Archiv für Oktober 2011

Reformistischer Voluntarismus – Zum Grundsatzprogramm-Entwurf der Linkspartei

Ges­tern wurde im blog Lafon­tai­nes Linke eine von mir ver­faßte aus­führ­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Grundsatzprogramm-​​Entwurf der Links­par­tei (mit bis­her 7 LeserInnen-​​Kommentaren) ver­öf­fent­licht:

http://​www​.lafon​tai​nes​-linke​.de/​2​0​1​1​/​1​0​/​d​a​s​-​b​l​a​u​e​-​v​o​m​-​h​i​m​m​e​l​-​s​c​h​u​l​z​e​-​p​r​o​g​r​a​m​m​-​d​e​b​atte/.

Vgl. zum glei­chen The­men­kreis auch noch von mir bzw. unter mei­ner Betei­li­gung ent­stan­den:

zur vor­her­ge­hen­den Fas­sung des Grundsatzrogramm-​​Entwurfes:

Ver­schie­dene Geschmä­cker
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​0​/​0​5​/​1​1​/​v​e​r​s​c​h​i​e​d​e​n​e​-​g​e​s​c​h​m​a​e​cker/

zum Linkspartei-​​Wahlprogramm von 2009:

Linke Kapi­ta­lis­mus­kri­tik muss tref­fen­der wer­den – Geht eine Kri­tik an Geiz, Gier und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit wirk­lich an die Wur­zel – oder am Ziel vor­bei?
http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​7​8​0​9​/​t​1​0​7​8​0​9​.html

eine Dis­kus­sion von Anfang der 1990er Jahre:

Moder­ner Kapi­ta­lis­mus – Arbei­te­rIn­nen­klasse – poli­ti­sches Sub­jekt
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​k​o​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​e​n​/​m​o​d​e​r​n​e​r​-​k​a​p​i​t​a​l​i​s​m​u​s​-​a​r​b​e​i​t​e​r​i​n​n​e​n​k​l​a​s​s​e​-​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​s​-​s​u​b​jekt/

Hehre Ansprü­che, naive Stra­te­gie
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​k​o​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​e​n​/​h​e​h​r​e​-​a​n​s​p​r​u​e​c​h​e​-​n​a​i​v​e​-​s​t​r​a​t​egie/

Trans­for­ma­tion oder Revo­lu­tion?
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​k​o​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​e​n​/​t​r​a​n​s​f​o​r​m​a​t​i​o​n​-​o​d​e​r​-​r​e​v​o​l​u​tion/

ansons­ten zur Links­par­tei:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​t​a​g​/​l​i​n​k​s​p​artei

von ande­ren:

a)

Lucy Red­ler
Sozia­lis­mus statt Markt­wirt­schaft. Eine Aus­ein­an­der­set­zung mit Sahra Wagen­knechts „Frei­heit statt Kapi­ta­lis­mus“
Bro­schüre, A5, 44 Sei­ten
3 Euro
http://shop.sozialismus.info/shop/article_662/Sozialismus-statt-Marktwirtschaft.html?sessid=LWnGL8ViKOpke5IRqIEpsTMkKHz12RfLYwFUyGJi00hkM73LFxBO6QYbY6TicfzY&shop_param=cid%3D1%26aid%3D662%26

Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung über das Buch „Frei­heit statt Kapi­ta­lis­mus“ von Sarah Wagen­knecht
Mon­tag, 10. Okto­ber, 19 Uhr im Ver­an­stal­tungs­raum DIE LINKE, Schwa­nen­str. 30, Dort­mund
http://​sav​-ruhr​.blog​spot​.com/​2​0​1​1​/​0​9​/​s​o​z​i​a​l​i​s​m​u​s​-​s​t​a​t​t​-​m​a​r​k​t​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​-​m​i​t​.html

b)

Guen­ther Sand­le­ben
Finanz­markt­krise – Mythos und Wirk­lich­keit. Wie die ganz reale Wirt­schaft die Krise kriegt
(pro­le­ta­ri­schen Texte Band 1)
121 Sei­ten. 7,90 €
ISBN 978-​​3-​​8423-​​3654-​​4
http://​www​.pro​le​ta​ri​sche​-platt​form​.org/​p​r​o​l​e​t​a​r​i​s​c​h​e​-​t​exte/

c)

August Thal­hei­mer (vgl. zu die­sem: http://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​K​o​m​m​u​n​i​s​t​i​s​c​h​e​_​P​a​r​t​e​i​-​O​p​p​o​s​ition)
Über die soge­nannte Wirtschafts-​​Demokratie
http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​t​h​a​l​h​e​i​m​e​r​/​1​9​2​8​/​x​x​/​w​i​r​t​d​e​m​.html

Mal wieder: Queer contra Feminismus – Offener Brief an das Lesbenarchiv „Spinnboden“

In Nach­be­rei­tung zur Ver­an­stal­tung vom Mon­tag zum Thema „Per­spek­ti­ven der femi­nis­ti­schen Orga­ni­sie­rung nach dem Slut­walk“ (vgl. dazu: 1, 2 und 3) sollte am Frei­tag im Les­ben­ar­chiv „Spinn­bo­den“ ein Nachbereitungs-​​Treffen statt­fin­den. Nach­dem bei Face­book gegen die Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gung Transphobie-​​Vorwürfe erho­ben wur­den, weil dort die Frage auf­ge­wor­fen wurde, ob das Tref­fen mit oder ohne Betei­li­gung von Trans* statt­fin­den soll, ent­schloß sich der „Spinn­bo­den“ die Raum­zu­sage zurück­zu­zie­hen.
Dar­auf ant­wor­tete ich mit unten­ste­hen­dem Offe­ner Brief.
Das Tref­fen wird nun statt des­sen im Hin­ter­zim­mer des Restau­rants Nepal-​​Mandal (Brun­nen­str. 164) statt­fin­den, was immer­hin den Vor­teil hat u-​​bahn-​​näher gele­gen zu sein (alter­na­tiv zum U-​​Bhf. Rosentha­ler Plart kommt im übri­gen auch der U-​​Bhf. Ber­nauer Str. in Betracht).
Das Tref­fen wird nun u.a. der Vor­be­rei­tung einer Ver­an­stal­tung zum Thema „Ist Cis-​​FrauenLesben-​​Separatismus trans­phob?“ die­nen. Per­so­nen, die eine Ver­an­stal­tung mit die­sem Thema für ille­gi­tim hal­ten, sind zu dem Tref­fen genauso wenig ein­ge­la­den, wie Leute, deren poli­ti­scher Hori­zont bis zum – bei Face­book gepfleg­ten – um das Wort „Kack­scheisse“ krei­sen­den Fäck­al­jar­gon reicht.

[Der fol­gende Offene Brief als .pdf-​​Datei]

Liebe Gabriele,
liebe Spinnboden-​​Geschäftsführung,

wenn dies meine Ebene der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung wäre, würde ich als ers­tes den Transphobie-​​Vorwurf an Euch zurück­ge­ben.
Nach den in der Ber­li­ner queer-​​Szene eta­blier­ten Maß­stä­ben ist, mich als Trans-​​ oder Indergender-​​Wesen, das einen weib­li­chen und einen männ­li­chen Vor­na­men führt, aus­schließ­lich mit mei­nem männ­li­chen Vor­na­men anzu­re­den, „trans­phob“, weil eine der­ar­tige Adres­sie­rung angeb­lich in mein Recht auf Selbst­be­zeich­nung ein­greift.
Da ich aber nicht zu denen gehöre, denen der Unter­schied zwi­schen Selbst­ver­ständ­nis und Fremd­wahr­neh­mung unbe­kannt ist, könnt Ihr mich gerne wei­ter­hin so anre­den, wie es Euch beliebt.

Was den Transphobie-​​Vorwurf wegen der Ankün­di­gung des Tref­fens und der zuge­hö­ri­gen Facebook-​​Diskussion betrifft, so weise ich ihn zurück:

1. Das Tref­fen ist nicht ein­mal als Cis-​​FrauenLesben-​​Treffen ange­kün­digt (wäre ja auch absurd, wenn ich selbst zu den Ein­la­den­den gehöre…).
Was wir allein machen, ist: Bekannt geben, daß wir für zuläs­sig hal­ten, daß Cis-​​FrauenLesben ihren etwai­gen Wunsch, sich ohne Trans*-Beteiligung zu tref­fen, bekun­den, und ich selbst mich die­sem Wunsch beu­gen würde.
Daß allein das Zulas­sen des Bekun­dens eines sol­chen Wun­sches zu Transphobie-​​Vorwürfen führt und Euch zur Rück­name der Raum­zu­sage ver­an­laßt, zeigt allein, welch unde­mo­kra­ti­sche Dis­kus­si­ons­struk­tur zu Las­ten von (bestimm­ten) Cis-​​FrauenLesben in der Ber­li­ner queer-​​Szene mitt­ler­weile Stan­dard gewor­den ist.
Queer wirkt hier alles ande­res als eine Abschwä­chung des Patri­ar­chats, son­dern als eine Ver­stär­kung des Patri­ar­chats – als Hin­de­rung für Cis-​​FrauenLesben, ihre ggf. beste­hen­den Bedürf­nisse und poli­ti­schen Ansich­ten aus­zu­spre­chen.

2. Für jeden und jeder, der/​die nicht völ­lig von individualistisch-​​idealistischer, quee­rer Ideo­lo­gie ver­bohrt ist, liegt auf der Hand, daß (mehr…)

Heute bei Kritisch-lesen.de wiederveröffentlicht: Meine Rezension von 1990 über Anja Meulenbelts Buch über Sexismus, Rassismus und Klassismus

Meine Rezen­sion aus dem Jahre 1990 über Anja Meu­len­belts Buch „Schei­de­li­nien. Sexis­mus, Ras­sis­mus und Klas­sis­mus“ wurde in der heu­ti­gen Aus­gabe von Kri​tisch​-lesen​.de zum Thema „Über­schnei­dun­gen von Unter­drü­ckun­gen“ – leicht gekürzt und um einige Tipp­feh­ler berei­nigt – wie­der­ver­öf­fent­licht:

http://​www​.kri​tisch​-lesen​.de/​2​0​1​1​/​1​0​/​s​c​h​e​i​d​e​l​i​n​i​e​n​-​a​n​j​a​-​m​e​u​l​e​n​b​e​l​t​-​u​b​e​r​-​s​e​x​i​s​m​u​s​-​r​a​s​s​i​s​m​u​s​-​u​n​d​-​k​l​a​s​s​i​smus/

„In die­ser Aus­gabe geht es um ver­schie­dene Unter­drü­ckungs­ver­hält­nisse, den Ver­such, ihre unter­schied­li­chen Funk­ti­ons­me­cha­nis­men zu erfas­sen, sie trotz ihrer Ver­wo­ben­heit ana­ly­tisch zu tren­nen und sie dann wie­der zusam­men zu füh­ren, denn eine Unter­drü­ckungs­form kommt nicht ein­zeln vor, son­dern ist häu­fig mit ande­ren ver­knüpft. So kann zum Bei­spiel eine weiße katho­li­sche Kas­sie­re­rin sowohl sexis­tisch als auch auf­grund ihrer Klas­sen­po­si­tion unter­drückt wer­den. Es han­delt sich dabei aber nicht ein­fach um eine Auf­ad­die­rung von Unter­drü­ckun­gen, son­dern viel­mehr darum, wie sie inein­an­der grei­fen, sich gegen­sei­tig beein­flus­sen und ver­stär­ken.“
http://​www​.kri​tisch​-lesen​.de/​2​0​1​1​/​1​0​/​u​b​e​r​s​c​h​n​e​i​d​u​n​g​e​n​-​v​o​n​-​u​n​t​e​r​d​r​u​c​k​u​ngen/

Vgl. zu die­sem The­men­kom­plex auch noch die Reze­nion von Peter Nowak „Klas­sis­mus. Kon­zept zur Gesell­schafts­ver­än­de­rung oder zur Mit­tel­stands­för­de­rung?“ zum Buch von

Andreas Kem­per und Heike Wein­bach:
Klas­sis­mus. Eine Ein­füh­rung
Unrast Ver­lag, Müns­ter 2009.

HEUTE (Mo., 3.10.): Disk.-VA über feministische Organisierung

Veranstaltung, Mo., 3.10.: Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk