Pi mal Daumen – Für die Antidemokratische Aktion genug?

Zu: „Theo­rie als Pra­xis schlägt zurück“ (vom 17.08.2009)

1.

„An­wür­fe der Sorte, ich solle mal ‚Be­griffs­de­fi­ni­tio­nen‘ brin­gen, loh­nen dabei den Kon­ter nicht, denn ist oh­ne­hin of­fen­sicht­lich, was das für ein Blöd­sinn ist. Schließ­lich ist es so ziem­lich das Ge­gen­teil vom Be­grei­fen einer Sache, also sich einen Be­griff von ihr zu ma­chen,“

Ohne Defi­ni­tion von Wör­tern (d.h.: zumin­dest vor­läu­fige Fixie­rung der Wort­be­deu­tung, was ein Wort im übri­gen erst zu einem Begriff macht) läßt sich nicht fest­stel­len, ob das Wort das Adres­sierte tat­säch­lich trifft oder viel­mehr ver­fehlt. (Wer/​welche das Wort „Apfel“ i.S.d. Bedeu­tung „Birne“ defi­niert, hat recht, wenn er/​sie beim Zei­gen auf eine Birne sagt, „Das ist ein Apfel.“ – Wird das Wort Apfel dage­gen in sei­ner gän­gi­gen Bedeu­tung ver­wen­det, wird die glei­che Wort­folge zu einem Irr­tum oder einer Lüge. – Ent­spre­chend ver­hält es sich mit einer Ver­tau­schung oder Iden­ti­fi­zie­rung der Bedeu­tung der Wör­ter „Moral“ und „Poli­tik“.)
Die Defi­ni­tion von Wör­tern wird umso dring­li­cher, je infla­tio­nä­rer sie ver­wen­det wer­den: Wenn anschei­nend (so ziem­lich) jedes poli­ti­sche Position-​​Beziehen als „mora­lisch“ bezeich­net und abge­lehnt wird, dann stellt sich die Frage, was die so Vor­ge­hen­den über­haupt aus­sa­gen wol­len, ob sie über­haupt einen Unter­schied zwi­schen Moral und Poli­tik aner­ken­nen und/​oder schlicht jede poli­ti­sche Pra­xis ver­wer­fen.
Siehe im übri­gen:
http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​2​6​/​u​e​b​e​r​-​d​e​n​-​n​u​t​z​e​n​-​v​o​n​-​d​e​f​i​n​i​t​i​o​n​e​n​-​e​i​n​-​p​a​a​r​-​a​n​d​e​r​e​-​a​n​m​e​r​k​u​ngen/.

2.

„ein­fach eine De­fi­ni­ti­on ihrer zu be­haup­ten, die das Ge­gen­über dann wahl­wei­se aus­wen­dig ler­nen oder wis­sen­schafts­plu­ra­lis­tisch durch seine ei­ge­ne er­gän­zen kann.“

Wer/​welche soll das vor­ge­schla­gen haben?

3.

„Als me­tho­di­sche Vor­schrift, als die TaP den Kram prä­sen­tiert, […]“

Daß es (wis­sen­schaft­lich) unzu­tref­fend und (poli­tisch) falsch ist, den NS mit ande­ren Herr­schafts­for­men gleich­zu­set­zen, ist keine metho­di­sche, son­dern eine inhalt­li­che Aus­sage. In Anbe­tracht des Stan­des der For­schung und der poli­ti­schen Dis­kus­sion liegt die Argu­men­ta­ti­ons­last (die Not­wen­dig­keit neue Argu­mente vor­zu­brin­gen) bei den­je­ni­gen, die diese Aus­sage zu bestrei­ten. An ihnen liegt es, die bereits vor­ge­brach­ten Argu­mente zu wider­le­gen, wenn sie eine gegen­tei­lige Posi­tion über­zeu­gend ver­tre­ten wol­len. Wenn sie nicht über­zeu­gen wol­len, steht es ihnen frei „Im Him­mel ist Jahr­markt“ zu erzäh­len.

4.

„Das Nicht-​​​Gleich­set­zen wird als me­tho­di­sche Vor­schrift ver­brämt vor­weg­ge­nom­men, weil ein an­de­res Re­sul­tat den NS mit sei­ner Ju­den­ver­nich­tung laut TaP ‚ob­jek­tiv ver­harm­lo­sen‘, also der Na­tio­nal­moral vom ab­so­lut bösen Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, der zum Glück durch die De­mo­kra­tie ab­ge­löst wurde und für den man sich als Deut­scher ganz dolle schämt, wi­der­spre­chen würde. Davon, ob die Gleich­set­zung in­halt­lich zu­trifft, ist also bei TaP über­haupt nicht die Rede, son­dern man ver­la­gert dort diese Frage auf die Ebene des ide­el­len Dür­fens.“

Bei halb­wegs übli­cher Begriffs­ver­wen­dung (vgl. oben Nr. 1) steht von dem, was mir in dem Zitat unter­stellt wird bzw. womit meine Posi­tion in Ver­bin­dung gebracht, nichts. In mei­nem Text geht es weder um „Moral“, noch um „böse“, noch um „Glück“ noch um „schäm[en]“. Auch nicht um „ideelle[s] Dür­fen“ – falls damit (vgl. oben Nr. 1) so etwas wie eine mora­li­sche Norm gemeint ist. Viel­mehr habe ich mich auf objek­tive (= etwas ande­res als Moral, die per se sub­jek­tiv ist) Erkennt­nisse über die NS-​​Herrschaft bezo­gen.
Das Wort „ver­harm­lo­sen“ impli­ziert dar­über hin­aus einen Ver­gleich: zwi­schen unter­schied­li­chen Herrschafts-​​ und Aus­beu­tungs­for­men einer­seits und dem Ziel einer Gesell­schaft ohne Herr­schaft und Aus­beu­tung ande­rer­seits.
Aus die­sem mehr­glied­ri­gen Ver­gleich (und ergän­zen­den Fak­to­ren) erge­ben sich stra­te­gi­sche Kon­se­quen­zen für Bünd­nis­po­li­tik, Nah­ziele und Fern­ziele, aktu­elle Haupt­feinde, ‚Neben­feinde‘ und Bünd­nis­part­ne­rIn­nen. Mit „Moral“ hat das alles nichts zu tun – und anti-​​politische Mora­lis­tIn­nen mögen der­ar­tige stra­te­gi­sche Kon­se­quen­zen sogar als ‚unmo­ra­lisch‘ ver­wer­fen.

5.

„schon wie­der Me­tho­den­ge­plap­per, statt dass sich auf den In­halt der Kri­tik be­zo­gen wer­den würde. Ein selbst­ver­ständ­lich ge­schum­mel­tes oben­drein: dass man Un­ter­schie­de (neben jeder Menge Ge­mein­sam­kei­ten) zwi­schen de­mo­kra­ti­scher und na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Fas­sung bür­ger­li­chen Staat zu ma­chen fest­stel­len kann, war näm­lich von mei­ner Seite aus oh­ne­hin nie be­strit­ten, son­dern ich hatte sogar zu­stim­mend einen Text ver­linkt, in dem die­ser Ver­gleich mal ob­jek­tiv vor­ge­nom­men wird.“

Wel­cher Inhalt? Wel­che Kri­tik? Wel­che Ver­lin­kung? – Falls sich das auf irgend­et­was im ers­ten Abschnitt des Tex­tes der Anti­de­mo­kra­ti­schen Aktion bezie­hen soll: Ohne nähere Erläu­te­rung habe ich keine Ver­an­las­sung, eine auf Spie­gel Online gemünzte Kri­tik als auch mich tref­fend zu betrach­ten.

6.

„Nur ist es ein – außer mit der Na­tio­nal­moral – völ­lig un­be­grün­de­ter Schluss, von der puren Exis­tenz von Un­ter­schie­den dar­auf zu schlie­ßen, dass die eine Sorte bür­ger­li­cher Herr­schaft der an­de­ren vor­zu­zie­hen wäre und man sich ‚also‘ für diese zu en­ga­gie­ren habe, weil sie – drauf ge­schis­sen, was sie ist – die an­de­re Sorte bür­ger­li­cher Herr­schaft nicht ist.“ (Hv.i.O.)

Nur habe ich nie behaup­tet, daß sich für das klei­nere Übel zu enga­gie­ren sei. Viel­mehr hatte ich mich auf Lenins Linkradikalismus-​​Kritik bezo­gen, wo es heißt, das Kom­mu­nis­tIn­nen Bünd­nisse unter Wah­rung der vol­len Frei­heit der Agi­ta­tion und Pro­pa­ganda für ihre eige­nen Ziele schlie­ßen müs­sen. Lenins Bünd­nis­po­li­tik hat also nichts mit irgend­ei­ner Minimalkonsens-​​Politik und ideo­lo­gi­scher Unter­ord­nung unter Bünd­nis­part­ne­rIn­nen zu tun.

Auf wei­tere Texte, die meine Posi­tion mit mir will­kür­lich zuge­schrie­be­nen Posi­tio­nen iden­ti­fi­zie­ren, werde ich nicht ant­wor­ten.

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9 Antworten auf „Pi mal Daumen – Für die Antidemokratische Aktion genug?“


  1. 1 tee 17. August 2009 um 16:38 Uhr

    Wer/welche

    hey, wo bleibt „welcher“? ist das der neue alte feminismus, oder was?! du bist und bleibst ’ne knallschote, schön dich auf blogsport zu haben :)

  2. 2 achwas 18. August 2009 um 22:20 Uhr

    Dattel ≡ die Frucht der Palme

    Wissenschaftspluralismus nach Greschka:

    Dattel ≡ der Hund meines Nachbarn.
    Dattel ≡ Das Ding, auf dem ich diese Meldung hier tippe.
    U.s.w.

    Na dann lieber nichts definieren. Hauptsache: Wenn ich die Dattel „auf den Begriff (!) bringe“ kommt raus: es ist die Frucht der Palme. Aber das ist keine Definition!

    LOL

  3. 3 achwas 18. August 2009 um 22:33 Uhr

    Ich habe, das möchte ich betonen, hierbei nicht gelogen:

    Dattel ≡ der Hund meines Nachbarn

    Es handelt sich um die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Objektiv.

    Es ist mir allerdings etwas unangenehm, das hier darlegen zu müssen, ergibt es sich doch aus der Sache (Dattel ≡ Hund meines Nachbarn). Ich bin mir dessen bewusst, dass Menschen existieren, die unter einer „Dattel“ etwas anderes verstehen. Doch seien wir ehrlich: Wenn ich auf diese Spinnereien, auf deren demokratische Definitionshuberei eingehe, indem ich hier den objektiven Begriff der Sache „Dattel“ darlege – da mache ich doch fast schon mit beim Wissenschaftspluralismus!
    Daher: Kein Fußbreit den Dattel ≡ Palmenfrucht-Demokraten!

    Übrigens:

    Verständigung ≡ rosa-grün gestreifte Socken

  4. 4 DGSch 19. August 2009 um 0:39 Uhr

    @ achwas:

    Sehr schön! Morgen schreiben sie, daß Deine Kommentare nur zeigen, daß Du eine moralische Präferenz für Hunde gegenüber Datteln hast.

  5. 5 DGSch 19. August 2009 um 19:45 Uhr

    Im folgenden werden die Kommentare dokumentiert, die es bei der Antidemokratischen Aktion zu dem im hiesigen Beitrag diskutierten Text gibt:

    ach – 18. August 2009 um 21:15 Uhr

    ein­fach eine De­fi­ni­ti­on ihrer zu be­haup­ten

    beispiel für eine einfache definition:

    Dattel ≡ die Frucht der Palme

    ist das eine behauptung, die man auswendig lernen „oder wis­sen­schafts­plu­ra­lis­tisch durch seine ei­ge­ne er­gän­zen kann“?

    Administrator – 19. August 2009 um 6:45 Uhr

    Ja. Der nächste definiert dann eben „Dattel = kugelförmiges Teil mit Lederhülle und Luftblase innen“ etc. Dein Beispiel lebt doch gar nicht davon, dass meine Kritik inhaltlich nicht auf es zuträfe, sondern davon, dass es doch nicht weiter verkehrt wäre, sie an dieser Stelle anzuwenden. Meinetwegen … nur: dadurch, dass man einem Gegenstand eine Laut- und/oder Buchstabenfolge zuordnet, hat man eben keinen Begriff von ihm, da man ja dadurch noch gar nix von ihm begriffen hat. Und an der Stelle scheint dann auch der Fehler der Logik von „Begriffsdefinitionen“ durch. Nämlich wenn etwas als Begriff einer Sache definiert wird, statt die Sache inhaltlich zu bestimmen/ sich einen Begriff von ihr zu machen. Dadurch wird die subjektive Behauptung in den Rang der Wissenschaftlichkeit erhoben und umgekehrt umgekehrt die tatsächliche Bestimmung eines Gegenstands zu einer solchen Definition erklärt, die man ja wohl genauso beliebig durch eine andere ersetzen könne, wie die zugeschriebene Laut- oder Buchstabenfolge zu einem Gegenstand.

    Wenn ich also sage, dass Moral die gedankliche Verdoppelung der Rechtsform von Erlaubt und Verboten in ein Ideal dessen, was eigentlich erlaubt und verboten sein sollte ist, unter der von den Füßen auf den Kopf gestellt die Realität des positiven Rechts als mehr oder weniger gelungene Verwirklichung seines Ideals, welches doch nur seine Verdoppelung ist, erscheint, dann nehme ich eben nicht eine Definition der Sorte ‚Moral = Frucht einer Palme‘ vor, sondern treffe eine Aussage darüber, was die Logik der Denke ist, welcher sprachlich im Deutschen bereits die Buchstabenfolge ‚Moral‘ zugeordnet ist.

    ach 19. August 2009 um 7:49 Uhr

    Nämlich wenn etwas als Begriff einer Sache definiert wird, statt die Sache inhaltlich zu bestimmen/ sich einen Begriff von ihr zu machen.

    Die Dattel ist inhaltlich bestimmt. Es ist die Frucht der Palme. (Aber auch der Hund meines Nachbarn ist Dattel – und das nicht subjektiv, sondern objektiv.) Was ist eine Frucht? Was ist eine Palme? – Auch das lässt sich bestimmen.

    Nämlich wenn etwas als Begriff einer Sache definiert wird, statt die Sache inhaltlich zu bestimmen/ sich einen Begriff von ihr zu machen.

    Was denkst du, was Definition heißt? Ich verrate es dir: Bestimmung. Entweder einer Sache oder bezogen auf einen Begriff.

    http://www.phillex.de/def.htm

    Aber auch die Begriffsbestimmung kommt nicht ohne Bezug auf die Sache aus:

    Um einen Begriff zu definieren, ist die Grenze zu finden, die die von dem jeweiligen Begriff erfaßten Gegenstände von allen ihm ähnlichen Gegenständen trennt. Einen Begriff zu definieren bedeutet, die (möglichst wesentlichen) Eigenschaften eines Gegenstandes festzustellen.

    Wenn sich hier jemand vor einer Diskussion drückt, dann bist es du – und zwar durch solcherlei:

    An­wür­fe der Sorte, ich solle mal „Be­griffs­de­fi­ni­tio­nen“ brin­gen, loh­nen dabei den Kon­ter nicht, denn ist oh­ne­hin of­fen­sicht­lich, was das für ein Blöd­sinn ist.

    Billig.

    PS: Natürlich ist das eine Definition von Moral (Moral ≡ gedankliche Verdoppelung der Rechtsform von Erlaubt und Verboten in ein Ideal dessen, was eigentlich erlaubt und verboten sein sollte). Die Bestimmung der Gegenstandes „Moral“. Es gibt andere Defintionen (Bestimmungen) – man kann sich da nun drüber streiten, wer den Gegenstand angemessener gefasst hat.

    @ Administrator – 19. August 2009 um 6:45 Uhr

    dadurch, dass man einem Gegenstand eine Laut- und/oder Buchstabenfolge zuordnet, hat man eben keinen Begriff von ihm, da man ja dadurch noch gar nix von ihm begriffen hat. Und an der Stelle scheint dann auch der Fehler der Logik von ‚Begriffsdefinitionen‘ durch. Nämlich wenn etwas als Begriff einer Sache definiert wird, statt die Sache inhaltlich zu bestimmen/ sich einen Begriff von ihr zu machen. Dadurch wird die subjektive Behauptung in den Rang der Wissenschaftlichkeit erhoben und umgekehrt umgekehrt die tatsächliche Bestimmung eines Gegenstands zu einer solchen Definition erklärt, die man ja wohl genauso beliebig durch eine andere ersetzen könne, wie die zugeschriebene Laut- oder Buchstabenfolge zu einem Gegenstand.“

    Das vermengt doch schlicht und ergreifend zwei Fragen, die zu unterscheiden sind:

    1. In welchem Sinn werden bestimmte Wörter verwendet? Solche Definitionen der Wortbedeutung sind die Grundvoraussetzung, damit nicht aneinander vorbegeredet wird. Ich hatte dies in meinem Text am Beispiel von Äpfeln und Birnen erläutert: „Wer/welche das Wort ‚Apfel‘ i.S.d. Bedeutung ‚Birne‘ definiert, hat recht, wenn er/sie beim Zeigen auf eine Birne sagt, ‚Das ist ein Apfel.‘ – Wird das Wort Apfel dagegen in seiner gängigen Bedeutung verwendet, wird die gleiche Wortfolge zu einem Irrtum oder einer Lüge.“

    2. Eine andere Frage ist, ob es einen Gegenstand gibt, der von diesem Begriff getroffen wird oder nicht.

    Wortdefinitionen sind ‚konventionell‘ (und in diesem Sinne nicht objektiv), sie drücken eine kollektive oder individuelle ‚Konvention‘ aus. Sie drücken einen in einer Gesellschaft hegemonialen, manchmal auch konsensuellen Sprachgebrauch aus – oder auch einen davon abweichenden individuellen Sprachgebrauch. Letzteres kann durchaus sinnvoll sein, um genauere Unterscheidungen treffen zu können.

    Die Frage, ob ein in spezifischer Weise definiertes Wort auf einen bestimmten Gegenstand zurecht angewendet wird, läßt sich dagegen objektiv beantworten.

    Dem Subjektivismus wird nicht durch Wortdefinitionen Tür und Tor geöffnet, sondern wenn der einer Behauptung zugrundegelegt Sprachgebrauch (= Definition) nicht offengelegt wird.

    PS.: Zu Deiner „Bestimmung“ (?) von Moral:

    „Moral die gedankliche Verdoppelung der Rechtsform von Erlaubt und Verboten in ein Ideal dessen, was eigentlich erlaubt und verboten sein sollte ist, unter der von den Füßen auf den Kopf gestellt die Realität des positiven Rechts als mehr oder weniger gelungene Verwirklichung seines Ideals, welches doch nur seine Verdoppelung ist, erscheint,“

    Abgesehen davon, daß ich eine andere „Bestimmung“ von Moral vornehmen würde – auch in Deinem Sinne argumentiere ich NICHT moralisch:

    Ich sage nicht, was (ganz generell) erlaubt bzw. verboten sein SOLL (i.S. einer allgemeingültigen Aussage, z.B.: „Ausbeutung ist unmoralisch und sollte deshalb nicht sein“), sondern ich nehme eine parteiliche Position ein („ICH WILL eine Gesellschaft ohne Ausbeutung.“) und weiß, daß es möglich ist, den gegensätzlichen Standpunkt einzunehmen.

  6. 6 achwas 19. August 2009 um 21:07 Uhr

    Die Frage, ob ein in spezifischer Weise definiertes Wort auf einen bestimmten Gegenstand zurecht angewendet wird, läßt sich dagegen objektiv beantworten.

    Na klar.

    Aber Greschka lehnt erstes eben ab.

    Nämlich wenn etwas als Begriff einer Sache definiert wird, statt die Sache inhaltlich zu bestimmen/ sich einen Begriff von ihr zu machen.

    Wie das eine ohne das andere funktionieren soll, weiß allerdings kein Mensch.

    „Moral die gedankliche Verdünkelung der Linksform von Erlaubt und Lustig in ein Späßchen dessen, was eigentlich erlaubt und spaßig sein sollte ist, unter der von den Ohren auf den Zehen gestellt die Himmelpforte des positiven Links als mehr oder weniger gelungene Verrätselung seiner Himmelspforte, welches doch nur seine Verdünkelung ist, erscheint …“

    Inhaltlich korrekt bestimmt – keine Frage. LOL

  7. 7 achwas 19. August 2009 um 21:14 Uhr

    Leider kann man keine Edits durchführen. Ich würde gerne noch das statt hervorheben.

    Nämlich wenn etwas als Begriff einer Sache definiert wird, statt die Sache inhaltlich zu bestimmen/ sich einen Begriff von ihr zu machen.

    PS:

    Das bürgerliche Raumschiff ist die politische Fraktur der Foucault’schen Erdbeere.

  8. 8 DGSch 20. August 2009 um 16:11 Uhr

    Ich habe die gewünschte fett-Setzung nachgetragen.

  9. 9 DGSch 02. September 2009 um 17:09 Uhr

    Zwecks Dokumentation und Sicherung meiner eigenen Beiträge zu der Antwort der Antidemokratischen Aktion stelle ich die dortige Diskussion auch hier zur Verfügung:

    http://TheoriealsPraxis.blogsport.de/images/ADA_Pi_mal_Daumen_genau_getroffen.pdf

    S. zum Fortgang der Debatte auch noch die heisigen Beiträge:

    ++ Wer/welche zuletzt lacht, lacht am besten – über die ‚patentierten‘ Marxisten von der Antidemokratische Aktion
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/18/werwelche-zuletzt-lacht-lacht-am-besten-ueber-die-patentierten-marxisten-von-der-antidemokratische-aktion/

    ++ Wissenschaftspluralismus?!
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/24/wissenschaftspluralismus-2/

    ++ Luftblase und/oder Aal?
    „Gegenstandpunkt“ de-constructed

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/08/30/luftblase-undoder-aal/

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