Archiv für März 2014

@ NAO & Ukraine: Wo Tino Recht hat, hat er Recht!

Aus einem Text von „Paul Michel u. Tino P. San­kara“ in SoZ1:

3. Wir hal­ten die Über­schrift der Erklä­rung ‚Soli­da­ri­tät mit den Arbei­te­rIn­nen und Lin­ken in der Ukraine!‘ zumin­dest für miss­ver­ständ­lich. Denn: Mit wel­cher Arbei­ter­klasse sol­len wir uns denn soli­da­risch erklä­ren, wenn die Arbei­te­rIn­nen­klasse in dem Kon­flikt pas­siv geblie­ben ist und auch die Auto­ren der ‚Erklä­rung‘ an ande­rer Stelle ein­räu­men, dass ‚es keine unab­hän­gige Klas­sen­mo­bi­li­sie­rung gab.‘ Offen­bar gilt jene ‚Domi­nanz ukrainisch-​​nationalistischer Denk­mus­ter‘ wel­che die Auto­ren bei der Maidan-​​Bewegung fest­stel­len, auch für weite Teile der ukrai­ni­schen Arbei­te­rIn­nen­klasse. Rich­tig ist also die For­de­rung nach Soli­da­ri­tät mit der Lin­ken und kleine Grup­pen von Gewerk­schaf­te­rIn­nen in der Ukraine, die unter wirk­lich schwie­ri­gen Bedin­gun­gen gegen den Strom schwim­men und ver­su­chen statt der natio­na­len Frage die soziale Frage zum Thema zu machen.

4. Noch ein letz­ter Punkt: Wir mei­nen nicht, dass es einen ‚Putsch‘ in der Ukraine gege­ben hat. Das ist die Lieb­lings­ar­gu­men­ta­tion der Putin-​​Freunde mit dem Ex-​​Stalino-​​Hintergrund. Dass Bewe­gun­gen sich nicht an Abma­chun­gen zwi­schen Staats­män­nern gebun­den füh­len brau­chen, son­dern die Macht der Straße zur Durch­set­zung ihrer Ziele in die Waag­schale wer­fen, ist an sich nicht ver­werf­lich. Schlimm ist im kon­kre­ten Fall, dass in die­sem Fall die Dyna­mik zwei­fels­ohne unter ultra­rech­tem Vor­zei­chen statt­fand und die Speer­spitze jener Bewe­gung, die öffent­li­che Ämter und Ein­rich­tun­gen besetzte und somit auch die Abset­zung von Janu­ko­witsch im Par­la­ment erzwang, die rech­ten Sturm­trup­pen von Swo­boda und des „rech­ten Sek­tors“ waren.“

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NAO – Mit Rückfahrschein und Bahnsteigkarte

http://​Theo​rie​als​Pra​xis​.blog​sport​.de/​i​m​a​g​e​s​/​M​i​t​_​R​u​e​c​k​f​a​h​r​s​c​h​e​i​n​_​p​d​f.pdf

Inhalts­ver­zeich­nis

„Na endlich“-Papier vom März 2011: „die neue Orga­ni­sa­tion wird revo­lu­tio­när sein oder sie wird gar nicht sein.“

  • Die Posi­tion der isl: Darf es bitte auch etwas brei­ter sein?
  • Der Kurs­wech­sel der SIB: Von spektren-​​übergreifend revo­lu­tio­när zu breit anti­ka­pi­ta­lis­tisch
  • Die GAM: Vom Gleichzeitigkeits-​​Modell zum Fischteich-​​Modell
  • Die Posi­tio­nen von RIO und IBT zum NaO-​​Prozess
  • Ver­ein­nah­mung des RSB durch (Ex)SIBler?

Sofor­tige Mit­glie­der­or­ga­ni­sa­tion oder revo­lu­tio­nä­rer Block als Zwi­schen­schritt?

Lage­ana­lyse: Kata­stro­phis­mus oder revo­lu­tio­nä­rer Rea­lis­mus?

Auf­wei­chung der Essen­ti­als: Demo­kra­ti­sie­rung statt „revo­lu­tio­nä­rer Bruch“

Bedeu­tung des „spek­tren­über­grei­fen­den“ Cha­rak­ters des NaO-​​Prozesses

Orga­ni­sa­ti­ons­po­li­ti­scher Aus­blick: Bewe­gung und „Avant­garde“ – „Ein­heit der Klas­sen­lin­ken“ oder Orga­ni­sa­tion der Revo­lu­tio­näre?

Was bleibt zu tun?

Statt eines Nach­wor­tes: Die NAO auf „Mas­sen­li­nie“

Es reicht bei weitem nicht, immer nur alles ‚mitzudenken und zu reflektieren‘ und mit allen – oder fast allen – solidarisch zu sein.

Bei linksunten.indymedia begrün­dete ich am Diens­tag meine These:

„Es reicht bei wei­tem nicht, immer nur alles ‚mit[zudenken] und [zu] reflektier[en]‘ und mit allen – oder fast allen – soli­da­risch zu sein. Manch­mal ist es not­wen­dig, eine Wahl zu tref­fen, eine Ent­schei­dung zu tref­fen: und zwar nicht nur gegen­über Mas­ku­lis­ten, Fun­da­men­ta­lis­tIn­nen aller mög­li­chen Reli­gio­nen, Faschis­ten und Faschis­tin­nen (dem dürf­ten sogar Queerfe­mi­nis­tIn­nen zustim­men), son­dern manch­mal – und nur allzu oft – ist es sogar erfor­der­lich, eine Ent­schei­dung, eine Wahl zwi­schen unter­schied­li­chen femi­nis­ti­schen Posi­tio­nen zu tref­fen.“

Außer­dem fragte ich was Links­ra­di­ka­lis­mus eigent­lich von Links­li­be­ra­lis­mus unter­schei­det:

„Ein­fach nur zu for­dern, daß nie­mandE dis­kri­mi­niert wer­den soll, weil er/​sie fett, trans*, inter*, Frau, Sex­ar­bei­te­rIn ist, … ist bil­lig [5]. Das machen auch alle kon­se­quen­ten Libe­ra­len. Und des­halb kommt ein Links­ra­di­ka­lis­mus, der ana­ly­tisch und stra­te­gisch nicht mehr zu bie­ten hat, als sei­ner­seits alle Dis­kri­mi­nie­rung abzu­leh­nen, in die Ver­le­gen­heit, sich nur noch kul­tu­ra­lis­tisch oder – eher frü­her als heute – durch Mili­tanz vom Libe­ra­lis­mus abgren­zen zu kön­nen.“

Des­wei­te­ren kri­ti­siere ich dort das, was ich „Positionierungs-​​Striptease“2 der Autorinnen-​​ und Auto­ren des am Sams­tag bei indy­me­dia erschie­nen Tex­tes „Für eine links­ra­di­kale, queerfe­mi­nis­ti­sche Per­spek­tive auf den 8. März“1 nenne:

„Wir ver­ste­hen uns als Teil einer links­ra­di­ka­len, queer-​​feministischen Szene, sind weiß-​​deutsch, […], sind cis (also nicht trans), abled bodied (der körperlich/​geistigen Norm von ‚gesund’ wei­test­ge­hend entsprechend)und konn­ten alle auf die Uni gehen.“

und die dar­aus von die­sen gezo­gene Kon­se­quenz:

Aus die­sen Posi­tio­nen her­aus möch­ten wir eine Kri­tik an man­chen Auf­ru­fen­den zu die­ser Demo und deren Ver­ständ­nis von ‚Femi­nis­mus’ äußern.“ (meine Hv.)

Außer­dem wage ich am Ende noch eine kleine Pro­gnose, was dem Queerfe­mi­nis­mus eines Tages pas­sie­ren dürfte:

Eine revolutionär-​​feministische Per­spek­tive auf …
https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​08153.

Siehe ergän­zend mei­nen Kom­men­tar bei:

http://​lower​class​ma​ga​zine​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​3​/​0​8​/​r​e​c​l​a​i​m​-​f​e​m​i​n​i​s​m​/​#​c​o​m​m​e​n​t-117

sowie

den Aus­zug bei de.indymedia:

http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​4​/​0​3​/​3​5​3​0​2​4​.​shtml.

PS.:
Noch ein Nach­trag direkt zur 8. März-​​Demo:

Die Mäd­chen­mann­schaft ver­linkt drei Foto­stre­cken: (mehr…)

Eine feministische Kapitulation! – Warum ich die 8. März-Demo in Berlin verlassen habe, bevor sie losging

Der fol­gende Text ist keine ela­bo­rierte Ana­lyse, son­dern ein in Empö­rung ge-​​/​beschriebener spon­ta­ner Ein­druck.

Frauen*Kampftag mit Män­nern… Wie kann das gehen?

Ich muß zu mei­ner eige­nen femi­nis­ti­schen Schande geste­hen, daß ich von den dies­jäh­ri­gen 8. März-​​Vorbereitungen nicht viel mehr bekom­men hatte, als – off­line – den dop­pel­sei­ti­gen DIN A 5-​​Aufruf1; die Kri­tik daran von Trans*-Initiativen oder Trans-​​Leuten2; den Text von TOP zum 8. März3 und das Tran­spi von RIO für die Demo4 – alles drei in mei­nem5 Facebook-​​Stream.
Ich kam bis eben nicht ein­mal dazu, den Auf­ruf zu lesen, son­dern fand nur das Lay­out anspre­chend; freute mich, daß es – nach­dem die 8. März-​​Demos in den letz­ten Jah­ren in Ber­lin nicht beson­ders groß waren oder sogar ganz aus­fie­len – dies­mal eine bun­des­weite Demo geben soll; nahm posi­tiv zur Kennt­nis, daß auf der Vor­der­seite des Flu­gis von „Frauen*Kampftag“ die Rede war; war aber auch über­rascht, daß ich vor ein paar Wochen, als ich das Flugi in die Hände bekam, von der Demo auf den femi­nis­ti­schen und quee­ren mailing-​​Listen, auf denen ich bin, noch gar nichts mit­be­kom­men hatte.
Als nächste stieß ich auf die schon erwähnte Trans*-Kritik, die ich auch nicht kom­plett bzw. in Ruhe zu lesen schaffte, die ich mich aber auf die Anmer­kung in dem offi­zi­el­len Auf­ruf auf­merk­sam machte: Frauen* = Wir haben den Begriff »Frauen« und »Mäd­chen« mit Stern­chen* mar­kiert. Damit schlie­ßen wir Trans*-Frauen. und Inter*-Menschen expli­zit ein. Egal wie du aus­siehst oder als was du bei der Geburt ein­ge­ord­net wur­dest – unser Femi­nis­mus schließt dich ein.“

Ich dachte mir: (mehr…)

Just my Five Cents @ Urkaine:

Nicht, daß nicht schon wahr­schein­lich mehr als genug (und sicher­lich auch Detail­lier­te­res) zur Ukraine geschrie­ben wor­den wäre – aber weil gerade eine mei­ner Facebook-​​FreundInnen in die Runde fragte, „Ich würde gern – ein­fach nur so, weil es mich inter­es­siert – wis­sen, wie Ihr die Krim-​​Krise beur­teilt, also ob Ihr eher die Posi­tion von Russ­land oder die der Ukraine teilt oder keine wirk­lich fun­dierte Mei­nung habt und warum jeweils. Na?“, hier just my five cents:

Also ich würde sagen:

1. Auf der analytisch-​​theoretischen Ebene neh­men sich die bei­den rele­van­ten Sei­ten in der Ukraine und ihre jewei­li­gen aus­län­di­schen Ver­bün­de­ten nicht viel – auch wenn der rus­si­sche Kapi­ta­lis­mus der ’schmie­ri­gere‘ (aber zugleich auch der rela­tive under­dog) ist, wäh­rend der NATO/​EU-​​Kapitalismus der mäch­ti­gere ist (der sich des­halb manch­mal auch leis­tet, der etwas ange­neh­mere zu sein).

2. Auf der poli­ti­schen Hand­lungs­ebene steht der Haupt­feind im eige­nen Land, ohne daß es des­halb rich­tig oder nötig wäre, im vor­lie­gen­den Fall (und in ähnli­chen Fäl­len) irgend­ein Wort der Kri­tik an der ande­ren Seite zu ver­schwei­gen.

3. Bevor es mit dem Han­deln (oder dem Schwel­gen in Phan­ta­sien von eige­ner Welt­po­li­tik) los­geht, soll­ten die­je­ni­gen, die sich kei­nem der bei­den rele­van­ten Lager zuord­nen, dar­über klar sein, daß sie – schlech­ter­dings – in einer ande­ren Liga spie­len, als die bei­den rele­van­ten Lager… – was sie (die Äqui­dis­tan­ten) auch in ihrer eige­nen poli­ti­schen Rhe­to­rik beach­ten soll­ten.“

Ansons­ten sei

Neu von mir bei trend-Onlinezeitung: Polit-Legende oder Polit-Umfaller des Jahres 2014?

Die Online­zei­tung trend hat mei­nen hier schon kürz­lich erwähn­ten Arti­kel:

Micha Prütz, der RSB und die NAO: Die Polit-​​Legende oder der Polit-​​Umfaller des Jah­res 2014?

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​3​1​4​/​t​1​5​0​3​1​4​.html

ver­öf­fent­licht. trend selbst äußert sich in sei­nem aktu­el­len Edi­to­rial zu mei­nem Text,

Außer­dem habe ich eini­gen NaO-​​Prozeß-​​Nachklatsch aus den letz­ten Tagen zu einem klei­nen – 16-​​seitigen – Rea­der zusam­men­ge­stellt:

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