Archiv der Kategorie 'Allgemein'

#linksunten: Solidarisch zu sein, heißt: sich dem Verbot zu widersetzen

Wir haben den am Mon­tag schon ver­link­ten Blog etwas umge­stal­tet und erwei­tert sowie einen Auf­ruf geschrie­ben:

Soli­da­risch zu sein, heißt: sich dem Ver­bot zu wider­set­zen

Auf­ruf an alle, die unter Klar­na­men (oder nicht-​​konspirativen Pseud­ony­men) bei linksunten.indymedia publi­ziert haben und die Platt­form auch in Zukunft nicht mis­sen wol­len

Als Autor ist Peter Nowak noch hin­zu­ge­kom­men.

Lebt und lest „linksunten“ – verboten ist gleich doppelt so interessant +++ Jetzt mit Link-Update

Innen­mi­nis­te­rium ver­bie­tet links­ex­tre­mis­ti­sche Inter­net­platt­form

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Griechische Regierungsmehrheit strumpft wieder

Die grie­chi­sche Regie­rung unter Alexis Tsi­pras hat am Don­ners­tag­abend eine wei­tere Kraft­probe bestan­den. Das Par­la­ment bil­ligte im Eil­ver­fah­ren ein neues Spar­pro­gramm. Bei einer nament­li­chen Abstim­mung stimm­ten 153 Abge­ord­nete der Links-​​Rechts-​​Koalitionsregierung für das Paket. 137 stimm­ten dage­gen. Zehn Abge­ord­nete waren abwe­send, teilte das Par­la­ments­prä­si­dium mit.
Im Regie­rungs­la­ger gab es zwei Abweich­ler: ein Ver­tre­ter der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei der Unab­hän­gi­gen Grie­chen (Anel) stimmte gegen die Vor­lage, ein Abge­ord­ne­ter von Tsi­pras Syriza-​​Partei blieb der Abstim­mung absicht­lich fern. Tsi­pras schloss ihn sofort aus der Par­la­ments­frak­tion aus. Auch der Abweich­ler der Rechts­po­pu­lis­ten wurde aus sei­ner Frak­tion aus­ge­schlos­sen.
Schon vor der Abstim­mung gab es in der Syriza-​​Fraktion Ärger: Tsi­pras’ frü­he­rer enger Mit­ar­bei­ter und Regie­rungs­spre­cher Gabriel Sakel­la­ri­des gab sein Man­dat zurück, wie das Par­la­ments­prä­si­dium mit­teilte. Damit machte er – wie von Tsi­pras gefor­dert – Platz für einen lini­en­treuen Abge­ord­ne­ten der Syriza. Das bestä­tigte das Büro des Regie­rungs­chefs. Sakel­la­ri­des erklärte dazu, er könne das Regie­rungs­pro­gramm nicht mehr unter­stüt­zen.

http://​www​.faz​.net/​a​k​t​u​e​l​l​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​e​u​r​o​k​r​i​s​e​/​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​/​s​c​h​u​l​d​e​n​k​r​i​s​e​-​g​r​i​e​c​h​i​s​c​h​e​s​-​p​a​r​l​a​m​e​n​t​-​s​t​i​m​m​t​-​s​p​a​r​p​a​k​e​t​-​z​u​-​1​3​9​2​2​0​1​1​.html (Mel­dung vom 19.11.2015)

Wie war SYRIZA eigentlich entstanden?

Die Grün­dungs­tage von SYRIZA lie­gen weit zurück, in der Spal­tung der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (KKE). Von der damals ille­ga­li­sier­ten und im »Ost­block sta­tio­nier­ten« grie­chi­schen KP trennte sich 1968 ein spä­ter »euro­kom­mu­nis­tisch« genann­ter Flü­gel. Nach dem Ende der grie­chi­schen Mili­tär­dik­ta­tur ent­wi­ckel­ten sich ein Teil der »Euro­kom­mu­nis­ten« in den 80er Jah­ren wei­ter zur undog­ma­ti­schen und dem lin­ken Bil­dungs­bür­ger­tum nahe­ste­hen­den »Grie­chi­schen Lin­ken« (EAR). Ende der 1980er Jahre, inmit­ten einer skan­dal­be­ding­ten Krise der PASOK-​​Regierung, formte diese mit der marxistisch-​​leninistischen KKE die »Koali­tion der Lin­ken und des Fort­schritts – Syn­as­pis­mos« (SYN). Obwohl von Beginn an ein fra­gi­les Gebilde kam das Wahl­bünd­nis 1989 bei der Par­la­ments­wahl auf 13,1 Pro­zent. Interne Aus­ein­an­der­set­zun­gen und der Kol­laps der Sowjet­union führ­ten aber 1991 zum Bruch.
Den­noch ent­schie­den sich ein Jahr spä­ter undog­ma­ti­sche Linke und soge­nannte KKE-​​Reformer, die ver­blie­be­nen Reste von Syn­as­pis­mos in eine Par­tei umzu­wan­deln. Die­ser gelang der Ein­zug ins natio­nale Par­la­ment erst­mals 1996. In den fol­gen­den Jah­ren rang die Par­tei bestän­dig darum, die Drei-​​Prozent-​​Hürde zu über­win­den. Nach den Wah­len im Jahr 2000 erfolgte die erste große Spal­tung der Par­tei. Prot­ago­nis­ten des »rech­ten Flü­gels« wan­der­ten zur Sozi­al­de­mo­kra­tie ab und SYN rückte im Par­tei­en­spek­trum wei­ter nach links. So konnte sie wei­tere linke Grup­pen und soziale Bewe­gun­gen an sich bin­den. 2004, kurz vor der Par­la­ments­wahl, wurde zum ers­ten Mal die »Koali­tion der radi­ka­len Lin­ken – SYRIZA«, gebil­det, wel­che aber ledig­lich 3,26 Pro­zent der Stim­men errang. Das Wahl­bünd­nis zer­fiel weit­ge­hend. Erst 2007 konnte SYRIZA unter ver­än­der­ter Zusam­men­set­zung wie­der­be­lebt wer­den.

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​5​9​4​0​5​.​d​i​e​-​z​e​i​t​e​n​-​d​e​r​-​s​p​a​l​t​u​n​g​-​u​e​b​e​r​w​u​n​d​e​n​.html

And the Winners are… – ProRata and E-Voice

Nach­dem ich mich in den letz­ten Tagen so inten­siv mit den ver­schie­de­nen Umfra­gen zur Wahl in Grie­chen­land beschäf­tigt hatte, muß ich anstands­los aner­ken­nen:

Die Umfra­gen, die mir am unwahr­schein­lichs­ten erschie­nen, lagen am rich­tigs­ten!

1. Am 11. Sep­tem­ber ver­öf­fent­lichte die Zei­tung EfSyn eine Umfrage des Insti­tuts ProRata, die ziem­lich haar­ge­nau das Ergeb­nis für die gest­rige Wahl erwar­ten ließ, das ges­tern tat­säch­lich ein­trat:

Ich hielt das für unwahr­schein­lich – in mei­nem Blog-​​Artikel über diese Umfrage betonte ich, daß diese Umfrage „ziem­lich abwei­chend von den meis­ten ande­ren Umfra­gen“ ist. (Auch unab­hän­gig von den Umfra­gen erschien mir unwahr­schein­lich, daß SYRIZA die Unter­zeich­nung des neuen Memo­ran­dums pro­zen­tual fast ver­lust­frei über­ste­hen könne. [In abso­lu­ten Zah­len – Wäh­le­rIn­nen­stim­men – ver­lor sie aller­dings den­noch ca. 700.000 [nächt­li­cher Rechen­feh­ler; rich­tig:] gut 300.000 Stim­men von ca. 2,25 Mio. Wäh­le­rIn­nen.])

Und nach­dem ich berech­net hatte, wel­che Sitz­ver­tei­lung sich aus die­sen Zah­len unge­fähr erge­ben hätte (näm­lich fast eine abso­lute Mehr­heit für SYRIZA und ANEL) ergänzte ich, nach­dem ich im Blog-​​Artikel schon erwähnt hatte, daß EfSyn eine linke Zei­tung ist, in einem Kom­men­tar unter dem Arti­kel: „Scheint ziem­lich genau das Wunsch­er­geb­nis von Tsi­pras bei die­ser Umfrage her­aus­ge­kom­men zu sein…“

Nun ist aus der fast-Sitz­mehr­heit für SYRIZA und ANEL sogar eine tat­säch­li­che Sitz­mehr­heit gewor­den. (SYRIZA schnitt noch einen Pro­zent­punkt stär­ker ab; ANEL gut einen hal­ben; ND schnitt ca. einen hal­ben und die G. Mor­gen­röte ca. einen gan­zen Pro­zent­punkt schlech­ter ab als in der Umfrage. Fast einen Pro­zent­punkt stär­ker als in der Umfrage wurde PASOK und etwas schwä­cher wur­den Potami und Zen­trums­union. [Alles gerun­dete Anga­ben auf dem Stand der Aus­zäh­lung von 96,2 % der Stim­men (?) oder Wahl­lo­kale (?).])

2. Die bei­den spä­te­ren Umfra­gen des glei­chen Insti­tuts für die glei­che Zei­tung (von Anfang und Ende der Wahl­wo­che) wichen zwar etwas stär­ker vom tat­säch­li­chen Wahl­er­geb­nis ab1 – aber wei­ter­hin lagen diese Umfra­gen deut­lich dich­ter am tat­säch­li­chen Wahl­er­geb­nis, als die aller­meis­ten ande­ren Umfra­gen.

3. Von den Umfra­gen aus der Wahl­wo­che lag außer­dem die Umfrage von E-​​Voice noch ziem­lich gut:

Sie ließ – nach der ProRata-​​Umfrage vom Wochen­an­fang – das (im Ver­gleich mit den ande­ren Umfra­gen) zweit­beste Ergeb­nis für SYRIZA und das zweit­schlech­teste Ergeb­nis für ND erwar­ten. Auch ANEL wurde mit (berei­nig­ten) 3,5 % ziem­lich kor­rekt ein­ge­schätzt; die LAE wurde aber mit (berei­nig­ten) 4,6 % viel zu gut ein­ge­schätzt:

  1. Im Ver­gleich der bei­den neue­ren Umfra­gen mit der am 11. Sept. ver­öf­fent­lich­ten Umfrage, wurde der Abstand zwi­schen SYRIZA und ND gerin­ger und ANEL rutschte unter die 3 %-Hürde. [zurück]

4 1/2 Anti-These zu 9 Griechenland-Thesen [*] von Thies Gleiss

(zu) These 1

Ja, „die Ant­wort (wer will: die Lösung) auf diese Krise [ist] der Auf­bau sozia­lis­ti­scher Eigentums-​​ und Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse“.

(zu) These 2

a) Aber das ist nur die Ant­wort von ein paar Kadern hier und ein paar mehr Kadern in Grie­chen­land selbst. Aber dies ist – jeden­falls bis­her – nicht die Ant­wort der Mas­sen in Grie­chen­land. Es ist nicht ein­mal die Ant­wort von LAE und SYRIZA auf die Krise.
Tsi­pras und seine deut­schen Für­spre­che­rIn­nen sind inzwi­schen dabei ange­kom­men, die Krise für haus­ge­macht zu hal­ten; als von einem Man­gel an good gover­nance, als von einem zuviel an Kli­en­te­lis­mus ver­ur­sacht, anzu­se­hen.1 Des­halb die allgemein-​​plätzige Rhe­to­rik vom Kampf des Neuen gegen das Alte, die War­nung vor einem Weg zurück und das SYRIZA-​​Wahlkampf-​​Motto „Nur nach vorn“.
Und die LAE hat anschei­nend über­haupt keine Vor­stel­lung davon, wie die Krise ent­stan­den ist, hält an der alten SYRIZA-​​These, daß sie durch die neo­li­be­rale Aus­te­ri­täts­po­li­tik ver­schärft wurde, fest und schlägt des­halb als Abhilfe links­keyne­sia­nis­ti­sche Kon­zepte vor, ohne dar­zu­le­gen, wie sie durch­setz­bar sein und unter fort­be­ste­hen­den kapi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen funk­tio­nie­ren sol­len.

b) Des­halb gab es zwar bei „soziale[n] Mobi­li­sie­run­gen, dutzende[n] Gene­ral­streiks und viele[n] Struk­tu­ren rea­ler gesell­schaft­li­cher Gegen­macht“ eine „breite Ein­heits­front“ – mit (abge­se­hen von zeit­li­chen Mobi­li­sie­rungs­ko­in­zi­den­zen) Aus­nahme der KKE –, also vor allem von SYRIZA, ANT­AR­SYA, deren Gewerk­schafts­frak­tio­nen und eini­gen Grup­pen darum und dazwi­schen. – Aber dies war eine Ein­heits­front des Dage­gens – des gegen die Austeritäts-​​Memoranden sein.

c) Aber nicht nur die KKE, son­dern auch ANT­AR­SYA hat schon in der Ver­gan­gen­heit – und zwar zurecht – nicht auf SYRIZA-​​Listen kan­di­diert. Denn es fehlte schon vor dem 6. Juli 2015 an einem gemein­sa­men Pro­gramm für die Zukunft und auch schon an einem gemein­sa­men ‚Poli­tik­stil‘ /​ Hand­lungs­kon­zept für die Gegen­wart.

d) Es wäre für den Kampf gegen die Aus­te­ri­tät, geschweige denn für den Sozia­lis­mus nichts gewon­nen, wenn sich nach der Wahl im Jan. KKE und ANT­AR­SYA – statt ANEL – an der SYRIZA-​​Regierung betei­ligt hätte. Denn der Kampf gegen die Aus­te­ri­tät schei­terte nicht an einem Man­gel an Stim­men im grie­chi­schen Par­la­ment, son­dern an einem Man­gel an Fähig­keit – und auch schon einem Man­gel an Kon­zept –, die gesell­schaft­li­chen Kräf­te­ver­hält­nisse in Grie­chen­land selbst und vor allem euro­pa­weit zu ändern. (mehr…)

Alle 14 + 6 griech. Wahl-Umfragen dieser Woche – einheitlich dargestellt und mit Durchschnittsberechnung

Es folgt eine Über­sicht über die vier­zehn Umfra­gen, die zumin­dest teil­weise nach der Fern­seh­de­batte am Mon­tag­abend (siehe 1 und 2) zwi­schen den Par­tei­chefs von SYRIZA und ND, Tsi­pras und Mei­ma­ra­kis, durch­ge­führt wur­den (bereits in der ver­gan­ge­nen Woche fand eine Debatte zwi­schen den Vor­sit­zen­den von allen im Par­la­ment ver­tre­te­nen Par­teien mit Aus­nahme der Gol­de­nen Mor­gen­röte statt (siehe 1, 2 und 3).
Außer­dem wird ein Durch­schnitts­wert berech­net, wobei nur 12 Umfra­gen berück­sich­tigt wer­den (weil unter unter den 14 Umfra­gen zwei Insti­tute dop­pelt ver­tre­ten sind).

Da die aller­meis­ten Insti­tute ihre Ergeb­nisse in einer Art und Weise ver­öf­fent­li­chen, bei der „100 %“ nicht der Summe aller Par­teien ent­spricht, son­dern auch alle oder einige der Befrag­ten, die noch unent­schlos­sen sind oder keine Anga­ben machen oder einen lee­ren oder ungül­ti­gen Stim­men abge­ben wol­len, wird im fol­gen­den neben den ver­öf­fent­lich­ten Daten der Insti­tute jeweils ein Umrech­nungs­er­geb­nis dar­ge­stellt, bei dem die Befrag­ten, die nicht oder noch nicht für Par­teien votie­ren, her­aus­ge­rech­net wer­den. Man­gels ver­läß­li­cher ande­rer Anhalts­punkte wird eine schlichte lineare Umver­tei­lung nach fol­gen­der For­mel vor­ge­nom­men: Roh­wert der jewei­li­gen Par­tei in der jewei­li­gen Umfrage mul­ti­pli­ziert mit 100 divi­diert durch die Summe der pro­zen­tua­len Anteile aller Par­teien in der jewei­li­gen Umfrage.
Da meh­rere Insti­tute berich­ten, daß es vor allem ehe­ma­lige SYRIZA-​​WählerInnen sind, die noch unent­schie­den sind, dürfte diese lineare Umrech­nungs­me­thode eine gewisse Ver­zer­rung zulas­ten von SYRIZA und zuguns­ten der ande­ren Par­teien bedeu­ten. Beson­ders stark fällt diese Ver­zer­rung zuguns­ten der Par­teien aus, von denen zu erwar­ten ist, daß sie unter­durch­schnitt­lich viele ehe­ma­lige SYRIZA-​​WählerInnen gewin­nen wer­den.

Die sechs Umfra­gen, die bereits im gest­ri­gen Arti­kel zu die­sem Thema dar­ge­stellt wur­den:


Die vier Umfra­gen, die heute Nacht um 1:04 h nach­ge­tra­gen wur­den:

Und die vier Umfra­gen, die heute noch hin­zu­ge­kom­men sind:

Unter Zugrund­le­gung der Umrech­nungs­werte las­sen sich diese Umfra­gen wie folgt zusam­men, wobei ich von den Insti­tu­ten Pulse und ProRata jeweils nur die neuere deren jeweils zwei Umfra­gen aus die­ser Woche berück­sich­tige:

  • Alle 12 Umfra­gen erwar­ten, daß die KKE ihr Wahl­er­geb­nis vom Jan. (5,5 %) hal­ten (1 Umfrage) oder leicht oder etwas stär­ker stei­gern kann (höchs­tes Ergeb­nis: 6,9 %).
  • Die LAE /​ „Volks­ein­heit“ kommt nach 10 der 12 Umfra­gen über 3 %, aber nur nach einer über 4 % (in letz­te­rer: auf 4,7 %); in zwei Umfra­gen liegt sie bei 2,7 bzw. 2,9 %.
  • Nach zwei Umfra­gen liegt SYRIZA mit mehr als drei Pro­zent­punk­ten vor ND, nach vier wei­te­ren dage­gen nur knapp. In zwei Umfra­gen lie­gen SYRIZA und ND gleich auf und nach den ver­blei­ben vier Umfra­gen liegt ND vorne (davon in einer deut­lich und in den ande­ren knapp).
  • Nach der Umfra­gen, nach der SYRIZA am deut­lichs­ten vor ND liegt, erhal­ten SYRIZA + LAE zusam­men sogar mehr als bei der Wahl im Jan. (36,3 %), aber auch nur 0,1 Pro­zent­punkte – nach den ande­ren Umfra­gen schnei­den sie dies­mal im unter­schied­li­chen Aus­maß schlech­ter ab.
  • ND liegt nach allen Umfra­gen (zwi­schen 0,7 und 5 Pro­zent­punk­ten) über ihrem Jan.-Ergebnis (27,8 %).
  • Nach zehn der 12 Umfra­gen liegt die Zen­trums­union (im Jan. 1,8 %) über 3 %, nach zweien dar­un­ter (2,5 bzw. 2,9 %). ANEL (im Jan. 4,8 %) liegt bei der fünf der Umfra­gen bei 3 % oder dar­über (maxi­mal: 3,5 %), nach sie­ben Umfra­gen unter 3 %. (schlech­tes­tes Ergeb­nis: 2,5 % [in der ers­ten Pulse-​​Umfrage sogar nur 2,3 %).
  • Die Nazi­par­tei Gol­dene Mor­gen­röte wird ihr Ergeb­nis vom Jan. (6,3 %) min­des­tens hal­ten (1 Umfrage) und maxi­mal auf 8,1 % stei­gen. (Zu berück­sich­ti­gen ist, daß die Rechtsaußen-​​Partei LOAS, die im Jan. 1 % erhielt, dies­mal nicht antritt.)
  • Potami liegt zwi­schen 4,5 und 5,9 %, also schwä­cher als im Jan. (6,1 %).
  • PASOK, die dies­mal mit DIMAR zusam­men kan­di­diert, soll dies­mal zwi­schen 5,2 und 8 % erhal­ten. Im Jan. lag die Summe bei­der Par­teien bei 5,2 %; außer­dem erhielt damals die PASOK-​​Abspaltung KIDISO 2,5 %, die dies­mal nicht kan­di­diert.
  • Die „Sons­ti­gen“ lie­gen zwi­schen 2,3 % und 3,5 %.

Die Werte für die „Sons­ti­gen“ sind vor allem in Bezug auf ANT­AR­SYA von Inter­esse, die in drei der 12 Umfra­gen ein­zeln aus­ge­wie­sen wird. Eine Umfrage gibt (roh) 1 % an (erste Pulse-​​Umfrage: 1,5 %), die zweite 1,2 % und die dritte 1,3 % (keine Umrech­nung erfor­der­lich).

Umge­rech­net ergibt dies für die ers­ten bei­den Umfra­gen 1,2 bzw. 1,5%. Dies würde für ANT­AR­SYA gegen­über dem Jan. (0,6 %) min­des­tens als eine Ver­dop­pe­lung bedeu­ten.

Als Durch­schnitt aller 12 Umfra­gen ergibt sich fol­gende Tabelle:

Anmer­kung:

Der Abstand von 0,6 Pro­zent­punk­ten zwi­schen SYRIZA und ND ent­spricht ziem­lich genau dem, was auch Bloom­berg Busi­ness heute Mor­gen anhand von 10 Umfra­gen und mit ande­rer Dar­stel­lungs­weise („100 %“ ent­hal­te­nen auch die Unent­schlos­se­nen) ermit­telte (0,6 Pro­zent­punkte Abstand).

Hin­weise auf etwaige Feh­ler sind wie immer gern gese­hen.

Quel­len für die vier neus­ten Umfra­gen (mehr…)

Alle sechs (+ 4 + 2) Griechenland-Umfragen dieser Woche auf einem Blick und nach einheitlichen Kriterien um die Unentschlossenen etc. bereinigt

[Siehe statt des hie­si­gen Arti­kel die dor­tige aktu­el­lere Dar­stel­lung für 14 Umfra­gen die­ser Woche.] (mehr…)

Hoffen und Zweifeln? – Noch einmal zu den Griechenland-Umfragen

Das neue deutsch­land schreibt gerade:

„Die Zah­len der meis­ten Insti­tute kün­den seit Wochen von einem engen Kopf-​​an-​​Kopf-​​Rennen zwi­schen der lin­ken SYRIZA und der kon­ser­va­ti­ven Nea Dimo­kra­tia. So unter­schied­lich die Werte der jewei­li­gen Umfra­gen auch sein mögen, der Abstand beträgt seit Ende August meist nur noch Zehn­tel­pro­zent­punkte […]. Es gibt aber auch noch andere Umfra­gen, und in denen sind die Erfolgs­aus­sich­ten von Mei­ma­ra­kis weit weni­ger groß. Die linke Zei­tung der Redak­teure »Efsyn­tak­ton« ver­öf­fent­lichte die­ser Tage Zah­len, laut denen SYRIZA mit 28 Pro­zent recht deut­lich vor der Nea Dimo­kra­tia liegt, die 24 Pro­zent erhält. Das Insti­tut, Prorata, hatte auch in zuvor schon die grie­chi­sche Links­par­tei stets klar vor den Kon­ser­va­ti­ven gese­hen – Anfang Sep­tem­ber etwa mit einem Vor­sprung von 28,5 zu 23 Pro­zent.
Ähnli­che, also von der Mehr­heit der Insti­tute abwei­chende Ergeb­nisse, fin­det man ebenso beim Thinktank Brid­ging Europe. Auch hier wird »ganz nor­male« Demo­sko­pie betrie­ben: reprä­sen­ta­tive Tele­fon­be­fra­gung unter Wahl­be­rech­tig­ten. Laut der jüngs­ten Zah­len von Brid­ging Europe vom ver­gan­ge­nen Wochen­ende liegt SYRIZA mit 27,4 Pro­zent klar vor der Nea Dimo­kra­tia, die nur auf 20,4 Pro­zent kommt; bei einer vor­aus­ge­gan­ge­nen Umfrage von Anfang Sep­tem­ber betrug der Vor­sprung eben­falls über sie­ben Pro­zent.“

Der ND-Arti­kel ver­mu­tet hin­sicht­lich der meis­ten Umfra­gen:

„Mit einer Höher­be­wer­tung der Nea Dimo­kra­tia könnte das Wäh­ler­ver­hal­ten beein­flusst wer­den. Eine wahr­ge­nom­mene Erfolgs­aus­sicht erhöht die Bereit­schaft, sich der vor­aus­sicht­lich erfolg­rei­chen Hand­lungs­weise anzu­schlie­ßen – in die­sem Fall: Nea Dimo­kra­tia zu wäh­len, den zumin­dest medial zum Auf­stei­ger erklär­ten Her­aus­for­de­rer von SYRIZA.“

Berück­sich­tigt wer­den sollte m.E. aber noch, daß

++ die Werte für SYRIZA in allen Umfra­gen nicht so stark von ein­an­der abwei­chen.

Der Vor­sprung von SYRIZA in den bei­den im Arti­kel genann­ten Umfra­gen ergibt sich dar­aus, daß

Das heißt: Beide Umfra­gen wei­chen zwar von den meis­ten ande­ren Umfra­gen ab; aber sie stim­men auch nicht mit ein­an­der überein (was m.E. auch nicht gerade für deren Vali­di­tät spricht).

Und der Bandwagon-​​Effekt (mehr…)

Mi., 16.9.: Zum letzten Stand der Wahlumfragen in Griechenland

Es gibt mitt­ler­weile drei Umfra­gen, die zumin­dest teil­weise nach der Fern­seh­de­batte am Mon­tag­abend (siehe 1 und 2) zwi­schen den Par­tei­chefs von SYRIZA und ND durch­ge­führt wur­den (bereits in der ver­gan­ge­nen Woche fand eine Debatte zwi­schen den Vor­sit­zen­den von allen im Par­la­ment ver­tre­te­nen Par­teien mit Aus­nahme der Gol­de­nen Mor­gen­röte statt (siehe 1, 2 und 3):

[Siehe statt der hie­si­gen Dar­stel­lung am bes­ten der Ein­fach­heit hal­ber gleich die dor­tige aktu­el­lere und genauere Dar­stel­lung unter Berück­sich­ti­gung von sechs Umfra­gen aus die­ser Woche. TaP – 17.09.15; 21:25 h.] (mehr…)

Präzise wie eine Wünschelrute: Zu den heutigen demoskopischen Eindrücken von den griechischen WählerInnen

Heute wur­den zwei neue Umfra­gen ver­öf­fent­licht – eine vom Insti­tut ProRata für die Zei­tung EfSyn (über diese berich­tete ich bereits heute Nach­mit­tag) und eine zweite vom Insti­tut MetronAna­ly­sis für die Zei­tung Para­po­li­tika (um diese soll es hier vor­ran­gig gehen). (mehr…)

Neue Umfrage in Griechenland: Sowohl LAE als auch ANEL um 3 %; nur schwache Verluste für SYRIZA

Die linke (SYRIZA-​​nahe?) grie­chi­sche Zei­tung EfSyn (via eka​t​hi​mer​ini​.com) hat neue Umfra­ge­er­geb­nisse ver­öf­fent­licht – und zwar ziem­lich abwei­chend von den meis­ten ande­ren Umfra­gen: (mehr…)

Nochmal zu den Wahlaussichten von ANTARSYA – und überhaupt zum Stand der Umfragen in Griechenland

Am Sams­tag und den Tagen zuvor sah es – wegen recht hoher Umfra­ge­ergb­nisse für die „Sons­ti­gen“ – so aus, als könnte ANT­AR­SYA in die Nähe der 3 %-Hürde kom­men. Wie schon in mei­nen Ergän­zun­gen (Kom­men­ta­ren) unter dem alten Arti­kel und dem Über­blick vom Sonn­tag deut­lich deut­lich gewor­den ist, fand die­ser Stand der Dinge in den spä­te­ren Umfra­gen keine Bestä­ti­gung.

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Warum heißt der „strukturale Marxismus“ „struktural“?

Viel­leicht ist das Fol­gende ja hilf­reich für die vom Gen. sys­tem­crash ange­regte Erar­bei­tung eines Althusser-​​Trotzki-​​Vergleichs – also: Warum heißt der „struk­tu­rale Mar­xis­mus“ „struk­tu­ral“?

1. heißt er des­halb „struk­tu­ral“, weil er wie jeder Struk­tu­ra­lis­mus1 vom Pri­mat der Struk­tu­ren über deren Sym­ptome ein­schließ­lich der Sub­jekte, die in ihnen posi­tio­niert wer­den, aus­geht – die Struk­tur ist das Bedin­gende (die Deter­mi­nante): „Die Struk­tur bedingt die Funk­tio­na­li­tät der Teile im Ver­bund einer Ganz­heit.“ (Wiki­pe­dia)

Dies unter­schei­det den „struk­tu­ra­len Mar­xis­mus“ gar nicht von Marx, son­dern ist ein­fach nur eine Wie­der­ho­lung des­sen, was Marx (und Lenin) selbst schon schrieb(en): (mehr…)

Schlecht recherchiert: ND-Übersicht über Griechenland-Umfragen

Das neue deutsch­land schreibt gerade:

Der Ein­zug der »Volks­ein­heit« ins Par­la­ment gilt laut der aktu­el­len Umfra­gen als sicher – die Neu­grün­dung kommt auf in den seit ver­gan­ge­nen Don­ners­tag erschie­ne­nen acht Umfra­gen auf Werte von 3,6 bis 6,2 Pro­zent. Die jüngs­ten ver­öf­fent­lichte Stu­dien deu­ten zudem wei­ter auf ein Kopf-​​an-​​Kopf-​​Rennen zwi­schen SYRIZA und Nea Dimo­kra­tia hin: SYRIZA liegt zwi­schen 24,4 und 29,6 Pro­zent, die kon­ser­va­tive Oppo­si­tion kommt auf Werte von 19,8 bis 30,4 Pro­zent.

Dritt­stärkste Par­tei ist laut den jüngs­ten Mei­nungs­um­fra­gen mit 5,5 bis 7,2 Pro­zent wei­ter die Neonazi-​​Partei Chrysi Avgi. Die natio­na­lis­ti­sche ANEL, die bis­her mit SYRIZA eine Koali­tion gebil­det hatte, könnte den Zah­len zufolge am 20. Sep­tem­ber an der Drei­pro­zent­hürde schei­tern. Die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche PASOK erreicht eine momen­tane Zustim­mung von 3,1 bis 6,1 Pro­zent. Die kom­mu­nis­ti­sche KKE kann aktu­ell mit einem Wahl­er­geb­nis zwi­schen 4,8 und 6,5 Pro­zent rech­nen.

Tabelle zum ND-​​Artikel: (mehr…)