Warum Ideologie kein „notwendig falsches Bewußtsein“ ist und aus einer Erkenntnis nicht automatisch eine bestimmte politische Haltung folgt

- Noch ein­mal zur Debatte mit der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion & ande­ren GSP-​​Sümpfis; – aber die fol­gende Kri­tik trifft auch alle ande­ren, die „fal­sches Bewußt­sein“ für eine ana­ly­tisch und/​oder stra­te­gisch sinn­volle Kate­go­rie hal­ten –

[Kor­ri­gierte sowie um einen Satz bei FN 13 und sel­bige Fuß­note ergänzte Fas­sung vom 15.09.2009; vgl. auch mei­nen älte­ren Text zu einer ähnli­chen Fra­ge­stel­lung]

noID (01. Sep­tem­ber 2009 um 19:54 Uhr) ant­wor­tete bei der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion auf meine Frage,

„Ist es richtig/​zutreffend die wirk­li­chen gesell­schaft­li­chen Wider­sprü­che zwi­schen den Klas­sen und ande­ren gesell­schaft­li­chen Grup­pen durch einen ideo­lo­gi­schen Wider­spruch zwi­schen Staat/​Gemeininteresse und Ein­zel­in­ter­esse zu erset­zen? Oder ist das nicht zutreffend/​richtig?“,

wie folgt:

„Es ist nicht rich­tig, also unzu­tref­fend, dass es sich beim Gegen­satz Staat/​Untertan bloß um Ideo­lo­gie han­deln würde – Staa­ten ver­schwin­den ja nicht ein­fach, wenn man nicht mehr an sie denkt.“

Der Feh­ler liegt frei­lich auf Sei­ten von noID: Nicht ich bin der Ansicht, daß etwas durch Nicht-​​Denken an es ver­schwin­den würde, son­dern Ideo­lo­gie ist nicht auf Den­ken zu redu­zie­ren.

Noch weni­ger ist Ideo­lo­gie auf fal­sches Den­ken, auf „fal­sches Bewußt­sein“, zu redu­zie­ren, wie dies wohl porada ninfu /​ Krimli usw. (der Name wurde wg. Spam-​​Filter-​​Problemen öfters geän­dert) ver­tritt: …

[Der kom­plette Text als .pdf-​​Datei; Fort­set­zung in html:]

„Der Kapi­ta­lis­mus braucht eben Lügen und hat ein Bedürf­nis danach. Nicht zuletzt ver­langt ja das mora­li­sche Bedürf­nis nach der Lüge, die Gesell­schaft sei für das Wohl des Ein­zel­nen da.“ (26. August 2009 um 19:43 Uhr)

Auf mei­nen lako­ni­schen Ein­wurf, „Jede Herr­schaft wird halt manch­mal mit Lügen gerecht­fer­tigt.“ Ergänzte porada ninfu:

„Nur hab ich nicht von jeder Herr­schaft gespro­chen, son­dern der Not­wen­dig­keit von Ideo­lo­gie im Kapi­ta­lis­mus.“ (27. August 2009 um 13:34 Uhr)

Wenn Ideo­lo­gie Lüge ist, dann ergibt sich die Stra­te­gie, das Mit­tel der Wahl, auf ein­fa­che und klare Weise:

„Es ist also keine Ein­falls­lo­sig­keit, dass Agi­ta­tion das Mit­tel der Wahl ist, son­dern es ist ein­fach das ein­zige Mit­tel aus einem fal­schen Bewusst­sein über die Gesell­schaft ein rich­ti­ges zu machen. Beim Ver­ste­hen und Nach­den­ken hel­fen dir Bünd­nisse, Beein­flus­sung von Kräf­te­ver­hält­nis­sen und Kämpfe schlicht nicht.“ (Krimli – 31. August 2009 um 13:02 Uhr)

„Erklä­run­gen sind nur lei­der das ein­zige Mit­tel, um zu einem rich­ti­gen Bewusst­sein über die Ver­hält­nisse zu kom­men und in der Kon­se­quenz zu einer plan­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­ons­weise.“ (Krimli 02. Sep­tem­ber 2009 um 12:12 Uhr)

Und – letz­tes Zitat:

„Der Übergang zum Kom­mu­nis­mus kann nur gelin­gen, wenn die Bür­ger das Eigen­tum nicht mehr wol­len. Also ist Über­zeu­gungs­ar­beit ange­sagt.“ (porada ninfu 27. August 2009 um 22:06 Uhr )

So unzu­tref­fend wie die Ana­lyse, so untaug­lich ist die Stra­te­gie. Ich werde dies im fol­gen­den zei­gen.

A. Zur Kri­tik der gegen­stand­punkt-leri­schen Ana­lyse

I. Der Gegen­satz von Ideo­lo­gien und Wis­sen­schaf­ten ist kein Schwarz-​​Weiß-​​Gegensatz von Irr­tum und Wahr­heit

Sicher­lich: Ideo­lo­gi­sche Vor­stel­lun­gen ent­hal­ten Irr­tü­mer, und Wis­sen­schaf­ten pro­du­zie­ren in der Regel Erkennt­nisse. Dies schließt aber weder aus, daß den Wis­sen­schaf­ten Irr­tü­mer unter­lau­fen, noch, daß Ideo­lo­gien auch – und zwar jede Menge – wahre Vor­stel­lun­gen ent­hal­ten. Ande­ren­falls wür­den Ideo­lo­gien nicht ‚funk­tio­nie­ren‘; Per­so­nen, die einer Ideo­lo­gie fol­gen, wären völ­lig des­ori­en­tiert – lebens­un­fä­hig.

Es ist aber genau umge­kehrt, Ideo­lo­gie dient gerade dazu, das all­täg­lich Leben bewäl­ti­gen zu kön­nen – ohne für jede Hand­lung auf wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse zurück­grei­fen zu kön­nen oder zu müs­sen: sei es, weil eine popu­la­ri­sierte Ver­sion wis­sen­schaft­li­chen Wis­sens völ­lig aus­reicht; sei es, weil schnel­les Han­deln erfor­der­lich oder Unvor­her­ge­se­he­nes pas­siert ist, wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse aber nur auf­wen­dig zu erlan­gen sind; sei es, weil es noch gar keine ein­schlä­gi­gen Erkennt­nisse gibt; sei weil die frag­li­che Hand­lung, ein­ge­spiel­ter­ma­ßen, nach einem Ritual /​ Pro­ce­dere (Bour­dieu würde viel­leicht sagen: Habi­tus) abläuft, der gegen neue wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse resis­tent ist – und weil wahre Ideen nicht über die All­macht ver­fü­gen, ihre prak­ti­sche Aner­ken­nung zu bewir­ken. Zwi­schen einer Erkennt­nis und deren Anerkennung/​Durchsetzung ist zu unter­schei­den. Und die Durch­set­zung einer Erkennt­nis erfolgt nicht allein dadurch, daß sie ver­brei­tet wird, daß viele und gute Argu­mente vor­ge­bracht wer­den.
Der Glaube an die All­macht der wah­ren Ideen ist Idea­lis­mus. Viel­mehr sind auch dis­kur­sive Ver­hält­nisse Macht­ver­hält­nisse, wie Fou­cault gezeigt hat – und gegen diese Ein­sicht ist auch von mar­xis­ti­scher Seite nichts ein­zu­wen­den.

Hier­nach läßt sich also sagen:
„Ohne auf das Pro­blem der Bezie­hung einer Wis­sen­schaft zu ihrer (ideo­lo­gi­schen) Ver­gan­gen­heit ein­zu­ge­hen, kön­nen wir sagen, daß die Ideo­lo­gien als Sys­tem von Vor­stel­lun­gen sich von der Wis­sen­schaft darin unter­schei­den, daß die praktisch-​​gesellschaftliche Funk­tion sich gegen die theo­re­ti­sche Funk­tion (oder Erkennt­nis­funk­tion) durch­setzt.“1
Die­ses Durch­set­zen der praktisch-​​gesellschaftlichen Funk­tion heißt frei­lich nicht, daß dabei Erkennt­nisse gar keine Rolle spie­len. Praktisch-​​gesellschaftliche Funk­tion und Erkennt­nis­funk­tion ste­hen nicht im glei­chen Gegen­satz wie Irr­tum und Wahr­heit.

II. Das herr­schende Bewußt­sein ist nicht in ers­ter Linie fal­sches Bewußt­sein, son­dern ent­spre­chen­des Bewußt­sein

In dem Aus­druck „(not­wen­dig) fal­sches Bewußt­sein“ wer­den unter­schied­li­che Fragen/​Probleme ver­mengt:

Die­je­ni­gen, die ande­ren Leu­ten ein „fal­sches Bewußt­sein“ vor­wer­fen, oder mei­nen, die Linke sei des­halb so schwach, weil ‚die Leute‘ ein „fal­sches Bewußt­sein“ hät­ten, mei­nen damit zunächst ein­mal eine poli­ti­sche Hal­tung. Die­je­ni­gen, denen ein „fal­sches Bewußt­sein“ beschei­nigt wird, haben eine poli­ti­sche Posi­tion, die denen, die den Aus­druck „fal­sches Bewußt­sein“ ver­wen­den, nicht gefällt – die sie eben für falsch hal­ten.

Soweit ist daran erst ein­mal nichts aus­set­zen, wenn denn Klar­heit dar­über bestünde, daß poli­ti­sche Hal­tungs­fra­gen nicht objek­tiv, son­dern nur sub­jek­tiv ent­schie­den wer­den kön­nen – sie sind eine Wahl, keine Erkennt­nis. Auch eine poli­ti­sche Wahl sollte zwar gut begrün­det und kein dezisionistisch-​​existentialistische Ent­schei­dung sein – aber eine Ent­schei­dung ist sie.

Die­je­ni­gen, die vom „fal­schen Bewußt­sein“ spre­chen, mei­nen aber nicht nur eine ‚fal­sche‘ Hal­tung, son­dern mei­nen tat­säch­lich auch Irr­tü­mer: Die Leute haben angeb­lich eine unzu­tref­fende Vor­stel­lung vom Kapi­ta­lis­mus (Patri­ar­chat – was auch immer), und weil sie eine unzu­tref­fende Vor­stel­lung davon haben, haben sie auch eine fal­sche Hal­tung dazu; wür­den sie dage­gen die Welt so sehen, wie sie wirk­lich ist, dann hät­ten die Leute auch eine ‚rich­tige‘ – näm­lich: anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche, anti­ras­sis­ti­sche, anti­pa­tri­ar­chale usw. – Hal­tung, so die Hoff­nung der­je­ni­gen, die vom „fal­schen Bewußt­sein“ spre­chen.

Die ADA sagt es ganz aus­drück­lich:

„Wenn man kapiert hat, warum der Kapi­ta­lis­mus einen not­wen­dig schä­digt, dann folgt dar­aus, sein Geg­ner zu sein, weil man die eigene Schä­di­gung nicht will. Wenn man nicht die Mög­lich­keit hat, ihn abzu­schaf­fen, weil ihn so gut wie alle wol­len, folgt dar­aus eben, die zu agi­tie­ren, um die Mög­lich­keit her­zu­stel­len.“ (Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion – 05. Sep­tem­ber 2009 um 8:17 Uhr)

Noch wei­ter geht Porada ninfu, der/​die aus­drück­lich von Lügen spricht; frü­her war auch der Aus­druck der „(Medien)manipulation“ beliebt.

Damit sind wir dann wie­der bei der ‚Priester-​​Theorie‘ der Ideo­lo­gie (Stand: ca. 18. Jh. – mar­xism goes back to Auf­klä­rung): Die Leute glau­ben das Fal­sche, weil einige Leute, die es selbst durch­aus bes­ser wis­sen als sie es erzäh­len2, das Fal­sches erzäh­len.

Das ist aber alles kom­plet­ter Unsinn: Weder gibt es ein sol­ches Verschwörer-​​Zentrum, das die ganze Welt indok­tri­niert und so steu­ert; noch trifft die softe Vari­ante, die ohne ‚Pries­ter‘ aus­kommt, zu.

Wie schon gezeigt, hat Ideo­lo­gie in ers­ter Linie eine praktisch-​​gesellschaftliche Funk­tion, sie ist daher nicht in ers­ter Linie „fal­sches Bewußt­sein“, son­dern „entsprechend[es]“ Bewußt­sein, wie Marx sagt – das Bewußt­sein (soweit über­haupt rei­nes ‚Bewußt­sein‘ – ich komme dar­auf zurück), was not­wen­dig ist, um in einer Gesell­schaft wie der hie­si­gen agie­ren zu kön­nen:
In der gesell­schaft­li­chen Pro­duk­tion ihres Lebens gehen die Men­schen bestimmte, not­wen­dige, von ihrem Wil­len unab­hän­gige Ver­hält­nisse ein, Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse, […]. Die Gesamt­heit die­ser Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nisse bil­det die ökono­mi­sche Struk­tur der Gesell­schaft, die reale Basis, wor­auf sich ein juris­ti­scher und poli­ti­scher Über­bau erhebt, und wel­cher bestimmte gesell­schaft­li­che Bewußt­s­eins­for­men ent­spre­chen.
[Marx: Zur Kri­tik der poli­ti­schen Ökono­mie, S. 5. Digi­tale Biblio­thek Band 11: Marx/​Engels, S. 2901 f. (vgl. MEW Bd. 13, S. 8 ) – meine Hv.]

Der Über­bau im all­ge­mei­nen ist nicht ‚falsch‘, son­dern er ent­spricht der mate­ri­el­len Basis. Ent­spre­chen­des gilt für das ‚Bewußt­sein‘ der Indi­vi­duen: Falsch sind also – je nach Stand­punkt – allen­falls die Ver­hält­nisse, nicht das Bewußt­sein3.

Und daß die meis­ten Leu­ten die beste­hen­den Ver­hält­nisse, die Linke ‚falsch‘ fin­den, ihrer­seits ‚gut‘ oder ‚erträg­lich‘ fin­den oder jeden­falls hin­neh­men, hat nichts damit zu tun, daß ‚die Leute‘ nicht wüß­ten, daß „der Kapi­ta­lis­mus [… sie] not­wen­dig schä­digt“ (so aber ADA, wie oben zitiert).
Der Grund­me­cha­nis­mus des­sen, was Mar­xis­tIn­nen Aus­beu­tung und Mehr­wert­pro­duk­tion nen­nen, dürfte den aller­meis­ten Leu­ten bekannt sein:
Wer/​welche andere Leute gegen Lohn für sich arbei­ten läßt und in der Lage ist, die her­ge­stell­ten Pro­dukte auf dem Markt zu ver­kau­fen, hat in aller Regel Ein­nah­men, die höher sind als die Aus­ga­ben für Roh­stoffe, Pro­duk­ti­ons­mit­tel (Maschi­nen), die fremde Arbeits­kraft und die Repro­duk­tion der eige­nen Arbeits­kraft, son­dern kann dar­über hin­aus Kapi­tal akku­mu­lie­ren und damit die Pro­duk­tion aus­wei­ten.

Daß ‚die Leute‘ diese Ver­hält­nisse hin­neh­men, hat nichts damit zu tun, daß sie sie nicht ken­nen wür­den. Viel­mehr sind min­des­tens fol­gende Fak­to­ren zu berück­sich­ti­gen:

► Viele fin­den es ‚gerecht‘, daß wer/​welche sein/​ihr Geld für eine mit Risi­ken behaf­tete Inves­ti­tion auf’s Spiel setzt, anschlie­ßend den Pro­fit ein­strei­chen darf.

► Den meis­ten ist ein hohes Kon­sum­ni­veau, wie es in den impe­ria­lis­ti­schen Metro­po­len nach dem II. Welt­krieg gege­ben war (und das auch jetzt noch deut­lich höher ist als es im ‚Real­so­zia­lis­mus‘ war), + poli­ti­sche Frei­hei­ten und kul­tu­relle Viel­falt sowohl lie­ber ist als die büro­kra­ti­sche Erstar­rung des ‚Real­so­zia­lis­mus‘ sowje­ti­scher Prä­gung als auch die ‚akti­vis­ti­schen Wir­ren‘ der chi­ne­si­schen Kul­tur­re­vo­lu­tion – und die meis­ten sind dafür auch bereit, sich aus­beu­ten zu las­sen. Hier stellt sich keine Erkennt­nis­frage, son­dern eine Haltungs-​​ oder Prä­fe­renz­frage.

► Es ist kaum geklärt und noch weni­ger bekannt, wie eine sozia­lis­ti­sche Überg­angs­ge­sell­schaft anders als nach die­sen bei­den ‚Model­len‘ oder den ‚Model­len‘ natio­nal­be­frei­ter Staa­ten im Tri­kont funk­tio­nie­ren kann. Das bloße Ver­spre­chen „Räte­de­mo­kra­tie“ + die Hoff­nung, daß moderne Com­pu­ter­tech­no­lo­gie ökono­mi­sche Pla­nung erleich­tert und effek­ti­ver macht als im Real­so­zia­lis­mus, sind erst ein­mal nur warme Worte. Daß sich die diver­sen oppo­si­tio­nel­len Strö­mun­gen im Mar­xis­mus nicht durch­ge­setzt haben, ist ja nicht nur Zufall oder der Bös­ar­tig­keit Sta­lins geschul­det, son­dern liegt auch daran, daß auch deren Kon­zep­tio­nen mas­sive Leer­stel­len auf­wei­sen.
Die­ses Pro­blem läßt sich unter min­des­tens zwei Gesichts­punk­ten kon­kre­ti­sie­ren:
a) Das Pro­blem der Ent­schei­dungs­fin­dung, auf das ‚Räte­de­mo­kra­tie‘ eben nur ein vager Hin­weis ist: Umgang mit inter­nen Dif­fe­ren­zen inner­halb der Arbei­te­rIn­nen­klasse und ver­bün­de­ten Schich­ten, ja selbst inner­halb von sich als kom­mu­nis­tisch ver­ste­hen­den Kräf­ten; Ver­hin­de­rung einer Ver­selb­stän­di­gung höhe­rer Räte­in­stan­zen; Ver­hält­nis von Räten, Partei(en), Gewerk­schaf­ten, sozia­lis­ti­schem Halb-​​Staat; mut­maß­li­che Not­wen­dig­keit der Repres­sion restau­ra­ti­ver poli­ti­scher Kräfte und und und …
b) Das Pro­blem ökono­mi­scher Effek­ti­vi­tät (bei gleich­zei­ti­ger Begrenzt­heit der natür­li­chen Res­sour­cen), bei dem wie­derum min­des­tens zwei Aspekte zu unter­schei­den sind: aa) Bei Leu­ten, die einer deter­mi­nis­ti­schen pes­si­mis­ti­schen Anthro­po­lo­gie (‚Der Mensch ist halt ego­is­tisch – und des­halb bedarf es für wirt­schaft­li­che Effek­ti­vi­tät immer der Peit­sche der Kon­kur­renz‘) anhän­gen, liegt sicher­lich ein Irr­tum vor, und ‚Auf­klä­rung‘ /​ „Erklä­rung“ mag ein Mit­tel der Wahl sein. bb) Dane­ben besteht aller­dings das reale Pro­blem, wie kon­kret die Peit­sche der Kon­kur­renz abge­schafft wer­den kann, ohne einen mas­si­ven Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bruch (mit allen Aus­wir­kun­gen, den die­ser dann auf den Lebens­stan­dard hat) zu erlei­den – die grund­sätz­li­che Mög­lich­keit (der Abschaf­fung der Peit­sche der Kon­kur­renz) durch­aus aner­kannt. Die Hoff­nung, daß ver­än­derte Arbeits­be­din­gun­gen und ‚kom­mu­nis­ti­sche Ideale‘ sowie eine Ände­rung der Lohn­hier­ar­chie der ver­schie­de­nen Berufe sofort eine aus­rei­chende Lösung des Pro­blems brin­gen kön­nen, dürfte eher unrea­lis­tisch sein.

► Selbst, wenn die vor­ste­hen­den Pro­bleme gelöst wären, oder auch nur viele Leute sie für gelöst hal­ten wür­den, so würde dies immer noch kein auto­ma­ti­sches Ende der Hin­nahme des Kapi­ta­lis­mus (des Patri­ar­chats usw.) bedeu­ten. Nie­mandE läßt sich gerne in einem aus­sichts­lo­sen Kampf ver­hei­zen – und erfolg­rei­che Trans­for­ma­ti­ons­stra­te­gien zu etwas wirk­lich ‚Bes­se­rem‘ als das Beste­hende hat die Linke in den füh­ren­den kapi­ta­lis­ti­schen Staa­ten nicht zu bie­ten: ob sozialdemokratisch-​​gewerkschaftlicher Refor­mis­mus, auto­nome Frei­räume, ‚revi­sio­nis­ti­scher‘ oder mao­is­ti­scher Par­tei­auf­bau, Gue­rilla, der Trotz­kis­mus in sei­nen ent­ris­ti­schen und nicht-​​entristischen Vari­an­ten, die Reste der ‚rech­ten‘ KPD-​​Opposition der 20er und 30er Jahre, ‚Zivil­ge­sell­schaft /​ ‚Neue Soziale Bewe­gun­gen‘ und deren par­la­men­ta­ri­sche Reprä­sen­tanz in Form der Grü­nen, Ver­brei­tung von Gegen­stand­punk­ten und ähnli­che Blü­ten des mar­xo­lo­gi­schen Mis­sio­nar­stums --- nichts brachte wirk­lich ent­schei­dende Schritte nach vorn.
Da ist es mehr als nur nahe­lie­gend, lie­ber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach zu neh­men. Und dies ist wie­derum keine Erkenntnis-​​, son­dern eine Hal­tungs­frage.

► Dann kommt noch – und das ist nicht das geringste Pro­blem – die Über­la­ge­rung ver­schie­de­ner Herrschafts-​​ und Aus­beu­tungs­ver­hält­nisse hinzu, was sich wie­derum in zwei Rich­tun­gen aus­dif­fe­ren­zie­ren läßt:
a) In Rich­tung dies­bzgl. jeweils spe­zi­fi­scher ‚blin­der Fle­cken‘ von Femi­nis­tin­nen, Anti­ras­sis­tIn­nen und v.a. Anti­ka­pi­ta­lis­tIn­nen. Solange diese ‚blin­den Fle­cken‘ beste­hen, ist jeder Ansatz zu poli­ti­scher Pra­xis nur begrenzt attrak­tiv – näm­lich unat­trak­tiv für die­je­ni­gen, die aus dem jewei­li­gen reduk­tio­nis­ti­schen Ver­ständ­nis von Herrschafts-​​ und Aus­beu­tungs­kri­tik aus­ge­grenzt blei­ben.
b) Mehr noch: Wir haben es nicht nur mit ‚blin­den Fle­cken‘ zu tun, son­dern sogar auch mit einem in der Tat objek­ti­ven Wis­sen um den pri­vi­le­gier­ten Sta­tus bspw. als Mann und/​oder Weiße/​Weißer auf dem Arbeits­markt /​ in der Lohn­hier­ar­chie und in juris­ti­scher Hinscht, zu des­sen Auf­gabe viel­fach keine Bereit­schaft besteht.

► Und neben alle die­sen vor­ran­gi­gen Haltungs-​​ und nach­ran­gi­gen Erkennt­nis­fra­gen spielt dann noch eine wirk­li­che rele­vante Erkennt­nis­frage eine Rolle: Auch, wenn die Zahl der Leute, die einen Kapi­ta­lis­mus ohne Aus­beu­tung für mög­lich hal­ten, wahr­schein­lich ziem­lich gering ist, dürfte es aber doch eine ganz erheb­li­che Anzahl von Leu­ten geben, die über­schät­zen, was sys­tem­im­ma­nent mög­lich ist. Wer/​welche sich ein­bil­det, es wäre im Kapi­ta­lis­mus mög­lich, jeden Monat 1.500 Euro für Nichts­tun zu bekom­men (s. noch ein­mal meine Kri­tik an der Existenzgeld-​​Forderung), hat wirk­lich kei­nen gro­ßen Grund mehr, sich über die Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus Gedan­ken zu machen oder sich gar dafür zu enga­gie­ren, son­dern kann sich in Wolkenkucksheim-​​Projekten ver­lie­ren.

III. Ideo­lo­gie ist nicht rei­nes Bewußt­sein

Ideo­lo­gie ist nicht nur nicht in ers­ter „fal­sches Bewußt­sein“, son­dern es ist auch unzu­tref­fend, ideo­lo­gi­sche Phä­no­mene über­haupt (nahezu) aus­schließ­lich als Bewußtseins-​​Phänomene zu betrach­ten.

„In Wahr­heit hat die Ideo­lo­gie recht wenig mit dem ‚Bewußt­sein‘ zu tun, wenn man annimmt, daß die­ser Begriff einen ein­deu­ti­gen Sinn hat. Sie ist von Grund auf unbe­wußt, selbst wenn sie sich in einer reflek­tier­ten Form dar­stellt […].“ (Louis Alt­hu­ser, Für Marx, Suhr­kamp: Frank­furt am main, 1968, 183; engl., S. 233).

Viel­mehr exis­tiert eine „Ideo­lo­gie […] immer in einem Appa­rat und des­sen Pra­xis oder Prak­ti­ken. Diese Exis­tenz ist mate­ri­ell. […]. Wir wer­den von Hand­lun­gen spre­chen, die sich in bestimmte Prak­ti­ken ein­fü­gen. Und wir kon­sta­tie­ren wei­ter, daß diese Prak­ti­ken durch Rituale, in wel­che sie sich ein­fü­gen, inner­halb der mate­ri­el­len Exis­tenz eines ideo­lo­gi­schen Appa­ra­tes gere­gelt wer­den. Hier­bei kann es sich bloß um einen ganz klei­nen Teil die­ses Appa­ra­tes han­deln: ein klei­ner Got­tes­dienst in einer klei­nen Kir­che, eine Beer­di­gung, ein Sport­kampf in einem Sport­ver­ein, ein Tag in einer Schul­klasse oder eine Ver­samm­lung oder Kund­ge­bung einer poli­ti­schen Par­tei etc.“4
Wir kön­nen also sagen: „Das Ideo­lo­gi­sche, das sind nicht nur Ideen oder Ide­en­sys­teme,- wie Gramsci sehr gut gese­hen hat, sind es Ideen und Ver­hal­tens­wei­sen zugleich, Ideen im Ver­hal­ten, wel­che ein Gan­zes bil­den.“ (meine Hv.).“5

Und mehr noch: Die Ideo­lo­gi­schen Staats­ap­pa­rate (ISA) sind nicht natur­ge­ge­ben, son­dern wer­den in poli­ti­schen Kämp­fen eta­bliert und sind selbst Orte von Kämp­fen:
1. „Die Ideo­lo­gie der herr­schen­den Klasse wird weder durch die Gnade des Him­mels noch durch die Tat­sa­che der blo­ßen Macht­über­nahme zur herr­schen­den Ideo­lo­gie, son­dern durch die Instal­lie­rung von ISAs, in denen diese Ideo­lo­gie ver­wirk­licht ist und sich ver­wirk­licht. Diese Instal­lie­rung der ISAs geht nun jedoch nicht ohne wei­te­res von­stat­ten; sie ist viel­mehr Gegen­stand dau­ern­der und erbit­ter­ter Klas­sen­kämpfe: Zunächst gegen die alten herr­schen­den Klas­sen und deren Posi­tio­nen in den alten und neuen ISAs, dann gegen die auge­beu­tete Klasse.“
2. Der „Klas­sen­kampf in den ISAs [ist] ein bis­wei­len wich­ti­ger und sym­pto­ma­ti­scher Aspekt des Klas­sen­kamp­fes; so z.B. der anti-​​religiöse Kampf im 18. Jahr­hun­dert, so die ‚Krise‘ des schu­li­schen ISA in den heu­ti­gen [Ende der 1960er Jahre, TaP] kapi­ta­lis­ti­schen Län­dern.“6

IV. Der Mys­ti­zis­mus der „objek­ti­ven Inter­es­sen“

Krimli meint, dem Idealismus-​​Vorwurf dadurch ent­ge­hen (und meine Unter­schei­dung zwi­schen Erkennt­nis­sen einer­seits und der Bewer­tung des Erkann­ten anhand von poli­ti­schen Präferenzen/​Zielen als mora­lisch denun­zie­ren7) zu kön­nen, indem er sich auf den Begriff des „Inter­es­ses“ bezieht:
Krimli para­phra­siert sei­nen eige­nen Satz, „Sys­tem­kri­ti­sche poli­ti­sche Kämpfe fin­den also darum statt, ob es ver­nünf­tig ist, das Eigen­tum zu wol­len.“, wie folgt:

„Tut es dem eige­nen Inter­esse gut, das Eigen­tum zu wol­len. Nützt das Eigen­tum oder oder scha­det es. ‚Ver­nünf­tig‘ ist zwar ein biss­chen unscharf for­mu­liert, aber für Mate­ria­lis­ten im Zusam­men­hang durch­aus zu ver­ste­hen. Du siehst, es war keine ‚Ver­nunfts­mo­ral‘, die ich hier beschwo­ren habe, son­dern das Inter­esse.“ (02. Sep­tem­ber 2009 um 12:12 Uhr)

Die­ser Interessen-​​Begriff ist aber selbst naiv. Inter­es­sen sind näm­lich nicht ein­fach mate­ri­ell gege­ben. Zwar las­sen sich Schä­den und Nut­zen objek­tiv fest­stel­len, ein Inter­esse ergibt sich aber nicht auto­ma­tisch aus Schä­den und Nut­zen, son­dern ist die sub­jek­tive Hal­tung dazu. Dies gilt sowohl sprach­lich als auch fak­tisch: ein Inter­esse ist ety­mo­lo­gi­sche ein „Dazwi­schen­sein“, ein „Dabei­sein“ (oder auch: „an etwas Anteil neh­men“8), dann das, was jemandem/​r wich­tig ist9 – es geht also um ein sub­jek­ti­ves Invol­viert­sein und nicht nur einen objek­ti­ven Scha­den oder Nut­zen.
Und auch fak­tisch sind die tat­säch­lich von ‚den Leu­ten‘ ver­folg­ten Inter­es­sen – die Anlie­gen, bei denen sie tat­säch­lich dabei sind, die ihnen tat­säch­lich wich­tig sind – andere, als die, die ihnen viele Mar­xis­tIn­nen als „objek­tiv“ zuschrei­ben. Das, was viele Mar­xis­tIn­nen „objek­ti­ves Klas­sen­in­ter­esse“ nen­nen, exis­tiert gerade nicht, son­dern ist bloß hypo­the­tisch.

(Hier ließe sich nun ein­wen­den, ich würde mei­ner­seits den Interessen-​​Begriff ent­lee­ren, indem ich „Inter­esse“ schlicht mit dem etwas zu wol­len oder nicht zu wol­len gleich­setze. Dem ist aber nicht so: Ich bestreite nicht, daß Inter­es­sen etwas mit einem mate­ri­el­len Nut­zen zu tun haben. [Viele wol­len schlicht, daß mor­gen die Sonne scheint; aber nur wenige {viel­leicht Land­wir­tIn­nen, die im Früh­jahr wol­len, daß der Boden end­lich auf­taut} wür­den sagen, daß sie ein Inter­esse daran haben, daß mor­gen die Sonne scheint. – Sie haben die­ses Inter­esse aber nur, wenn sie tat­säch­lich wol­len, daß die Sonne scheint {weil sie sich dar­aus einen Vor­teil erhof­fen}. Sie haben die­ses Inter­esse aber tat­säch­lich nicht, wenn ihnen die­ses Inter­esse nur jemandE Wohl-​​ oder Bös­mei­nen­des zuschreibt.)

Wo kom­men die Inter­es­sen aber nun her? Sie erge­ben sich jeden­falls nicht auto­ma­tisch aus einer bestimm­ten Lage („There are no sim­ple rules of trans­la­tion from the social to the poli­ti­cal.“10) – auch nicht mit der klei­nen Kom­pli­zie­rung, daß die ‚Auf­klä­rung‘ das angeb­lich latent schon exis­tie­rende Inter­esse (‚Klasse an sich‘) nur noch ‚her­aus­kit­zeln‘ /​ mani­fest wer­den las­sen müsse (‚Klasse für sich‘). Diese ‚kleine Kom­pli­zie­rung‘ ist keine Erklä­rung, son­dern ein essentialistisch-​​mystisches, lau­tes Pfei­fen im dunk­len Walde: Es wird ein tat­säch­lich (noch) nicht exis­tie­ren­des ‚Wesen‘ unter­stellt, das nur noch zum Erschei­nen gebracht wer­den müsse (‚Mani­fes­ta­tion‘). – Das ist nicht mate­ria­lis­tisch, son­dern idea­lis­tisch!
Ob eine bestimmte Erkenntnis/​Einsicht in ein Inter­esse /​ in eine Hal­tung /​ in ein poli­ti­sches Enga­ge­ment mün­det oder nicht, ist also – anders als der Interessens-​​Rationalismus von Krimli (und ent­spre­chend auch der ADA11, ohne das Wort „Inter­esse“ zu ver­wen­den) unter­stellt – nicht immer schon klar, son­dern ent­schei­det sich erst im ideo­lo­gi­schen und poli­ti­schen Kampf:12 „it is the dis­cur­sive struc­ture of poli­ti­cal lan­guage which con­cei­ves and defi­nes inte­rest in first place. What we must the­re­fore do is to study the pro­duc­tion of inte­rest, iden­ti­fi­ca­tion, grie­vance and aspi­ra­tion wit­hin poli­ti­cal lan­gua­ges them­sel­ves.“13
Das Erken­nen einer Aus­beu­tungs­si­tua­tion und auch das Erken­nen des eige­nen Aus­ge­beu­tet­wer­dens, schließt nicht aus, eine Gesell­schaft ohne (oder mit weni­ger) Aus­beu­tung für unmög­lich zu hal­ten, und schließt erst recht nicht aus, den Auf­wand des Kamp­fes und die Risi­ken sei­nes Aus­gangs zu scheuen und sich statt des­sen mit der Aus­beu­tungs­si­tua­tion zu arran­gie­ren oder auf indi­vi­du­el­len Auf­stieg zu hof­fen. (Es han­delt sich dabei nicht um eine Erkennt­nis­frage, son­dern um eine sub­jek­tive Chancen-​​/​Risiken-​​Abwägung.)
Was heißt nun ideo­lo­gi­scher und poli­ti­scher Kampf? Sicher­lich mehr als wahre Wör­ter gegen lüg­ne­ri­sche Wör­ter zu set­zen. Damit kom­men wir zu Abschnitt B.: Der Kri­tik der gegen­stand­punkt-leri­schen Stra­te­gie­bil­dung.

B. Zur Kri­tik der gegen­stand­punkt-leri­schen Stra­te­gie

I. Kri­tik an der Reduk­tion der poli­ti­schen Pra­xis auf Agi­ta­tion

Wie schon zitiert – Krimli hält Agi­ta­tion für das Mit­tel der Wahl:

„Es ist also keine Ein­falls­lo­sig­keit, dass Agi­ta­tion das Mit­tel der Wahl ist, son­dern es ist ein­fach das ein­zige Mit­tel aus einem fal­schen Bewusst­sein über die Gesell­schaft ein rich­ti­ges zu machen. Beim Ver­ste­hen und Nach­den­ken hel­fen dir Bünd­nisse, Beein­flus­sung von Kräf­te­ver­hält­nis­sen und Kämpfe schlicht nicht.“ (Krimli – 31. August 2009 um 13:02 Uhr)

Ein bekann­ter Poli­ti­ker des 20. Jahr­hun­derts, der immer­hin einen gewis­sen Anteil an einer tat­säch­li­chen Revo­lu­tion hatte, schrieb dage­gen:

Die Avant­garde allein in den ent­schei­den­den Kampf wer­fen, solange die ganze Klasse, solange die brei­ten Mas­sen nicht die Posi­tion ein­ge­nom­men haben, daß sie die Avant­garde ent­we­der direkt unter­stüt­zen oder zumin­dest wohl­wol­lende Neu­tra­li­tät ihr gegen­über üben und dem Geg­ner der Avant­garde jeder­lei Unter­stüt­zung ver­sa­gen, wäre nicht nur eine Dumm­heit, son­dern auch ein Ver­bre­chen. Damit aber wirk­lich die ganze Klasse, damit wirk­lich die brei­ten Mas­sen der Werk­tä­ti­gen und vom Kapi­tal Unter­drück­ten zu die­ser Posi­tion gelan­gen, dazu ist Pro­pa­ganda allein, Agi­ta­tion allein zuwe­nig. Dazu bedarf es der eige­nen poli­ti­schen Erfah­rung die­ser Mas­sen.“ (LW 31, 1-​​106 [80] – Der „Linke Radi­ka­lis­mus“, die Kin­der­krank­heit im Kom­mu­nis­mus [1920]).

Nun schlägt Krimli zwar nicht vor, „Die Avant­garde allein in den ent­schei­den­den Kampf wer­fen,“ son­dern will ein­fach agi­tie­ren, agi­tie­ren, agi­tie­ren – bis ste­ter Trop­fen das „fal­sche Bewußt­sein“ gehöhlt hat.

Was sind die Feh­ler von Krimli?

1. Wie gezeigt liegt der Irr­tum schon in der Prä­misse, daß die Haupt­auf­gabe darin bestände, „aus einem fal­schen Bewusst­sein über die Gesell­schaft ein rich­ti­ges zu machen“, zumin­dest, wenn mit „falsch“ und „rich­tig“ ein Ver­hält­nis von Irr­tum und Wahr­heit gemeint ist. Es geht nicht in ers­ter Linie um Erkennt­nis­fra­gen, son­dern um Hal­tungs­fra­gen.
Eine Hal­tung, eine Ein­stel­lung, läßt sich aber nicht allein durch eine ‚Erklä­rung‘ der Wirk­lich­keit ver­än­dern, wie aber Krimli annimmt:

„Ich will errei­chen, dass die Leute Geg­ner des Eigen­tums und des Kapi­tals wer­den und statt­des­sen eine kom­mu­nis­ti­sche Plan­wirt­schaft errich­ten und das erreicht man nun mal nicht mit Bünd­nis­sen oder der Beein­flus­sung von Kräf­te­ver­hält­nis­sen. Das erreicht man nur, indem man ihnen den Kapi­ta­lis­mus erklärt und warum sie not­wen­dig immer schlecht dabei weg­kom­men.“ (31. August 2009 um 13:02 Uhr).

2. Selbst wenn es nur um Erkennt­nis­fra­gen ginge, wäre es sei­ner­seits ein Irr­tum anzu­neh­men, Irr­tü­mer ließe sich allein durch wie­der­hol­tes Aus­spre­chen der Wahr­heit ver­trei­ben.
Die Irr­tü­mer – in eini­gen Punk­ten han­delt es sich ja tat­säch­lich um Irr­tü­mer und nicht nur um Hal­tungs­fra­gen – sind auf alle Fälle mit bestimm­ten Pra­xen ver­bun­den. So ist die Über­zeu­gung, daß eine sozia­lis­ti­sche und/​oder kom­mu­nis­ti­sche Gesell­schaft (also eine Gesell­schaft mit allen­falls mini­ma­ler oder gar kei­ner Markt­kon­kur­renz) mit ange­neh­men Lebens­stan­dard und -bedin­gun­gen unmög­lich sei, eine anthro­po­lo­gi­sie­rende Ver­all­ge­mei­ne­rung der tag­täg­lich geleb­ten Kon­kur­renz. Ein erfolg­rei­cher Streik für eine noch so gerin­gere Lohn­er­hö­hung kann hier mehr bewir­ken, als Tau­send warme oder kalte Worte von Krimli über die „Plan­wirt­schaft“ und dar­über, wie ver­nünf­tig es doch sei, das Eigen­tum ‚nicht zu wol­len‘.

3. Wie gezeigt, sind Ideo­lo­gien nicht nur Bewußt­sein, son­dern sie sind in Appa­ra­ten mate­ria­li­siert. Die­sen kom­ple­xen und viel­fäl­ti­gen Appa­ra­ten allein eine Theo­rie­zeit­schrift und ein paar internet-​​blogs ent­ge­gen­zu­stel­len, wäre selbst dann unzu­rei­chend, wenn alles, was da so geschrie­ben steht, wahr und zutref­fend wäre.
Warum nicht mit Demons­tra­tio­nen a) zumin­dest deut­lich machen, woge­gen man/​frau/​lesbe ist, und dabei mit ande­ren, die eben­falls dage­gen sind, ins Gespräch kom­men – über Alter­na­ti­ven und adäquate Stra­te­gien; b) öffent­li­che Stärke und Prä­senz zei­gen; c) Bünd­nisse mit Leuten/​Gruppen schlie­ßen, die ähnli­che Posi­tio­nen ver­tre­ten, aber nicht jeden Halb­satz in der eige­nen Ver­eins­zei­tung unter­schrei­ben wür­den; d) prak­ti­sche Erfah­run­gen mit Orga­ni­sie­ren erwer­ben – um nur ein paar posi­tive Effekte zu nen­nen, die (im Zusam­men­hang) mit Demons­tra­tio­nen erreicht wer­den kön­nen? – Aber das ist frei­lich müßig, wenn das Ein­zige, was gesagt wer­den darf, ist: ‚Wir wol­len das Eigen­tum nicht und statt des­sen die kom­mu­nis­ti­sche Plan­wirt­schaft – und alle (ande­ren) Lin­ken sind böse mora­lisch.‘
Warum nicht eine Orga­ni­sa­tion auf­bauen, die mehr leis­ten kann als die lose Bin­dung zwi­schen einer Zeit­schrift und ihren Lese­rIn­nen? Auch das ist frei­lich müßig, wenn diese Orga­ni­sa­tion gleich vor Schreck auf­ge­löst wird, wenn der Ver­fas­sungs­schutz ihr eine Bro­schüre wid­met.

4. Krim­lis These von Agi­ta­tion als Mit­tel der Wahl scheint des wei­te­ren zu impli­zie­ren, daß das, womit agi­tiert wer­den soll, schon (nahezu) kom­plett zur Ver­fü­gung steht. Offene Pro­bleme, an denen gear­bei­tet wer­den muß, erwähnt Krimli jeden­falls nicht, und der GSP hat – wie einst­mals die (alte, nicht die heu­tige) mg, bevor sie vom Ver­fas­sungs­schutz erschreckt wurde und sich auf­löste – sein Schema F, das auf alle ande­ren jen­seits von Zeit und Raum, die den Gegen­stand­punkt nicht tei­len, ‚ange­wen­det‘ wird.
Tat­säch­lich gilt aber – nicht anders als zu Lenins Zei­ten:

„revo­lu­tio­näre Theo­rie [… ist] kein Dogma […], son­dern [nimmt] nur in engem Zusam­men­hang mit der Pra­xis einer wirk­li­chen Mas­sen­be­we­gung und einer wirk­lich revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung end­gül­tige Gestalt an[…].“ (LW 31, 1-​​106 [9] – Der „Linke Radi­ka­lis­mus“, die Kin­der­krank­heit im Kom­mu­nis­mus [1920])“

Und bereits 21 Jahre zuvor:

„Wir betrach­ten die Theo­rie von Marx kei­nes­wegs als etwas Abge­schlos­se­nes und Unan­tast­ba­res; wir sind im Gegen­teil davon über­zeugt, daß sie nur das Fun­da­ment der Wis­sen­schaft gelegt hat, die die Sozia­lis­ten nach Rich­tun­gen wei­ter­ent­wi­ckeln müs­sen, wenn sie nicht hin­ter dem Leben zurück­blei­ben wol­len.“ (LW 4, 204-​​208 [205 f.] – Unser Pro­gramm [1899]; auf Engl. online: http://​www​.mar​xists​.org/​a​r​c​h​i​v​e​/​l​e​n​i​n​/​w​o​r​k​s​/​1​8​9​9​/​a​r​t​i​c​l​e​s​/​a​r​g​2​o​p.htm).

II. Kri­tik an der Ver­nei­nung des Kamp­fes um Teil­ziele und des Unter­schie­des zwi­schen grö­ße­ren und klei­ne­ren Übeln

Noch ein Letz­tes impli­ziert Krim­lis Gegen­über­stel­lung von allein rich­ti­ger Agi­ta­tion gegen das Eigen­tum und für eine „kom­mu­nis­ti­sche Plan­wirt­schaft“ einer­seits sowie „Bündnisse[n], Beein­flus­sung von Kräf­te­ver­hält­nis­sen und Kämpfe[n]“, die laut Krimli „schlicht nicht [hel­fen]“, ande­rer­seits14: Näm­lich nicht nur die im vor­her­ge­hen­den Abschnitt kri­ti­sierte Reduk­tion der poli­ti­schen Pra­xis auf Agi­ta­tion, son­dern auch noch die Reduk­tion der Agi­ta­tion auf Agi­ta­tion für das kom­mu­nis­ti­sche ‚End­ziel‘, wäh­rend alles andere „schlicht nicht [hilft]“ – laut Krimli.
Damit wird nicht nur bestrit­ten, daß es grö­ßere und klei­nere Übel gibt (selbst der NS sei kein klei­ne­res Übel gegen­über der bür­ger­li­chen Demo­kra­tie – das war ja der von mir schon aus­gie­big kri­ti­sierte Aus­gangs­punkt die­ser gan­zen Debatte mit der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion und Unterstüzer[inne?]n), son­dern es wird zugleich auch bestrit­ten, daß Kom­mu­nis­tIn­nen ein Inter­esse an der Durch­set­zung von Teil­zie­len (Refor­men, im vor-​​neoliberalen Sinne) haben und daß der Kampf um der­ar­tige Teil­ziele einen posi­ti­ven Effekt für die Durch­set­zung des ‚End­ziels‘ haben kann.
Da mir nun auch nicht jede Woche etwas Neues ein­fällt, wie­der­hole ich hier der Ein­fach­heit hal­ber das, was ich schon in dem Abschnitt „2. Warum ist nun aber rich­tig, der­ar­tige tat­säch­li­che Reform­for­de­run­gen zu stel­len?“ mei­nes Tex­tes zum Ver­gleich von Existenzgeld-​​ und Mindestlohn-​​Forderung geschrie­ben hatte15:

1. Es spricht nichts dafür, wenn man/​frau/​lesbe nicht ‚alles‘ haben kann, nicht zumin­dest einen ‚Teil‘ durch­zu­set­zen. Der These, daß die Durch­set­zung von Teil­zie­len domes­ti­zie­rend wirke, ist fol­gen­des ent­ge­gen­zu­hal­ten:

„Kom­mu­nis­ten sind aber so gut wie immer auch Lohn­ar­bei­ter. Kämpfe für mehr Lohn betreibt man eben in der auf­ok­troy­ier­ten Rolle des Pro­le­ten, da sich vom Kom­mu­nis­ten­tum allein heut­zu­tage nicht leben lässt. Dass eine Domes­ti­ka­tion des Kap. ihn sta­bi­li­sie­ren sollte halte ich übri­gens für eine gewagte These, weil dies ebenso bedeu­ten würde, dass elende Ver­hält­nisse ihn desta­bi­li­sie­ren wür­den. Das fal­si­fi­ziert sich doch recht schnell, schon allein ange­sichts der reak­tio­nä­ren Hal­tung der hie­si­gen Unter­schicht. Eine Revo­lu­tion voll­zieht sich eben in bewuss­ter Aktion und nicht nach einem Reiz-​​Reaktions Sche­mata.“
(http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​1​3​/​h​e​u​t​e​-​g​e​l​e​s​e​n​-​1​3​8​/​#​c​o​m​m​e​n​t-216)

Ich würde mei­ner­seits noch ergän­zen, daß ‚etwas‘ durch­zu­set­zen – jeden­falls unter bestimm­ten, hin­zu­kom­men­den Bedin­gun­gen – sogar dazu füh­ren kann, Geschmack auf noch mehr zu bekom­men.

2. Unter Umstände ist es sogar not­wen­dig, einen Teil des­sen, was man/​frau/​lesbe schon hat, abzu­ge­ben: Wer/​welche würde die unter vor­ge­hal­te­ner Waffe gestellte Frage „Geld oder Leben?“ nicht mit „Geld“ beant­wor­ten?!6 In die­sem Fall ist sogar eine Ver­schlech­te­rung der Situa­tion (Ver­lust des Gel­des) noch das klei­nere Übel (gegen­über dem Erschos­sen­wer­den).

3. Nie­mandE wird als Revo­lu­tio­nä­rIn oder gar Kom­mu­nis­tIn gebo­ren, und es wird auch – anders als Krimli zu mei­nen scheint – nahezu nie­mandE allein dadurch eine revo­lu­tio­näre Hal­tung ein­neh­men und eine revo­lu­tio­näre Pra­xis ent­wi­ckeln, daß ihm/​ihr jemandE „den Kapi­ta­lis­mus erklärt“ – und zwar selbst dann nicht, wenn die Erklä­rung zutref­fend ist. – Eine revo­lu­tio­näre Hal­tung hat näm­lich – wie schon aus­ge­führt – nicht nur mit einer zutref­fen­den Erkennt­nis die­ses oder jenes Herr­schafts­ver­hält­nis­ses (oder auch aller Herr­schafts­ver­hält­nisse) zu tun (eine sol­che Erkennt­nis kann näm­lich durch­aus auch mit deren Affir­ma­tion ein­her­ge­hen – Herr­schen und Aus­beu­ten sind ja keine Dumm­hei­ten)! Sie hat auch damit zu tun, eine rea­lis­ti­sche Alter­na­tive zu dem Erkann­ten (oder sogar Verkann­ten) zu sehen; hat damit zu tun, glaub­wür­dige Kampf­per­spek­tive zu sehen.

4. Dies setzt vor­aus, über­haupt erst ein­mal die Ver­ein­ze­lung der Markt-​​ und Familien-​​Subjekte zu durch­bre­chen, Soli­da­ri­tät, die Mög­lich­keit des gemein­sa­men Kämp­fens, zu erfah­ren.

5. Kämp­fen setzt ‚Tech­ni­ken‘ und Orga­ni­sie­rung vor­aus. (Orga­ni­sie­rung ist allein schon not­wen­dig, um Erfah­run­gen nicht nur zu machen, son­dern sie zutref­fend zu ana­ly­sie­ren und die rich­ti­gen Kon­se­quen­zen aus ihnen zu zie­hen. Jede etwas kom­ple­xere Erkennt­nis ent­steht nicht durch indi­vi­du­elle Ein­ge­bung, son­dern durch einen kol­lek­ti­ven Arbeits-​​ und Dis­kus­si­ons­pro­zeß.) Diese (‚Tech­ni­ken’ und Orga­ni­sie­rung) erst dann zu ent­wi­ckeln, wenn eine hin­rei­chend große Anzahl von Leu­ten das rich­tige ‚revo­lu­tio­näre Wol­len‘ hat, würde Zeit ver­schen­ken. – Warum damit nicht schon hier und heute begin­nen?! Es wäre sogar falsch, nicht bereits hier und jetzt in Kämp­fen für Reform­for­de­run­gen damit zu begin­nen, denn:

6. Nie­mandE sollte ver­su­chen, das Berg­stei­gen, mit einer Bestei­gung des Mont Ever­ests, zu begin­nen. Auch Revo­lu­tio­nä­rIn­nen, die sich als ers­tes Pro­jekt vor­neh­men, die ‚Revo­lu­tion zu machen‘, wer­den dabei blu­tig auf die Nase fal­len, was die Nicht-​​RevolutionärInnen wie­derum in der Über­zeu­gung bestär­ken würde, daß es ohne­hin keine rea­lis­ti­sche Alter­na­tive gibt.

7. Erfolg­reich kämp­fen setzt vor­aus, die Kampf­me­tho­den der Geg­ne­rIn­nen ken­nen­zu­ler­nen. Auch damit sollte – wenn es etwas nüt­zen soll – nicht erst in der ver­meint­lich fina­len Schlacht begon­nen wer­den. In jedem Reform­kampf (und andere sind in der BRD z.Z. nicht mög­lich) kann das Ler­nen begin­nen (nur sollte es damit nicht auch enden).

8. In den sel­tens­ten Fälle dürf­ten sich Leute davon über­zeu­gen las­sen, den fal­schen Wil­len zu haben – nach dem Motto: ‚Ihr wollt nur Min­dest­lohn, aber Ihr müßt doch den Kapi­ta­lis­mus (das Patri­ar­chat, den Ras­sis­mus …) abschaf­fen wol­len.‘ Daß Leute etwas sagen, garan­tiert nicht, daß ihnen auch zuge­hört wird. Wer/​welche Zuhö­re­rIn­nen haben will, wird zunächst ein­mal über die The­men, die die gewünsch­ten Zuhö­re­rIn­nen inter­es­sie­ren, etwas Sinn­vol­les sagen müs­sen – und von da aus zu den eig­nen The­men kom­men. – Wieso soll­ten Revo­lu­tio­nä­rIn­nen von ‚den Leu­ten‘ das Zuhö­ren geschenkt bekom­men, wenn sich die Revo­lu­tio­nä­rIn­nen zu dem, was ‚die Leute‘ inter­es­siert – und das sind heute maxi­mal Reform­for­de­run­gen und deren Durch­set­zung –, nicht äußern. Erst wer/​welche dazu Brauch­ba­res zu sagen hat und politisch-​​praktische Vor­schläge macht, kann damit rech­nen, auch zu viel wei­ter­ge­hen­den Pro­jek­ten gehört zu wer­den. (Und gute Vor­schläge zu machen, setzt vor­aus, nicht von der Zuschaue­rIn­nen­bank aus zu kom­men­tie­ren, son­dern in den ent­spre­chen­den Bünd­nis­sen und Bewe­gungs­struk­tu­ren prä­sent zu sein.)

9. Grund­le­gende Ver­än­de­run­gen zu wol­len, setzt auch vor­aus, ein­zelne Ver­bes­se­run­gen durch­ge­setzt zu haben, und dann zu mer­ken, immer noch unzu­frie­den zu sein [vgl. noch ein­mal Punkt a): ‚auf den Geschmack kom­men’].

PS.:
Da es die ADA für einen beson­ders gewich­ti­gen Vor­wurf hält (1, 2, 3, 4, 5, 6), zu sagen, ich sei Revi­sio­nis­tIn, sei auch noch fol­gen­des ange­merkt:

Auch wenn es Lenins Schrift Was tun? war, die einige essentiatlistisch-​​ökonomistische Zwei­deu­tig­kei­ten, die es bei Marx und Engels noch gab, über­wandt, so ist doch die Ein­sicht, daß die poli­ti­sche Pra­xis nicht auf Agi­ta­tion zu beschrän­ken ist und auch der Kampf um Reform­for­de­run­gen zu füh­ren ist, keine len­in­sche Revi­sion der Posi­tion von Marx.

Schon im Kom­mu­nis­ti­schen Mani­fest heißt es:

Sie [Die Kom­mu­nis­ten] kämp­fen für die Errei­chung der unmit­tel­bar vor­lie­gen­den Zwe­cke und Inter­es­sen der Arbei­ter­klasse, aber sie ver­tre­ten in der gegen­wär­ti­gen Bewe­gung zugleich die Zukunft der Bewe­gung.
[Marx/​Engels: Mani­fest der kom­mu­nis­ti­schen Par­tei, S. 97. Digi­tale Biblio­thek Band 11: Marx/​Engels, S. 2675 (vgl. MEW Bd. 4, S. 492)]

Und im Kapi­tal ana­ly­sierte Marx die Durch­set­zung des 10-​​Stunden-​​Tages nicht etwa als belang­los, son­dern als Pro­dukt „lang­wie­ri­ger Klas­sen­kämpfe“:

Man hat gesehn: Diese minu­tiö­sen Bestim­mun­gen, wel­che die Periode, Gren­zen, Pau­sen der Arbeit so mili­tä­risch uni­form nach dem Glo­cken­schlag regeln, waren kei­nes­wegs Pro­dukte par­la­men­ta­ri­scher Hirn­we­be­rei. […] Ihre For­mu­lie­rung, offi­zi­elle Aner­ken­nung und staat­li­che Pro­kla­ma­tion waren Ergeb­nis lang­wie­ri­ger Klas­sen­kämpfe.
[Marx: Das Kapi­tal, S. 417. Digi­tale Biblio­thek Band 11: Marx/​Engels, S. 3731 (vgl. MEW Bd. 23, S. 299)]

Und in sei­ner Kri­tik des Gothaer Pro­gramms von 1875 wandte sich Marx nicht gegen Bünd­nisse mit den Las­sal­lea­nern für kon­krete Ziele (die Marx ver­langte, in der Tat kon­kret zu for­mu­lie­ren [nicht bloß „Nor­mal­ar­beits­tag“, son­dern Nen­nung der Stun­den­zahl; nicht bloß vage „Ver­bot der Kin­der­ar­beit“, son­dern Nen­nung einer Alters­grenze {Abschnitt IV.}]), son­dern dage­gen, für ein sol­ches Bünd­nis, die eige­nen theo­re­ti­schen Posi­tio­nen zu opfern:

Konnte man also nicht – und die Zeit­um­stände lie­ßen das nicht zu – über das Eise­nacher Pro­gramm hin­aus­gehn, so hätte man ein­fach eine Überein­kunft für Aktion gegen den gemein­sa­men Feind abschlie­ßen sol­len. […]. Die Chefs der Las­sal­lea­ner kamen, weil die Ver­hält­nisse sie dazu zwan­gen. Hätte man ihnen von vorn­her­ein erklärt, man lasse sich auf kei­nen Prin­zi­pi­en­scha­cher ein, so hät­ten sie sich mit einem Akti­ons­pro­gramm oder Orga­ni­sa­ti­ons­plan zu gemein­schaft­li­cher Aktion begnü­gen müs­sen.
[Marx: Kri­tik des Gothaer Pro­gramms, S. 5. Digi­tale Biblio­thek Band 11: Marx/​Engels, S. 13166 (vgl. MEW Bd. 19, S. 13-​​14)]

Dies war haar­ge­nau die glei­che Posi­tion wie die, die dann Lenin in sei­ner Linksradikalismus-​​Kritik ver­trat: Kom­mu­nis­tIn­nen müs­sen Bünd­nisse schlie­ßen, aber dür­fen dafür nicht die Frei­heit der Agi­ta­tion, Pro­pa­ganda und poli­ti­schen Tätig­keit, d.h.: der Kri­tik an den refor­mis­ti­schen Bünd­nis­part­ne­rIn­nen, auf­ge­ben.

  1. Louis Alt­hus­ser, Mar­xis­mus und Huma­nis­mus (1963/​65), in: ders., Für Marx, Suhr­kamp: Frank­furt am Main, 1968, 168-​​202 (181) (engl. Fas­sung im inter­net unter: http://​www​.mar​x2​mao​.com/​O​t​h​e​r​/​F​M​6​5​i​i​.​h​t​ml#s7). [zurück]
  2. S. gegen letz­tere Annahme: ebd., 185:
    „In Wahr­heit muß die Bour­geoi­sie an ihren Mythos glau­ben, bevor sie die ande­ren über­zeugt, und nicht nur um sie von ihm zu über­zeu­gen, denn das, was sie in ihrer Ideo­lo­gie lebt, ist die­ses ima­gi­näre Ver­hält­nis zu ihren wirk­li­chen Exis­tenz­be­din­gun­gen, das ihr gleich­zei­tig gestat­tet auf sich ein­zu­wir­ken (sich ein juris­ti­sches und mora­li­sches Bewußt­sein sowie die juris­ti­schen und mora­li­schen Bedin­gun­gen des ökono­mi­schen Libe­ra­lis­mus zu geben) und auf die ande­ren […], um ihre his­to­ri­sche Rolle als herr­schende Klas­sen auf sich zu neh­men, zu erfül­len und zu ertra­gen. In der Ideo­lo­gie der Frei­heit lebt so die Bour­geoi­sie sehr genau ihr Ver­hält­nis zu ihren Exis­tenz­be­din­gun­gen (das Recht der libe­ra­len kapi­ta­lis­ti­schen Ökono­mie) […].“ (meine Hv.)

    Alt­hus­sers lacan­sches „ima­gi­när“ ist aller­dings nicht in ein frank­fur­te­ri­sches „falsch“ zu über­set­zen.* Daß das Ver­hält­nis einer Ideo­lo­gie zu den rea­len Exis­tenz­be­din­gun­gen ima­gi­när sei, bezeich­net den Umstand, daß es nach Alt­hus­ser (a.a.O. [FN 4], dt. S. 140 /​ engl. S. 170) für Ideo­lo­gien cha­rak­te­ris­tisch ist, daß sie die Indi­vi­duen als Sub­jekte (einer Pra­xis – damit sind wir wie­der beim Aspekt der Hand­lungs­fä­hig­keit) anru­fen: Zu han­deln, bedeu­tet, sich selbst als kon­sti­tu­tiv (für das Han­deln und das Hand­lungs­er­geb­nis) vor­zu­stel­len – und (im Inter­esse der Erlan­gung von Hand­lungs­fä­hig­keit) das eigene Kon­sti­tu­iert­sein aus­zu­blen­den.** In die­ser ‚Aus­blen­dung’ liegt zwar eine Ver­ken­nung des eige­nen Kon­sti­tu­iert­seins, aber sie ist doch kein blo­ßer Irr­tum, denn es ist gerade diese Ver­ken­nung, die es tat­säch­lich gestat­tet, auf die Rea­li­tät ein­zu­wir­ken. -

    * [Nach­trag vom 27.10.2009:] Gleich­falls bedeu­tet „imi­gi­när“ hier

    „nicht irreal, son­dern im Gegen­teil mate­ri­ell exis­tent. Indi­vi­duen kön­nen z.B. auf in die­sem Sinne ‚ima­gi­näre‘ Weise das Ver­hält­nis zu den mate­ri­el­len Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­sen in der juris­ti­schen Ideo­lo­gie orga­ni­sie­ren, die sie zu Rechts­sub­jek­ten beruft, Insti­tu­tio­nen, Regeln usw. unter­wirft.“ (Klaus Michael Bog­dal, Zu ret­ten, was zu ret­ten ist? Mate­ria­lis­ti­sche Lite­ra­tur­wis­sen­schaft und ihre Gegen­stände, in: alter­na­tive H. 122/​123, Okt./Dez. 1978, 194-​​208 [200]).

    **

    „In der Ideo­lo­gie tre­ten die Indi­vi­duen in ein spie­gel­bild­li­ches Ver­hält­nis zu ‚ihrer’ Rea­li­tät ein, indem sie das ‚Andere’ immer schon als das ‚Eigene’ wie­der­er­ken­nen, die Rea­li­tät in ihrer deter­mi­nie­ren­den Wir­kung also ver­ken­nen. Die­sem spie­gel­ar­ti­gen Mecha­nis­mus kön­nen die Indi­vi­duen so lange nicht ent­ge­hen, wie die Ideo­lo­gie sie als Sub­jekte anruft, […].“ (Jutta Kolckenbrock-​​Netz, Fabri­ka­tion – Expe­ri­ment – Schöp­fung. Stra­te­gie ästhe­ti­scher Legi­ti­ma­tion im Natu­ra­lis­mus, Win­ter: Hei­del­berg, 1981, 23 – Hv. i.O.). –

    Ob die Begriff­lich­keit von „ima­gi­när“, „spie­gel­bild­lich“ und „spie­gel­ar­tig“ wirk­lich nütz­lich und not­wen­dig ist, um die damit bezeich­ne­ten Mecha­nis­men zu erken­nen und zu ana­ly­sie­ren, sei hier aller­dings aus­drück­lich offen­ge­las­sen. [zurück]

  3. Vgl. Frigga Haug /​ Kor­ne­lia Hau­ser, Mar­xis­ti­sche Theo­rien und femi­nis­ti­scher Stand­punkt, in: Gudrun-​​Axeli Knapp /​ Ange­lika Wet­te­rer (Hg.), Tra­di­tio­nen. Brü­che. Ent­wick­lun­gen femi­nis­ti­scher Theo­rie (Forum Frau­en­for­schung Bd. 6. Schrif­ten­reihe der Sek­tion Frau­en­for­schung in der Deut­schen Gesell­schaft für Sozio­lo­gie), Kore: Frei­burg i. Br., 1992, 115 – 149 (127). [zurück]
  4. Louis Alt­hus­ser, Ideo­lo­gie und Ideo­lo­gi­sche Staats­ap­pa­rate (Anmer­kun­gen für eine Unter­su­chung) (1969/​70), in: ders., Ideo­lo­gie und Ideo­lo­gi­sche Staats­ap­pa­rate. Auf­sätze zur mar­xis­ti­schen Theo­rie, Ham­burg /​ VSA: West­ber­lin, 1977, 108-​​153 (137, 138) (im Inter­net unter: http://​www​.​b​-books​.de/​t​e​x​t​e​p​r​o​j​e​k​t​e​/​a​l​t​h​u​s​s​e​r​/​i​n​d​e​x​.html /​ http://​web​.archive​.org/​w​e​b​/​2​0​0​7​0​9​2​9​1​0​2​7​1​5​/​w​w​w​.​m​a​r​x​i​s​t​i​s​c​h​e​-​b​i​b​l​i​o​t​h​e​k​.​d​e​/​l​o​u​i​s​_​a​l​t​h​u​s​s​e​r.pdf; engl. Fas­sung im inter­net unter: http://​www​.mar​x2​mao​.com/​O​t​h​e​r​/​L​P​O​E​7​0​i​i​.​h​t​ml#s5). [zurück]
  5. ders., Über Brecht und Marx (1968), im Inter­net unter http://​mem​bers​.eunet​.at/​h​a​n​s​6​8​/​b​r​e​c​h​t​_​m​a​r​x.htm (frz. Erst­ver­öff.: Écrits phi­lo­so­phi­ques et poli­ti­ques. Tome II., Stock/​IMEC: Paris, 1995, 541-​​556 [554]). [zurück]
  6. Alt­hus­ser, Ideo­lo­gie und Ideo­lo­gi­sche Staats­ap­pa­rate, a.a.O. (FN 4), 151. [zurück]
  7. „Herr­schafts­frei­heit ist kein posi­ti­ver, son­dern bloß ein nega­ti­ves Ziel. Keine Herr­schaft eben. Statt die exis­tie­rende Herr­schaft zu kri­ti­sie­ren, ver­kün­dest du ein Ideal an dem du die exis­tie­rende Herr­schaft bla­mierst. Du denkst dir ein alter­na­ti­ves Gemein­wohl aus und das ist Moral.“ (Krimli – 31. August 2009 um 13:02 Uhr)

    Aller­dings behaupte ich – wie schon mehr­fach aus­ge­führt – gar kein Gemein­wohl, son­dern treffe eine par­tei­li­che Wahl. [zurück]

  8. Fried­rich Kluge, Ety­mo­lo­gi­sches Wör­ter­buch der deut­schen Spra­che bearb. von Elmar See­bold, de Gruy­ter: Ber­lin, 200224 [CD-​​ROM], s.v. Inter­esse. [zurück]
  9. Duden – Das Her­kunfts­wör­ter­buch, 3. Aufl. Mann­heim 2001 [CD-​​ROM], s.v. Inter­esse. [zurück]
  10. Gareth Sted­man Jones, Why is the labour party in a mess?, in: ders., Lan­gua­ges of class. Stu­dies in English working class history 1832-​​1982, Cam­bridge Uni­ver­sity Press: Cam­bridge /​ Lon­don /​ New York /​ New Rochelle /​ Mel­bourne /​ Syd­ney, 1983, 239-​​256 (242) (eine kür­zere Fas­sung erschien zuvor in: New Socia­list Jan./Feb. 1982). S.a. noch ders., Spra­che und Poli­tik des Char­tis­mus, in: ders., Klas­sen, Poli­tik und Spra­che. Für eine theo­rie­ori­en­tierte Sozi­al­ge­schichte hrsg. u. ein­ge­lei­tet von Peter Schött­ler, West­fä­li­sches Dampffboot: Müns­ter, 1988, 133-​​229 (143 f. – meine Hv.):

    „Bewußt­sein kann nicht auf Erfah­rung bezo­gen wer­den, ohne daß eine beson­dere Spra­che dazwi­schen­tritt, die das Ver­ständ­nis die­ser Erfah­rung orga­ni­siert. Es ist wich­tig, daß mehr als eine Spra­che imstande ist, den­sel­ben Erfah­rungs­ge­halt zu arti­ku­lie­ren. Die Klas­sen­spra­che war nicht bloß eine Ver­ba­li­sie­rung von Wahr­neh­mun­gen oder das Bewußt­wer­den exis­ten­ti­el­ler Tat­sa­chen, wie es bestimmte mar­xis­ti­sche oder sozio­lo­gi­sche Tra­di­tio­nen ange­nom­men haben. Sie war auch nicht bloß die Arti­ku­la­tion der kumu­lier­ten Erfah­run­gen einer beson­de­ren Form von Klas­sen­ver­hält­nis­sen, son­dern sie wurde inner­halb einer kom­ple­xen Rhe­to­rik meta­pho­ri­scher Asso­zia­tio­nen, kau­sa­ler Fol­ge­run­gen und phan­ta­sie­vol­ler Kon­struk­tio­nen auf­ge­baut und geprägt.“

    Genau an die­ser Stelle („daß mehr als eine Spra­che imstande ist, den­sel­ben Erfah­rungs­ge­halt zu arti­ku­lie­ren“) liegt der beson­dere Bei­trag Lenins zur Ana­lyse und Wei­ter­ent­wick­lung poli­ti­scher Pra­xis:

    „Der ent­schei­dende, das mar­xis­ti­sche Den­ken umwäl­zende Gedanke in Was tun? ist, daß sich eine Poli­tik nie ein­fach aus der Klas­sen­be­stim­mung ergibt, son­dern daß – umge­kehrt – ein und die­selbe Klas­sen­be­stim­mung mit ver­schie­de­nen, ja ein­an­der ent­ge­gen­ge­setz­ten Poli­ti­ken arti­ku­liert sein kann. Die­ser Gedanke bricht radi­kal mit der Vor­stel­lung, wie wir sie auch bei Marx und Engels in man­chen For­mu­lie­run­gen gefun­den haben, daß sich der Zusam­men­halt und die Orga­ni­sie­rung der Arbei­ter mehr oder min­der aus der ökono­mi­schen Ent­wick­lung des Kapi­ta­lis­mus selbst erge­ben würde. So ist Schluß mit jeder Illu­sion über ein letzt­li­ches Zusam­men­fal­len von Par­tei und Klasse durch die Ent­wick­lung der bür­ger­li­chen Gesell­schaft. Die Par­tei und ihre Poli­tik wer­den erst zu einem Gegen­stand von Theo­rie.“ (Wie­land Elf­fer­ding, Klas­sen­par­tei und Hege­mo­nie. Zur impli­zi­ten Par­tei­en­theo­rie des Mar­xis­mus, in: ders. /​ Michael Jäger /​ Tho­mas Scheff­ler, Mar­xis­mus und Theo­rie der Par­teien (Argument-​​Sonderband AS 91), Argu­ment: [West]berlin, 1983, 7-​​35 [17 f.]).

    [zurück]

  11. „Wenn man kapiert hat, warum der Kapi­ta­lis­mus einen not­wen­dig schä­digt, dann folgt dar­aus, sein Geg­ner zu sein, weil man die eigene Schä­di­gung nicht will.“ (Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion – 05. Sep­tem­ber 2009 um 8:17 Uhr)

    [zurück]

  12. Noch ein Sted­man Jones-​​Zitat:

    „[…] wenn man in bestimm­ten ele­men­ta­ren Lebens­si­tua­tio­nen etwas lernt, so lernt man/​frau eben nicht eigentlich aus der ‚Erfah­rung‘, son­dern aus der Ver­ar­bei­tung der Erfah­rung, d.h. aufgrund einer Konfrontation mit Begrif­fen, die die­ser Erfah­rung über­haupt erst einen ‚Sinn‘ geben. Wo aber diese Begriffe und Gedan­ken her­kom­men, die somit die Erfahrung struk­tu­rie­ren, ist natür­lich eine wich­tige und offene Frage, aber sie kom­men ganz sicher nicht aus dem Innern des betreffenden Indi­vi­du­ums.“ (in: Peter Schött­ler, Inter­view mit Gareth Sted­man Jones, in: Gareth Sted­man Jones, Klas­sen, Poli­tik und Spra­che, a.a.O. (FN 10), 277-​​317 [308]).

    [zurück]

  13. Sted­man Jones, Lan­gua­ges …, a.a.O (FN 10), 22. [zurück]
  14. „Das Kampf­mit­tel rich­tet sich eben nach dem, was man errei­chen will. Ich will errei­chen, dass die Leute Geg­ner des Eigen­tums und des Kapi­tals wer­den und statt­des­sen eine kom­mu­nis­ti­sche Plan­wirt­schaft errich­ten und das erreicht man nun mal nicht mit Bünd­nis­sen oder der Beein­flus­sung von Kräf­te­ver­hält­nis­sen. Das erreicht man nur, indem man ihnen den Kapi­ta­lis­mus erklärt und warum sie not­wen­dig immer schlecht dabei weg​kom​men​.Es ist also keine Ein­falls­lo­sig­keit, dass Agi­ta­tion das Mit­tel der Wahl ist, son­dern es ist ein­fach das ein­zige Mit­tel aus einem fal­schen Bewusst­sein über die Gesell­schaft ein rich­ti­ges zu machen. Beim Ver­ste­hen und Nach­den­ken hel­fen dir Bünd­nisse, Beein­flus­sung von Kräf­te­ver­hält­nis­sen und Kämpfe schlicht nicht.“ (Krimli – 31. August 2009 um 13:02 Uhr)

    [zurück]

  15. Ergän­zend sei noch auf die Zita­te­samm­lung „Lenin ant­wor­tet der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion“ hin­ge­wie­sen. [zurück]
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