Warum durchaus nicht immer die ‚böse Führung‘ Schuld ist!

„Der genaue Ver­lauf der gewerk­schaft­li­chen Logik ist nicht nur dem poli­ti­schen Kurs der Füh­rung geschul­det und auch nicht aus­schliess­lich auf ihre sozi­al­part­ner­schaft­li­che Rolle zurück­zu­füh­ren; wenn auch diese die Logik selbst bestimmt. Der kon­krete Ver­lauf – ob etwa gekämpft wird oder nicht – hängt auch damit zusam­men, ob die Arbei­te­rin­nen Gegen­wehr zei­gen und die UNIA [gewerksch­fts­ver­band der schweiz] so auch kämp­fe­ri­sche «Res­sour­cen» vor­fin­det, um bes­sere Bedin­gun­gen für die Ver­schlech­te­run­gen, die in der Logik des natio­na­len Stand­orts lie­gen, aus­zu­han­deln. Den Gewerk­schaf­ten ein­fach die Schuld an der rei­nen Abwieg­le­rei zuzu­schie­ben wäre ange­sichts der rea­len Schwä­che der Pro­le­ta­ri­sier­ten in der Schweiz zu kurz gegrif­fen. Eine Kri­tik an den Gewerk­schaf­ten muss darum auch die Res­sour­cen ihrer Ver­hand­lungs­macht – kämp­fe­ri­sche Arbei­te­rin­nen – mit­den­ken. Und da sieht es in der Schweiz momen­tan recht düs­ter aus. Es scheint als wenn ein­ge­schlif­fene Kon­for­mi­tät, natio­nale Iden­ti­fi­ka­tion, staat­li­che Inte­gra­tion und die Angst vor einem noch schlech­te­ren Los erst­mal fast allen Kamp­fes­wil­len unter­lau­fen und im Gegen­teil sich ein repres­si­ves und feind­li­ches Klima ver­fes­tigt. Das hat auch sei­nen ratio­na­len Kern in der Abhän­gig­keit vom Kapi­tal, vom Abschnei­den der Nation in der inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz, der sozi­al­staat­li­chen Ali­men­tie­rung und der Gefahr des sozia­len Abstiegs in der Krise.“

http://​kos​mo​pro​let​.org/​d​i​e​-​a​l​t​e​-​n​e​u​e​-​b​e​s​c​h​e​i​d​e​nheit via https://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​5​/​0​6​/​1​4​/​s​t​r​e​i​k​-​e​i​n​-​z​w​e​i​s​c​h​n​e​i​d​i​g​e​s​-​s​c​h​w​e​r​t​-​m​i​t​-​s​c​h​a​r​t​e​n​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-5392

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1 Antwort auf „Warum durchaus nicht immer die ‚böse Führung‘ Schuld ist!“


  1. 1 TaP 15. August 2015 um 21:16 Uhr

    Hier noch ein anderes Zitat mit gleicher Tendenz – und zwar anhand des Beispiels Nelken-Revolution Portugal 1975 [*]:

    „Es stellt sich […] die Frage, warum sich solche unbrauchbare Führungen haben halten können, warum sie von den Arbeiter/inne/n nicht einfach in die Wüste geschickt wurden. Wenn man/frau von den Fehlern der kleineren Gruppen mit revolutionärem Anspruch einmal absieht, wird man/frau feststellen müssen, dass sich die von den reformistischen Organisationen angebotenen Perspektiven im Rahmen des Systems für viele Arbeiter/innen offenbar doch noch als realistisch und irgendwie akzeptabel dargestellt haben. […] zwischen dem Arbeiter/innen/bewusstsein und den Führungen der Arbeiter/innen/bewegung [besteht] eine Wechselwirkung [… derart], dass das Arbeiter/innen/bewusstsein dabei nicht nur durch die reaktionäre Abwiegelei der Reformist/inn/en beziehungsweise der Propaganda von revolutionären Organisationen beeinflusst ist, sondern dass darin auch eine ganze Reihe von Faktoren wie ökonomische Lage, soziale Strukturen, kulturelle Traditionen oder Klassenkampferfahrungen ihren Niederschlag finden.“

    http://www.sozialismus.net/images/stories/cwi_imt_4.pdf, S. 2 bzw. 27.

    [*] „Lediglich das Verhalten der Führung von KP und SP habe den Kapitalismus gerettet. Diese Schlussfolgerung ist natürlich richtig, aber gleichzeitig auch zu einseitig.“

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