Lenin antwortet der Antidemokratischen Aktion

Wodurch wurde die Okto­ber­re­vo­lu­tion mög­lich wurde?

„Zwei­tens durch ihre [der Bol­sche­wiki] Fähig­keit, sich mit den brei­tes­ten Mas­sen der Werk­tä­ti­gen, in ers­ter Linie mit den pro­le­ta­ri­schen, aber auch mit den nicht­pro­le­ta­ri­sc­ben werk­tä­ti­gen Mas­sen zu ver­bin­den, sich ihnen anzu­nä­hern, ja, wenn man will, sich bis zu einem gewis­sen Grade mit ihnen zu ver­schmel­zen. Drit­tens durch die Rich­tig­keit der poli­ti­schen Füh­rung, die von die­ser Avant­garde ver­wirk­licht wird, durch die Rich­tig­keit ihrer poli­ti­schen Stra­te­gie und Tak­tik, unter der Bedin­gung, daß sich die brei­tes­ten Mas­sen durch eigene Erfah­rung von die­ser Rich­tig­keit über­zeu­gen. […]. Diese Bedin­gun­gen kön­nen […] nicht auf ein­mal ent­ste­hen. Sie wer­den nur durch lan­ges Bemü­hen, durch harte Erfah­rung erar­bei­tet; ihre Erar­bei­tung wird erleich­tert durch die rich­tige revo­lu­tio­näre Theo­rie, die ihrer­seits kein Dogma ist, son­dern nur in engem Zusam­men­hang mit der Pra­xis einer wirk­li­chen Mas­sen­be­we­gung und einer wirk­lich revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung end­gül­tige Gestalt annimmt.“ (http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​l​e​n​i​n​/​1​9​2​0​/​l​i​n​k​s​r​a​d​/​k​a​p​0​2​.html)

Kön­nen sich Kom­mu­nis­tIn­nen bis zum Tag X auf Pro­pa­ganda beschrän­ken? Oder ist erfor­der­lich, in die aktu­elle Tages­po­li­tik zu inter­ve­nie­ren?

„Das Bewußt­sein der Arbei­ter­klasse kann kein wahr­haft poli­ti­sches sein, wenn die Arbei­ter nicht gelernt haben, auf alle und jeg­li­che Fälle von Will­kür und Unter­drü­ckung, von Gewalt und Miß­brauch zu rea­gie­ren, wel­che Klas­sen diese Fälle auch betref­fen mögen, und eben vom sozi­al­de­mo­kra­ti­schen [scil.: kom­mu­nis­ti­schen – der Text wurde vor der Grün­dung rus­si­schen, spä­ter sowje­ti­schen KP, geschrie­ben, TaP] und nicht von irgend­ei­nem ande­ren Stand­punkt aus zu rea­gie­ren. Das Bewußt­sein der Arbei­ter­mas­sen kann kein wahr­haf­tes Klas­sen­be­wußt­sein sein, wenn die Arbei­ter es nicht an kon­kre­ten und dazu unbe­dingt an bren­nen­den (aktu­el­len) poli­ti­schen Tat­sa­chen und Ereig­nis­sen ler­nen, jede andere Klasse der Gesell­schaft in allen Erschei­nungs­for­men des geis­ti­gen, mora­li­schen und poli­ti­schen Lebens die­ser Klas­sen zu beob­ach­ten; wenn sie es nicht ler­nen, die mate­ria­lis­ti­sche Ana­lyse und mate­ria­lis­ti­sche Beur­tei­lung aller Sei­ten der Tätig­keit und des Lebens aller Klas­sen, Schich­ten und Grup­pen der Bevöl­ke­rung in der Pra­xis anzu­wen­den. Wer die Auf­merk­sam­keit, die Beob­ach­tungs­gabe und das Bewußt­sein der Arbei­ter­klasse aus­schließ­lich oder auch nur vor­wie­gend auf sie sel­ber lenkt, der ist kein Sozi­al­de­mo­krat, denn die Selbst­er­kennt­nis der Arbei­ter­klasse ist untrenn­bar ver­bun­den mit der abso­lu­ten Klar­heit nicht nur der theo­re­ti­schen … sogar rich­ti­ger gesagt: nicht so sehr der theo­re­ti­schen als viel­mehr der durch die Erfah­rung des poli­ti­schen Lebens erar­bei­te­ten Vor­stel­lun­gen von den Wech­sel­be­zie­hun­gen aller Klas­sen der moder­nen Gesell­schaft.“ (http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​l​e​n​i​n​/​1​9​0​2​/​w​a​s​t​u​n​/​k​a​p​3​c.htm)

(Wie) müs­sen Kom­mu­nis­tIn­nen für Refor­men kämp­fen?

„Die Sozia­lis­ten [auch hier ist ent­spre­chend zu lesen: Kom­mu­nis­tIn­nen – da auch die­ser Text vor der Grün­dung der rus­si­schen, spä­ter sowje­ti­schen KP, geschrie­ben wurde, TaP] ver­zich­ten kei­nes­wegs auf den Kampf für die Durch­füh­rung von Refor­men. […]. Es ist aber ein blo­ßer bür­ger­li­cher Betrug, wenn man Refor­men pre­digt für Fra­gen, die die Geschichte und die ganze poli­ti­sche Situa­tion nur als durch die Revo­lu­tion zu lösende stem­pelt.“ (http://​www​.mlwerke​.de/​l​e​/​l​e​2​2​/​l​e​2​2​_​1​7​2.htm)

„We shall never reduce our tasks to that of sup­porting the slo­gans of the refor­mist bour­geoi­sie that are most in vogue. We pur­sue an inde­pen­dent policy and put for­ward only such reforms as are undoub­tedly favou­ra­ble to the inte­rests of the revo­lu­tio­nary struggle, that undoub­tedly enhance the inde­pen­dence, class-​​consciousness and fight­ing effi­ci­ency of the pro­le­ta­riat. Only by such tac­tics can reforms from above, which are always half-​​hearted, always hypo­cri­ti­cal, and always con­ceal some bour­geois or police snare, be made inno­cuous.
More than that. Only by such tac­tics can real pro­gress be achie­ved in the mat­ter of import­ant reforms. This may sound para­do­xi­cal, but its truth is con­fir­med by the whole history of the inter­na­tio­nal Social-​​Democratic move­ment. Refor­mist tac­tics are the least likely to secure real reforms. The most effec­tive way to secure real reforms is to pur­sue the tac­tics of the revo­lu­tio­nary class struggle. Actually, reforms are won as a result of the revo­lu­tio­nary class struggle, as a result of its inde­pen­dence, mass force and stead­fast­ness.“ (http://​www​.mar​xists​.org/​a​r​c​h​i​v​e​/​l​e​n​i​n​/​w​o​r​k​s​/​1​9​0​6​/​j​u​n​/​2​8.htm)

Sind Kom­pro­misse immer unzu­läs­sig?

„Stel­len Sie sich vor, daß Ihr Auto­mo­bil von bewaff­ne­ten Ban­di­ten ange­hal­ten wor­den ist. Sie geben ihnen Ihr Geld, Ihren Paß, Ihren Revol­ver, Ihren Wagen. Sie wer­den von der ange­neh­men Gesell­schaft der Ban­di­ten erlöst. Das ist zwei­fel­los ein Kom­pro­miß. ‚Do ut des.’ (‚Ich gebe’ dir mein Geld, meine Waffe, mei­nen Wagen, ‚damit du’ mir die Mög­lich­keit ‚gibst’, mich wohl­be­hal­ten aus dem Staube zu machen.) Es dürfte indes schwer­fal­len, einen Men­schen zu fin­den, der bei gesun­dem Ver­stand ein der­ar­ti­ges Kom­pro­miß für ‚prin­zi­pi­ell unzu­läs­sig’ oder aber die Per­son, die ein sol­ches Kom­pro­miß geschlos­sen hat, für einen Kom­pli­cen der Ban­di­ten erklä­ren würde (obgleich die Ban­di­ten, nach­dem sie im Auto­mo­bil Platz genom­men hat­ten, den Wagen und die Waffe für wei­tere Raub­über­fälle benut­zen konn­ten).“ (http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​l​e​n​i​n​/​1​9​2​0​/​l​i​n​k​s​r​a​d​/​k​a​p​0​4​.html)

„Krieg füh­ren zum Sturz der inter­na­tio­na­len Bour­geoi­sie, einen Krieg, der hun­dert­mal schwie­ri­ger, lang­wie­ri­ger, kom­pli­zier­ter ist als der hart­nä­ckigste der gewöhn­li­chen Kriege zwi­schen Staa­ten, und dabei im vor­aus auf das Lavie­ren, auf die Aus­nut­zung von (wenn auch zeit­wei­li­gen) Inter­es­sen­ge­gen­sät­zen zwi­schen den Fein­den, auf Überein­kom­men und Kom­pro­misse mit mög­li­chen (wenn auch zeit­wei­li­gen, unbe­stän­di­gen, schwan­ken­den, beding­ten) Ver­bün­de­ten ver­zich­ten – ist das nicht über alle Maßen lächer­lich? Ist das nicht das­selbe, als wollte man bei einem schwie­ri­gen Auf­stieg auf einen noch uner­forsch­ten und bis­her unzu­gän­glie­hen Berg von vorn­her­ein dar­auf ver­zich­ten, manch­mal im Zick­zack zu gehen, manch­mal umzu­keh­ren, die ein­mal gewählte Rich­tung auf­zu­ge­ben und ver­schie­dene Rich­tun­gen zu ver­su­chen?“ (http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​l​e​n​i​n​/​1​9​2​0​/​l​i​n​k​s​r​a​d​/​k​a​p​0​8​.html)

„Einen mäch­ti­ge­ren Geg­ner kann man nur unter größ­ter Anspan­nung der Kräfte und nur dann besie­gen, wenn man unbe­dingt aufs ange­le­gent­lichste, sorg­samste, vor­sich­tigste, geschick­teste sowohl jeden, selbst den kleins­ten ‚Riß‘ zwi­schen den Fein­den, jeden Inter­es­sen­ge­gen­satz zwi­schen der Bour­geoi­sie der ver­schie­de­nen Län­der, zwi­schen den ver­schie­de­nen Grup­pen oder Schich­ten der Bour­geoi­sie inner­halb der ein­zel­nen Län­der als auch jede, selbst die kleinste Mög­lich­keit aus­nutzt, um einen Ver­bün­de­ten unter den Mas­sen zu gewin­nen, mag das auch ein zeit­wei­li­ger, schwan­ken­der, unsi­che­rer, unzu­ver­läs­si­ger, beding­ter Ver­bün­de­ter sein. Wer das nicht begrif­fen hat, der hat auch nicht einen Deut vom Mar­xis­mus und vom wis­sen­schaft­li­chen, moder­nen, Sozia­lis­mus über­haupt begrif­fen. Wer nicht wäh­rend einer recht beträcht­li­chen Zeit­spanne und in recht ver­schie­den­ar­ti­gen poli­ti­schen Situa­tio­nen prak­tisch bewie­sen hat, daß er es ver­steht, diese Wahr­heit in der Tat anzu­wen­den, der hat noch nicht gelernt, der revo­lu­tio­nä­ren Klasse in ihrem Kampf um die Befrei­ung der gesam­ten werk­tä­ti­gen Mensch­heit von den Aus­beu­tern zu hel­fen. […]. Unsere Theo­rie ist kein Dogma, son­dern eine Anlei­tung zum Han­deln, pfleg­ten Marx und Engels zu sagen, […]. ‚Die poli­ti­sche Tätig­keit ist nicht das Trot­toir des Newski-​​Prospekts‘ (das sau­bere, breite, glatte Trot­toir der schnur­ge­ra­den Haupt­straße Peters­burgs), pflegte schon N.G. Tscher­ny­schew­ski, der große rus­si­sche Sozia­list der vor­marx­schen Periode, zu sagen.“ (ebd.)

Was müs­sen sich Kom­mu­nis­tIn­nen in Bünd­nis­sen unbe­dingt bewah­ren?

„[…] die vollste Frei­heit der Agi­ta­tion, Pro­pa­ganda und poli­ti­schen Tätig­keit […]. Ohne die letzte Bedin­gung darf man sich natür­lich nicht auf einen Block ein­las­sen, denn das wäre Ver­rat: Die vollste Frei­heit der Ent­lar­vung der Hen­der­son und Snow­den müs­sen die eng­li­schen Kom­mu­nis­ten ebenso unbe­dingt ver­fech­ten und durch­set­zen, wie die rus­si­schen Bol­sche­wiki sie (fünf­zehn Jahre lang, von 1903 bis 1917) gegen­über den rus­si­schen Hen­der­son und Snow­den, d.h. gegen­über den Men­sche­wiki, ver­foch­ten und durch­ge­setzt haben.“ (http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​l​e​n​i​n​/​1​9​2​0​/​l​i​n​k​s​r​a​d​/​k​a​p​0​9​.html)

Ste­hen Kom­mu­nis­tIn­nen der Alter­na­tive von Repu­blik und Mon­arch indif­fe­rent gegen­über?

„Wenn Engels sagt, daß in einer demo­kra­ti­schen Repu­blik der Staat ‚nicht min­der‘ als in der Mon­ar­chie eine ‚Maschine zur Unter­drü­ckung einer Klasse durch eine andre‘ bleibt, so bedeu­tet das durch­aus nicht, daß die Form der Unter­drü­ckung dem Pro­le­ta­riat gleich­gül­tig sei, wie man­che Anar­chis­ten ‚leh­ren‘. Eine brei­tere, freiere, offe­nere Form des Klas­sen­kamp­fes und der Klas­sen­un­ter­drü­ckung bedeu­tet für das Pro­le­ta­riat eine rie­sige Erleich­te­rung im Kampf um die Auf­he­bung der Klas­sen über­haupt.“ (http://​www​.mar​xists​.org/​d​e​u​t​s​c​h​/​a​r​c​h​i​v​/​l​e​n​i​n​/​1​9​1​7​/​s​t​a​a​t​r​e​v​/​k​a​p​i​t​e​l​4.htm)

Siehe ergän­zend und aktua­li­sie­rend:

Exis­tenz­geld – Min­dest­löhne und ‚Poli­ti­sie­rung‘ /​ rich­tige und fal­sche Reform­for­de­run­gen
- zugleich Stel­lung­nahme zu Ofen­schlot, ♥Tek­knoatze und gluck -

Abschnitte:
II.2. Warum ist nun aber rich­tig der­ar­tige tat­säch­li­che Reform­for­de­run­gen zu stel­len?
III. Kri­te­rien zur Unter­schei­dung zwi­schen rich­ti­gen und fal­schen Reform­for­de­run­gen und deren Anwen­dung auf Existenzgeld-​​ und Mindestlohn-​​Forderung

http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​9​/​0​1​/​e​x​i​s​t​e​n​z​g​e​l​d​-​m​i​n​d​e​s​t​l​o​e​h​n​e​-​u​n​d​-​p​o​l​i​t​i​s​i​e​r​u​n​g​-​r​i​c​h​t​i​g​e​-​u​n​d​-​f​a​l​s​c​h​e​-​r​e​f​o​r​m​f​o​r​d​e​r​u​ngen/

Dies als Ant­wort zu:

Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion, Ein letz­tes Mal zu TaP.

Viel­leicht mache ich mir bei Gele­gen­heit auch noch die Bemühe all die unwah­ren Unter­stel­lun­gen in dem Text der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion im ein­zel­nen zu berich­ti­gen. Abge­se­hen von dem wört­lich ange­führ­ten Zitat hat in dem gan­zen Text so ziem­lich nichts mit mei­ner tat­säch­li­chen Posi­tion zu tun. Bspw. ist die Pas­sage zu Antifa-​​Sitzblockaden voll­stän­dig frei erfun­den. Daß die Poli­zei „unter Vor­wän­den wie man­geln­de Si­cher­heit wegen [… einer Antifa-]Sitz­blo­cka­de, Nicht­ein­hal­ten von De­mo­auf­la­gen etc.“ Nazi-​​Demonstrationen un­ter­bin­det, ist bspw. m.E. grund­le­gend zu ver­ur­tei­len – es sei denn es würde eine ein­sei­tig anti-​​faschistische Son­der­ge­setz­ge­bung ein­ge­führt (was ich aller­dings auch allen­falls bedingt rich­tig finde), die über die in Art. 131 GG genann­ten die alli­ier­ten Ent­na­zi­fi­zie­rungs­be­stim­mun­gen hin­aus­geht.
Und in der Tat ist es m.E. not­wen­dig zwi­schen faschis­ti­schen Ver­bre­chen und faschis­ti­schen Mei­nungs­äu­ße­run­gen zu unter­schei­den (Und das weiß die Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion aus ihrem eige­nen blog von mir: TaP – 30. August 2009 um 9:01 Uhr, FN 6, Abschnitt III.1. [@ Admi­nis­tra­tor 27. August 2009 um 22:21 Uhr]: „Das ist bei­des nicht meine Posi­tion.“) . Der staats­tra­gende Anti­fa­schis­mus, der sich zum Was­ser­trä­ger der Ein­schrän­kung demo­kra­ti­scher Frei­heits­rechte macht, ist unbe­dingt zu kri­ti­sie­ren – und ich kri­ti­siere ihn. (Ich werde hier noch dem­nächst einen Text pos­ten, den ich kürz­lich an VVN schickte. [Ist jetzt dort gesche­hen. TaP – 04.07.09])

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35 Antworten auf „Lenin antwortet der Antidemokratischen Aktion“


  1. 1 Antidemokratische Aktion 03. September 2009 um 19:44 Uhr

    Tzzzzzzzzzzz, das mit den Antifa-Blockaden war ein Beispiel für so ein Vorgehen, das ich bspw. vom LinksRuck kenne. Dass Du das genauso machst, war schlicht nicht meine Behauptung.

    Und der Rest folgt aus dem von mir angeführten Zitat:

    Wie sol­len denn die Kom­mu­nis­ten eine „echte Be­we­gung“ wer­den, wenn sie nir­gends po­li­tisch-​prak­tisch in­ter­ve­nie­ren, nir­gends die Brauch­bar­keit ihrer Ana­ly­sen und Stra­te­gi­en unter Be­weis stel­len, son­dern sich nur auf die Pro­duk­ti­on und Ver­brei­tung von ‚Er­klä­run­gen‘ („indem man ihnen den Ka­pi­ta­lis­mus er­klärt“) be­schrän­ken?!

    sowie aus:

    Krimis antwortet auf meine Position: „Wenn Kommunismus nicht sein kann, dann soll lieber Demokratie als NS sein.“:

    Kritikabel ist, dass du dich geistig schon drauf einstellst, dass Kommunismus nicht sein kann.

    Kritikabel ist Deines Erachtens, daß ich eine ggf. (und zur Zeit: in der Tat) bestehende Realität zur Kenntnis nehme und vorschlage, die politische Strategie darauf einzustellen. Na wunderbar!

    Nicht Kritikabel soll dagegen sein, sich auf das ‚Nicht-Wollen des Eigentums‘ und Agitation für dieses ‚Nicht-Wollen‘ zu beschränken.

    Mir scheint: Die unterschiedlichen Positionen liegen klar auf dem Tisch – jeder kann wählen.

    Du formulierst da schließlich selbst als Kerndifferenz, ob man richtige Argumente verbreiten will, oder ob man in Bewegungen bzw. Kämpfen beweisen will, dass man diese erfolgreich führen kann. Daraus folgt dann aber auch, ob man ein Interesse an der richtigen Bestimmung der Gegenstände hat, weil man richtige Argumente verbreiten will, oder ob man Theorie nach dem Interesse betreibt, die gerade auserkorene Bewegung zu rechtfertigen und ihr Mittel für den Erfolg ihrer nicht-kommunistischen Ziele an die Hand zu geben, auf dass sie wegen Wertschätzung der Kommunisten dafür denen auch mal was glaubt. Tja, dann kann jeder wählen, ob er richtige Argumente lernen und verbreiten will, oder solchen opportunistischen Unfug betreiben. Da Du Deine Wahl für diesen längst getroffen hast, stoßen bei Dir Argumente zur objektiven Klärung der Sache notwendig auf taube Ohren, solange Du Dich nicht umentscheidest.

  2. 2 TaP 03. September 2009 um 20:31 Uhr

    Erst einmal nur dazu:

    „Du formulierst da schließlich selbst als Kerndifferenz, ob man richtige Argumente verbreiten will, oder ob man in Bewegungen bzw. Kämpfen beweisen will, dass man diese erfolgreich führen kann.“

    Ich bestreitet vielmehr, daß es notwendig und sinnvoll ist, mit den richtigen Argumenten hinter den Berg zu halten, um in Bewegungen mitzuarbeiten,

    und bin vielmehr der Ansicht, daß es notwendig ist, in Bewegungen mitzuarbeiten, um diesen richtigen Argumenten die größstmögliche Wirksamkeit zu verschaffen.

    Des weiteren bin ich der Ansicht, daß – solange die Reformforderungen, für die dort gekämpft wird, richtig ausgewählt werden und nur diese unterstützt und andere kritisiert werden (s. am Beispiel Mindestlohn vs. Existenzgeld: dort), sich KommunistInnen für eine solche Mitarbeit in Bewegungen auch nicht verbiegen müssen, sondern daß sie an diesen richtigen Reformforderungen selbst ein positives Interesse haben

    und, daß alldies – seit es die dt. Lenin-Werkausgabe gibt – auch alles in der deutschen Provinz bekannt sein sollte.

  3. 3 Behauptung 03. September 2009 um 20:35 Uhr

    Dass Du das genauso machst, war schlicht nicht meine Behauptung.

    Das nächste Mal Korrekturlesen vor dem Veröffentlichen.

    Wes­halb Dir auch so viel am An­ti­fa­schis­mus liegt: weil die Neo­na­zis zum einen eh als die na­tio­na­len Ab­weich­ler (= böse) gel­ten und zum an­de­ren genau des­halb die ge­ball­te Staats­macht gegen sich haben, kann man sich ei­ner­seits mit sei­nem Be­kennt­nis zum An­ti­fa­schis­mus bei den Leu­ten ein­schlei­men und die sich ein­stel­len­den Er­fol­ge im An­ti­na­zi­kampf als die sei­nen aus­ge­ben, auch wenn es wel­che der de­mo­kra­ti­schen Staats­ge­walt waren. Bei­spiels­wei­se in der Be­haup­tung, dass die Po­li­zei die Neo­na­zi­de­mo hätte un­ter­bin­den müs­sen

    Der Text liest sich schon so.

    Du formulierst da schließlich selbst als Kerndifferenz, ob man richtige Argumente verbreiten will, oder ob man in Bewegungen bzw. Kämpfen beweisen will, dass man diese erfolgreich führen kann.

    Dieser Gegensatz ist konstruiert. Es Heißt schließlich

    Brauch­bar­keit ihrer Ana­ly­sen und Stra­te­gi­en unter Be­weis stel­len

    Zuerst die Analyse, dann die Intervention. Und nicht Intervention statt Analyse.

  4. 4 Antidemokratische Aktion 03. September 2009 um 21:17 Uhr

    Bei­spiels­wei­se in der Be­haup­tung, dass die Po­li­zei die Neo­na­zi­de­mo hätte un­ter­bin­den müs­sen …

    Steht also da, dass das ein Beispiel ist, welches sich btw. auf das „man“ vorher bezieht und nicht spezifisch auf das „Dir“. Und selbst wenn es nicht so klar dastehen würde, habe ich es jetzt ja klargestellt, also so what?

    Und die Richtigkeit einer Analyse beweist sich eben nicht darin, ob man mit ihr erfolgreich irgendwelche Kämpfe bestreiten kann, was sie von einer Brauchbarkeit und zwar genau dafür unterscheidet. Weshalb eben die Entscheidung ansteht, ob man seine Analysen (dass TaP und sonstige Revis welche anstellen bestreiten ich schließlich gar nicht) an einer richtigen Bestimmung des Gegenstands ausrichtet, um dann korrekte Argumente zu verbreiten, oder daran sich Bewegungen als deren größte Vorkämpfer präsentieren zu können, um im Erfolgsfall so Anhänger über gelungenes Feldherrentum und entsprechende Möglichkeiten zu Autoritätsargumenten (von denen TaP eh ein Riesenfan zu sein scheint) zu gewinnen.

    Von daher stimmt es auch, wenn TaP schreibt, dass sich Revis wie sie mit ihren Analysen in Bewegungen nicht hinter den Berg halten müssen – die sind ja schließlich genau darauf angepasst. Nur mit inhaltlicher Richtigkeit haben die nix zu schaffen.

    Ach ja, Intervention oder nicht ist auch so eine geschummelte Frage. Was machen denn GSP und vermeintliche oder tatsächliche Anhänger, wenn sie Flugis bei Demos und Streiks verteilen, in denen sie die falschen Erklärungen der Protestler kritisieren? Und wenn sie ob offline oder online diesen Diskussionen dazu anbieten bis aufdrängen? Intervenieren? Eben! Aber eben nicht, sich an Kämpfen, die auf falschen Erklärungen beruhen, beteiligen, um diese zum Erfolg zu führen (und damit Anhänger zu gewinnen). Denn im Gegensatz zu TaP & sonstigen Revis müsste man dafür ja gerade von seiner Kritik abstrahieren, statt sie zu verbreiten. Denn eine inhaltliche Kritik des Kampfes hilft den Kämpfenden eben nicht dabei, den erfolgreich zu führen. Ganz im Gegenteil geht da Zeit für Diskussionen drauf, Spaltungen stehen an etc.

  5. 5 TaP 03. September 2009 um 21:50 Uhr

    Nur verwischen GSP & ‚Brüder (gibt’s auch Schwestern?) im Geiste‘ Richtiges und Falsches,

    - aber lassen wir diese Frage mal beiseite -

    und spulen, egal wem oder welcher sie begegnen, ihr Standardprogramm herunter -

    ohne sich die Mühe zu machen, zu prüfen, welches Argumente, das gegen X richtig ist,

    gegen Y überhaupt noch treffend ist,

    oder ob Eure Kritik an Y an einem ganz anderen Punkt ansetzen müßte, weil Y vielleicht 2/3 Eurer Kritik an X zustimmt.

    Und dann kommt etwas heraus wie in der aktuellen Diskussion:

    ++ Erst wirft mich Krim/-i/-is/-li/-ling = porada ninfu usw. mit TOP in einen Topf, deren Namen ich bis vor kurzem überhaupt gar nicht kannte,
    und
    unterstellt mir – ebenso wie Du im übrigen – eine Rechtstheorie, die ich seit Jahr und Tag kritisiere,

    ++ dann wirfst Du mich mit irgendwelchen Antifas in einen Topf

    ++ und jetzt bin ich „Revi“: anscheinend DKP & Umfeld. Auch falsch geraden.

    Du meinst irgendwo zu intervenieren, aber bist nicht einmal in der Lage, die unterschiedlichen Tendenzen dort zu unterscheiden.
    Damit bist Du DER Oberlehrer, der keine Ahnung von seinem Objekt der Kritik hat, -
    aber meinst Dich über meinen Feldherrinnenhügel mokieren zu können. Mann!

  6. 6 Antidemokratische Aktion 03. September 2009 um 21:59 Uhr

    Revi bezieht sich zusammenfassend auf Deine inhaltliche Position … und es ist mir scheißegal, ob Du Dich in einer Politgruppe herumtreibst und wenn ja in welcher. Ich halte das im Gegensatz zu Dir (ah! böse! GSP!) nämlich nicht für ein Argument.

  7. 7 TaP 03. September 2009 um 22:10 Uhr

    Na dann mal ran an den Speck -

    dann weis‘ mir mal ein paar Revisionen des Marxismus nach…

    PS.: Kleiner Tipp: Nicht-Übereinstimmungen mit den Frühschriften von Marx und Engels vor 1845 gebe ich offen zu – zählt also nicht.

    Dito Revisionen der weitgehenden race- & gender-blindeness auch der älteren Marx und Engels sowie Lenins. Zählt also auch nicht, es sei denn, Du willst Dich an diesem Punkt anheischig machen, Wahrheit und Richtigkeit des Originalmarxismus zu beweisen und zu begründen. Dann nimmst Du Dir aber einiges vor.

  8. 8 l aus dem off 03. September 2009 um 22:35 Uhr

    es bleibt spannend!

  9. 9 TaP 04. September 2009 um 1:23 Uhr

    Mein Text, den ich kürzlich der VVN schickte, ist jetzt auch online:

    NPD verbieten? – Mit welcher Begründung? Und ist das wirklich der Weisheit letzter Schluß?

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/09/04/npd-verbieten-mit-welcher-begruendung-und-ist-das-wirklich-der-weisheit-letzter-schluss/

  10. 10 Antidemokratische Aktion 04. September 2009 um 8:21 Uhr

    Die entscheidende Revision – nämlich Dich nicht um objektive Kritik zu kümmern, sondern die Theorie zum Knecht von Bewegungsarbeit zu machen, musste ich Dir nicht mal nachweisen, sondern dass man sich zwischen Kritik und Bewegungsheinitum entscheiden müsse und dass Deine Wahl da längst gefallen für letzteres gefallen ist, hast Du selbst hingeschrieben.

    Ansonsten:
    http://www.gegenstandpunkt.com/msz/register/4revis.htm

  11. 11 Antidemokratische Aktion 04. September 2009 um 8:36 Uhr

    Also im Sinne einer „Begriffsdefinition“:

    Die demokratischen Kommunisten

    haben ganz ähnliche Lehren aus dem Schicksal der Weimarer KPD gezogen. Zwar mögen sie gerade bei Thälmann nicht auf die Lobhudelei verzichten, er sei ein „Wegbereiter“ all dessen gewesen, wofür heutige Kommunisten mit oder ohne Amt und Würden zu begeistern sind – „Arbeiter- und Bauernstaat“, „Frieden“, „Völkerfreundschaft“… Daß er sich in Verfolgung dieser gemeinsamen Ideale aber mit der Demokratie und ihren Parteien angelegt hat, in denen man heutzutage lauter Bündnispartner sieht, trägt seiner Poliltik vorwiegend Distanzierungen ein. Die „Verteidigung demokratischer Rechte“ sei nicht ernst genug genommen worden, und selbstverständlich hat die Abgrenzung gegen die SPD – auch hier beherrscht man zweckmäßige Tautologien – eine „wirkliche“ Zusammenarbeit mit dieser verhindert:

    „Derartige Vorgänge“ (Polizeieinsätze usw.) „haben die Kommunisten seit 1919 veranlaßt, von ‚Sozialfaschismus‘ zu sprechen. Die Bezeichnung ist falsch und schädlich; sie verwischt den Gegensatz, der auch zwischen der Sozialdemokratie und den zum Faschismus drängenden Kräften besteht, und behindert eine wirkungsvolle Einheitsfrontpolitik.“ (VI)

    So daß auch die DKP nicht umhin kann, ihrem „Teddy“ eine Mitschuld daran in die Schuhe zu schieben, daß seine Partei vom faschistischen Staat zerschlagen worden ist:

    „Für mich steht Ernst Thälmann für große Kämpfe und auch für seine (!) große Niederlage: den Machtantritt der Faschisten nicht verhindert haben zu können. Und dies ist seine abgrundtiefe Tragik.“ (VII)

    Mit so einer Flasche kommt man heutzutage, wo breitere Einheitsfronten denn je gefordert sind, nicht mehr an

    „‚Der große deutsche Arbeiterführer‘ (Herbert Mies) sei ‚keine Identifikationsfigur für die Jugendbewegung‘, meint zum Beispiel Johanna, MSB-Gruppenvorsitzende in Hamburg.“ (VII) –,

    es sei denn, an erklärt den Arbeiterführer nachträglich völlig zum Hampelmann, indem man statt zur Identifikation mit seiner Politik zum Bewundern seiner unwahrscheinlich menschlichen Seiten einlädt:

    „‚Er war eine sehr vielseitige Persönlichkeit, vielleicht haben wir das zu wenig deutlich gemacht‘, sagt Wolfgang Gehrke selbstkritisch. ‚Wir tun ihm unrecht, wenn wir ihm seine leisen Töne absprechen.‘“ (VII)

    Ein „Sohn seiner Klasse“, und dann auch noch mit „leisen Tönen“, so erfährt Thälmann dann auch noch eine Rechtfertigung – als Urbild des guten Menschen, dem wirklich niemand mehr böse sein kann.

    Diese Verächtlichmachung kann sich leider Gottes sogar auf Thälmann berufen. Das Herunterbringen der Kritik am Kapitalismus auf Ideale einer „besseren Welt“, die in Form leibhaftiger Arbeiter und ihres „gefühlsmäßigen Marxismus“ schon Realität hat und nur wegen des bösartigen Charakters einiger „Faschisten“ und sonstiger Monopolisten immer noch an ihrer wirklichen Existenz gehindert wird, so daß sich die Kommunisten nur noch darüber streiten müssen, was die richtige Massenlinie sei, wie also die eigentlich längst schon vorhandene Identität mit ihrer „Avantgarde“ am besten zu verwirklichen sei – woraus dann nicht zuletzt ein reges „Parteileben“ und das Studium erfolgreicher Vorbilder entsteht –, diese revisionistische Klaviatur war Ernst Thälmann schließlich auch nicht fremd. Er kam allerdings nie auf die Idee, mit der SPD oder irgendeiner anderen der „Friedensbewegungen“ seiner Tage „breite Bündnisse“ zu schließen und dafür deren Antikommunismus mitzumachen.

    http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/86/86_5/thael.htm

  12. 12 TaP 04. September 2009 um 8:42 Uhr

    So, jetzt noch einmal mit gewohnter Genauigkeit

    @ Antidemokratische Aktion – 03. September 2009 um 21:17 Uhr I: EIN VORSCHLAF ZUR GÜTE

    „Steht also da, dass das ein Beispiel ist, welches sich btw. auf das ‚man‘ vorher bezieht und nicht spezifisch auf das „Dir“. Und selbst wenn es nicht so klar dastehen würde, habe ich es jetzt ja klargestellt, also so what?“

    Vor Deinem „beispielsweise“ steht aber:

    „Wor­aus folgt, dass Du, um die­ses Er­fol­ges wil­len, be­reit bist, den In­halt der Kri­tik dar­auf an­zu­pas­sen, Dich als er­folg­rei­cher Be­we­gungs­feld­herr auf­spie­len zu kön­nen. Wes­halb Dir auch so viel am An­ti­fa­schis­mus liegt: weil die Neo­na­zis zum einen eh als die na­tio­na­len Ab­weich­ler (= böse) gel­ten und zum an­de­ren genau des­halb die ge­ball­te Staats­macht gegen sich haben, kann man sich ei­ner­seits mit sei­nem Be­kennt­nis zum An­ti­fa­schis­mus bei den Leu­ten ein­schlei­men und die sich ein­stel­len­den Er­fol­ge im An­ti­na­zi­kampf als die sei­nen aus­ge­ben“

    - wobei außerdem das „Er­fol­ge im An­ti­na­zi­kampf als die sei­nen aus­ge­ben“ am Ende ja wohl noch mal eine Verknüpfung zu dem „Feldherren“ am Anfang herstellt.

    Das Beispiel soll also nicht ein Beispiel für etwas sein, was Du allgemein kritisierst, sondern ein Beispiel, das mich treffen soll. Wenn Du mittlerweile eingesehen hast, daß es das nicht tut, dann hätte ich folgenden Vorschlag zur Güte:
    Du markiertest diesen Absatz von 22 Zeilen – meinetwegen ausnähmlich des ersten Satzes, falls Du an dem festhalten willst – Deines Artikel, der im Haupttext (ohne Zitat) ca. 66 Zeilen hat, + das „Weshalb“ am Anfang des nächsten Absatzes als durchgestrichen -

    und postest dazu einen Kommentar bei Dir, daß Du mittlerweile eingesehen hast, daß mich das nicht trifft (sondern ich Sache vielmehr ähnliche sehe wie Du), daß es es aber in dieser durchgestrichenen Form stehen läßt, weil es andere tatsächlich trifft.

  13. 13 TaP 04. September 2009 um 9:02 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 03. September 2009 um 21:17 Uhr II: GEGEN EIN PRAGMATISCHES WAHRHEITS-VERSTÄNDNIS

    „Und die Richtigkeit einer Analyse beweist sich eben nicht darin, ob man mit ihr erfolgreich irgendwelche Kämpfe bestreiten kann, was sie von einer Brauchbarkeit und zwar genau dafür unterscheidet.“

    Mit der Kritik eines pragmatischen Wahrheits-Kriteriums bin ich völlig einverstanden. Entgegen Engels‘ – ohje, jetzt oute ich mich ja doch als Revi – The proof of the pudding is the eating, beweist das Essen nicht, daß es ein Pudding ist, sondern aus dem Essen können Erkenntnisse über die Qualität des Gegessenen gewonnen werden. Ob es sich um einen Pudding oder vielmehr Hundekot handelt, sollte tunlichst vorher festgestellt werden.1

    In den Methoden- und wissenschaftstheoretischen Kap. meiner Diss., die ich schon in dem Beitrag zum Wissenschaftspluralismus genannt hatte, kannst Du nachlesen, daß ich einen korrspondenztheoretischen Wahrheits-Begriff verteidige.

    Und da

    http://www.trend.infopartisan.net/trd1108/D_G_Schulze_Vortrag.pdf

    zeige ich, daß die politische Praxis nicht erwarten kann (und im übrigen auch nichts davon hätte), daß ihr die wissenschaftliche Praxis nach dem Mund redet. Die wissenschaftliche Praxis hat die Realität zu analysieren – nicht eine Wunsch-Realität zu fabrizieren.

    1. http://www.marx2mao.com/Other/RC68i.html, p. 56, 57:
      „Before I go on to our question, let me run through the classic misunder- standings which lead us precisely back into the vicious circle of ideology. Our question is often given a straight answer simply by saying, in the plain language of the pragmatism of ‚obviousness‘: the mechanism with which the production of the object of knowledge produces the cognitive appropriation of the real object? . . . Why, it is practice! It is the role of the criterion of practice! And if this dish does not fill us, they are pleased to vary the menu or provide as many accessories as are required to satisfy us. We are told: practice is the touchstone, the practice of scientific experiment! Economic, political, technical practice, concrete practice! Or else, to con- vince us of the ‚Marxist‘ character of the answer: social practice! Or as a ‚make-weight‘, the social practice of humanity repeated billions and billions of times for millenia! Or else we are served Engels’s unfortunate pudding (Manchester provided him with this alimentary argument): ‚the proof of the pudding is in the eating‘! […] The proof of the pudding is in the eating! So what! We are interested in the mechanism that ensures that it really is a pudding we are eating and not a poached baby elephant, though we think we are eating our daily pudding! Proof by repetition for hundreds or thousands of years of the social practice of humanity (that night in which all the practices are grey)! So what! For hundreds and thousands of years this ‚repetition‘ has produced, for example, ‚truths‘ such as the resurrection of Christ, the Virginity of Mary, all the ‚truths‘ of religion, all the prejudices of human ’spontaneity‘, i.e., all the established ‚obviousnesses‘ of ideology, from the most to the least respectable! „

      [zurück]

  14. 14 TaP 04. September 2009 um 9:21 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 03. September 2009 um 21:17 Uhr III: EINE FALSCHE ENTGEGENSETZUNG!

    „ob man seine Analysen (dass TaP und sonstige Revis welche anstellen bestreiten ich schließlich gar nicht) an einer richtigen Bestimmung des Gegenstands ausrichtet, um dann korrekte Argumente zu verbreiten, oder daran sich Bewegungen als deren größte Vorkämpfer präsentieren zu können, um im Erfolgsfall so Anhänger über gelungenes Feldherrentum und entsprechende Möglichkeiten zu Autoritätsargumenten (von denen TaP eh ein Riesenfan zu sein scheint) zu gewinnen.“

    Das ist überhaupt kein Gegensatz, denn in Sachkenntnis kämpft es sich auf alle Fälle besser als ohne – auch wenn die Sachkenntnis alleine keine Erfolgsgarantie ist – allein schon deshalb, weil jede Seite ihre Schlußfolgerungen aus der Sachkenntnis ziehen kann.

  15. 15 TaP 04. September 2009 um 9:23 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 03. September 2009 um 21:17 Uhr IV: EINE BLOSSE BEHAUPTUNG

    „Von daher stimmt es auch, wenn TaP schreibt, dass sich Revis wie sie mit ihren Analysen in Bewegungen nicht hinter den Berg halten müssen – die sind ja schließlich genau darauf angepasst. Nur mit inhaltlicher Richtigkeit haben die nix zu schaffen.“

    Das müßte Du aber erst einmal beweisen.

  16. 16 TaP 04. September 2009 um 9:35 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 03. September 2009 um 21:17 Uhr V: SIEHE OBEN

    „Ach ja, Intervention oder nicht ist auch so eine geschummelte Frage. Was machen denn GSP und vermeintliche oder tatsächliche Anhänger, wenn sie Flugis bei Demos und Streiks verteilen, in denen sie die falschen Erklärungen der Protestler kritisieren?“

    Dazu hatte ich als allererstes schon gestern geantwortet, siehe oben:

    TaP – 03. September 2009 um 20:31 Uhr.

  17. 17 TaP 04. September 2009 um 9:59 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 04. September 2009 um 8:21 Uhr: TaP EINE MAGD DER BEWEGUNG?!

    „Die entscheidende Revision – nämlich Dich nicht um objektive Kritik zu kümmern, sondern die Theorie zum Knecht von Bewegungsarbeit zu machen,“

    Siehe dazu schon Antwort I – III zu Antidemokratische Aktion – 03. September 2009 um 21:17 Uhr.

    „musste ich Dir nicht mal nachweisen, sondern dass man sich zwischen Kritik und Bewegungsheinitum entscheiden müsse und dass Deine Wahl da längst gefallen für letzteres gefallen ist, hast Du selbst hingeschrieben.“

    Wo soll ich das denn bitte sehr geschrieben haben?!

    „Ansonsten:
    http://www.gegenstandpunkt.com/msz/register/4revis.htm“

    Sehr witzig. Dann mach‘ Dir mal zumindest die Mühe einer Textmontage:

    Suche Dir jeweils ein Zitat aus meinen Texten, auf das jeweils eine bestimmte Stelle der GSP-Kritik passen soll und poste dann diese Montage/Synopse. Ansonsten bestätigt dieser link nur das, was ich gestern schon schrieb:

    „GSP & ‚Brüder […] im Geiste‘ […] spulen, egal wem oder welcher sie begegnen, ihr Standardprogramm herunter – ohne sich die Mühe zu machen, zu prüfen,

    welches Argumente, das gegen X richtig ist,

    gegen Y überhaupt noch treffend ist,

    oder ob Eure Kritik an Y an einem ganz anderen Punkt ansetzen müßte, weil Y vielleicht 2/3 Eurer Kritik an X zustimmt.

    Und dann kommt etwas heraus wie in der aktuellen Diskussion: [… – bitte oben weiter lesen].“

    Und so geht’s heute weiter:

    @ Antidemokratische Aktion – 04. September 2009 um 8:36 Uhr: ZU THÄLMANN

    „Zwar mögen sie gerade bei Thälmann nicht auf die Lobhudelei verzichten, […]“

    Wann und wo habe ich Thälmann gelobthudelt?

    Wann und wo habe ich überhaupt schon mal etwas über Thälmann geschrieben? (Vielleicht in einer Uni-Hausarbeit von Mitte der 90er Jahre, wo ich die KPD-Frauenpolitik auseinandergenommen habt – den Text gibt es aber noch nicht öffentlich – wirst Du also nicht kennen. Kommt aber auch noch irgendwann ins Netz.)

    Außerdem bin ich mit der Sozialfaschismus-These von KPD und KomIntern von Ende der 20er Jahrer / Anfang der 30 Jahre gar nicht einverstanden; und die Volksfront-Strategie ab Mitte der 30er Jahre im allgemeinen halte ich auch nicht wirklich für gelungen und die Politik von PCE und KomIntern in spanischer Republik und BürgerInnenkrieg nicht für groß verteidigenswert – und in vielem sogar für scharf kritisierenswert.

  18. 18 TaP 04. September 2009 um 10:10 Uhr

    Noch ein kleiner Tipp -

    falls Du mir wirklich Revisionismus nachweisen willst:

    Guck mal in Deinem GSP-Archiv, ob Du da was findest

    ++ für die Politik der 20er und 30er Jahre: wo die ‚rechte‘ KPD-Opposition als Revi geoutet wird,

    und

    ++ für die Theorie, wo Althusser als Revi geoutet wird.

    Dann würde ich auch mal GSP gelesen – und es gäbe eine halbwegs ernsthafte Grundlage für eine Diskussion.

  19. 19 Behauptung 04. September 2009 um 10:29 Uhr

    Die entscheidende Revision – nämlich Dich nicht um objektive Kritik zu kümmern, sondern die Theorie zum Knecht von Bewegungsarbeit zu machen, musste ich Dir nicht mal nachweisen …

    Ist der „Revi“-Vorwurf von unmittelbarer Nützlichkeit?

    Wenn eine Analyse wahr sein soll und das heißt: wenn sie zumindest mittelbar nützlich sein soll, dann darf sie gerade nicht auf unmittelbare Nützlichkeit zielen. Wer/welche die Analyse dem Nutzen unterordnet, ist schon auf dem besten Wege, die Realität zu verkennen. Lenin sagte, wer mit einer pragmatischen Haltung an die Analyse herangeht, endet am Ende auch beim lieben Gott – wenn es denn nützt.

    http://www.trend.infopartisan.net/trd1108/D_G_Schulze_Vortrag.pdf

  20. 20 bla 04. September 2009 um 11:31 Uhr

    TaP, das ist doch wirklich schräg: Da weist dir MPunkt nach warum er dich für einen Revi hält und dir fällt nichts besseres ein als auf politische/theoretische Autoritären zu verweisen, welche verbürgen sollen, dass du definitiv kein Revi bist. Und wenn jetzt jemand Althussers Revisionismus nachweiste, würdest du dieses Etikett mit Stolz tragen?!

  21. 21 TaP 04. September 2009 um 11:37 Uhr

    1. hat sich MPunkt hier gar nicht geäußert.

    2. hat die ADA Positionen kritisiert und meinetwegen auch deren Revisionismus nachgewiesen, die aber überhaupt nichts mit meinen Positionen zu haben.

    Und 3.: Da der GSP bisher nichts zu mir geschrieben haben dürfte, und die ADA ja zu bequem ist, meine Texte inhaltlich zur Kenntnis zu nehmen und zu kritisieren, obwohl sie mich kritisieren will,
    war mein Hinweis auf Althusser ein Angebot einer kleiner Arbeitserleichterung:

    Falls der GSP versucht hat, Althusser Revisionismus nachzuweisen, würde ich nachweisen, daß der GSP keine Ahnung von Marxismus hat (und von Althusser wahrscheinlich auch nicht)1 -

    falls das nach alldiesem Willens-Gedöns noch irgendeines Beweises bedarf.

    1. denn Althusser zitiere ich ziemlich oft zustimmend. DESHALB würde eine GSP-Kritik mehr zu einer sachlichen Diskussion beitragen als mir irgendwelchen Kram zu Thälmann um die Ohren zu hauen! [zurück]
  22. 22 bla 04. September 2009 um 11:46 Uhr

    Hehe, da gings mir wir dir und ich verwechsel einfach die verschiedenen Blogger die dem GegenStandpunkt zugeordnet werden. Mea culpa.

  23. 23 bigmouth 04. September 2009 um 11:51 Uhr

    wieso sollte überhaupt ein fragwürdiger kampfbegriff wie „revisionismus“ weiterbenutzt werden? ist hier wer bernstein-anhänger? ist es grundsätzlich falsch, theorien revisionen zu unterziehen?

  24. 24 DGSch 04. September 2009 um 12:03 Uhr

    Ja, guter Hinweis. Ich hatte mich ja eh schon zu meinem „Revisionismus“ hinsichtl. race & gender bekannt.

    Ansonsten würde ich aber schon sagen, daß sich der Marxismus im großen und ganzen mit haltbaren Argumenten verteidigen läßt, und daß ich davon – hihi: welch ein Zufall… – nicht groß abweiche.

  25. 25 DGSch 04. September 2009 um 12:18 Uhr

    und außerdem ist ja immer nicht schlecht, Leuten nicht irgendeinen fremden Maßstab aufzudrücken, sondern sie an ihren eigenen Ansprüchen zu messen.

    Insofern würde ich es mir nicht nehmen lassen, dieser ‚die Welt als Wille und Vorstellung‘-Marxologie ihren Anspruch auf marxistische Orthodoxie zu zerschlagen.

    PS.:

    @ ADA:

    Eine GSP-Kritik an Lenins politischen und philosophischen Schriften würde ich auch als Diskussionsgrundlage akzeptieren. Die Imperialismus-Schrift finde ich dagegen mißlungen.

    PPS: Weiß eigentlich jemandE, was die zu Stalin, Mao, Trotzki und so weiter denken (oder meinen ohne zu denken)?

  26. 26 bla 04. September 2009 um 12:29 Uhr

    Insofern würde ich es mir nicht nehmen lassen, dieser ‚die Welt als Wille und Vorstellung‘-Marxologie ihren Anspruch auf marxistische Orthodoxie zu zerschlagen.

    Dann machs doch einfach. Das Zeug ist ja nun wirklich nicht versteckt.

  27. 27 TaP 04. September 2009 um 12:33 Uhr

    Ich fang‘ ja nun nicht auch an, selber im GSP herumzustöbern – wenn die was diskutieren wollen, sollen sie zumindest mal was präsentieren, was halbwegs mit meinen Positionen zu tun hat – ansonsten sollen sie halt mit irgendwelchen Thälmann-Fansclubs diskutieren.

  28. 28 Antidemokratische Aktion 04. September 2009 um 20:51 Uhr

    So, ich habe dem Text ein erklärendes Edit hinzugefügt. Durchstreichen werde ich da freilich rein gar nix, nur weil Du irgendwas auf Dich beziehst.

  29. 29 Antidemokratische Aktion 04. September 2009 um 21:21 Uhr

    Oh man, es ging nicht um Thälmann, sondern an diesem Beispiel wird ausgeführt, was Revisionismus (meinetwegen in „unserer seltsamen Privatsprache) heißt:

    Das Herunterbringen der Kritik am Kapitalismus auf Ideale einer „besseren Welt“, die in Form leibhaftiger Arbeiter und ihres „gefühlsmäßigen Marxismus“ schon Realität hat und nur wegen des bösartigen Charakters einiger „Faschisten“ und sonstiger Monopolisten immer noch an ihrer wirklichen Existenz gehindert wird, so daß sich die Kommunisten nur noch darüber streiten müssen, was die richtige Massenlinie sei, wie also die eigentlich längst schon vorhandene Identität mit ihrer „Avantgarde“ am besten zu verwirklichen sei – woraus dann nicht zuletzt ein reges „Parteileben“ und das Studium erfolgreicher Vorbilder entsteht –, diese revisionistische Klaviatur war Ernst Thälmann schließlich auch nicht fremd. Er kam allerdings nie auf die Idee, mit der SPD oder irgendeiner anderen der „Friedensbewegungen“ seiner Tage „breite Bündnisse“ zu schließen und dafür deren Antikommunismus mitzumachen.

    Was das mit Deinen Positionen zu tun hat?

    I) Du willst Dich als erfolgreiches Vorbild präsentieren, um damit für den Kommunismus zu agitieren.

    II) Du tust so, als wären die Arbeiter im Grunde schon Kapitalismusgegner, auch wenn sie es vielleicht selbst noch nicht wüssten … s. Deine Äußerungen zum Wahlkampf (da würde beim Kampf gegen Herrschaft und Ausbeutung Verzicht gefordert werden, wenn Lohnverzicht und Hinnahme von Sozialkürzungen gefordert wird und zum Allgemeinwohl, wo Du bestreitest, dass es ein empirisches gemeinsames Interesse in dieser Gesellschaft gibt, welches den bürgerlichen Staat will, weil so gut wie alle Eigentümer sein wollen, weil Du den Arbeitern den Eigentümerwillen als ihren eigentlichen abstreiten willst)

    III) Du gehst wie die Thälmann-Fanclubs noch weit darüber hinaus und willst noch mit den letzten Demokratenheinis Bündnisse schmieden, um erfolgreich gegen den Faschismus zu kämpfen, was eben auch heißt, den Kampf gegen die einzustellen, weil der einer erfolgreichen Bündnisarbeit abträglich wäre

  30. 30 Antidemokratische Aktion 04. September 2009 um 21:29 Uhr

    @ Behauptung: Nein, die Bezeichnung als „Revi“ fügt der Kritik nix hinzu (= ist nicht wichtig), sondern fasst sie unter einem (meinetwegen in „unserer seltsamen Privatsprache“) gebräuchlichen Terminus zusammen. Wenn man unbedingt wollte, könnte man auch tatsächlich eine Privatsprache erfinden, in welcher Vertretern entsprechender Positionen als zusammenfassendes Label XYZ oder sonstwas als Bezeichnung zugeordnet wird. Würde an der Kritik auch nix ändern.

  31. 31 TaP 04. September 2009 um 22:04 Uhr

    @ Antidemokratische Aktion – 04. September 2009 um 21:21 Uhr

    DIESER GANZE QUATSCH HAT NICHTS MIT MEINER TATSÄCHLICHEN POSITION ZU TUN:

    „Das Herunterbringen der Kritik am Kapitalismus auf Ideale einer ‚besseren Welt‘,“

    Es gibt m.E. keine objektiv bessere Welt – was als ‚besser‘ oder ’schlechter‘ angesehen wird ist eine Frage, die sich nur parteilich beantworten läßt. Und deshalb sollte eine Begrifflichkeit wie „besser“ am besten ganz gelassenen werden – oder allenfalls (wenn aus sprachökonomichen Gründen ihre Verwendung dennoch angezeigt ist) in distanzierende Anführungszeichen gesetzt werden – UM GENAU DIESE PARTEILICHKEIT DER WERTUNG DEUTLICH ZU MACHEN.

    „die in Form leibhaftiger Arbeiter und ihres ‚gefühlsmäßigen Marxismus‘ schon Realität hat und nur wegen des bösartigen Charakters einiger ‚Faschisten‘ und sonstiger Monopolisten immer noch an ihrer wirklichen Existenz gehindert wird,“

    Ich teile die Revi-Monopoltheorie nicht; ich halte die ganze Unterscheidung zwischen einem Konkurrenz- und einem angeblichen Monopolkap. für unzutreffend und in ihren politischen Konsequenzen für falsch. (Da hat sich auch Lenin in seiner Imperialismus-Schrift vertan.)

    „so daß sich die Kommunisten nur noch darüber streiten müssen, was die richtige Massenlinie sei, wie also die eigentlich längst schon vorhandene Identität“

    „eigentlich“ = hegelianisch-essentialistische Argumentationsfigur: das Wesen muß nur noch zur Manifestation gebracht werden; Klasse an sich – Klasse für sich. Alles esoterischer, hegelianischer Unsinn!
    Zwischen ökonomistischem = reformistischem einerseits und politischem = revolutionärerem ‚Bewußtsein‘ andererseits liegt ein qualitativer Bruch, wie Lenin in „Was tun?“ gezeigt hat. Das ist genau DER GROSSE SCHRITTE NACH VORN, den Lenin gegenüber Marx und Engels bedeutet.

    „Er kam allerdings nie auf die Idee, mit der SPD oder irgendeiner anderen der ‚Friedensbewegungen‘ seiner Tage ‚breite Bündnisse‘ zu schließen und dafür deren Antikommunismus mitzumachen.“

    Auch letzteres wird von mir kritisiert. Keine Unterordnung unter BündnispartnerInnen; Wahrung der völligen Freiheit der Agitation und Propaganda! – das habe ich in der aktuellen Diskussion schon mindestens dreimal geschrieben und das vertrete ich seit Jahren.

    DU HÖRST AB SOFORT AUF, MIR POSITIONEN ZU UNTERSTELLEN, DIE ICH VIELMEHR KRITISIERE, ODER ICH LÖSCHE AB SOFORT JEDEN WEITEREN KOMMENTAR VON DIR UNGELESEN!

  32. 32 TaP 04. September 2009 um 22:15 Uhr

    Und noch zwei Bedingungen für eine Fortsetzung dieser Diskussion. Du liest Dir diesen Text

    „Sozialistischer Humanismus“, autonomer Humanismus oder gar kein Humanismus?

    Kritische Anmerkungen zur Renaissance des Humanismus in der linken Debatte

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/1991/12/01/sozialistischer-humanismus-autonomer-humanismus-oder-gar-kein-humanismus/

    durch und dann surfst Du zum online-Forum der Linkspartei, meldest Dich da an, guckst Dir an, wie ich und andere Leute da einen ‚ethischen Sozialisten‘ über 142 Kommentare auseinandernehmen:

    Braucht Kapitalismus-Kritik Moral und Ideale? / „Sozialistischer Humanismus“?

    http://linksaktiv.de/linksaktiv/mod/groups/topicposts.php?topic=63975&group_guid=63286Braucht%20Kapitalismus-Kritik%20Moral%20und%20Ideale?%20/%20%22Sozialistischer%20Humanismus%22?

    Und dann weist Du mir entweder nach, daß ich mich praktisch nicht an meinen eigenen Ansprüche nicht halte

    oder daß ich den ‚ethischen Sozialismus‘ mit falschen Argumenten kritisiere

    oder Du hälst ab sofort auf meiner Seite die Fresse!

  33. 33 Opfer 04. September 2009 um 23:19 Uhr

    „DU HÖRST AB SOFORT AUF, MIR POSITIONEN ZU UNTERSTELLEN, DIE ICH VIELMEHR KRITISIERE, ODER ICH LÖSCHE AB SOFORT JEDEN WEITEREN KOMMENTAR VON DIR UNGELESEN!“

    Gewöhn dich dran, normale Tour.

  34. 34 Antidemokratische Aktion 05. September 2009 um 8:06 Uhr

    Was aber einen Widerspruch in sich darstellt, kleiner Revi. Denn wenn Du Bündnisse mit der SPD und sonstigen demokratischen Scheißvereinen machen willst, musst Du schon davon lassen, die ständig zu kritisieren. Erst recht musst Du als Teil des Bündnisses deren Positionen als gemeinsame Bündnispositionen mittragen. Sonst gibt es nämlich kein Bündnis mit denen. Und Du musst Dich grämen, durch bösen Linksradikalismus die notwendige Front gegen den Faschismus nicht zustande gebracht zu haben. Aber ich weiß: soweit wirst Du es nicht kommen lassen, schließlich sind die „Kräfteverhältnisse“ halt gerade so. Trauer pur …

  35. 35 TaP 05. September 2009 um 23:48 Uhr

    „Denn wenn Du Bündnisse mit der SPD und sonstigen demokratischen Scheißvereinen machen willst, musst Du schon davon lassen, die ständig zu kritisieren. Erst recht musst Du als Teil des Bündnisses deren Positionen als gemeinsame Bündnispositionen mittragen. Sonst gibt es nämlich kein Bündnis mit denen.“

    Es besteht überhaupt kein Grund, Bündnisse in Form ideologischer Kompromisse zu schließen.

    Statt bspw. gemeinsame Demo-Aufrufen zu schreiben, wäre es viel sinnvoller, sich auf gemeinsame Forderungen zu verständigen – und jede Tendenz trägt in eigenen Aufrufen ihre Begründung und ihre Kontextualisierung vor – statt sich auf verwaschene Begründungen zu einigen.

    Warum sollte das nicht möglich sein?!

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