Archiv für Juli 2013

Zuspitzung im NaO-Prozeß: SIB und GAM gegen fast alle!

Im NaO-​​Prozeß ist mit als­bal­di­gen Ent­schei­dun­gen zu rech­nen: Ich selbst ver­öf­fent­lichte am ver­gan­ge­nen Sams­tag – in Ant­wort auf einen Text von Micha Prütz – einen Arti­kel mit dem Titel Dann doch lie­ber IL!
Heute nimmt nun Mar­tin Sucha­nek (GAM) unter der Über­schrift NaO-​​Prozess am Wen­de­punkt Stel­lung.
Da ich im NaO-​​Prozeß-​​blog das dor­tige Zei­chen­li­mit nicht ganz ein­hal­ten konnte, ver­öf­fent­li­che mei­nen voll­stän­di­gen Kom­men­tar zu Mar­tins Arti­kel hier – den Anfang wird es nach Frei­schal­tung auch im NaO-​​Prozeß-​​blog geben.

Danke für die ziem­lich gelun­gene Zusam­men­fas­sung der poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen im NaO-​​Prozeß!

Frei­lich sind einige Prä­zi­sie­run­gen anzu­brin­gen:

1. Zwar hat ein Ver­tre­ter des RSB in der sog. „3er-​​AG“ für das Mani­fest mit­ge­ar­bei­tet. Aber anders als im Falle von GAM & SIB han­delt es sich bei dem ent­stan­de­nen Text nicht um einen Text auch „des RSB“ als Gruppe. Der RSB stimmte zwar bei dem 7. bw. Tref­fen zum NaO-​​Prozeß im April in Kas­sel dafür, daß der 3er-​​Entwurf und nicht der Bera­tungs­grund­la­gen-Vor­schlag von IBT, Inter­Komm & [pae­ris] Leit­an­trag der wei­te­ren Manifest-​​Erstellung wer­den solle. Aber der RSB erklärte dort zugleich, sich zur Frage des Mani­fes­tes noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den zu haben.

2. Die Unter­schiede hin­sicht­lich der Lage­ein­schät­zung las­sen sich ziem­lich gut daran illus­trie­ren, daß sich ein ähnli­cher Gedanke, wie der fol­gende aus dem Papier der RSB-​​Genossen Jakob und Linus vom ver­gan­ge­nen Okt. in dem 3er-​​Entwurf nicht fin­det: „Schauen wir […] nach Grie­chen­land, dann müs­sen wir bei nüch­ter­ner Betrach­tung fest­stel­len, dass selbst dort – also nach min­des­tens 3 Jah­ren ver­schärf­ter Krise – keine grö­ßere revo­lu­tio­näre Strö­mung auf der Matte steht. Der Pro­zess der Rekon­struk­tion revo­lu­tio­nä­rer klas­sen­kämp­fe­ri­scher, wirk­lich sozia­lis­ti­scher (oder auch anar­chis­ti­scher) Strö­mun­gen, die im Klas­sen­kampf ein gewis­ses Gewicht haben, ist offen­bar sehr kom­plex, lang­wie­rig und nicht am grü­nen Tisch zu beschlie­ßen oder umzu­set­zen. […] in lin­ken Krei­sen (domi­nie­ren) Vor­stel­lun­gen, die letzt­lich den Kapi­ta­lis­mus gerade nicht infrage stel­len: ‚sozia­lis­ti­sche Markt­wirt­schaft’ usw. Die Vor­stel­lung von einer bedürf­nis­ori­en­tier­ten, nicht Waren pro­du­zie­ren­den Gesell­schafts­ord­nung ist selbst in lin­ken Krei­sen kaum ver­brei­tet.“
Der 3er-​​Entwurf gelangt dage­gen zu einer deut­lich opti­mis­ti­sche­ren Ein­schät­zung der Lage.

3. Zur Pra­xis, die SIB & GAM in Ber­lin im Namen des NaO-​​Prozesses in letz­ter Zeit gemacht haben: Sowohl zur Form (Start­block od. Klas­sen­kampf­block?) der Betei­li­gung an der revo­lu­tio­nä­ren 1. Mai-​​Demonstration als auch zur Ver­an­stal­tung „Die kom­men­den Auf­stände in Süd­eu­ropa“ gab es NaO-​​prozeß-​​interne poli­ti­sche und kon­zep­tio­nelle Dif­fe­ren­zen. So tei­len durch­aus nicht alle im NaO-​​Prozeß die Pro­gnose von „kom­men­den Auf­stän­den“; auch die Ter­mi­nie­rung der Ver­an­stal­tung war umstrit­ten. Da SIB und GAM die Ver­an­stal­tung ohne Rück­sicht auf die Beden­ken der ande­ren Grup­pen durch­führ­ten, ist es schon nicht ohne Pikan­te­rie zu for­mu­lie­ren: „wobei GAM und SIB zuneh­mend zu den Moto­ren der Akti­vi­tä­ten wur­den“…

4. Für eine Kri­tik der Kri­tik bloß an ein­zel­nen Kapi­ta­lis­tIn­nen und Kapi­tal­frak­tio­nen (statt an der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise als gan­zer) bedarf es kei­ner „Wert­kri­tik“ (mehr…)