Mädchenblog findet klare Worte: Es geht nicht um ein Recht auf Sexiness, sondern um Kampf gegen Vergewaltigungen

„[…] Und sind High-​​Heels, Mini­rö­cke und Netz­strümpfe für Frau­en­be­frei­ung wirk­lich not­wen­dig? Und warum fin­den die Slut­walks so gro­ßen Zuspruch sowohl unter jun­gen Frauen als auch in den Medien? Viele der Teilnehmer_​innen hat­ten vor dem Walk mit Femi­nis­mus und Frau­en­rech­ten nicht viel am Hut.
Hier macht sich das mul­mige Gefühl breit, dass die Mär­sche nur eine solch große Auf­merk­sam­keit bekom­men, da sie ein gän­gi­ges, eben­falls patri­ar­cha­les Frau­en­bild trans­por­tie­ren – die neue selbst­be­wusste Frau ist sexy und stolz dar­auf. Was ‚Sex and the City‘ vor­lebte ist jetzt in den Köp­fen der meis­ten Men­schen fest­ver­an­kert. Auch Spie­ge­lOn­line ist sofort auf den fal­schen Zug auf­ge­sprun­gen. Dort war zu lesen: die Frauen mar­schie­ren für ‚ihr Recht sexy zu sein‘. Aber Halt, so ist das nicht! Es geht um das Recht ‚nicht ver­ge­wal­tigt zu wer­den‘, ein Recht auf Sexi­ness braucht es nun wirk­lich nicht. […].“

Quelle:
http://​maed​chen​blog​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​3​0​/​s​i​n​d​-​s​l​u​t​w​a​l​k​s​-​w​i​r​k​l​i​c​h​-​s​i​n​n​voll/.

Anmer­kung:
Wer/​welche vom einem ein Recht auf Sexi­ness redet, sollte zumin­dest auch von einem Recht auf Ase­xua­li­tät reden:
http://​wir​lie​ben​kon​sens​.word​press​.com/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​6​/​d​a​s​-​r​e​c​h​t​-​n​e​i​n​-​z​u​-​s​agen/ (ver­mut­lich inter­es­sant, aber von mir noch nicht gele­sen).

Auch der f.a.q.-Laden in Ber­lin sagt: „Ase­xua­li­tät ist meist nega­tiv kon­no­tiert, wird patho­lo­gi­siert, gilt als unnor­mal und wird oft nicht mit­ge­dacht. Das wol­len wir nicht.“

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6 Antworten auf „Mädchenblog findet klare Worte: Es geht nicht um ein Recht auf Sexiness, sondern um Kampf gegen Vergewaltigungen“


  1. 1 Anna-Sarah 01. Juli 2011 um 9:31 Uhr

    Dass Slutwalks primär das „Recht auf Sexiness“ promoten, ist aber doch ein Missverständnis, dass sich leicht ausräumen lässt. Und ich weiß nicht, wie oft ich schon den Hinweis gelesen (und auf vielen vielen Fotos bestätigt gesehen) habe, dass es eben KEINE Kleiderordnung für die Walks gibt – gerade weil es so absurd ist, Vergewaltigungen mit bestimmten Outfits in Beziehung zu bringen, bilden Slutwalks eine Vielfalt möglicher Bekleidungsstile ab (nicht nur jeder einzelne Slutwalk, sondern auch bei den in verschiedenen Ländern stattfindenden Aktionen). Und es geht nicht nur um ein recht aus einvernehmlichen Sex, sondern generell um das Recht auf körperliche Selbstbestimmung. Den Hinweis, Asexualität explizit aufzunehmen, finde ich aber gut – gab es schon einen diesbezüglichen Textvorschlag ans Slutwalk Berlin*-Orgateam?

    *das offenbar momentan größte und vor allem aktivste hierzulande

  2. 2 TaP 01. Juli 2011 um 9:40 Uhr

    Vielen Dank für den Kommentar.

    Nein, Textvorschlag von meiner Seite jedenfalls nicht.

    Ich kam auch noch nicht dazu, mich genauer mit den Slutwalks zu beschäftigten (weil ich vor allem mit der Elaborierung meiner Kritik am Berliner tCSD und dem queeren mainstream überhaupt beschäftigt war:

    ++ Umgang bei sexuellen Belästigungen auf transgenialen CSD

    und

    ++ Themenübersicht – Kritik an der linksliberal-antifeministischen politischen Linie des transgenialen CSD (tCSD) in Berlin und des queeren mainstreams in der BRD überhaupt).

    Ich war/bin nur von Leonies Kommentar bei Mädchenblog begeistert, weil er mir nicht auf dieser allgemeinen, undifferenzierten und häufig auch demagogisch gegen andere feministische Strömungen eingesetzten Welle von „sex positive“-Begeisterung mitschwimmt.

  3. 3 TaP 01. Juli 2011 um 9:46 Uhr

    Im übrigen – zum Thema der Slutwalks lesenswert:

    Die Macht der (prominenten) Männer

    von TERRE DES FEMMES am 31.05.11

  4. 4 earendil 01. Juli 2011 um 10:13 Uhr

    Wer/welche vom einem ein Recht auf Sexiness redet, sollte zumindest auch von einem Recht auf Asexualität reden

    WORD! Kaum eine andere Variante von (Nicht-)Sexualität ist so mies angesehen, kann so ungestraft lächerlich gemacht werden, mit dem ganzen normativen Arsenal, das auch von Homophobie etc. bekannt ist, dort aber stärker geächtet ist: Unnatürlich, krank, frigide, alte Jungfer, muss mal richtig durchgev….. werden…

    Wäre mal interessant, nach den Ursachen zu gucken, also jenseits von Moralismen wie „sexualisierte Gesellschaft“. Liegts an der Verknüpfung von Sex und Leistungsdenken? Mir scheint aber auch, dass asexuelle Frauen aggressiver verachtet werden als Männer – Ausdruck männlicher Ansprüche auf Frauen als Sexualobjekte?

  5. 5 Zara 06. Juli 2011 um 12:32 Uhr

    Im Gegensatz zu Homosexualität ist aber Asexualität nicht sichtbar. Man lehnt halt die Angebote ab, die man in vielen Fällen ohnehin ablehnen würde und kann sein Leben lang asexuell leben.
    Diese Beschimpfungen werden ja nicht deshalb eingesetzt, weil angenommen wird, dass jemand wirklich asexuell ist, sondern nur, weil die Bezeichnete nichts mit dem Beschimpfenden haben will. Dieser erfasst das auch so, muss aber, um die Erfahrung der Ablehnung abzumildern, so tun, als wenn die andere Person generell kein sexuelles Bedürfnis hat.

  6. 6 tuc 17. Juli 2011 um 23:26 Uhr

    Ich bedanke mich für die Verlinkung.
    Aufgrund eines herumbiologisierenden Kommentars (sorry, find ich lächerlich) habe ich etwas über die nicht vorhandene Notwendigkeit von Physik für Orgasmen geschrieben:
    „Ungefickte Physik“
    http://thoughtsunderconstruction.wordpress.com/2011/07/17/ungefickte-physik/

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