Archiv für Februar 2014

@ Ukraine: Jenseits von Bewegungseuphorie und Panikmache

sys­tem­crash hat Aus­züge aus

und

gespie­gelt.

Bewe­gungs­tü­me­lei bie­tet dage­gen wie­der ein­mal Wal Buchen­berg, der bei neo­prene von Eichen­tal zitiert wird.

Micha Prütz und die Wahrheit

Ein inter­es­san­ter Dia­log bei links​un​ten​.indy​me​dia​.org:

Ich heute um 14:31 h:

„Der LCR hat das NPA-​​Abenteuer (das immer­hin deut­lich bes­sere Vor­aus­set­zun­gen und Start­be­din­gun­gen [als die NAO] hatte) auch nichts genutzt; inzwi­schen ist die NPA klei­ner, als die LCR war“

Dar­auf hin Micha Prütz um 15:23 h:

„Auch das eine dreiste Lüge. keine Ahnung von gar nichts“

Dar­auf hin ich um 17:06 h:

„Was ist Dei­nes Erach­tens eine ‚dreiste Lüge‘? Etwa, daß die NPA heute weni­ger Mit­glie­der hat, als die LCR bei Auf­lö­sung hatte?

Das stand in einem Bericht über einen NPA-​​Kongreß, den Du im ver­gan­ge­nen Jahr (vom isl-​​Newsletter) auf die mailing-​​Liste der SIB wei­ter­ge­lei­tet hat­test. Soll ich die mail raus­su­chen?!

Auch in der englisch-​​sprachigen Wiki­pe­dia steht:

‚Since its foun­da­tion, the NPA has suf­fe­red a num­ber of bre­a­ka­ways, and by the end of 2012 total mem­bership had declined to appro­xi­mately 3,000,[6] com­pa­red with 9,200 at the time of its Foun­ding Con­fe­rence in Febru­ary 2009.‘
http://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​N​e​w​_​A​n​t​i​c​a​p​i​t​a​l​i​s​t​_​P​a​r​t​y​#​A​l​l​i​a​n​c​e​s​_​a​n​d​_​s​plits

Nicht gerade eine Erfolgs­bi­lanz, oder?“

Inzwi­schen hatte ich Zeit, nach der frag­li­chen mail zu recher­chie­ren; daher ergänzte ich um 22:38 h:

1. Ich habe mich in einer Sache ver­tan: Der frag­li­che isl-​​newsletter wurde nicht von Dir, son­dern von Micha Schilwa auf die SIB-​​Mtgliederliste wei­ter­ge­lei­tet.

2. Ansons­ten ist es genauso wie ich sagte:

‚Vor 4 Jah­ren, anläss­lich der Auf­lö­sung der LCR (3.000 Mit­glie­der) und der Neu­grün­dung der NPA, waren die Begeis­te­rung, der Anhang (9.000 Mit­glie­der), das Medi­en­echo, die geweck­ten Hoff­nun­gen und Erwar­tun­gen auf eine breite, geeinte, anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Bewe­gung groß, nicht nur bei Wah­len einen grö­ße­ren Ein­fluss zu erzie­len, son­dern vor allem bei der sich ver­tie­fen­den sozia­len Krise auf­grund der 2008 aus­ge­lös­ten Finanz-​​ und Wirt­schafts­krise in den Klas­senaus­ein­an­der­set­zun­gen ntschei­den­der mit­zu­wir­ken. Diese Per­spek­tive erwies sich ein­deu­tig als nicht rea­li­sier­bar. Jetzt blie­ben 2.500 Mit­glie­der der NPA für die­sen Kon­gress.‘
(isl-​​aktuell vom 11. Februar 2013 um 00:46 Uhr; von Micha Schilwa am glei­chen Tag um 11:03 h an die SIB-​​Mitgliederliste wei­ter­ge­lei­tet)

3. Bevor mir irgend­wel­che vor­wer­fen, ich würde unziem­li­cher­weise Interna aus­plau­dern, sei gleich noch erwähnt, daß der frag­li­che Text ohne­hin bereits an zwei Stel­len im inter­net ver­öf­fent­licht ist:

http://​www​.lin​kestmk​.at/​?​p​=2736

und

http://​www​.lin​ke​wo​che​.at/​?​p​=4933 (in etwa bis zur Mitte der Seite nach unten scrol­len).

(mehr…)

Zurück zu den Inhalten!

Ein Kom­men­tar von mir zu dem „Psycho-​​Couch“-Arti­kel bei linksunten.indymedia (Tipp­feh­ler sind still­schwei­gend kor­ri­giert):

Für die­je­ni­gen, die diese ganze Geschichts­auf­ar­bei­tung nicht inter­es­siert, die aber ein ernst­haf­tes Inter­esse an revo­lu­tio­nä­rer Orga­ni­sie­rung haben:

Was waren denn nun die inhalt­li­chen Streit­punkte im NaO-​​Prozeß?

Im Lauf des Som­mers 2013 spitz­ten sich die Dif­fe­ren­zen vor allem auf die Frage der Lage­ein­schät­zung und der Kri­sen­ana­lyse zu. Einen kur­zen und schnell zu lesen­den Über­blick dar­über geben

und

Noch kür­zer sind die bei­den Text-​​Vergleiche, die sys­tem­crash und ich die­ser Tage vor­leg­ten:

  • http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​2​/​1​5​/​w​a​s​-​i​s​t​-​wahr/ (Ver­gleich von NaO-​​ und RPB-​​Positionen)
  • http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​2​0​/​r​s​b​-nao/ (Ver­gleich von NaO-​​ und RSB-​​Positionen).
  • Siehe schließ­lich das Arbeits­er­geb­nis der sog. Essential-​​AG, das zu ver­ab­schie­den, GAM und SIB sich wei­ger­ten:

    Wor­über sich Revo­lu­tio­nä­rIn­nen heute einig sein könn­ten…

    http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​4​/​0​2​/​1​7​/​w​o​r​u​e​b​e​r​-​s​i​c​h​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​e​r​i​n​n​e​n​-​h​e​u​t​e​-​e​i​n​i​g​-​s​e​i​n​-​k​o​e​n​nten/

    Was war der NaO-Prozeß?

    Aus­zug aus einem Kom­men­tar von mir bei linksunten.indymedia

    Die Sozia­lis­ti­sche Initia­tive Ber­lin (anfangs: Berlin-​​Schöneberg) trat im März 2011 mit dem sog. „Na endlich“-Papier ans Licht der Öffent­lich­keit, das die – kurz „NaO-​​Prozeß“ genannte – Debatte über die Schaf­fung einer neuen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion aus­löste. Am 15. Februar wurde nun in Ber­lin von drei oder vier Dut­zend Leu­ten eine NAO tat­säch­lich gegrün­det, und nach den mir vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen (ich war selbst nicht dort) gab die SIB dort ihre Selbst­auf­lö­sung in die NAO bekannt.

    Ich selbst war vom Spät­som­mer 2011 bis zum Früh­jahr Mit­glied der SIB. Gra­vie­rende stra­te­gi­sche Dif­fe­ren­zen tra­ten ab dem Spät­som­mer 2012 über die Fra­gen auf, mit wel­cher Geschwin­dig­keit (mit oder ohne Zwi­schen­schrit­ten [z.B. Block /​ Bünd­nis Revo­lu­tio­nä­rer Grup­pen; siehe dazu knapp zusam­men­fas­send im blog von neo­prene dort und dort; Ant­wort @ Ame­lie]?) eine Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung vor­an­ge­trie­ben wer­den soll und ob diese Orga­ni­sa­tion eine sog. „breite“ NAO (unter Ein­schluß von Nicht-​​RevolutionärInnen) oder viel­mehr – wie ursprüng­lich im „Na endlich“-Papier ange­kün­digt – eine Orga­ni­sa­tion von Revo­lu­tio­nä­rIn­nen wer­den solle (siehe dazu 1 ver­sus 2 sowie 3 ver­sus 4). Für diese Dif­fe­ren­zen ließ sich in den fol­gen­den Mona­ten noch ein modus vivendi fin­den; zum Bruch kam es

    • in den zwei Mona­ten nach dem Februar 2013 als die SIB gegen meine Stimme beschloß, GAM und RSB vor­zu­schla­gen, die sog. „Manifest-​​AG“ des NAO-​​Prozesses nur noch ohne isl, Inter­Komm, IBT und [pae­ris], die alle – wenn auch aus unter­schied­li­chen Grün­den – grund­le­gende Ein­wände gegen die vor­lie­gen­den Manifest-​​Entwürfe vor­ge­bracht hat­ten – tagen zu las­sen

    und

    • die frag­li­chen Grup­pen und deren Mit­glie­der, die sich dem Geschwin­dig­keits­druck der SIB in Sachen NAO-​​Gründung nicht beu­gen woll­ten, in den SIB-​​Sitzungen zuneh­mend auf’s unflä­tigste beschimpft wur­den.

    Nach­dem schon zuvor meh­rere Mit­glie­der die SIB – aus unter­schied­li­chen Grün­den – ver­las­sen hat­ten, trenn­ten sich dann nach dem Kas­se­ler bun­des­wei­ten Tref­fen zum NAO-​​Prozeß im April 2013 die Wege eines SIB/​RSB-​​Doppelmitgliedes und mir einer­seits und des Res­tes der Rest-​​SIB ande­rer­seits. Im Sep­tem­ber 2013 trenn­ten sich dann auch bun­des­weit im NaO-​​Prozeß die Wege.

    Quelle:
    https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​c​o​m​m​e​n​t​/​v​i​e​w​/​99702;
    vgl.: http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​2​6​/​n​a​o​-​p​r​o​z​e​s​s​-​f​u​r​-​e​i​l​i​g​e​-​m​o​g​l​i​c​h​s​t​-​k​u​r​z​g​e​f​asst/ (= der Kom­men­tar bei linksunten.indymedia von sys­tem­crahs als eigen­stän­di­ger Arti­kel gespie­gelt)

    Vereinnahmung als politische Methode

    Wie schon ges­tern erwähnt, erschien ges­tern bei linksunten.indymedia ein Arti­kel Der RSB auf der NAO-​​Psycho-​​Couch…. Nach­dem dort einge Kom­men­tare, u.a. von Far­bio Mon­tale (NAO), erschie­nen sind, habe ich mich heute ent­schlos­sen, dort – unter der auch für den hie­si­gen Arti­kel gewähl­ten – Über­schrift das Wort zu ergrei­fen:

    „Lei­der muß fest­ge­stellt wer­den, daß das in obi­gem Arti­kel [d.h.: das in dem „Psycho-Couch“-Artikel] Berich­tete nicht das erste Mal ist, daß Mit­glie­der der vor­ma­li­gen Sozia­lis­ti­schen Initia­tive Ber­lin (SIB) ver­su­chen, andere Grup­pen für Posi­tio­nen, die diese Grup­pen nicht, jeden­falls noch nicht erklärt haben oder zu denen sie sogar das aus­drück­li­che Gegen­teil erklärt haben, zu ver­ein­nah­men. (… Forts. bei links­un­ten …)

    Fragen an den RSB

    Sonn­tag vor einer Woche, am 16.2., behaup­tete Micha Prütz (Ex-​​SIB und diver­ses ande­res Ex-​​; jetzt NAO) bei Face­book:

    „Mit Freude wurde [bei der Ver­samm­lung zur Grün­dung der NAO Ber­lin] zur Kennt­nis genom­men, das der revo­lu­tio­när sozia­lis­ti­sche Bund (RSB) auf der par­a­l­ell statt­fin­den­den Bun­des­de­li­gier­ten­kon­fe­renz ein­stim­mig beschlos­sen hat, das Mani­fest zu unter­schrei­ben und sich voll am NaO Pro­zeß zu betei­li­gen.“1

    Und ges­tern hat Far­bio Mon­tale eben­falls bei Face­book behaup­tet:

    Der RSB selbst hat bis­her weder den frag­li­chen Beschluß noch auch nur einen Bericht über seine Dele­gier­tIn­nen­kon­fe­renz ver­öf­fent­licht. Ich hatte daher schon am Wochen­ende bei scharf-​​links einen Arti­kel unter der Über­schrift „Schon im Feb.: Die Polit-​​Legende oder der Polit-​​Umfaller des Jah­res 2014? Micha Prütz, der RSB und die NAO“ ein­ge­reicht, der bis­her nicht ver­öf­fent­licht wurde.

    Heute erschien nun – aus Anlaß der Behaup­tung von Far­bio Mon­tale – bei linksunten.indymedia ein Arti­kel „Der RSB auf der NAO-​​Psycho-​​Couch…“, den sys­tem­crash in sei­nem blog ver­linkt:

    https://​links​un​ten​.indy​me​dia​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​06990.

    Bleibt die Frage, warum erre­gen die Behaup­tung von Micha Prütz und Far­bio Mon­tale über­haupt Auf­merk­sam­keit? Des­halb, weil eine „voll[e]“ Betei­li­gung (incl. NAO-​​Manifest und [Ber­li­ner] NAO-​​Gründung) allem wider­sprä­che, was der RSB bis­her erklärt hat:

    .

    (mehr…)

    Das Ergebnis ist auf alle Fälle mager…

    Am 14.12. ver­öf­fent­lichte ich im NaO-​​Prozeß-​​blog meine Bilanz des NaO-​​Prozesses (.pdf-​​Version des Papiers) unter der Über­schrift „Nicht ein­mal anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist erst recht nicht revo­lu­tio­när genug!“1. Diese Bilanz endete wie folgt:

    Was haben 2 ½ Jahre Dis­kus­sion gebracht? – Hat’s sich gelohnt?

    Naja, das Ergeb­nis ist auf alle Fälle mager:

    • Jeden­falls hat der NaO-​​Prozeß Auf­merk­sam­keit für Orga­ni­sie­rungs­fra­gen auch über die unmit­tel­bar Betei­lig­ten hin­aus geschaf­fen – wie­viel und ob posi­tive Auf­merk­sam­keit ist frei­lich schwer zu sagen.
    • Ansons­ten war es in ers­ter Linie ein Bil­dungs­er­leb­nis: Ich habe viel über den Trotz­kis­mus und seine unter­schied­li­chen Strö­mun­gen gelernt.
    • Wäh­rend sich die inhalt­li­chen und stra­te­gi­schen Dif­fe­ren­zen zu isl, GAM, Revo­lu­tion, SIB und SoKo nicht über­win­den lie­ßen und teil­weise sogar als tie­fer als ursprüng­lich gedacht her­aus­ge­stellt haben, haben sich mit IBT, Inter­Komms, [pae­ris] und RSB2 sowie (mehr…)

    Worüber sich RevolutionärInnen heute einig sein könnten…

    Ich hatte ges­tern im blog von neo­prene noch­mals knapp meine These begrün­det:

    „ich [bin …] über­zeugt bin, daß es mit der Kom­bi­na­tion von Revo­lu­tio­nä­rer Block-​​Bildung + Essen­ti­als (statt Orga­ni­sa­ti­ons­grün­dung + Mani­fest) mög­lich gewe­sen wäre, einen Schritt vor­an­zu­kom­men“.

    Ergän­zend schrieb ich:

    „Ja, eine Block­bil­dung bringt nur dann qua­li­ta­tiv voran, wenn sie mit einem Diskussions-​​ und Arbeits­plan für die bei Block­bil­dung umstrit­ten geblie­be­nen Fra­gen ein­her­geht.“ (TaP)

    Dazu fragte nun Mat­tis:

    „‘Umstrit­ten geblie­bene Fra­gen‘? – Wel­che Fra­gen sind denn da nicht umstrit­ten?“

    Nun, diese Frage läßt sich ziem­lich ein­fach beant­wor­ten! Dem fol­gen­den Text stimmte auch Ver­tre­ter der GAM in der sog. Essential-​​AG des NaO-​​Prozesses zu; und auch die Ände­rungs­wün­sche, die die SIB zu der vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Tex­tes hatte, sind in diese Ver­sion ein­ge­ar­bei­tet. – Das war nicht viel, aber immer­hin etwas, an dem sich hätte wei­ter­ar­bei­ten las­sen:

    In dem vor­lie­gen­den Papier sind die Kon­sense der Essen­ti­als­dis­kus­sion zusam­men gefasst.
    Auf Grund­lage der ver­ein­bar­ten Essen­ti­als kön­nen sich Grup­pen und Indi­vi­duen für oder gegen eine Mit­ar­beit im NAO-​​Prozess ent­schei­den.

    1. Der Zweck einer NaO

    Der Zweck unse­rer Orga­ni­sie­rung ist die Über­win­dung jeg­li­cher Aus­beu­tung und Herr­schaft. Wir sind uns einig, dass die Errei­chung die­ses Ziels auch in heu­ti­gen Gesell­schaf­ten nicht nur die Über­win­dung von Klas­sen­herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern auch die von Ras­sis­mus und Sexis­mus sowie aller wei­te­ren beste­hen­den oder neu ent­ste­hen­den Ausbeutungs-​​ oder Herr­schafts­ver­hält­nisse erfor­dert. Wir sind uns einig, dass die Über­win­dung von Herr­schaft eine Erset­zung des bür­ger­li­chen Staa­tes durch eine Räte­de­mo­kra­tie und das schließ­li­che Abster­ben jeden Staa­tes erfor­dert.
    Wir sind uns außer­dem einig, (mehr…)

    Was ist wahr?

    A. Ist wahr, was die NAO behaup­tet?

    1. Ste­hen die Herr­schen­den mit dem Rücken an der Wand; kön­nen sie (fast) nicht mehr?

    „wir [haben] es nicht nur mit einer ‚nor­ma­len‘ zykli­schen Über­pro­duk­ti­ons­krise, son­dern mit einer andau­ern­den struk­tu­rel­len Ver­wer­tungs­krise des Kapi­tals zu tun“ (S. 4).

    „die Krise des Kapi­ta­lis­mus ist […] eine Krise der gesam­ten glo­ba­len kapi­ta­lis­ti­schen Ord­nung“ (S. 5).

    Und folg­lich sind „die Lob­red­ne­rIn­nen der Markt­wirt­schaft, der kapi­ta­lis­ti­schen Glo­ba­li­sie­rung und der bür­ger­li­chen Demo­kra­tie lei­ser gewor­den.“ (S. 3).

    2. Wol­len die Beherrsch­ten und Aus­ge­beu­te­ten nicht mehr?

    Es „braucht […] ein grund­le­gend ande­res Sys­tem von Pro­duk­tion und Ver­tei­lung, […]. Immer mehr Men­schen erken­nen das: die Strei­ken­den in Madrid und Lis­sa­bon, die Pro­tes­tie­ren­den in Athen und Rom und die Men­schen, die im ‚Ara­bi­schen Früh­ling‘ ihre Poten­ta­ten gestürzt haben“ (S. 3).

    „die Krise des Kapi­ta­lis­mus ist […] auch eine der Legi­ti­ma­tion“ (S. 5).

    „Ein paar Euro mehr Hartz-​​IV bedeu­ten den ‚finan­zi­el­len Unter­gang‘ der BRD, aber über Nacht ein paar Mil­li­ar­den für die Ban­ken sind kein Pro­blem – so was unter­gräbt auf Dauer auch die sta­bilste Mas­sen­loya­li­tät“ (S. 5).

    3. Fehlt jetzt nur noch eine NAO?

    „Pro­teste allein nicht rei­chen. Ohne […] eine glaub­hafte gesell­schaft­li­che Alter­na­tive und ohne orga­ni­sierte Kraft, die den Wider­stand bün­deln kann, enden all diese Kämpfe in einer Sack­gasse. Die­ses Mani­fest ist“ – zwar noch – „keine Grün­dungs­er­klä­rung für eine bun­des­weite Neue Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion (NAO),“ aber „ein ers­ter Schritt zu einer spä­te­ren Orga­ni­sa­tion.“ (S. 3)

    B. Oder ist viel­mehr wahr, was die Gruppe Revo­lu­tio­näre Per­spek­tive Ber­lin behaup­tet?

    1. Die Herr­schen­den sit­zen wei­ter­hin ziem­lich im Sat­tel!

    „Der Kapi­ta­lis­mus ist in der Krise, sein Sub­jekt – die kapi­ta­lis­ti­sche Klasse – ist es jedoch noch lange nicht, sie ist her­vor­ra­gend auf allen Ebe­nen orga­ni­siert, vor allem auf der poli­zei­li­chen und der mili­tä­ri­schen. Dem Ver­fall ihrer Legi­ti­mi­tät wer­den eine umfas­sende und dif­fe­ren­zierte Pro­pa­gan­da­in­dus­trie und ein umfang­rei­ches Gerüst aus Über­wa­chung, Kon­trolle und Repres­sion ent­ge­gen­ge­setzt.“ (http://​per​spek​tive​.nostate​.net/​u​e​b​e​r_uns)

    „Die mit dem Aus­bruch der Krise ent­stan­dene Hoff­nung vie­ler Lin­ker, auf grund­le­gende Ver­än­de­rung wurde nicht bestä­tigt.“ (S. 2, Sp. 1)

    „Das Kapi­tal ist anpassungs-​​ und inte­gra­ti­ons­fä­hi­ger als viele dach­ten und die bis­he­ri­gen Klas­sen­kämpfe ende­ten ledig­lich mit einer Umstruk­tu­rie­rung inner­halb der beste­hen­den Klas­sen­ver­hält­nisse, ohne diese auf­zu­he­ben.“ (S. 2, Sp. 2)

    2. Die Beherrsch­ten und Aus­ge­beu­te­ten sind weit, weit von anti­ka­pi­ta­lis­ti­schem, geschweige denn revo­lu­tio­nä­rem Bewußt­sein ent­fernt! (mehr…)

    @ GSP: „Gegenstandpunkt“ und Leninismus: Kontroversen und Scheinkontroversen

    @ Neo­prene (03. Februar 2014 um 13:49 Uhr):

    Der Staat „muß […] weg, dann muß es eine Revo­lu­tion geben, damit es anders wer­den kann.“

    Das ist ja zwi­schen Leni­nis­tIn­nen, wie sys­tem­crash und mir [Pkt. g) des Tex­tes sowie Anmer­kung c)], einer­seits sowie dem GSP-​​Spektrum ande­rer­seits über­haupt nicht strit­tig.

    Strit­tig ist, was sinn­vol­ler­weise zu tun ist, solange wir weder in der Lage sind, jeden Staat weg­zu­hauen, noch auch nur den bür­ger­li­chen.

    @ Krim (02. Februar 2014 um 20:37 Uhr):

    „Wenn ich bei­des [Demo­kra­tie und Faschis­mus] aus u n t e r s c h i e d l i c h e n Grün­den schlecht finde, dann hältst du das für Indif­fe­renz.“

    Strit­tig ist nicht, bei­des „schlecht“ zu fin­den. Strit­tig ist, ob solange wir nicht in der Lage sind, bei­des weg­zu­hauen und durch eine Gesell­schaft ohne Herr­schaft und Aus­beu­tung und folg­lich auch ohne Staat und ohne Recht zu erset­zen,

    -- Demo­kra­tie für die aus­ge­beu­te­ten und beherrsch­ten Mas­sen und für die Kom­mu­nis­tIn­nen ein klei­ne­res Übel gegen­über dem Faschis­mus dar­stellt

    und

    -- ob es für Kom­mu­nis­tIn­nen a) mög­lich und b) sinn­voll ist, z.B. durch Bünd­nis­po­li­tik und Betei­li­gung auch an Kämp­fen im Beste­hen­den, auf das Kräf­te­ver­hält­nis zwi­schen Demo­kra­tIn­nen und Faschis­tIn­nen Ein­fluß zu neh­men.

    Ich bejahe mei­ner­seits alle drei Fra­gen; beim GSP-​​Spektrum bleibt – auf­grund sprung­haf­ten Argu­men­tie­rens und aus­wei­chen­den Ant­wor­tens auf klare Fra­gen – unklar, ob es alle drei Fra­gen oder nur einen Teil der Fra­gen ver­neint.

    @ Neo­prene (03. Februar 2014 um 8:37 Uhr):

    „Zu mei­ner Ver­blüf­fung konnte ich nun bei TaP lesen, daß der wirk­lich ernst­haft meint, wer Demo­kra­tie kri­ti­siert (wie z.B. der GSP), der kann eigent­lich nur für unde­mo­kra­ti­sche kapi­ta­lis­ti­sche Zustände sein:
    [TaP:] ‚Nein, absurd ist viel­mehr, weil sowohl demo­kra­ti­sche als auch unde­mo­kra­ti­sche Staa­ten nicht der Kom­mu­nis­mus sind, dem Unter­schied zwi­schen demo­kra­ti­schen und unde­mo­kra­ti­schen Staa­ten mit einer Hal­tung der Indif­fe­renz und gar einer Prä­fe­renz für die unde­mo­kra­ti­schen Staa­ten (bei ansons­ten glei­chen Ver­hält­nis­sen) zu bege­gnen.‘

    Nein, ich sage nicht, „wer Demo­kra­tie kri­ti­siert […], der kann eigent­lich nur für unde­mo­kra­ti­sche kapi­ta­lis­ti­sche Zustände sein“.

    Ich sage viel­mehr:

    -- Wenn wir nicht in der Lage sind, kom­mu­nis­ti­sche Ver­hält­nisse durch­zu­set­zen (im Zitat: „bei ansons­ten glei­chen Ver­hält­nis­sen“!)
    -- wenn bür­ger­li­che und sozia­lis­ti­sche Demo­kra­tie nicht gewünscht ist,
    -- wenn auch unde­mo­kra­ti­sche sozia­lis­ti­sche Ver­hält­nisse jeden­falls nicht durch­setz­bar sind, weil unsere Kraft und unsere Fähig­kei­ten nicht nur nicht aus­rei­chen, um den Kom­mu­nis­mus durch­zu­set­zen, son­dern nicht ein­mal für die Durch­set­zung einer sozia­lis­ti­schen Überg­angs­ge­sell­schaft (in der Klas­sen, Staat, Herr­schaft und Recht noch exis­tie­ren) aus­rei­chen,

    -- dann ist die fata­lis­ti­sche Hin­nahme oder sogar Affir­ma­tion von nicht-​​demokratischen kapi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen die logi­sche Kon­se­quenz.

    @ Krim (03. Februar 2014 um 14:54 Uhr):

    „[TaP:] ‚Erst wer/​welche dazu Brauch­ba­res zu sagen hat und politisch-​​praktische Vor­schläge macht,‘ q.e.d. Radi­kale For­de­rung wie Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus sind also nicht ‚brauch­bar‘ oder ‚politisch-​​praktisch‘. Also schlägst du eben doch vor sich kon­struk­tiv an der demo­kra­ti­schen Kon­kur­renz um sys­tem­ver­bes­sernde und -sta­b­li­sie­rende Ent­schei­dun­gen zu betei­li­gen.“

    Ich schrieb viel­mehr (Nr. 8): „Wieso soll­ten Revo­lu­tio­nä­rIn­nen von ‚den Leu­ten‘ das Zuhö­ren geschenkt bekom­men, wenn sich die Revo­lu­tio­nä­rIn­nen zu dem, was ‚die Leute‘ inter­es­siert – und das sind heute maxi­mal Reform­for­de­run­gen und deren Durch­set­zung –, nicht äußern. Erst wer/​welche dazu Brauch­ba­res zu sagen hat und politisch-​​praktische Vor­schläge macht, kann damit rech­nen, auch zu viel wei­ter­ge­hen­den Pro­jek­ten gehört zu wer­den.“ (Fett­set­zung nach­träg­lich hin­zu­ge­fügt)

    Und ich schrieb („zu 1.“): „Der Kampf für Ver­bes­se­run­gen im Beste­hen­den (nicht des Beste­hen­den!) kann also durch­aus Vor­be­rei­tungs­funk­tion für den Kampf gegen das Beste­hende haben.“

    Der Punkt ist:

    -- Den Kapi­ta­lis­mus kann ich heute nicht abschaf­fen, und der GSP kann ihn heute auch nicht abschaf­fen.

    -- Unstrit­tig ist, daß es den­noch rich­tig ist, auch bereits heute für die Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus zu argu­men­tie­ren.

    -- Unstrit­tig ist – ent­ge­gen Dei­ner Unter­stel­lung – auch, daß es für Kom­mu­nis­tIn­nen nicht um „sys­tem­ver­bes­sernde und -sta­b­li­sie­rende Ent­schei­dun­gen“ im Kapi­ta­lis­mus geht.

    -- Strit­tig ist aller­dings, ob es für Kom­mu­nis­tIn­nen, solange ein Bruch mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise nicht mög­lich ist, rich­tig ist, für Ver­bes­se­run­gen der Lebens­be­din­gun­gen der aus­ge­beu­te­ten und beherrsch­ten Mas­sen im Beste­hen­den zu kämp­fen.

    Anmer­kun­gen: (mehr…)

    Staaten – Staatsgewalt – Kräfteverhältnisse

    Eine Ant­wort auf Ben Richards (03. Februar 2014 um 7:11 Uhr):

    TaP1 muss sich mal ent­schei­den, ob der Staat die Gewalt der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise ist, mit­hin einen Zweck hat oder ein Kräf­te­ver­hält­nis (dann offen­bar von ver­schie­de­nen Zwe­cken? wovon? wer ver­hält sich da zu wem wie?) ist. Bei­des geht gleich­zei­tig nicht.

    Daß bei­des nicht gleich­zei­tig geht, mag sein – nur ver­trete ich keine von bei­den Behaup­tun­gen, die Du mir unter­zu­schie­ben ver­suchst:

    a) „Der Staat“ „ist“ nicht Gewalt, son­dern wen­det Gewalt an, um ’seine‘ Ent­schei­dun­gen durch­zu­set­zen, wenn sie nicht frei­wil­lig befolgt wer­den.

    b) „Der Staat“ „ist“ auch kein Kräf­te­ver­hält­nis, aber ’seine‘ Ent­schei­dun­gen sind Resul­tat von Kräf­te­ver­hält­nis­sen.

    c) „Der Staat“ ist auch kein Sub­jekt, das sich einen „Zweck“ setz­ten würde; und er wurde auch nicht von einer Ver­schwö­rung böser Sub­jekt, die ihn mit einem bestimm­ten „Zweck“ in die Welt gesetzt hät­ten, erschaf­fen.

    d) Viel­mehr sind Staa­ten – als Resul­tat von his­to­ri­schen Pro­zes­sen – in bestimm­ter Weise in die Struk­tur der Gesell­schaft (Basis + Über­bau) ein­ge­baut und selbst in bestimm­ter Weise struk­tu­riert. Diese bestimmte Art der Struk­tu­rie­rung und des Ein­ge­baut­seins bewirkt, daß die Ent­schei­dungs­fin­dung eines jeden Staa­tes in sys­te­ma­ti­scher Weise zuguns­ten die­ser oder jener gesell­schaft­li­chen Grup­pen ‚ver­zerrt‘ ist.

    e) Des­sen unge­ach­tet funk­tio­nie­ren Staa­ten in unter­schied­li­chem Aus­maß (je nach ihrer demo­kra­ti­schen oder nicht-​​demokratischen Form) nicht in der Weise, daß sie linear und ein­sei­tig nur die Inter­es­sen einer gesell­schaft­li­chen Gruppe (die im übri­gen auch nicht homo­gen sind) durch­set­zen wür­den, son­dern in der Weise, daß sie – wie gesagt: im unter­schied­li­chen Aus­maß und je nach Kräf­te­ver­hält­nis – auch die Inter­es­sen der ande­ren gesell­schaft­li­chen Grup­pen berück­sich­ti­gen.

    f) Staa­ten sind näm­lich nicht nur eine Ver­dop­pe­lung der ohne schon exis­tie­ren­den gesell­schaft­li­chen Herr­schaft und Aus­beu­tung, son­dern haben die­ser gegen­über eine spe­zi­fi­sche sowohl Zwangs-​​ als auch Hegemonie-​​ (manch­mal sogar: Konsens-​​) Funk­tion: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​l​a​t​e​s​t​/​w​o​r​d​p​r​e​s​s​/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​1​3​/​0​9​/​D​i​e​_​G​A​M​_​s​a​g​t​_​d​e​m​_​L​e​n​i​n​i​s​m​u​s​_​A​d​e.pdf, S. 11, FN 4.

    g) Bei dem Gan­zen domi­niert aber die Struk­tur in letz­ter Instanz über die kon­junk­tu­rel­len Kräf­te­ver­hält­nisse, wes­halb für den Bruch mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise kein Weg an der Zer­schla­gung der bür­ger­li­chen Staats­ap­pa­rate vor­bei­führt. – Dies heißt aber wie­derum nicht, daß es ‚unter­halb‘ des Bruchs mit der Herr­schaft der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise kein Spiel­raum für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen und Kom­pro­misse gibt oder daß es – nach dem Motto „Um so schlim­mer desto bes­ser“ – aus Sicht der Lohn­ab­hän­gi­gen und/​oder Kom­mu­nis­tIn­nen falsch wäre, sie zu nut­zen.

    Anmer­kun­gen: (mehr…)

    @ GSP: Zur Kritik der gegenstandpunktlerischen Übel-Indifferenz

    Im blog von Neo­prene ent­wi­ckelte sich im Nach­gang zu dem „Demokratie“-Workshop der Inter­Komms vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine mun­tere Debatte über Demo­kra­tie und Faschis­mus, über (Geschichts)determinismus, gesell­schaft­li­che Wider­sprü­che und die Rele­vanz von Poli­tik sowie über Reich­weite und Gren­zen der Ver­samm­lungs­frei­heit. Auch sys­ten­crash nahm zu die­ser Debatte Stel­lung:

    Vom Sinn der „Herr­schafts­kri­tik“
    http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​2​/​0​1​/​v​o​m​-​s​i​n​n​-​d​e​r​-​h​e​r​r​s​c​h​a​f​t​s​k​r​itik/

    [Zur Kri­tik vom Gegen­stand­punkt am Demokratie-​​Begriff]
    http://​sys​tem​crash​.word​press​.com/​2​0​1​4​/​0​1​/​2​0​/​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​-​u​n​d​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​a​r​e​r​-​b​r​u​c​h​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-5037

    Die Debatte bei Neo­prene nahm Aus­gang von dem, was ein Gegen­stand­punkt (GSP)-Genossen bei dem InterKomm-​​Workshop-​​Tag gesagt hatte. In die­sem Bei­trag hieß es u.a.:

    „ich [will] ganz klar sagen: Ich lehne alles an die­sem Ver­fah­ren, ich lehne das Ideal und die Uto­pie von einer Herr­schaft, die mir Rechte gibt, die mich immer­hin ver­sam­meln und spre­chen läßt, die lehne ich ab. Ich bin Anti­dem­krat! So kannst du doch auch mal in den Dis­kurs um die Begriffe inter­ve­nie­ren. Demo­kra­tie hat einen guten Ruf, ich bin dage­gen. Da kannst du dann in ein kla­re­res und leb­haf­te­res Gespräch kom­men.

    (mehr…)