Doku-Serie: Revolutionärer Feminismus – Teil II

Auch den fol­gen­den Text habe ich in letz­ter Zeit mehr­fach zitiert (1 und 2). Es han­delt sich um das Selbst­in­ter­view der femi­nis­ti­schen Stadtguerilla-​​Gruppe Rote Zora, das im Juni 1984 von der Emma ver­öf­fent­licht wurde.

Die digi­tale Fas­sung wurde von der Seite

http://​www​.frei​las​sung​.de/​d​i​v​/​t​e​x​t​e​/​r​z​/​z​o​r​n​/​Z​o​r​n​5​0.htm,

die auf fol­gen­dem Buch beruht, über­nom­men:

ID-​​Archiv im IISG/​Amsterdam (Hg.)
Die Früchte des Zorns
Texte und Mate­ria­lien zur Geschichte der Revo­lu­tio­nä­ren Zel­len und der Roten Zora
Edi­tion ID-​​Archiv: Ber­lin, 1993, S. 598 – 605.

Gegen­über der benutz­ten digi­ta­len Fas­sung wurde die kursiv-​​Setzung der Fra­gen, wie sie im Buch besteht, wie­der­her­ge­stellt. „Frage“, „Zora 1″ usw. ist in Überein­stim­mung mit der benutz­ten digi­ta­len Fas­sung und abwei­chend vom Buch fett gesetzt.
Im übri­gen habe ich in die vor­lie­gende digi­tale Fas­sung in ecki­gen Klam­mern eine Kon­kor­danz zu den Sei­ten der gedruck­ten Aus­gabe ein­ge­fügt (= die Zah­len zwi­schen ecki­gen Klam­mern), ansons­ten aber dar­auf ver­zich­tet, die digi­tale Fas­sung im Detail mit der gedruck­ten zu ver­glei­chen; zufäl­lig auf­ge­fal­lene scan-Feh­ler wur­den aber kor­ri­giert. – Die begriffs­er­klä­ren­den FN stam­men vom Her­aus­ge­ber (ID-​​Archiv) der gedruck­ten Aus­gabe.
Auf S. 5 der hie­si­gen Datei (= S. 602 des Buches) habe ich „Ver­ant­wor­li­chen“ in „Ver­ant­wortlichen“ kor­ri­giert.
Hin­weise auf wei­tere kor­rek­tur­be­dürf­tige Stel­len nehme ich dank­bar ent­ge­gen.1

  1. Die gewisse Unstim­mig­keit zwi­schen der For­mu­lie­rung der letz­ten Frage (bzw. des Vor­wurfs) („Bewaff­nete Aktio­nen haben doch eine ‚abschre­ckende‘ Wir­kung.“) und der dar­auf gege­be­nen Ant­wort („Warum hat es keine abschre­ckende Wir­kung, wenn ein Typ Frauen ver­kauft, son­dern wenn sein Auto brennt.“) besteht sowohl im Buch als auch in der benutz­ten digi­ta­len Fas­sung.
    M.E. wäre auf den Vor­wurf, „Bewaff­nete Aktio­nen haben doch eine ‚abschre­ckende‘ Wir­kung.“, eine For­mu­lie­rung pas­sen­der wie: „Ja, sie schre­cken ab – aber nicht Frauen vom Femi­nis­mus, son­dern sie schüch­tern sexis­ti­sche Täter ein.“ – und dann mei­net­we­gen das von der Roten Zora gege­bene Bei­spiel.
    Und noch eine andere Anmer­kung: In dem Inter­view heißt es: „wenn Ehe­män­ner ihre Frauen schla­gen und ver­ge­wal­ti­gen, dann ist das legal. “ Dies war auch nach altem Recht nicht zutref­fend: Inner-​​eheliche Ver­ge­wal­ti­gung oder sexu­elle Nöti­gung, war nach § 240 StGB als ein­fa­che Nöti­gung (Straf­maß im Nor­mal­fall: bis 3 Jahre Haft oder Geld­strafe; im bes. schwe­ren Fall: sechs Monate bis fünf Jahre Haft) straf­bar; ggf. auch als Kör­per­ver­let­zung (Straf­maß: bis 5 Jahre Haft oder Geld­strafe). Für die außer­ehe­li­che Ver­ge­wal­ti­gung galt damals ein Straf­maß von min­des­tens 2 Jah­ren Haft, im sog. min­der schwe­ren Fall: sechs Monate bis 5 Jahre (außer­ehe­li­che sexu­elle Nöti­gung: 1 bis 5 Jahre Haft bzw. 3 Monate bis fünf Jahre).
    Die aktu­elle, nun in einem Para­gra­phen zusam­men­ge­faßte Norm über die Straf­bar­keit von sexu­el­ler Nöti­gung und Ver­ge­wal­ti­gung fin­det sich hier.
    Die seit dem Emma-Inter­view der Roten Zora beschlos­se­nen Geset­zes­än­de­run­gen und die Pas­sage in dem Inter­view, in der der zitierte Satz steht, wei­sen auf eine gewisse – auch in ande­ren Kon­tex­ten fest­stell­bare – links­ra­di­kale Unter­schät­zung der imma­nen­ten Refor­mier­bar­keit der herr­schen­den Ver­hält­nisse hin.
    [zurück]
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