Akademiker und Politik – Erinnerung an einen anderen Fall problematischer Berufung auf den Akademiker-Status

„Die Argumentations-​​Strategie ‚Ohne intel­lek­tu­elle Hin­ter­män­ner keine ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung und kein §129a-​​Verfahren gegen die drei in Bran­den­burg Fest­ge­nom­me­nen‘ war von Anfang an kurz­schlüs­sig; sie mußte eine bestimmte Arbeits­tei­lungs­hy­po­these unter­stel­len; sie mußte unter­stel­len, gegen die in Bran­den­burg Fest­ge­nom­me­nen könne es keine ‚intel­lek­tu­el­len Beweise’ geben, da sie keine Aka­de­mi­ker sind. Die Domino-​​Theorie konnte als rea­lis­ti­sche Stra­te­gie nur vor­schla­gen, wer selbst an eine sol­che Kari­ka­tur von mili­tan­ter Poli­tik glaubt. Wer/​welche dage­gen davon aus­ging, daß auch die drei in Bran­den­burg Fest­ge­nom­me­nen den­kende, poli­ti­sche Akti­vis­ten sind, der/​die mußte davon aus­ge­hen, daß es der BAW ein Leich­tes ist, auch die ‚Bran­den­bur­ger’ in einen vagen intel­lek­tu­el­len Zusam­men­hang zur mg zu rücken – und folg­lich davon aus­ge­hen, daß die Glei­chung ‚keine Hin­ter­män­ner = kein mg-Vor­wurf’ naiv ist.
Wir müs­sen also resü­mie­ren: Es war die linke Öffent­lich­keits­ar­beit selbst, die die gerade erwähnte Kari­ka­tur mili­tan­ter Poli­tik (die einen schrei­ben die Erklä­run­gen, und die ande­ren zün­den Autos an) eine aktu­elle Rele­vanz für das Ver­fah­ren zuge­spro­chen hat, wäh­rend sie sich in den BAW-​​Akten wohl allen­falls für die Zeit vor den Fest­nah­men fin­det. Für die BAW gab es nur die Situa­tion, daß sie keine Tat­be­tei­li­gungs­be­weise gegen die Aka­de­mi­ker hatte (und hat). Und weil die Arbeits­tei­lungs­hy­po­these – wohl spä­tes­tens seit Anfang August – nicht (mehr) die tat­säch­li­che Theo­rie der BAW war, jeden­falls wei­tere Indi­zien hin­zu­ge­kom­men sind, die die BAW von einer Arbeits­tei­lungs­hy­po­these unab­hän­gig mach­ten, konnte die Domino-​​Strategie gegen den mg-Vor­wurf gegen die drei ‚Bran­den­bur­ger’ nichts aus­rich­ten.“

„Das ent­schei­dende Pro­blem ist, daß der Arbeits­tei­lungs­theo­rie an dem poli­tisch ent­schei­den­den Punkt (an der hier­ar­chi­schen, klas­sis­ti­schen Poli­tik­vor­stel­lung, die dahin­ter­steht; an einer Vor­stel­lung, die igno­riert, daß nicht nur Aka­de­mi­ker, son­dern alle Men­schen Intel­lek­tu­elle sein kön­nen; daß alle Men­schen den­ken kön­nen, daß alle Men­schen Anschlags­er­klä­run­gen schrei­ben kön­nen) nicht wider­spro­chen wurde – weil man ver­suchte – ich wie­der­hole mich –, blind (oder viel­leicht sogar wis­send um den poli­ti­schen Preis) einen juris­ti­schen Erfolg zu erzie­len.“

Zitate aus:
http://​inter​komm​.so36​.net/​a​r​c​h​i​v​/​2​0​0​8​-​0​8​-​3​0​/​n​s​e.pdf, S. 29 und 33,

siehe dort die Abschnitte

IV.2. Hand­lan­ger und Hin­ter­män­ner – Oder: Über die poli­ti­schen Neben­wir­kun­gen des Domi­no­spiels

    a) Kon­sti­tu­ti­vi­täts­these, Arbeits­tei­lungs­hy­po­these und Domi­no­theo­rie – was sie besag­ten und wann auf­ge­stellt wur­den
    b) Die Tücken der Indi­zien
    c) Die Tücken der intel­lek­tu­el­len Selbst­über­schät­zung oder: Warum die „kri­ti­sche Wis­sen­schaft“ zwar Kol­la­te­ral­scha­den, aber nicht inten­tio­na­les Angriffs­ob­jekt der BAW war und warum auch Nicht-​​Akademiker Intel­lek­tu­elle sein kön­nen

V. Das eroberte Gelände hal­ten: Aka­de­mi­ker und Nicht-​​Akademiker haben das glei­che Recht auf Anwen­dung des Grund­sat­zes „Im Zwei­fel für die Ange­klag­ten“ und das glei­che Recht zu schwei­gen – drei Vor­schläge für die wei­tere Aus­rich­tung der Soli-​​Arbeit

sowie

die Info-​​Kästen:

Intel­lek­tu­elle und Aka­de­mi­ker
und
War/​ist die „kri­ti­sche Wis­sen­schaft“ als sol­ches das Angriffs­ob­jekt der BAW?.

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