Archiv für Juni 2011

Technischer Hinweis

Ab sofort wer­den hier im obe­ren Bereich der lin­ke­ren der bei­den Rand­spal­ten – auf Anre­gung von Zara und big­mouth – die neus­ten Kom­men­tare ange­zeigt.
Aus die­sem Anlaß führe ich – zum Zwe­cke der Stei­ge­rung der Über­sicht­lich­keit in dem Kommentar-​​feed – ein neues AutorIn-​​Kürzel ein:
Von mir selbst ver­faßte Kom­men­tare, die aus­schließ­lich auf hie­sige frü­here oder spä­tere Bei­träge quer­ver­wei­sen, wer­den ab sofort – und nach und nach auch rück­wir­kend – mit „QV“ (mit Hintergrund-​​link zur about-Seite) signiert.

Außer­dem besteht jetzt die Mög­lich­keit, die Kom­men­tare zu bestimm­ten Arti­keln zu abon­nie­ren, und schließ­lich habe ich ein zusätz­li­ches socia­lise-Plu­gin akti­viert.

Mädchenblog findet klare Worte: Es geht nicht um ein Recht auf Sexiness, sondern um Kampf gegen Vergewaltigungen

„[…] Und sind High-​​Heels, Mini­rö­cke und Netz­strümpfe für Frau­en­be­frei­ung wirk­lich not­wen­dig? Und warum fin­den die Slut­walks so gro­ßen Zuspruch sowohl unter jun­gen Frauen als auch in den Medien? Viele der Teilnehmer_​innen hat­ten vor dem Walk mit Femi­nis­mus und Frau­en­rech­ten nicht viel am Hut.
Hier macht sich das mul­mige Gefühl breit, dass die Mär­sche nur eine solch große Auf­merk­sam­keit bekom­men, da sie ein gän­gi­ges, eben­falls patri­ar­cha­les Frau­en­bild trans­por­tie­ren – die neue selbst­be­wusste Frau ist sexy und stolz dar­auf. Was ‚Sex and the City‘ vor­lebte ist jetzt in den Köp­fen der meis­ten Men­schen fest­ver­an­kert. Auch Spie­ge­lOn­line ist sofort auf den fal­schen Zug auf­ge­sprun­gen. Dort war zu lesen: die Frauen mar­schie­ren für ‚ihr Recht sexy zu sein‘. Aber Halt, so ist das nicht! Es geht um das Recht ‚nicht ver­ge­wal­tigt zu wer­den‘, ein Recht auf Sexi­ness braucht es nun wirk­lich nicht. […].“

Quelle:
http://​maed​chen​blog​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​3​0​/​s​i​n​d​-​s​l​u​t​w​a​l​k​s​-​w​i​r​k​l​i​c​h​-​s​i​n​n​voll/.

Anmer­kung:
Wer/​welche vom einem ein Recht auf Sexi­ness redet, sollte zumin­dest auch von einem Recht auf Ase­xua­li­tät reden:
http://​wir​lie​ben​kon​sens​.word​press​.com/​2​0​1​1​/​0​6​/​2​6​/​d​a​s​-​r​e​c​h​t​-​n​e​i​n​-​z​u​-​s​agen/ (ver­mut­lich inter­es­sant, aber von mir noch nicht gele­sen).

Auch der f.a.q.-Laden in Ber­lin sagt: „Ase­xua­li­tät ist meist nega­tiv kon­no­tiert, wird patho­lo­gi­siert, gilt als unnor­mal und wird oft nicht mit­ge­dacht. Das wol­len wir nicht.“

„Männerfeindlichkeit“ und die Arbeit der Zuspitzung

Die­ser Text als .pdf-Datei.

Ich hatte am ver­gan­ge­nen Mitt­woch bedau­ert, daß queer nicht mehr „män­ner­feind­lich“ sei. Nach drei bzw. vier vor­her­ge­hen­den (1, 2, 3, 4) Ein­wän­den, die mich nicht so über­zeug­ten (1, 2, 3, 4), brachte big­mouth die fol­gen­den zwei wei­tere Ein­wände, der mich doch nach­denk­lich mach­ten:

1.

„du meinst halt, man könne „män­ner­feind­lich­keit“ inhalt­lich so beset­zen [gemeint: i.S.e. posi­ti­ven, femi­nis­ti­schen und zugleich anti-​​biologistischen Bedeu­tung]. das halte ich aber für unsinn, weil dafür im all­ge­mei­nen sprach­ge­brauch und auf­fas­sung „mann“ bereits nicht als eine onto­lo­gi­sche bio­lo­gi­sche enti­tät, son­dern als abstreif­bare identität/​rolle wha­te­ver gel­ten müsste. und da glaube ich, dass die ver­wen­dung des begriffs eine „kleine dis­ku­risve Zuspit­zung der Klar­stel­lung“ gar nicht erge­ben würde, son­dern ganz im gegen­teil ein­fach unend­li­che miß­ver­ständ­nisse
selbst wenn das ver­ständ­nis in die­sem sinne vor­läge: etwa ver­gleich­bar ist, mensch würde von sich sagen, „chris­ten­feind­lich“ sein, und damit aber mei­nen, mensch würde auf die abschaf­fung von reli­giö­sem bedürf­nis über­haupt hin­ar­bei­ten. da wären miß­ver­ständ­nisse immer noch vor­pro­gram­miert.“

2.

„außer­dem ist die par­al­lele zu klas­sen­kampf und dik­ta­tur des pro­le­ta­ri­ats extrem frag­wür­dig, weil die mehr­heits­ver­hält­nisse völ­lig anders sind. es geht hier ja nicht um den ant­ago­nis­mus zwi­schen einer mehr-​​ und einer min­der­heit, die auch eine ein­deu­tige hier­ar­chie besit­zen. der ver­gleich hinkt extrem“

Dis­kus­sio­nen pro­vo­zie­ren!

a) „dafür [müßte] im all­ge­mei­nen sprach­ge­brauch und auf­fas­sung ‚mann’ bereits nicht als eine onto­lo­gi­sche bio­lo­gi­sche enti­tät, son­dern als abstreif­bare identität/​rolle wha­te­ver gel­ten.“

Da sind wir in der Tat noch weit von ent­fernt. Und unsere gemein­same Frage scheint mir zu sein, wie wir da hin­kom­men.
Ich würde sagen, die dis­kur­sive Zuspit­zung ist dafür nütz­lich – auch auf das Risiko des Miß­ver­ständ­nis­ses. Denn jedes Miß­ver­ständ­nis ist auch eine gute Gele­gen­heit, um mit Leu­ten ins Gespräch zu kom­men, zu argu­men­tie­ren, zu begrün­den – und klar­zu­stel­len, daß „Män­ner“ nicht der Name zur Bezeich­nung eines bestimm­ten ana­to­misch defi­nier­ten Kol­lek­tivs, son­dern der Begriff zur Bezeich­nung der Trä­ger einer bestimm­ten gesell­schaft­li­chen Pra­xis ist.
Ich komme dar­auf und auf das wei­tere Argu­ment, das in Dei­nen ers­ten bei­den Sät­zen steckt noch zurück.

b) „selbst wenn das ver­ständ­nis in die­sem sinne vor­läge: etwa ver­gleich­bar ist, mensch würde von sich sagen, ‚chris­ten­feind­lich’ sein, und damit aber mei­nen, mensch würde auf die abschaf­fung von reli­giö­sem bedürf­nis über­haupt hin­ar­bei­ten. da wären miß­ver­ständ­nisse immer noch vor­pro­gram­miert.“
Der Hin­weis auf „chris­ten­feind­lich“ ist der Punkt, der mich beson­ders nach­denk­lich gemacht hat. Auch dar­auf komme ich gleich zurück. Aber zunächst ein­mal:

Per­so­nale und ver­sach­lichte Herr­schaft

aa) Wenn ich recht ver­stehe, sagst Du: Im Falle von Reli­gion läge ein der­ar­ti­ges Ver­ständ­nis („abstreif­bare identität/​rolle wha­te­ver“) vor. Und selbst der Fall Reli­gion zeige, wie pro­ble­ma­tisch meine dis­kur­sive Stra­te­gie sei.
Ich würde dem­ge­gen­über sagen: Im Falle von Reli­gion mögen ‚wir’ Athe­is­tIn­nen uns da einig sein. (Aber selbst unter ‚uns’ ist das gar nicht so ein­fach. Wenn ich meine Ableh­nung der Exis­tenz­geld­for­de­rung und meine These, daß auch im Kom­mu­nis­mus gear­bei­tet wer­den müsse, begründe, muß ich mir schon mal den Vor­wurf „pro­tes­tan­ti­sche Arbeits­ethik“ anhö­ren. Und: Wenn ich mit Katho­li­kIn­nen über Dop­pel­mo­ral und das Gesetz vom Wider­spruch dis­ku­tiere, koket­tiere ich auch schon mal mit einer pro­tes­tan­ti­schen Sozia­li­sa­tion… – Also auch da ist das alles nicht so ein­fach abstreif­bar.)
Und ich würde sagen: Im von Dir in Bezug genom­me­nen „all­ge­mei­nen sprach­ge­brauch“ schon gar nicht – auch wenn die Leute sonn­tags kaum zur Kir­che, aber mas­sen­haft zum Kir­chen­tag ren­nen und sich über das ökume­ni­sche Abend­mahl strei­ten: auch da schei­nen ja so etwas wie mas­sive „Leib“-Erfahrungen (wie Butler-​​KritikerInnen sagen würde) auf dem Spiel zu ste­hen.

bb) Und ich würde sagen – und das ist nun der Kern mei­nes Gegen­ar­gu­ments:
Wir müß­ten in der Tat dahin kom­men, daß genauso unbe­fan­gen über „Chris­tIn­nen­feind­lich­keit“ und „Män­ner­feind­lich­keit“ gespro­chen wer­den kann, wie Mar­xis­tIn­nen frü­her unbe­fan­gen vom „Klas­sen­feind“ gespro­chen haben.
Warum haben wir jene Unbe­fan­gen­heit nicht? (mehr…)

Seven simple, basic and political questions, which all queer comrades should answer

– Deut­sche Fas­sung bei scharf-​​links

– Inspi­red through a query, asked by Tim Stütt­gen at Face­book, and a com­ment of ‘gd’ at indy­me­dia –

1. Do we fight for gen­der plu­ra­lism (instead of gen­der bina­rism) or do we fight for the aboli­tion of gen­ders at all?

2. Shall we direct our fight against ‘dis­cri­mi­na­tion’ and ‘repres­sion’?

3. Or have we to recognise, that the gen­ders are pro­du­ced by the domi­nant order? And fur­ther: Have we to recognise, that dis­cri­mi­na­tion is not the decisive thing, rather the sym­ptom of a more fun­da­men­tal social struc­ture of domi­na­tion and exploi­ta­tion?

4. Are trans and drag activism surely first steps for revo­lu­tio­ni­sing the social rela­ti­ons? Or does depend this on cer­tain con­di­ti­ons – and is, the­re­fore, trans and drag activism as such cle­arly not suf­fi­ci­ent?

5. Shall we replace femi­nism with ‘queer’ (or with ‘queer femi­nism’ – ‘queer’ as modi­fier [“fabric sof­te­ner”] of femi­nism)? Or do we need both: Unmo­di­fied femi­nism and queer?

6. Applies the queer-​​dekonstructivist the­sis, that iden­ti­ties are soci­ally con­struc­ted, only to cis-​​identities (“bio­lo­gi­cal” men and women, as sta­ted in their ori­gi­nal birth cer­ti­fi­ca­tes)? Or does it apply to trans-​​identities as well?

7. Are the lax reac­tions of the queer scene towards sexual harass­ment exclu­si­vely cau­sed by pres­sure of work and inap­pro­priate beha­viour by some indi­vi­du­als? Or is there a sys­te­ma­tic con­nec­tion with the basic poli­ti­cal ori­en­ta­tion of the queer main­stream in Ger­many, which inclu­des that using the term ‘femi­nism’ wit­hin the appeals for the trans­ge­niale CSD (trans­bril­li­ant Gay Pride Mani­fes­ta­tion) is a great taboo?

Those are sim­ple and basic ques­ti­ons, to which all com­ra­des can reply. And they should reply con­scious­ness and well-​​founded.

To my cri­tics:
Those are not ques­ti­ons, which can be ans­we­red only by people, who hold a cer­tain school or aca­de­mic degree. Those are ques­ti­ons, which we have to face in our poli­ti­cal struggle. (mehr…)

Vier weitere Texte zur Organisierungsdebatte

Es gibt vier wei­tere Texte zur Orga­ni­sie­rungs­de­batte:

Debatte, neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion von G. Karl­feld bei scharf-​​links (= Ant­wort auf mei­nen dor­ti­gen Bei­trag vom 21.06.2011)

Nächs­ter Ver­such von Frei­tag-Redak­teur Tom Stroh­schnei­der im blog Lafont­ei­nes Linke

►►► dazu ein Kom­men­tar (27. Juni 2011 um 13:49 h) von mir

Vom Tahrir-​​Platz zur Puerta del Sol: Fünf The­sen über die neuen Pro­test­be­we­gun­gen von Pedram Shahyar

„Eine wirk­lich ‚Neue Linke‘ muss eman­zi­pa­to­risch sein – oder sie wird nicht sein“ (Doku­men­ta­tion eines älte­ren Tex­tes von Bar­bara Suhr-​​Bartsch aus dem Jahre 2007).

Für eine zukünf­tige voll­stän­dige Doku­men­ta­tion und Fort­set­zung der Debatte sei auf den – schon erwähn­ten – zu die­sem Zweck ein­ge­rich­te­ten blog bzw. des­sen rss-​​feed in der hie­si­gen rech­ten Rand­spalte ver­wie­sen.

Fr., 1.7., 18 h – Rathaus Neukölln: Solidarität mit den kämpfenden Frauen in Nordafrika und im Nahen Osten!

„Mit unse­rer Kund­ge­bung wol­len wir – Frauen, Les­ben, Trans – unsere Soli­da­ri­tät und innere Ver­bun­den­heit mit den Frauen in Nord­afrika und dem Nahen Osten zum Aus­druck brin­gen, die in den letz­ten Mona­ten auf den Demons­tra­tio­nen im Jemen, Syrien oder Tune­sien waren, die auf dem Tahrir-​​Platz in Kairo aus­harr­ten, die Steine gegen Poli­zis­ten schleu­der­ten oder Sol­da­ten anspuck­ten, die sich gegen ihre Fami­lien durch­setz­ten, um an all die­sen Aktio­nen teil­neh­men zu kön­nen, und all die, die die­sen Wider­stand mög­lich mach­ten.“

kom­plet­ter Text als .html-​​Seite.

voll­stän­di­ger Text als .pdf-​​Datei.

Angeklagter Oliver R.: Widerstand bleibt trotz Verurteilung legitim

Der BGH hat die Revi­sion gegen das Urteil des Kam­mer­ge­richts Ber­lin im sog. mg-Pro­zeß ver­wor­fen:

„Oli­ver R., einer der drei Betrof­fe­nen, äußert sich anläss­lich der BGH-​​Entscheidung: ‚Wider­stand, der sich gegen die Gewalt des Krie­ges, die Kriegs­wirt­schaft sowie das Mili­tär rich­tet, um eine Situa­tion der Besat­zung, die Ermor­dung von Zivi­lis­ten und Zivi­lis­tin­nen und die Zer­stö­rung ihrer Lebens­grund­la­gen zu unter­bin­den, bleibt nach wie vor legi­tim.‘“

Die Ein­le­gung wei­te­rer Rechts­mit­tel, die aber keine auf­schie­bende Wir­kung in Bezug auf die Voll­stre­ckung der Strafe haben, sind ange­kün­digt.

Auf den Rest der Pro­ze­ßer­klä­rung des Ein­stel­lungs­bünd­nis­ses wird bei Gele­gen­heit ein­zu­ge­hen sein.

RSB: Für eine kommunistische love story

In der neu­lich schon erwäh­ten Stel­lung­nahme des Revolutionär-​​Sozialistischen Bun­des (RSB) zur lau­fen­den Orga­ni­sie­rungs­de­batte heißt es u.a.:

„Wir spre­chen im fol­gen­den von ‚Orga­ni­sa­tion‘ und legen uns damit bewusst nicht fest auf ein ‚Bünd­nis‘, eine ‚Dach­or­ga­ni­sa­tion‘ oder gar eine ‚Par­tei‘. Für Defi­ni­tio­nen ist es viel zu früh. Wie in einer Lie­bes­be­zie­hung schla­gen wir vor, auf einer Ebene zu begin­nen, die allen die meiste Frei­heit lässt. Wir kön­nen dann sehen, in wel­cher Form der Ver­ei­ni­gung wir unser Glück fin­den.“

http://​www​.rsb4​.de/​c​o​n​t​e​n​t​/​v​i​e​w​/​4​3​3​6/84/

„Ob es in die­sem Abschnitt eben­falls nur um feh­lende Klar­stel­lun­gen im Text der SIBS (Exkurs 1, ab s. 17) geht oder um wirk­li­che, nen­nens­werte Dif­fe­ren­zen, wis­sen wir noch nicht so recht. Wir wol­len aber beto­nen: Für uns ist eine bestimmte Unter­drü­ckung nicht erst dann rele­vant, ‚wenn sie die gesamte Gesell­schaft durch­zieht‘. Und die Frage wäre auch, wer defi­niert, was für die ‚gesamte Gesell­schaft‘ Unter­drü­ckung ist. Die For­mu­lie­rung: ‚Es kann ja ver­nünf­ti­ger­weise nur um Unter­drü­ckung gehen, die ers­tens die gesamte Gesell­schaft durch­zieht und die zwei­tens mehr oder weni­ger kon­sti­tu­tiv ist für die Herr­schaft des Kapi­tals‘ (S. 17) ist inter­pre­ta­ti­ons­fä­hig. Spä­tes­tens da, wo es im SIBS-​​Text heißt, dass es ‚bei z. B. ‚abwei­chen­den‘ sexu­el­len Ori­en­tie­run­gen nicht‘ um eine Unter­drü­ckung gehe, um die sich eine revo­lu­tio­näre Orga­ni­sa­tion ‚ver­nünf­ti­ger­weise‘ küm­mern sollte, wol­len wir klar­stel­len, dass für uns die Übel außer­halb des ‚Haupt­wi­der­spruchs‘ weder unbe­deu­tend noch unwich­tig für die Poli­tik einer revo­lu­tio­nä­ren Orga­ni­sa­tion sind. Dem Ein­tre­ten gegen männ­li­che Unter­drü­ckung, Sexis­mus und Homo­pho­bie sowohl auf poli­ti­scher als auch auf pri­va­ter Ebene als auch im Rah­men lin­ker Orga­ni­sa­tio­nen und Poli­tik mes­sen wir eine zen­trale Bedeu­tung bei.

http://​www​.rsb4​.de/​c​o​n​t​e​n​t​/​v​i​e​w​/​4​3​3​6​/​8​4​/1/2/

http://www.rsb4.de/templates/RSB4/images/header.png

Und schließ­lich: Wie schon ein­gangs ange­deu­tet muss nach Ansicht des RSB der Kampf gegen die Zer­stö­rung der ökolo­gi­schen Lebens­grund­la­gen der Mensch­heit heute ein kon­sti­tu­ti­ver Bestand­teil revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik sein. Je mehr die Atom­kraft welt­weit aus­ge­baut wird und bei uns nicht end­gül­tig abge­schal­tet ist, je mehr der Kli­ma­wan­del fort­schrei­tet und die sons­tige Umwelt­zer­stö­rung wei­ter­geht, desto mehr rücken diese Fra­gen nicht nur objek­tiv son­dern auch sub­jek­tiv in den Mit­tel­punkt des poli­ti­schen Inter­es­ses und der Bewusst­seins­ent­wick­lung. Spä­tes­tens die Lebens­mit­tel­preise sind spür­ba­rer Aus­druck der ökolo­gi­schen Krise. Auf­gabe revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik muss es sein, zu erklä­ren, dass der Kapi­ta­lis­mus diese Pro­bleme nicht lösen kann, weil das Pro­fit­sys­tem dem dia­me­tral wider­spricht. Markt und Staat kön­nen aber damit umge­hen: ‚Green New Deal‘ und ‚grü­ner Kapi­ta­lis­mus‘ sol­len die für alle not­wen­di­gen natür­li­chen Güter zu exklu­si­ven Waren machen. Als Alter­na­tive dazu wol­len wir die Vision sowohl einer aus­beu­tungs­freien als auch ökolo­gi­schen Gesell­schafts­ord­nung ent­wi­ckeln; diese zu ver­mit­teln wird zu einer immer drän­gen­de­ren Auf­gabe klas­sen­kämp­fe­ri­scher, revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik.

http://​www​.rsb4​.de/​c​o​n​t​e​n​t​/​v​i​e​w​/​4​3​3​6​/​8​4​/1/2/

Der kom­plette Text der RSB-​​Stellungnahme als .pdf-​​Datei.

Themenübersicht – Kritik an der linksliberal-antifeministischen politischen Linie des transgenialen CSD (tCSD) in Berlin und des queeren mainstreams in der BRD überhaupt

I. Zur Pro­gram­ma­tik des trans­ge­nia­len CSD

Eine radi­kale Geste mit scha­lem Neben­ge­schmack:

„Auch der Auf­ruf zum trans­ge­nia­len CSD, der am kom­men­den Sams­tag (26.6.[2010]) statt­fin­det […], kommt ohne die Wör­ter ‚femi­nis­tisch‘ und ‚Femi­nis­mus‘ aus, […]. Der A-​​, wenn nicht sogar Anti-​​Feminismus scheint der heim­li­che Kon­sens von kom­mer­zi­el­lem und trans­ge­nia­lem CSD zu sein. Der­ar­ti­gen Ent­wick­lun­gen zuzu­ar­bei­ten war kei­nes­falls das Anlie­gen von Judith But­ler, als sie vor rund 20 Jah­ren gen­der trou­ble schrieb“.

Worum geht es eigent­lich dem trans­ge­nia­len CSD?

queere Glo­ba­li­sie­rung & impe­ria­len Begeh­rens

„Ich hätte ja nun wirk­lich gedacht, daß die linke Dis­kus­sion – zumal bei Leu­ten, die im ver­gan­ge­nen Jahr den main­stream-CSD noch als ‚ras­sis­tisch‘ kri­ti­sier­ten – über ras­sis­ti­sche Struk­tu­ren und deren Repro­duk­tion auch in der Lin­ken längst über den psy­cho­lo­gi­sie­ren­den und indi­vi­dua­li­sie­ren­den Begriff der ‚Vor­ur­teile‘ hin­aus ist; und daß in Zusam­men­hän­gen, die irgend­eine Affi­ni­tät (und sei es bloß als Bünd­nis­part­ne­rIn­nen) zur auto­no­men Szene haben, nicht nur die Frage gestellt wird ‚Wie las­sen sich Kon­flikte fried­lich lösen?‘, son­dern auch die Fra­gen: ‚Ist es immer mög­lich und wün­schens­wert Kon­flikte ‚fried­lich’ zu lösen?‘ und: ‚Sind ‚Gewalt­si­tua­tio­nen’ immer etwas, in das wir anschei­nend irgend­wie pas­siv hin­ein­ge­ra­ten und wo wir dann Ori­en­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten haben und dann erst fra­gen müs­sen was wir ‚in’ ihnen tun kön­nen?‘, ‚Kann sich Wider­stand auf das Dogma der ‚gewalt­freien Kom­mu­ni­ka­tion’ fest­le­gen las­sen?‘
Zu die­ser gan­zen Fehlo­ri­en­tie­rung, die den Radi­ka­li­täts­an­spruch des tCSD weder ana­ly­tisch noch stra­te­gisch aus­wei­sen kann, son­dern unter­gräbt und prak­tisch auf eine Dif­fe­renz des kul­tu­rel­len Aus­drucks (Schmuddel-​​look statt Schi­cki­mi­cki) und des bes­se­ren Wol­lens redu­ziert, paßt auch noch, daß bei besag­tem tCSD-​​Treffen als Auf­gabe der – nach den sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen des Vor­jah­res – für die­ses Mal zu schaf­fen­den awa­ren­ess-Struk­tur ‚Dees­ka­la­tion‘ (!) genannt wurde. Dees­ka­la­tion statt Par­tei­lich­keit! – aber: ach wie radi­kal sind wir und was für eine Spießer-​​Organisation ist der LSVD, der nur in der Mitte der Gesell­schaft ankom­men will.“
Kom­men­tar vom 06. Mai 2011; 17:54 Uhr

Trans­ge­nia­ler CSD 2011 in Ber­lin ohne offi­zi­el­len Auf­ruf?

„Der struk­tu­relle Begriff ‚Patri­ar­chat‘ ist also weg­ge­fal­len, und allein der auf ein­zelne Äuße­run­gen und Hand­lun­gen fokus­sie­rende Aus­druck ‚Sexis­mus‘ ste­hen­ge­blie­ben. [5] ‚Kapi­ta­lis­mus‘ wurde durch den aus glei­chem Grund zwei­deu­ti­gen Aus­druck ‚Klas­sis­mus‘ ersetzt. [6] Der immer­hin kon­krete, mate­ri­elle Hand­lun­gen benen­nende Begriff ‚Hete­ro­se­xis­mus‘ wurde weg­ge­las­sen; statt des­sen wird jetzt mit dem Begriff ‚Hete­ro­nor­ma­ti­vi­tät‘ allein auf ‚Nor­men‘ foku­siert.“

Selek­tive Wahr­hei­ten?

Als queer noch revo­lu­tio­när, aggres­siv und män­ner­feind­lich war – und sein durfte (bis­her 27 Kom­men­tare)

Eine „Revo­lu­tion“, bei der ich nicht den­ken darf, ist nicht meine – Einige Worte zum Ber­li­ner CSD-​​Wochenende 2011

Für einen femi­nis­ti­schen Anti-​​Humanismus!

II. Zur Pra­xis des tCSD

Sexu­elle Beläs­ti­gun­gen beim trans­ge­nia­len CSD in Ber­lin (erschie­nen beim mäd­chen­blog am 28.06.2010)

Umgang bei sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen auf trans­ge­nia­len CSD (erschie­nen bei scharf-​​links am 24.06.2011 [!])

► Kom­men­tar bei indy­me­dia (Wo blei­ben die Argu­mente? – TaP 26.06.2011; 00:00 h)

„Wer/​welche bean­sprucht denn auch nur femi­nis­tisch zu sein?! In den Auf­ru­fen für den trans­ge­nia­len CSD ist das doch das große Tabu-​​Wort. Und des­halb kommt es dann näm­lich zu sol­chen Din­gen, wie dem laxen Umgang mit sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen. Da zei­gen sich die ganz prak­ti­schen Kon­se­quen­zen der poli­ti­schen Linie des quee­ren main­streams.
Und dar­über soll­ten auch die­je­ni­gen – weni­gen – ins Erschre­cken gera­ten, die nicht femi­nis­tisch durch queer erset­zen, son­dern von ‚queer-​​feministisch‘ spre­chen: Wie femi­nis­tisch bzw. anti-​​feministisch die gän­gige queere Pra­xis in der BRD ist, ist eine Debatte, die über­fäl­lig ist.“

III. Vor­schlag für eine feministisch-​​revolutinäre Aus­rich­tung

Back to the future: Für einen femo-​​genialen tCSD 2012!

IV. Zum theo­re­ti­schen und poli­ti­chen Kon­text der Debatte (mehr…)

Themenübersicht – Organisierungsdebatte

Vor kur­zem wurde an ver­schie­de­nen Stel­len im Netz ein Papier eines Dis­kus­si­ons­krei­ses um Michael Prütz (1, 2, 3, 4; vgl. 5) ver­öf­fent­licht – Titel: Neue Anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion? Na end­lich! Wor­über müs­sen wir uns ver­stän­di­gen und wor­über nicht. Plä­diert wird für eine „soli­da­ri­sche und kon­tro­verse, ergeb­nis­of­fene und ziel­ge­rich­tete Debatte“ zwi­schen „‚Mar­xis­mus’ und ‚Auto­no­mie’, Links-​​Sozialisten /​ Links-​​Kommunisten und Bewe­gungs­linke“.

Mitt­ler­weile ist die Debatte in Gang gekom­men und es exis­tiert ein neuer blog, in dem Dis­kus­sion gemein­sam fort­ge­setzt wer­den kann. – Hier eine Über­sicht über meine bis­he­ri­gen Bei­träge direkt zu die­sem Thema:

Anti­ka­pi­ta­lis­tisch ist nicht revo­lu­tio­när genug! (Zweit­ver­öf­fent­li­chung bei scharf-​​links),

►►► vgl. dazu auch: Dis­kus­sion über Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­po­li­tik, revo­lu­tio­nä­rem Femins­mus und Nebenwiderspruchs-​​Marxismus

Mi., 22. Juni: Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung zum Vor­schlag der Grün­dung einer Neuen Anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tion

Zehn Punkte, über die wir dis­ku­tie­ren soll­ten (Inhalts­ver­zeich­nis zu einem bei trend-​​online ver­öf­fent­lich­ten Text)

Zwei wei­tere Bei­träge zur Organisierungs-​​Debatte

Eine Ant­wort an die „Pro­le­ta­ri­sche Platt­form“

Lösun­gen oder Ideo­lo­gie – ist das die Frage? (Hin­weis auf einen bei scharf-​​links erschie­nen Bei­trag)

„eine kon­tro­verse, aber erfri­schend sach­li­che Dis­kus­sion“ – junge Welt bericht über Orga­ni­sie­rungs­de­batte

Der neue Stern am blogsport-​​Himmel

vgl. zum inhalt­li­chen Kon­text der Debatte auch noch:

radi­kal-Inter­view mit der mili­tan­ten gruppe zu „orga­ni­sie­rung des revo­lu­tio­nä­ren wider­stan­des“ (Teil IV der Rezen­sion zu radi­kal Nr. 161)

Rea­lis­mus statt „Revolutions“-Euphorie

Zusam­men kämp­fen – oder Frau­en­or­ga­ni­sie­rung gegen Män­ner­herr­schaft?

Wider den ‚phy­si­ka­lis­ti­schen’ Klas­sen­be­griff des Wer­ner Sepp­mann

Mini­mal­kon­sens­po­li­tik oder Frei­heit der Agi­ta­tion und Pro­pa­ganda?

Raus aus der Sack­gasse des fest­ge­fah­re­nen Kon­flikts zwi­schen „Anti­deut­schen“ und „Anti­im­pe­ria­lis­tIn­nen“

und

schließ­lich meine bei­den Doku­men­ta­tion:

Doku: Stand auto­no­mer Bewe­gung. Lang­lauf oder Abfahrt im Sturz; vgl. bei Eyes Wide Shut

„Ich sag‘, wie’s ist!“-Papier und Inter­ven­tio­nis­ti­sche Linke (direk­ter link zum doku­men­tier­ten Papier).

Erneut: Diesseits der Geschlechtergrenzen – Die Kulturalisierung des Feminismus als Naturalisierung der Geschlechterdifferenz

nebst einem Vor­schlag, wie revo­lu­tio­när Abhilfe zu schaf­fen ist.

Aus aktu­el­lem Anlaß weise ich hier noch mal auf mei­nen Vor­trag hin, den ich am 14.11.2007 an der Uni­ver­si­tät Ham­burg im Rah­men der Reihe „Jen­seits der Geschlech­ter­gren­zen“ gehal­ten hatte. Unten folgt die schrift­li­che Ankün­di­gung des Vor­tra­ges.
Der münd­li­che Vor­trag selbst wurde am 17.12.2007 und/​oder am 21.01.20081 von 14:00 bis 15:30 vom Ham­bur­ger Sen­der „FSK. Freies Sen­der Kom­bi­nat“ aus­ge­strahlt.
Die Audio-​​Dateien ste­hen bei der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek der FU Ber­lin zum down­load zur Ver­fü­gung: V-GGrenzen-T1_fsk-send-21-01-08_14-15h.ogg und V-GGrenzen-T2_fsk-send-21-01-08_15-16h.ogg (jew. ca. 50 MB; Vortrags-​​Dauer: ca. 1 Std. [Teil 1 + die ers­ten 10 Min. von Teil 2]). Der Katalog-​​Eintrag der Biblio­thek fin­det sich unter die­ser sta­ti­schen URL: http://​edocs​.fu​-ber​lin​.de/​d​o​c​s​/​r​e​c​e​i​v​e​/​F​U​D​O​C​S​_​d​o​c​u​m​e​n​t​_​0​0​0​0​0​0​0​04728. [Die direk­ten links zu den Dateien schei­nen zum unmit­tel­ba­ren Anhö­ren nicht ord­nungs­ge­mäß zu funk­tio­nie­ren, also bitte den Umweg über den Kata­log­ein­trag neh­men und dann in dem Abschnitt „Doku­mente“ auf die Dateien kli­cken.]
Es bie­tet sich an, zum Anhö­ren bspw. den player VLC zu ver­wen­den.

abstract:

Die These von der sozia­len Kon­stru­iert­heit der Geschlech­ter­dif­fe­renz bleibt solange für Re-​​Biologisierungen ver­ein­nahm­bar, wie die Exis­tenz von Geschlech­tern – und seien es mehr als zwei – nicht in Frage gestellt wird. Anhand sozi­al­wis­sen­schaft­li­cher Inter­views mit trans­gen­der people wird gezeigt: Wäh­rend die Pra­xen der befrag­ten Per­so­nen von Sozial-​​ und Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rIn­nen als Beleg für die Insta­bi­li­tät der Geschlech­ter­gren­zen und die Mach­bar­keit von Geschlecht inter­pre­tiert wer­den, prä­sen­tier­ten die Befrag­ten durch­weg essen­tia­lis­ti­sche und viel­fach bio­lo­gis­ti­sche Erklä­run­gen für ihre geschlechternormen-​​inkonformen Pra­xen. Wird den­noch an dem Ziel der Dena­tu­ra­li­sie­rung der Geschlech­ter­dif­fe­renz als wich­ti­ger Vor­aus­set­zung der gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen De-​​Konstruktion von Geschlech­ter­herr­schaft fest­ge­hal­ten, so stellt sich ver­schärft die Frage nach der geeig­ne­ten poli­ti­schen und theo­re­ti­schen Stra­te­gie zur Dena­tu­ra­li­sie­rung der Geschlech­ter. Judith But­ler hatte zwar schon in „Kör­per von Gewicht“ gewarnt: „Die Auf­gabe besteht […] nicht darin, Sub­jekt­po­si­tio­nen im exis­tie­ren­den Sym­bo­li­schen, im der­zei­ti­gen Bereich der Kul­tur­fä­hig­keit, zah­len­mä­ßig zu ver­viel­fa­chen“. Und Cor­ne­lia Klin­ger unter­schied zwi­schen Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und Dekon­struk­ti­vis­mus. Mit ers­te­rem ver­binde sich die Ten­denz zur Tole­ranz, ja Indul­genz gegen­über allen mög­li­chen, undis­kri­mi­niert und undis­kri­mi­nier­bar hin­zu­neh­men­den kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Par­ti­ku­la­ri­tä­ten und zu einer wei­te­ren Fest­schrei­bung vor­ge­ge­be­ner Iden­ti­tä­ten. Aus einer femi­nis­ti­schen Per­spek­tive müsse, so Klin­ger, nicht nur bearg­wöhnt wer­den, daß Iden­ti­tä­ten fest­ge­schrie­ben wer­den, son­dern dar­über hin­aus, wel­che Iden­ti­tä­ten damit zu Ehren kom­men. Denn aus einer femi­nis­ti­schen Per­spek­tive seien kei­nes­wegs alle Kul­tu­ren gleich­wer­tig und ihre Gleich­ran­gig­keit gleicha­n­er­ken­nens­wert.
Prak­tisch domi­nierte aller­dings in der femi­nis­ti­schen Dis­kus­sion der letz­ten Jahre – auch bei denen die sich auf dekon­struk­ti­vis­ti­sche Theo­rie­an­sätze bezo­gen – die Kri­tik am tat­säch­li­chen und viel­fach auch nur ver­meint­li­chen Essen­tia­lis­mus von Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen. In der Kri­tik am Sepa­ra­tis­mus der Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen gin­gen die aller­meis­ten Dekon­struk­ti­vis­tIn­nen ein Bünd­nis mit jener Hal­tung der Tole­ranz, ja Indul­genz gegen­über allen mög­li­chen, undis­kri­mi­niert und undis­kri­mi­nier­bar hin­zu­neh­men­den kul­tu­rel­len und his­to­ri­schen Par­ti­ku­la­ri­tä­ten – eben nur nicht gegen­über der der sepa­ra­tis­ti­schen Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen – ein. Bio­lo­gis­mus, Essen­tia­lis­mus und Into­le­ranz gegen­über ande­ren (ins­be­son­dere männ­li­chen und trans­gen­der) Iden­ti­tä­ten wurde zum undif­fe­ren­zier­ten Standard-​​Vorwurf gegen Radi­kalfe­mi­nis­tin­nen. In dem Maße, in dem der Sepa­ra­tis­mus als into­le­rant kri­ti­siert wurde, wur­den andere Iden­ti­tä­ten für unhin­ter­geh­bar erklärt und damit sta­bi­li­siert. Das Ergeb­nis war genau das, wovor But­ler gewarnt hatte: Eine Plu­ra­li­sie­rung von Iden­ti­tä­ten im exis­tie­ren­den Sym­bo­li­schen, d.h. unter fort­ge­setz­ter Domi­nanz des Männ­li­chen.
Was ver­säumt wurde, war eine Refor­mu­lie­rung des in der Tat viel­fach bio­lo­gis­ti­schen Sepa­ra­tis­mus des 70er-​​ und 80er Jahre Femi­nis­mus als stra­te­gi­sche Waffe für eine nicht nur theo­re­ti­sche, son­dern auch poli­ti­sche De-​​Konstruktion der Geschlech­ter, d.h. als femi­nis­ti­schen Stütz­punkt gegen fort­be­ste­hende Män­ner­herr­schaft. In dem Maße, in dem sich para­do­xer Weise aus­ge­rech­net der dekon­struk­ti­vis­ti­sche Femi­nis­mus von der von Moni­que Wit­tig for­mu­lier­ten Per­spek­tive der disap­pearance der Geschlech­ter ver­ab­schie­dete, wurde die Exis­tenz von Geschlech­tern zur unhin­ter­geh­ba­ren Tat­sa­che. Die Umstel­lung der Begrün­dung der Exis­tenz von Geschlech­tern von einer bio­lo­gis­ti­schen auf eine sozial-​​konstruktivistische oder kul­tu­ra­lis­ti­sche Grund­lage und das Zuge­ständ­nis der his­to­ri­schen Wan­del­bar­keit ist danach nur eine Vari­ante des Inva­ri­an­ten.
Als Abhilfe wird eine Wie­der­ein­füh­rung der Kate­go­rie „Herr­schaft“ in femi­nis­ti­sche Ana­ly­sen vor­ge­schla­gen. Nur in dem Maße, in dem Pro­zesse der Kon­struk­tion von Geschlecht als Herr­schafts­pra­xen erkannt wer­den, wird es mög­lich sein, anstelle der Indul­genz gegen­über Geschlech­tern eine Wie­der­auf­nahme des Kamp­fes für das Ver­schwin­den der Geschlech­ter zu set­zen. (mehr…)

Selektive Wahrheiten?

Die queer-​​dekonstruktivistischen Standard-​​Wahrheiten in Sachen Iden­ti­tä­ten, Erfah­run­gen usw. lau­ten, wenn ich recht sehe:

Gegen den Kult ver­meint­lich authen­ti­scher „Erfah­run­gen“ und ver­meint­lich rei­ner, theo­rie­lo­ser „Fak­ten“

Die Ein­zel­nen sind Geschöpfe der gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse (NICHT authen­ti­sche SUB­JEKTE), und die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse sind wider­sprüch­lich

Wider­stand und Ler­nen aus „Erfah­run­gen“ kommt NICHT aus dem Inne­ren von SUB­JEK­TEN, son­dern aus der Kon­fron­ta­tion von wider­sprüch­li­chen Erfah­run­gen von sub-​​jekten mit gesell­schaft­lich pro­du­zier­ten Begrif­fen und Dis­kur­sen

Kri­tik essen­tia­lis­ti­scher Iden­ti­täts­po­li­tik

Für einen femi­nis­ti­schen Anti-​​Humanismus in der Theo­rie!

Gilt alles dies nur in Bezug auf Cis-​​Identitäten, -Erfah­run­gen usw.? Oder kann und muß auch über Trans-​​Identitäten, -Erfah­run­gen usw. poli­tisch dis­ku­tiert wer­den? – Oder ist letz­te­res viel­mehr ‚dis­kri­mi­nie­rend‘, ‚trans­phob‘ und ‚unmensch­lich‘?

Der neue Stern am blogsport-Himmel

Für die lau­fende Orga­ni­sie­rungs­de­batte (s. dazu zuletzt bei mir: dort):

Neue anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Orga­ni­sa­tion? Na end­lich!

Debatte zur Neu­grup­pie­rung der radi­ka­len Lin­ken

http://​arsch​hoch​.blog​sport​.de/.

Haut in die Tas­ten – für eine Linke, die im Kopf und auf der Straße die herr­schen­den Ver­hält­nisse umstürzt.

Back to the future: Für einen femo-genialen tCSD 2012!


http://media.de.indymedia.org/media/2011/06//310551.pdf

vgl. http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​1​1​/​0​6​/​3​1​0​5​4​9​.​shtml.

„eine kontroverse, aber erfrischend sachliche Diskussion“ – junge Welt bericht über Organisierungsdebatte

Die junge welt berich­tet über die Ver­an­stal­tung, die am Mitt­woch in der Medi­en­gal­le­rie in der Duden­str. zur neu ent­fach­ten Orga­ni­sie­rungs­de­batte statt­fand – Schluß­sätze:

Andere Dis­ku­tan­ten, meist Ver­tre­ter von lin­ken Grup­pen, begrüß­ten dage­gen die Initi­tia­tive. Die radi­kale Linke müsse ‚gesell­schaft­lich wahr­nehm­bar‘ wer­den, ihre reine Beob­ach­ter­rolle und das Zir­kel­we­sen über­win­den, war der Tenor vie­ler Bei­träge. Der Stein ist jeden­falls ins Rol­len gekom­men, die Debatte wird wei­ter­ge­hen.

Das The­sen­pa­pier und einige Erwi­de­run­gen im Inter­net:
www​.trend​.info​par​ti​san​.net

Ein Text von mir zum Thema:

Zehn Punkte, über die wir dis­ku­tie­ren soll­ten
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​0​6​/​0​3​/​z​e​h​n​-​p​u​n​k​t​e​-​u​e​b​e​r​-​d​i​e​-​w​i​r​-​d​i​s​k​u​t​i​e​r​e​n​-​s​o​l​lten/

Neue Stel­lung­nahme vom Revolutionär-​​Sozialistischen Bund (RSB):

Ver­ei­ni­gen statt Spal­ten!
http://​www​.scharf​-links​.de/​4​8​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​1​7​1​0​5​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​d​8​8​0​9​0b8da