Eine „Revolution“, bei der ich nicht denken darf, ist nicht meine – Einige Worte zum Berliner CSD-Wochenende 2011

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Als queer noch revo­lu­tio­när, aggres­siv und män­ner­feind­lich war – und sein durfte

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(Quelle: http://​ein​blog​.blog​sport​.de/)

und

Zwei Orte, zwei Län­der, zwei The­men, eine Zeit, eine These: Für einen femi­nis­ti­schen Anti-​​Humanismus in der Theo­rie!

sowie

Gegen den Kult ver­meint­lich authen­ti­scher „Erfah­run­gen“ und ver­meint­lich rei­ner, theo­rie­lo­ser „Fak­ten“

Die Ein­zel­nen sind Geschöpfe der gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse (NICHT authen­ti­sche SUB­JEKTE), und die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse sind wider­sprüch­lich

Wider­stand und Ler­nen aus „Erfah­run­gen“ kommt NICHT aus dem Inne­ren von SUB­JEK­TEN, son­dern aus der Kon­fron­ta­tion von wider­sprüch­li­chen Erfah­run­gen von sub-​​jekten mit gesell­schaft­lich pro­du­zier­ten Begrif­fen und Dis­kur­sen

Kri­tik essen­tia­lis­ti­scher Iden­ti­täts­po­li­tik

PS.:

Wahr gespro­chen:

http://​www​.mys​pace​.com/​r​a​v​e​p​i​e​t​/​b​l​o​g​/​4​8​9​2​58676

Wenn ich nicht Tan­zen kann ist es nicht meine Revo­lu­tion

Und die Band spielt wei­ter

Sind Par­tys bes­sere Demos oder tan­zen wir uns ins Ecstasy-​​Exil? Von Ivo Bozic

„Wenn ich nicht tan­zen kann, ist es nicht meine Revo­lu­tion“, sagte die Anar­chis­tin Emma Gold­man einst; ein Sprüch­lein, das spe­zi­ell von Auto­no­men gerne zitiert wird, um dem Klas­sen­kampf­ma­chismo der MLer etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Aber ist jeder Tanz gleich eine Revo­lu­tion? Oder anders gefragt: Kann sich die Linke zum Sieg fei­ern? Was ist über­haupt poli­tisch an einer Party? Und muß oder kann Poli­tik eigent­lich amü­sant sein? Gehört das also zusam­men? Oder pros­tet sich die Linke aus der Poli­tik hin­aus? Rave statt Revo­lu­tion? Das Schiff sinkt, die Band spielt wei­ter. Titanic-​​Mentalität bei den Damen und Herrn vom Schwar­zen Block? Tanz statt Mili­tanz? Par­ty­zi­pa­tion statt Eman­zi­pa­tion? Die radi­kale Linke, ein ein­zi­ges F.E.S.T.K.O.M.I.T.E.E.? Fest steht jeden­falls, daß die größte poli­ti­sche Demons­tra­tion in den letz­ten Jah­ren die Love-​​Parade war. Ansons­ten herrscht Demo-​​Frust. Was bringt«s schon?! Mit ein paar hun­dert, oder, wenn«s gut kommt, schon mal mit ein paar tau­send Leut­chen, mit­tels eines wan­dern­den Poli­zei­kes­sels von den befrem­de­ten Bli­cken der Fuß­gän­ger­zo­nen­fuß­gän­ger abge­schirmt, durch die Innen­stadt zu trot­ten. Für inhalt­li­che Bot­schaf­ten ist die Kon­su­men­ten­masse ohne­hin nicht zugäng­lich. Und was paßt schon Sinn­vol­les auf ein Trans­pa­rent?

Frü­her, ja frü­her war das anders. Da waren die Trans­pa­rente zwar auch nicht grö­ßer als heut‘, doch da glaub­ten wir noch an unser infek­tiö­ses Poten­tial. Ja, anste­ckend woll­ten wir sein. Unsere Wut auf die Straße tra­gen. Und es war dann schon klar, daß es irgend­wie gegen das Sys­tem ging. „Bür­ger, laßt das Glot­zen sein, kommt her­un­ter, reiht euch ein!“ Sie haben sich nicht ein­ge­reiht. Sie haben uns „nach drü­ben“ ver­wünscht oder gleich ins Gas. Sie haben sich einen schi­cken Ski-​​Anzug gekauft und sich geär­gert, daß sie wegen die­ser Chao­ten­demo schon wie­der im Stau ste­hen. Und als wir merk­ten, daß wir nicht mehr wur­den, haben wir unsere For­de­run­gen her­un­ter­ge­schraubt. Und plötz­lich kamen wie­der mehr. Da stand auf ein­mal Willy Brandt vor drei­hun­dert­tau­send Demons­tan­ten in Bonn und war auch gegen die Nato-​​Nachrüstung. Je ange­paß­ter, je zah­mer, je inhalts­lee­rer die Demo, desto mehr Teil­neh­mer, die Love-​​Parade ist der logi­sche End­punkt die­ser Ent­wick­lung.“

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2 Antworten auf „Eine „Revolution“, bei der ich nicht denken darf, ist nicht meine – Einige Worte zum Berliner CSD-Wochenende 2011“


  1. 1 TaP 23. Juni 2011 um 14:38 Uhr
  1. 1 Rave News Trackback am 22. Juni 2011 um 20:35 Uhr

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