Archiv für Januar 2014

Für eine rätesozialistische De-Konstruktion des Demokratie-Begriff

In einer Bro­schüre der Gruppe *andere zustände ermög­li­chen (*aze) ist jetzt – am Anfang des ver­gan­ge­nen Jah­res ent­stan­de­ner – gemein­sa­mer Text von Micha Schilwa und mir mit dem Titel

Für eine räte­so­zia­lis­ti­sche De-​​Konstruktion des Demokratie-​​Begriff

erschie­nen.

Außer­dem sind in der Bro­schüre Bei­träge von *aze selbst, von einem Genos­sen der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken (IL) sowie der Gruppe never­go­ing­home.

Die Bro­schüre ist in digi­ta­ler Form auf der home­page von *aze und (in Kürze) in gut sor­tier­ten Info-​​ und Buch­lä­den kos­ten­los erhält­lich.

Wer war Amadeo Bordiga?

Hier noch ein paar Lese­mög­lich­kei­ten zur Vor­be­rei­tung auf den Demokratie-​​Workshop der Inter­Komms (s. z.B.: 1, 2, 3, 4) am Sonn­tag (26.1.):

In der deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia gibt es einen Arti­kel über den ita­lie­ni­schen Links­kom­mu­nis­ten Bordiga:

http://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​m​a​d​e​o​_​B​o​rdiga


(Quelle: https://​it​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​F​i​l​e​:​B​o​r​d​i​g​a.gif; Datei­for­mat umge­wan­delt)

Der aus­führ­li­chere Arti­kel in der eng­lisch­spra­chige Wiki­pe­dia ent­hält auch einen Abschnitt zur Posi­tion von Bordiga zur Demo­kra­tie:

Bordiga proudly defined him­self as „anti-​​democratic“ and belie­ved him­self at one with Marx and Engels on this. Bordiga’s hos­ti­lity toward demo­cracy had not­hing to do with Sta­li­nist idea­lism. Indeed, he saw fascism and Sta­li­nism as the cul­mi­na­tion of bour­geois demo­cracy. Demo­cracy to Bordiga meant above all the mani­pu­la­tion of society as a form­less mass. To this he coun­ter­po­sed the „dic­ta­tor­ship of the pro­le­ta­riat“, imple­men­ted by the com­mu­nist party foun­ded in 1847, based on the prin­ci­ples and pro­gram enun­cia­ted in the mani­festo. He often refer­red to the spi­rit of Engels‘ remark that „on the eve of the revo­lu­tion all the forces of reac­tion will be against us under the ban­ner of ‚pure demo­cracy“. (As, indeed, every fac­tio­nal oppo­nent of the Bols­he­viks in 1921 from the mon­ar­chists to the anar­chists cal­led for „soviets wit­hout Bolsheviks“--or soviet workers coun­cils not domi­na­ted by Bols­he­viks.) Bordiga oppo­sed the idea of revo­lu­tio­nary con­tent being the pro­duct of a demo­cra­tic pro­cess of plu­ra­list views; wha­te­ver its pro­blems, in light of the history of the past 70 years, this per­spec­tive has the merit of unders­co­ring the fact that com­mu­nism (like all social for­ma­ti­ons) is above all about pro­gram­ma­tic con­tent expres­sed through forms. It unders­cores the fact that for Marx, com­mu­nism is not an ideal to be achie­ved but a „real move­ment“ born from the old society with a set of pro­gram­ma­tic tasks.
http://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​m​a​d​e​o​_​B​o​rdiga

Bordi­gas Arti­kel Das demo­kra­ti­sche Prin­zip fin­det sich auf der Seite http://​www​.sinis​tra​.net/:

http://​www​.sinis​tra​.net/​l​i​b​/​u​p​t​/​k​o​m​p​r​o​/​c​i​p​o​/​c​i​p​o​b​f​i​b​u​d​.html

Lenin hat sich in (mehr…)

Karl Marx über Demokratie und Demokraten

Aus­züge aus sei­ner Kri­tik des Gothaer Pro­gramms

MEW 19, 21 f.:
„Ich bin weit­läu­fi­ger auf den ‚unver­kürz­ten Arbeits­er­trag’ einer­seits, ‚das glei­che Recht’, ‚die gerechte Ver­tei­lung’ and­rer­seits ein­ge­gan­gen, um zu zei­gen, wie sehr man fre­velt, wenn man einer­seits Vor­stel­lun­gen, die zu einer gewis­sen Zeit einen Sinn hat­ten, jetzt aber zu ver­al­te­tem Phra­sen­kram gewor­den, uns­rer Par­tei wie­der als Dog­men auf­drän­gen will, and­rer­seits aber die rea­lis­ti­sche Auf­fas­sung, die der Par­tei so müh­voll beige­bracht wor­den, aber Wur­zeln in ihr geschla­gen, wie­der durch ideo­lo­gi­sche Rechts-​​ und andre, den Demo­kra­ten und fran­zö­si­schen Sozia­lis­ten so geläu­fige Flau­sen ver­dreht.“

MEW 19, 22:
„Die jedes­ma­lige Ver­tei­lung der Kon­sum­ti­ons­mit­tel ist nur Folge der Ver­tei­lung der Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen selbst. Die kapi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­weise z.B. beruht dar­auf, daß die sach­li­chen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen Nicht­ar­bei­tern zuge­teilt sind unter der Form von Kapi­tal­ei­gen­tum und Grund­ei­gen­tum, wäh­rend die Masse nur Eigen­tü­mer der per­sön­li­chen Pro­duk­ti­ons­be­din­gung, der Arbeits­kraft, ist. Sind die Ele­mente der Pro­duk­tion der­art ver­teilt, so ergibt sich von selbst die heu­tige Ver­tei­lung der Kon­sum­ti­ons­mit­tel. Sind die sach­li­chen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen genos­sen­schaft­li­ches Eigen­tum der Arbei­ter selbst, so ergibt sich ebenso eine von der heu­ti­gen ver­schiedne Ver­tei­lung der Kon­sum­ti­ons­mit­tel. Der Vul­gär­so­zia­lis­mus (und von ihm wie­der ein Teil der Demo­kra­tie) hat es von den bür­ger­li­chen Ökono­men über­nom­men, die Dis­tri­bu­tion als von der Pro­duk­ti­ons­weise unab­hän­gig zu betrach­ten und zu behan­deln, daher den Sozia­lis­mus haupt­säch­lich als um die Dis­tri­bu­tion sich dre­hend dar­zu­stel­len.“ (mehr…)

Mit Lenin den Demokratie-Essentialismus kritisieren

Heute in einer Woche – also am Sonn­tag, den 26.01. werde ich im B-​​Lage beim Workshop-​​Tag „Demo­kra­tie – die süßeste Ver­su­chung seit es Poli­tik gibt?“ der Inter­na­tio­na­len Kommunist_​innen zum Thema „Warum die Form immer noch wesent­lich ist. – Mit Lenin (1870 – 1924) den Demokratie-​​Essentialismus kri­ti­sie­ren“ spre­chen.