Archiv der Kategorie 'Online gelesen / Überblicke'

(Was) wählen?

Die Frage scheint dies­mal so müßig, wie seit 20 Jah­ren nicht mehr, zu sein – wenn nicht sogar so, wie seit dem KPD-​​Verbot.

Über­sicht über den fol­gen­den Text:

I. Ein Blick zurück

1. Als Wah­len span­nend waren
2. Die ‚Rück­kehr‘ der spä­ten 50er und frü­hen 60er Jahre war nicht von Dauer

II. Der Stand der Dinge

III. Was die ande­ren sagen – kri­tisch kom­men­tiert
1. Ofen­schlot con­tra Dath
2. Bun­des­wahl­streik: Masse statt Klasse
3. Mann­heim: „Klas­sen­kampf statt Wahl­kampf“?
4. Angel of Neu­ko­elln: Für Grund­rechte, gegen Lohn­dum­ping und Sozi­al­ab­bau – und gegen deut­sche Kriegs­ein­sätze
5. Mäd­chen­mann­schaft: Elec­tions are a gen­der issue!
6. Diverse zu den Irr­we­gen der Pira­ten­par­tei
7. Avanti: „Unsere Wahl heißt Wider­stand“
8. VSP: Bitte noch mehr Weich­spü­ler
9. Von den Ex-​​TrotzkistInnen zu den Ex-​​MaoistInnen (ana­lyse & kri­tik)…
10. …zu Ex-​​blogsport-​​lerInnen (Kri­ti­sche Schrif­ten)
11. Mne­menth & TSP: Die Tücken des Wahl­rechts
12. Wahl­prüf­steine und andere Wahl­hil­fen
13. Gewerk­schaft­lich orga­ni­sierte SPD-​​Mitglieder sagen: SPD-​​Führung stür­zen ist dring­li­cher als SPD wäh­len
14. Alter­na­ti­ven zur Links­par­tei?
a) DKP – ohne Aus­sicht auf wahr­nehm­ba­ren Erfolg
b) PSG – unter irre­füh­ren­der Flagge
c) MLPD: Sta­lins „ech­ten Sozia­lis­mus“ wäh­len
d) Nicht auf dem Stimm­zet­tel: Frau­en­par­teien
15. Was die von mir regel­mä­ßig gele­se­nen Blät­ter „Arbei­ter­stimme“ (Nürn­berg) und „Arbei­ter­po­li­tik“ (Ham­burg) sagen

IV. Eigene Stel­lung­nahme

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NRW-Staatskanzlei an CDU-Geschäftsstelle: „Wie bündeln wir solche Infos, wir [recte: wie] organisieren wir die dauerhafte Beobachtung und Archivierung der Infos?“

- Wie die CDU NRW auf das YouTube-​​Video eines JuSo-​​Mitgliedes über Minis­ter­prä­si­dent Rüttgers-​​Rumänen-​​Äußerung rea­giert: Mit pro­fes­sio­nel­ler Video­über­wa­chung – lt. Fokus unter Betei­li­gung der NRW-​​Staatskanzlei -

Aus­ge­rech­net Focus-​​Online berich­tet unter der Über­schrift „‚Da ist rich­tig Scheiße ange­rich­tet wor­den‘“:

Der Stell­ver­tre­tende CDU-​​Pressesprecher in Nordrhein-​​Westfalen „Mül­ler schickte seine Beob­ach­tun­gen [über eine Ver­an­stal­tung der SPD-​​Ministerpräsidentin-​​Kanidatin Han­ne­lore Kraft] um 20:26:26 Uhr unter dem Stich­wort ‚VA in Köln mit Kraft‘ als E-​​Mail an Par­tei­spre­cher Mat­thias Heid­meier. Und der lei­tete sie wenig spä­ter, um 21:01:54 Uhr, an Gene­ral­se­kre­tär Hen­drik Wüst und auf den Dienst-​​PC von Boris Ber­ger in die Staats­kanz­lei wei­ter.
Ber­ger war noch im Dienst. Schon um 21:15:46 Uhr ant­wor­tete der poli­ti­sche Chef­pla­ner von Minis­ter­prä­si­dent Rütt­gers unter sei­ner E-​​Mail-​​Adresse Boris.Berger(at)stk.nrw.de dem CDU-​​Sprecher: ‚Gute Infos, danke! Wie bün­deln wir sol­che Infos, wir (Schreib­feh­ler, Anm. der Red.) orga­ni­sie­ren wir die dau­er­hafte Beob­ach­tung und Archi­vie­rung der Infos?‘ CDU-​​Mann Heid­meier kün­digte dem Staats­kanz­lis­ten die dau­er­hafte Beob­ach­tung der Oppo­si­ti­ons­füh­re­rin an. ‚Toto Mül­ler hat das jetzt im Griff. Jeder Auf­tritt von Kraf­ti­lanti mit Ton­band und Kamera. Das Mate­rial machen wir zugäng­lich.‘ Sollte wohl hei­ßen: die CDU belie­fert Ber­ger in der Staats­kanz­lei.“

„stk“ in der genann­ten mail-​​Adresse dürfte für „Staats­kanz­lei“ ste­hen.1 Der „Focus“ merkt dazu an: „Der Gesetz­ge­ber schreibt die strikte Tren­nung zwi­schen Staats­ap­pa­rat und Par­tei vor, die der frü­here CDU-​​Mitarbeiter Boris Ber­ger offen­bar mehr­fach über­schrit­ten hat.“

Am 9. Sep­tem­ber war dage­gen lt. Seite 2 des Fokus-​​Berichtes noch im Land­tag erklärt wor­den: „Wir unter­schei­den sau­ber zwi­schen Par­tei­ar­beit und Regie­rungs­ar­beit.“

Auch der Süd­deut­schen Zei­tung liegt der mail-​​Wechsel aus der Düs­sel­dor­fer Staats­kanz­lei vor:
http://​www​.sued​deut​sche​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​2​7​2​/​4​8​8​6​6​6​/​text/.
  1. Wenn die „FR“ dar­aus „von sei­ner per­sön­li­chen Mail­adresse“ macht, ist das zumin­dest miß­ver­ständ­lich. Gemeint zu sein scheint: nicht ‚pri­vate mail-​​Adresse‘, son­dern Dienst-​​mail-​​Adresse von Ber­ger selbst – und nicht von Sekre­ta­riat oder Refe­ren­tIn­nen. [zurück]

Das Hochzeits-Foto von Gen. Žižek und Braut

via LibCom via Ent­ding­li­chung.

Über­set­zung des Tex­tes oben rechts:

„Bis zum Ort der Zere­mo­nie ging Ana­lia mit ihrem Papa, Eudardo Hou­nie. Dort erwar­tete sie Sla­voy Žižek.“

In den letzten Tagen gelesen (06.09.09)

1. Husch-​​Husch berich­tet wohl­wol­lend bis affir­ma­tiv über das links­ra­di­kale poli­ti­sche Enga­ge­ment von Fou­cault .
2. Kopf und Herz berich­tet über die Pro­bleme, die die Pira­ten­par­tei mit Frauen hat.
3. Simu­la­tio­nen des Selbst bringt das Inhalts­ver­zeich­nis des neuen Argument-​​Heftes („Ele­mente eines neuen lin­ken Femi­nis­mus“):

Frigga Haug: Edi­to­rial: Ele­mente eines neuen lin­ken Femi­nis­mus
Frigga Haug: Femi­nis­ti­sche Initia­tive zurück­ge­win­nen – eine Dis­kus­sion mit Nancy Fra­ser
Tove Soi­land: Gen­der oder Von der Pass­för­mig­keit der Sub­ver­sion. Über die Kon­ver­genz von Kri­tik und Sozi­al­tech­no­lo­gie
Lynne Segal: Erneue­run­gen des Femi­nis­mus
Judith But­ler: In Pro­zesse von Pre­ka­ri­sie­rung ein­grei­fen
Terri Sed­don: An einer „Poli­tik des Wir“ arbei­ten
Renate Ull­rich: Feucht­ge­biete und Neue deut­sche Mäd­chen
Rüdi­ger Dan­ne­mann: Ágnes Hel­ler zum acht­zigs­ten Geburts­tag
etc.

4.a) Im Okto­ber erscheint bei Unrast: „Die Ver­nei­nung des Juden­tums. Anti­se­mi­tis­mus als reli­giöse und säku­lare Waffe“ von Klaus Holz, Heiko Kauff­mann und Jobst Paul.
b) Außer­dem weist Unrast auf „Kommt her­un­ter, reiht euch ein … Eine kleine Geschichte der Pro­test­for­men sozia­ler Bewe­gun­gen“ von Klaus Schön­ber­ger und Ove Sut­ter hin, das bei Asso­zia­tion A erschie­nen ist.
5. ein grü­nes Wahl­pla­kat stößt auf blog­sport auf eine gewisse hämi­sche Beliebt­heit: 1, 2.
6. Out of step brachte anläß­lich des ers­ten Sep­tem­ber die­ses Pla­kat:

http://outofstep.blogsport.de/2009/09/02/nachtrag-zum-1-september/

7. Die Brumm­kreislpi­lo­tin ist aus dem Som­mer­ur­laub zurück.
9. Lah­ma­cun hat Theo­rie als Pra­xis in ihre Blogroll-​​Liste auf­ge­nom­men.
10. Das Ein­stel­lungs­bünd­nis hat den hie­si­gen „Ver­such eini­ger Ent­wir­run­gen in Sachen Soli­da­ri­täts­ar­beit“ auf seine Seite über­nom­men.

In den letzten Tagen gelesen

Ich war ja in den letz­ten Tagen haupt­säch­lich mit Dis­ku­tie­ren über
++ die ver­meint­li­che aus­schließ­lich Zwei­ge­schlecht­lich­keit der Men­schen bei der Mäd­chen­mann­schaft, der meta-​​blog wies im übri­gen auf das hie­sige cross­pos­ting eines mei­ner dor­ti­gen Kom­men­tare hin,
und
++ über Begriffe, Moral und Poli­tik bei der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion
beschäf­tigt1.
Ein paar andere Sachen habe ich trotz­dem mit­be­kom­men:
1. Ofen­schlot wies bereits vor einer guten Woche auf ein Junge Welt-Inter­view mit dem Schrift­stel­ler Die­ter Dath hin und nimmt dazu Stel­lung:
a) Die Links­par­tei zu wäh­len, um die SPD zu ärgern – das ist wirk­lich das schwächste – weil unpo­li­tischste – aller mög­li­chen Argu­mente für eine Wahl der Links­par­tei. (Ob Ofen­schlot dage­gen bes­sere Argu­mente für eine Wahl die Links­par­tei gel­ten las­sen würde, bleibt aber unklar.)
b) Inter­es­san­ter sind die Aus­füh­run­gen zur Existenzgeld-​​Debatte; dazu habe ich ges­tern schon in einem sepa­ra­ten Bei­trag Stel­lung genom­men.
2.a) Auf der Seite des Ein­stel­lungs­bünd­nis­ses gibt es bereits seit dem 16.8. einen Text der Gruppe Soli­da­ri­scher Dis­kus­si­ons­be­darf, der unter der Über­schrift „Hört auf zu heu­len, es hat gerade erst ange­fan­gen…“ „Irrun­gen und Wir­run­gen der Soli­da­ri­täts­ar­beit mit Gefan­ge­nen und Ange­klag­ten“ dis­ku­tiert. Dazu wird es hier in Bälde eine Stel­lung­nahme geben (ist schon in Arbeit)
b) wird dort auch Teil IV der hie­si­gen radi-Rezensions-​​Reihe ver­linkt.
3. Bei der Mäd­chen­mann­schaft gab es im übri­gen in etwa par­al­lel zur Zweigeschlechtlichkeits-​​Diskussion einen zwei­ten Bei­trag, der dort und gleich auch noch beim Mäd­chen­blog viele (näm­lich: 76 + 46) Kom­men­tare aus­löste. Der Bei­trag geht wie folgt los:

„Immer wie­der und von allen Seite heißt es, uns Frauen stän­den doch alle Wege offen. Wir kön­nen frei ent­schei­den, Kin­der zu bekom­men oder nicht; arbei­ten zu gehen, oder zu Hause zu blei­ben; Sin­gle, mono,- oder poly­gam zu exis­tie­ren. Aber oft geht es dabei nicht nur darum, was wir tun könn­ten, son­dern wie wir dabei ange­se­hen wer­den, wenn wir es tun. Und dafür reicht es manch­mal schon, als Frau alleine unter­wegs zu sein und Spaß zu haben. Will­kom­men im wil­den All­tag!“ –

Teil 17 der Serie „Wilde Mäd­chen“.

4. lah­ma­cun bloggt wie­der (vgl. 1 und 2 [Nr. 7]), u.a. über Erfah­run­gen in der Ambu­lanz, und nimmt unter der Über­schrift „neben­bei“ auch gleich zu Theo­rie als Pra­xis Stel­lung:

Willst du Battle? Kriegst du DGSch!!!
seit gerau­mer zeit darf sich blog­sport über einen bemer­kens­wer­ten neu­zu­gang freuen. dgsch ver­fasst nicht nur viele bei­träge und prä­sen­tiert regel­mä­ßig tages­zu­sam­men­fas­sun­gen („heute gele­sen“), son­dern sie mischt auch in dis­kus­sio­nen mit. und zeigt dort – beein­dru­ckende, wirk­lich BEEIN­DRU­CKENDE hart­nä­ckig­keit! das impo­niert mir. nor­ma­ler­weise ist es oft so, dass sich leute (und das gilt auch für mich) irgend­wann aus ner disku zurück­zie­hen, viel­leicht noch ein biss­chen pöbeln dabei (auch das gilt nicht sel­ten auch für mich) – und dann ist’s vor­bei. nicht so dgsch. dgsch schreibt lie­ber den längs­ten kom­men­tar, den es je auf blog­sport zu sehen gab. ich habe ihn „mörder-​​kommentar“ getauft. und ich bin stolz: ich habe ihm nicht nur einen namen gege­ben, ich habe ihn auch zur gänze gele­sen. den neuen auch. auf jeden fall: es geht wei­ter! [1] ob’s jemals enden wird? – wer weiß das schon … ich les‘ der­wei­len brav mit [2].
Willst du Battle? Kriegst du Battle!!!
aber hallo!
[1] vor­war­nung: das sind (ohne fuß­no­ten) ca. 14 sei­ten in open office. liegt v.a. daran, dass da noch­mals der mörder-​​kommentar und sein klei­ner bru­der doku­men­tiert wur­den.
[2] eine inhalt­li­che beur­tei­lung – dazu sehe ich mich der­zeit nicht in der lage. in sachen „Blar“ zB bin ich krims und dgsch auf­fas­sung, was das andere betrifft, mal so, mal so – es sind ein­fach zu viele the­men, die da mitt­ler­weile behan­delt wer­den, und ich schreibe keine 14-​​seitigen kom­men­tare – und v.a. komm ich kaum mit dem lesen nach! vllt kommt irgend­wann mal was zu nem ein­zel­thema, der­wei­len bin ich nur eine über die aus­dauer stau­nende lese­rin.“

5. a) scharf-​​links hat mei­nen Bei­trag zu Zivil­ge­sell­schaft oder ideo­lo­gi­sche Staats­ap­pa­rate?, den es bis dahin nur bei links­ak­tiv gab, über­nom­men

und

b) Sys­tem­crash hatte dazu hier bei dem damals hier aktu­ells­ten Bei­trag fol­gen­den Kom­men­tar abge­ge­ben:

„vie­len dank für den sehr inter­es­san­ten arti­kel über gramsci und alt­hus­ser.
die gedan­ken über kulu­relle hege­mo­nie und ideo­lo­gi­sche staats­ap­pa­rate schei­nen mir für eine erneue­rung der mar­xis­ti­schen theo­rie der gegen­wart äußerst wich­tig zu sein.
viel erfolg für ihre wei­tere arbeit!

sys­tem­crash

http://​sys​tem​crash​.word​press​.com (platt­form für mar­xis­ti­sche kon­ver­genz)“

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Heute gesehen (23.8.)

1.a) daß eif­rig über Tests zur Geschlechts­be­stim­mung von Sport­le­rIn­nen dis­ku­tiert wird – bei

-- Eman­zi­pa­tion oder Bar­ba­rei

-- Das Ende des Sex: Bio­lo­gi­sches Geschlecht ist gemacht

-- Kopf und Herz

-- der Mäd­chen­mann­schaft. Dort sei ins­be­son­dere auf den Kom­men­tar von Kopf und Herz hin­ge­wie­sen:

„es ist doch schlicht so, dass es keine zwei geschlech­ter gibt, da es unklar ist, an was man/​frau geschlecht fest machen soll. d.h. selbst biologisch/​medizinisch ist das nicht klar, ganz zu schwie­gen von sozia­len prak­ti­ken (drag, plas­ti­sche chir­ur­gie etc.)… geschlecht ist gemacht und es müsste eigent­lich das recht auf selbst­be­stim­mung gel­ten. […] das geni­tal macht aktu­ell wohl auch nicht das geschlecht aus, was der fall der leicht­ath­le­tin zeigt. […]. also sollte man geschlecht end­lich als kon­ti­nuum begrei­fen, dann bräuchte man auch sol­che tests nicht … in denen letzt­lich auf grund einer viel­zahl von fak­to­ren (die medi­zin ist hier wei­ter als der all­ge­meine men­schen­ver­stand), […].“

Daraf ant­wor­tet Quatsch mit Soße:

„zwei geschlech­ter gibt es laut aktu­el­lem erkennt­nis­stand schon seit 565 mio. jah­ren. sie sind ein uni­ver­sel­les und bewähr­tes prin­zip der bio­lo­gie. in den meis­ten fäl­len haben men­schen keine pro­bleme, män­ner und frauen zu unter­schei­den. das funk­tio­niert auch, wenn man nur ein gesicht sieht, ohne make up und mit neu­tra­ler fri­sur. kleine kin­der und sogar tiere kön­nen treff­si­cher zwi­schen geschlech­tern unter­schei­den. eine mensch­li­che ent­schei­dung kann, soll und muss es geben über die rol­len, die män­ner und frauen ein­neh­men möch­ten. aber davor haben sie einen bio­lo­gi­schen kör­per, der in den aller­meis­ten fäl­len ein­deu­tig einem geschlecht ange­hört.“

Das state­ment von Quatsch mit Soße ent­hält nun aller­dings einen klei­nen, aber ent­schei­den­den Wider­spruch:

„zwei geschlech­ter gibt es laut aktu­el­lem erkennt­nis­stand schon seit 565 mio. jah­ren. sie sind ein uni­ver­sel­les und bewähr­tes prin­zip der bio­lo­gie.“
vs.
Men­schen haben „einen bio­lo­gi­schen kör­per, der in den aller­meis­ten fäl­len ein­deu­tig einem geschlecht ange­hört.“

„in den aller­meis­ten fäl­len“ ist eben nicht „uni­ver­sell“ (auch im Tier­reich ist Zwei­ge­schlecht­lich­keit keine uni­ver­selle Rea­li­tät).

Also: Es gibt zwar (bio­lo­gisch ein­deu­tige) Män­ner und Frauen, aber es gibt nicht aus­schließ­lich zwei Geschlech­ter, was die von Quatsch mit Soße zuge­stan­de­nen – wenn auch zahl­mä­ßig gerin­gen – unein­deu­ti­gen Fälle zei­gen.

„Es gibt keine zufrie­den­stel­lende human­bio­lo­gi­sche Defi­ni­tion der Geschlechts­zu­ge­hö­rig­keit, die die Pos­tu­late der All­tags­theo­rien ein­lö­sen würde.“1 „Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­rien kön­nen [… näm­lich] die Geni­ta­lien zum Zeit­punkt der Geburt oder die Chro­mo­so­men sein, die im Zuge vor­ge­burt­li­cher Ana­ly­se­ver­fah­ren fest­ge­stellt wer­den; beide müs­sen nicht not­wen­di­ger­weise überein­stim­men.“2

Die­ser Rea­li­tät ist eine Zuord­nungs­pra­xis, die nur die Alter­na­tive „Mann oder Frau“ zuläßt, auf jeden Fall unan­ge­mes­sen – egal wie wenig unein­deu­tige Fälle es gibt. Auch ein Fall stellt bereits den strik­ten Bina­ris­mus in Frage. Jeder unein­deu­tige ‚Fall‘, der den­noch zu Mann oder Frau erklärt oder per Zwangs-​​OP (eindeutig[er]) gemacht wird, ist kein Fall von bio­lo­gi­scher Erkennt­nis, son­dern von sozia­ler Herr­schafts­pra­xis.

Dage­gen greift auch nicht der Ein­wand3 durch, daß es für sport­li­che Leis­tun­gen (anders als bspw. für die Benut­zung von Toi­let­ten und Umklei­de­ka­bi­nen oder – ein­ver­nehm­li­che oder gewalt­same – sexu­elle Hand­lun­gen) ohne­hin nicht auf die Geni­ta­lien, son­dern allein auf die Chro­mo­so­men ankomme. Denn wie meh­rere Kom­men­ta­to­rIn­nen bei der Mäd­chen­mann­schaft dar­ge­legt haben, garan­tie­ren auch XY-​​Chromosomen keine höhere sport­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit:

Helga schreibt:

„Wenn Semenya eine kom­plette Andro­gen­re­sis­tenz hat, dürfte sie z.B. bei den Olym­pi­schen Spie­len star­ten. Eben weil ihr Kör­per keine männ­li­chen Hor­mone ver­ar­bei­ten kann. Sie wäre kein Mann. Und auch keine nor­male Frau. Das Y-​​Chromosom nützt bei der Andro­gen­re­sis­tenz nichts. die männ­li­chen Sexu­al­hor­mone wer­den ja nicht ver­ar­bei­tet […]. Oder wenn das Y-​​Chromsosom abge­schal­tet ist, dann wür­den nicht mal Hor­mone pro­du­ziert.“

Kasu zitiert einen Spie­gel Online-​​Artikel:

“Nor­ma­ler­weise wei­sen Frauen zwei X-​​Chromosomen in ihren Zel­len auf, Män­ner ein X-​​ und ein Y-​​Chromosom. Man­che mit einem Y-​​Chromosom gebo­re­nen Men­schen ent­wi­ckeln alle kör­per­lich cha­rak­te­ris­ti­schen Merk­male einer Frau – aus­ge­nom­men der inne­ren Sexual-​​Organe. Sie lei­den unter dem Androgen-​​Insuffizienz-​​Syndrom (AIS). Diese Frauen sind XY, aller­dings kein Mann, weil ihr Kör­per nicht auf das pro­du­zierte Tes­to­ste­ron rea­giert. Des­halb dür­fen sie auch bei den Frauen star­ten. Sie­ben der acht Frauen, die 1996 bei Olym­pia in Atlanta posi­tiv auf Y-​​Chromosomen getes­tet wur­den, hat­ten AIS und durf­ten teil­neh­men. ”

und fügt dann hinzu:

„Daher könnte es gut sein, dass Cas­ter Semenya über­haupt kein wett­kampf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen hat, auch wenn sich her­aus­stellt, dass sie eine XY-​​Frau ist.“

Für den Bereich des Sports wäre also – im Inter­esse einer Ver­gleich­bar­keit der Leis­tun­gen (wenn denn nicht über­haupt das Kon­zept der „Leis­tung“ und der „Leis­tungs­sport“ in Frage gestellt wer­den sol­len – zwei Fra­gen die an die­ser Stelle nicht dis­ku­tiert wer­den sol­len) – statt einer Kate­go­ri­sie­rung nach „Mann oder Frau“ eine Bil­dung von Leis­tungs­fä­hig­keits­klas­sen nach Kri­te­rien, wie sie Herz und Kopf vor­ge­schla­gen hat, vor­zu­zie­hen:

für den sport gilt es also anstatt der schwam­mi­gen zuord­nung per geschlecht, genaue kri­te­rien fest­zu­le­gen, dies könn­ten sein:
- kör­per­größe
- alter
- gewicht
- lun­gen­vo­lu­men
- bmi
oder was es sonst noch für leis­tun­ges­re­le­vante kri­te­rien gibt.“

In einem Punkt hat aller­dings Quatsch mit Soße recht:

„In fra­gen der bio­lo­gi­schen und kör­per­li­chen tat­sa­chen zäh­len bio­lo­gie und kör­per.“

Dage­gen greift auch der Ein­wand von Sven nicht durch:

„Ich würde behaup­ten, dass jeg­li­che Anbin­dung an vor­dis­kur­sive ‘Tat­sa­chen’ schlicht­weg sinn­los ist; aus unse­rer Spra­che und Kul­tur kom­men wir nicht her­aus.“

aa) ent­wer­tet die­ser Eiwand nicht nur – wie beab­sich­tigt – die hege­mo­niale Behaup­tung eines Tatsachen-​​Charakters der aus­schließ­li­chen Zwei­ge­schlecht­lich­keit, son­dern genauso auch die auf die Tat­sa­che der Inter­se­xua­li­tät gestützte Kri­tik an der hege­mo­nia­len Sicht­weise,

womit sich bb) zeigt, daß ein ‚lin­gus­ti­zis­ti­schen Monis­mus‘ – gegen den sich im übri­gen auch Judith But­ler wen­det4 – nur in Sub­jek­ti­vis­mus = Will­kür enden kann.
Daß wir unsere Erkennt­nisse nur mit­tels Spra­che pro­du­zie­ren und for­mu­lie­ren kön­nen, heißt nicht, daß es die Gegen­stände unse­rer Erkennt­nisse nicht gibt.5

b) Ergän­zend sei – gegen Quatsch mit Soße:

„ich denke, du erfin­dest hier kri­te­rien für eine unhalt­bare these. dass men­schen bio­lo­gisch frauen und män­ner sind und sich als frauen und män­ner fort­pflan­zen, ist eine tat­sa­che, […]“ –

noch dar­auf hin­ge­wie­sen, daß auch das – für den Sport aller­dings nicht beson­ders rele­vante Kri­te­rium der Gebär­fä­hig­keit keine ein­deu­tige Zuord­nung aller Men­schen zu einem von aus­schließ­lich zwei Geschlech­tern erlaubt:

Auch unter dem Gesichts­punkt der Gene­ra­ti­vi­tät, läge es durch­aus nahe, mehr als zwei Haupt­grup­pen – Män­ner (angeb­lich = Nicht-​​Gebärfähige) und Frauen (angeb­lich = Gebär­fä­hige) – zu bil­den. Es läge unter dem Gesichts­punkt der Gene­ra­ti­vi­tät viel­mehr nahe, min­des­tens drei – viel­leicht auch vier, fünf, oder sechs – Haupt­grup­pen zu bil­den:
• Nie-​​Gebärfähige (dar­un­ter sol­che, die trotz­dem gebä­ren wol­len, und sol­che die ohne­hin nicht gebä­ren wol­len);
• Noch-​​Nicht-​​ und Nicht-​​Mehr-​​Gebärfähige;
• (gebär­wil­lige und gebär­un­wil­lige) Gebär­fä­hige.
Und vor allem sind wohl Kul­tu­ren denk­bar, die den Umgang mit den Fol­gen des Gebä­rens so regeln, daß die Tat­sa­che des Gebä­rens nicht mehr aus­schlag­ge­bend für die Posi­tio­nie­rung von Indi­vi­duen in der gesell­schaft­li­chen Struk­tur ist. (Das letzte Argu­ment führt durch­aus nicht zur Restau­ra­tion der Unter­schei­dung zwi­schen sex und gen­der. Denn jeden­falls das Gebä­ren ist [anders als die Gefähr­fä­hig­keit, die aber wie­derum – wie gezeigt – nicht allen Frauen gemein­sam ist!] keine Eigen­schaft (des sex Frau), son­dern eine Tätig­keit. Es bleibt also bei But­ler: Würde von der Tätig­keit des Gebä­rens bzw. Nicht-​​Gebärens – also vom doing gen­der – auf die Exis­tenz zweier sex mit unter­schied­li­chen bio­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten geschlos­sen, so wäre dies nur ein neues Argu­ment dafür, daß sex nicht ursprüng­lich, son­dern viel­mehr ein Effekt von gen­der ist.)6

2. Pinky nimmt in FN ** zu den hie­si­gen Kom­men­ta­ren von Anti­fatzke und ♥Tek­knoatze Stel­lung; auch hier gibt es inzwi­schen wei­tere Kom­men­tare zu dem Aus­gangs­bei­trag. Ich werde bei Gele­gen­heit auch noch etwas zur Min­dest­lohn­for­de­rung schrei­ben.
3. Dage­gen ist die Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion in Schwei­gen ver­fal­len. Ein Zei­chen von Ein­sicht? Oder viel­mehr von argu­ment­lo­ser Bei­be­hal­tung der kri­ti­sier­ten Posi­tion?

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In den letzten Tagen gelesen

1.a) einen Nach­trag zur Rassismus-​​Diskussion anläß­lich des ‚Po-​​Plakates‘ der Grü­nen Kaarst: Die bro­thers­kee­pers beto­nen zu recht den Unter­schied zwi­schen wol­len und tun; zwi­schen sagen wol­len und tat­säch­lich sagen (vgl. auch: http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​1​3​/​w​a​s​-​m​a​c​h​t​-​g​u​t​e​-​a​n​a​l​y​s​e​n​-aus/, Nr. 2)

„Die Krux -Ihr Denkfehler-​​ liegt in der Tat­sa­che, dass vor allem ras­sis­ti­sches Han­deln nicht zwangs­läu­fig aus dem ‚Vor­satz, ras­sis­tisch zu sein‘ resul­tiert. Ob nun beab­sich­tigt oder unbe­ab­sich­tigt – Fakt ist, dass das Pla­kat ras­sis­ti­sche und sexis­ti­sche Asso­zia­tio­nen (be)nutzt und (be)stärkt.
Vor allem Ras­sis­mus ist so tief in unse­rer Gesell­schaft ver­an­kert, dass er sich in Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten aus­drückt und als Mecha­nis­mus idR nur von den­je­ni­gen wahr­ge­nom­men wird, die betrof­fen sind.
Ihrer Auf­fas­sung nach stellt das Pla­kat­mo­tiv selbst­ver­ständ­lich keine ras­sis­ti­sche Hand­lung dar, genauso wie Sie selbst­ver­ständ­lich nicht ras­sis­tisch sein kön­nen. Doch um Ras­sis­mus authen­tisch zu ent­lar­ven, gilt es, eige­nes (selbst­ver­ständ­li­ches) Ver­hal­ten zu hin­ter­fra­gen und zu reflek­tie­ren. Anstatt sich mit den eigent­li­chen Ursa­chen für das Initi­ie­ren solch einer Wer­bung aus­ein­an­der zu set­zen, schei­nen Sie jedoch mehr damit beschäf­tigt, Gründe auf­zu­zäh­len, warum Sie keine Ras­sis­ten sein kön­nen. Las­sen Sie sich gesagt sein: Es ist nicht so sim­ple wie es scheint, kein Ras­sist zu sein – das liegt ganz ein­fach in den gesell­schaft­li­chen Struk­tu­ren begrün­det.
Ihre Flucht in die all­täg­li­chen ‚Ich bin kein Ras­sist, weil…‘-Abwehrmechanismen, kos­tet Sie unse­res Erach­tens mehr an Glaub­wür­dig­keit und Wäh­ler­stim­men als die Pla­kat­wer­bung an sich. Sie hät­ten Ihren Faux­pas zum Anlass neh­men können/​müssen, um -ent­spre­chend Ihrer Programmatik-​​ Ras­sis­mus und Sexis­mus als weit­rei­chende und tief­ge­hende gesell­schaft­li­che Übel zu demas­kie­ren. Denn Aus­fälle wie Ihr Wahl­pla­kat sind zwar trau­rig, im Grunde aber nicht ver­wun­der­lich. Viel­mehr sind sie Aus­druck alt­ein­ge­ses­se­ner ras­sis­ti­scher und sexis­ti­scher Pra­xen und Struk­tu­ren. Die Wahr­heit: Nie­mand ist davor gefeit, in die böse Falle zu tap­pen.“

Nur gegen den Halb­satz „und als Mecha­nis­mus idR nur von den­je­ni­gen wahr­ge­nom­men wird, die betrof­fen sind.“ möchte ich leichte bis starke Vor­be­hal­ten anmel­den:
aa) Jeden­falls das „idR“ ist dop­pelt und drei­fach dick zu unter­strei­chen: Auch Nicht-​​Betroffene und sogar Prot­ago­nis­tIn­nen eines Herrschafts-​​ und/​oder Aus­beu­tungs­ver­hält­nis­ses kön­nen die­ses erken­nen – nur, daß die Prot­ago­nis­tIn­nen die­ses Herr­schafts­ver­hält­nis als „gerechte Herr­schaft“ (good gover­nance), als lei­der (noch) not­wen­dig oder sonst­wie legi­tim betrach­ten wer­den.
bb) Und umge­kehrt garan­tiert auch das Betrof­fen­sein von Herr­schaft und Aus­beu­tung nicht immer das Erken­nen der­sel­ben.
Standpunkt-​​Epistemologien sind wis­sen­schafts­theo­re­tisch nicht halt­bar und auch poli­tisch ver­hän­gis­voll, s. http://​edoc​.hu​-ber​lin​.de/​d​i​s​s​e​r​t​a​t​i​o​n​e​n​/​s​c​h​u​l​z​e​-​d​e​t​l​e​f​-​g​e​o​r​g​i​a​-​2​0​0​4​-​0​6​-​1​0​/​P​D​F​/​s​c​h​u​l​z​e.pdf, S. 48 f., 59 f. und am Bei­spiel der ‚pro­le­ta­ri­schen Bio­lo­gie‘ Lys­sen­kos: http://www.marx2mao.com/Other/Proletarian%20Science.pdf.

b) sich auch die Mäd­chen­mann­schaft mit Ras­sis­mus beschäf­tigt – vor­lie­gend einer Foto­se­rie des Models Naomi Camp­bell.
2. einen Brief von Fels (Für eine lin­ken Strö­mun­gen) in Sachen eines ‚Baugruppen‘-Projektes bzw. gen­tri­fi­ca­tion. – Auch wenn ich ansons­ten nicht immer von Fels-​​Text begeis­tert bin, ist an die­sem m.E. im Gro­ßen und Gan­zen nichts aus­zu­set­zen. Der den Brief ver­öf­fent­li­chen blog Mie­ten­stopp mon­tiert zwar:

„Auf­fäl­lig ist das große Schwei­gen zum Thema, ob ein der­ma­ßen auf­fäl­li­ges Bau­vor­ha­ben an solch ex­po­nier­ter Stel­le (Karl-​​​Kun­ger Ecke Loh­müh­len­stra­ße, so­zu­sa­gen am Kreuz­ber­ger Ein­falls­tor nach Alt-​​​Trep­tow) nicht sym­bo­lisch eine star­ke Auf­wer­tungs­kraft ent­wi­ckeln und Ei­gen­tü­mer von Nach­bar­häu­sern zu Mietstei­ge­run­gen ani­mie­ren könn­te.“

Aber: So sehr die Ein­sicht zu ver­tei­di­gen ist, daß auch das Pri­vate poli­tisch ist, so ist doch gleich­zei­tig zu unter­schei­den zwi­schen direk­tem, herr­schaft­li­chem und/​oder aus­beu­ten­den Han­deln (z.B. dem von Ver­ge­wal­ti­gern) und einem Ver­hal­ten, das erst über dazwi­schen tre­tende Markt­pro­zesse oder gar nur „sym­bo­lisch“, uner­freu­li­che Effekte erzeugt. Hin­zu­kommt, daß in Anbe­tracht des nahezu voll­stän­di­gen Feh­lens kleingruppen-​​übergreifender, demo­kra­ti­scher Ent­schei­dungs­struk­tu­ren in der Lin­ken nicht ersicht­lich ist, wel­che Instanz befugt sein sollte, Genos­sIn­nen mit einem unter­durch­schnitt­li­chen, durch­schnitt­li­chen oder auch leicht über­durch­schnitt­li­chen Ein­kom­men sank­ti­ons­be­währte Vor­schrif­ten dar­über zu machen, wie sie ihr Geld aus­ge­ben (von Extrem­fäl­len, wie der Beschäf­ti­gung von Putz­frauen zu Hun­ger­löh­nen mal abge­se­hen – aber das ist dann auch ein Fall direk­ten Han­delns).

3. daß das Audio­ar­chiv. Eman­zi­pa­to­ri­sche Inhalte zum Hören einen Vor­trag von Andrea Tru­mann zum Thema „Frau­en­frage in der Lin­ken“ ver­öf­fent­licht. Kein Kom­men­tar – da noch nicht ange­hört.
4. daß bei der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion wei­ter über Begriffs­de­fi­ni­tio­nen und NS-​​Gleichsetzungen dis­ku­tiert wird (1, 2 – auch Theo­rie als Pra­xis kann nicht schwei­gen).
5. diverse Ter­min­an­kün­di­gun­gen:
b) Demo am 12. Sept. in Ber­lin „gegen Über­wa­chung“
c) Aktio­nen gegen den „1000-​​Kreuze-​​Marsch“ von christlich-​​fundamentalistischen Anti-​​Choise-​​AktivistInnen am 26.09. in Ber­lin (12:30 h, Rotes Rat­haus)
6. daß das Ein­stel­lungs­bünd­nis auf den Teil II der hie­si­gen radi­kal-Rezensions-​​Reihe (mor­gen kommt Teil IV.) hin­weist.

Gelesen (17.08.)

1. daß TOP und die Inter­na­tio­na­len Kom­mu­nis­tIn­nen kri­tisch auf die Iran-​​Kundgebung am 12. August, an der sie betei­ligt waren, zurück­bli­cken – fragt sich nur, warum nicht bereits in den ursprüng­li­chen Kund­ge­bungs­auf­ruf klipp und klar
-- eine Ableh­nung eines evtl. Krie­ges gegen den Iran
und
-- eine Kri­tik des paternalistisch-​​militärischen Men­schen­rechts­ex­ports geschrie­ben wurde.
Dann hätte sich wahr­schein­lich von vorn­her­ein eine Kund­ge­bungs­teil­nahme der­je­ni­gen poli­ti­schen Kräfte, deren Agie­ren bei der Kund­ge­bung jetzt mit Miß­fal­len auf­ge­nom­men wurde, erüb­rigt. Statt des­sen wurde in dem Auf­ruf ohne klare Stel­lung­nahme über das ira­ni­sche „Atom-​​ und Rake­ten­pro­gramm“ und das angeb­li­che „poli­ti­schen Appeas­e­ment“ gegen­über dem Iran geschrie­ben. Eine Kri­tik am ira­ni­schen Atom­pro­gramm ohne unzwei­deu­ti­ger Abset­zung von einer Ver­tei­dung des beste­hen­den Atom­waf­fe­no­li­go­pols gerät aber zwangs­läu­fig in ein frag­wür­di­ges Fahr­was­ser; genauso eine pau­schale Soli­da­ri­tät mit „den Pro­tes­tie­ren­den“ im Iran – ohne auf Klassen-​​, gen­der etc.-Differenzen und unter­schied­li­che poli­ti­sche Optio­nen ein­zu­ge­hen.
2. der Bekämp­fer der ver­meint­li­chen Bekämp­fe­rIn­nen des ver­meint­lich Bösen zu dem Thema anmerkt:

„Nach­dem nun über eine halbe Woche im Inter­net über die Iran-​​Kundgebung in Ber­lin dis­ku­tiert wurde, mani­fes­tiert T.O.P. mit einer Stel­lung­nahme nur noch­ein­mal, …“

„nun über eine halbe Woche“ – gibt es eigent­lich inzwi­schen eine Stel­lung­nahme von ARAB und JANO zu dem Soli-​​Konzert am 7.8.? Oder sol­len ursprüng­li­che Ein-​​ und spä­tere Aus­la­dung von MaKss Damage dau­er­haft ohne poli­ti­scher Erklä­rung blei­ben? – Wer im Glas­haus sitzt, sollte nicht mit Stei­nen schmei­ßen.

3. die Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion kri­ti­siert, ohne daß das Kri­ti­sierte vor­her zur Kennt­nis zu neh­men:

„Bei TaP, dem Blog für die Ver­wurs­tung von Ge­plap­per strai­ght outta Wis­sen­schafts­be­trieb als Pra­xis, in der man sich weder von ob­jek­ti­ver Wis­sen­schaft noch von Po­li­tik ‚be­vor­mun­den‘ las­sen möch­te, also dar­auf be­harrt, die ei­ge­ne Sub­jek­ti­vi­tät un­ge­trübt von Kri­tik dar­stel­len zu kön­nen, schreibt man den glei­chen Blöd­sinn auf wis­sen­schafts­theo­re­tisch und gleich­zei­tig links­ra­di­kal, d.h. mit dop­pel­ter Jar­go­ni­tis als Ar­gu­men­ter­satz.“

Wie dar­ge­legt kann eine objek­tive Erkennt­nis die poli­ti­sche Bewer­tung des Erkann­ten nicht erset­zen oder vor­weg­neh­men. Die Zurück­wei­sung der Bevor­mung der Poli­tik durch die Wis­sen­schaf­ten tan­giert daher weder den Anspruch der Wis­sen­schaf­ten auf Objek­ti­vi­tät noch deren Objek­ti­vi­tät, soweit sie denn tat­säch­lich gege­ben ist.

„Den Ver­gleich wie De­cker im oben ver­link­ten Text ein­fach zu ma­chen, das ist eines links­ra­di­ka­len Wis­sen­schafts­hei­nis selbst­ver­ständ­lich nicht wür­dig. Statt­des­sen schlägt er sich damit herum, ob man einen sol­chen Ver­gleich ma­chen kann (man kann!) und was man dabei nicht ma­chen kann (gleich­set­zen!).“

Auch die Gleich­set­zung kann gemacht wer­den, nur ist sie (wis­sen­schaft­lich) unzu­tref­fend und (poli­tisch) falsch.

„wes­halb es Quatsch ist, das Re­sul­tat Nich­ti­den­ti­tät als me­tho­di­sche Vor­schrift vor­weg­zu­neh­men.“

‚Vor­weg­nahme‘?! – nach sound­so­viel Jahre For­schung zum Natio­nal­so­zia­lis­mus?

„Womit dann der Moral von der Ge­schich­te der Boden be­rei­tet ist“

Argu­ment? Begriffs-​​Definition? – Ist nach Ansicht der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion jede poli­ti­sche Bewer­tung des Exis­tie­ren­den oder ehe­mals Exis­tie­ren­den oder poli­ti­scher Ziel­set­zun­gen per se mora­lisch und daher zu unter­las­sen? Ver­folgt die Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion poli­ti­sche Ziele? Drückt „Aktion“ im blog-​​Namen poli­ti­sches Han­deln und „anti­de­mo­kra­tisch“ eine Ziel­be­schrei­bung aus? Und falls ja, wie begrün­det sie ihre Ziel­set­zun­gen? Falls nein, wel­chen Sta­tus haben die Bestand­teile des blog-​​Namens dann statt desen?

„Und schon ist auch der ra­di­ka­len Lin­ken als Dienst­an­wei­sung für gutes ra­di­ka­les Links­sein die Na­tio­nal­moral vom guten de­mo­kra­ti­schen Na­tio­na­lis­mus vs. den schlech­ten (neo-)na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen mal wie­der ins Stamm­buch ge­schrie­ben“

Daß auch das klei­nere Übel ein Übel ist, ändert nichts daran, daß sich Unter­schiede zwi­schen ver­schie­de­nen Übel fest­stel­len und sich diese auch quan­ti­ta­tiv und qua­li­ta­tiv auf den Begriff den Begriff brin­gen las­sen.

Bitte Lenins Linksradikalismus-​​Kritik lesen, dabei und anschlie­ßend den­ken und nächs­tes Mal etwas Durch­dach­tes schrei­ben.

Heute gesehen (16.8.)

1. einen neuen blog: für einen Antirepressions-​​Kongreß 2010; mit einer prä­zi­sen „dead­line for sub­mis­sion“ von Vor­schlä­gen für Kongreß-​​Beiträge: „Octo­ber 9th, 2009 Mid­night (23:59) UTC“. – Das stimmt mich ja hoff­nungs­voll für die Zukunft des Leni­nis­mus; werde jeden­falls einen Vor­schlag ein­rei­chen, falls noch etwas genaue­res zur Fra­ge­stel­lung des Kon­gres­ses ver­öf­fent­licht wird.
3. Die Doku­men­ta­tion einer Ana­lyse eines Arbeits­kampf in der Ukraine durch die Gruppe Inter­na­tio­na­ler Sozia­lis­tIn­nen:

„Was ist der grund­le­gende Unter­schied zwi­schen der For­de­rung nach Ver­staat­li­chung auf der einen Seite und dem Kampf für kon­krete mate­ri­elle For­de­run­gen auf der ande­ren? Die For­de­rung nach Ver­staat­li­chung, d.h. der Über­füh­rung des Unter­neh­mens in Staats­ei­gen­tums (bzw. des bür­ger­li­chen Staa­tes da es kei­nen ande­ren gibt) impli­ziert den Kampf für eine alter­na­tive kapi­ta­lis­ti­sche Stra­te­gie, […].
Wenn wir die Chance gehabt hät­ten am Kampf teil­zu­neh­men hät­ten wir fol­gen­des vor­ge­schla­gen:
• Über­nahme der Fabrik unter der Auto­ri­tät einer Arbei­ter­ver­samm­lung.
• Rück­füh­ren der aus­ge­la­ger­ten Gerät­schaf­ten (hier müs­sen wir anmer­ken, dass in der Fabrik 1500 Arbei­ter beschäf­tigt sind. Zusam­men mit ihren Fami­lien und Freun­den war das eine bedeu­tende Kraft, die ange­sichts der drei­fa­chen Krise in der Ukraine gute Chan­cen hatte ihre For­de­run­gen gegen­über den Behör­den durch­zu­set­zen).
• Die For­de­rung nach sofor­ti­ger Aus­zah­lung der aus­ste­hen­den Löhne.
• Agi­ta­tion für Betriebs­be­set­zun­gen durch Arbei­ter­kol­lek­tive in ande­ren Städ­ten und ande­ren Unter­neh­men in Cher­son und der Ukraine.
• Ver­such der Schaf­fung eines Arbei­ter­ra­tes in Cher­son.“

4. Die Fort­set­zung der Dis­kus­sion beim Mäd­chen­blog über das ras­sis­ti­sche Grüne Wahl­pla­kat in Kaarst.
5. das aller­neuste ‚Argu­ment‘ von Ein­tags­fliege:

„Ein letz­tes mal zu dir, Det­lef, ich schalte deine Track­backs nicht frei, weil ich kein Inter­esse an der Aus­ein­an­der­set­zung mit Polit­clowns wie dir habe. Weil bei dir Poli­tik und Brot­job zusam­men­ge­hö­ren, kann ich mir auch nicht vor­stel­len, wie eine Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen uns über­haupt frucht­bar sein sollte. Du musst ja schon aus ernährungs-​​technischen Grün­den auf dei­nem Stand­punkt behar­ren, warum sollte ich da argu­men­tie­ren.
Btw.: Du ver­höhnst den gan­zen Tag die Opfer des Holo­caust ohne es zu wis­sen. Da sieht man mal wie mäch­tig Spra­che ist.“

Heute gelesen (14.8.)

1. daß lysis auf wei­tere Ter­mine der Buch­vor­stel­lung „Homo­pho­ber Mos­lem, tole­ran­ter Wes­ten?“ hin­weist (17. und 20. Aug., 26. Okt. – in Han­no­ver, Erfurt und Göt­tin­gen; wei­tere Ver­an­stal­tun­gen sind geplant).

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2. Nor­mal­zu­stand Rot eine Blüte der Reich­tums­ana­lyse (Freude am Haus­tier = 78.640 Pfund) de-​​konstruiert.
3. Ein­tags­fliege anschei­nend die Track­backs auf­grund mei­ner Anmer­kun­gen vom 11.8. (Nr. 7) und 12.8. (Nr. 1) gelöscht hat. – Ein­tags­flie­ges Argu­mente wer­den immer bes­ser.
4. es bei der Mäd­chen­mann­schaft
a) eine Serie WWW Girls, in der blog­ge­rin­nen und ihre blogs vor­ge­stellt wer­den, heute Flo­ras blog,
und
b) eine Rezensions-​​Reihe Femi­nis­ti­sche Biblio­thek, wo ges­tern das im Wagen­bach Ver­lag erschie­nene Buch die Vulva vor­ge­stellt wurde,
gibt.

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5. Eman­zi­pa­tion oder Bar­ba­rei Baha­mas‘ Gewerk­schafts­feind­lich­keit vor­führt. Ergän­zend sei ange­merkt, daß Sätze wie die­ser Bahams-​​Satz

„Heute ist näm­lich der segre­gie­rende Cha­rak­ter der Kri­sen­prä­ven­tion im Racket-​​Staat so deut­lich wie nicht mehr seit 1945 zu sehen: Durch den Aus­schluss derer, die nicht recht­zei­tig oder durch den Ver­zicht auf ihre Jugend und quä­lende Job-​​Castings (Prak­tika) in die Brutto-​​ (nicht: Netto!) Hochlohn-​​Maschinerie hin­ein­ge­kom­men sind.“

nicht nur als (neo)liberal zu ver­bu­chen sind, son­dern genauso gut auch mit einer links­ra­di­ka­len – im Namen eines aus der Arbei­te­rIn­nen­klasse hin­aus­de­fi­nier­ten ‚Pre­ka­ri­ats‘ o.ä. vor­ge­brach­ten – Gewerk­schafts­kri­tik kon­ver­gie­ren.

6. nicht nur die Grü­nen ras­sis­ti­sche Wahl­pla­kate kle­ben (siehe hier [Nr. 2] und hier), son­dern auch die CDU Thü­rin­gen dem ras­sis­ti­schen Druck der dor­ti­gen NPD nach­zu­ge­ben scheint. Jeden­falls erscheint der schwarze CDU-​​Integrationsbeauftragte auf dem neuen, ansons­ten kaum ver­än­der­ten CDU-​​Plakat nicht mehr: siehe Thü­rin­ger Blog­zen­trale – bemerkt Dank: Thü­rin­gen­wahl; siehe nun­mehr aber das update der Blog­zen­trale. Unklar bleibt in wel­chem Ver­hält­nis das anschei­nend neue (hoch­for­ma­tige) Bild­pla­kat und das neue hoch­for­ma­tige Text­pla­kat ste­hen, die anschei­nend beide das quer­for­ma­tige Bild­pla­kat mit dem Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­ten ablö­sen.

Konsequenzen ohne Einsicht

Heute gelesen (13.8.)

1. daß die von zwei Schülern gegrün­dete Stadt­schü­ler­zei­tung aus Olden­burg „Chefs und Sekre­tä­rin­nen, Haus­meis­ter und Pfört­ner, Foto­gra­fen und Modells, Gra­phi­ker und Tex­ter, Kaf­fee­ko­cher und Werbe­läu­fer, Essay­is­ten und Kolum­nis­ten, Schrift­stel­ler und Lek­to­ren“ sucht. Wie schön, daß die Män­ner in die­sem Män­ner­pro­jekt auch Kaf­fee kochen sol­len – nur die Sekre­tä­rin­nen stö­ren etwas das Bild.
2. die Saloncommunist/inn?/en klar­stel­len, daß sich ihr Logo „Gegen den Auf­marsch der Anti­imp Freaks“ nicht – wie von Dorf­disco gemut­maßt – gegen den frag­li­chen Nazis-​​Aufmarsch, son­dern gegen eine nicht genehme Gegen­ver­an­stal­tung rich­tet. Schwer zu sagen, ob die ver­stan­dene Bedeu­tung oder die gemeinte Bedeu­tung mehr Kri­tik ver­dient.
3. die DKP im Mün­che­ner Süd­wes­ten eine Dis­tan­zie­rung der SDAJ Bay­ern vom bay­ern­wei­ten Anti­fa­ju­gend­camp 2009 pos­tet. Die Dis­tan­zie­rung besteht vor allem aus Zita­ten von drei Zusam­men­hän­gen (Anifa F, Phase 2 und TOP Ber­lin), die mit Referent/in?/en bei dem Camp ver­tre­ten sein sol­len.
Schon ver­ständ­lich, daß es der SDAJ Bay­ern nicht gefällt, daß die Antifa F die SDAJ Frank­furt „anti­se­mis­tisch“ nennt. Nur wäre gut, auch zu begrün­den, warum der Vor­wurf falsch ist.
Auch ver­ständ­lich, daß es der SADJ nicht gefällt, daß ein Text von der Initia­tive Sozia­lis­ti­sches Forum (ISF) auf der home­page von Phase 2 die Junge Welt als „links­völ­kisch“ bezeich­net. Wie­derum wäre gut, zu begrün­den, warum diese Bezei­chung falsch oder zumin­dest zu pau­schal ist.
Schließ­lich mag es als unbe­frie­di­gend emp­fun­den wer­den, wenn TOP schreibt: „Kapi­ta­lis­mus in der anti­se­mi­ti­schen Welt­sicht wird nicht als ein Pro­zess gese­hen, der sich aus eige­nem Antrieb und ohne spe­zi­el­les Sub­jekt aus­ein­an­der ent­wi­ckelt, son­dern als ein aus­beu­te­ri­sches Pro­jekt, dass bewusst von bösen Men­schen, wie etwa der ‚Herr­schen­den Klasse‘ betrie­ben wird.“ – ohne dazu­zu­sa­gen, daß eine sol­che Sicht­weise allein noch nicht das Urteil „Anti­se­mi­tis­mus“ recht­fer­tigt.
Und rich­tig ist auch, daß die SDAJ dar­auf beharrt, „dass es eine herr­schende Klasse in die­sem Land gibt und dass unsere Inter­es­sen und die der herr­schen­den Klasse nicht iden­tisch sind.“ – Nur wäre sinn­voll, gleich dazu­sa­gen, daß gerade nach mar­xis­ti­scher Sicht­weise (die sich von früh­so­zia­lis­ti­schen und anar­chis­ti­schen Sicht­wei­sen unter­schei­det) ein ‚böser Wille‘ in der Tat weder Grund noch Haupt­cha­rak­te­ris­ti­kum der herr­schen­den Klasse ist, son­dern daß auch diese unter der Deter­mi­na­tion ihrer Stel­lung, die sie in den Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­sen ein­nimmt, agiert.
Nicht beson­ders über­zeu­gend sind auch die Schluß­fol­ge­run­gen der SDAJ aus dem Gan­zen:

„Wer uns des­halb mit dem Vor­wurf des Anti­se­mi­tis­mus kon­fron­tiert, den wol­len wir auf einem von uns mit­or­ga­ni­sier­ten Camp nicht als Refe­ren­ten haben! Wer uns mit den Nazis auf eine Stufe stellt, bei dem hört unsere spek­tren­über­grei­fende Bünd­nis­ar­beit auf. Für uns sind ‚die‘ Anti­deut­schen keine Bünd­nis­part­ner, son­dern viel­fach nur Ras­sis­ten ande­rer Cou­leur.“

Da die von der SDAJ kri­ti­sier­ten Grup­pen ja zumin­dest ihrer­seits nicht den Aus­schluß der ver­meint­lich anti­se­mi­ti­schen SDAJ for­dern, wäre viel­leicht ein sol­ches Antifa-​​Camp viel­mehr der geeig­nete Ort, um die ange­spro­che­nen Fra­gen in Ruhe zu dis­ku­tie­ren sowie fest­zu­stel­len, wo Miß­ver­ständ­nisse und gegen­sei­tige Pro­jek­tio­nen vor­lie­gen, und was als sach­li­che Dif­fe­renz übrig­bleibt.
Schließ­lich ist es auch wenig hilf­reich, infla­tio­näre und begrün­dungs­lose Antisemitismus-​​Vorwürfe mit ebenso infla­tio­nä­ren und begrün­dungs­lo­sen Rassismus-​​Vorwürfen zu beant­wor­ten.
Aus dem dis­ku­tier­ten Anlaß sei noch ein­mal auf fol­gende Texte ver­wie­sen:

2 × 4 begrifflich-​​logische Vor­schläge, um nicht an ein­an­der vor­bei­zu­re­den
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​2​/​2​-​x​-​4​-​b​e​g​r​i​f​f​l​i​c​h​-​l​o​g​i​s​c​h​e​-​v​o​r​s​c​h​l​a​e​g​e​-​u​m​-​n​i​c​h​t​-​a​n​-​e​i​n​a​n​d​e​r​-​v​o​r​b​e​i​z​u​r​eden/

Zur Stel­lung­nahme von MD
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​5​/​z​u​r​-​s​t​e​l​l​u​n​g​n​a​h​m​e​-​v​o​n-md/ (Nr. 3 zu dem ers­ten ange­führ­ten Zitat und die Aus­füh­run­gen zum letz­ten Zitat)

Über­sicht über die bis­he­rige Dis­kus­sion
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​1​/​u​e​b​e​r​s​i​c​h​t​-​u​e​b​e​r​-​d​i​e​-​b​i​s​h​e​r​i​g​e​-​d​i​s​k​u​s​s​i​o​n​-​m​a​k​s​s​-​d​a​m​a​g​e​-​s​o​l​i​-​k​o​n​z​e​r​t-78/, Abschnitt IV.

Gelesen (12.08.)

1. daß Ein­tags­fliege auf mei­nen gest­ri­gen Lite­ra­tur­hin­weis ant­wor­tet. Ein­tags­fliege schrieb am 7.8.:

Das „[S]chlechter-wegkommen von Frauen […] hat näm­lich sehr viel hand­fes­tere Gründe als eine Unter­re­prä­sen­ta­tion in der Spra­che und genau des­halb ist es so albern, wenn Leute mit die­sem Mit­tel [der Her­stel­lung oder Ver­bes­se­rung der sprach­li­chen Reprä­sen­tanz von Frauen, z.B. durch das große „I“ oder Tief­strich + Anfü­gung der Feminin-​​Endung, TaP] mei­nen, dage­gen anstin­ken zu kön­nen.“

In Anbe­tracht der hand­fes­ten Nai­vi­ti­tät eines Poli­tik­ver­ständ­nis­ses, das meint, Poli­tik (in der Spra­che von Ein­tags­fliege: „dage­gen anstin­ken“) auf ihre hand­fes­ten For­men redu­zie­ren zu kön­nen, machte ich ges­tern einen Lite­ra­tur­hin­weis [Abschnitt II.2.c) und d)] zum Thema Spra­che, Ideo­lo­gie und Hege­mo­nie. Bereits ges­tern ant­wor­tete Ein­tags­fliege:

„Aber um einen Punkt zu machen, Det­lef, im Sinne des Interim-​​Papiers [auf das ich ver­wie­sen hatte], ‚Zwi­schen uns und dem Feind einen kla­ren Tren­nungs­strich zie­hen‘: ‚Ernst­hafte Kri­tik setzt vor­aus, daß der Kri­ti­ker sich im Anspruch kom­mu­nis­ti­scher Poli­tik mit uns einig weiß. Dar­un­ter geht nichts.‘ (aus: Resul­tate der Arbeits­kon­fe­renz, Pro­gram­ma­ti­sche Erklä­rung der Roten Zellen/​AK)“

Das ist eine erfreu­lich deut­li­che Ansage. Erfreu­lich ist nicht nur die Deut­lich­keit, son­dern eben­falls, daß damit auch klar­ge­stellt ist, daß wir es hier nicht mit einem gra­du­el­len Kon­flikt zwi­schen unzu­rei­chen­der Sprach­kri­tik und hand­fes­ten Maß­nah­men gegen das „[S]chlechterwegkommen von Frauen“, son­dern viel­mehr mit einem grund­le­gen­den Inter­es­sen­kon­flikt zu tun haben. Wir könn­nen daher – ent­ge­gen der anfäng­li­chen Rhe­to­rik von Ein­tags­fliege – zwangs­los anneh­men, daß Ein­tags­fliege für hand­fes­ten Maß­nah­men gegen das „[S]chlechterwegkommen von Frauen“ erst recht nicht zu gewin­nen sein wird. Soweit, so klar.

Alles wei­tere ist aller­dings unklar:

a) Unklar ist schon, wel­chen Sinn es haben soll, die Dis­kus­sion auf eine Dis­kus­sion unter Kom­mu­nis­tIn­nen zu beschrän­ken, wenn der Anteil von Kom­mu­nis­tIn­nen (in all ihren Schat­tie­run­gen) an der Gesamt­be­völ­ke­rung viel­leicht 3 % beträgt. – Ach ja, ich ver­gaß: Fra­gen der Ideo­lo­gie, der Hege­mo­nie, der Spra­che, also auch Dis­kus­sio­nen, sind ja nicht hand­fest genug – völ­lig über­flüs­sig für „kom­mu­nis­ti­sche Poli­tik“.

b) Unklar ist eben­falls, ob
► Ein­tags­fliege mir oder dem ver­link­ten Text den kom­mu­nis­ti­schen Anspruch bestrei­tet (und, falls ja, mit wel­chem Argu­ment)
oder
► ob er die­sen gar nicht zur Kennt­nis genommt hat, weil Texte mit Spra­che zu tun haben, Spra­che nicht hand­fest genug ist – und folg­lich Texte ohne­hin nicht genau zur Kennt­nis genom­men wer­den müs­sen
oder
► er sich viel­mehr an dem kom­mu­nis­ti­schen Anspruch stößt und von anti­kom­mu­nis­ti­scher Seite aus einen ant­ago­nis­ti­schen Wider­spruch auf­macht.

c) Warum ihn mein Hin­weis auf die Gesichts­punkte von Ideo­lo­gie, Hege­mo­nie und Spra­che nicht über­zeugt, bleibt schließ­lich auch noch unklar. – Aber Argu­mente vor­brin­gen, hätte ja auch etwas mit Spra­che zu tun – und wäre des­halb man­gels Hand­fes­tig­keit eben­falls untun­lich.

Alles klar.

2. daß der Mäd­chen­blog berich­tet, daß sich die Grü­nen in Kaarst dach­ten, wenn sex sells bringt Sex viel­leicht auch WählerInnen-​​Stimmen – und ein Pla­kat mit wei­ßen Hän­den, die einen nak­ten schwar­zen Po grei­fen, mit dem Slo­gan „Der ein­zige Grund, schwarz zu wäh­len“ dru­cken lie­ßen. Die Initia­tive Schwar­zer Deut­scher kri­ti­siert:

Die Wei­ßen Frau­en­hände“ – mehr als, daß die wei­ßen Hände lackierte Fin­ger­nä­gel haben, ist zu dem gen­der-Thema aller­dings auf dem Pla­kat nicht zu sehen – „grap­schen, der Schwarze Kör­per ist pas­sive Ver­fü­gungs­masse für die Asso­zia­tio­nen der Wäh­le­rIn­nen­schaft. […]. Schwarze Men­schen wer­den zu Sex­ob­jek­ten und Spiel­zeu­gen einer wei­ßen Gesell­schaft degra­diert und dif­fa­miert, die offen­bar kei­nen bes­se­ren Grund sieht einen Schwar­zen Men­schen zu ‚wäh­len‘, außer sei­ner Sexua­li­tät.

Ergän­zend sei noch gesagt, daß das Bild (die ver­fü­gen­den wei­ßen Hände) durch den Text noch ver­stärkt wird: „Der ein­zige Grund, schwarz zu wäh­len“
► Es heißt nicht etwa: „Ein guter Grund, …“ – son­dern „Der ein­zige Grund, …“. – Und das ist auch kein Zufall: Denn ande­ren­falls würde aus der Anti-​​Werbung gegen die CDU, eine Wer­bung für die CDU. Mit „Ein guter Grund, …“ würde näm­lich – im Rah­men der Ver­knüp­fungs­lo­gik des Wahl­pla­ka­tes – die Schluß­fol­ge­rung nahe­ge­legt: „Wenn Sex mit Schwar­zen, warum dann nicht auch schwarz wäh­len?“ Dies macht den Vor­wurf der Initia­tive Schwar­zer Deut­scher voll­auf berech­tigt, daß die Grü­nen mit dem Pla­kat „Schwarze Men­schen [für] eine ‚humor­voll‘ beab­sich­tige Kam­pa­gne instru­men­ta­li­sie­ren“.
► Die grei­fen­den Hände sind auf dem Pla­kat das Sub­jekt der sexu­el­len Wahl und das wäh­lende Sub­jekte wird von den Grü­nen anschei­nend auch als aus­schließ­lich weiß ima­gi­niert, denn das Pla­kat ‚funk­tio­niert‘, wenn sich weiße Wäh­le­rIn­nen mit den wei­ßen Hän­den iden­ti­fi­zie­ren.
► Auch als grüne Kan­di­da­tIn­nen kom­men nach der Logik des Pla­ka­tes nur Weiße in Anber­tracht, denn: Wenn Sex der ein­zige Grund ist, Schwarze zu wäh­len, dann ist also Poli­tik kein Grund sein, Schwarze zu wäh­len – das Wäh­len und Nomi­nie­ren von Schwar­zen für Par­la­mente also untun­lich.
► Schließ­lich ver­wischt die Ver­knüp­fung von sexu­el­ler Wahl und Par­la­ments­wahl einen ent­schei­den­den Unter­schied: Die Par­la­ments­wahl erfolgt geheim und inso­weit ein­sei­tig: Eine Par­tei kann die Stim­men, die sie erhält nicht, zurück­wei­sen. Schwarze kön­nen aber sehr wohl die sexu­elle Wahl von Wei­ßen zurück­wei­sen, wie die sexu­elle Wahl über­haupt ihre ‚Voll­zugs­le­gi­ti­ma­tion‘ erst dadurch erhält, daß sie auf Gegen­sei­tig­keit erfolgt. Von einer sol­chen Gegen­sei­tig­keit ist auf dem Pla­kat nichts zu sehen.
(Einem der Kom­men­tare beim Mäd­chen­blog ist im übri­gen noch zu ent­neh­men, daß es sich lt. Urhe­be­rin bei den Hän­den tat­säch­lich um Frau­en­hände und bei dem Po um einen Frau­enpo han­deln soll. Mul­ti­ra­cial Les­bensex sells – wer/​welche noch nicht wußte, was von diver­sity manage­ment zu hal­ten ist, weiß es jetzt.)

3. bei der Mäd­chen­mann­schaft: daß sich die CDU – viel­leicht weni­ger über­ra­schend – auch nichts nimmt und mit einem Tie­fen­blick in den Aus­schnitt der Bun­des­kanz­le­rin und einer Ber­li­ner Wahl­kreis­kan­di­da­tin („Wir haben mehr zu bie­ten.“) wirbt.
4. daß deconstruc­ting history auf ein sexua­li­täts­ge­schicht­li­ches online-​​projekt – „Out​History​.org – Making Les­bian, Gay, Bise­xual, Trans­gen­der and Queer U.S. History“ ver­weist.
5. daß Trou­ble X eine release-Party (bzw. in Wahr­heit wohl nur einen Stand bei einer release-​​Party) in Mühl­heim hat (15.8., 20 h).

6.:

7. lah­ma­cun auf­hört zu blog­gen.
8. Links­Rhein meine gest­rige Nach­frage dan­kend zum Anlaß nahm, gleich die ganze Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gung zu löschen.

Heute gelesen (11.8.)

1. daß der Mäd­chen­blog die berech­tigt Frage auf­wirft: „Und warum muß man das über­haupt stän­dig sein?“ – Gemeint ist in dem Fall mit „das“ „sexy“ und mit „man“ „Frauen“. Ergän­zend wäre zu fra­gen: Was ist eigent­lich mit Män­nern? Müs­sen die mitt­ler­weile auch sexy sein?
2. die hier schon neu­lich erwähnte Blüte des sexis­ti­schen Tier­schut­zes (Nr. 2) jetzt auch von Luise Pusch auf­ge­spießt wurde – nur die Gedan­ken­sprünge kurz vor Ende des Tex­tes wären wohl bes­ser in Ruhe aus­for­mu­liert wor­den:

“ Nur eine Stimme ent­rüs­tete sich dar­über, dass PETA die Tiere offen­bar schüt­zens­wer­ter fin­det als die Frauen. Auch Hit­ler war Vege­ta­rier und Hun­de­freund. Diese Män­ner mit ihren guten Taten. Sie erin­nern an die Ver­ge­wal­ti­gungs­ex­zesse unse­rer ‚BeFreier‘ (Helke San­der) nach dem zwei­ten Welt­krieg und an die UN-“Friedens“soldaten im ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wien, die den Frau­en­han­del dort gewal­tig belebt haben.“

3. auch anna­list in das Horn von V. Horst [s. Heute gele­sen (9.8.), Nr. 2.a)] zu bla­sen scheint:

„Nach­dem die Anwäl­tIn­nen bele­gen konn­ten, dass einige Texte der mg-​​Debatte vom BKA geschrie­ben wor­den waren, mut­maßt jetzt Andreas Förs­ter in der Ber­li­ner Zei­tung, die ganze mg könnte Werk des Ver­fas­sungs­schut­zes sein: ‚In der lin­ken Szene gibt es nicht wenige, die hin­ter der mg nur das Hobby von ein, zwei Radi­ka­len ver­mu­ten oder gar ein Werk des Ver­fas­sungs­schut­zes wit­tern.‘ Dazu gibt es einen pas­sen­den Satz im Film Gefähr­der: ‚Wenn es die mili­tante gruppe nicht gäbe, müsste man sie erfin­den.‘“ – und dann geht es mit einem ande­ren Thema wei­ter.

Warum müs­sen eigent­lich bei jedem Thema die inner­lin­ken Geg­ne­rIn­nen gleich mit dem Lager der Fein­dIn­nen iden­ti­fi­ziert wer­den? Sollte diese Methode nicht spä­tes­tens seit Mos­kau 1936 hin­rei­chend dis­kre­di­tiert sein – und zwar auch dann, wann nicht mehr gleich zum Mit­tel des Schau­pro­zes­ses mit anschlie­ßen­der Hin­rich­tung gegrif­fen wird, son­dern es bei der begründungslos-​​spekulativen (von der Szene an die Presse getrasch­ten oder von der Presse erfun­de­nen und von Lin­ken nach­ge­trasch­ten) Denun­zia­tion bleibt?

4. Erfreu­li­cher ist daga­gen, daß anna­list auf diese nütz­li­che Über­sicht (Stand: Juli 2009) über die ver­schie­de­nen Ermitt­lungs­ver­fah­ren in Sachen mili­tan­ter gruppe hin­weist:

„[…]. Das erste §129a-​​Verfahren (mg 1) wegen Grün­dung der mili­tan­ten gruppe wurde im Juli 2001 gegen drei Akti­vis­ten der Initia­tive Libertad! ein­ge­lei­tet. Im August 2003 kamen zwei wei­tere Ver­fah­ren (mg 2 und mg 3) gegen jeweils eine Per­son hinzu. („Viel Rauch, kein Feuer“, Bericht der Initia­tive Libertad! vom 24.11.2003.)
Nach jah­re­lan­gen, ergeb­nis­lo­sen Ermitt­lun­gen wurde im Jahr 2006 ein vier­tes Ver­fah­ren gegen vier Per­so­nen, dar­un­ter And­rej Holm, ein­ge­lei­tet. Die­ses Ver­fah­ren wurde 2007 nach und nach um drei wei­tere Per­so­nen (Flo­rian, Oli­ver und Axel) erwei­tert. Das Ver­fah­ren gegen diese drei wurde 2008 vom Ursprungs­ver­fah­ren abge­trennt und Anklage erho­ben.
Bevor der Pro­zess gegen Flo­rian, Oli­ver und Axel im Sep­tem­ber 2008 begann, wurde zunächst das mg 2-​​, dann auch das mg 1-​​Verfahren gegen die Beschul­dig­ten ein­ge­stellt (Erklä­rung zur Ein­stel­lung des mg 1-​​Verfahrens). Das mg 1-​​Verfahren läuft gegen Unbe­kannt wei­ter.
Zur glei­chen Zeit wurde ein fünf­tes Ver­fah­ren wegen Unter­stüt­zung der mili­tan­ten gruppe gegen die inzwi­schen 13. beschul­digte Per­son ein­ge­lei­tet.
Im Juni 2009 wurde das mg 3-​​Verfahren ein­ge­stellt und ebenso das Ver­fah­ren gegen drei Beschul­digte im mg 4-​​Verfahren (siehe Berichte oben). Warum das Ver­fah­ren gegen And­rej Holm wahr­schein­lich nicht vor Pro­zess­ende ein­ge­stellt wird, erklärt die­ser in einem Inter­view.
Im Juli 2009 lau­fen also noch Ver­fah­ren gegen ins­ge­samt fünf Per­so­nen. Dazu gehört der Pro­zess gegen Flo­rian, Oli­ver und Axel. Neben die­sen Per­so­nen­ver­fah­ren gibt es die soge­nann­ten Anschlags­ver­fah­ren. Jeder Anschlag der mili­tan­ten gruppe wird in einem eige­nen Ermitt­lungs­ver­fah­ren gewür­digt.“ (http://​ein​stel​lung​.so36​.net/​d​e​/​s​t​a​n​d​-​m​g​-​v​e​r​f​ahren)

5. Dorf­disco hat eine neue Blüte des Anti-​​Antiimperialismus auf­ge­le­sen: Salon­com­mu­nis­ten mobi­li­sie­ren unter der Über­schrift „Gegen den Auf­marsch der Anti­imp Freaks“ gegen einen Nazi-​​Aufmarsch. Dorf­disco merkt mit Recht an:

„Da hatte die Welt ja mal echt Glück, dass Nazi­deutsch­land nicht impe­ria­lis­tisch aktiv war. Wäre näm­lich bestimmt ziem­lich grau­sam zuge­gan­gen, wenn die Deut­schen auf die Idee gekom­men wären ihre Nation in der Staa­ten­kon­kur­renz bes­ser abschnei­den zu las­sen in dem sie z.B. in Polen ein­fal­len, sich Rich­tung Ölquel­len im Kau­ka­sus auf­ma­chen oder Frank­reich durch eine mili­tä­ri­sche Beset­zung beherr­schen zu wol­len.“

6. Die hier ges­tern kri­tisch ver­merk­ten indymedia-​​Kommentare wur­den von lah­ma­cun einer Kri­tik unter­zo­gen. Die Mode­ra­tion hat mitt­ler­weile, nach ver­schie­de­nen LeserInnen-​​Hinweisen (die eben­falls gelöscht wur­den), einige Ergän­zun­gen ganz ent­fernt, und es gibt jetzt auch ein paar beden­kens­werte Kom­men­tare.
7. Die Ein­tags­fliege scheint sich noch nie mit dem Ver­hät­nis von Spra­che, Ideo­lo­gie und Hege­mo­nie beschäf­tigt zu sein haben – und wen­det sich gleich in zwei Bei­trä­gen gegen die sprach­li­che Reprä­sen­ta­tion von Frau­en­Les­ben und (ande­ren) queers (1, 2); vgl. ansatz­weise zu dem vor­ge­nann­ten Ver­hält­nis: http://​www​.nadir​.org/​n​a​d​i​r​/​p​e​r​i​o​d​i​k​a​/​i​n​t​e​r​i​m​/​h​e​f​t​/​h​e​f​t​4​4​0​/​s​e​i​t​e​1​0​f​f​.html, Abschnitt II.2.c) und d).

8. Lese­emp­feh­lung: die ver­schie­de­nen Kom­men­tare von Lysis zu http://​gepru​ef​tes​ar​gu​ment​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​8​/​a​n​t​i​f​a​s​-​i​n​t​e​r​n​a​t​i​o​n​a​l​e​-​k​o​m​m​u​n​i​s​t​i​n​n​e​n​-​u​n​d​-​t​o​p​-​b​e​r​l​i​n​-​n​u​e​t​z​l​i​c​h​e​-​i​d​i​o​t​e​n​-​d​e​s​-​w​e​s​t​l​i​c​h​e​n​-​i​m​p​e​r​a​l​i​s​m​u​s​/​#​c​o​m​ments – u.a.:

„die absurde Ver­wen­dung des Begriffs ‚Antifa‘, der offen­bar nahe­zu­le­gen ver­sucht, bei der ira­ni­schen Theo­kra­tie handle es sich um eine Art ‚Faschis­mus‘ – als ob es außer­halb Euro­pas je eine rele­vante faschis­ti­sche Bewe­gung gege­ben hätte! Der Faschis­mus ist ein sin­gu­lär euro­päi­sches (Epochen)Phänomen. Seine Über­tra­gung auf andere Län­der und andere Dik­ta­tu­ren hat sich noch immer als Unsinn erwie­sen. Die will­kür­li­che Anwen­dung die­ses Begriffs ist ein poten­ti­el­ler Quell von Geschichts­re­vi­sio­nis­mus, der im Sinne der his­to­ri­schen Kon­stel­la­tion des Zwei­ten Welt­kriegs ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen nahe­zu­le­gen ver­sucht – also die Bom­bar­die­rung der ira­ni­schen Bevöl­ke­rung. Ich glaube, auf so eine Form der Soli­da­ri­tät hat auch die Pro­test­be­we­gung im Iran wenig Bock. Es ist näm­lich nicht gerade lus­tig, von Bom­ben zer­fetzt zu wer­den. Und hat mit Befrei­ung nicht das Min­deste zu tun.“

„Das ist echt das Ver­häng­nis­volle an die­ser Debatte: Auf der einen Seite totale Gleich­gül­tig­keit, auf der ande­ren kom­plette Hys­te­rie. „

Heute gelesen (9.8.)

1. eine inter­es­sante Ana­lyse des Schei­terns der ita­lie­ni­schen Rif­on­da­zione Com­u­nista bei Web-​​Kultur-​​FFO.
2.a) bei indy­me­dia eine schon etwas ältere Rezen­sion von „einzelne[n] älter gewordene[n] Auto­no­men“ zur neuen Aus­gabe der radi­kal: mit einem objek­ti­ven, sehr stark um Fair­ness bemüh­ten, aber auch etwas nosta­lo­gi­schen Ton­fall. In den Schluß­pas­sa­gen ist aber nur schwer zu über­le­sen, daß ihnen das Heft zu kom­mu­nis­tisch aus­ge­fal­len ist, und sie sich die wei­te­ren Aus­ga­ben plu­ra­lis­ti­scher wün­schen. In den Ergän­zun­gen behaup­tet ein „V. Horst“, die mg-Kri­tik an „spon­ta­n­eis­ti­schen mili­tan­ten Akti­ons­for­men“ kon­ver­giere mit dem Inter­esse der „Behör­den“, denen der „als ‚Auto­nome‘ iden­ti­fi­zierte, spon­ta­n­eis­ti­sche Tra­di­ti­ons­zu­sam­men­hang der größte Dorn im Auge“ sei.
b) bei anschei­nend jün­ge­ren oder jung geblie­ben Genos­sIn­nen vom Info­la­den Dane­ben eine mit mehr Schaum vor‘m Mund geschrie­bene Anno­ta­tion, deren inhalt­li­che Aus­sage sich in nahezu auf „irre“ beschränkt:

„Ein Kunde steht eine Minute da und blät­tert durch die 60 Sei­ten: ‚Sten­cil­an­lei­tung und Lenis revo­lu­tio­nä­rer Auf­bau­pro­zess? Wenn die sich selbst nicht mehr ernst neh­men, wer soll das sonst tun?‘. Kurze Zeit spä­ter ein Gespräch: ‚Hast du die neue Radi gele­sen?‘ – ‚Mmmh. Irre.‘ – ‚Aller­dings: irre.‘ Das wars. Im Grunde würde sich nie­mand die Texte durch­le­sen (so wie schon die jah­re­lan­gen ‚debat­ten‘ der mili­tan­ten gruppe in der Inte­rim immer scham­los über­blät­tert wur­den) wenn nicht das Radikal-​​Logo drauf wäre. […]. Was soll uns denn zu so einer Anein­an­der­rei­hung von Glau­bens­be­kennt­nis­sen ein­fal­len? Wor­über wollt ihr denn jetzt noch reden? Eben. Ein­fach „irre“ und sonst nix.“

(Die ers­ten bei­den Teile der hie­si­gen radi­kal-Rezensions-​​Serie wer­den – wie gesagt – fort­ge­setzt.)

3. bei der Gruppe gegen deut­sche Nor­ma­li­tät einen Kurz­be­richt zu Nach­wir­kun­gen der Dis­kus­sion um MaKss Damage:

Am Nach­mit­tag des 07.08. erreichte eine Ein­zel­per­son unse­rer Gruppe einen Anruf eines Antifa aus Ber­lin. „Matze“, wie er sich selbst nannte, wollte der Per­son dro­hen, weil sich in einem Indymedia-​​Artikel kri­tisch gegen­über dem wider­li­chen Kon­zert der Rap­per Makks Damage und Hol­ger Bur­ner geäu­ßert wurde. Wenn wir uns wei­ter­hin kri­tisch gegen­über die­ser Ver­an­stal­tung posi­tio­nie­ren „…gibt’s was auf die Fresse!“. Dazu wol­len uns die „Atzen“ sogar besu­chen kom­men.
Am sel­ben Tag erreichte uns eine E-​​Mail des ver­meint­li­chen Anru­fers, der inzwi­schen wohl bemerkt hatte, dass die­ser Arti­kel nicht von uns stammt, die unter dem Betreff „Stel­lungs­nahme zu Indymedia-​​Berichten“ fol­gen­den Wort­laut ent­hielt: „Scheiß­egal… Ihr seid Trotz­dem Huren­söhne. Fickt euch ihr Pen­ner!“
Wir freuen uns auf wei­tere Mails und natür­lich auch auf per­sön­li­chen Besuch.
So viel zu den Zustän­den in Ber­lin.

4. Sci­en­ti­fic Com­mons ver­linkt meine Arbeit über Arbeits­tei­lungs­struk­tu­ren in Haus­hal­ten und Lie­bes­be­zie­hung von trangs­gen­der Per­so­nen.