Archiv für September 2015

Nochmal zu den Wahlaussichten von ANTARSYA – und überhaupt zum Stand der Umfragen in Griechenland

Am Sams­tag und den Tagen zuvor sah es – wegen recht hoher Umfra­ge­ergb­nisse für die „Sons­ti­gen“ – so aus, als könnte ANT­AR­SYA in die Nähe der 3 %-Hürde kom­men. Wie schon in mei­nen Ergän­zun­gen (Kom­men­ta­ren) unter dem alten Arti­kel und dem Über­blick vom Sonn­tag deut­lich deut­lich gewor­den ist, fand die­ser Stand der Dinge in den spä­te­ren Umfra­gen keine Bestä­ti­gung.

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ANTARSYA-EEK-TV-Spot für die Wahl am 20.9.2015 in Griechenland

Wenn das Gen. Hager noch hätte mitbekommen müssen, …

Auf der Web­seite des neues deutsch­land ist die Fort­set­zung mei­ner Ant­wort auf den Text von Katja Kip­ping vom Sams­tag ver­öf­fent­licht wor­den:

Ist die »Revo­lu­tion« doch nur ein Bil­der­ma­len?

Teil II mei­ner Nach­fra­gen an Katja Kip­ping.

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​4​0​0​1​.​i​s​t​-​d​i​e​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​-​d​o​c​h​-​n​u​r​-​e​i​n​-​b​i​l​d​e​r​m​a​l​e​n​.html

sogar mit Mao-​​Zitaten… ;-)

Warum heißt der „strukturale Marxismus“ „struktural“?

Viel­leicht ist das Fol­gende ja hilf­reich für die vom Gen. sys­tem­crash ange­regte Erar­bei­tung eines Althusser-​​Trotzki-​​Vergleichs – also: Warum heißt der „struk­tu­rale Mar­xis­mus“ „struk­tu­ral“?

1. heißt er des­halb „struk­tu­ral“, weil er wie jeder Struk­tu­ra­lis­mus1 vom Pri­mat der Struk­tu­ren über deren Sym­ptome ein­schließ­lich der Sub­jekte, die in ihnen posi­tio­niert wer­den, aus­geht – die Struk­tur ist das Bedin­gende (die Deter­mi­nante): „Die Struk­tur bedingt die Funk­tio­na­li­tät der Teile im Ver­bund einer Ganz­heit.“ (Wiki­pe­dia)

Dies unter­schei­det den „struk­tu­ra­len Mar­xis­mus“ gar nicht von Marx, son­dern ist ein­fach nur eine Wie­der­ho­lung des­sen, was Marx (und Lenin) selbst schon schrieb(en): (mehr…)

Schlecht recherchiert: ND-Übersicht über Griechenland-Umfragen

Das neue deutsch­land schreibt gerade:

Der Ein­zug der »Volks­ein­heit« ins Par­la­ment gilt laut der aktu­el­len Umfra­gen als sicher – die Neu­grün­dung kommt auf in den seit ver­gan­ge­nen Don­ners­tag erschie­ne­nen acht Umfra­gen auf Werte von 3,6 bis 6,2 Pro­zent. Die jüngs­ten ver­öf­fent­lichte Stu­dien deu­ten zudem wei­ter auf ein Kopf-​​an-​​Kopf-​​Rennen zwi­schen SYRIZA und Nea Dimo­kra­tia hin: SYRIZA liegt zwi­schen 24,4 und 29,6 Pro­zent, die kon­ser­va­tive Oppo­si­tion kommt auf Werte von 19,8 bis 30,4 Pro­zent.

Dritt­stärkste Par­tei ist laut den jüngs­ten Mei­nungs­um­fra­gen mit 5,5 bis 7,2 Pro­zent wei­ter die Neonazi-​​Partei Chrysi Avgi. Die natio­na­lis­ti­sche ANEL, die bis­her mit SYRIZA eine Koali­tion gebil­det hatte, könnte den Zah­len zufolge am 20. Sep­tem­ber an der Drei­pro­zent­hürde schei­tern. Die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche PASOK erreicht eine momen­tane Zustim­mung von 3,1 bis 6,1 Pro­zent. Die kom­mu­nis­ti­sche KKE kann aktu­ell mit einem Wahl­er­geb­nis zwi­schen 4,8 und 6,5 Pro­zent rech­nen.

Tabelle zum ND-​​Artikel: (mehr…)

Love Letter to ANTARSYA

Ich hatte hier neu­lich auf das von Left Voice mit Kostas Skordou­lis von der ANT­AR­SYA-Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tion OKDE-​​Spartacus geführte Inter­view hin­ge­wie­sen. Ges­tern ver­linkte er bei FB einen eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel von Genss(Inn?)en aus der Tür­kei. Ich habe dazu bei FB fol­gen­den Kom­men­tar gepos­tet:

I agree with the main part of the fourth last para­graph: ‚ANT­AR­SYA […], made a pro­po­sal to Popu­lar Unity […] based on the unity of action and some poli­ti­cal prin­ci­ples against the new cut downs for a col­la­bo­ra­tion during elec­tions. These prin­ci­ples con­sis­ted of the com­plete can­cel­la­tion of the loan, natio­na­liza­tion of the banks under workers’ con­trol and sup­port for the workers’ struggle against the cut downs. Howe­ver Popu­lar Unity showed that their per­spec­tive is not­hing more than a sof­te­ned ver­sion of Syriza’s pro­ject by not accep­ting this offer. While Syriza star­ted to resem­ble PASOK, Popu­lar Unity is a can­di­date for being Syriza of the future. With this situa­tion in hand, ANT­AR­SYA deci­ded to run for elec­tions on its own.” And I agree also with: ‚ANT­AR­SYA should mobi­lize and strengt­hen the orga­niza­tion of their own power and their great cir­cle in the upco­m­ing period […].’

Pain­ting: ANT­AR­SYA (left) pro­phe­cies the fate of SYRIZA (right below)

Howe­ver, I do not agree with (mehr…)

Neuer Text von mir auf der ND-Seite

Am Sams­tag schrieb die Linkspartei-​​Vorsitzende Katja Kip­ping: „Letzt­lich muss alles dar­auf hin­aus­lau­fen, Europa zu revo­lu­tio­nie­ren. Dar­un­ter ist es nicht zu machen.“

Und ich ver­su­che sie mit mei­ner heu­ti­gen Ant­wort beim Wort zu neh­men:

Nach­ge­fragt bei Katja Kip­ping: Aus­tre­ten oder revo­lu­tio­nie­ren?

http://​www​.neues​-deutsch​land​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​8​3​7​1​2​.​a​u​s​t​r​e​t​e​n​-​o​d​e​r​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​i​e​r​e​n​.html

Mal sehen, ob’s klappt…

Warum ich keinE TrotzkistIn bin…

Gen. sys­tem­crash regte ges­tern – auf­grund mei­nes an die FT-​​CI (‚RIO-​​Internationale‘) gerich­te­ten ‚Werbe-​​posts‘ für den struk­tu­ra­len Mar­xis­mus (‚Mao­is­mus‘) – an:

könn­test du die, aus dei­ner sicht, vor­teile der „struk­tu­ra­len“ Marx-​​Interpretation gegen­über den „orthodox-​​trotzkistischen“ auf­as­sun­gen in einem kna­cki­gen the­sen­pa­pier zusam­men­fas­sen und vlt in bezug setz­ten zur aktu­el­len dis­kus­sion über grie­chen­land? das könnte vlt die dis­kus­sion dei­nes anlie­gens etwas erleich­tern ;)

Auf die Schnelle ist mir das – auf­grund der damit ver­bun­de­nen Kom­pli­ka­tio­nen (1, 2) – lei­der nicht mög­lich; aber mir fiel aus die­sem Anlaß wie­der ein, daß ich vor ziem­lich genau 2 Jah­ren einen Text schrieb, in dem ich aus­führte, was mir jeden­falls am Trotz­kis­mus der (von Ernest Man­del stark gepräg­ten) IV. Inter­na­tio­nale nicht behagt.

Ich habe den Text jetzt noch ein­mal Kor­rek­tur gele­sen und mit 2, 3 Ergän­zun­gen in geschweif­ten Klam­mern ver­se­hen und stelle ihn hier­mit online (der Text war damals nicht für eine Ver­öf­fent­li­chung, son­dern für eine pri­vate Dis­kus­sion geschrie­ben):

http://​Theo​rie​als​Pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​A​n​m​_​z​u​r​_​P​r​a​m​b​e​l​_​d​e​r​_​I​V​_​I​n​t​e​r​n​a​t​_​R​E​V​_​9​1​5.pdf

Der Text ist zwar aus zwei Grün­den ziem­lich weit von dem ent­fernt, was Gen. sys­tem­crash anregte:

Zum einen ist die ‚man­de­lis­ti­sche‘ IV. Inter­na­tio­nale gerade nicht das, was Gen. sys­tem­crash – so wie ich ihn kenne – unter „orthodox-​​trotzkistisch“ ver­steht… – Aber viel­leicht wer­den zumin­dest einige Auf­fas­sung der IV. Inter­na­tio­nale, die ich kri­ti­siere, auch von ande­ren trotz­kis­ti­schen Strö­mun­gen mit­ver­tre­ten. Falls dem so ist, seien sie ein­ge­la­den, sich eben­falls kri­ti­siert zu füh­len… :-)

Zum zwei­ten ist mein Text nicht als Trotzkismus-​​Althusser-​​Vergleich ange­legt; vie­les von dem, was ich am Trotz­kis­mus kri­ti­siere, würde ich ver­mut­lich auch kri­ti­sie­ren, wenn ich Alt­hus­ser nie gele­sen hätte.

Trotz­dem geht mein Text von 2013 viel­leicht zumin­dest ein biß­chen in die von sys­tem­crash ange­regte Rich­tung. Denn auf S. 2 (in dem Absatz um FN 3 herum) sowie 12 f. argu­men­tiere ich aus­drück­lich mit Mao(, Fou­cault) und Alt­hus­ser. Auch das Frie­der Otto Wolf-​​Zitat (von 1983) auf S. 7 f. ist in einem alt­hus­ser­schen Kon­text zu ver­or­ten, wie von den nach­fol­gen­den Ver­wei­sen auf Alt­hus­ser und Balibar unter­stri­chen wird.

ANTARSYA mit Chance in die Nähe der 3 %-Hürde zu kommen?

Nach­dem ges­tern zwei und heute eine wei­tere Umfrage mit ziem­li­chen hohen Wer­ten für die „sons­ti­gen“ Par­teien ver­öf­fent­licht wur­den, habe ich nun ver­sucht mich mit der Frage zu befas­sen, was das für das zu erwar­tende Ergeb­nis von ANT­AR­SYA heißt – das heißt, wel­che „sons­ti­gen“ Par­teien denn außer­dem noch kan­di­die­ren.

Die engl. Wiki­pe­dia lis­tet bis­her fol­gende For­ma­tio­nen (außer ANTARSYA-​​EEK und den eh in den Umfra­gen erwähn­ten Grup­pie­run­gen): (mehr…)

Nazi-Morgenröte auf Platz 1 unter den 18 bis 24-Jährigen; SYRIZA in dieser Altersgruppe nur auf Platz 4; SYRIZA-Jugendorganisation hat sich aufgelöst

Die eng­li­sche Web­seite von Kat­hi­mer­ini bringt einen aus­führ­li­che reuters-​​Artikel über das poli­ti­sche Bewußt­sein von jun­gen Erwach­se­nen in Grie­chen­land und dem – in einen Auf­lö­sungs­be­schluß gemün­de­ten – Zer­falls­pro­zeß der Jugend­or­ga­ni­sa­tion von SYRIZA:

Am bes­ten voll­stän­dig an Orginal-​​Ort und -Stelle lesen – dann kann ich mir das copy & paste spa­ren. :-)

Ahead of Greek elec­tion, SYRIZA’s ‚lost gene­ra­tion‘ deserts Tsi­pras

von RENEE MAL­TE­ZOU

http://​www​.eka​t​hi​mer​ini​.com/​2​0​1​1​9​3​/​a​r​t​i​c​l​e​/​e​k​a​t​h​i​m​e​r​i​n​i​/​c​o​m​m​e​n​t​/​a​h​e​a​d​-​o​f​-​g​r​e​e​k​-​e​l​e​c​t​i​o​n​-​s​y​r​i​z​a​s​-​l​o​s​t​-​g​e​n​e​r​a​t​i​o​n​-​d​e​s​e​r​t​s​-​t​s​ipras

Und noch ein kleiner samstäglicher Versuch die trotzkistische FT-CI (‚RIO-Internationale‘) für den struktualen Maoismus Althussers zu gewinnen…

Ich selbst hatte bei FB die Frage auf­ge­wor­fen:

„Weißt Du dann, warum aus­ge­rech­net die Alt­hus­se­ris­tIn­nen, die bis­her bei ANT­AR­SYA waren, auf LAE abfah­ren? – Hat das etwas mit deren Althusser-​​Lesart zu tun? Oder liegt das nur (via Alt­hus­ser) an Maos manch­ma­li­ger Volks­tü­me­lei (die ja aber bei Alt­hus­ser keine spielte)? Oder ist das gar nicht theo­re­tisch moti­viert?“

Dort konnte mir aber bis­her nie­mandE wei­ter­hel­fen – statt des­sen fand ich ges­tern bei der FT-​​CI:

Ich habe jetzt gefun­den: „They are stron­gly influ­enced by the theo­ries of Alt­hus­ser, Pou­lant­zas and Gramsci.“ (http://​www​.left​voice​.org/​W​h​o​-​s​-​W​h​o​-​i​n​-​t​h​e​-​G​r​e​e​k​-Left)

Ich habe das gleich mal mit einem klei­nem theo­re­ti­schen Agi­ta­ti­ons­ver­such beant­wor­tet:

Dann gibt es viel­leicht ja tat­säch­lich theo­re­ti­sche Gründe – wenn sie die drei zusam­men­mi­xen, statt Alt­hus­ser von den ande­ren bei­den abzu­set­zen, wie ich es vor­zie­hen würde.

Die TF-​​CI scheint jeden­falls einen Zusam­men­hang zu sehen – gleich nach dem bereits zitier­ten Satz geht es wie folgt wei­ter: „ARAN was part of the right wing of ANT­AR­SYA. Most of this group has deci­ded to join the elec­to­ral cam­paign of Popu­lar Unity.“ -

Ich würde dage­gen als Ein­stieg in eine revo­lu­tio­näre Althusser-​​Lesart emp­feh­len:

  • Reply to John Lewis

http://​mar​x2​mao​.net/​O​t​h​e​r​/​E​S​C​7​6​i​.html

Und als Parallel-​​Lektüre statt des spä­ten Pou­lant­zas‘ und so man­cher zwei­deu­ti­ger Äuße­run­gen Gramscis lie­ber:

  • Balibar: On the Dic­ta­tor­ship of the Pro­le­ta­riat (mit in der dt. Aus­gabe nicht ent­hal­te­nen, aber auf Dt. als Zeitschriften-​​Artikel exis­tie­ren­dem Vor­wort von Gra­hame Lock1)

http://​mar​x2​mao​.net/​O​t​h​e​r​/​O​D​P​7​7​N​B​.html

und

  • Bet­tel­heim: Class Strugg­les in the USSR

http://​mar​x2​mao​.net/​O​t​h​e​r​/​C​S​S​U​i​7​6​N​B​.html

Vgl. auch noch:

„Das Kapi­tal lesen“ von Althusser/​Balibar/​Establet /​Macherey/​Rancière erst­mals voll­stän­dig auf Deutsch

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​5​/​0​7​/​2​8​/​d​a​s​-​k​a​p​i​t​a​l​-​l​e​s​e​n​-​v​o​n​-​a​l​t​h​u​s​s​e​r​b​a​l​i​b​a​r​e​s​t​a​b​l​e​t​-​m​a​c​h​e​r​e​y​r​a​n​c​i​e​r​e​-​e​r​s​t​m​a​l​s​-​v​o​l​l​s​t​a​e​n​d​i​g​-​a​u​f​-​d​e​u​tsch/

  1. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​1​1​/​1​2​/​s​t​a​l​i​n​-​a​l​s​-​v​e​r​f​e​c​h​t​e​r​-​d​e​s​-​s​t​a​a​t​e​s​-​d​e​s​-​g​a​n​z​e​n​-​v​o​l​k​e​s​/​#​f​n​1​2​5​8​0​5​7​9​5​9799n.[zurück]

Antirassismus und Sprachkritik – am Beispiel des Wortes „Flüchtling“

Bei FB moti­vierte mich Oli­ver Jelin­ski ges­tern mal über etwas ande­res als Grie­chen­land nach­zu­den­ken. Da das Resul­tat ein paar Likes ein­brachte, sei es auch hier zur Kennt­nis gege­ben:

1. Ja, es gibt die von Dir beschrie­bene Ten­denz [„Ich meine, das klingt mit dem ‚-ling‘ doch schon wie sowas wie ‚Feig­ling‘ oder ‚Winz­ling‘ und ist damit sowohl pejo­ra­tiv als auch essen­tia­li­sie­rend.“], aber ich würde sie nicht ein­mal unbe­dingt pejo­ra­tiv nen­nen. Eher scheint mir die „-ling“-Endung etwas Ver­nied­li­chen­des und/​oder Pas­si­vie­ren­des /​ Vikti­mi­sie­ren­des aus­zu­drü­cken (Bei­spiel für Zwei­te­res: Säug­ling; Bei­spiel für Ers­te­res: Lieb­ling).

2.a) Der vikti­mi­sie­rende Aspekt reflek­tiert zum einen, wie Du m.E. zutref­fend sagst, die Vikti­mi­sie­rung, die durch die euro­päi­sche Poli­tik statt­fin­det. Da das eine – wenn auch kri­tik­wür­dige – Rea­li­tät ist, sollte so auch sprach­lich arti­ku­liert wer­den kön­nen (wenn auch nicht not­wen­di­ger­weise: mit dem Wort „Flücht­ling“).

b) Dann kommt noch hinzu: Die – eben­falls reale – Vikti­mi­sie­rung am Aus­gangs­ort der Flucht. „Flücht­linge“ bezeich­net einen ande­ren Per­so­nen­kreis als „Arbeits­mi­gran­tIn­nen“. – Auf die­ser Ebene scheint mir „Flücht­ling“ eher Mit­leid /​ Hil­fe­be­dürf­tig­keit zu arti­ku­lie­ren. Ein sol­cher ten­den­zi­ell pater­na­lis­ti­scher Dis­kurs kann zwar auch kri­ti­siert wer­den; aber er ist eher ein links­li­be­ra­les Gegen­ge­wicht zur herr­schen­den euro­päi­schen Poli­tik, als daß er mit die­ser in Eins gesetzt wer­den kann.

3. Trotz­dem würde ich sagen: Wenn Leute nicht „Flücht­ling“, son­dern „Geflüch­tete“ oder „Geflüch­te­ter“ genannt wer­den möch­ten, sollte es kein Pro­blem sein, die­sem Wunsch nach­zu­kom­men.

4. und das ist der Punkt, der mich über­haupt zum Schrei­ben ver­an­laßte: So instruk­tiv und oft­mals auch not­wen­dig der­ar­tige Sprach­kri­tik und Sprachän­de­rung auch ist, so möchte ich doch die Frage auf­wer­fen: Wie­viel bringt sie? – Wie­viel Zeit und Ener­gie ver­wen­det die Szene-​​Linke auf Sprach­kri­tik und wie­viel auf die Ver­än­de­rung der mate­ri­el­len Ver­hält­nisse?

Ich kann mich noch an meine Zeit in den 1980er Jah­ren bei den GRÜ­NEN erin­nern. Damals wurde gerade durch­ge­setzt, statt „Asy­lan­ten und Gast­ar­bei­ter“ nun­mehr „Flücht­linge und Migran­tIn­nen“ zu sagen. Fand ich auch ein­sich­tig; finde ich auch wei­ter­hin ein­sich­tig; muß viel­leicht trotz­dem noch mal nach­ge­bes­sert wer­den (Dein Punkt). – Aber trotz­dem die Frage: In wel­chem Ver­hält­nis steht die Ver­än­de­rung der Bezeich­nung der gemein­ten Per­so­nen­gruppe im Ver­hält­nis zur Ver­än­de­rung der Lebens­si­tua­tion der gemein­ten Gruppe?

Ist das seit Mitte der 1980er Jahre eine posi­tive oder doch erschüt­ternde Bilanz?

Neues von mir (& anderen) zu Griechenland sowie zu Entrismus-Politik (vulgo: ‚Mitmach-Reformismus‘) bei de.indymedia.org, scharf-links und trend. onlinezeitung – Lesestoff fürs Wochenende

1.a) Die junge Welt berich­tet in ihrer heu­ti­gen Aus­gabe über eine Pres­se­kon­fe­renz, die der LAE-​​Fraktionsvorsitzende am Don­ners­tag­abend in Athen gab

Refe­ren­dum über die EU:

Grie­chen­lands neue Links­par­tei LAE will das Land in der Euro­päi­schen Union hal­ten – aber nicht um jeden Preis

http://​www​.jun​ge​welt​.de/​2​0​1​5​/​0​9​-​0​5​/​0​3​4.php

b) Da der Text ges­tern Abend schon online war, konnte ich mir nicht ver­knei­fen, dazu gleich mal ein paar Anmer­kun­gen bei de​.indy​me​dia​.org zu ver­öf­fent­li­chen:

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Wikipedia rechnet falsch – @ Wahlumfragen in Griechenland

Die eng­li­sche Wiki­pe­dia ent­hält eine im Prin­zip sehr nütz­li­che Über­sicht, über die poli­ti­sche Mei­nungs­um­fra­gen, die in Grie­chen­land durch­ge­führt wer­den:

https://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​G​r​e​e​k​_​l​e​g​i​s​l​a​t​i​v​e​_​e​l​e​c​t​i​o​n​,​_​S​e​p​t​e​m​b​e​r​_​2​0​1​5​#​O​p​i​n​i​o​n​_​polls (neben „Date“ auf „show“ kli­cken).

Aller­dings ent­hal­ten allein schon die Zei­len zwei bis vier – also zu den drei aktu­ells­ten Umfra­gen eine ganze Reihe von Feh­lern bzw. Unge­nau­ig­kei­ten: (mehr…)

Das Wahlprogramm der griech. LAE / „Volkseinheit“

Für ges­tern 13 h MESZ war die Vor­stel­lung des Wahl­pro­gram­mes der griech. LAE /​ „Volks­ein­heit“ (oder: Popu­lare Ein­heit /​ Popu­lar Unity) ange­kün­digt (dt.). Bis­her konnte ich dar­über keine deutsch-​​ oder eng­lisch­spra­chi­gen Mel­dun­gen fin­den; es scheint aber, ich habe jetzt den grie­chi­schen Text des Wahl­pro­gramms gefun­den:

http://​laiki​-eno​tita​.gr/​c​o​m​p​o​n​e​n​t​/​k​2​/​i​t​e​m​/​1​3​4​-​o​-​p​a​n​a​g​i​o​t​i​s​-​l​a​f​a​z​a​n​i​s​-​p​a​r​o​u​s​i​a​z​e​i​-​t​i​n​-​p​r​o​g​r​a​m​m​a​t​i​k​i​-​d​i​a​k​i​r​y​k​s​i​-​t​i​s​-​l​a​i​k​i​s​-​e​n​o​titas

Die Über­set­zung, die trans​late​.google​.com aus­spuckt, ist eini­ger­ma­ßen ver­ständ­lich – hier erst ein­mal nur (leicht redi­giert) die Zwi­schen­über­schrif­ten und 2, 3 kurze Hin­weise:

  • [ver­mut­lich in etwa: Für eine Front eines ‚kon­se­quent zu Ende aus­ge­foch­te­nen Neins (zu den Memo­ran­den)‘]
  • Sofort­maß­nah­men in den Berei­chen Beschäf­ti­gung und [Abwen­dung der] sozia­len Kata­stro­phe

(Bei den Spie­gel­stri­chen dort wird zuerst genannt: „Besei­ti­gung der Memo­ran­den“, dann: „Unter­bre­chung der Zah­lun­gen der Schul­den“ und „sofor­tige Been­di­gung der Spar­maß­nah­men und Umset­zung einer Poli­tik der Umver­tei­lung des gesell­schaft­li­chen Reich­tums“ sowie als vier­ter und letz­ter Punkt: „Ver­staat­li­chung von Ban­ken und deren Funk­ti­ons­fä­hig­keit [Arbeit?] unter sozia­ler Kon­trolle“ – Ver­staat­li­chun­gen ande­rer Unter­neh­men sind wei­ter unten erwähnt erwähnt)

  • Wirt­schaft­li­cher Wie­der­auf­bau und kul­tu­relle Erneue­rung

(dar­un­ter u.a. (mehr…)