Archiv für Mai 2013

@ Antworten: Zum Stand des NaO-Prozesses

Zum Stand des NaO-​​Prozesses hatte ich am Frei­tag einen Arti­kel in dem blog zur Dis­kus­sion über die Schaf­fung einer neuen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion (NaO-​​Prozeß) gepos­tet:
http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​z​u​m​-​s​t​a​n​d​-​d​e​s​-​n​a​o​-​p​r​o​z​e​sses/.

Mitt­ler­weile liegt eine ganze Reihe von Kom­men­ta­ren zu dem Arti­kel vor; hier folgt meine voll­stän­dige Rück­ant­wort auf die jüngs­ten drei Kom­men­tare:

Lie­ber Andreas,

ja, ich stimme Dir zu: Die­je­ni­gen, die einen schnel­len NaO-​​Aufbau mit den bis­her vor­han­de­nen NaO-​​Prozeß-​​Kräften wol­len, kom­men zwangs­läu­fig in eine poli­ti­sche Logik, bei der „bei der media­len Aus­deu­tung von Akti­ons­ein­hei­ten […] vor allem die eigene Bedeu­tung als Orga in den Vor­der­grund gestellt wird.“
Die revo­lu­tio­näre 1. Mai-​​Demo vor allem als das Werk von ARAB und den NaO-​​Prozeß-​​Gruppen hin­zu­stel­len (1 und 2) finde ich auch etwas lächer­lich. Denn die Zahl der Demo-​​TeilnehmerInnen hängt nicht in ers­ter Linie von die­sen oder jenen Grup­pen ab; und was die Repo­li­ti­sie­rung und Ent-​​Kiez-​​lichung der Demo anbe­langt, so mach­ten sich dafür auch schon in den Vor­jah­ren z.B. die Ökolo­gi­sche Linke und der Klas­sen­kampf­block ebenso stark. – Dar­über hin­aus auch noch – zwar nicht zu sagen, aber – zu sug­ge­rie­ren, die Demo-​​TeilnehmerInnen seien auf abseh­bare Zeit das Mitglieder-​​Potential einer Ber­li­ner NaO („Sol­che Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen zei­gen, dass auch in Deutsch­land ein Poten­tial vor­han­den ist, dass die gegen­wär­tige Poli­tik radi­kal infrage stellt. Damit wird die Not­wen­dig­keit einer Orga­ni­sa­tion noch deut­li­cher, […]. Genau die­ses Ziel hat sich der NaO-​​Prozess zur Auf­gabe gestellt.“) ist völ­li­ges Wol­ken­kucks­heim.

Und zu Dei­nem ande­ren Punkt: „Am posi­tivs­ten finde ich Über­le­gun­gen, mit kon­kre­ten Arbeits­schwer­punk­ten sich Seriö­si­tät bei den kämp­fe­ri­schen Tei­len der Klasse zu erar­bei­ten.“ Ja, dafür Kon­zepte zu den bei­den von Inter­Komms und RSB vor­ge­schla­ge­nen The­men (Mie­ten sowie Betrieb & Gewerk­schaf­ten) gemein­sam zu ent­wi­ckeln – das wäre alle mal nütz­li­cher als ein „Mani­fest“ mit Verbal-​​Antikapitalismus, For­mel­kom­pro­mis­sen, Radikalitäts-​​Getue und der Phan­ta­sie, die angeb­lich rebel­lie­ren­den Mas­sen wür­den nur auf eine NaO war­ten.
 
 
Lie­ber Fabio,

ich stimme Dir völ­lig zu, daß „eine revo­lu­tio­näre Par­tei, die […] eine Ver­schmel­zung von Revo­lu­tio­nä­ren und brei­te­ren kämp­fe­ri­sche Schich­ten der Klasse wäre, [nicht] ein­fach so an den beste­hen­den links­so­zia­lis­ti­schen und post-​​autonomen Struk­tu­ren vor­bei ent­ste­hen wird“. Aber m.E. soll eine NaO gerade nicht die Form jener Ver­schmel­zung sein. Dafür bedarf es viel­mehr Inter­ven­tio­nen einer NaO in soziale Bewe­gun­gen, dafür bedarf es Bünd­nis­po­li­tik, dafür bedarf es Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen und SympathisantInnen-​​Strukturen. Damit sind wir wie­der bei unse­rer Kon­tro­verse vom ver­gan­ge­nen Herbst (mehr…)