Heute gelesen (13.8.)

1. daß die von zwei Schülern gegrün­dete Stadt­schü­ler­zei­tung aus Olden­burg „Chefs und Sekre­tä­rin­nen, Haus­meis­ter und Pfört­ner, Foto­gra­fen und Modells, Gra­phi­ker und Tex­ter, Kaf­fee­ko­cher und Werbe­läu­fer, Essay­is­ten und Kolum­nis­ten, Schrift­stel­ler und Lek­to­ren“ sucht. Wie schön, daß die Män­ner in die­sem Män­ner­pro­jekt auch Kaf­fee kochen sol­len – nur die Sekre­tä­rin­nen stö­ren etwas das Bild.
2. die Saloncommunist/inn?/en klar­stel­len, daß sich ihr Logo „Gegen den Auf­marsch der Anti­imp Freaks“ nicht – wie von Dorf­disco gemut­maßt – gegen den frag­li­chen Nazis-​​Aufmarsch, son­dern gegen eine nicht genehme Gegen­ver­an­stal­tung rich­tet. Schwer zu sagen, ob die ver­stan­dene Bedeu­tung oder die gemeinte Bedeu­tung mehr Kri­tik ver­dient.
3. die DKP im Mün­che­ner Süd­wes­ten eine Dis­tan­zie­rung der SDAJ Bay­ern vom bay­ern­wei­ten Anti­fa­ju­gend­camp 2009 pos­tet. Die Dis­tan­zie­rung besteht vor allem aus Zita­ten von drei Zusam­men­hän­gen (Anifa F, Phase 2 und TOP Ber­lin), die mit Referent/in?/en bei dem Camp ver­tre­ten sein sol­len.
Schon ver­ständ­lich, daß es der SDAJ Bay­ern nicht gefällt, daß die Antifa F die SDAJ Frank­furt „anti­se­mis­tisch“ nennt. Nur wäre gut, auch zu begrün­den, warum der Vor­wurf falsch ist.
Auch ver­ständ­lich, daß es der SADJ nicht gefällt, daß ein Text von der Initia­tive Sozia­lis­ti­sches Forum (ISF) auf der home­page von Phase 2 die Junge Welt als „links­völ­kisch“ bezeich­net. Wie­derum wäre gut, zu begrün­den, warum diese Bezei­chung falsch oder zumin­dest zu pau­schal ist.
Schließ­lich mag es als unbe­frie­di­gend emp­fun­den wer­den, wenn TOP schreibt: „Kapi­ta­lis­mus in der anti­se­mi­ti­schen Welt­sicht wird nicht als ein Pro­zess gese­hen, der sich aus eige­nem Antrieb und ohne spe­zi­el­les Sub­jekt aus­ein­an­der ent­wi­ckelt, son­dern als ein aus­beu­te­ri­sches Pro­jekt, dass bewusst von bösen Men­schen, wie etwa der ‚Herr­schen­den Klasse‘ betrie­ben wird.“ – ohne dazu­zu­sa­gen, daß eine sol­che Sicht­weise allein noch nicht das Urteil „Anti­se­mi­tis­mus“ recht­fer­tigt.
Und rich­tig ist auch, daß die SDAJ dar­auf beharrt, „dass es eine herr­schende Klasse in die­sem Land gibt und dass unsere Inter­es­sen und die der herr­schen­den Klasse nicht iden­tisch sind.“ – Nur wäre sinn­voll, gleich dazu­sa­gen, daß gerade nach mar­xis­ti­scher Sicht­weise (die sich von früh­so­zia­lis­ti­schen und anar­chis­ti­schen Sicht­wei­sen unter­schei­det) ein ‚böser Wille‘ in der Tat weder Grund noch Haupt­cha­rak­te­ris­ti­kum der herr­schen­den Klasse ist, son­dern daß auch diese unter der Deter­mi­na­tion ihrer Stel­lung, die sie in den Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­sen ein­nimmt, agiert.
Nicht beson­ders über­zeu­gend sind auch die Schluß­fol­ge­run­gen der SDAJ aus dem Gan­zen:

„Wer uns des­halb mit dem Vor­wurf des Anti­se­mi­tis­mus kon­fron­tiert, den wol­len wir auf einem von uns mit­or­ga­ni­sier­ten Camp nicht als Refe­ren­ten haben! Wer uns mit den Nazis auf eine Stufe stellt, bei dem hört unsere spek­tren­über­grei­fende Bünd­nis­ar­beit auf. Für uns sind ‚die‘ Anti­deut­schen keine Bünd­nis­part­ner, son­dern viel­fach nur Ras­sis­ten ande­rer Cou­leur.“

Da die von der SDAJ kri­ti­sier­ten Grup­pen ja zumin­dest ihrer­seits nicht den Aus­schluß der ver­meint­lich anti­se­mi­ti­schen SDAJ for­dern, wäre viel­leicht ein sol­ches Antifa-​​Camp viel­mehr der geeig­nete Ort, um die ange­spro­che­nen Fra­gen in Ruhe zu dis­ku­tie­ren sowie fest­zu­stel­len, wo Miß­ver­ständ­nisse und gegen­sei­tige Pro­jek­tio­nen vor­lie­gen, und was als sach­li­che Dif­fe­renz übrig­bleibt.
Schließ­lich ist es auch wenig hilf­reich, infla­tio­näre und begrün­dungs­lose Antisemitismus-​​Vorwürfe mit ebenso infla­tio­nä­ren und begrün­dungs­lo­sen Rassismus-​​Vorwürfen zu beant­wor­ten.
Aus dem dis­ku­tier­ten Anlaß sei noch ein­mal auf fol­gende Texte ver­wie­sen:

2 × 4 begrifflich-​​logische Vor­schläge, um nicht an ein­an­der vor­bei­zu­re­den
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​2​/​2​-​x​-​4​-​b​e​g​r​i​f​f​l​i​c​h​-​l​o​g​i​s​c​h​e​-​v​o​r​s​c​h​l​a​e​g​e​-​u​m​-​n​i​c​h​t​-​a​n​-​e​i​n​a​n​d​e​r​-​v​o​r​b​e​i​z​u​r​eden/

Zur Stel­lung­nahme von MD
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​5​/​z​u​r​-​s​t​e​l​l​u​n​g​n​a​h​m​e​-​v​o​n-md/ (Nr. 3 zu dem ers­ten ange­führ­ten Zitat und die Aus­füh­run­gen zum letz­ten Zitat)

Über­sicht über die bis­he­rige Dis­kus­sion
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​0​1​/​u​e​b​e​r​s​i​c​h​t​-​u​e​b​e​r​-​d​i​e​-​b​i​s​h​e​r​i​g​e​-​d​i​s​k​u​s​s​i​o​n​-​m​a​k​s​s​-​d​a​m​a​g​e​-​s​o​l​i​-​k​o​n​z​e​r​t-78/, Abschnitt IV.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio
Wikio

17 Antworten auf „Heute gelesen (13.8.)“


  1. 1 Antifatzke 15. August 2009 um 13:04 Uhr

    > Des weiteren kritisieren wir die Politik eben dieser
    > herrschenden Klasse in den USA und Israel …

    Tjaja, allein mit diesem Satz entlarvt sich die SDAJ doch schon wieder selbst und zeigt, dass Kritik an ihr nötiger denn je ist. Genau so ist es nämlich: sie kritisieren die „herrschenden Klassen in den USA und Israel“ und zwar vorgeblich und mit offensichtlicher Freude und Befriedigung genau dort und nicht etwa in Montenegro, im Senegal oder gar in Iran.

    Wer zudem spalterisch handelt ist ziemlich offensichtlich. Allgemein schreit der ganze Text (und seine Formatierung) danach in seine Einzelteile zerlegt und zusammengefaltet zu werden – wenn er denn nicht viel zu irrelevant wäre, da sich die SDAJ sowieso in den nächsten Jahren von selbst erledigt.

  2. 2 DGSch 15. August 2009 um 14:11 Uhr

    Eben, die SDAJ kritisiert die „herrschenden Klassen in den USA und Israel“.

    Darauf läßt sich weder ein Antiamerikanismus noch ein Vorwurf ‚der Israelfeindlichkeit‘ noch gar des Antisemitismus stützen.

    „und nicht etwa in Montenegro, im Senegal oder gar in Iran.“

    Die SDAJ geht im vorliegend Text zwar nicht auf Montenegro, den Senegal und den Iran ein (wofür es in Anbetracht des Thema des Textes allerdings auch keinen zwingender Grund gab). Da in keinem dieser Länder sozialistische oder kommunistische Verhältnisse herrschen, spricht aber nichts für Deine Unterstellung, daß die SDAJ nicht auch die dortigen herrschenden Klassen kritisieren würde.

    Und jedenfalls hinsichtlich Deutschland sagt die SDAJ klar:

    „Die SDAJ ist eine Organisation, die klar sagt, dass es eine herrschende Klasse in diesem Land gibt und dass unsere Interessen und die der herrschenden Klasse nicht identisch sind.“

    Das Führen des Klassen- und Geschlechterkampfes ist eine praktische Dekonstruktion der ‚Volksgemeinschaft‘.

    Jene ‚Antideutschen‘, die sich vom Klassenkampf verabschieden, reiifizieren dagegen die deutsche ‚Volksgemeinschaft‘ beständig.

  3. 3 ♥Tekknoatze 16. August 2009 um 0:40 Uhr

    Darauf läßt sich weder ein Antiamerikanismus noch ein Vorwurf ‚der Israelfeindlichkeit‘ noch gar des Antisemitismus stützen.

    Nicht? Doch. Guck dir doch mal die Aktionen und Pamphlete der SDAJ, statt einer zu begrüßenden richtigen Kritik des Imperialismus und des Kapitalverhältnis können die nämlich nur eine Falsch. Und die hängt sich tatsächlich in falscher Weise an den Aktionen Amerikas auf und verklärt die zum Bösen. Das ist nunmal der Gehalt von Antiamerikanismus. Antisemitisch ist das nicht, das stimmt immerhin bei deiner Ehrenrettung.
    Ob die ne Position zu Antisemitismus haben, die bundesweit einheitlich ist, weiß ich nicht, ich habe dementsprechend zumindest noch nichts gelesen.

    Die SDAJ geht im vorliegend Text zwar nicht auf Montenegro, den Senegal und den Iran ein (wofür es in Anbetracht des Thema des Textes allerdings auch keinen zwingender Grund gab). Da in keinem dieser Länder sozialistische oder kommunistische Verhältnisse herrschen, spricht aber nichts für Deine Unterstellung, daß die SDAJ nicht auch die dortigen herrschenden Klassen kritisieren würde.

    Nichts außer, dass sie es nicht tun und sowieso eine Kritik der herrschenden Klasse per se Klopapier ist.

    Das Führen des Klassen- und Geschlechterkampfes ist eine praktische Dekonstruktion der ‚Volksgemeinschaft‘.

    Der Klassenkampf (mal abgesehen davon, dass Klassenkampf als regelmäßige Veranstaltung huete vor allem von oben stattfindet) heutzutage ist doch eine kreuzaffirmative Veranstaltung zur vermeintlich gerechteren Verwaltung der Reichtümer dieser Nation. Hör doch mal bitte auf, die SDAJ hier anhand irgendwelcher Ideale zu verteidigen, die du ihnen lediglich andichtest. „Dekonstruktion der Volksgemeinschaft“ betreibt die SDAJ jedenfalls nicht. Auf der Ebene des Geschlechtes würde ich das auch mal bezweifeln.

    Jene ‚Antideutschen‘, die sich vom Klassenkampf verabschieden, reiifizieren dagegen die deutsche ‚Volksgemeinschaft‘ beständig.

    Na dann.

  4. 4 DGSch 16. August 2009 um 8:24 Uhr

    @ ♥Tekknoatze – 16. August 2009 um 0:40 Uhr:

    1.

    Vorlauf:

    SDAJ: „Des weiteren kritisieren wir die Politik eben dieser herrschenden Klasse in den USA und Israel …“

    Antifatzke: „Tjaja, allein mit diesem Satz entlarvt sich die SDAJ doch schon wieder selbst und zeigt, dass Kritik an ihr nötiger denn je ist.“

    Ich: „Eben, die SDAJ kritisiert die ‚herrschenden Klassen in den USA und Israel‘. Darauf läßt sich weder ein Antiamerikanismus noch ein Vorwurf ‚der Israelfeindlichkeit‘ noch gar des Antisemitismus stützen.“

    ♥Tekknoatze: „Nicht? Doch.“

    Argument?

    2.

    „Guck dir doch mal die Aktionen und Pamphlete der SDAJ, statt einer zu begrüßenden richtigen Kritik des Imperialismus und des Kapitalverhältnis können die nämlich nur eine Falsch.“

    Das ist jedenfalls kein Argument gegen meine Kritik an Antifatzke. Und: „die Aktionen und Pamphlete“ – wie wär’s zumindest mal mit ein, zwei Beispielen? Würde die Kritik deutlich überzeugender machen und vielleicht auch Leute bei der SDAJ zum Nachdenken bringen.

    3.

    „Antisemitisch ist das nicht, das stimmt immerhin bei deiner Ehrenrettung.“

    Immerhin.

    4.

    „Nichts außer, dass sie es [die herrschenden Klassen in Montenegro, dem Senegal und den Iran kritisieren] nicht tun und sowieso eine Kritik der herrschenden Klasse per se Klopapier ist.“

    Argument für letzteres? – Und wenn es sowieso „Klopapier ist“, dann müßte es ja Deine Zustimmung finden, daß die SDAJ das unterläßt, was Deines Erachtens Klopapier ist.

    5.

    „Der Klassenkampf (mal abgesehen davon, dass Klassenkampf als regelmäßige Veranstaltung huete vor allem von oben stattfindet) heutzutage ist doch eine kreuzaffirmative Veranstaltung zur vermeintlich gerechteren Verwaltung der Reichtümer dieser Nation.“

    Der Klassenkampf findet nicht erst „heute“ in erst Linie ‚von oben‘ statt, sondern schon immer. Ein neue Produktionsweise (d.h. eine neue Art und Weise der Ausbeutung und Herrschaft) muß erst einmal durchgesetzt werden, und die alltägliche Herrschaft und Ausbeutung ist bereits – Klassenkampf und Geschlechterkampf von oben.

    Trotz seiner Normalität macht dieser Kampf ‚von oben‘ die Vorstellung einer nationalen Gemeinschaft von ‚oben‘ und ‚unten‘ prekär und ermöglicht zu thematisieren, daß nicht ‚das Gemeinwohl‘, sondern Herrschaft und Ausbeutung ‚oben‘ und ‚unten‘ verbindet.

    6.

    „Der Klassenkampf […] heutzutage ist doch eine kreuzaffirmative Veranstaltung zur vermeintlich gerechteren Verwaltung der Reichtümer dieser Nation.“

    Das ist nun allerdings eine ganze andere Kritik: Der Klassenkampf zwischen Herrschenden und Beherrschten ist nicht mehr „per se Klopapier“, sondern er wird nicht radikal genug geführt und im Rahmen einer – die Imagination einer „nationalen Gemeinschaft“ nicht wirklich antasenden – reformistische Gerechtigkeit-Ideologie artikuliert – einer Kritik, der ich zustimme und die ich auch schon öfters vorgebracht habe. Einfach mal in diesem blog nach „gerecht“ suchen.

    7.

    Ich: „Jene ‚Antideutschen‘, die sich vom Klassenkampf verabschieden, reiifizieren dagegen die deutsche ‚Volksgemeinschaft‘ beständig.“

    ♥Tekknoatze: „Na dann.“

    „Na dann.“ = Kritik akzeptiert?

    Oder: „Na dann.“ = Ist auch egal, weil es ohnehin nicht um ernsthafte Politik und effektive Mittel, sondern um diskursive Distinktionsgewinne und Aufmerksamkeitsökonomie geht?

    „Na dann.“ = Oder was????

    Von ‚Antideutschen‘ und ‚Anti-Antideutschen‘ verlangen,
    ► daß ihre wechselseitigen Vorurteile von einander aufgegeben
    ► daß sie innere Differenzen im jeweils gegnerischen Lager und existierende dritte Positionen wahrnehmen
    ► daß sie ihre wechselseitigen Vorwürfe und Kritik mit Argumenten und Tatsachen belegen.

  5. 5 ♥Tekknoatze 16. August 2009 um 20:12 Uhr

    1.

    Das ist jedenfalls kein Argument gegen meine Kritik an Antifatzke.

    Richtig, es ist auch ein Argument gegen deine Position.
    2.

    Und: „die Aktionen und Pamphlete“ – wie wär’s zumindest mal mit ein, zwei Beispielen?

    Seinen eigenen Blog verlinken ist hier ja echt cool also:
    http://einblog.blogsport.de/2008/08/13/73/
    http://einblog.blogsport.de/2008/12/15/politische-verwirrungen-part-56-aka-sdaj-nummer-2-ausgabe-1/
    http://einblog.blogsport.de/2008/12/16/politische-verwirrungen-part-57-aka-sdaj-nummer-2-ausgabe-2/
    4. Dass ich eine Kritik der herrschendenken Klasse per se für Klopapier halte heißt nicht, dass ich sie generell ablehnen würde. Nur in der Tour, in der du es hier fährst ist das nur ein blöder Moralismus. Die haben deinen Mindeststandard „Kritik der herrschenden Klasse“ erfüllt, und deswegen verteidigst du die jetzt. Von den Inhalten, die die SDAJ da tatsächlich vertritt abstrahierst du dann ganz vornehm. Wenn du die nämlich mal an ihren tatsächlichen Inhalten messen würdest würde bei rauskommmen, dass das auch nichts als Demokrat_innen sind, die sich aber ganz empört darüber geben, dass hier im Staat was verkehrt läuft. Und dann wollen die folgerichtig Geld für Bildung und nicht für Banken und Konzerne etc. Diese Kritik der herrschenden Klasse ist nicht richtiger als das was Der SPIEGEL, Elsässer oder alle mehr oder weniger enttäuschte Parteigänger der nationalen Sache an der herrschenden Klasse zu kritisieren haben, nämlich, dass sie das nicht richtig machen was sie machen, weil zu geizig, raffgierig etc. sind.
    5.

    Der Klassenkampf findet nicht erst „heute“ in erst Linie ‚von oben‘ statt, sondern schon immer.

    Naja historisch gesehen gab es durchaus stärkere Versuche der Arbeiter_innenbewegung als heutzutage. Worums mir aber eigentlich geht und da hast du dich geschickt drumrumgewunden: Auch das Lob von Klassenkampf als hehres Ideal unter Absehung der Inhalte betreibst du da ganz fleißig.

    Trotz seiner Normalität macht dieser Kampf ‚von oben‘ die Vorstellung einer nationalen Gemeinschaft von ‚oben‘ und ‚unten‘ prekär und ermöglicht zu thematisieren, daß nicht ‚das Gemeinwohl‘, sondern Herrschaft und Ausbeutung ‚oben‘ und ‚unten‘ verbindet.

    Die möglichst reibungslose Ausbeutung der Leute und das damit verbundene Funktionieren der kapitalistischen Akkumulation ist das Gemeinwohl.
    6. Super.
    7. Da haben mir deine Argumente irgendwie gefehlt.

  6. 6 Antifatzke 16. August 2009 um 20:18 Uhr

    > Darauf läßt sich weder ein Antiamerikanismus noch ein Vorwurf
    > ‚der Israelfeindlichkeit‘ noch gar des Antisemitismus stützen.

    Vor allem lässt sich daraus eine offenbar deutlich ausgeprägte Lust am Hass auf Israel und die USA schließen. Würde es um die von der SDAJ so viel beschworene herrschenden Klasse an und für sich gehen wären die ständigen Querverweise auf Israel und die USA gar nicht notwendig, sondern es könnte eine allgemein formulierte Kritik am von der SDAJ angenommenen Klassencharakter des Kapitalismus angebracht werden.

    > Die SDAJ geht im vorliegend Text zwar nicht auf Montenegro,
    > den Senegal und den Iran ein

    Das tut sie auch sonst in keinem ihrer mir bekannten Texte.

    > Das Führen des Klassen- und Geschlechterkampfes ist eine
    > praktische Dekonstruktion der ‚Volksgemeinschaft‘.

    Ganz im Gegenteil wird eine angeblich grundgute Volksgemeinschaft den bösen, zersetzenden Herrschenden entgegen gestellt. Exklusion par excellence. Ob diese Gemeinschaft wie hier nun Klasse genannt wird oder Volk ist im Grunde schnuppe. Die dahinterstehende Systematik ist entscheidend und diese konstruiert auch hier eine innere Gemeinschafts-Identität durch die Schaffung eines äußeren, nicht in die Gemeinschaft integrierbaren Feindbildes. Nur durch den gezielten Ausschluss von Personengruppen kann die innere Identität erschaffen werden. Es sind aber nicht all die Ackermanns das Problem, sondern der Kapitalismus.

  7. 7 ingo insterburg 16. August 2009 um 20:44 Uhr

    Es sind aber nicht all die Ackermanns das Problem, sondern der Kapitalismus.

    jaja. und „nicht die bullen sind das problem, sondern das gewaltmonopol/der staat“. kapitalismus ohne ackermanns geht aber wieder auch nicht, genauso wie staat ohne bullen. sie sind also durchaus (ein ziemlich grosser) teil des problems.

  8. 8 DGSch 16. August 2009 um 23:25 Uhr

    @ # ♥Tekknoatze – 16. August 2009 um 20:12 Uhr

    1.

    „Richtig, es ist auch ein Argument gegen deine Position.“

    Ich hatte mich ausschließlich auf das bezogen, was Antifatzke zitiert hatte.
    Dazu, ob und welche Kritik an anderen SDAJ-Äußerungen berechtigt und notwendig ist, hatte ich mich nicht geäußert, da ich diese Frage nicht untersucht habe.
    Was vermutest Du also als ‚meine Position‘, die Du meinst erfolgreich kritisiert zu haben?

    2.

    Ich: „Und: ‚die Aktionen und Pamphlete‘ – wie wär’s zumindest mal mit ein, zwei Beispielen?“

    ♥Tekknoatze: „Seinen eigenen Blog verlinken ist hier ja echt cool also:
    http://einblog.blogsport.de/2008/08/13/73/
    http://einblog.blogsport.de/2008/12/15/politische-verwirrungen-part-56-aka-sdaj-nummer-2-ausgabe-1/
    http://einblog.blogsport.de/2008/12/16/politische-verwirrungen-part-57-aka-sdaj-nummer-2-ausgabe-2/“

    Gut, tendenziell würde ich Deiner Kritik zustimmen – nur

    a) eine „Heuschrecken“– statt Kapitalismus-Kritik, leichtfertige Faschismus-Vorwürfe u.ä. läßt sich mit einem ‚orthodoxen‘ Marxismus ohne jede ‚antideutsche‘ Dreingabe kritisieren1 und wurde auch vor Auftauchen der ‚antideutschen‘ Strömung schon kritisiert

    b) es ist ja nicht verkehrt, auch Forderungen unterhalb des Kommunismus zu stellen.

    4.

    „Dass ich eine Kritik der herrschendenken Klasse per se für Klopapier halte heißt nicht, dass ich sie generell ablehnen würde.“

    Und warum? Worin liegt die Logik dieser Position?

    5.

    „Naja historisch gesehen gab es durchaus stärkere Versuche der Arbeiter_innenbewegung als heutzutage.“

    Unbestritten, aber wofür ist das im vorliegenden Zusammenhang ein Argument?

    „Worums mir aber eigentlich geht und da hast du dich geschickt drumrumgewunden: Auch das Lob von Klassenkampf als hehres Ideal unter Absehung der Inhalte betreibst du da ganz fleißig.“

    Ich kritisiere falsche Inhalte, die im Namen des Klassenkampfes vorgebracht werden3 – nur erscheint es mir nicht sinnvoll zu sein, daraus immer neue Munition für den längst irrational gewordenen, wechselseitige Klischees bedienenden und nicht mehr am jeweils – von der einen oder anderen Seite – kritisierten Texte arbeitenden Konflikt zwischen ‚Antideutschen‘ und ‚Anti-Antideutschen‘ zu machen.

    „Die möglichst reibungslose Ausbeutung der Leute und das damit verbundene Funktionieren der kapitalistischen Akkumulation ist das Gemeinwohl.“

    In einer in Klassen, Geschlechter usw. gespaltenen Gesellschaft gibt es kein Gemeinwohl.

    @ Antifatzke – 16. August 2009 um 20:18

    „Vor allem lässt sich daraus [aus der Kritik an den herrschenden Klassen in den USA und Israel] eine offenbar deutlich ausgeprägte Lust am Hass auf Israel und die USA schließen.“

    Diese Argumentationsweise ist haltlos. Du kannst nicht aus „herrschenden Klassen in den USA und Israel“ „Israel und die USA“ (insgesamt) machen, ohne der SDAJ das Worte im Munde umzudrehen.
    Und der Vorwurf des „Hasses“ ist auch nicht belegt.

    „Würde es um die von der SDAJ so viel beschworene herrschenden Klasse an und für sich gehen wären die ständigen Querverweise auf Israel und die USA gar nicht notwendig,“

    Dieser „Querverweise“ ergibt sich daraus, daß sich viele auf ‚antideutscher‘ Seite speziell an der Kritik an den herrschenden Klassen in Israel und den USA stoßen.

    Und abgesehen davon: Die USA sind nun eimal weiterhin die mit Abstand militärisch stärkste und auch ökonomisch weiterhin bedeutende imperialistische Macht.

    Und der Nahe Osten ist nun einmal weltpolitisch bedeutender als der Sudan oder Montenegro.

    Ich: „Das Führen des Klassen- und Geschlechterkampfes ist eine praktische Dekonstruktion der ‚Volksgemeinschaft‘.“

    Antifatzke: „Ganz im Gegenteil wird eine angeblich grundgute Volksgemeinschaft den bösen, zersetzenden Herrschenden entgegen gestellt.“

    Beleg?

    Es ist fehlerhaft auf jeden (bspw. den französisch-republikanischen oder den moaistischen Volksbegriff) das deutsche Volksgemeinschafts-Verständnis zu projizieren; was nicht ausschließt, das trotzdem sowohl Kritik an dem frz.-republikanischen und/oder maoistischen Volksbegriff möglich ist.

    „Exklusion par excellence.“

    Ich kann wirklich nicht sehen, wie „Exklusion“ als solche kritikwürdig sein kann, wenn es darum geht, einen politischen Kampf zu führen.

    „Die dahinterstehende Systematik ist entscheidend und diese konstruiert auch hier eine innere Gemeinschafts-Identität durch die Schaffung eines äußeren, nicht in die Gemeinschaft integrierbaren Feindbildes.“

    Ja, so funktioniert Politik. Und wer/welche da nicht transitorisch mitmacht, kapituliert vor dem status quo.2 Genau das ist der Punkt, wo die antideutsche Position von einer linken in eine liberale Position umkippt.

    1. S. http://scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=6148&tx_ttnews[backPid]=49&cHash=a5499e7edc; http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/13/was-macht-gute-analysen-aus/ [zurück]
    2. S. noch einmal FN 1. [zurück]
    3. S. http://www.nadir.org/nadir/periodika/interim/heft/heft440/seite10ff.html; vgl. bereits meine vorhergehende Zitierung dieses Textes unter: http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/11/heute-gelesen-118/, Nr. 7. [zurück]
  9. 9 Antifatzke 17. August 2009 um 11:52 Uhr

    @ ingo:

    kapitalismus ohne ackermanns geht aber wieder auch nicht, genauso wie staat ohne bullen. sie sind also durchaus (ein ziemlich grosser) teil des problems.

    Und genausowenig funktioniert Kapitalismus ohne Lohnabhängige – ohne den Maurer, die Schreinerin, den Lehrer oder den günstig vor sich hinarbeitenden Zeitarbeiter. Auch sie sind also Teil des Problem. Willst du alle jene nun bekämpfen? Wollen wir in anarchistischer Askese die Subsistenzversorgung anstreben? Jeder Mensch hier hält den Kapitalismus durch seine kapitalistische Verhaltensweise am Laufen. Ich wehre mich dagegen die angeblich schlimmsten von denen herauszupicken und diese an den Pranger zu stellen. Das überlasse lieber ich all den betroffenen Merkels und Westerwellen.

    @ DGsch:

    Diese Argumentationsweise ist haltlos. Du kannst nicht aus „herrschenden Klassen in den USA und Israel“ „Israel und die USA“ (insgesamt) machen, ohne der SDAJ das Worte im Munde umzudrehen.
    Und der Vorwurf des „Hasses“ ist auch nicht belegt.

    Ich kann mich darüber wundern weshalb gerade diese beiden Länder als Quell allen Übels ausgemacht werden. Gerde wenn du dich weiter unten auf den weltpolitisch ohne Zweifel bedeutenden Nahen Osten beziehst, ist es noch viel unverständlicher weshalb über menschenverachtende und eliminatorisch antisemitische Regime wie dem Iran so beständig geschwiegen wird. Gerade aus deutscher Sicht ist der Iran ein deutlich wichtigerer Handelspartner als bspw. Israel und würde allein schon deshalb wunderbar als Ziel von Kritik taugen. Die Interessen vieler Linker scheinen aber anders geartet sein und deshalb sind für mich derartige Argumente („ökonomische Großmacht“, „bedeutende Region“) maximal vorgeschobene. Zumindest aber haben sie nichts mit der gängigen Praxis vieler Gruppen zu tun.

    Ich kann wirklich nicht sehen, wie „Exklusion“ als solche kritikwürdig sein kann, wenn es darum geht, einen politischen Kampf zu führen.

    Weil sie auf der Ebene von Menschen und nicht auf der strukturellen Ebene ansetzt. Und letztere ist doch das eigentlich Problem oder sind wir uns selbst da schon nicht einig?

    Ja, so funktioniert Politik.

    Zunächst mal „Ja, so funktioniert Politik im kapitalistischen System. – also dem Status Quo. Die Frage lautet: muss ich mich dem tatsächlich beugen?

  10. 10 DGSch 17. August 2009 um 14:25 Uhr

    @ Antifatzke – 17. August 2009 um 11:52 Uhr

    „Und genausowenig funktioniert Kapitalismus ohne Lohnabhängige – ohne den Maurer, die Schreinerin, den Lehrer oder den günstig vor sich hinarbeitenden Zeitarbeiter. Auch sie sind also Teil des Problem.“

    1. „Maurer, […] Schreinerin, […] Lehrer“ sind keine Teil-Synonyme zu „Lohnabhängige“, sondern Berufsbezeichnungen. Die entsprechenden Berufe können unter unterschiedlichen Produktionsverhältnissen von Angehörigen unterschiedlicher Klassen ausgeübt werden.

    2. Zutreffend ist alllerdings die Aussage: „genausowenig funktioniert Kapitalismus ohne Lohnabhängige“.

    3. „Ich wehre mich dagegen die angeblich schlimmsten von denen herauszupicken und diese an den Pranger zu stellen.“

    Dies läuft darauf hinaus zu sagen, daß es keinen politisch relevanten Unterschied zwischen ausbeuten und ausgebeutet werden gibt und zu unterstellen, daß für alle Menschen die Aufrechterhaltung kapitalistischer Produktionsverhältnisse gleich günstig sei.
    Hast Du für diese starke These auch ein – zumindest klitzekleines – Argument?

    4. Zwar ist richtig, daß mit dem Kapital-Lohnarbeitsverhältnis – falls es denn ‚verschwindet‘ – auch die Klasse der Lohnabhängigen verschwindet. Aufgrund der asymeterischen Struktur zwischen Ausbeutenden und Ausgebeuteten, Herrschenden und Beherrschten, kann die Überwindung von Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen aber nur im Wege einer transitorischen Umkehrung des Machtverhältnisses funktionieren bzw. in dem Wege, daß das (vollständige) Verschwinden der jeweils (ehemals) herrschenden Seite einen ‚Moment‘ vor dem Verschwinden der (ehemals) beherrschten Seite erfolgt. Ich hatte dazu bereits am 29.07. zitiert, daß allein das Zauberwort soziale Konstruktion die Herrschaftsverhältnisse nicht auflösen und die Kategorie Frau nicht überwunden werden kann, bevor die Frauen den alltäglichen Sexismus zurückgedrängt haben (http://www.nadir.org/nadir/archiv/Feminismus/GenderKiller/gender_1.html).
    Nichts anderes gilt für kapitalistische Ausbeutung und Herrschaft.

    „ist es noch viel unverständlicher weshalb über menschenverachtende und eliminatorisch antisemitische Regime wie dem Iran so beständig geschwiegen wird.“

    Das ist das von vielen ‚Antideutschen‘, die zu ‚Antinationalen‘ jenseits von Zeit und Raum konvertierten, mitbetriebene Verschwinden des linken Internationalismus. Zwischen weitgehender Identifikation mit dem Imperialismus auf der einen und weitgehender Identifizierung mit oder zumindest Duldung von reaktionärem Antiimperialismus gibt es praktisch nur noch Schweigen.
    Genau das ist der Zustand, der überwunden werden muß.

    „Die Frage lautet: muss ich mich dem [daß Politik über Mechnismen des Ausschlusses und Einschlusses bzw. der Lagerbildung funktioniert] tatsächlich beugen?“

    Die Frage ist ungefähr so sinnvoll wie die: „Muss ich mich dem beugen, daß Kreise nicht quadratisch sind?“

    Politik (was etwas anderes ist, als einfach ein individuelle Meinung zu haben, – nämlich vielmehr eine kollektive Praxis, um gesellschaftliche Verhältnisse in bestimmter Weise [konservierend oder verändernd] zu gestalten) erfordert, daß sich Individuen zu Bündnissen (Organisationen) aufgrund gemeinsamer programmatischer Präferenzen, gemeinsamer Lageeinschätzungen und aus beidem abgeleiteter Strategien zusammenschließen und letztere umsetzen.
    Das impliziert notwendigerweise den Ausschluß derjenigen aus derartigen Bündnissen und Organisationen, die andere Präferenzen und/oder andere Lageeinschätzungen haben.1
    Auch ‚antideutsche Praxis‘ funktioniert nicht anders (und kann nicht anders funktionieren), sofern sie denn überhaupt politische Praxis und nicht rein theoretische Praxis der bloßen (vor-marxistischen) ‚kritischen Kritik‘ ist.
    Folglich kann sich umgekehrt die Kritik am ‚anti-antideutschen‘ Lager nicht auf die Befolgung dieser allein möglichen politischen Methode der Lagerbildung durch Ein- und Ausschluß stützen.
    Relevanter Kritikpunkt kann nur sein, daß ggf. Identitäten naturalisiert und omnihistorisch statt transitorisch konzeptioniert werden – was dann allerdings auch konkret gezeigt werden muß (und nicht nur bloß denunziatorisch behauptet werden darf).
    (Und an alldem hier Beschriebenen wird sich auch bzgl. Politik in einer etwaigen herrschaftsfreien Gesellschaften nichts ändern. Allein werden dann solche Lagerbildungen – da sie nicht mehr mit strukturellen gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen im Zusammenhang stehen – kurzzeitiger erfolgen und bestimmte Durchsetzungsmethoden ausscheiden.)

    1. Vgl. http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/schulze-detlef-georgia-2004-06-10/PDF/schulze.pdf, S. 98 – 102. [zurück]
  11. 11 ♥Tekknoatze 17. August 2009 um 22:57 Uhr

    DGSch: 1.

    Was vermutest Du also als ‚meine Position‘, die Du meinst erfolgreich kritisiert zu haben?

    Ob das endgültig und nach einer „Untersuchung“ (wann ist das ab 200 Seiten?) immer noch so wäre weiß ich nicht, ich hoffe nicht. Du hast dich trotzdem auf Antifatzkes Einwurf gegen diesen gestellt, obwohl der (bis auf den Antisemitismus) weitgehend richtig ist. Also hab ich auf eine Position deinerseits zur SDAJ geschloßen und diese kritisiert.
    2.

    eine „Heuschrecken“– statt Kapitalismus-Kritik, leichtfertige Faschismus-Vorwürfe u.ä. läßt sich mit einem ‚orthodoxen‘ Marxismus ohne jede ‚antideutsche‘ Dreingabe kritisieren1 und wurde auch vor Auftauchen der ‚antideutschen‘ Strömung schon kritisiert

    Ich meine nicht behauptet zu haben, dass nur Antideutsche eine Kritik kritisieren können, die sich am Verhalten der Manager usw. abarbeitet. In der Linken hat aber das Auftauchen der Antideutschen diese Kritik tatsächlich erst aufs Tablett der Diskurse gebracht. Was auch immer das jetzt mit der eigentlichen Diskussion zu tun hat.

    es ist ja nicht verkehrt, auch Forderungen unterhalb des Kommunismus zu stellen.

    Doch, als Kommunist ist das verkehrt. Oder wie soll man z.B. als Kommunist einen Mindestlohn fordern? Eben gar nicht. Solche Forderungen unterhalb des K. dienen auch kaum der Agitation für den K. sondern Manifestation und Anerkennung des demokratischen Kap.
    3.

    Und warum? Worin liegt die Logik dieser Position?

    Die Logik liegt darin, dass es eine richtige Kritik gibt, das positive Beziehen auf diese Kritik unter Absehung der Inhalte aber einfach falsch. Eben weil die meisten Menschen diese Kritik falsch betreiben. In deinem ersten Kommentar hast du das getan.
    4.

    Unbestritten, aber wofür ist das im vorliegenden Zusammenhang ein Argument?

    Dass mein, dass der Klassenkampf wird heute vorwiegend von oben geführt richtig ist.
    5.

    In einer in Klassen, Geschlechter usw. gespaltenen Gesellschaft gibt es kein Gemeinwohl.

    Guck dir doch die Argumentationen für das Gemeinwohl nimm die Ernst und kritisier dann. Das ist zielführender als den bürgerlichen Deppen vorzubeten, es gäbe sowas nicht. Ähnlich sinnvoll wie die linke Tour zu behaupten das hier wäre ja keine richtige Demokratie. Idealist_innenbattle!

    Dieser „Querverweise“ ergibt sich daraus, daß sich viele auf ‚antideutscher‘ Seite speziell an der Kritik an den herrschenden Klassen in Israel und den USA stoßen.

    Provokation als Argumentersatz?

  12. 12 DGSch 19. August 2009 um 1:31 Uhr

    @ ♥Tekknoatze – 17. August 2009 um 22:57 Uhr

    zu 1.:

    „Also hab ich auf eine Position deinerseits zur SDAJ geschloßen und diese kritisiert.“

    So ganz klar ist mir Dein Bisheriges zwar immer noch nicht, aber falls wir einig sind, daß jedenfalls mittlerweile klar ist, daß meine Position nicht die der SDAJ ist, dann mag das Bisherige auf sich beruhen.

    zu 2.:

    „Ich meine nicht behauptet zu haben, dass nur Antideutsche eine Kritik kritisieren können, die sich am Verhalten der Manager usw. abarbeitet. In der Linken hat aber das Auftauchen der Antideutschen diese Kritik tatsächlich erst aufs Tablett der Diskurse gebracht.“

    Zu Satz 1: „Ich meine nicht behauptet zu haben, …“ – Das hatte ich nun wiederum nicht behauptet. Mir ging es nur um eine – m.E. im Gesamt-Kontext der Debatte – notwendige Klarstellung .

    Zu Satz 2: Das finde ich, beansprucht etwas viel für die Anti-Deutschen. Zur Kritik des ‚linken‘ Antiamerikanismus hatte ich neulich bereits das RZ-Papier zur Friedensbewegung dokumentiert.
    Dimitroffs – auf das „Finanzkapital“ zugespitzte – Faschismus-Definition dürfte auch nicht erst, seit es ‚Anti-Deutsche‘ gibt, kritisiert werden.
    Und jedenfalls die StamoKap-Theorie – mit ihrer Unterscheidung zwischen monopolistischem und nicht-monopolitischem – Kapital und die SED (?)-Unterscheidung zwischen „friedensfähigem“ und „nicht-friedensfähigem“ Kapital wurde auch schon in den 70er und 80er Jahren kritisiert.

    Zu 3.:

    Verstehe ich immer noch nicht ganz.

    Zu 4.:

    Das ist unbestritten.

    Zu 5.:

    Unter http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=6148&tx_ttnews[cat]=48&cHash=8de3b73bed habe ich die ‚linke‘ Berufung auf das Gemeinwohl kritisiert:

    „Wird […] allgemein über ‚Verantwortung‘ geredet, wird dieser Begriff unter den existierenden Hegemonieverhältnissen mit den herrschenden Werten und dem herrschenden Verständnis von ‚Verantwortung‘ gefüllt: Zu hohe Lohnforderungen sind verantwortungslos, internationale Verantwortung wahrnehmen heißt Kriege führen, und weil es eine Krise gibt, müssen ‚alle’ den Gürtel enger schnallen. – Radikal wäre, die allgemeine Rede über ‚Verantwortung‘, das ‚Gemeinwohl’, ‚alle’, ‚die Menschen‘ etc. zu de-konstruieren. Radikal wäre, über Interessengegensätze zu reden; radikal wäre, über die Organisierung von Widerstand zu reden statt davon, ‚die Menschen‘ mit staatlichen Schutzschirmen versorgen zu wollen.

    Ich: „[…], daß sich viele auf ‚antideutscher‘ Seite speziell an der Kritik an den herrschenden Klassen in Israel und den USA stoßen.“

    Du: „Provokation als Argumentersatz?“

    Ist es etwa nicht so, wie ich geschrieben haben?

  13. 13 Antifa W 22. August 2009 um 12:09 Uhr

    Also ich finde es gut das die SDAJ daruf hinweist das dieses Antifa Jugendcamp offenbar con Antideutschen inhaltlich stark dominiert wird.
    Ich habedie Postkarte mal auf einer Demo bekommen und auch meinen Freunden weiter gegeben. Wir haben dann mal auf die Website geschaaut – offenbar nicht genau genung. Die Zeitzeugen hätten uns schon interessiert, da wären wir schon hingefahren.
    Aber ein Wochenende mit den Antideutschen Spinnern zu cerbringen hätte mich nur Megaagressiv gemacht. Zum Hintergrund: Wir hatten mal eine körperliche Auseinandersetzung mit dieser USA Fahnen schwenkenden Spinnergruppe.
    Das sind für mich keine Linken sonder durchgeknallte Intelektueller oder Verfassungsschutzagenten.
    Fazit: Wir fahren nicht hin!
    Obwohl wir nicht alles was die SDAJ macht supergut finden – Großes Dankeschön für euere Erklärung!

  14. 14 achwas 22. August 2009 um 13:35 Uhr

    Der Klassenkampf (mal abgesehen davon, dass Klassenkampf als regelmäßige Veranstaltung huete vor allem von oben stattfindet) heutzutage ist doch eine kreuzaffirmative Veranstaltung zur vermeintlich gerechteren Verwaltung der Reichtümer dieser Nation.

    Nicht zu fassen! Wo habt ihr das nur alle her?! Genau das Gegenteil ist der Fall!

    http://dorfdisco.blogsport.de/2009/08/18/bilder-von-kindern-kommen-immer-gut-an/#comment-13988

    (und zwei Kommentare darüber)

    Lest doch die Texte gründlich!

  15. 15 @Antifa W 22. August 2009 um 15:20 Uhr

    SDAJ Fake

  16. 16 gluck 22. August 2009 um 16:43 Uhr

    Tekknoatze:

    Doch, als Kommunist ist das verkehrt. Oder wie soll man z.B. als Kommunist einen Mindestlohn fordern? Eben gar nicht. Solche Forderungen unterhalb des K. dienen auch kaum der Agitation für den K. sondern Manifestation und Anerkennung des demokratischen Kap.

    Kommunisten sind aber so gut wie immer auch Lohnarbeiter. Kämpfe für mehr Lohn betreibt man eben in der aufoktroyierten Rolle des Proleten, da sich vom Kommunistentum allein heutzutage nicht leben lässt.

    Dass eine Domestikation des Kap. ihn stabilisieren sollte halte ich übrigens für eine gewagte These, weil dies ebenso bedeuten würde, dass elende Verhältnisse ihn destabilisieren würden. Das falsifiziert sich doch recht schnell, schon allein angesichts der reaktionären Haltung der hiesigen Unterschicht.
    Eine Revolution vollzieht sich eben in bewusster Aktion und nicht nach einem Reiz-Reaktions Schemata.

  17. 17 achwas 22. August 2009 um 17:17 Uhr

    Guck dir doch die Argumentationen für das Gemeinwohl nimm die Ernst und kritisier dann.

    Aber die Klappe weit offen. Mein Lieber, leih dir erstmal ein Buch aus!

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


neun − = eins