Wer/welche zuletzt lacht, lacht am besten – über die ‚patentierten‘ Marxisten von der Antidemokratische Aktion

- Ant­wort auf den Text „Pi mal Dau­men genau getrof­fen“ der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion -

„statt die kri­ti­sier­ten Feh­ler ein­fach blei­ben zu las­sen, wer­den nur die alten Heu­che­lei­en zu ihrer Recht­fer­ti­gung wie­der­holt und neue­re, sogar noch ab­sur­de­re, er­fun­den.“

Wel­che Feh­ler? Wel­che Kri­tik? Wel­che Heu­che­leien?

„Da man dort be­reits an­ge­kün­digt hat, nicht mehr dis­ku­tie­ren zu wol­len,“

Ich hatte geschrie­ben: „Auf wei­tere Texte, die meine Posi­tion mit mir will­kür­lich zuge­schrie­be­nen Posi­tio­nen iden­ti­fi­zie­ren, werde ich nicht ant­wor­ten.“
Darf ich die rudi­men­täre Zitie­rung des von mir Geschrie­be­nen als Ein­ge­ständ­nis ver­ste­hen, daß die Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion gar nicht meine, son­dern „mir will­kür­lich zuge­schrie­be­nen Posi­tio­nen“ kri­ti­siert hat (unter die­ser Vor­aus­set­zung hatte ich ange­kün­digt, nicht zu ant­wor­ten)?

„spare ich mir auch die Zeit und En­er­gie, wei­ter auf die un­in­ter­es­san­ten Me­tho­den­spiel­chen ein­zu­ge­hen und be­fas­se mich nur mit der in­halt­li­chen Dif­fe­renz“

Metho­den­fra­gen sind nach Ansicht der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion also Spiel­chen: Ob wis­sen­schaft­li­che Metho­den (zu deren Minima die Defi­ni­tion ver­wen­de­ter mehr­deu­ti­ger Wör­ter gehört – damit über­haupt klar ist, was behaup­tet wird, und diese Behaup­tun­gen dann über­prüft wer­den kön­nen) oder Wün­schel­rute wäre dem­nach also egal. – So fällt dann auch der rest­li­che Text der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion aus:

„Nach wie vor zieht sich TaP dar­auf zu­rück, dass seine An­sa­ge, dass man den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zwar mit ‚an­de­ren Herr­schafts­for­men‘ (= der de­mo­kra­ti­schen Herr­schaft) ver­glei­chen, aber nicht gleich­set­zen könne = dürfe,“

Ich hatte nichts von „könne[n] = dürfe[n]“ geschrie­ben. Viel­mehr schrieb ich schon in dem vor­her­ge­hen­den Text: „Auch die Gleich­set­zung kann gemacht wer­den, nur ist sie (wis­sen­schaft­lich) unzu­tref­fend und (poli­tisch) falsch.“

„Dumm nur, dass Ver­harm­lo­sung eben keine wis­sen­schaft­li­che Kri­tik ent­lang des In­halts ist, son­dern ein po­lit­mo­ra­li­scher Vor­wurf.“

a) „Ver­harm­lo­sung“ bezog sich bei mir auf das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schafts­sys­tem (nicht im spe­zi­el­len auf die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gie). Was soll denn der Aus­druck „wis­sen­schaft­li­che Kri­tik“ in Bezug auf ein Herr­schafts­sys­tem besa­gen? Eine Begriffs­de­fi­ni­tion wäre mal wie­der nicht schlecht – ich würde näm­lich sagen:
Herr­schafts­sys­teme kön­nen poli­tisch kri­ti­siert (und bekämpft) wer­den. Vor­aus­set­zung für eine tref­fende Kri­tik ist eine wis­sen­schaft­li­che Ana­lyse des jewei­li­gen Herr­schafts­sys­tems. Ana­lyse und Kri­tik von Herr­schafts­sys­te­men sind aber auf unter­schied­li­chen Ter­rains ange­sie­delt; die Ana­lyse auf wis­sen­schaft­li­chem; die Kri­tik auf poli­ti­schem.
Sehr wohl wis­sen­schaft­lich kri­ti­siert wer­den kön­nen Gegen­stände, die selbst auf theo­re­ti­schem Ter­rain lie­gen, also z.B. die NS-​​Ideologie.

b) „po­lit­mo­ra­li­scher Vor­wurf“. Erneut wäre eine Begriffs­de­fi­ni­tion hilf­reich, um zu ver­ste­hen, was die Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion aus­sa­gen will. Ist „polit­mo­ra­lisch“ nach Ansicht der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion ein Son­der­fall von „poli­tisch“? Oder ist jedes poli­ti­sche Position-​​Beziehen in den Augen der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion immer schon „mora­lisch“ und daher zu unter­las­sen?

„Denn bei die­sem geht es ge­ra­de nicht darum, ob man die de­mo­kra­ti­sche und die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schaft kor­rekt be­stimmt hat und daher rich­tig fest­hal­ten kann, was ihnen ge­mein­sam ist und worin sie sich un­ter­schei­den, son­dern da geht es eben um eine mo­ra­li­sche Sor­tie­rung, in wel­cher der de­mo­kra­ti­schen Herr­schaft das Lob aus­ge­stellt wer­den soll, dass sie ‚harm­los‘ wäre, weil (sic!) der Na­tio­nal­so­zia­lis­mus es nicht ge­we­sen sei.“

Zuge­stan­den sei, daß „Ver­harm­lo­sung“ das Resü­mee einer wis­sen­schaft­li­chen Ana­lyse des NS und einer poli­ti­schen Wer­tung unter dem Gesichts­punkt der poli­ti­schen Ziel­set­zung der Herr­schafts­über­win­dung ist.
Dies heißt frei­lich nicht, daß demo­kra­ti­sche Herr­schaft „harm­los“ oder gar ‚gut‘ sei. Rich­tig ist aber, daß von Kom­mu­nis­tIn­nen demo­kra­ti­sche Herr­schaft natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Herr­schaft vor­zu­zie­hen ist.
Da es der Anti­de­mo­kra­ti­sche Aktion angeb­lich um Inhalte und nicht um Metho­den geht, könnte sie ja ein­fach klar­stel­len, ob sie vor­ste­hen­den Satz teilt oder nicht.

„Weil man bei TaP an ‚Ver­harm­lo­sung‘ als Ar­gu­ment aber fest­hal­ten will, weil man ja sonst einen Feh­ler ein­se­hen und kor­ri­gie­ren, ja am Ende gar die in­ter­es­sier­te Denke hin­ter ihm ein­ge­ste­hen müss­te, malt man die­ses Kri­te­ri­um lie­ber noch schön mit lin­ker Phra­seo­lo­gie aus: ‚Das Wort ‚ver­harm­lo­sen‘ im­pli­ziert dar­über hin­aus einen Ver­gleich: zwi­schen un­ter­schied­li­chen Herr­schafts-​​​ und Aus­beu­tungs­for­men ei­ner­seits und dem Ziel einer Ge­sell­schaft ohne Herr­schaft und Aus­beu­tung an­de­rer­seits.“ Das nicht nur dum­mes Ge­plap­per ist, weil das ‚Ver­harm­lo­sen‘ des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus durch eine Gleich­set­zung in punc­to Schlim­mig­keit (üb­ri­gens nicht wie un­ter­stellt meine Kri­tik, weil das ein­fach nur die glei­che Moral mit um­ge­kehr­ter Wer­tung dar­stellt) rein gar nichts mit ‚einer Ge­sell­schaft ohne Herr­schaft und Aus­beu­tung‘ und den Ver­gleich mit ihr zu tun hat.“

„[R]ein gar nichts“ – star­kes Argu­ment. Habt Ihr noch eins?

„Son­dern auch des­halb, weil dies im­pli­ziert, aus­ge­rech­net Harm­lo­sig­keit als Maß­stab nicht nur an Ge­walt­mo­no­po­le an­zu­le­gen (das macht der blöde Mo­ra­lis­mus auch schon ohne linke Phra­seo­lo­gie zu sei­ner Recht­fer­ti­gung), son­dern ver­län­gert die­sen auch noch als seine wirk­li­che Ver­wirk­li­chung in eine ‚Ge­sell­schaft ohne Herr­schaft und Aus­beu­tung‘ hin­ein, wäh­rend die de­mo­kra­ti­sche Herr­schaft einen Aus­bund von Harm­lo­sig­keit zwar ‚nur‘ aber ‚im­mer­hin‘ im Ver­gleich zum Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, statt ab­so­lut, dar­stel­le. Wor­über der von TaP so gerne als Au­to­ri­tät her­an­ge­zo­ge­ne Lenin nur laut ge­lacht hätte – und zwar zu recht.“

Lenin: „Wenn Engels sagt, daß in einer demo­kra­ti­schen Repu­blik der Staat ‚nicht min­der‘ als in der Mon­ar­chie eine ‚Maschine zur Unter­drü­ckung einer Klasse durch eine andre‘ bleibt, so bedeu­tet das durch­aus nicht, daß die Form der Unter­drü­ckung dem Pro­le­ta­riat gleich­gül­tig sei, wie man­che Anar­chis­ten ‚leh­ren‘. Eine brei­tere, freiere, offe­nere Form des Klas­sen­kamp­fes und der Klas­sen­un­ter­drü­ckung bedeu­tet für das Pro­le­ta­riat eine rie­sige Erleich­te­rung im Kampf um die Auf­he­bung der Klas­sen über­haupt.

„Man kann als Geg­ner von Ka­pi­ta­lis­mus und bür­ger­li­chen Staat nicht zur Ver­wirk­li­chung der ei­ge­nen Ziele mit Leu­ten zu­sam­men­ar­bei­ten, die deren de­mo­kra­ti­sche Par­tei­gän­ger sind. Dies schlicht des­halb, weil man mit die­sen keine ge­mein­sa­men, son­dern ge­gen­sätz­li­che Ziele hat und diese sich des­sen – of­fen­bar zu vie­len sich Kom­mu­nis­ten nen­nen­den – das auch klar haben, so dass sie sich nicht auf die Un­ter­stüt­zung kom­mu­nis­ti­scher Ziele ein­las­sen. Mit ihnen ‚für‘ die ei­ge­nen Ziele zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, heißt also doch bloß, sich deren Ziele zu eigen zu ma­chen und sich diese kom­mu­nis­tisch schön­zu­re­den.“

Lenin: „Krieg füh­ren zum Sturz der inter­na­tio­na­len Bour­geoi­sie, einen Krieg, der hun­dert­mal schwie­ri­ger, lang­wie­ri­ger, kom­pli­zier­ter ist als der hart­nä­ckigste der gewöhn­li­chen Kriege zwi­schen Staa­ten, und dabei im vor­aus auf das Lavie­ren, auf die Aus­nut­zung von (wenn auch zeit­wei­li­gen) Inter­es­sen­ge­gen­sät­zen zwi­schen den Fein­den, auf Überein­kom­men und Kom­pro­misse mit mög­li­chen (wenn auch zeit­wei­li­gen, unbe­stän­di­gen, schwan­ken­den, beding­ten) Ver­bün­de­ten ver­zich­ten – ist das nicht über alle Maßen lächer­lich? Ist das nicht das­selbe, als wollte man bei einem schwie­ri­gen Auf­stieg auf einen noch uner­forsch­ten und bis­her unzu­gän­glie­hen Berg von vorn­her­ein dar­auf ver­zich­ten, manch­mal im Zick­zack zu gehen, manch­mal umzu­keh­ren, die ein­mal gewählte Rich­tung auf­zu­ge­ben und ver­schie­dene Rich­tun­gen zu ver­su­chen? Und Leute, die so wenig ein­sich­tig und so uner­fah­ren sind (noch gut, wenn sich das durch ihre Jugend erklärt: es ist das natür­li­che Vor­recht der Jugend, eine Zeit­lang sol­che Dumm­hei­ten zu reden), konn­ten bei man­chen Mit­glie­dern der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Hol­lands – einer­lei, ob direkt oder indi­rekt, offen oder ver­steckt, ganz oder teil­weise – Unter­stüt­zung fin­den!!1

Wer/​welche zuletzt lacht, lacht am bes­ten.

  1. Das Zitat geht wie folgt wei­ter: „Einen mäch­ti­ge­ren Geg­ner kann man nur unter größ­ter Anspan­nung der Kräfte und nur dann besie­gen, wenn man unbe­dingt aufs ange­le­gent­lichste, sorg­samste, vor­sich­tigste, geschick­teste sowohl jeden, selbst den kleins­ten ‚Riß‘ zwi­schen den Fein­den, jeden Inter­es­sen­ge­gen­satz zwi­schen der Bour­geoi­sie der ver­schie­de­nen Län­der, zwi­schen den ver­schie­de­nen Grup­pen oder Schich­ten der Bour­geoi­sie inner­halb der ein­zel­nen Län­der als auch jede, selbst die kleinste Mög­lich­keit aus­nutzt, um einen Ver­bün­de­ten unter den Mas­sen zu gewin­nen, mag das auch ein zeit­wei­li­ger, schwan­ken­der, unsi­che­rer, unzu­ver­läs­si­ger, beding­ter Ver­bün­de­ter sein. Wer das nicht begrif­fen hat, der hat auch nicht einen Deut vom Mar­xis­mus und vom wis­sen­schaft­li­chen, moder­nen, Sozia­lis­mus über­haupt begrif­fen. Wer nicht wäh­rend einer recht beträcht­li­chen Zeit­spanne und in recht ver­schie­den­ar­ti­gen poli­ti­schen Situa­tio­nen prak­tisch bewie­sen hat, daß er es ver­steht, diese Wahr­heit in der Tat anzu­wen­den, der hat noch nicht gelernt, der revo­lu­tio­nä­ren Klasse in ihrem Kampf um die Befrei­ung der gesam­ten werk­tä­ti­gen Mensch­heit von den Aus­beu­tern zu hel­fen. Und das Gesagte gilt in glei­cher Weise für die Periode vor und nach der Erobe­rung der poli­ti­schen Macht durch das Pro­le­ta­riat. Unsere Theo­rie ist kein Dogma, son­dern eine Anlei­tung zum Han­deln, pfleg­ten Marx und Engels zu sagen, und der schwerste Feh­ler, das schwerste Ver­bre­chen sol­cher ‚paten­tier­ten‘ Mar­xis­ten wie Karl Kau­tsky, Otto Bauer u.a. besteht darin, daß sie das nicht begrif­fen, daß sie es nicht ver­stan­den haben, diese Theo­rie in den wich­tigs­ten Augen­bli­cken der Revo­lu­tion des Pro­le­ta­ri­ats anzu­wen­den. ‚Die poli­ti­sche Tätig­keit ist nicht das Trot­toir des Newski-​​Prospekts‘ (das sau­bere, breite, glatte Trot­toir der schnur­ge­ra­den Haupt­straße Peters­burgs), pflegte schon N.G. Tscher­ny­schew­ski, der große rus­si­sche Sozia­list der vor­marx­schen Periode, zu sagen.“ [zurück]
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5 Antworten auf „Wer/welche zuletzt lacht, lacht am besten – über die ‚patentierten‘ Marxisten von der Antidemokratische Aktion“


  1. 1 DGSch 19. August 2009 um 20:30 Uhr

    Im folgenden werden die Kommentare dokumentiert, die es bei der Antidemokratischen Aktion zu dem im hiesigen Beitrag diskutierten Text gibt:

    ach – 18. August 2009 um 21:45 Uhr

    [s]pare ich mir auch die Zeit und En­er­gie, wei­ter auf die un­in­ter­es­san­ten Me­tho­den­spiel­chen ein­zu­ge­hen

    Derweilen wäre gerade das interessant.

    ach – 18. August 2009 um 21:46 Uhr

    Da man dort be­reits an­ge­kün­digt hat, nicht mehr dis­ku­tie­ren zu wol­len

    Das stimmt nicht. Da steht etwas anderes:

    Auf weitere Texte, die meine Position mit mir willkürlich zugeschriebenen Positionen identifizieren, werde ich nicht antworten.

    ach – 18. August 2009 um 21:53 Uhr

    … Verharmlosung …

    versus:

    In meinem Text geht es weder um „Moral“, noch um „böse“, noch um „Glück“ noch um „schäm[en]“. Auch nicht um „ideelle[s] Dürfen“ – falls damit (vgl. oben Nr. 1) so etwas wie eine moralische Norm gemeint ist. Vielmehr habe ich mich auf objektive (= etwas anderes als Moral, die per se subjektiv ist) Erkenntnisse über die NS-Herrschaft bezogen.

    Administrator – 19. August 2009 um 6:12 Uhr

    Nicht-Gleichsetzen, weil sonst Verharmlosung, hat nun aber rein gar nix mit „objektiven Erkenntnissen“ zu tun.

    ach – 19. August 2009 um 8:07 Uhr

    „objektiven Erkenntnissen“

    Doch natürlich. Diese hat Theorie als Praxis nur nicht ausgeführt – weil es doch so banal ist. Und sich damit begnügt, auf einschlägige Erkenntnisse zu verweisen.

    Man kann zwar sagen, „Verharmlosung“ ist ein unglücklicher Begriff, doch dass man einige fundamentale Fehler machen muss, um bei einer Gleichsetzung zu landen, wirst wohl auch du so sehen. Oder?

  2. 2 achwas 20. August 2009 um 19:43 Uhr

    Dumm nur, dass Ver­harm­lo­sung eben keine wis­sen­schaft­li­che Kri­tik ent­lang des In­halts ist

    Der Meinung bin ich auch! :D

  3. 3 DGSch 20. August 2009 um 22:39 Uhr

    „‚Dumm nur, dass Ver­harm­lo­sung eben keine wis­sen­schaft­li­che Kri­tik ent­lang des In­halts ist‘. Der Meinung bin ich auch! :D“

    Abgesehen davon, daß mir nicht klar ist, was „entlang [?!?] des Inhalts“ bedeuten soll, hatte ich ja schon gesagt:

    M.E. ist „wissenschaftliche Kritik“ nur an etwas möglich, was selbst Theorie ist (z.B. die NS-Ideologie), aber nicht am NS als Ganzes, also als politisches etc. Herrschaftssystem.

    Und, wenn Du Dich speziell an dem deutschen Wort „Verharmlosung“ stößt, wie wär’s denn mit einer engl. Übersetzung:

    playing down; minimizing, minimization?

    Aber auch unter Verwendung der Definition, die der DUDEN für das dt. Wort gibt, gibt es m.E. an „Verharmlosung“ nichts auszusetzen:

    „verharmlosen […]: (etw. Gefährliches, Riskantes, Bedrohliches o. Ä.) harmloser (1) hinstellen, als es in Wirklichkeit ist; bagatellisieren: eine Gefahr v.; die schädliche Wirkung von etw. v.; eine verharmlosende Darstellung.“ (© Duden – Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003 [CD-ROM].)

    Herrschaftsformen lassen sich doch wohl anhand ihrer Repressivität oder ‚Gefährlichkeit‘ (bspw. ggü. der / für die ArbeiterInnenbewegung, Juden und Jüdinnen, selbst bürgerlichen DemokratInnen usw.) bzw. umgekehrt des Spielraums, den sie für Opposition oder schlicht ‚anderssein‘, ‚andersfühlen‘ usw. lassen, vergleichen.

    Nichts anderes macht Lenin, wenn er sagt, daß KommunistInnen eine (parlamentarische) Republik lieber ist als eine (absolute od. konstitutionelle) Monarchie.

    Wer/welche diese Unterschiede verwischt, verharmlost die jeweils repressiveren Herrschaftsformen. An dieser (resümierender Kombination von) objektiver Analyse UND parteilicher Bewertung ist doch wohl aus Perspektive von Leute, die sich hinsichtlich Herrschaftskritik einig sind, nichts auszusetzen.

  4. 4 achwas 21. August 2009 um 8:34 Uhr

    Es war ein Scherz. Aber sowas verstehst du wohl nicht.

  5. 5 DGSch 21. August 2009 um 17:50 Uhr

    Dafür kann ich nichts; das liegt an meinem lesbisch-feministischen Anti-Humor-Gen.

    Aber das bringt mich auf eine Idee: Vielleicht ist sind ja auch die drei Texte der Antidemokratischen Aktion ein kompletter Scherz.

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