Eine feministische Kapitulation! – Warum ich die 8. März-Demo in Berlin verlassen habe, bevor sie losging

Der fol­gende Text ist keine ela­bo­rierte Ana­lyse, son­dern ein in Empö­rung ge-​​/​beschriebener spon­ta­ner Ein­druck.

Frauen*Kampftag mit Män­nern… Wie kann das gehen?

Ich muß zu mei­ner eige­nen femi­nis­ti­schen Schande geste­hen, daß ich von den dies­jäh­ri­gen 8. März-​​Vorbereitungen nicht viel mehr bekom­men hatte, als – off­line – den dop­pel­sei­ti­gen DIN A 5-​​Aufruf1; die Kri­tik daran von Trans*-Initiativen oder Trans-​​Leuten2; den Text von TOP zum 8. März3 und das Tran­spi von RIO für die Demo4 – alles drei in mei­nem5 Facebook-​​Stream.
Ich kam bis eben nicht ein­mal dazu, den Auf­ruf zu lesen, son­dern fand nur das Lay­out anspre­chend; freute mich, daß es – nach­dem die 8. März-​​Demos in den letz­ten Jah­ren in Ber­lin nicht beson­ders groß waren oder sogar ganz aus­fie­len – dies­mal eine bun­des­weite Demo geben soll; nahm posi­tiv zur Kennt­nis, daß auf der Vor­der­seite des Flu­gis von „Frauen*Kampftag“ die Rede war; war aber auch über­rascht, daß ich vor ein paar Wochen, als ich das Flugi in die Hände bekam, von der Demo auf den femi­nis­ti­schen und quee­ren mailing-​​Listen, auf denen ich bin, noch gar nichts mit­be­kom­men hatte.
Als nächste stieß ich auf die schon erwähnte Trans*-Kritik, die ich auch nicht kom­plett bzw. in Ruhe zu lesen schaffte, die ich mich aber auf die Anmer­kung in dem offi­zi­el­len Auf­ruf auf­merk­sam machte: Frauen* = Wir haben den Begriff »Frauen« und »Mäd­chen« mit Stern­chen* mar­kiert. Damit schlie­ßen wir Trans*-Frauen. und Inter*-Menschen expli­zit ein. Egal wie du aus­siehst oder als was du bei der Geburt ein­ge­ord­net wur­dest – unser Femi­nis­mus schließt dich ein.“

Ich dachte mir: ‚Mag die Trans*-Kritik6 an dem Auf­ruf im übri­gen auch zutref­fen oder nicht – ist ja immer­hin gut, daß es augen­schein­lich tat­säch­lich eine Frauen*Kampftags-Demo“, also wohl eine Frauen*-Demo (ein­schließ­lich der Trans* und Inter*, die sich als Frauen ver­ste­hen [was ich gut finde; was mei­ner Über­zeu­gung nach aber nicht ver­pflich­tend ist7]) wer­den wird.’

Umso über­rasch­ter war ich vor­hin, daß das erste, was ich von der Demo – noch beim Ver­las­sen des U-​​Bahnhofes – mit­be­kam, war, daß es anschei­nend eine gemischte Demo ist. Auf der Treppe des U-​​Bahnhofes rief mir die Stimme eines cis-​​männlichen Genos­sen hin­ter. Im Gespräch gewann ich dann schnell den Ein­druck, daß er nicht zufäl­lig auch am Gesund­brun­nen ist, und dachte mir: Ab und an sagt und schreibt er bzw. seine Gruppe ja was zum Geschlech­ter­ver­hält­nis und wenn’s am Ende einen Block mit soli­da­ri­schen Män­nern gibt, soll’s mir auch Recht sein. Als wir dann oben waren, stellte sich aber schnell her­aus, daß es anschei­nend ins­ge­samt eine gemischte Demo ist. – Wenn ich das vor­her gewußt hätte, wäre ich gar nicht erst hin­ge­gan­gen.

Bereits vor 3 Jah­ren kri­ti­sierte ich die Parole „100 Jahre Inter­na­tio­na­ler Frau­en­kampf­tag. Zusam­men­kämp­fen gegen Patri­ar­chat, Aus­beu­tung und Unter­drü­ckung“ und schrieb:

„Etwas ganz ande­res, als anläß­lich des 8. März eine gemischte Demo zu ver­an­stal­ten, wäre es im übri­gen, zum einen eine FrauenLesben(Trans)-Demo zu ver­an­stal­ten, hin­ter der im Abstand von 500 Metern zum ande­ren eine pro-​​​​feministische Män­ner (und Trans-)Demo läuft und in deren Auf­ruf sich Män­ner (und Trans-​​​​Wesen) mit ihrer Rolle im Patri­ar­chat und wel­chen Bei­trag sie dazu­leis­ten kön­nen und wol­len, beide (ihre Rolle und das Patri­ar­chat im all­ge­mei­nen) zu über­win­den, aus­ein­an­der­set­zen. Dann würde sich Män­ner (und Trans-​​​​Wesen) näm­lich nicht ‚Lieb Kind’ bei Frau­en­Les­ben mit­ma­chen, aber in der Außen­wahr­neh­mung einer gemisch­ten Demo weit­ge­hend unter­ge­hen, son­dern sicht­bar Soli­da­ri­tät zei­gen und sich mit den gesell­schaft­li­chen Reak­tio­nen (insb. von Män­nern) dar­auf aus­ein­an­der­set­zen müs­sen – also ganz im Sinne des­sen, was Ingrid Strobl schon Anfang der 90er Jahre pos­tu­lierte: ‚Frauen, die das Macht­ver­hält­nis zwi­schen Frauen und Män­nern bekämp­fen, Frauen, die der patri­ar­cha­len Norm […] den Krieg erklä­ren, Frauen, die die herr­schen­den Ver­hält­nisse, die Herr­schaft im wah­ren Sinne des Wor­tes radi­kal auf­he­ben wol­len, bedür­fen nicht so sehr der männ­li­chen Genos­sen, die sich für ihre Freunde hal­ten, als der männ­li­chen Genos­sen, die bereit sind, zum Feind des Man­nes zu wer­den.’ (http://​www​.ster​neck​.net/​g​e​n​d​e​r​/​s​t​r​o​b​e​l​-​f​r​e​i​h​e​i​t​/​i​n​d​e​x.php).“

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​0​3​/​g​e​g​e​n​-​d​e​n​-​s​t​r​o​m​/​#​f​n​1​3​0​4​1​8​3​1​9​6603n

Und das finde ich auch heute noch rich­tig!

Optisch domi­niert von gemisch­ten – refor­mis­ti­schen und mar­xis­ti­schen – Grup­pen

Das Zweite, das wir dann von der Demo mit­be­ka­men waren jede Menge grüne Luft­bal­lons, die sich dann auch als sol­che der Par­tei Die Grü­nen her­aus­stell­ten; außer­dem lila Luft­bal­lons des Frau­en­ver­ban­des der Marxistisch-​​Leninistischen Par­tei Deutsch­lands (MLPD); Trans­pa­rente, Schil­der und Zei­tungs­ver­käu­fer von mar­xis­ti­schen Grup­pen, wie Gruppe Arbei­ter­macht, RIO, Revo­lu­tion und SAV; auch ein Logos des Jugend-​​ und/​oder des Stu­die­ren­den­ver­ban­des der Links­par­tei sowie Trans­pis von zwei bekann­ten gemisch­ten autonom-​​linksradikalen Grup­pen aus unter­schied­li­chen Szene-​​Spekreten (TOP und ARAB), die sich an den ande­ren 364 Tagen im Jahr auch nicht gerade durch ‚über­mä­ßig viel’ Femi­nis­mus her­vor­tun. Trans­pa­rente und ähnli­ches von expli­zit und vor­ran­gig femi­nis­ti­schen Zusam­men­hän­gen oder die nicht grö­ße­ren gemisch­ten Grup­pen zuzu­ord­nen waren, waren dage­gen kaum zu sehen.

Schlechte Tech­nik – und die Welt­sicht des Frau­en­ver­ban­des der MLPD

Zum Inhalt der Rede­bei­träge kann ich wenig sagen, da die Laut­spre­cher nur ein geringe Reich­weite hat­ten und ich dort, wo ich zunächst stand, kaum etwas ver­ste­hen konnte. Spä­ter stand ich dann ziem­lich nah an den Lau­tis und bekam gerade noch den letz­ten Rest des Rede­bei­tra­ges zur Abtrei­bungs­ge­setz­ge­bung in Spa­nien und den Anfang des Bei­tra­ges des MLPD-​​Frauenverbandes Cou­rage mit.
In die­sem Rede­bei­trage wurde die Regie­rung der BRD – ‚selbst­ver­ständ­lich’ schon mit kritisch-​​irononischem Unter­ton… – als „Frau­en­re­gie­rung“ bezeich­net (anschei­nend weil ihr eine Bun­des­kanz­le­rin und meh­rere Minis­te­rin­nen ange­hö­ren) und sprach die Courage-​​Rednerin lar­mo­yant dar­über, daß diese „Frau­en­re­gie­rung“ ver­mut­lich nichts bes­se­res zu tun habe, als sich um Sol­da­tin­nen zu sor­gen, die sexu­ell beläs­tigt wer­den und selbst die Kin­der ande­rer Müt­ter erschie­ßen.
An die­ser Stelle habe ich dann Demo ver­las­sen, noch bevor sie los­ging8.

  • Was auch immer Femi­nis­tin­nen der unter­schied­li­chen Rich­tun­gen von Frauen hal­ten, die in der Bun­des­wehr die­nen… – Daß auch diese Frauen femi­nis­ti­sche Soli­da­ri­tät ver­die­nen, wenn sie von ihren männ­li­chen Kol­le­gen oder von Sol­da­ten ande­rer Armeen beläs­tigt oder ver­ge­wal­tigt wer­den, sollte m.E. den­noch wohl unstrit­tig sein; und, wenn sich die Bun­des­re­gie­rung darum küm­mert, ist das m.E. zumin­dest nicht das aller­schlech­teste von dem, was sie macht.
  • Und wenn von Frauen – in dem Fall: von Sol­da­tin­nen – die Rede ist, gleich an Müt­ter und Kin­der zu den­ken, hätte ich auch eher bei einer CDU-​​Veranstaltung oder beim Katho­li­schen Kir­chen­tag als bei einer 8. März-​​Demo erwar­tet.

Noch eine Anmer­kung zum Auf­ruf und eine Fuß­note zu Bünd­nis­po­li­tik

Wie oben schon ange­deu­tet: Nach­dem ich von der Demo wie­der­kam, habe ich ihn – den Auf­ruf – nun doch noch gele­sen: Ich finde ihn nicht son­der­lich kämp­fe­risch, aber dafür, daß er von Tei­len von parlamentarisch-​​reformistischen Par­teien und sozi­al­part­ne­rIn­nen­schaft­li­chen Gewerk­schaf­ten unter­schrie­ben ist, finde ich ihn weit­ge­hend okay. Aller­dings nur „weit­ge­hend“ – denn ein Satz in dem Auf­ruf nimmt die femi­nis­ti­sche Kapi­tu­la­tion, die die Auftakt-​​Kundgebung zur Demo eher auf der Ebene der poli­ti­schen Kul­tur bedeu­tete, schon auf der Ebene der poli­ti­schen Theo­rie oder Ideo­lo­gie vor­weg. Die­ser Satz lau­tet:

„Sie [Frauen*] wer­den in der kapi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft dop­pelt aus­ge­beu­tet – in ihrem Job und Zuhause.“

Das ist in der Tat der mar­xis­ti­sche Mini­mal­kon­sens, auf den sich sonst ein­an­der so fern­ste­hende Gruppe, wie TOP, die MLPD und diverse trotz­kis­ti­sche Grup­pen eini­gen kön­nen.
In Wirk­lich­keit leben wir aber in einer Gesell­schaft, die sowohl durch patri­ar­chale als auch kapi­ta­lis­ti­sche Struk­tu­ren gekenn­zeich­net ist. Dabei sind die ers­te­ren weder die lineare Folge noch der hege­lia­ni­sche „Aus­druck“ der letz­te­ren, son­dern sie ste­hen neben den letz­te­ren (auch wenn sie mit ein­an­der ver­knüpft sind und sich wech­sel­sei­tig beein­flus­sen), und dar­über hin­aus gehen die ers­te­ren – die patri­ar­cha­len Struk­tu­ren – den kapi­ta­lis­ti­schen Struk­tu­ren sogar his­to­risch vor­aus: Das Patri­ar­chat ist älter als der Kapi­ta­lis­mus (und älter als jede Klas­sen­herr­schaft [wie Karl Marx erahnte, aber Fried­rich Engels nicht sah – dies nur am Rande für meine mar­xis­ti­schen Genos­sIn­nen])!

Und wenn wir die For­mu­lie­rung „dop­pelt aus­ge­beu­tet“ ver­wen­den wol­len, so sind Frau­en­Les­ben* dies („dop­pelt aus­ge­beu­tet“) also des­halb, weil wir in einer kapi­ta­lis­ti­schen und patri­ar­cha­len Gesell­schaft leben, und nicht, weil ‚der Kapi­ta­lis­mus’ ‚die Frauen’ (mit oder ohne Stern­chen) dop­pelt aus­beu­te­ten würde.

Die­sen Umstand nicht benannt zu haben, machte schon den Auf­ruf zur Demo – statt, wie bean­sprucht wird – zu einer Lie­bes­er­klä­rung an den Femi­nis­mus (Still loving Femi­nism!“) zu einer Absage an den Femi­nis­mus.
Und des­halb sollte der nächste 8. März wie­der in ers­ter Linie von Femi­nis­tin­nen vor­be­rei­tet und geprägt wer­den – und nicht in ers­ter Linie von denen, die bean­spru­chen, den Femi­nis­mus zu lie­ben, aber selbst nur grüne „Geschlech­ter­de­mo­kra­tie“, links­par­tei­li­che „Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit“, sta­li­nis­ti­sche und trotz­kis­ti­sche „Frau­en­frage“ + Klas­sen­kampf zu bie­ten haben oder Kapi­tal­kri­tik schon für die Kri­tik des „Gan­zen“ hal­ten.

Und die Fuß­note zur Bünd­nis­po­li­tik gibt’s dort: 9.

Zum Wei­ter­le­sen:

“Die Über­zeu­gungs­kraft char­man­ter Unter­wer­fungs­ges­ten hat ihre Gren­zen.” (Elfriede Ham­merl)
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​9​/​1​0​/​1​5​/​d​i​e​-​u​e​b​e​r​z​e​u​g​u​n​g​s​k​r​a​f​t​-​c​h​a​r​m​a​n​t​e​r​-​u​n​t​e​r​w​e​r​f​u​n​g​s​g​e​s​t​e​n​-​h​a​t​-​i​h​r​e​-​g​r​e​n​z​e​n​-​e​l​f​r​i​e​d​e​-​h​a​m​merl/

Gegen den Strom. Ver­such einer Aktua­li­sie­rung der „Feministische[n] Kri­tik“ von 1993
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​5​/​0​3​/​g​e​g​e​n​-​d​e​n​-​s​trom/

„Män­ner­feind­lich­keit“ und die Arbeit der Zuspit­zung
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​3​0​/​m​a​e​n​n​e​r​f​e​i​n​d​l​i​c​h​k​e​i​t​-​u​n​d​-​d​i​e​-​a​r​b​e​i​t​-​d​e​r​-​z​u​s​p​i​t​zung/

PS.:
Eine andere Sicht auf die glei­che Demo:
http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​3​/​0​8​/​r​e​c​l​a​i​m​-​f​e​m​i​nism/ (5.000 Leute war es bei wei­tem nicht, wenn auch mehr als die – ich weiß nicht – 150 oder 300 in den letz­ten Jah­ren).

 

  1. http://​frau​en​kampf​ta​g2014​.de/. [zurück]
  2. http://​trans​ge​ni​ale​fan​tifa​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​2​/​1​8​/​a​u​f​r​u​f​-​z​u​m​-​i​n​t​e​r​-​u​n​d​-​t​r​a​n​s​-​b​l​o​c​k​-​a​u​f​-​d​e​r​-​d​e​m​o​-​z​u​m​-​f​r​a​u​e​n​k​a​m​p​f​t​a​g​-​a​m​-​8​-​m​a​e​r​z​-​2014/. [zurück]
  3. http://​top​-ber​lin​.net/​d​e​/​t​e​x​t​e​/​b​e​i​t​r​a​e​g​e​/​r​e​c​l​a​i​m​-​t​h​e​-​f​-word. [zurück]
  4. https://​www​.face​book​.com/​R​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​e​I​n​t​e​r​n​a​t​i​o​n​a​l​i​s​t​i​s​c​h​e​O​r​g​a​n​i​s​a​t​i​o​n​/​p​o​s​t​s​/​8​2​0​5​0​2​7​8​1​2​96971. [zurück]
  5. https://​www​.face​book​.com/​t​h​e​o​r​i​e​.​a​l​s​p​raxis. [zurück]
  6. „Das ist dann aber auch schon alles, was zu inter* und trans* gesagt wird. Uns drängt sich der Ein­druck auf, als würde davon aus­ge­gan­gen, dass Cis-​​Frauen (cis bedeu­tet: nicht trans*), Trans*-Frauen und Inter*-Menschen in glei­cher Weise von Dis­kri­mi­nie­rung betrof­fen seien. Das ist aber nicht der Fall. Der Auf­ruf sagt nichts zu trans*- und inter*spezifischer Dis­kri­mi­nie­rung und Gewalt.“ (http://​trans​ge​ni​ale​fan​tifa​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​2​/​1​8​/​a​u​f​r​u​f​-​z​u​m​-​i​n​t​e​r​-​u​n​d​-​t​r​a​n​s​-​b​l​o​c​k​-​a​u​f​-​d​e​r​-​d​e​m​o​-​z​u​m​-​f​r​a​u​e​n​k​a​m​p​f​t​a​g​-​a​m​-​8​-​m​a​e​r​z​-​2014/)
    Kleine Neben­be­mer­kung: Wo war diese Ein­sicht, daß Cis-​​Frauen, Trans*-Frauen und Inter*-Menschen nicht in glei­cher Weise von Dis­kri­mi­nie­rung betrof­fen sind, in all den State­ments der letz­ten rund 20 Jahre, die Cis-​​FrauenLesben-​​Separatismus grund­sätz­lich ver­wor­fen haben – im Namen der Pseudo-​​Einsicht, daß das, was für Frauen ist, auch für alle Frauen* sein müsse…?! [zurück]
  7. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​1​0​/​0​6​/​m​a​l​-​w​i​e​d​e​r​-​q​u​e​e​r​-​c​o​n​t​r​a​-​f​e​m​i​n​i​s​m​u​s​-​o​f​f​e​n​e​r​-​b​r​i​e​f​-​a​n​-​d​a​s​-​l​e​s​b​e​n​a​r​c​h​i​v​-​s​p​i​n​n​b​oden/ [zurück]
  8. Zuvor hatte ich eigent­lich beschlos­sen gehabt, die los­ge­hende Demo noch an mir vor­bei­zie­hen zulas­sen, dabei die Trans­pis noch mal zu sich­ten und mich dann an die­sen Bericht und Kom­men­tar zu machen. [zurück]
  9. Auch in Sachen Geschlech­ter­ver­hält­nis und Femi­nis­mus nichts gegen Bünd­nis­po­li­tik:
    Wenn es darum ginge, spe­zi­ell für diese oder jene (femi­nis­ti­sche) For­de­rung zu demons­trie­ren oder spe­zi­ell die­sen oder jenen patri­ar­cha­len Angriff abzu­weh­ren, dann wäre ich der/​die erste, der/​die für eine breite Bünd­nis­ak­tion, in der sich Femi­nis­tin­nen aber um ihre eigene Sicht­bar­keit bemü­hen soll­ten, plä­die­ren würde. Aber für eine 8. März-​​Demo, wo es gerade nicht nur um die­ses oder jenes kon­krete Anlie­gen geht, son­dern darum eine prin­zi­pi­elle Hal­tung zu demons­trie­ren, finde ich es falsch, das Bünd­nis­spek­trum so breit anzu­le­gen, daß von Femi­nis­mus nicht mehr viel übrig­bleibt. Es sei denn – um mei­nen mar­xis­ti­schen Genos­sIn­nen ver­ständ­lich zu blei­ben –, es würde so ähnlich gemacht, wie am 1. Mai in Ber­lin in Sachen Klas­sen­ver­hält­nisse: Mor­gens eine gemein­same Demo mit den sozi­al­part­ne­rIn­nen­schaft­li­chen DGB-​​Gewerkschaften und abends eine revo­lu­tio­näre Demo. [zurück]
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11 Antworten auf „Eine feministische Kapitulation! – Warum ich die 8. März-Demo in Berlin verlassen habe, bevor sie losging“


  1. 1 TaP 08. März 2014 um 19:10 Uhr

    Der obenstehende Artikel als .pdf-Datei (4 DIN A 4-Seiten):

    http://TheoriealsPraxis.blogsport.de/images/Eine_feministische_Kapitulation.pdf

  2. 2 TaP 09. März 2014 um 3:27 Uhr

    1. Mit Dank Hinweis auf die Spiegelung meines Artikel bei scharf-links:

    http://www.scharf-links.de/51.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=43055&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=15b82b8570

    2. ein weiterer Text zum 8. März bei indymedia:

    Für eine linksradikale, queerfeministische Perspektive auf den 8. März

    http://de.indymedia.org/2014/03/352930.shtml =

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/107894

    [Nachtrag 12.3.:

    Siehe dazu jetzt meine Antwort:

    Eine revolutionär-feministische Perspektive auf die „linksradikale, queerfeministische Perspektive“ (von Samstag) auf den 8. März
    https://linksunten.indymedia.org/de/node/108153]

    3. Die vorhergehenden Ankündigungen der diversen 8. März-Termin-Termine bei der Mädchenmannschaft und beim Mädchenblog:

    http://maedchenblog.blogsport.de/2014/02/24/frauenkampftag-2014/

    und

    http://maedchenmannschaft.net/hinaus-zum-frauenkampftag-veranstaltungen-in-deutschland-und-oesterreich/

  3. 3 TaP 09. März 2014 um 12:46 Uhr

    Siehe auch noch die dort:

    http://maedchenmannschaft.net/selbermach-sonntag-9-3-2014/#comment-726788

    von mir genannten zwei weiteren links:

    -- Yes, we are ‚gay’ – yet it’s not all just ‚Glitter’ to us! / Auf zum feministischen FLT*-Block beim tCSD 2012!

    -- ein – 2011 geschriebener – Aufruf für einen Fiktion gebliebenen „Femo-genialen tCSD 2012!“

  4. 4 TaP 09. März 2014 um 19:41 Uhr

    taz-Artikel zur 8. März-Demo gestern in Berlin:

    Penisneid für alle

    http://www.taz.de/Demo-zum-Frauenkampftag/!134484/

    ND-Artikel zu gestern

    Mit Putzlappen für mehr Rechte

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/926394.mit-putzlappen-fuer-mehr-rechte.html

  5. 5 Manu Schon 09. März 2014 um 20:09 Uhr
  6. 6 TaP 09. März 2014 um 21:00 Uhr

    Dank für den Hinweis; die Autorin hatte in etwa den gleichen Eindruck von der Demo wie ich:

    „es dominierten die Parteifahnen, und auf der Demo auch die Parteiblöcke. Irritierenderweise waren es die Männer, die Parolen in die Lautsprecher brüllten, häufig eben jene, die man auch von antikapitalistischen Demos kennt.“

    Was die dort erwähnte Prostitutions-Debatte anbelangt so schrieb ich gerade bei Facebook:

    „Was Prostitution anbelangt, so bin aber – glaube ich –, gegen die Verbotsforderung der einen und gegen die Begründung der anderen Fraktion für die Ablehnung der Verbotsforderung.“

    https://www.facebook.com/theorie.alspraxis/posts/643466745690343?comment_id=6070577

  7. 7 TaP 10. März 2014 um 9:13 Uhr

    Hier noch der Bericht in der jungen Welt:

    Nicht nur Frauensache

    http://www.jungewelt.de/2014/03-10/023.php

    und eine kurze Notiz in der Berliner Zeitung

    Tausende Menschen bei Frauentag-Demo

    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/demonstration--frauenkampftag-2014--tausende-menschen-bei-frauentag-demo,10809148,26502756.html,

    aus der sich ergibt, daß die auch in anderen Berichten genannte Zahl von über 3.000 TeilnehmerInnen von den Veranstalterinnen (VeranstalterInnen?) selbst stammt (die Berliner Zeitung spricht allerdings von „Veranstalter“!):

    „Unter dem Titel ‚Frauenkampftag 2014′ zogen laut Veranstalter mehr als 3000 Demonstranten aus ganz Deutschland von S-Bahnhof Gesundbrunnen zum Rosa-Luxemburg-Platz, wo eine Abschlusskundgebung stattfand.“

  8. 8 TaP 10. März 2014 um 12:00 Uhr

    Hier noch ein kleiner Nachtrag @ „Frauen*Kampf*Tag mit Männern…?“

    „Kultureller Separatismus ist, obwohl als langfristige politische Strategie ungeeignet, in vielen Fällen eine kurzfristige Notwendigkeit für das physische, psychologische und moralische Überleben der Frauen; und separatistische Gemeinschaften sind faktisch die Quelle zahlreicher Reinterpretationen der Erfahrungen von Frauen gewesen, die sich im Streit um die Mittel der Interpretation und Kommunikation als fruchtbar erwiesen haben.“ (Nancy Fraser, Was ist kritisch an der Kritischen Theorie? Habermas und die Geschlechterfrage, in: Widerspenstige Praktiken. Macht. Diskurs. Geschlecht, Suhrkamp: Frankfurt am Main, 1994, 173 – 221 [208 f.]).

    Vgl. Isabelle Graw, Nach allen Regeln der Kunst, in: Cornelia Eichhorn / Sabine Grimm, Gender Killer. Texte zu Feminismus und Politik. Edition ID-Archiv: Berlin/Amsterdam, 1994, 139 – 151 (142): „Für den Separatismus als Strategie, den Nancy Fraser als eine kurzfristige Notwendigkeit beschrieben hat, lassen sich Künstlerinnen […] schwer begeistern, […].“

    Ich würde meinerseits sagen, FrauenLesben-Separatismus ist zwar kein sinnvolles Ziel (das ist vielleicht das, was Graw mit „als Strategie“ meint), da Separierung von Männern die Fortexistenz von Männern und der herrschenden Zwei-Geschlechterordnung bedeutet,

    aber er kann eine sinnvolle Taktik im Kampf zur Unterdrückung der Männer als Mittel zur Abschaffung aller Geschlechter (Monique Wittig) sein; vgl.:

    Our fight aims to sup­p­ress men as a class, not through a geno­ci­dal, but a poli­ti­cal struggle. Once the class ‚men‘ disap­pears, ‚women‘ as a class will disap­pear as well, for there are no sla­ves wit­hout mas­ters.
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/andere/monique-wittig-one-is-not-born-a-woman/

    Vgl. schließlich:

    Zusammen kämpfen – oder Frauenorganisierung gegen Männerherrschaft?

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/01/zusammen-kaempfen-oder-frauenorganisierung-gegen-maennerherrschaft/

    Kommentar
    zum Thema „FrauenLesben – noch ein zeitgemäßer Ausdruck oder total unqueer?“

    http://maedchenblog.blogsport.de/2010/06/30/frauenlesben-noch-ein-zeitgemaesser-ausdruck-oder-total-unqueer/#comment-42773

    und

    Was erwarten wir uns von FrauenLesbenTrans-Räumen?

    http://maedchenblog.blogsport.de/2010/05/21/berlin-do-27-5-was-erwarten-wir-uns-von-frauenlesbentrans-raeumen/

  9. 9 TaP 10. März 2014 um 17:01 Uhr

    Noch ein ND-Beitrag zum 8. März:

    In diesem Jahr hat sich das Bild des Frauen*kampftags verändert

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/926420.8-maerz-ein-resuemee.html

  10. 10 QV 12. März 2014 um 11:06 Uhr

    Siehe auch noch:

    Eine revolutionär-feministische Perspektive auf die „linksradikale, queerfeministische Perspektive“ (von Samstag) auf den 8. März
    https://linksunten.indymedia.org/de/node/108153

    als Antwort auf:

    Für eine linksradikale, queerfeministische Perspektive auf den 8. März
    http://de.indymedia.org/2014/03/352930.shtml

  11. 11 TaP 14. März 2014 um 23:49 Uhr

    Siehe schließlich noch:

    Doku-Serie Revolutionärer Feminismus

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/tag/rev.-fem./

    -- Doku-Serie: Revolutionärer Feminismus – Teil I

    -- Doku-Serie: Revolutionärer Feminismus – Teil II

    -- Doku: EINE FEMINISTISCHE KRITIK

    -- DOKU – Frauen aus der „radikal“ (Nov. 1990): Wir weigern uns das Abklopfen des eigenen Selbst zum Nonplusultra zu erklären

    -- Doku IV: Von der sozialistischen Frauenfrage zum sozialistischen Feminismus

    und

    -- Diskussion zwischen Schweizer und deutschen Feministinnen (1990)

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