meine Stimme beschloß, GAM und RSB vor­zu­schla­gen, die sog. „Manifest-​​AG“ des NAO-​​Prozesses nur noch ohne isl, Inter­Komm, IBT und [pae­ris], die alle – wenn auch aus unter­schied­li­chen Grün­den – grund­le­gende Ein­wände gegen die vor­lie­gen­den Manifest-​​Entwürfe vor­ge­bracht hat­ten – tagen zu las­sen

und

  • die frag­li­chen Grup­pen und deren Mit­glie­der, die sich dem Geschwin­dig­keits­druck der SIB in Sachen NAO-​​Gründung nicht beu­gen woll­ten, in den SIB-​​Sitzungen zuneh­mend auf’s unflä­tigste beschimpft wur­den.

Nach­dem schon zuvor meh­rere Mit­glie­der die SIB – aus unter­schied­li­chen Grün­den – ver­las­sen hat­ten, trenn­ten sich dann nach dem Kas­se­ler bun­des­wei­ten Tref­fen zum NAO-​​Prozeß im April 2013 die Wege eines SIB/​RSB-​​Doppelmitgliedes und mir einer­seits und des Res­tes der Rest-​​SIB ande­rer­seits. Im Sep­tem­ber 2013 trenn­ten sich dann auch bun­des­weit im NaO-​​Prozeß die Wege.

Quelle:
https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​c​o​m​m​e​n​t​/​v​i​e​w​/​99702;
vgl.: http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​2​6​/​n​a​o​-​p​r​o​z​e​s​s​-​f​u​r​-​e​i​l​i​g​e​-​m​o​g​l​i​c​h​s​t​-​k​u​r​z​g​e​f​asst/ (= der Kom­men­tar bei linksunten.indymedia von sys­tem­crahs als eigen­stän­di­ger Arti­kel gespie­gelt)

Vereinnahmung als politische Methode

Wie schon ges­tern erwähnt, erschien ges­tern bei linksunten.indymedia ein Arti­kel Der RSB auf der NAO-​​Psycho-​​Couch…. Nach­dem dort einge Kom­men­tare, u.a. von Far­bio Mon­tale (NAO), erschie­nen sind, habe ich mich heute ent­schlos­sen, dort – unter der auch für den hie­si­gen Arti­kel gewähl­ten – Über­schrift das Wort zu ergrei­fen:

„Lei­der muß fest­ge­stellt wer­den, daß das in obi­gem Arti­kel [d.h.: das in dem „Psycho-Couch“-Artikel] Berich­tete nicht das erste Mal ist, daß Mit­glie­der der vor­ma­li­gen Sozia­lis­ti­schen Initia­tive Ber­lin (SIB) ver­su­chen, andere Grup­pen für Posi­tio­nen, die diese Grup­pen nicht, jeden­falls noch nicht erklärt haben oder zu denen sie sogar das aus­drück­li­che Gegen­teil erklärt haben, zu ver­ein­nah­men. (… Forts. bei links­un­ten …)

Fragen an den RSB

Sonn­tag vor einer Woche, am 16.2., behaup­tete Micha Prütz (Ex-​​SIB und diver­ses ande­res Ex-​​; jetzt NAO) bei Face­book:

„Mit Freude wurde [bei der Ver­samm­lung zur Grün­dung der NAO Ber­lin] zur Kennt­nis genom­men, das der revo­lu­tio­när sozia­lis­ti­sche Bund (RSB) auf der par­a­l­ell statt­fin­den­den Bun­des­de­li­gier­ten­kon­fe­renz ein­stim­mig beschlos­sen hat, das Mani­fest zu unter­schrei­ben und sich voll am NaO Pro­zeß zu betei­li­gen.“1

Und ges­tern hat Far­bio Mon­tale eben­falls bei Face­book behaup­tet:

Der RSB selbst hat bis­her weder den frag­li­chen Beschluß noch auch nur einen Bericht über seine Dele­gier­tIn­nen­kon­fe­renz ver­öf­fent­licht. Ich hatte daher schon am Wochen­ende bei scharf-​​links einen Arti­kel unter der Über­schrift „Schon im Feb.: Die Polit-​​Legende oder der Polit-​​Umfaller des Jah­res 2014? Micha Prütz, der RSB und die NAO“ ein­ge­reicht, der bis­her nicht ver­öf­fent­licht wurde.

Heute erschien nun – aus Anlaß der Behaup­tung von Far­bio Mon­tale – bei linksunten.indymedia ein Arti­kel „Der RSB auf der NAO-​​Psycho-​​Couch…“, den sys­tem­crash in sei­nem blog ver­linkt:

https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​06990.

Bleibt die Frage, warum erre­gen die Behaup­tung von Micha Prütz und Far­bio Mon­tale über­haupt Auf­merk­sam­keit? Des­halb, weil eine „voll[e]“ Betei­li­gung (incl. NAO-​​Manifest und [Ber­li­ner] NAO-​​Gründung) allem wider­sprä­che, was der RSB bis­her erklärt hat:

.

(mehr…)

Das Ergebnis ist auf alle Fälle mager…

Am 14.12. ver­öf­fent­lichte ich im NaO-​​Prozeß-​​blog meine Bilanz des NaO-​​Prozesses (.pdf-​​Version des Papiers) unter der Über­schrift „Nicht ein­mal anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist erst recht nicht revo­lu­tio­när genug!“1. Diese Bilanz endete wie folgt:

Was haben 2 ½ Jahre Dis­kus­sion gebracht? – Hat’s sich gelohnt?

Naja, das Ergeb­nis ist auf alle Fälle mager:

  • Jeden­falls hat der NaO-​​Prozeß Auf­merk­sam­keit für Orga­ni­sie­rungs­fra­gen auch über die unmit­tel­bar Betei­lig­ten hin­aus geschaf­fen – wie­viel und ob posi­tive Auf­merk­sam­keit ist frei­lich schwer zu sagen.
  • Ansons­ten war es in ers­ter Linie ein Bil­dungs­er­leb­nis: Ich habe viel über den Trotz­kis­mus und seine unter­schied­li­chen Strö­mun­gen gelernt.
  • Wäh­rend sich die inhalt­li­chen und stra­te­gi­schen Dif­fe­ren­zen zu isl, GAM, Revo­lu­tion, SIB und SoKo nicht über­win­den lie­ßen und teil­weise sogar als tie­fer als ursprüng­lich gedacht her­aus­ge­stellt haben, haben sich mit IBT, Inter­Komms, [pae­ris] und RSB2 sowie (mehr…)

Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

„ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

Ergän­zend schrieb ich:

„Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

Dazu fragte nun Mat­tis:

„‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

1. Der Zweck einer NaO

Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)

Wer war Amadeo Bordiga?

Hier noch ein paar Lese­mög­lich­kei­ten zur Vor­be­rei­tung auf den Demokratie-​​Workshop der Inter­Komms (s. z.B.: 1, 2, 3, 4) am Sonn­tag (26.1.):

In der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia gibt es einen Arti­kel über den ita­lie­ni­schen Links­kom­mu­nis­ten Bordiga:

http://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​m​a​d​e​o​_​B​o​rdiga


(Quelle: https://​it​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​F​i​l​e​:​B​o​r​d​i​g​a.gif; Datei­for­mat umge­wan­delt)

Der aus­führ­li­chere Arti­kel in der eng­lisch­spra­chige Wiki­pe­dia ent­hält auch einen Abschnitt zur Posi­tion von Bordiga zur Demo­kra­tie:

Bordiga proudly defined him­self as „anti-​​democratic“ and belie­ved him­self at one with Marx and Engels on this. Bordiga’s hos­ti­lity toward demo­cracy had not­hing to do with Sta­li­nist idea­lism. Indeed, he saw fascism and Sta­li­nism as the cul­mi­na­tion of bour­geois demo­cracy. Demo­cracy to Bordiga meant above all the mani­pu­la­tion of society as a form­less mass. To this he coun­ter­po­sed the „dic­ta­tor­ship of the pro­le­ta­riat“, imple­men­ted by the com­mu­nist party foun­ded in 1847, based on the prin­ci­ples and pro­gram enun­cia­ted in the mani­festo. He often refer­red to the spi­rit of Engels‘ remark that „on the eve of the revo­lu­tion all the forces of reac­tion will be against us under the ban­ner of ‚pure demo­cracy“. (As, indeed, every fac­tio­nal oppo­nent of the Bols­he­viks in 1921 from the mon­ar­chists to the anar­chists cal­led for „soviets wit­hout Bolsheviks“--or soviet workers coun­cils not domi­na­ted by Bols­he­viks.) Bordiga oppo­sed the idea of revo­lu­tio­nary con­tent being the pro­duct of a demo­cra­tic pro­cess of plu­ra­list views; wha­te­ver its pro­blems, in light of the history of the past 70 years, this per­spec­tive has the merit of unders­co­ring the fact that com­mu­nism (like all social for­ma­ti­ons) is above all about pro­gram­ma­tic con­tent expres­sed through forms. It unders­cores the fact that for Marx, com­mu­nism is not an ideal to be achie­ved but a „real move­ment“ born from the old society with a set of pro­gram­ma­tic tasks.
http://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​m​a​d​e​o​_​B​o​rdiga

Bordi­gas Arti­kel Das demo­kra­ti­sche Prin­zip fin­det sich auf der Seite http://​www​.sinis​tra​.net/:

http://​www​.sinis​tra​.net/​l​i​b​/​u​p​t​/​k​o​m​p​r​o​/​c​i​p​o​/​c​i​p​o​b​f​i​b​u​d​.html

Lenin hat sich in (mehr…)

Lieber linke und nicht ganz so linke Texte lesen als christlich feiern

1.

Im lower class maga­zine und gespie­gelt bei indy­me­dia wurde ein recht inter­es­san­tes Papier zum Thema Klas­sen­ana­lyse ver­öf­fent­licht:

My Class My Pride
.pdf-​​Datei: http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​K​l​a​s​s​e​n​a​n​a​l​y​s​e.pdf
.html-​​Version: https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​01435

Lei­der wird nicht dar­ge­stellt, wel­che kon­kre­ten poli­ti­schen Kon­se­quen­zen – außer daß Klas­sen­be­zug wich­tig ist – nach Ansicht der Auto­rIn­nen aus der Ana­lyse fol­gen sol­len.

2.

Die Inter­na­tio­nale, deren deut­sche Sek­tion die Revo­lu­tio­näre Inter­na­tio­na­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (RIO) ist, hat ein Mani­fest

Für eine Bewe­gung für eine Inter­na­tio­nale der Sozia­lis­ti­schen Revo­lu­tion!
kast. (’spa­ni­sche‘) Fas­sung: http://​www​.ft​-ci​.org/​I​M​G​/​p​d​f​/​m​a​n​i​f​i​e​s​t​o​-​2.pdf

geschrie­ben. RIO arbei­tet an einer deut­schen Über­set­zung, die in Kürze fer­tig wer­den soll.

3.

Auch die Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Linke (AKL) in der Links­par­tei hat eine Art Mani­fest geschrie­ben:

Kapi­ta­lis­mus bedeu­tet Krieg, Umwelt­zer­stö­rung und Armut – für eine anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche LINKE!
Auf­ruf zur Neu­grün­dung der Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Lin­ken (AKL) in der LIN­KEN
http://​www​.anti​ka​pi​ta​lis​ti​sche​-linke​.de/​s​e​r​v​e​D​o​c​u​m​e​n​t​.​p​h​p​?​i​d​=​1​3​0​&​a​m​p​;​f​i​l​e​=​2​/​0​/​e​f​0.doc

4.

Ich selbst habe auch etwas geschrie­ben – zwar kein „Mani­fest“, aber eine Bilanz von 2 1/​2 Jah­ren NaO-​​Prozeß:

Nicht ein­mal anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist ERST RECHT nicht revo­lu­tio­när genug!
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​N​i​c​h​t​_​e​i​n​m​a​l​_​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​_​i​s​t​_​e​r​s​t​_​r​e​c​h​t​_​r​e​v.pdf

Die Über­schrift greift die Über­schrift mei­nes Arti­kels

Anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist nicht revo­lu­tio­när genug!
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​1​5​/​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​-​i​s​t​-​n​i​c​h​t​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​-​g​enug/

vom Anfang der NaO-​​Debatte wie­der auf.

5.

Anlaß mei­ner Bilanz ist, daß auch das NaO-​​Manifest von SIB/​GAM am ver­gan­ge­nen Wochen­ende ver­öf­fent­licht wurde:

.pdf-​​Version: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​1​3​1​2​1​5​_​N​A​O​_​M​a​n​i​f​e​s​t.pdf
.html-​​Version: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​m​a​n​i​f​e​s​t​-​f​u​e​r​-​e​i​n​e​-​n​e​u​e​-​a​n​t​i​k​a​p​i​t​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​-​o​r​g​a​n​i​s​a​tion/.

6.

Auch auf den neuen blog mit Doku­men­ten aus der Geschichte des Spar­ta­cus­bun­des sei noch mal hin­ge­wie­sen:

http://​spa​bu​doku​.blog​sport​.eu

Neuer blogsport-blog dokumentiert Texte zu RAF und Repression

Ein neuer blog bei blog​sport​.eu doku­men­tiert u.a. Texte zur RAF und zu poli­ti­scher Repres­sion

  • Zeit­schrift Per­ma­mente Revo­lu­tion Son­der­num­mer 2 vom Okt. 1977 zum Thema: repres­sion, raf, mar­xis­mus:

http://​spa​bu​doku​.blog​sport​.eu/​p​e​r​m​a​m​e​n​t​e​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​-​s​o​n​d​e​r​n​u​m​m​e​r​-​2​-​v​o​m​-​o​k​t​-​1​9​7​7​-​r​e​p​r​e​s​s​i​o​n​-​r​a​f​-​m​a​r​x​i​smus/

  • Arti­kel Indi­vi­du­el­ler Ter­ror und poli­ti­sche Unter­drü­ckung in Son­der­num­mer 3 der glei­chen Zeit­schrift vom Juni 1978:

http://​spa​bu​doku​.blog​sport​.eu/​p​e​r​m​a​m​e​n​t​e​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​-​s​_​n​r​-​3​-​v​o​m​-​j​u​n​i​-​1978/

  • Abschnitt 3. Der Faschismus-​​Begriff von RAF und KB des Arti­kels Faschis­mus in der Zeit­schrift ergeb­nisse und per­spek­ti­ven Nr. 9 vom Juni 1979:

http://​spa​bu​doku​.blog​sport​.eu/​e​r​g​e​b​n​i​s​s​e​-​u​n​d​-​p​e​r​s​p​e​k​t​i​v​e​n​-​n​r​-​9​-​v​o​m​-​j​u​n​i​-​1979/

  • Arti­kel 1945-​​1978: Repres­sion in West-​​Deutschland in der Zeit­schrift ergeb­nisse und per­spek­ti­ven Nr. 5 vom Juni 1978:

http://spabudoku.blogsport.eu/ergebnisse-und-perspektiven-nr-5-vom-juni-1978/

Gibt es vielleicht wieder Bedarf? – Geamtverzeichnis der Zeitschift „alternative“ (1963-1982)

Ich stelle hier mit das Gesamt­ver­zeich­nis der von 1964 bis 1982 von Hil­de­gard Bren­ner ver­ant­wor­te­ten West­ber­li­ner Zeit­schrift alter­na­tive als .pdf-​​Bild-​​Datei zur Ver­fü­gung. Die Zeit­schrift spielte u.a. eine wich­tige Rolle für die deutsch­spra­chige Rezep­tion des fran­zö­si­schen struk­tu­ra­len Mar­xis­mus (Louis Alt­hus­ser u.a. [1, 2, 3]) und des fran­zö­si­schen Struk­tu­ra­lis­mus.

alternative-cover, H. 117, 1977

„Als Ans­gar Skri­ver 1963 Ber­lin ver­las­sen hatte, über­nahm Anfang 1964 Hil­de­gard Bren­ner den Ver­lag und die Her­aus­gabe der Zeit­schrift [alter­na­tive], nun­mehr unter dem Titel [lies: nun­mehr mit dem Untertitel] ‚Zeit­schrift für Lite­ra­tur und Dis­kus­sion‘. Die Jahr­gänge zähl­ten mit Jahr­gang 7 wei­ter. Der Ver­lag erhielt den Namen der Zeit­schrift. Redak­ti­ons­mit­glie­der waren neben Hil­de­gard Bren­ner u.a. Georg Fül­berth, Helga Gal­las, Klaus Laer­mann, Hel­mut Lethen, Hart­mut Ross­hof, Peter B. Schu­mann; Gestal­tung: Ulrich Harsch.
Das erste von Hil­de­gard Bren­ner ver­ant­wor­tete Heft ‚Schrift­stel­ler in der DDR‘ ent­hielt als Erst­ver­öf­fent­li­chun­gen Texte von Vol­ker Braun, Peter Hacks, Hart­mut Lange, Christa Rei­nig, Johan­nes Bobrow­ski, Wolf Bier­mann, Gün­ter Kunert, Hei­ner Mül­ler, Franz Füh­mann, Bernd Jentzsch u. a.
The­men waren u.a.: Was ist ein natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Roman? (Heft 36); die Samm­lung tsche­cho­slo­wa­ki­scher Lyrik, Prosa und Dra­ma­tik mit Tex­ten von Milan Kun­dera, Václav Havel u. a. (Heft 42/​43); eine Doku­men­ta­tion zur Struk­tu­ra­lis­mus­dis­kus­sion mit Bei­trä­gen u. a. von Louis Alt­hus­ser, Roland Bart­hes, Michel Fou­cault, Lucien Gold­mann, Jac­ques Lacan, Claude Lévi-​​Strauss und Jean-​​Paul Sartre (Heft 54); und die Aus­gabe ‚Der andere Blick – femi­nis­ti­sche Wis­sen­schaft?‘ (Heft 120/​121)
Mit dem Heft 145/​146 ‚Im Auf­riß‘ stellte die Zeit­schrift 1982 ihr Erschei­nen ein. Dazu die Redak­tion: ‚Die linke Theo­rie, wie ‚Alter­na­tive‘ sie mit­ge­tra­gen hat, hat … kei­nen Ort und kei­nen Refle­xi­ons­raum mehr. … Und die sich inner­halb der sozia­len Pro­test­be­we­gun­gen zur Wehr set­zen, machen kei­nen Gebrauch von dem, was wir pro­du­zie­ren. Damit ver­liert eine Zeit­schrift wie ‚Alter­na­tive‘ nicht nur ihr Publi­kum, son­dern auch ihre Funk­tion.‘“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Alternative_%28Zeitschrift%29)

Warum heute noch KommunistIn sein? Und: Was wir am Kommunismus ändern müssen?

Im April hatte ich mein Papier „Worum geht es dem trans­ge­nia­len CSD eigent­lich? Eine feministisch-​​kommunistische Kri­tik“ vor­ge­legt. Damals fragte mich eine Genos­sin per mail: „Was kom­mu­nis­tisch Heute mei­nen könnte, […], weil es mich inter­es­siert und ich nach Zugän­gen suche…
Zugänge, die all­ge­mein­ver­ständ­lich sind und die NICHt ein­fach igno­rie­ren, das mit dem Wort geschicht­lich schon auto­ri­täre Irr­tü­mer ver­tre­ten wur­den.“
Ich sah mich zwar im April nicht und ich sehe mich auch jetzt nicht als ver­pflich­tet an, jedes­mal, wenn ich das Wort „kom­mu­nis­tisch“ ver­wende, eine Dis­tan­zie­rung von den mit des­sen Wort­ge­schichte ver­bun­de­nen „auto­ri­täre Irrtümer[n]“ bei­zu­fü­gen. – Daß mein Kommunismus-​​Verständnis ein ande­res als das real­so­zia­lis­ti­sche ist, ergab sich damals allein schon aus dem dama­li­gen gleich­zei­ti­gen Bezug auf den Femi­nis­mus. Und auch in den meis­ten ande­ren Tex­ten, in denen ich von „Kom­mu­nis­mus“ spre­che, dürf­ten sich der­ar­tige Unter­schiede jeweils erschlie­ßen las­sen. Von einer Gesamt­lek­türe mei­ner dies­bgl. Text­pro­duk­tion (1 und 2) ganz abge­se­hen. ;-)
Indem heute aber ein Genosse im Rah­men der aktu­ell lau­fen­den Programm-​​ und Orga­ni­sie­rungs­de­batte die 21 Auf­nah­me­be­din­gun­gen der Kom­In­tern in Erin­ne­rung brachte, brachte er mir in Erin­ne­rung, daß ich mich – vor rund 20 Jah­ren – auch bereits ein­mal mit dem KomIntern-​​Dokument befaßt hatte.
Ich schrieb damals ein Papier „Warum heute noch Kom­mu­nis­tIn sein? Und: Was wir am Kom­mu­nis­mus ändern müs­sen?“. Das Papier war für einen Dis­kus­si­ons­zir­kel bestimmt, der damals eine Ver­an­stal­tung plante, die aber schließ­lich nicht rea­li­siert wurde. Das Papier blieb damals unver­öf­fent­licht. – Es sei nun­mehr als nach­träg­li­che Ant­wort auf die mir im April gestellte Frage ver­öf­fent­licht. (Für die jet­zige Ver­öf­fent­li­chung habe ich dama­lige Tipp­feh­ler kor­ri­giert, das Lite­ra­tur­ver­zeich­nis um
links ergänzt, die Fuß­note 5 hin­zu­ge­fügt und in These II.8 eine kleine – gekenn­zeich­nete – inhalt­li­che Kor­rek­tur vor­ge­nom­men. Zur dama­li­gen These II.4. sei mitt­ler­weile auf diese bei­den [1 und 2] Prä­zi­sie­run­gen hin­ge­wie­sen.)

[der fol­gende Text als .pdf-​​Datei]

I. Metho­di­sches

1. Engels sagt: „Es wird die Pflicht (…) sein, sich über alle theo­re­ti­schen Fra­gen mehr und mehr auf­zu­klä­ren (…) und stets im Auge zu behal­ten, daß der Sozia­lis­mus, seit­dem er eine Wis­senschaft gewor­den ist, auch wie eine Wis­sen­schaft betrie­ben, d.h. stu­diert wer­den will“ (Engels 1874, 517). Und Lenin sagt: „Wir betrach­ten die Theo­rie von Marx kei­nes­wegs als et­was Abge­schlossenes und Unan­tast­ba­res; wir sind im Gegen­teil davon über­zeugt, daß sie nur das Funda­ment der Wis­sen­schaft gelegt hat, die die Sozia­lis­ten nach allen Rich­tun­gen wei­terentwickeln müs­sen, wenn sie nicht hin­ter dem Leben zurück­blei­ben wol­len.“ (Lenin 1899, 205 f.1).
Diese Bestim­mung der revo­lu­tio­nä­ren Theo­rie auch als Wissen­schaft bedeu­tet die Abgren­zung von jedem Dog­ma­tis­mus und eröff­net die Mög­lich­keit zur Selbst­kor­rek­tur und zur imma­nent Wei­terentwicklung. Mit die­ser Bestim­mung der revo­lu­tio­nä­ren Theo­rie ist zum zwei­ten eine dop­pelte Abgren­zung abge­nom­men: 1. ge­genüber jenen, die revo­lu­tio­näre Theo­rie ausschließ­lich als Phi­losophie (‚Kri­ti­sche Theo­rie’) auf­fas­sen und 2. gegen­über je­nen, die revo­lu­tio­näre Theo­rie als angeb­lich wis­sen­schaft­li­che Welt­an­schau­ung, also letzt­lich eben­falls Phi­lo­so­phie, (Sta­li­nis­mus) aus­ge­ben. (Da eine Welt­an­schau­ung gerade keine Wis­sen­schaft ist, bedeu­tet die ge­nannte Wort­kom­bi­na­tion die Unter­ord­nung der Theo­rie unter die prag­ma­ti­schen [Macht]-Notwendigkeiten des poli­ti­schen All­tags. Wohin dies führt, haben wir alle die letz­ten Jahr­zehnte gese­hen – mit dem schließ­li­chen Er­gebnis des Zusam­men­bruchs.)2
(Die RAF steht mit ihrer praktizi­stischen (prag­ma­ti­schen) Aus­le­gung, die sie der mar­xis­ti­schen These vom „Pri­mat der Pra­xis“ gege­ben hat, eben­falls in die­ser wis­sen­schafts­feind­li­chen Tra­di­tion. Diese Wissenschaftsfeind­lichkeit hat es ihr unmög­lich gemacht, die pro­duk­ti­ven Ansätze aus dem „Kon­zept Stadt­gue­rilla“ und aus „Stadt­gue­rilla und Klas­sen­kampf“, auf die Ali Jan­sen /​ Bern­hard Rösen­köt­ter und Michi Die­t­i­ker jüngst in ihrem „Messerrücken“-Text erneut auf­merksam gemacht haben, wei­ter­zu­ent­wi­ckeln als sich die politi­schen Bedin­gun­gen u.a. mit dem Schei­tern der Mai-​​Offensive 1972 ver­än­dert hat­ten. Statt zu einer sol­chen pro­duk­ti­ven Weiterent­wicklung kam es zu dem bekann­ten mili­ta­ris­ti­schen Subjektivis­mus, des­sen Schei­tern im ver­gangenen Jahr nun auch die RAF er­kannt hat. Die­ses Mal scheint ihr – man­gels der theoreti­schen Waf­fen der Revo­lu­tion – nur der Weg in den sub­jek­ti­vis­ti­schen Neo-​​Reformismus zu blei­ben.)

2. Rosa Luxem­burg sagt: „Es kann keine grö­bere Belei­di­gung, keine ärgere Schmä­hung gegen die Arbei­ter­schaft aus­ge­spro­chen wer­den als die Behaup­tung: theo­re­ti­sche Auseinandersetzun­gen seien ledig­lich eine Sache der ‚Aka­de­mi­ker‘. (…). Solange die theo­re­ti­sche Erkennt­nis bloß das Pri­vi­le­gium einer Hand­voll ‚Aka­de­mi­ker’ in der Par­tei bleibt, droht ihr immer die Gefahr, auf Abwege zu gera­ten.“ (Luxem­burg 1899, 371).
Die­sen Aus­gangs­punkt wäh­lend, sol­len im fol­gen­den einige Punkte auf­ge­zeigt wer­den, in denen der tra­di­tio­nelle Mar­xis­mus weiter­hin Recht hat (II.) und einige Punkte, in denen der Mar­xis­mus revi­diert wer­den muß (III.). Dabei wird sich dann zei­gen, daß auch die ‚Wahr­hei­ten’ unter II. nur die halbe bzw. viel­mehr eine Drittel-​​Wahrheiten sind.

II. Warum heute noch Kom­mu­nis­tIn sein?

1. Nach wie vor rich­tig ist die Erkennt­nis, daß die Herrschen­den ihre Macht nicht frei­wil­lig abge­ben wer­den, und daß wir nicht in der Lage sein wer­den, ihren Wider­stand zu bre­chen, wenn wir abwar­ten bis uns die Macht­frage von den Herr­schen­den gestellt wird. Kommuni­stInnen unter­las­sen es des­halb „kei­nen Au­genblick, bei den Arbei­tern ein mög­lichst kla­res Be­wußtsein über den feind­li­chen Gegen­satz zwi­schen Bour­geoisie und Prole­tariat herauszuar­beiten, (…). Die Kommuni­sten ver­schmähen es, ihre An­sichten und Absich­ten zu ver­heimlichen. Sie erklä­ren of­fen, daß ihre Zwe­cke nur erreicht wer­den kön­nen durch den gewaltsa­men Umsturz aller bishe­rigen Gesellschafts­ordnung.“ (Marx/​Engels 1848, 492 f.). „Zwi­schen der kapi­ta­lis­ti­schen und der kom­mu­nis­ti­schen Gesell­schaft liegt die Periode der revolu­tionären Umwand­lung der einen in die andre. Der ent­spricht auch eine poli­ti­sche Über­gangsperiode, deren Staat nichts and­res sein kann als die revo­lu­tio­näre Dik­ta­tur des Proletari­ats.“ (Marx 1875, 28). Anders als in Sta­lins Kon­zep­tion ist der So­zialismus also keine eigen­ständige Pro­duk­ti­ons­weise, in der Klas­senkampf abstirbt; viel­mehr ist in ihm der Klassen­kampf für den Kom­mu­nis­mus, für die staats-​​ und herr­schafts­lose Gesell­schaft „in neuer Form und mit neuen Mit­teln (fort­zu­set­zen)“ (Lenin 1921, 482). (mehr…)

Themenübersicht – Organisierungsdebatte

Vor kur­zem wurde an ver­schie­de­nen Stel­len im Netz ein Papier eines Dis­kus­si­ons­krei­ses um Michael Prütz (1, 2, 3, 4; vgl. 5) ver­öf­fent­licht – Titel: Neue Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion? Na end­lich! Wor­über müs­sen wir uns ver­stän­di­gen und wor­über nicht. Plä­diert wird für eine „soli­da­ri­sche und kon­tro­verse, ergeb­nis­of­fene und ziel­ge­rich­tete Debatte“ zwi­schen „‚Mar­xis­mus’ und ‚Auto­no­mie’, Links-​​Sozialisten /​ Links-​​Kommunisten und Bewe­gungs­linke“.

Mitt­ler­weile ist die Debatte in Gang gekom­men und es exis­tiert ein neuer blog, in dem Dis­kus­sion gemein­sam fort­ge­setzt wer­den kann. – Hier eine Über­sicht über meine bis­he­ri­gen Bei­träge direkt zu die­sem Thema:

Anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist nicht revo­lu­tio­när genug! (Zweit­ver­öf­fent­li­chung bei scharf-​​links),

►►► vgl. dazu auch: Dis­kus­sion über Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­po­li­tik, revo­lu­tio­nä­rem Femins­mus und Nebenwiderspruchs-​​Marxismus

Mi., 22. Juni: Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zum Vor­schlag der Grün­dung einer Neuen Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion

Zehn Punkte, über die wir dis­ku­tie­ren soll­ten (Inhalts­ver­zeich­nis zu einem bei trend-​​online ver­öf­fent­lich­ten Text)

Zwei wei­tere Bei­träge zur Organisierungs-​​Debatte

Eine Ant­wort an die „Pro­le­ta­ri­sche Platt­form“

Lösun­gen oder Ideo­lo­gie – ist das die Frage? (Hin­weis auf einen bei scharf-​​links erschie­nen Bei­trag)

„eine kon­tro­verse, aber erfri­schend sach­li­che Dis­kus­sion“ – junge Welt bericht über Orga­ni­sie­rungs­de­batte

Der neue Stern am blogsport-​​Himmel

vgl. zum inhalt­li­chen Kon­text der Debatte auch noch:

radi­kal-Inter­view mit der mili­tan­ten gruppe zu „orga­ni­sie­rung des revo­lu­tio­nä­ren wider­stan­des“ (Teil IV der Rezen­sion zu radi­kal Nr. 161)

Rea­lis­mus statt „Revolutions“-Euphorie

Zusam­men kämp­fen – oder Frau­en­or­ga­ni­sie­rung gegen Män­ner­herr­schaft?

Wider den ‚phy­si­ka­lis­ti­schen’ Klas­sen­be­griff des Wer­ner Sepp­mann

Mini­mal­kon­sens­po­li­tik oder Frei­heit der Agi­ta­tion und Pro­pa­ganda?

Raus aus der Sack­gasse des fest­ge­fah­re­nen Kon­flikts zwi­schen „Anti­deut­schen“ und „Anti­im­pe­ria­lis­tIn­nen“

und

schließ­lich meine bei­den Doku­men­ta­tion:

Doku: Stand auto­no­mer Bewe­gung. Lang­lauf oder Abfahrt im Sturz; vgl. bei Eyes Wide Shut

„Ich sag‘, wie’s ist!“-Papier und Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke (direk­ter link zum doku­men­tier­ten Papier).

Nulla È Finito! auf feministisch

1

Rum­mot­zen bringt eine aktu­elle Bebil­de­rung eini­ger Zitate aus Tex­ten der femi­nis­ti­schen Stadtguerilla-​​Gruppe Rote Zora:

http://​baum​derg​lu​eck​se​lig​keit​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​2​8​/​n​u​r​-​m​a​l​-​n​e​b​e​n​b​e​i​-​d​i​e​-​r​o​t​e​-​zora/.

Vgl. auch:
Rote Zora: Mili’s Tanz auf dem Eis.

  1. Fuß­note zur Über­schrift: http://​nul​lae​fi​nito​-ccc​.jimdo​.com/.[zurück]

Kommende Woche (14.-18.6. – Stuttgart/Magdeburg/Berlin): Was waren die Kämpfenden Kommunistischen Zellen (CCC)?

„Der 19.06 – als Tag der revo­lu­tio­nä­ren Gefan­ge­nen – wird bis heute über die euro­päi­schen Gren­zen hin­aus jähr­lich began­gen und ist für uns in die­sem Jahr Anlass mit einer Ver­an­stal­tung zur bel­gi­schen Stadt­gue­rilla CCC, den Kon­text zwi­schen revo­lu­tio­nä­rem Kampf und poli­ti­scher Gefan­gen­schaft her­zu­stel­len und der Not­wen­dig­keit der Ver­tei­di­gung revo­lu­tio­nä­rer Geschichte vor dem anhal­ten­den Geschichts­re­vi­sio­nis­mus zu ver­su­chen gerecht zu wer­den.“

(Quelle:
http://​poli​ti​cal​-pri​soners​.net/​i​t​e​m​/​3​3​1​-​i​n​f​o​r​m​a​t​i​o​n​s​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​e​n​-​z​u​-​d​e​n​-​k​a​e​m​p​f​e​n​d​e​n​-​k​o​m​m​u​n​i​s​t​i​s​c​h​e​n​-​z​e​l​l​e​n​-​c​c​c​.html)

Stutt­gart:
Don­ners­tag, 16. Juni um 19 Uhr
Lin­kes Zen­trum Lilo Herr­mann
Böb­lin­ger Str. 105, Stuttgart-​​Süd
► [… Di.,] 14.6. Film­vor­füh­run­gen

Madge­burg:
Frei­tag, 17. Juni um 18.30 Uhr
Info­la­den Mag­de­burg
Alexander-​​Puschkin Str. 20, Mag­de­burg

Ber­lin:
Sams­tag, 18. Juni um 18 Uhr
Honig­stein
Rei­chen­ber­ger Str. 157, 10999 Ber­lin
► Fr, 17.6., 16 Uhr: Kund­ge­bung vor der bel­gi­schen Bot­schaft“

(Quelle:
http://​poli​ti​cal​-pri​soners​.net/​i​m​a​g​e​s​/​s​t​o​r​i​e​s​/​2​0​1​1​_​0​5​/​1​9​.​0​6​.​/​1​6​-​1​9​-​0​6​_​-​_​V​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​s​r​e​i​h​e.pdf)

Texte von und zu den bel­gi­schen Kämp­fen­den Kom­mu­nis­ti­schen Zel­len (CCC):
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​a​n​d​e​r​e​/​t​e​x​t​e​-​v​o​n​-​u​n​d​-​z​u​-​d​e​n​-​b​e​l​g​i​s​c​h​e​n​-​k​a​e​m​p​f​e​n​d​e​n​-​k​o​m​m​u​n​i​s​t​i​s​c​h​e​n​-​z​e​l​l​e​n​-ccc/.

Eine Antwort an die „Proletarische Plattform“

Wie neu­lich schon erwähnt, hat die trend-Redak­tion einen Text zum Thema Klasse & Poli­tik heute der – anschei­nend neu­ge­grün­dete – „Pro­le­ta­ri­sche Platt­form“ in der Links­par­tei in den Kon­text der aktu­ell anlau­fen­den Orga­ni­sie­rungs­de­batte gestellt.

Die von der Platt­form vor­ge­nom­mene drei­fa­che Abgren­zung ist mir durch­aus sym­pa­thisch:

„• Der demo­kra­ti­sche Sozia­lis­mus steht für sozia­lis­ti­sche Markt­wirt­schaft, d.h. einen demo­kra­tisch gebän­dig­ten Kapi­ta­lis­mus, eine so genannte ‚gesell­schaft­li­che Kon­trolle‘ der Pri­va­ten: die Qua­dra­tur des Krei­ses.
• Der pla­to­ni­sierte Sta­li­nis­mus steht für ein auch künf­tig in natio­na­ler Beschrän­kung sich ver­ewi­gen­des und damit als Waffe gegen das Kapi­tal ent­schärf­tes Staats­mo­no­pol, mit der Maß­gabe, ein (aller­dings nie­mals begrif­fe­nes) ‚Wert­ge­setz‘ und noch ein paar andere Errun­gen­schaf­ten sozia­lis­ti­scher Wis­sen­schaft darin stär­ker zu berück­sich­ti­gen; für (im Falle des Fal­les) neu­er­li­che Koexis­tenz also mit dem Kapi­ta­lis­mus und Wett­be­werb, dies­mal aber nicht so sehr um die grö­ßere Por­tion Gulasch, son­dern haupt­säch­lich um die bes­sere Moral oder ‚Welt­an­schau­ung‘.
• Der hedo­nis­ti­sche Kom­mu­nis­mus der rei­nen Ver­nunft steht für die sofor­tige Abschaf­fung ‚der Arbeit‘, damit des Staa­tes; alle Men­schen wer­den ihrer puren Lust frö­nende Brü­der oder Schwes­tern – dar­un­ter geht gar nichts mehr. Für den Kapi­ta­lis­mus, ‚das Beste­hende‘ als das schlecht­hin Nega­tive, lasse man sich am bes­ten auf kei­ner­lei bestimmte Nega­tion ein, beschränke sich viel­mehr auf die Nega­tion schlecht­hin (‚nega­tive Kri­tik‘ gehei­ßen).“ (S. 2 – Hv. i.O.)

Was ich aber nicht ver­stehe, ist, warum es mit die­ser drei­fa­chen Abgren­zung sinn­voll sein soll, sich in der Links­par­tei zu orga­ni­sie­ren. Die Platt­form schreibt dazu:

„Seit der Bil­dung der WASG ab 2004, in deren Folge 2007 die Par­tei die Linke gegrün­det wurde, tut sich für Kom­mu­nis­ten eine Option auf, wie es sie seit der Tren­nung der USPD von der SPD im Ver­lauf des ers­ten Welt­krie­ges auf deut­schem Boden nicht mehr gege­ben hat. Eine von ihrem Selbst­ver­ständ­nis her sozia­lis­ti­sche, ihrem politisch-​​programmatischen Inhalt nach links­keyne­sia­nis­ti­sche Par­tei ermög­licht, zumin­dest for­mal, von ihrem plu­ra­lis­ti­schen Selbst­ver­ständ­nis her, die Orga­ni­sie­rung von Kom­mu­nis­ten in einer ent­ste­hen­den Mas­sen­par­tei.“ (S. 3)

Mit ziem­lich genau der glei­chen Stoß­rich­tung inter­ve­nier­ten ich und einige Genos­sen 1990/​91 in die Links­par­tei Vor­gän­ge­rin­or­ga­ni­sa­tion PDS: „Für eine femi­nis­ti­sche USPD mit revo­lu­tio­nä­rem Flü­gel“ – und wir sind kläg­lich geschei­tert (siehe unsere dama­lige – aus Anlaß des Plattform-​​Textes jetzt von mir wie­der­ver­öf­fent­lichte – Bilanz).

Und mir scheint heute, nach­dem sich ins­be­son­dere in Ber­lin ein neo-​​liberaler Regie­rungs­flü­gel in der Links­par­tei her­aus­ge­bil­det hat, sind die Chan­cen für ein der­ar­ti­ges Pro­jekt eher noch schlech­ter als Anfang der 90er Jahre:
-- Auch die Kom­mu­nis­ti­sche Platt­form ist gegen­über damals nicht kom­mu­nis­ti­scher gewor­den.
-- Und die eher bewegungs-​​orientierten Teile der Links­par­tei sind heute eher wei­ter vom lin­ken Flü­gel der sog. Neuen Sozia­len Bewe­gun­gen der 1980er Jahre ent­fernt als diese vor rund 20 Jah­ren der Fall war.

Und vor allem eine Prä­misse schon unse­rer dama­li­gen ‚PDS-​​Intervention‘, die ich kürz­lich im Kon­text der aktu­el­len Orga­ni­sie­rungs­de­batte wie folgt refor­mu­lierte, scheint mir auch heute noch zutref­fend zu sein: „Was sich jeden­falls aus dem Schick­sal der Z-​​Fraktion um Rai­ner Tram­pert und Tho­mas Eber­mann in den Grü­nen der 80er Jahre ler­nen läßt, ist, daß sich Revo­lu­tio­nä­rIn­nen auf ein sol­ches Bündnis-​​Projekt mit Gra­dua­lis­tIn­nen (und viel­leicht sogar Radi­kal­re­for­mis­tIn­nen) nur ein­las­sen soll­ten, wenn sie eigene Struk­tu­ren außer­halb des Bünd­nis­pro­jek­tes behal­ten und nicht voll und ganz in dem dor­ti­gen Frak­ti­ons­kampf auf­ge­hen.“

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Hin­ge­wie­sen sei außer­dem noch auf die Pro­gram­ma­ti­sche Eck­punkte der pro­le­ta­ri­schen Platt­form.

Heute (4.6., 20 h), Berlin: Žižek, Dath, Wissler zur Aktualität des Kommunismus

Ist der Kom­mu­nis­mus noch aktu­ell?

mit Sla­voj Žižek [Kul­tur­phi­lo­soph], Diet­mar Dath [Schrift­stel­ler], Janine Wiss­ler [LIN­KE­Land­tags­ab­ge­ord­nete in Hes­sen] und Alex Cal­li­ni­cos [Autor »Die revo­lu­tio­nä­ren Ideen von Karl Marx«].
Diese Ver­an­stal­tung fin­det in Koope­ra­tion mit der Rosa-​​Luxemburg-​​Stiftung statt und wird mode­riert von Chris­tina Kaindl.

Astra Kul­tur­hauss, Reva­ler Str. 99
Ber­lin

Quelle:
https://​www​.face​book​.com/​e​v​e​n​t​.​p​h​p​?​e​i​d​=​1​8​3​2​4​2​5​6​8​3​9​2​3​8​3​&​a​m​p​;​r​ef=nf.

Vorab-​​Auszug aus Žižeks Rede­bei­trag:

„Die Zeit­schrift, in der Gramsci seine Schrif­ten in den frü­hen 1920er Jah­ren ver­öf­fent­lichte, hieß »L‘Ordine nuovo« (Die neue Ord­nung) – eine Über­schrift, die spä­ter von der extre­men Rech­ten ver­ein­nahmt wurde. In die­ser spä­te­ren Ver­ein­nah­mung soll­ten wir die »Rich­tig­keit« von Gramscis Wort­wahl erken­nen und den Begriff nicht als etwas auf­fas­sen, das im Wider­spruch zum rebel­lie­ren­den Frei­heits­wil­len der authen­ti­schen Lin­ken steht. Viel­mehr soll­ten wir ihn wie­der auf­grei­fen als Mess­latte für den stei­ni­gen Weg, jene neue Ord­nung zu bestim­men, die jede erfolg­rei­che Revo­lu­tion zu eta­blie­ren haben wird. Kurz gefasst, unsere Zeit kön­nen wir am tref­fends­ten mit den Wor­ten cha­rak­te­ri­sie­ren, die Sta­lin auf die Atom­bombe ver­wen­dete: Sie ist nichts für schwa­che Ner­ven.“

Vorab-​​Auszug aus Wiss­lers Rede­bei­trag:

„Wir brau­chen ein Wirt­schafts­sys­tem, in dem die Bedürf­nisse der Men­schen im Mit­tel­punkt ste­hen und nicht das Pro­fit­stre­ben an ers­ter Stelle steht. […]. Die einen spe­ku­lie­ren, die ande­ren ver­hun­gern. Zyni­scher und men­schen­ver­ach­ten­der kann eine Ökono­mie kaum funk­tio­nie­ren.“

Zur Kri­tik:
Kom­mu­nis­mus als kri­ti­sche Pra­xis –
nicht: Uni­ver­sa­lis­mus als männ­li­che Idee
.
Eine Kri­tik am Philosophen-​​Kommunismus von Sla­voj Žižek und Alain Badiou

„von dem in sich schon unvoll­stän­di­gen ant­ago­nis­mus „pro­le­ta­riat“ – „bour­geoi­sie“ ist nichts mehr übrig­ge­blie­ben, die rede ist nur noch von „men­schen“. im kon­text der „herr­schen­den ver­hält­nisse“ von „men­schen“ zu spre­chen, negiert die gesamte ausbeutungs-​​ und gewalt­hier­ar­chie im impe­ria­lis­ti­schen patri­ar­chat.“
Eine Femi­nis­ti­sche Kri­tik (1993)

„Eine Kri­tik des Kapi­ta­lis­mus kann nicht bei der Ver­dam­mung ein­zel­ner Sym­ptome der herr­schen­den Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse ste­hen­blei­ben. Geld, Zins oder Finanz­spe­ku­lan­tIn­nen sind nicht Inbe­griff des Bösen oder beson­ders ver­werf­lich. Sie sind ledig­lich Aus­druck der zugrun­de­lie­gen­den ökono­mi­schen Ver­hält­nisse. Es ist das ganze kapi­ta­lis­ti­sche Sys­tem, samt Aus­beu­tung und Klas­sen­ge­sell­schaft, das es zu bekämp­fen gilt.“
Sozia­lis­ti­sche Linke, Grund­satz­pa­pier (April 2011), S. 7