Die hohe Schule des Argumentierens: Geldkritik

Zu der hiesigen Auseinandersetzung, ob es in einer sozialistischen Übergangsgesellschaft möglich ist, auf Geld als universellem Äquivalent zu verzichten (l – 06. September 2009 um 17:28 Uhr [zu TaP – 06.09.2009; 17:17 h: „Geld (gibt’s im Sozialismus noch)“] und folgende Kommentare), gab es kürzlich beim Mädchenblog einen Nachschlag.

Ich dokumentiere hier die entsprechenden Kommentare:

►► star wars – 26. Oktober 2009 um 19:28 Uhr

@TaP

1. Hartz IV liegt deutlich unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums. Wieviel erträumen sich die Existenzgeld-Fans? 1.000 Euro? 1.500 Euro? + Miete? – und das alles bedingungslos? Schwachsinn, der auch im Sozialismus nicht möglich sein wird. Kam damals ein Gegenargument? Nein. Kam jetzt eins? Nein.

Was nötig ist wird im Kommunismus hergestellt. Wenn für hier und jetzt nichts geht, wird die Produktion eines Gebrauchsgegenstands für später aufgehoben. Produktion für Gebrauchswerte unterbleibt im Kommunismus nicht weil die Produktion eines Gebrauchsgegenstandes „unerschwinglich“ ist. Diese Denkweise ist typisch nur für eine Produktionsweise, deren Produktionsfaktoren (Maschinen, Arbeit), notwendigerweise, als Kostenfaktoren in Betracht gezogen werden müssen.
Im Kapitalismus ist die Produktion für Gebrauchswerte bloß Mittel für die betriebswirtschaftlich organisierte Akkumulation von Tauchwerten. Überakkumulation von Fabriken und Gebrauchgegenstände auf der einen Seite, andererseits Not und Absenkung des Kostenfaktor Arbeit nebenher, ist im Kapitalismus gar kein Problem. Von Produktionsknappheit ist jedenfalls hinten und vorne gar nichts zu sehen. Unternehmen konkurrieren vielmehr um die Aneignung der zahlungsfähigen Nachfrage. Vielmehr entsteht Armut inmitten, und auf Grundlage, des von den Arbeitern produzierten Überflusses an Produktionsmittel und Fabriken, überhaupt.
Unternehmen heutzutage machen Milliardengewinne wenn sie an der Lohnschraube drehen bzw. wenn sie einfach mal tausende von Arbeitsplätze einsparen wollen. Oder auch umgekehrt, ein Unternehmen kommt in die Verlustzone, also müssen die Arbeitszeiten, Zwecks Verbesserung der Rentabilitätsgrundlage dieses Unternehmens, verlängert werden. Ob Unternehmen Milliarden verdienen (wie oft in den 80er und 90er Jahren) oder wenn sie mal von einem Bankrott bedroht werden (z.B. in der Wirtschaftskrise), die Arschkarte bezahlen grundsätzlich die Arbeiter. Die Behandlung als Kostenfaktor ist der typische Grund der misslichen Situation, in der sie sich die Arbeiter im Kapitalismus grundsätzlich befinden.
Zu einem Problem wird die Not der Leute im, und innerhalb, des Kapitalismus doch nur deswegen gemacht, von Berufsnationalisten und allen möglichen Wirtschaftsexperten der bürgerlichen Öffentlichkeit heraufbeschworen, weil ihr Dasein, als wirkliche Lebensnotlage, von ihrem Grund, den vorherrschenden Zweck der Profitwirtschaft, theoretisch abgetrennt wird. Unter Absehung, des diese Lebensnotlagen erst hervorbringenden Zwecks der Profiwirtschaft, wird behauptet dass sie gar nicht wirklich notwendig sind. Lebensnotlagen, die für den Kapitalismus typisch sind, werden zu einem „Problem“ Deutschlands, der Rentner usw. in rechtfertigender Absicht, theoretisch zurechtgebogen. Diese „Probleme“ der Nation könnten, so die Behauptung, karitativ, bzw. durch die Einführung von Reformen (z.B. Existenzgeld) bewältigt werden. In Wirklichkeit können diese Lebensnotlagen nur durch Beseitigung ihres Grundes selbst, der Profitwirtschaft, zum Verschwinden gebracht werden.
Oder auch umgekehrt (je nach Rechtfertigungsinteresse): Beseitigt werden können die, für den Kapitalismus typischen, Lebensnotlagen doch überhaut nicht. Ihre Beseitigung ist nicht bezahlbar. (wer soll ein soziokulturelles Existenzminimum, über Existenzgeld, überhaupt bezahlen? Wer kann sich teure Sozialversicherungssysteme noch leisten? Usw.).
Wenn du selbst im Sozialismus über eine Geld- bzw. Wertberechnungsgrundlage produzieren willst, würde doch sowieso nichts für den Zweck Bedürfnisbefriedigung dabei rausspringen. Aber Probleme, die nur auf Grundlage eines Gehirngespinstes in die Welt kommen („Austausch von Äquivalenten“ im Sozialismus) , können wunderbar, über das hin und her wälzen von pro und kontras, wieder beseitigt werden Dass was du unter Sozialismus verstehst liegt jedenfalls viel näher an den Notwendigkeiten des Produzierens der sowjetischen Wirtschaftsweise, unter Stalin, als der Vorstellung von Kommunismus nach dem originalen Marx.

►► Antidemokratische Aktion – 26. Oktober 2009 um 20:38 Uhr

Ich wollte hier ja nichts mehr schreiben, aber das ist mir dann doch zu dreist:

Die Vorstellung, nach einer antikapitalistischen Revolution sofort auf Geld, Lohnarbeit, Recht, Armee usw. verzichten zu können, ist vollständig absurd.

„Vollständig absurd“ sind Deine ständigen Schummeleien in Diskussionen – hier die, zwei verschiedene Sachen zu vermischen, um über die eine die andere zu rechtfertigen. Dass es nach einer Revolution (die noch keine Weltrevolution ist) eine Armee braucht, um sich in der feindlich gesonnenen Welt bürgerlicher Staaten zu behaupten: klar. Dass es nach der Revolution (neben Agitation) eine Repression nach Innen braucht – nenne es von mir aus „Recht“ – um deren Feinde von ihren Aktivitäten abzuhalten: ebenfalls eine banale Selbstverständlichkeit. Aber was hat das mit Geld, Lohnarbeit und den ganzen Scheiß zu schaffen? Es ist doch so: Wenn sich genügend Leute finden, die sich daran stören, dass NICHT für die Bedürfnisbefriedigung produziert wird, dass sie es schaffen, den Laden hier abzuschaffen, dann produzieren die danach eben für ihre Bedürfnisbefriedigung. Alles, was es dann noch zu klären gibt, ist, für welche Bedürfnisse (und welche Notwendigkeiten -> bewaffneter Apparat) man Arbeit aufbringt und welche Bedürfnisse man zugunsten von mehr verfügbarer Zeit unbefriedigt lässt. Weshalb es schon absurd ist, dass die sich mit Geld zu etwas zwingen sollen, was sie ohnehin wollen. Wenn sie sich aber entschließen, Geld zwischen sich und den Konsum treten zu lassen, dann ist das IHR WILLE und kein Sachzwang. Wenn sie sich entschließen, dabei Frauenarbeit schlechter zu entlohnen, dann ist das auch IHR WILLE und kein Automatismus. Und Du hast – das hat lahma Dir völlig korrekt nachgewiesen – in beiden Fragen doch deutlich bekundet, was DEIN WILLE in so einer Situation wäre. Also verschwafel das doch nicht, indem Du so tust, als wäre diese Ausgestaltung eine Naturnotwendigkeit wie Arbeit zu verrichten, um deren Produkte genießen zu können, oder ein gesellschaftlicher Sachzwang, wie sich mit bewaffneter Macht gegen seine Feinde zu behaupten.

►► TaP – 26. Oktober 2009 um 22:19 Uhr

@ star wars – 26. Oktober 2009 um 19:28 Uhr

„Was nötig ist wird im Kommunismus hergestellt. Wenn für hier und jetzt nichts geht, wird die Produktion eines Gebrauchsgegenstands für später aufgehoben. Produktion für Gebrauchswerte unterbleibt im Kommunismus nicht weil die Produktion eines Gebrauchsgegenstandes ‚unerschwinglich‘ ist.“

Ja, nur muß es auch jemandE tun. Die Gebrauchswerte produzieren sich ja nicht von alleine.
Wie soll mit einer kapitalistisch sozialisierten Bevölkerung (und von dieser Sozialisation sind ja nicht einmal die Mitglieder einer Kommunistischen Partei ausgenommen), die Produktion aufrechterhalten werden, wenn alle Gebrauchsgüter zum freien Zugriff zur Verfügung stehen?
Das ist die Entscheidung Frage. Ich sehe zwei Möglichkeiten:
a) Rationierung, produktspezifische Bezugsschein (wenn es – nach Eurer Ansicht – kein allgemeines Äquivalent wie Geld geben soll)
oder
b) eben doch Geld.
Das ist der Punkt, auf den seinerzeit schon Maxi (06. September 2009 um 18:31 Uhr) hingewiesen hatte:
„Erklär doch lieber mal, warum du Geld abschaffen möchtest. Arbeitsteilige Gesellschaften ohne irgendwelche universalen Äquivalente am laufen zu halten ist kaum machbar. Außer natürlich, Individuen wird nicht selbst überlassen, über ihre Bedürfnisse zu entscheiden, und man setzt statt dessen auf Zuteilung und Rationierung.“
Darauf gab es damals keine Antwort.
Und was soll das eigentlich heißen: „Wenn für hier und jetzt nichts geht [?!, TaP], wird die Produktion eines Gebrauchsgegenstands für später aufgehoben.“ Wenn niemandE Bock zum Arbeiten hat, warten wir doch einfach mal ab, bis es es die ersten Hungertoten gibt?! Die Hartgesottensten überleben?!
Ist das Eurer ‚emanzipatorischer‘, ‚antiautorirtärer‘ Vorschlag?

@ Antidemokratische Aktion – 26. Oktober 2009 um 20:38 Uhr

„‚Vollständig absurd‘ sind Deine ständigen Schummeleien in Diskussionen – hier die, zwei verschiedene Sachen zu vermischen, um über die eine die andere zu rechtfertigen. Dass es nach einer Revolution (die noch keine Weltrevolution ist) eine Armee braucht, um sich in der feindlich gesonnenen Welt bürgerlicher Staaten zu behaupten: klar. Dass es nach der Revolution (neben Agitation) eine Repression nach Innen braucht – nenne es von mir aus ‚Recht‘ – um deren Feinde von ihren Aktivitäten abzuhalten: ebenfalls eine banale Selbstverständlichkeit. Aber was hat das mit Geld, Lohnarbeit und den ganzen Scheiß zu schaffen?“

Okay, ich bin überrascht, daß Leute gibt, die eine Armee und einen inneren Repressionsapparat für erträglicher als Lohnarbeit und Geld halten. Aber ich lasse mich gerne belehren. Danke für Info.
Und wie ist es mit Waren? Gibt’s die noch, wenn es kein Geld und keine Lohnarbeit mehr gibt? – Und naive Frage: Ist nicht schon so, daß die allermeisten MarxistInnen einen Zusammenhang zwischen Rechtsformen und Warenform sehen? Verschwindet das Recht Deines Erachtens zusammen mit den Waren? Oder nicht?

►► MEW 23 – 26. Oktober 2009 um 22:37 Uhr

Und wie ist es mit Waren?

Nur Produkte selbständiger und voneinander unabhängiger Privatarbeiten treten einander als Waren gegenüber.

http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_049.htm#Kap_1_1

►► Antidemokratische Aktion 26. Oktober 2009 um 23:28 Uhr

Also bitteschön, dann eben die nächste Runde im Zerpflücken Deiner Albernheiten:

star wars: „Was nötig ist wird im Kommunismus hergestellt.
TaP: Ja, nur muß es auch jemandE tun. Die Gebrauchswerte produzieren sich ja nicht von alleine.

Ein blöder Scheinwiderspruch den Du da aufmachst, um star wars unterzuschieben, er würde, wenn er von Produktion(!) redet, unterstellen, dass gar nicht produziert werden müsste.

TaP: Wie soll mit einer kapitalistisch sozialisierten Bevölkerung (und von dieser Sozialisation sind ja nicht einmal die Mitglieder einer Kommunistischen Partei ausgenommen), die Produktion aufrechterhalten werden, wenn alle Gebrauchsgüter zum freien Zugriff zur Verfügung stehen?

1.) Kann man sich zu den Inhalten der Sozialisation beliebig stellen, also diese auch bleiben lassen.
2.) Ansonsten wäre das ja auch ein Widerspruch in sich: lauter kapitalistisch sozialisierte Leute, die – angeblich deshalb – notwendig Kapitalismus wollen, sollen eine Revolution gegen ihn machen? Wieso das denn bitte?
3.) Selbst mal unterstellt, die kapitalistische Sozialisation würde einen Eigentümerwillen determinieren und weiterhin unterstellt, diese Kapitalismusfans würden eine Revolution gegen den Kapitalismus machen: wenn DAS deren Grund für die Revolution gewesen sein sollte, zwar konsumieren zu wollen, aber die zur Herstellung der Produkte notwendige Arbeit nicht zu leisten, dann fällt ihnen das eh ziemlich schnell auf die Füße, v.a. jedoch: wieso sollten die sich ihren angeblichen Zweck, ohne Arbeit zu konsumieren, dadurch SELBST verunmöglichen, dass sie Geld zwischen Bedürfnis und seine Befriedigung als Schranke setzen?
4.) Wenn Du jetzt damit ankommst, dass das ja nicht die Leute, welche die Revolution machen festsetzen, sondern eine Avantgarde: ja wie konnte die sich denn bitte aus ihrer Sozialisation so weit befreien?
5.) Wenn Sozialisation das Problem ist, dann ist es doch echt mal fatal, die Leute weiter auf Geld zu sozialisieren :P

ADA: „Vollständig absurd“ sind Deine ständigen Schummeleien in Diskussionen – hier die, zwei verschiedene Sachen zu vermischen, um über die eine die andere zu rechtfertigen. Dass es nach einer Revolution (die noch keine Weltrevolution ist) eine Armee braucht, um sich in der feindlich gesonnenen Welt bürgerlicher Staaten zu behaupten: klar. Dass es nach der Revolution (neben Agitation) eine Repression nach Innen braucht – nenne es von mir aus ‚Recht‘ – um deren Feinde von ihren Aktivitäten abzuhalten: ebenfalls eine banale Selbstverständlichkeit. Aber was hat das mit Geld, Lohnarbeit und den ganzen Scheiß zu schaffen?“
TaP: Okay, ich bin überrascht, daß Leute gibt, die eine Armee und einen inneren Repressionsapparat für erträglicher als Lohnarbeit und Geld halten. Aber ich lasse mich gerne belehren. Danke für Info.

Auch schon wieder so ein blöder Scheinwiderspruch, um mir über den was unterschieben zu können. „Für erträglicher halten“ war überhaupt nicht mein Punkt, sondern DASS, WARUM und WOFÜR Armee und innerer Repressionsapparat in einer sozialistischen Übergangsgesellschaft notwendig sind: um sich ihrer Feinde zu erwehren. Als Alternative zu Deinem Zwang durchs Geld habe ich das überhaupt nicht ins Spiel gebracht – das mit der Erledigung der für den Konsum notwendigen Arbeit, wozu es angeblich Geld brauchen soll, geschummelt vermischt zu haben, war doch gerade mein Vorwurf an Dich.
Zudem schummelst Du hier schon wieder: wenn ein allgemeiner Ausschluss von den Mitteln der Bedürfnisbefriedigung hergestellt werden soll, damit man sich um Geld kümmert, also lohnarbeiten geht, um diesen zu überwinden, dann muss dieser Ausschluss selbstverständlich gewaltsam hergestellt und aufrecht erhalten werden. Von wegen also, Geld wäre eine Alternative zu Repression.
(Womit Du es übrigens wieder mit dem Widerspruch aus 3. zu tun bekommst: die Leute sollen GEGEN SICH eine Gewalt hinstellen, die sie von ihrem angeblichen Zweck des Konsumierens ohne Produktion abhält? Wenn sie den eh nicht haben, dann braucht es auch diesen ganzen Quatsch nicht. Wenn sie ihn haben, dann führen sie den ganzen Quatsch auch bloß nicht ein.)

Und wie ist es mit Waren? Gibt’s die noch, wenn es kein Geld und keine Lohnarbeit mehr gibt?

Nein, Zeug, das produziert wird, um damit Geld auf sich zu ziehen (und zwar mehr Geld, als zu seiner Produktion notwendig war), gibt es ohne Geld selbstverständlich nicht mehr. Und? Ist das jetzt Dein Einwand, dass Du dann glatt kapitalistische Formen vermissen würdest, weswegen man das nicht machen dürfe?

Und naive Frage: Ist nicht schon so, daß die allermeisten MarxistInnen einen Zusammenhang zwischen Rechtsformen und Warenform sehen? Verschwindet das Recht Deines Erachtens zusammen mit den Waren? Oder nicht?

Was ist an „allermeisten MarxistInnen“ das Argument?* Und soll das jetzt Dein Argument gegen die Abschaffung der Warenform sein, dass dann glatt auch das Recht/ die Rechtsform verschwindet? Ja und? Das stört einen doch auch bloß, wenn man die Rechtsform zum Prinzip erhebt. Und was hat das mit dem Thema zu schaffen?
* Einen Zusammenhang zwischen beiden sehe ich schon, aber wie gesagt: relevant für das Thema ist das erstmal nicht.

►► Antidemokratische Aktion – 26. Oktober 2009 um 23:39 Uhr

„Und in der Tat ist politische Praxis zur Miniminierung und schließlich Überwindung von Herrschaft und Ausbeutung ohne Zwang NICHT MÖGLICH.“
Ja, Zwang gegen den Gegner und nicht Zwang gegen sich selbst, um sich zu dem zu zwingen, was man ohnehin will und was man mit Zwang gegen den Gegner durchsetzen will. Und wenn man es halt nicht will, dann will man sich auch nicht selbst dazu zwingen und stellt also keine Instanz zur Ausübung dieses Zwangs gegen sich hin.

►► TaP – 26. Oktober 2009 um 23:41 Uhr

@ Antidemokratische Aktion – 26. Oktober 2009 um 23:28 Uhr

„Und soll das jetzt Dein Argument gegen die Abschaffung der Warenform sein, dass dann glatt auch das Recht/ die Rechtsform verschwindet?“

Nein, ich wundere mich nur: Daß Du das Geld und die Lohnarbeit für sofort nach der Revo abschaffbar hälst, aber die vorläufige Fortexistenz von Recht anerkennst.

Ansonsten muß ich mich jetzt aus dieser Debatte verabschieden. […].

lustiges zusammentreffen hier – 26. Oktober 2009 um 23:47 Uhr

die [löhne] sind nämlich SCHON DA.

na klar, nach der revo existieren die AUTOMATISCH fort, die ziehen nämlich SELBSTSTÄNDIG durch die geschichte und schwupps: schon sind sie auch im sozialismus anzutreffen.
nein, das tun sie nicht – du findest sie einfach nur knorke.

Derartiger Zwang ist UNVERMEIDLICH.

zeig mir doch mal die stelle, wo ich zwang derart abstrakt verworfen habe? („ich hab zu ihm „hallo“ gesagt und ihn damit gezwungen das zu hören!“ LOL)
stimmt, die existiert nicht.

„Herz-Jesus-SozialistInnen für den Kommunismus“

sei froh, dass du mich nicht wirklich kennst, du angsthase.

►► Antidemokratische Aktion – 26. Oktober 2009 um 23:51 Uhr

„aber die vorläufige Fortexistenz von Recht anerkennst“
vs.:
„Dass es nach der Revolution (neben Agitation) eine Repression nach Innen braucht – nenne es von mir aus „Recht“ – um deren Feinde von ihren Aktivitäten abzuhalten
Warenform, Geld etc. sind da wie bereits mehrfach gesagt gar nicht das Thema.
Und kleine Warnung: reize mich lieber nicht weiter mit solchen Blödsinn … ich bin ein großer dicker Mann und wiege locker 1,5* so viel wie Du. :-w

►► Anja – 27. Oktober 2009 um 12:29 Uhr

Die Lobhudelei der Lohnhirarchie ist bloß der letzte Schenkelklopfer und man erwischt TaPs Fehler nicht richtig, wenn man bloß die verdrehte Vorstellung von „Übergangsstadien“ und „sozialistischen Löhnen nach der Revo“ blamiert.
TaP macht seine „Revo“ doch offensichtlich gar nicht WEGEN/GEGEN Lohn, Preis, Profit, Herrschaft etc., sondern fällt weit vorher auf den von Marx kritisierten Schein/Fetisch der Warenwelt (Kapital 1.Bd., 1.Kap.) herein, letztlich sei der Tauschwert ein Mittel, Gebrauchswerte unter die Leute zu bringen – die Revis haben schon immer geglaubt, ihr Sozialismus könne der EFFEKTIVERE Kapitalismus sein. Dass TaP in Waren oder Geld keine Schranken sieht, liegt an einer Marxlektüre, die die Kapitalkritik als Auftrag missversteht, dieselbe Scheiße besser zu machen. Deswegen meint TaP auch die ganze Zeit, mit einem inhaltsleeren Erfolgsmaßstab punkten zu können:
„das Geld und die Lohnarbeit für sofort nach der Revo abschaffbar“
Diese Entgegenstellung kommt niemandem in den Sinn, dessen Revolution in der praktischen Kritik einer Eigentumsordnung besteht. Was nach der „Revo“ (nicht) machbar sei, hält TaP nur für ein Argument, weil der gar nicht gegen Geschäft und Gewalt opponiert – der kennt offensichtlich eine SINNSTIFTENDERE Ausbeutung als den hiesigen Kapitalismus und für die macht der „Revo“. 8-|

►► Die Fortsetzung, da ohne Unterbrechungen zu anderen Themen, gibt es der Einfachheit halber hier als .pdf-Datei.

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3 Antworten auf „Die hohe Schule des Argumentierens: Geldkritik“


  1. 1 antikap 08. November 2009 um 2:56 Uhr

    Die geforderten Argumente für Geld finden sich z.B. in dem bei mir veröffentlichten Text von Morishima und Catephores. Mehr noch: Dort wird auch (anhand der Marxschen Theorie) gezeigt, warum Ausbeutung im Sozialismus notwendig ist. Endlich wurde mal das Problem der sozialistischen Planung ernsthaft angegangen und nicht wie sonst üblich mit einem unterstellten „Konsens der 6 Milliarden“ wegidealisiert.

    Noch ein paar Anmerkungen zur Notwendigkeit des Geldes:
    1. Geld kann nicht deshalb verschwinden, weil es von Revolutionären verboten wird. Ein Verbot wäre aussichtslos, da Geld sich jederzeit von jedem schöpfen lässt. Um zu verschwinden, muss es also tatsächlich für alle Gesellschaftsmitglieder überflüssig werden, was für den Sozialismus nicht absehbar ist.
    2. Bereits für die reine sozialistische Planung ist Geld als Rechnungseinheit der Arbeit viel zu nützlich, um es absterben zu lassen. Wie soll denn sonst die Arbeit geplant/nachgefragt/angeboten werden, wenn es keine Einheit für Arbeit gibt?
    3. Für den notwendigerweise endlichen Konsum, der über die Befriedigung der grundlegenden Bedürfnisse hinausgeht, muss es ein Zahlungsmittel geben, das allen die Teilhabe an diesem Konsum ermöglicht.
    4. Es wäre höchst unpraktisch, die Leistung, die die Arbeiter für ihre Arbeit erhalten, in Naturalien auszuzahlen. Die Nachteile (Wertverfall, Aufbewahrungskosten, Tauschhürden…) sind seit Jahrtausenden bekannt. Trotzdem wird von manchen Steinzeitkommunisten der Versuch unternommen, die Menschheit hinter die Errungenschaften primitivster arbeitsteiliger Gesellschaftsformen zurückzuwerfen, bloß damit das angeblich „böse“ Geld verschwinde. Es ist erstaunlich, wie beharrlich sich viele für ein so eindeutig nachteiliges frühes Stadium der Menschheit entscheiden, nur weil dann das Geld, lediglich eine Komponente des Wirtschaftens, die auch im Kapitalismus vorkommt, fehlte.
    5. Die Anlage von Fonds für die Interessen der Allgemeinheit (Gesundheit, Versicherungen, …) macht eine Speicherung von Werten nötig. Das geht schlecht mit Milchseen, hingegen spielend leicht, indem man sich eine Zahl notiert. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

    Übrigens: Wer ist eigentlich Murx – jemand, der erfreulicherweise mal durch vernünftige Ideen hervorsticht – in der Mädchenblog-Diskussion? Die dortige Zensur nennt leider bloß http://deleted/ als Adresse.

  2. 2 TaP 08. November 2009 um 21:38 Uhr

    „Wer ist eigentlich Murx – jemand, der erfreulicherweise mal durch vernünftige Ideen hervorsticht – in der Mädchenblog-Diskussion? Die dortige Zensur nennt leider bloß http://deleted/ als Adresse.“

    Das heißt nur, daß Murx selbst nichts anderes angegeben hat.

  3. 3 l 09. November 2009 um 1:01 Uhr

    da kein weiteres argument genannt wurde, ist eine entgegnung sinnlos. nobbi nennt auch nichts neues (und selbst wenn dem nicht so wäre: ich kommuniziere nicht mit unverbesserlichen biologisten [sexisten]; auch sollte einer/m bewusst sein, dass nobbi auf seinem blog gelegentlich die namen von kommunist/innen offenlegt – zur freude des verfassungsschutzes; wer sowas tut, ist schlicht gegner.).

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