Doku-Serie: Revolutionärer Feminismus – Teil I

Aus zwei aktu­el­len Anläs­sen habe ich ein Papier her­aus­ge­sucht, das 1992 in der inte­rim. Wöchent­li­ches Berlin-​​Info erschie­nen war: Das Papier von „frauen […] aus ver­schie­de­nen poli­ti­schen berei­chen“, das in der inte­rim Nr. 184/​185 v. 19.03.1992 unter der Über­schrift „Zur Poli­tik der Frauen aus dem Anti­ras­sis­ti­schen Zen­trum und grund­sätz­li­che Über­le­gun­gen zur anti­ras­sis­ti­schen Poli­tik“ erschie­nen war.
Das „Anti­ras­sis­ti­sche Zen­trum“ waren Räume der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin (TU), die von v.a. wei­ßen Unter­stüt­ze­rIn­nen ‚für‘ Flücht­linge besetzt wur­den.
Der Text ent­hält sicher­lich, auch abge­se­hen vom kon­kre­ten Anlaß, einige zeit­be­dingte For­mu­lie­run­gen. Der Wider­spurch zwi­schen S. II, linke Sp. (affir­ma­tive Rede über „unser spe­zi­fisch weib­li­ches ver­mö­gen“, wenn auch im Rah­men eines Zita­tes) und S. II rechte Sp. (Kri­tik an „ten­den­zen wie ‚neue inner­lich­keit‘, ‚müt­ter­lich­keit‘“) fiel aber schon damals auf.
Trotz­dem erscheint mir der Text auch heute noch lesens­wert. Beson­ders ange­tan hatte es mir schon damals fol­gen­der Spie­gel­strich aus der Kri­tik der Auto­rin­nen auf S. IV ihres Tex­tes:
„– auto­nome poli­tik als ‚lücken­fül­ler‘ für funk­tio­nen, die kir­chen, par­teien, huma­ni­täre kräfte nicht mehr beset­zen, als auto­nome sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen und lager­ver­wal­te­rIn­nen.“
Hat sich daran seit­dem wie­der etwas geän­dert? Oder ist die inhalt­li­che Grund­lage der (ehe­mals) links­ra­di­ka­len Abgren­zung von refor­mis­ti­schen Par­teien und Insti­tu­tio­nen – auch in ande­ren Berei­chen als dem anti­ras­sis­ti­scher Poli­tik – noch dün­ner gewor­den und diese also noch mehr als schon frü­her zu einer kul­tu­ra­lis­ti­schen Geste gewor­den? (Vgl. zu die­ser grund­sätz­li­chen Frage auch noch diese Doku und – als aktu­el­les Bei­spiel – meine dort [Abschnitt 2. und am Ende] und dort ein­ge­streu­ten kri­ti­schen Anmer­kun­gen zu den Rede­bei­träge beim dies­jäh­ri­gen trans­ge­nia­len CSD [tCSD].)

Hier eine .pdf-Bild­da­tei des doku­men­tier­ten Arti­kels.

PS.: Im Vor­wort der inte­rim (S. 2) hieß es damals: „Das Frau­en­pa­pier zum Anti­ras­sis­ti­schen Zen­trm ist von den Ver­fas­se­rin­nen für die Inte­rim gekürzt wor­den. Die aus­führ­li­che Ver­sion wird dem­nächst für Frauen (wahr­schein­lich) in der AMA­ZORA) zu fin­den sein“. Ob es zu die­ser ange­kün­dig­ten, wei­te­ren Ver­öf­fent­li­chung damals tat­säch­lich gekom­men war, ist mir nicht bekannt.

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