Archiv für September 2012

Eine kleine These, …

… die ich im NaO-​​blog auf­stelllte:

„Trotz­kis­ti­sche Beto­nung der ‚Klas­sen­ab­hän­gig­keit‘ und auto­no­mer Anti-​​Nationalismus sind zwei – poli­tisch kon­ver­gente, aber theo­re­tisch (noch) dis­pa­rate – Stränge revo­lu­tio­nä­rer Kri­tik an natio­na­lis­ti­scher Volks­front­po­li­tik.“

Huch, bin ich autonom?… -

… diese Frage stellte sich mir, als ich den Arti­kel „Dis­kus­si­ons­fra­gen an Um’s-Ganze-Gruppen“ im NaO-​​blog las:

http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​d​i​s​k​u​s​s​i​o​n​s​f​r​a​g​e​n​-​a​n​-​u​m​s​-​g​a​n​z​e​-​g​r​u​p​p​e​n​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-3838.

Noch einmal zum Verhältnis von Interventionistischer Linken (IL) und NaO-Prozeß

Im blog zum Dis­kus­si­ons­pro­zeß über die Schaf­fung einer neuen anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion der sub­jek­ti­ven Revo­lu­tio­nä­rIn­nen (NaO-​​Prozeß) habe ich aus aktu­el­lem Anlaß einen Arti­kel zum Ver­hält­nis zwi­schen dem NaO-​​Prozeß und den ver­schie­de­nen Bünd­nis­sen und Spek­tren der (post-)autonomen Szene geschrie­ben:

http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​n​o​c​h​-​e​i​n​m​a​l​-​z​u​m​-​v​e​r​h​a​e​l​t​n​i​s​-​v​o​n​-​i​n​t​e​r​v​e​n​t​i​o​n​i​s​t​i​s​c​h​e​r​-​l​i​n​k​e​n​-​i​l​-​u​n​d​-​n​a​o​-​p​r​o​zess/.

Doku: Für den Kommunismus! (1986)

Ich doku­men­tiere hier das „Für den Kom­mu­nis­mus!“-Papier für den sog. Wider­stands­kon­greß 1986 in Frank­furt am Main, das ich vor eini­ger Zeit in mei­nem Text „Kul­tu­rell zu eng und inhalt­lich zu unbe­stimmt. Kri­ti­sche Anmer­kun­gen zu allzu eupho­ri­sche Ein­schät­zun­gen des Stan­des der Pro­test­be­we­gun­gen“ zustim­mend zitiert hatte.

Der Text „Für den Kom­mu­nis­mus!“ wurde 1986 im Arbei­terkampf. Zei­tung des Kom­mu­nisti­schen Bun­des (Ham­bur­ger Satz-​​ und Ver­lagskooperative) AK 270, 05.05.1986, S. 38 – 39 und er­neut in der Bro­schüre der Kom­munistischen Bri­ga­den, Bei­trag für die Debat­te in der revolutio­nären Bewe­gung Euro­pas. 1. Aus­gabe, Am­sterdam/​Niederlande, 1991, S. 41 – 45 ver­öf­fent­licht.
Der Text wurde 1994/​95 in den bei­den Auf­la­gen der fol­gen­den Bro­schüre nach­ge­druckt:
Bro­schü­ren­gruppe in Zusam­men­ar­beit mit dem ASTA-​​FU sowie Frigga Haug, Wolf­gang Fritz Haug, Wolf Die­ter Narr, Uwe Wesel, Harald Wolf (Hg.)
Für eine neue revo­lu­tio­näre Pra­xis. Triple opp­res­sion & bewaff­ne­ter Kampf.
Eine Doku­men­ta­tion von anti­im­pe­ria­lis­ti­schen, femi­nis­ti­schen, kom­mu­nis­ti­schen Bei­trä­gen zur Debatte über die Neu­be­stim­mung revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik 1986-​​1993
Selbst­ver­lag: Ber­lin, 1. Aufl. 1994, 2. Aufl. 1995, 46 – 50.

drei dort ent­hal­tene Tipp­feh­ler habe ich kor­ri­gierte: „eska­la­tion“ (statt: „eska­li­tion“), „durch­gän­gige“ (statt: „durch­gän­gie“), „dadurch“ (statt: „dad­ruch“) und ein über­flüs­sige Leer­zei­chen gelöscht. Die durch­gän­gige Klein­schrei­bung wurde bei­be­hal­ten.

wir sind uns bewußt, daß die­ses papier nur der anfang unse­rer dis­kus­sion ist; einer diskussi­on, die noch weit­ge­hend auf (aller­dings not­wen­dige) kri­tik beschränkt ist, da diese kri­tik aber vom wil­len zur ver­än­de­rung dik­tiert ist, wird sie nicht auf dauer auf bloße kri­tik beschränkt blei­ben.

„DER REVO­LU­TIO­NÄRE KRIEG IST EIN POLITI­SCHER KRIEG“ (Tupama­ros)

wir wol­len mit die­sem papier hier, mit unse­ren überlegun­gen und argu­men­ten in die ausein­ander­setzung ein­grei­fen, die sich zwar an dem letz­ten angriff der RAF ent­wickelt hat, die aber nicht nur dar­auf (auf die­sen angriff) zu redu­zie­ren ist.
die sich in dem angriff auf die Air Base und den gefrei­ten pimen­tal materialisie­rende poli­tik und pra­xis ist nicht das ergeb­nis eines feh­lers, son­dern sie ist der (vor­läu­fige?) hö­hepunkt einer lan­gen ent­wick­lung, an der die gesamte anti­imperia­listische bewe­gung und nicht nur die RAF anteil hat(te).
die ver­sim­pli­fi­zie­rung von kom­ple­xen, viel­schich­ti­gen und kom­pli­zier­ten zusam­menhängen (z.b. „gesamt­sys­tem“), d.h. die ver­fla­chung der poli­ti­schen ana­lyse, gar keine oder mangel­hafte ausein­andersetzung mit mar­xis­ti­schen grund­lagen, außer acht las­sen des his­to­ri­schen pro­zes­ses, aus dem die aktu­el­len angriffe, kämpfe und pro­jekte auch her­aus ent­wi­ckelt wer­den (was zu brü­chen in der kon­ti­nui­tät der kämpfe führt), sub­jek­ti­vis­mus und wunsch­den­ken wir­ken schon seit lan­gem in un­serer poli­ti­schen arbeit, unse­rem den­ken und füh­len, unse­rem poli­ti­schen kampf. (mehr…)

TaP oral (20.09., 19 h, Tristezza, Berlin)

Wege und Ziele – Kom­mu­nis­mus oder Anar­chis­mus

20.09.2012 19.00 h
Tris­teza (Pan­nier­str. 5) – Berlin-​​Neukölln

Auf jeder Demons­tra­tion der radi­ka­len Lin­ken sind die For­de­run­gen nach einem ande­ren Gesell­schafts­sys­tem zu sehen. Wäh­rend einige ihre Paro­len mit „Für den Kom­mu­nis­mus“ been­den, sieht mensch auf den Trans­pa­ren­ten ande­rer das „A“ des Anar­chis­mus. Diese bei­den Kon­zepte einer auf den Kapi­ta­lis­mus fol­gen­den Gesell­schafts­form schei­nen an Rele­vanz und Ein­fluss inner­halb der radi­ka­len Lin­ken nichts ein­ge­büßt zu haben. Die Podi­ums­dis­kus­sion wird sich mit den Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­den die­ser Gesell­schafts­ent­würfe und der mit ihnen ver­bun­de­nen Inhalte, Stra­te­gien und Ziele beschäf­ti­gen, ohne zu ver­ges­sen, sie auf ihren eman­zi­pa­to­ri­schen Gehalt und ihre Prak­ti­ka­bi­li­tät hin zu über­prü­fen.

Referent_​innen: Anar­chis­ti­sche Föde­ra­tion Ber­lin, Det­lef Geor­gia (Sozia­lis­ti­sche Initia­tive Ber­lin), Forum deutsch­spra­chi­ger Anarchist_​innen, Mun­dus Magenta

Im Rah­men der „Beat up your brain. ABC der radi­ka­len Lin­ken.“ – eine Ver­an­stal­tungs­reihe der Auto­no­men Neu­köll­ner Antifa [ANA]

http://​antifa​-neu​ko​elln​.net/​t​e​r​m​i​n​e​/​d​e​t​a​i​l​s​/​2​3​1​-​i​n​f​o​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​-​w​e​g​e​-​u​n​d​-​z​i​e​l​e​-​k​o​m​m​u​n​i​s​m​u​s​-​o​d​e​r​-​a​n​a​r​c​h​ismus

Siehe auch:
Klas­sen­kampf – Über Sinn und Unsinn eines poli­ti­schen Kon­zepts (u.a. mit den Inter­na­tio­na­len Kom­mu­nis­tIn­nen)

Auch insoweit gilt…

mit Lenin Ums Ganze kämp­fen:

[gepos­ted aus Anlaß mei­nes dor­ti­gen: http://​www​.nao​-pro​zess​.de/​b​l​o​g​/​e​i​n​i​g​e​-​e​r​s​t​e​-​g​e​d​a​n​k​e​n​-​z​u​r​-​e​n​t​w​i​c​k​l​u​n​g​-​e​i​n​e​s​-​p​r​o​g​r​a​m​m​a​t​i​s​c​h​e​n​-​m​a​n​i​f​e​s​t​e​s​-​w​i​r​-​w​o​l​l​e​n​-​j​a​-​s​c​h​l​i​e​s​s​l​i​c​h​-​v​o​r​w​a​e​r​t​s​-​k​o​m​m​e​n​/​#​c​o​m​m​e​n​t​-3626 Kom­men­tars]

„Die Kau­tskyan­der (K. Kau­tsky, S p e c t a t o r u. Co.) füh­ren diese Erschei­nun­gen eines ‚gesun­den‘, ‚fried­li­chen‘, auf ‚fried­li­chen Ver­kehr’ beru­hen­den Kapi­ta­lis­mus an und stel­len sie der finan­zi­el­len Aus­plün­de­rung, den Ban­ken­mo­no­po­len, den Geschäf­ten der Ban­ken mit der Staats­macht, der kolo­nia­len Unter­drü­ckung etc. ent­ge­gen, stel­len sie als das Nor­male dem Unnor­ma­len, das Wün­schens­werte dem Uner­wünsch­ten, das Fort­schritt­li­che dem Reak­tio­nä­ren, das Grund­le­gen­den dem Zufäl­li­gen etc. ent­ge­gen. Das ist neuer Proud­ho­nis­mus. Der alte Proud­ho­nis­mus auf neuer Grund­lage und in neuer Form. Spieß­bür­ger­li­cher Refor­mis­mus: für einen fein säu­ber­li­chen, geschnie­gel­ten, gemä­ßig­ten und akku­ra­ten Kapi­ta­lis­mus.“
LW 39, 96

„Den Kapi­ta­lis­mus und seine Grund­lage, die Waren­pro­duk­tion, nicht ver­nich­ten, son­dern diese Grund­lage von Miß­bräu­chen, Aus­wüch­sen usw. säu­bern; den Tausch und den Tausch­wert nicht abschaf­fen, son­dern ihn im Gegen­teil, ‚kon­sti­tu­ie­ren’, ihn zu einem all­ge­mein gül­ti­gen, abso­lu­ten, ‚gerech­ten’ Wert machen, der von Schwan­kun­gen, Kri­sen und Miß­bräu­chen frei wäre – das war Proud­hons Idee.“
LW 20, 19

PS.:

Nicht anders äußerte sich im übri­gen bereits ein gewis­ser Karl Marx:

„Für Herrn Proud­hon hat jede ökono­mi­sche Kate­go­rie zwei Sei­ten, eine gute und eine schlechte. Er betrach­tet die Kate­go­rien, wie der Spieß­bür­ger die gro­ßen Män­ner der Geschichte betrach­tet: Napo­leon ist ein gro­ßer Mann, er hat viel Gutes getan, er hat auch viel Schlech­tes getan. Die gute Seite und die schlechte Seite, der Vor­teil und der Nach­teil zusam­men­ge­nom­men bil­den für Herrn Proud­hon den Wider­spruch in jeder ökono­mi­schen Kate­go­rie. Zu lösen­des Pro­blem: Die gute Seite bewah­ren und die schlechte besei­ti­gen.“ (MEW 4, 131) – was aber „die dia­lek­ti­sche Bewe­gung entzwei[schneidet]“ (ebd., 133, s.a. das Bei­spiel ebd., 163: „In der Pra­xis des Lebens fin­det man nicht nur Kon­kur­renz, Mono­pol und ihren Wider­streit, son­dern auch ihre Syn­these, die nicht eine For­mel, son­dern eine Bewe­gung ist. Das Mono­pol erzeugt die Kon­kur­renz, die Kon­kur­renz erzeugt das Mono­pol.“).