NaO-Prozeß – Nachrufe auf einen vor 2 Jahren Verstorbenen…

Ich war ja 2011 bis 2013 – eine ganze Zeit und ziem­lich aktiv – am „NaO-​​Prozeß“ betei­ligt. Ziel die­ses Pro­zes­ses war – so jeden­falls das Aus­gangs­pa­pier, das ich noch nicht mit­dis­ku­tiert und mit­ge­schrie­ben hatte – eine spek­tren­über­grei­fende, revo­lu­tio­näre neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (NAO) auf­zu­bauen: „Die neue Orga­ni­sa­tion wird revo­lu­tio­när sein oder sie wird gar nicht sein.“

Die­ser Pro­zeß war dann im Früh­herbst 2013 vor­bei:

  • Die eine woll­ten nun ‚end­lich‘ eine NAO grün­den, die inzwi­schen aber nicht mehr revo­lu­tio­när, son­dern „breit“ sein sollte.
  • Und die ande­ren hiel­ten – obwohl sie erst spä­ter dazu­ge­sto­ßen waren – an dem ursprüng­li­chen Ziel, eine revo­lu­tio­näre Orga­ni­sa­tion auf­bauen zu wol­len, fest, aber eben dafür die Zeit noch nicht reif. Als Zwi­schen­schritt plä­dier­ten sie für die Bil­dung eines Blocks (Bünd­nis­ses) revo­lu­tio­nä­rer Grup­pen: Dabei woll­ten die Ers­te­ren nicht mit­ma­chen, und Letz­tere selbst (ich ein­ge­schlos­sen), also wir, beka­men es auch nicht hin… – soweit, so uner­freu­lich.

Die ande­ren grün­de­ten dann im Feb. 2014 trotz­dem eine lokale NAO in Ber­lin – also eine gemein­same Orga­ni­sa­tion mit Indi­vi­dual­mit­glied­schaft.

Die Gruppe Arbei­ter­macht (GAM) schlug sich dabei auf Sei­ten der­je­ni­gen, die schnell grün­den woll­ten: Weil sie schnell eine Orga­ni­sa­tion und kein/​en Block/​Bündnis wollte, schlug sie sich auf die Seite, der­je­ni­gen, die schnell grün­den woll­ten – auch wenn letz­tere wie­derum keine revo­lu­tio­näre, son­dern eine „breite“ NaO woll­ten. Im NaO-​​Prozeß-​​Jargon hieß diese Tak­tik „Fischteich-​​Modell“: Die GAM hoffte, daß die neue „breite“ Orga­ni­sa­tion schnell neue, ‚noch‘ nicht revo­lu­tio­näre Mit­glie­der gewinnt, und die GAM sie dann für ihre eigene Linie gewin­nen – also abfi­schen – und dann doch noch aus der „brei­ten“ eine „revo­lu­tio­näre“ NAO machen kann.

Das scheint nicht so ganz geklappt zu haben, denn Mar­tin Sucha­nek von der GAM, schreibt jetzt quasi einen Nach­ruf nicht nur auf den NaO-​​Pro­zeß, son­dern auch auf die „NAO Ber­lin“:

„Für uns war immer klar (und wir haben das immer klar for­mu­liert): Die NaO ist ein Mit­tel zum Zweck beim Auf­bau einer grö­ße­ren revo­lu­tio­nä­ren Orga­ni­sa­tion auf Basis eines revo­lu­tio­nä­ren Pro­gramms. […]. Der rechte Flü­gel der NaO sieht das anders.“

Das war nun aller­dings schon 2013 bekannt, bevor die „NAO Ber­lin“ über­haupt gegrün­det wurde… – In dem damals trotz­dem geschlos­se­nen „Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung um der Grün­dungs­grün­dung willen“-Zweckbündnis zwi­schen dem rech­ten Flü­gel und der GAM, die sich selbst für ziem­lich „links“ hält, scheint die Stim­mung inzwi­schen aber rich­tig im Kel­ler sein:

„Er [Der „rechte Flü­gel“] hat sich vor kur­zem als Strö­mung ‚NaO Wol­ken‘ for­miert, prak­tisch eine Anti-​​GAM/​REVO-​​Fraktion. Die poli­ti­sche Grund­lage der ‚Wol­ken‘ ist rein nega­tiv. Bei allen Unter­schie­den wol­len sie keine poli­tisch aus­ge­wie­sene, genuin revo­lu­tio­näre Orga­ni­sa­tion.“

Das hatte die­ser „rechte Flü­gel“ aller­dings – seit dem Tino P. im Dezem­ber 2011 (zunächst aus der Schweiz online schrei­bend und dann auch in Ber­lin vor Ort) dazu stieß – mit zuneh­men­der Deut­lich­keit erklärt: Am Ende wurde das ursprüng­li­che NaO-​​Prozeß-​​Ziel – eine revo­lu­tio­näre NaO – vom Haupt-​​Verfasser des ursprüng­li­chen Papiers höchst­per­sön­lich als „sek­tie­re­ri­sche Ver­en­gung“ denun­ziert.

Im Hin­ter­grund oder viel­leicht auch Vor­der­grund schei­nen frei­lich ganz andere Kon­flikte zu ste­hen, bei denen gar nicht so klar ist, ob die GAM – mit ihrer Vor­an­stel­lung ihrer Sym­pa­thien für den paläs­ti­nen­si­schen und ost-​​ukrainischen/​russischen Natio­na­lis­mus vor Klas­sen­fra­gen („Aber in die­sem Krieg geht es nicht darum, dass zwei For­men bür­ger­li­cher oder reak­tio­nä­rer Ideo­lo­gie auf­ein­an­der tref­fen, […]. Es geht um den Kampf einer unter­drück­ten Nation gegen einen ras­sis­ti­schen Unter­drü­ck­er­staat.“) – auf der lin­ke­ren Seite steht…:

„Die NaO [Ber­lin] nahm [mit ihrer GAM-​​Mehrheit] meh­rere revo­lu­tio­näre [sic, TaP!] Stel­lung­nah­men zur Ukraine, zum Kampf gegen das Kie­wer Regime, zum Mas­sa­ker in Odessa und zur Unter­stüt­zung des anti-​​faschistischen und sozia­len Wider­stands an. Sie initi­ierte und orga­ni­sierte Ver­an­stal­tun­gen mit Genos­sen von Borotba und Demons­tra­tio­nen gegen die Ukraine-​​Politik der Bun­des­re­gie­rung und der west­li­chen Impe­ria­lis­ten.
• Sie unter­stützte den Kampf gegen die ras­sis­ti­sche Poli­tik des zio­nis­ti­schen Staa­tes und die Soli-​​Demos im Som­mer 2014 sowie Soli­da­ri­täts­de­mons­tra­tio­nen und -aktio­nen zum Nakba-​​Tag in Ber­lin und Stutt­gart.“

Zur Ukraine siehe:

Siehe ansons­ten noch – ohne allzu viel Lese­stoff zusam­men­stel­len zu wol­len:

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5 Antworten auf „NaO-Prozeß – Nachrufe auf einen vor 2 Jahren Verstorbenen…“


  1. 1 W. W. 21. Juli 2015 um 7:34 Uhr

    Es ist interessant diesen Artikel zu lesen, mit dem jetzigen Stand. Wie schnell sich alles verändern kann, ist schon erstaunlich!

  2. 2 Neoprene 21. Juli 2015 um 12:21 Uhr

    Nein, W.W., diese jetzt wohl schon recht fortgeschrittene Entwicklung bei der NaO kann einen bei genauerem Hinschauen wirklich nicht erstaunen. Das war von Anfang an als Sprengkraft ist die Gründung eingebaut. Jetzt wird nur offener zugegeben, daß die unterschiedlichen Strömungen, die sich in der NaO zusammengefunden haben, noch nicht mal das selbe gewollt haben, geschweige denn was Vernünftiges. Sowas hat sich noch immer gerächt.

  3. 3 systemcrash 21. Juli 2015 um 21:00 Uhr
  4. 4 TaP 24. Juli 2015 um 13:59 Uhr

    Hier noch ein Nachtrag zu den Nachrufen:

    Nachdem ich bei FB auf die Texte von GAM und RSB hinwies, antwortete Christian Gebhardt:

    Ja und jetzt? Was hast du + die anderen Teile des NaOs vor dem Bruch vorzuweißen? Jetzt machen wir den Praxischeck mal anderst rum. Von euch kam ja damals auch großspurig, dass ihr irgendwie geartet weitermachen wollt. „wink“-Emoticon

    Daraus entwickelt sich dann folgende Diskussion:

    1. TaP: Ja, steht ja in meinem Artikel von gestern Nacht: „Letztere selbst (ich eingeschlossen), also wir, bekamen es auch nicht hin… – soweit, so unerfreulich.“

    htttp://theoriealspraxis.blogsport.de/2015/07/20/nao-prozess-nachrufe-auf-einen-vor-2-jahren-verstorbenen/

    2. C.G.: naja, du schreibst seitenweise über „unsere Seite“ und forderst von uns Selbstkritik und auf eurer Seite wird die Reflexion dann mit einem Satz abgetan?? Ich hoff du siehst die Ironie dahinter….vor allem wie jeder sehen kann, dass sich einige Mitgliedsorganisationen über den derzeitigen Stand ihres Prozesses Gedanken machen (hast die Artikel ja gepostet und über die Inhalte kann Mensch ja unterschiedlicher Meinung sein).
    Aber eigentlich ist bei euch mit einem Satz ja auch alles gesagt wo eure vorgeschlagene Taktik hingeführt hätte….ins nichts. Von daher kann ich dich schon verstehen, dass du nicht mehr als einen Satz dazu zu Stande brachtest.

    • 2.a) TaP: @ „auf eurer Seite wird die Reflexion dann mit einem Satz abgetan“: Da gibt es halt auch nichts sonderlich politisch zu schreiben. Das ist eher ein kulturelles und persönliches Armutszeugnis: https://www.facebook.com/wladekflakin/posts/1131470436870104?comment_id=1135096336507514&hc_location=ufi

      @ „wo eure vorgeschlagene Taktik hingeführt hätte“: Daß wäre ja erst einmal zu begründet/beweisen, daß in unserem Fall die Ursache die vorgeschlagene Taktik ist.

      2.b) TaP: In Eurem Fall liegen die Gründe ja ziemlich klar auf der Hand:

      1. Die GAM WOLLTE eine rev. Org. (in ihrem Verständnis), hat sich aber an der Gründung einer „BREITEN“ Möcht-gerne-Org. beteiligt – Letztere in Erstere umzuwandeln scheint nicht geklappt zu haben. – Ja, das hätte klappen KÖNNEN (ist aus Eurer Perspektive also kein von-vorne-herein-Fehler), HAT aber nicht geklappt.
      (Aus meiner Perspektive kommt hinzu, daß m.E. nicht viel mit einer NaO gewonnen wäre, die einfach nur eine größere GAM oder eine größere isl oder größere InterKomms ist. – Deshalb ja meine These, daß die inhaltliche Diskussion viel länger hätte geführt werden sollen, statt auf dem vermeintlich schon ‚Gewussten‘ zu beharren.)

      2. Die inhaltliche Konvergenz war selbst in Eurer Hälfte des NaO-Prozesses zu gering, um eine ORGANISATIONSgründung zu tragen. DAS war nun aber absehbar, also ein von-vorneherein-Fehler.

      3. Und genau dieser Umstand spricht m.E. weiterhin FÜR die Blockbildungs-Taktik: Die inhaltlichen Übereinstimmungen hätten – auch in der ganzen Breite des NaO-Prozesses ausgereicht, um einige Sachen zusammen zu machen; die strittigen Fragen hätten weiter diskutiert werden können. Entweder hätte es dann irgendwann mal eine inhaltliche ‚Einigkeits-Masse‘ gegeben, die eine Organisationsgründung trägt; oder es wäre bei dem Block geblieben.

      4. Das wäre doch auf alle Fälle besser, als gut zwei Jahre lang zu versuchen, eine Org. aufzubauen – und dann festzustellen, was vorher schon klar war: Die inhaltlichen Gemeinsamkeiten reichen nicht aus. – Außer für die GAM hat es sich in Form der Rekrutierung einer handvoll von Neu-Mitgliedern gelohnt…

    3. TaP: Bliebe vielleicht noch die Frage, warum das bei uns auch nicht geklappte. M.E. jedenfalls nicht aus Gründen, die gegen das Blockbildungs-Konzept sprechen.

    Ich würde sagen, es lag bei uns u.a. an Folgendem:

    1. Nachdem im NaO-Prozeß erst einmal die zentrifugalen Kräfte freigesetzt waren, scheint die Arbeitsmotivation stark gesunken zu sein, es nun in einem noch kleineren Kreis weiter zu versuchen.

    2. Dann eine gewisse Lähmung dadurch, daß der RSB bekanntlich in zwei fast gleich große Linien gespalten und unklar, wie es dort ausgeht.

    3. Kulturelle Kleinigkeiten zwischen den Szene-Leuten und traditionellen MarxistInnen, bspw. um wieviel Uhr Treffen beginnen sollen und welche politisch-kulturelle Bedeutung der Wunsch nach einer früheren oder späteren Uhrzeit hat…

    4., daß zumindest im Falle von [paeris] allein schon das sich auf den NaO-Prozeß Eingelassen zu haben, die Gruppen-Kohärenz / Arbeitsfähigkeit belastet zu haben schien. (Das ist ja ein Risiko, das Frank Braun [damals: SoKo] ganz allgemein am Anfang als Risiko des NaO-Prozesses ansprach.)

    5. Warum insb. IBT, InterKomm und [paeris] – zum RSB siehe oben – nicht in der Lage waren, sich über das Essential-Papier, über das Einigkeit bestand, auch formell zu einigen – bzw. im etwaig nachträglich entdeckten Bedarfsfalle daran noch zwei Halbsätze zu ändern? Keine Ahnung. Darüber gab es keine inhaltlichen Konflikte; also vermute ich mal, es lag an oben Nr. 1 und 4.

    6. Die geographische Komplikation, daß die IBT innerhalb Deutschlands vor allem in Hamburg existiert, [paeris] und InterKomm aber Berliner Gruppen sind.

    4. C.G.: Also alles in allem ein unstrukturierter, arbeitsunfähiger Haufen….
    Und dafür hätten wir nun damals die Entwicklung aus unserer Sicht verlangsamen sollen? Lasst bitte auch nicht ausser Acht, dass die politische Dynamiken rund um das NaO im Klassenkampf sehr anderst aussahen 2013 als sie heute sind. Damals hat die NaO nach dem Bruch schon sehr an Dynamik zugenommen, hat Gruppen angezogen und eine gefühlt große Einigkeit in bearbeitete Themen gefunden. Das sich der Klassenkampf ändert und eine kleine Propagandagruppe (die die NaO im Endeffekt darstellen würde) sich nun darin zurechtfinden muss und ihn wegen ihrer Größe nicht direkt beeinflussen kann, ist nicht die Schuld des NaOs. Das durch die dadurch aufgebrachten Themenfelder größere Differenzen aufgetreten sind, war vorher schon abzusehen. Aber diesmal waren die einzelnen Gruppen dazu gezwungen sich zu den Themen zu äußern und Stellung zu beziehen, wollten sie das ihre Meinung in der NaO gehör findet. Wie schon weiter oben geschrieben, in einem von dir oben angesprochenen Prozess, wäre Griechenland halt nun nicht konsensfähig gewesen und das Thema wäre ausgespart geblieben.
    Ein Prozess, welcher sich jedoch bundesweit aufbauen möchte und neue Kräfte anziehen möchte, braucht zu einem solchen Thema eine Position! Ansonten braucht man den Prozess auch nicht und jeder schreibt halt seine Artikel wie vorher auch.

    5. TaP: @ „Und dafür hätten wir nun damals die Entwicklung aus unserer Sicht verlangsamen sollen?“ – Was hat Euch denn Eure Geschwindigkeit gebracht? – Das ist doch gerade das Problem, daß Geschwindigkeit auf Kosten von Sorgfalt und Demokratie geht. – Das manchmal unvermeidlich ist. Aber in Dtld. ist der Klassenkampf nun alles als so zu gespitzt, daß dieser Preis gezahlt werden sollte.

    @ „Damals hat die NaO nach dem Bruch schon sehr an Dynamik zugenommen, hat Gruppen angezogen und eine gefühlt große Einigkeit in bearbeitete Themen gefunden.“ – Welche „Dynamik“ denn? Welche „Gruppen“ (Plural) denn? – Die SYKP war von Anfang ein Phantom, mit dem Tino Euch geködert hat. Und Eure vermeintliche „Fusion“ mit ARAB beschränkte sich auf ein paar Leute aus einer zerfallenen Gruppe.

    ++ „gefühlt große Einigkeit“

    Daß die GAM für „antiimperialistische Einheitsfronten“ ist, RSB und isl aber nicht, war doch doch schon vorher klar und steht doch bestimmt auch im Hintergrund davon, daß bei Euch die Sympathien für den ost-ukrainischen Nationalismus unterschiedlich ausgeprägt sind.

    @ „in einem von dir oben angesprochenen Prozess, wäre Griechenland halt nun nicht konsensfähig gewesen und das Thema wäre ausgespart geblieben.“

    Das kann sein; dann hätten das halt ausschließlich die einzelnen Gruppen gemacht. Oder es wäre gelungen, sich neben dem, was die einzelnen Gruppen machen, auf etwas zu einigen, das weniger SYRIZA- und weniger wahl-orientiert sowie weniger euphorisch ist – und das wäre ja angesichts der tatsächlich Entwicklung in Griechenland auch RICHTIG gewesen. „smile“-Emoticon

    6. C.G.: Wo sprech ich den davon, dass es so schneller ging? Ein Hemmschuh für die Entwicklung wurde dadurch jedoch abgestreift. Eure nicht vorhandene Praxis bestätigt ja, dass ihr nur hinderlich gewesen wärt.

    Gruppen anziehen und ins Gespräch kommen + Gruppen für die Nao Gewinnen sind zwei paar Stiefel…. aber lassen wir das. Und das du als Beurteilung nur den Klassenkampf in Deutschland hernimmst, ist ebenfalls bezeichnend. Internationale Klassenkampfereignisse bzw. Entwicklungen (wie rund um Podemos, Syriza/Griechenland, EU-Krise, etc.pp) haben eben auch Dynamiken, die in einen solchen Prozess wirken und unter Druck setzen. Somit können nunmal auch schnell Kontakte zu Gruppen die Interesse an der NaO hatten auch wieder verloren gehen….Aber wie gesagt hat das eine solch kleine Gruppe nicht selbst in der Hand. Sie kann da nur entgegenwirken, wenn sie selbst aktivistisch ist und exemplarische Praxis anbietet. Aber auf welcher Grundlage? Eben, auf dem derzeitigen Status quo (Manifest).

    Mit der gefühlt großen Einigkeit meinte ich in den damaligen geführten Diskussionen der Themen nicht im allgemeinen. Uns war immer klar, dass große Differenzen bestehen und um genau diese zu überwinden sehen wir die NaO als richtiges Mittel an! Du (+ auch die RIO Genossen) weichen dieser Frage bisher in dieser Debatte hier sehr gut aus.

    Daher nochmal: Wie können den eurer Meinung nach strukturiert und fociert prinzipienfest Differenzen ausgetragen werden. Ihr werdet wohl (wie von dir oben ja auch geschrieben) antworten, dass man entweder den kleinen gemeinsamen Nenner findet zur gemeinsamen Praxis oder dass dann die Gruppen das dann unter sich selbst aus machen. Das verwäscht entweder die Diskussionen (kleiner gemeinsamer Nenner) oder führt zu Hinterzimmerdiskussionen. Wir wollen diese Diskussionen jedoch in einer „breiteren“ Debatte führen als nur in unseren Publikationen und sie dann auch in der Praxis „testen“ (soweit das in einer solch kleinen Propagandagruppe exemplarisch eben möglich ist).

    Dein Beitrag zu Griechenland ist hier geradzu bezeichnent.
    So bin dann mal weg für heute. „wink“-Emoticon

    7. TaP: 1. „Ein Hemmschuh für die Entwicklung wurde dadurch jedoch abgestreift. Eure nicht vorhandene Praxis bestätigt ja, dass ihr nur hinderlich gewesen wärt.“

    a) Hemmschuh oder nicht: Wenn mit anderen Gruppen etwas zusammen gemacht werden soll, muß halt auch auf deren Arbeitskapazitäten und Entscheidungsprozesse Rücksicht genommen werden. Alles andere ist doch Voluntarismus (der bei der NAO gerade wieder einmal scheitert). – Wenn nicht Rücksicht genommen wird und die anderen irgendwann nicht mehr mitmachen, weil sie sich überfahren führen, kann ihnen dann jedenfalls das Nicht-mehr-mitmachen nicht zum Vorwurf gemacht werden.

    b) IBT und InterKomms haben halt ihre Praxis gemacht; [paeris] weiß ich nicht. Ihr habt Eure gemacht… – so what? – Und in Bezug auf alldiese Praktiken ist die hauptsächliche Frage ja wohl, ob sie RICHTIG war.

    2. „Und das du als Beurteilung nur den Klassenkampf in Deutschland hernimmst, ist ebenfalls bezeichnend.“

    In Griechenland und der Ukraine mag sich etwas zuspitzen – aber, was die NAO Berlin oder ich dazu schreibe, ist für dortige Entwicklung völlig belanglos. Also muß doch wohl zumindest die Arbeitsweise auf die hiesigen Bedingungen eingestellt werden. Und beim hiesigen Stand der Dinge ist SORGFALT auf alle Fälle SCHNELLIGKEIT vorzuziehen.

    3. „Aber auf welcher Grundlage? Eben, auf dem derzeitigen Status quo (Manifest).“ – Warum das Manifest und nicht die Essentials, denen Martin Suchanek ja zugestimmt hatte?

    4. „Du (+ auch die RIO Genossen) weichen dieser Frage bisher in dieser Debatte hier sehr gut aus.
    Daher nochmal: Wie können den eurer Meinung nach strukturiert und fociert prinzipienfest Differenzen ausgetragen werden. Ihr werdet wohl (wie von dir oben ja auch geschrieben) antworten, dass man entweder den kleinen gemeinsamen Nenner findet zur gemeinsamen Praxis oder dass dann die Gruppen das dann unter sich selbst aus machen. Das verwäscht entweder die Diskussionen (kleiner gemeinsamer Nenner) oder führt zu Hinterzimmerdiskussionen.“

    Nee, wieso denn?! Es hätte sich doch nach Verabschiedung der Essentials verständigt werden können, welchen Themen in welcher Formen mit dem Ziel der weiteren Einigung weiter bearbeitet sollen.
    Der NaO-Prozeß-Blog mag ziemlich oft anstrengend gewesen sein, aber auf alle Fälle war er nicht „Hinterzimmer“ oder gar nur gruppen-intern, sondern internet-öffentlicht.
    Und es war ja längere Zeit so eine Art Arbeitskonferenz/Kongreß im Gespräch. Auch der bzw. die hätte genutzt werden können, um „strukturiert und fociert prinzipienfest Differenzen aus[zu]tragen“, aber eben nicht, um beim damaligen oder heutigen Stand eine „neue antikapitalistische Organisation“ (im Sinne des ursprünglich gemeinten Sinne) einfach voluntaristisch zu gründen.

  5. 5 TaP 04. August 2015 um 11:11 Uhr

    Auch trend. onlinezeitung widmet sich in Ausgabe 8/2015 noch mal dem NaO-Prozeß. Im Editorial heißt es:

    „Herbergers Fußballweisheit [Nach dem Spiel ist vor dem Spiel‘] hat im politischen Raum nicht nur bei rot-rot-grünen Mietenbündnissen Gewicht, sondern auch in linksradikalen Nischen. So in etwa nachzulesen in den Kommentaren unseres Sonderthema: Zwei Jahre ‚NaO‘, wo z.B. Martin Suchanek von der Gruppe Arbeitermacht feststellt, dass die NaO nur ‚ein Mittel zum Zweck beim Aufbau einer größeren revolutionären Organisation‘ gewesen sei, also dass nach dem NaO-Spiel bereits das nächste in Planung gewesen sei. Daher: um im Bild zu bleiben: Das Nao-Spiel ist aus – nun beginnt die ‚dritte Halbzeit‘: die Auswertung zur Vorbereitung auf das nächste Projekt / Spiel.“

    http://www.trend.infopartisan.net/trd0815/edit0815.html

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