Dialektik: Warum das Lachen der Antidemokratischen Aktion schon wieder zu einem Lachen über sie wird…

- Ant­wort auf Lacher des Tages – 2. Sep­tem­ber 2009 -

„Edit 2: Naja, ich soll­te bes­ser nicht Blog­gen, wenn ich noch krass an­ge­nervt bin[1].“

Selbst­ein­sicht ist der erste Weg zur Bes­se­rung – vox populi vox miner­vae.

„Für eine aus­führ­li­che­re Kri­tik der neu­es­ten Äu­ße­run­gen von TaP s. je­den­falls s. hier.“

Zu dem „s. hier“ kommt bei Gele­gen­heit auch noch was. Jetzt erst ein­mal ande­res dran.

„[1] Und zwar des­we­gen, weil TaP of­fen­sicht­lich doch zu den Leu­ten ge­hört, die einen erst sei­ten­lang zu­schwal­len, um dann doch nur bei GSP = böse un­links zu lan­den und sich über diese Recht­fer­ti­gung wei­te­rer Dis­kus­si­on ver­wei­gern, so­bald man sie kri­ti­siert.“

Über meine ursprüng­li­che Inten­tion kannst Du gar nichts wis­sen – also spar Dich Spe­ku­la­tio­nen.

Viel­mehr ist es ein­fach so, daß sich nach einer Weile der Dis­kus­sion der näm­li­che Ein­druck ver­fes­tigt: näm­lich, daß es gar nicht um eine Kri­tik mei­ner Posi­tion geht – son­dern darum, mir irgend­wel­che GSP-​​Standard-​​Textbausteine um die Ohren zu hauen, die aber gar nichts mit mei­ner tat­säch­li­chen Posi­tion zu tun haben.

„Zumal wenn sich da zu De­nun­zia­ti­ons­zwe­cken ein Bild vom GSP (und sei­ner ver­meint­li­chen An­hän­ger­schaft) ge­bas­telt wird,“

Da muß gar nichts gebas­telt wer­den. Es ist schlicht Eure Pra­xis, die diese Ein­sicht aus­löst.

„was ganz of­fen­sicht­lich nicht zu­trifft (ge­ra­de der GSP weist De­ter­mi­nis­mus doch stän­dig zu­rück, z.B.)“

Star­kes Argu­ment: ‚Ich will kein Deter­mi­nist sein, also bin ich kein Deter­mi­nist.‘ – was zu bewei­sen war: GSP-​​ler sind Wil­lensi­dea­lis­ten.

„und die­ses an Hand von Kom­men­ta­re il­lus­triert wer­den soll, von denen TaP selbst sagt, dass sie nicht weiß, wie deren Ver­fas­ser zum GSP ste­hen (und ge­mein­det btw. selbst GSP-​​​Geg­ner in des­sen Rei­hen mit ein),“

Ich habe mich ein­fach an das gehal­ten, was geschrie­ben wurde, und das stimmte inso­weit überein – was Ihr dar­über hin­aus für Dif­fe­ren­zen habt (bspw. über die unter­schied­li­chen Nun­an­cen Eurer ‚Moral-​​Theorien‘, muß mich nicht wei­ter inter­es­sie­ren, soweit ich ent­we­der das kri­ti­siere, was Euch allen gemein­sam ist, oder aber spe­zi­fi­ziere, wen und was ich kri­ti­siere) – schließ­lich will ich keine GSP-​​Expertin wer­den, son­dern weise nur eine ent­stel­lende Dar­stel­lung mei­ner Posi­tion zurück, die dann anschlie­ßend dazu genutzt wird, angeb­lich meine Posi­tion noch dazu mit schlech­ten Gründe und Gegen­po­si­tio­nen zu kri­ti­sie­ren.

„son­dern sich diese da­nach aus­ge­wählt hat, ob sie ihr zu die­ser blö­den Be­bil­de­rung taug­lich er­schei­nen.“

Beleg?

PS.:

Zum Thema „Gegen­stand­punkt (GSP)“ immer­hin noch ein klei­ner Lese­tipp:

echte idea­lis­ten
over­dose. rand­no­ti­zen und frag­mente am 22. Juli 2008

PPS. v. 06..09.09:

Gegen­stands­wech­sel
http://​gegen​stands​wech​sel​.blog​sport​.de/

PPS v. 09.09.2009:

Kri­tik an Peter Decker’s Demokratie-​​Vortrag
http://​the​bog​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​9​/​0​8​/​k​r​i​t​i​k​-​a​n​-​p​e​t​e​r​-​d​e​c​k​e​r​s​-​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​-​v​o​r​trag/

Ver­spro­chen ist ver­schrie­ben /​ „Ver­pflich­tung“ zum Staat: Ergeb­nisse der neue­ren mar­xis­ti­schen Theo­rie
http://​the​bog​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​9​/​0​1​/​v​e​r​s​p​r​o​c​h​e​n​-​i​s​t​-​v​e​r​s​c​h​r​i​eben/ /​ http://​the​bog​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​8​/​3​1​/​v​e​r​p​f​l​i​c​h​t​u​n​g​-​z​u​m​-​s​t​a​a​t​-​e​r​g​e​b​n​i​s​s​e​-​d​e​r​-​n​e​u​e​r​e​n​-​m​a​r​x​i​s​t​i​s​c​h​e​n​-​t​h​e​orie/

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20 Antworten auf „Dialektik: Warum das Lachen der Antidemokratischen Aktion schon wieder zu einem Lachen über sie wird…“


  1. 1 frage 04. September 2009 um 17:58 Uhr

    >sybille von flatow/freerk huisken 1973

    die waren damals nur leider gar nicht mg/gsp :(

    overdose kritik trifft daher nicht. im selben werk (eigener abschnitt, weil ja andere gruppe) findet sich aber eine kritik an der mg – hat overdove wohl übersehen. nunja.

    es gibt schon kritik an der mg/gsp – das ist allerdings keine.

  2. 2 frage 04. September 2009 um 18:04 Uhr

    http://unterdemstrich.com/digi/projekt%20klassenanalyse%20kritik%20an%20mg%20erlangen.pdf

    siehe da das inhaltsverzeichnis – es ist eine andere gruppe.

  3. 3 TaP 04. September 2009 um 18:11 Uhr

    Die wirklich wichtige Frage wäre doch, ob beide Gruppen/Traditionslinie bzw. AutorInnen, soweit es overdoses Kritik betrifft, die gleiche Position einnahmen / -nehmen oder nicht?

    Falls ja, würde die Kritik den GSP trotzdem treffen? Falls nicht wäre der Beitrag insoweit allerdings für die Katz‘ und sollte neu geschrieben werden.

  4. 4 frage 04. September 2009 um 18:58 Uhr

    http://overdose.blogsport.de/2008/07/22/echte-idealisten/#comment-2102

    die quelle ist auch in den kommentaren zu finden. freiheit & gleichheit = schein. das trifft nicht.

  5. 5 DGSch 04. September 2009 um 19:22 Uhr

    Ändert denn dieses längliche Zitat, das da noch nicht stand, als ich mir die Seite angesehen hatte, etwas an overdoses-Idealismus-Vorwurf?

    Zu dem Zitat selber vielleicht später etwas. – Um diesen ‚Ableitungs‘-Schnickschnack nachvollziehen zu können, muß ich erst eine Pause machen.

    (Diese hegel-marxologische ‚Staatsableitungs‘-Diskussion konnte es wahrscheinlich auch nur in Deutschland geben, oder? Das spielte weder im strukturalen Marxismus, noch im analytischen, noch in den Trikont-Marxismen noch im Realsoz-Marxismus eine Rolle, oder? – Obwohl letztere ja auch Hegel-Fans waren. – Ist tatsächlich eine FRAGE, die weitgehend nur auf einer Intuition von mir beruht.)

  6. 6 bla 04. September 2009 um 19:27 Uhr

    Von Poulantzas ist zumindest folgendes Bonmot überliefert: »I don‘t care for your German Staatsableitung.«
    (Quelle)
    M.E. ist es relativ witzlos sich in diese alten Debatten einzulesen, die Staatstheorie des GegenStandpunkt steht im Bürgerlichen Staat.

  7. 7 Antidemokratische Aktion 04. September 2009 um 20:13 Uhr

    Ja, genau … böser Hegel-Marxismus – und Du wunderst Dich warum man Dich als den Revi bezeichnet, der Du bist? Aber okay, zur Sache: Du leitest also aus der Praxis gegen den Willen zum Eigentum zu agitieren ab, dass „wir“ Deterministen wären, die denken würden, dass die Menschen in einer Eigentumsordnung notwendig Eigentümer sein wollen und also auch die Eigentumsordnung wollen müssen. Was schon ein wenig lächerlich ist, weil gerade die Agitation gegen den Eigentümerwillen doch beweist, dass „wir“ nicht denken, dass man den notwendig haben muss, sondern den genau so gut bleiben lassen kann.

  8. 8 TaP 04. September 2009 um 20:39 Uhr

    Du bist bei dem vorvor- (oder so) -letzten Diskussionsstand!

    Am 30.8. (letzten Monat!) hatte ich um 9:01 h folgende – durch „sicherlich“ ausgedrückte – Vermutung formuliert:

    „Das war sicherlich auch kein Formulierungsmißgeschick seitens porada ninfus, sondern hinter der Formulierung steht ja wahrscheinlich eine bestimmte Ideologie- / Moraltheorie, die sich so paraphrasieren läßt: ‚Weil die Leute EigentümerInnen sind, wollen sie auch das Eigentum und zur Sicherung ihres Eigentums wollen sie auch den Staat. Und weil es den Staat gibt, gibt es schließlich auch Moral.’
    Ich zitiere wörtlich:

    ‚Alle wollen das Eigentum und damit sie ihrem Interesse als Eigentümer nachgehen können, brauchen sie einen Staat der sie gegenseitig auf den Ausschluss vom Reichtum verpflichtet. Weil sie den Staat als Gewaltsubjekt ihres Gemeininteresses wollen, gibt es Moral überhaupt nur.‘

    Das ist ja sicherlich nicht nur als bloße IST-Zustand-Beschreibung gemeint, sondern diese Formulierungen sollen wahrscheinlich beanspruchen – wie mit den Wörtern ‚damit‘ und ‚weil‘ ziemlich deutlich ausgedrückt ist – eine Kausalität zu benennen.“

    porada ninfu / Krim usw. widersprach, was das allererste Glied dieser Kausalkette betrifft – und seitdem ist das Thema vom Tisch –

    was aber nichts daran ändert, daß Ihr Euch nicht für Kräfteverhältnisse nicht interessiert. Das ihr das für eine Quatsch-Kategorie haltet, schreibt ja zumindest noID ganz ausdrücklich.

    Interessant ist aber was ganz anderes: Warum kommt das Eigentum (als Realität) in dem porada-Zitat überhaupt vor?!

    Er verrät es uns nicht. Er sagt später selbst, daß das ein willkürlich gesetzter Ausgangspunkt ist. Für seine Moral-Erklärung würde letztlich der ‚Wille zum Staat‘ reichen. Schon der ‚Wille zum Eigentum‘ ist eine eigentlich überflüssige Ausschmückung.

    Nur mit dem bloßen ‚Wille zum Staat‘ oder auch dem bloßen ‚Wille zum Eigentum‘ – da wäre der Willensidealismus so etwas von offensichtich, daß lieber noch die Realität des Eigentums drumherum gekleistert wird.

    Das mit dem Willens-Unsinn erscheint – zumindest bei oberflächlicher Lektüre und vielleicht auch zur Beruhigung des eigenen marxistischen Anspruchs – dadurch als irgendwie materialistische Theorie.

    Nur ist sie das überhaupt nicht. Es wird ja gerade keine Erklärung für den ‚Willen zum Eigentum‘ geben.

    Der kommt aber weder aus dem Inneren der Subjekte, noch automatisch aus dem Eigentum, sondern es ein Produkt des ideologischen und politischen Klassenkampfes -

    wobei zentral ist, daß Ideologien nicht nur ‚Ideen‘ oder ‚Bewußtsein‘ sind, sondern gerade eine ‚Verknüpfung‘ von Ideen und Praxen sind (genauer bei Althusser, Ideologie u. Ideologische Staatsapparate; hatte ich schon verlinkt).

    Beides kommt bei Euch nicht vor: Weder der ideologische Klassenkampf, noch daß Ideologie nicht nur ‚falsches Bewußtsein‘ sind. Ihr wollt das vermeintliche ‚falsche Bewußtsein‘ (ist das eine unzutreffend Erkenntnis und/oder eine falsche Haltung?!) durch ‚Erklärung‘ (!!!!) des Kapitalismus überwinden.

    Mensch, da waren doch wahrscheinlich die bürgerlichen Aufklärer des 18. Jh.s noch materialistischer – sonst hätte es mit der Frz. Rev. nicht geklappt. --

    PS.: Der Realsoz stand auch auf Hegel – im Hegelianismus sind sich doch Frankfurter Schule und Stalinismus – wenn auch gewissermaßen mit ’spiegelbildlicher‘ Umsetzung/Anwendung – völlig einig [1].

    [1] Kammler, Christiane / Gerhard Plumpe / Peter Schöttler: Philosophie der Ideologie oder Theorie des ideologischen Klassenkampfes, in: alternative H. 118, Feb. 1978, 3 – 15 (4 [über ‚Frankfurt’: „humanistisch-geschichtsteleologische Problematik“], 5 [über ‚Moskau’: „damit die Teleologie restauriert“])
    und
    Kolkenbrock-Netz, Jutta / Peter Schöttler: Für eine marxistische Althusser-Rezeption in der BRD (1977), in: Klaus Thieme et al., Althusser zur Einführung (SOAK-Einführungen 9), SOAK Verlag: Hannover, 1982, 121 – 164 (142 f., 145: hegelianische Konvergenz von – wie es dort heißt – linearer [scil.: Moskauer] und expressiver [scil.: Frankfurter] Kausalität oder auch von Hilferding und Lukács) [um eine „Vorbemerkung 1982“ erweiterter Nachdruck aus: Sandkühler 1977, 43 ff.].

  9. 9 TaP 05. September 2009 um 0:31 Uhr

    @ frage – 04. September 2009 um 18:58 Uhr

    Der entscheinde Punkt von overdose ist doch:

    Flatow/Huisken sagen – lt. overdose –: „der staat wird […] als sachverwalter der allgemeinen interessen […] konstruiert.“
    Das wurde in diversen Kommentare bei der ADA auch so gesagt.

    Worin soll dieses „allgemeine interesse“ nach F/H lt. overdose bestehen? In folgendem: „a) schutz und sicherung des privateigentums vor dem zugriff durch nicht-eigentümer, b) das gesicherte wirtschaftswachstum und c) das reibungslose und krisenfreie funktionieren der wirtschaft.“

    Punkt a) kam auch in den Kommentare bei der ADA mehrfach vor. [Punkt b) und c) nicht, aber das dürfte nicht ausschlaggebend sein, oder?]

    Overdose setzt nun F/H ein Marx/Engels-Zitat aus der Deutschen Ideologie entgegen (sicherlich auch noch nicht das letzte Wort der Staatsanalyse der beiden – aber meinetwegen):

    „Dieses Sichfestsetzen der sozialen Tätigkeit, diese Konsolidation unsres eignen Produkts zu einer sachlichen Gewalt über uns, die unsrer Kontrolle entwächst, unsre Erwartungen durchkreuzt, unsre Berechnungen zunichte macht, ist eines der Hauptmomente in der bisherigen geschichtlichen Entwicklung, und eben aus diesem Widerspruch des besondern und gemeinschaftlichen Interesses nimmt das gemeinschaftliche Interesse als Staat eine selbständige Gestaltung, getrennt von den wirklichen Einzel- und Gesamtinteressen, an und zugleich als illusorische Gemeinschaftlichkeit“ (mew 3, 33 – Hv. von mir).

    Overdose schlußfolgert nun, daß wir es mit einem „merklich[en …] unterschied“ zu tun haben: „zum einen, dass die besonderung des staates nicht aus dem interesse heraus, sondern aus dem prozess der verselbständigten sozialen tätigkeit erklärt wird, zum anderen dass das gesamtinteresse im ausdruck der illusorischen gemeinschaftlichkeit relativiert wird und der staat eben nicht als die institutionalisierung des allgemeinen interesses (allgemeinen willens), sondern als getrennt von den wirklichen interessen (einzel und gesamt) sich konstituiert.“

    Und dann kommt die philosophische Bewertung:

    hier offenbaren flatow/huisken also ihre im genuinen sinne idealistische konzeptionalisierung des staates.“ –

    Damit ist das wichtigste gesagt.

    Und alles weitere sind nur noch Elaborierungen des Grundargument:

    „das wird noch deutlicher, wenn sich angeschaut wird, in welche weiteren überlegungen das ganze eingebettet ist.“

  10. 10 TaP 05. September 2009 um 0:40 Uhr

    Und diese Kritik durch overdose trifft ja ganz direkt den GSP (= Decker):

    „um das so annehmen zu können, müssen einige grundannahmen gemacht werden, die einfach nicht zu halten sind. zum einen wird metaphysisch über die formulierung der drei allgemeinen interessen ein allgemeiner wille des gesamtkapitals konstruiert (was ein schlechter versuch ist, die hegelschen überlegungen zum staat aus der rechtsphilosophie materialistisch zu übersetzen). dazu muss das gesamtkapital als reales vorausgesetzt sein. allerdings existiert das kapital nur in der form von einzelkapitalen. das gesamtkapital ist demgegenüber nur eine vermittlungskategorie. über das realsetzen des gesamtkapitals und das institutionalisieren seines willens im staat wird der staat darüber auf der oberfläche zum subjekt (wer einmal den schon erwähnten decker gehört hat, kennt diese formulierungen: ‚der staat tut‘, ‚der staat macht‘ blablabla). doch ist der schein weg wird der staat zum instrument. damit oszilliert die vorstellung des staates zwischen subjekt und instrument und liegt beides mal daneben.“

  11. 11 TaP 05. September 2009 um 0:44 Uhr

    Und genauso dieses: Eine direkte GSP-Kritik durch overdose:

    „aus der logik der idealistischen staatstheorie heraus folgt dann notwendig, dass die gspler_innen, um sich ihres „materialismus“ zu vergewissern, überall nur staatsidealisten und linke moralist_innen am werk sehen.

  12. 12 Antidemokratische Aktion 05. September 2009 um 7:58 Uhr

    *lolocaust* Der GSP sagt nicht, dass der bgl. Staat der Agent des Gesamtkapitals wäre, sondern die politische Gewalt der bürgerlichen Gesellschaft. Er schreibt ihren Mitgliedern durch die Eigentumsordnung vor, sich als Eigentümer betätigen zu müssen. Wenn sie dann mit einem interessierten Denken auf das Eigentum und die Eigentumsordnung losgehen, also sich dieses zu ihrem Mittel erklären wollen, weil sie es als Mittel benutzen müssen, dann wird das Bewusstsein mit Notwendigkeit falsch, weil sie da ihr Interesse am Klarkommen in der Eigentumsordnung als Ideal in das Eigentum hineinlegen. Woraus dann logisch notwendig folgt, auch den bürgerlichen Staat als Garanten des Eigentums und den nationalen Erfolg als Bedingung eines funktionierenden Staats und von laufender Geschäftstätigkeit zu wollen. Dieses interessierte Denken an den Tag zu legen ist aber alles andere als notwendig. Also agitiert man gegen dieses, um genug Leute zusammenzubekommen, um eine realistische Chance zu haben, diesen Willen gegen die Vertreter des Eigentümerwillens durchzusetzen. Insofern stimmt es sogar fast, wie Du die Position zusammenfasst:

    Ihr wollt das vermeintliche ‚falsche Bewußtsein‘ (ist das eine unzutreffend Erkenntnis und/oder eine falsche Haltung?!) durch ‚Erklärung‘ (!!!!) des Kapitalismus überwinden.

    „Aber wo ist jetzt der Diss, ich peils nicht, man!“ (Kool Savas: Das Urteil)

  13. 13 Antidemokratische Aktion 05. September 2009 um 8:42 Uhr

    Also agitiert man gegen dieses, um genug Leute zusammenzubekommen, um eine realistische Chance zu haben, diesen Willen gegen die Vertreter des Eigentümerwillens durchzusetzen.

    Was btw. auch heißt: erfolgreiche kommunistische Agitation – und ob sie erfolgreich ist, hat man halt nicht in der Hand – ist gleichbedeutend mit einer „Änderung der Kräfteverhältnisse“, nämlich der zwischen Kapitalismusfans und Kommunisten. Und auf diese kommt es ja wohl an, wenn man die Revolution machen will. Getrennt davon „Kräfteverhältnisse ändern“ zu wollen heißt daher notwendig, von objektiver Kritik abzusehen und stattdessen (erfolgreiche) reformistische Kämpfe als Änderung der Kräfteverhältnisse zugunsten von Kommunisten auszugeben, auch wenn es durch diese keinen Kapitalismusfan weniger und keinen Kommunisten mehr gibt. Was es zu deren Rechtfertigung dann nötig macht, denen etwas „im Grunde“ schon Kommunistisches zu unterstellen. Worauf man die „Massenlinie“ dann anpassen müsse, um die dummen Massen, welche man nicht für fähig hält, Argumente zu begreifen, zur Verwirklichung des in ihnen angelegten Kommunismus‘ zu führen, ohne sie dabei durch „Linksextremismus“ zu verschrecken. Revisionismus halt … egal, ob Du Dich dafür auf Thälmann oder auf Althusser beziehst. (Und für Lenin-Fans wie Dich: die Erkenntnis, dass es ohne eine revolutionäre Theorie auch keine revolutionäre Bewegung geben kann und dass man daher die revolutionäre Theorie verbreiten muss, um eine revolutionäre Bewegung zu schaffen, wird somit durchgestrichen – leider auch schon partiell von Lenin selbst.)

  14. 14 bla 05. September 2009 um 13:01 Uhr

    Und diese Kritik durch overdose trifft ja ganz direkt den GSP (= Decker):

    Dazu bitte einfach nochmal den von mir geposteten Kommentar bei overdose oder §1a im Bürgerlichen Staat studieren:

    Die Gemeinschaftlichkeit, der politische Wille aller im Staat beruht auf einer erzwungenen Leistung des einzelnen Willens, der wegen des privaten Nutzens, auf den es ihm ankommt, auch noch als abstrakt-allgemeiner Wille auftritt: „Die Trennung der bürgerlichen Gesellschaft und des politischen Staates erscheint notwendig als eine Trennung des p o l i t i s c h e n Bürgers, des Staatsbürgers, von der bürgerlichen Gesellschaft, von seiner eignen wirklichen, empirischen Wirklichkeit, denn als Staatsidealist ist er ein g a n z a n d e r e s , von seiner Wirklichkeit v e r s c h i e d e n e s , unterschiedenes, entgegengesetztes W e s e n . “ (MEW 1/281)

    Von einem positiven Willen des Gesamtkapitals ist dort nicht die Rede.

  15. 15 l 05. September 2009 um 16:24 Uhr

    Worauf man die „Massenlinie“ dann anpassen müsse, um die dummen Massen, welche man nicht für fähig hält, Argumente zu begreifen, zur Verwirklichung des in ihnen angelegten Kommunismus‘ zu führen, ohne sie dabei durch „Linksextremismus“ zu verschrecken.

    vllt meldet sich ja wirklich mal jemand bei linksaktiv an und schaut sich dort an, wie tap in ‚feldherrenmentalität‘ die ‚dummen massen‘ ‚dumm‘ hält, z.B. im moral-thread, wo tap den christ/innen von jesu paradies auf erden vorschwärmt! da passt die kritik wie die faust aufs auge (im ursprünglichen sinne).

  16. 16 TaP 05. September 2009 um 19:18 Uhr
  17. 17 TaP 05. September 2009 um 23:43 Uhr

    Nachtrag zu TaP – 05. September 2009 um 19:18 Uhr:

    Die kritischen Anmerkungen zu Poulantzas sind jetzt online:

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/09/05/staat-gesellschaft-und-revolutionaere-neubestimmung/

  18. 18 TaP 06. September 2009 um 1:24 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 05. September 2009 um 7:58 Uhr

    „Der GSP sagt nicht, dass der bgl. Staat der Agent des Gesamtkapitals wäre, sondern die politische Gewalt der bürgerlichen Gesellschaft. Er schreibt ihren Mitgliedern durch die Eigentumsordnung vor, sich als Eigentümer betätigen zu müssen.“

    Heißt: Kapitalismus gibt es, weil der Staat es vorschreibt, vielleicht auch noch, weil die Leute den Staat ‚wollen‘, weil sie das Eigentum ‚wollen‘, weil sich die Katze in den Schwanz beißen will…???

    Mensch, der GSP muß echt ein kreatives Blatt sein. Veranstalte doch mal ein kleines Preisausschreiben. Preisfrage: „Wer ist der objektivste marxistische Theoretiker nicht nur des 20., sondern auch des 21. Jahrhunderts?“ Antwort: „Peter Decker“. Läßt Du für die ersten 20 EinsenderInnen ein GSP-Jahresabo springen?

    „Wenn sie dann mit einem interessierten Denken auf das Eigentum und die Eigentumsordnung losgehen, also sich dieses zu ihrem Mittel erklären wollen, weil sie es als Mittel benutzen müssen, dann wird das Bewusstsein mit Notwendigkeit falsch, weil sie da ihr Interesse am Klarkommen in der Eigentumsordnung als Ideal in das Eigentum hineinlegen.“

    Warum hat die Katze ein notwendig falsches Bewußtsein? Weil sich nicht auf den Ratschlag des GSP hört, es sein zu lassen, sich in den Schwanz beißen zu wollen.

    „Also agitiert man gegen dieses, um genug Leute zusammenzubekommen, um eine realistische Chance zu haben, diesen Willen gegen die Vertreter des Eigentümerwillens durchzusetzen.“

    Wie macht der GSP Revolution? Indem er gegen Katzen mit notwendig falschem Bewußtsein notwendig falsch agitiert und sich dabei am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht.

  19. 19 TaP 06. September 2009 um 1:36 Uhr

    @ bla – 05. September 2009 um 13:01 Uhr:

    Und was beweist das jetzt?

    Widerlegt das den Idealismus-Vorwurf?

    Und was für einen theoretischen Status hat denn MEW 1, S. 281?!

    Zumindest nicht gerade den des letzten Wortes der materialistische Staatstheorie, oder?

  20. 20 Tap 06. September 2009 um 15:07 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 05. September 2009 um 8:42 Uhr:

    „erfolgreiche kommunistische Agitation – und ob sie erfolgreich ist, hat man halt nicht in der Hand – ist gleichbedeutend mit einer ‚Änderung der Kräfteverhältnisse‘, nämlich der zwischen Kapitalismusfans und Kommunisten.“

    1. Fehler: Reduktion des politischen Kampfes auf Agitation = Reduktion des Kräfteverhältnisses auf ein rein intellektuelles (geistiges) Verhältnis.

    „Und auf diese kommt es ja wohl an, wenn man die Revolution machen will. Getrennt davon ‚Kräfteverhältnisse ändern‘ zu wollen heißt daher notwendig, von objektiver Kritik abzusehen“

    2. Fehler: Nicht-Unterscheidung zwischen Erkenntnis und Haltung. Eine kritische Haltung zum und Praxis gegen den Kapitalismus ist nicht objektiv, sondern parteilich;
    und aus einer objektiven Erkenntnis des Kapitalismus folgt nicht automatisch eine negative Haltung zum Kapitalimus.1
    M.a.W.: Ihr blendet den ideologischen Klassenkampf, der um Einstellungs-/Haltungsfragen, um die Formierung einer revolutionären Bewegungen usw. (was alles nicht nur Erkenntnisfragen sind) aus.
    Euch trifft genau die gleiche Kritik, die Althusser gegen die Führung der Kommunistischen Partei Frankreichs richtete:

    „Das Bewußtsein, das sind Ideen, und Ideen sind das, was man bekannt machen, d.h. verbreiten muß. Bewußtsein, Ideen, Verbreitung von Ideen. Hier haben wir eine vollständig idealistische Konzeption der politischen Praxis.“
    „Um mit solcher Sicherheit [wie sie frz. KP hatte, TaP] den Besitz jener Wahrheit zu beanspruchen, […], d.h. den Besitz der Wahrheit über ihre [der ArbeiterInnen, TaP] eigenen Interessen, deren sie sich ‚bewußt werden‘ (und um überzeugt zu sein, daß die ‚Bewußtwerdung‘, […], vor allem aus einem einfachen ‚Kampf der Ideen‘ hervorgehen kann, in dem es genügt, dem Bewußtsein der Arbeiter unsere Ideen über die Krise und unsere Ideen über die Perspektive der Veränderung darzulegen), muß man jeden Materialismus, jede Dialektik sowie das elementare und fundamentale Prinzip der konkreten Analyse, das mit der marxistischen Theorie zusammenfällt, aufgegeben haben.“ (meine Hv.).
    (Louis Althusser, Wie es in der FKP nicht weitergehen kann, ders., Krise des Marxismus [Reihe Positionen. Bd. 6 hrsg. von Peter Schöttler], VSA: Hamburg, 1978, 80-146 (92, 95); vgl. auch noch: Althusser, Ideologie und ideologische Staatsapparate http://web.archive.org/web/20070929102715/www.marxistische-bibliothek.de/louis_althusser.pdf)

    „und stattdessen (erfolgreiche) reformistische Kämpfe als Änderung der Kräfteverhältnisse zugunsten von Kommunisten auszugeben, auch wenn es durch diese keinen Kapitalismusfan weniger und keinen Kommunisten mehr gibt.“

    3., 4. und 5. Fehler: Der Glaube, allein das unmittelbare Kräfteverhältnis zwischen Kapitalismus-BefürworterInnen und AntikapitalistInnen sei für KommunistInnen relevant und KommunistInnen hätten unterhalb des Kommunismus keine Teilziele, für die es sich zu kämpfen lohnt.
    Ihr denkt eben in (Gegen)Standpunkten statt in den Kräfteverhältnissen.

    „Was es zu deren Rechtfertigung dann nötig macht, denen etwas ‚im Grunde‘ schon Kommunistisches zu unterstellen. Worauf man die ‚Massenlinie‘ dann anpassen müsse, um die dummen Massen, welche man nicht für fähig hält, Argumente zu begreifen, zur Verwirklichung des in ihnen angelegten Kommunismus‘ zu führen, ohne sie dabei durch ‚Linksextremismus‘ zu verschrecken.“

    6. Fehler: Zu Unterstellungen greifen / PappkameradInnen aufbauen, um sie umhauen zu können statt sich mit den tatsächlichen Gegenpositionen argumentativ auseinanderzusetzen.

    „Revisionismus halt … egal, ob Du Dich dafür auf Thälmann oder auf Althusser beziehst.“

    7. Fehler: Keine Argumente vorbringen, sondern Argument-Surrogate wie „halt“ (sehr beeindruckend) verwenden, wenn Ihr nicht weiter wißt.

    „(Und für Lenin-Fans wie Dich: die Erkenntnis, dass es ohne eine revolutionäre Theorie auch keine revolutionäre Bewegung geben kann und dass man daher die revolutionäre Theorie verbreiten muss, um eine revolutionäre Bewegung zu schaffen, wird somit durchgestrichen – leider auch schon partiell von Lenin selbst.) „

    8. Fehler: Wiederholt den 6. Fehler.

    ------

    „Auf keinem Fall darf der Marxismus die (der Großbourgeoisie und der Sozialdemokratie gemeinsame) Position einnehmen und die ökonomischen und politischen Probleme in Begriffen der ‚Rationalität‘ und der ‚Irrationalität‘, in Begriffen der logischen Wahl zwischen rationalen ‚Modellen‘ der Gesellschaft statt in Begriffen des Klassenkampfs formulieren.“
    (Étienne Balibar, Marxismus, Rationalismus, Irrationalismus und Soziale Krise und Ideologische Krise, in: alternative, H. 116, Okt. 1977, 225 – 232 und H. 118, Feb. 1978, 18 – 23 [22] (frz. Erstveröff.: La Nouvelle Critique Nr. 99, Dez. 1976).

    Der Marxismus ist rational, aber nicht rationalistisch!

    Der Marxismus träumt nicht den aufklärerischen Traum von der ‚Allmacht der wahren Ideen‘!

    -----

    Vgl. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/09/03/ns-und-demokratie-verhalten-sich-zu-einander-nicht-wie-rosenkohl-und-sauerkraut/#comment-312
    und
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/09/03/ns-und-demokratie-verhalten-sich-zu-einander-nicht-wie-rosenkohl-und-sauerkraut/#comment-334
    sowie
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/09/03/ns-und-demokratie-verhalten-sich-zu-einander-nicht-wie-rosenkohl-und-sauerkraut/#comment-335
    und schließlich:
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/09/03/ns-und-demokratie-verhalten-sich-zu-einander-nicht-wie-rosenkohl-und-sauerkraut/#comment-336. [zurück]

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