Griechische Gewerkschaft der Bankbeschäftigten (OTOE) gibt Bank-Management und Polizei Schuld am Tod ihrer KollegInnen

Die anar­cho­syn­di­ka­lis­ti­sche Gewerk­schaft FAU berich­tet:

„Die grie­chi­sche Gewerk­schaft der Bank­be­schäf­tig­ten (OTOE) hat für den 6. Mai 2010 zu einem lan­des­wei­ten Streik wegen des Todes von drei Bank­an­ge­stell­ten in Athen wäh­rend des Gene­ral­streiks am 5. Mai auf­ge­ru­fen. Die Gewerk­schaft gibt der Manage­ment der Bank und der Poli­zei die Schuld am Tod ihrer Kol­le­gIn­nen, die durch gif­tige Dämpfe infolge eines Bran­des in einer Filiale an einer Demons­tra­ti­ons­route ums Leben gekom­men sind. […]. Dass sich zu die­sem Zeit­punkt über­haupt Beschäf­tigte in der Bank befan­den, liegt nach Anga­ben von Gewerk­schaf­te­rIn­nen daran, dass ihnen von der Fir­men­lei­tung mit Kün­di­gung für den Fall gedroht wor­den sei, dass sie nicht zur Arbeit erschei­nen und sich statt­des­sen am Gene­ral­streik betei­li­gen soll­ten. Diese Dro­hung ist umso unge­heu­er­li­cher, als sich die betref­fende Filiale der Bank an einer Demons­tra­ti­ons­route befin­det. In Grie­chen­land ist es üblich, sol­che Ban­ken zu schlie­ßen, da sie jedes Jahr dut­zend­fach aus Demons­tra­tio­nen her­aus ange­grif­fen wer­den.

Dar­über, wie das Feuer im Ein­gangs­be­reich ent­stan­den ist, gibt es unter­schied­li­che Anga­ben. Zwar behaup­tete jemand gese­hen zu haben, wie wäh­rend der Aus­ein­an­der­set­zun­gen eine Blend­schock­gra­nate der Poli­zei in das Gebäude ein­ge­schla­gen sei. Wahr­schein­li­cher ist aber, dass es eine Brand­fla­sche war, die den Ein­gangs­be­reich der Bank in Brand setzte. In einem Blog beschreibt ein Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer, die Schal­ter­räume der Bank seien leer gewe­sen, als die Demons­tra­tion vor­über­zog. Nie­mand habe gewusst, dass die Bank auch über Büro­räume im ers­ten Stock ver­fügt habe, in denen sich Ange­stellte befan­den. Als diese von den obe­ren Fens­ter aus den Demons­tran­tIn­nen zuge­ru­fen hät­ten, dass sich Men­schen im Gebäude befin­den, hät­ten Leute ver­sucht, das Feuer zu ersti­cken und ins Gebäude zu gelan­gen. Alle Ein­gänge seien jedoch ver­schlos­sen gewe­sen. Ein ande­rer Augen­zeuge berich­tete auf Indy­me­dia Athen, dass Demons­tran­tIn­nen ver­sucht hät­ten, die Sicherheitsglas-​​Scheiben ein­zu­schla­gen, um die ein­ge­schlos­se­nen Bank­an­ge­stell­ten zu befreien, dabei aber von der Poli­zei ange­grif­fen wor­den seien und davon, dass der ein­zige mög­li­che Flucht­weg durch ein Fall­git­ter ver­schlos­sen gewe­sen sei, das sich nicht öffnen ließ.

Eben­falls auf Indy­me­dia Athen hat mitt­ler­weile ein Ange­stell­ter der Mar­fin Bank schwere Vor­würfe gegen die Firma erho­ben, weil es in der betrof­fe­nen Filiale nur unzu­rei­chende Sicher­heits­maß­nah­men für einen Brand­fall gege­ben haben soll. So habe es u.a. weder aus­rei­chende Instal­la­tio­nen zur Brand­be­kämp­fung gege­ben, noch einen Flucht­weg aus dem Gebäude. Die Bank­an­ge­stell­ten hät­ten somit im Falle eines grö­ße­ren Bran­des weder die Mög­lich­keit gehabt, eine Feuer zu löschen, noch eine Chance, sich aus dem Gebäude zu befreien. Es habe außer­dem kei­nen hin­ter­leg­ten Brand­schutz­plan gege­ben, so dass die Feu­er­wehr zunächst mit einem Ein­satz­fahr­zeug ange­rückt, sei, des­sen Lei­ter zu kurz gewe­sen sei. […]“

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