Heute gelesen (14.8.)

1. daß lysis auf wei­tere Ter­mine der Buch­vor­stel­lung „Homo­pho­ber Mos­lem, tole­ran­ter Wes­ten?“ hin­weist (17. und 20. Aug., 26. Okt. – in Han­no­ver, Erfurt und Göt­tin­gen; wei­tere Ver­an­stal­tun­gen sind geplant).

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2. Nor­mal­zu­stand Rot eine Blüte der Reich­tums­ana­lyse (Freude am Haus­tier = 78.640 Pfund) de-​​konstruiert.
3. Ein­tags­fliege anschei­nend die Track­backs auf­grund mei­ner Anmer­kun­gen vom 11.8. (Nr. 7) und 12.8. (Nr. 1) gelöscht hat. – Ein­tags­flie­ges Argu­mente wer­den immer bes­ser.
4. es bei der Mäd­chen­mann­schaft
a) eine Serie WWW Girls, in der blog­ge­rin­nen und ihre blogs vor­ge­stellt wer­den, heute Flo­ras blog,
und
b) eine Rezensions-​​Reihe Femi­nis­ti­sche Biblio­thek, wo ges­tern das im Wagen­bach Ver­lag erschie­nene Buch die Vulva vor­ge­stellt wurde,
gibt.

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5. Eman­zi­pa­tion oder Bar­ba­rei Baha­mas‘ Gewerk­schafts­feind­lich­keit vor­führt. Ergän­zend sei ange­merkt, daß Sätze wie die­ser Bahams-​​Satz

„Heute ist näm­lich der segre­gie­rende Cha­rak­ter der Kri­sen­prä­ven­tion im Racket-​​Staat so deut­lich wie nicht mehr seit 1945 zu sehen: Durch den Aus­schluss derer, die nicht recht­zei­tig oder durch den Ver­zicht auf ihre Jugend und quä­lende Job-​​Castings (Prak­tika) in die Brutto-​​ (nicht: Netto!) Hochlohn-​​Maschinerie hin­ein­ge­kom­men sind.“

nicht nur als (neo)liberal zu ver­bu­chen sind, son­dern genauso gut auch mit einer links­ra­di­ka­len – im Namen eines aus der Arbei­te­rIn­nen­klasse hin­aus­de­fi­nier­ten ‚Pre­ka­ri­ats‘ o.ä. vor­ge­brach­ten – Gewerk­schafts­kri­tik kon­ver­gie­ren.

6. nicht nur die Grü­nen ras­sis­ti­sche Wahl­pla­kate kle­ben (siehe hier [Nr. 2] und hier), son­dern auch die CDU Thü­rin­gen dem ras­sis­ti­schen Druck der dor­ti­gen NPD nach­zu­ge­ben scheint. Jeden­falls erscheint der schwarze CDU-​​Integrationsbeauftragte auf dem neuen, ansons­ten kaum ver­än­der­ten CDU-​​Plakat nicht mehr: siehe Thü­rin­ger Blog­zen­trale – bemerkt Dank: Thü­rin­gen­wahl; siehe nun­mehr aber das update der Blog­zen­trale. Unklar bleibt in wel­chem Ver­hält­nis das anschei­nend neue (hoch­for­ma­tige) Bild­pla­kat und das neue hoch­for­ma­tige Text­pla­kat ste­hen, die anschei­nend beide das quer­for­ma­tige Bild­pla­kat mit dem Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­ten ablö­sen.
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6 Antworten auf „Heute gelesen (14.8.)“


  1. 1 Gutdenk 15. August 2009 um 12:36 Uhr

    Toll, da wird eine Abbildung einer Labunya als Toleranz gewertet.
    Bei den Türken wird halt Homosexualität anders definiert. Schwul ist nur der Penetrierte.

    Doppelmoral und Sexualität als Mittel der Dominanz in Reinform.

  2. 2 DGSch 15. August 2009 um 15:56 Uhr

    Hhm, was ist jetzt genau das Argument? Und was die Schlußfolgerung?

    Läßt sich das auch elaborieren?

    „Bei den Türken wird halt Homosexualität anders definiert.“

    a)“Bei den Türken“

    „Bei den Türkern“?!

    b) „wird halt Homosexualität anders definiert.“

    Was soll das „halt“ besagen???

    Wenn ein Begriff anders definiert wird, bezeichnet er folglich auch etwas anderes (Sache, Gegenstand, Praxis etc.).

  3. 3 Gutdenk 16. August 2009 um 10:51 Uhr

    Ideologischer „Dumm-Stell-Modus“ hilft überhaupt nicht.

    Meiner Meinung nach bedeutet Homosexualität sexuelle Anziehung zw. Männern(Frauen). Das dürfte auch wiss. Konsens sein (man muss Homosexualität nur übersetzen).
    In der traditionellen türk. Kultur gilt nur der passive Part als schwul. Der aktive verliert auch nicht seinen sozialen Status als Mann. Der passive hingegen wird gar nicht mehr als Mann angesehen, daher auch Schimpfworte wie „Labunya“.

    Man muss nur die Sprache der türk. männl. „jugendlichen“ genauer studieren: „Ich f**e dich“ drückt ganz klar einen Dominanzanspruch aus.
    Eventuell hat sich inzw. dieses Gebahren auch bei Deutschen breitgemacht, die allerdings meistens nichts über die kulturellen Zusammenhänge wissen.

    Mein letzter Punkt:
    „Homophober Moslem, toleranter Westen?“ will irgend etwas vom toleranten Osmanen etc. beweisen. Habe nichts dagegen.
    Allerdings wird die Sache nur von der Europ. Warte aus betrachtet, „Kulturimperialismus“ sozusagen. Ich wette, die Unterscheidung „Labunya“ dominanter Mann wird nicht vorkommen. Der Besucher wird mit irgendwelchen luftig-weichen Vorstellungen vom „Orient“ abgespeist und alle Besucher sind happy.

  4. 4 TaP 16. August 2009 um 22:08 Uhr

    „Meiner Meinung nach bedeutet Homosexualität sexuelle Anziehung zw. Männern(Frauen). Das dürfte auch wiss. Konsens sein (man muss Homosexualität nur übersetzen).“

    Naja, da gibt es nach dem Stand der wissenschaftlichen Forschung schon einige Komplikationen:

    a) Das Konzept romantischer Liebe ist bspw. ein modernes, bürgerliches Konzept, während es vorher feudale Heiratsallianzen gab, die kaum etwas mit Liebe oder ‚Anziehung‘ im modernen Sinne zu tun hatten.

    b) Das Gleiche gilt für Sexualität – was nicht negiert, daß es vorher schon körperliche Handlungen gab, die wir als heute als „Sex“ begreifen.

    c) Schließlich sind auch das Konzept des „Subjektes“ und der „Identität“ spezifisch moderne Konzept, sodaß auch eine „homosexuelle / schwule / lesbische Identität“ erst ab entsprechenden historischen Zeitpunkten (die je nach Gesellschaft varieren) möglich sind.

    d) Folglich ist auch die Kriminalisierung und/oder Diskriminierung entsprechender Identitäten an spezfische historische Voraussetzungen gebunden – was nicht ausschließt (sondern i.d.R. einschließt), daß auch vorher schon spezifische Handlungen (andere aber nicht) kriminalisiert und diskriminiert wurden.

    „In der traditionellen türk. Kultur gilt nur der passive Part als schwul.“

    Nach dem Vorgesagten dürfte es also in „der traditionellen türk. Kultur“ – genauso wie in der traditionellen europäischen Kultur – kein Wort mit dem Inhalt, den heute im Deutschen „schwul“ hat, gegeben haben und auch keine entsprechende psychologische, ideologische, politische, kriminalistische etc. Realität.

    „‚Homophober Moslem, toleranter Westen?‘ will irgend etwas vom toleranten Osmanen etc. beweisen.“

    Das läßt sich in dieser pauschalen Weise weder der Einladung noch dem Vortrag, den ich vor einiger Zeit in Wien hörte, entnehmen.
    Nur wird die eindeutige Rollenverteilung, die der im Westen hegemoniale Diskurs vornimmt, durch den Vortragstitel in Frage gestellt. Dies heißt aber nicht, daß die Rollenverteilung einfach umgedreht wird.
    Vielmehr gilt es zu erkennen, daß es jeweils spezifische Diskriminierungen (auch in der ach so postmodernen und liberalen BRD) gibt; und jeweils spezifische Nischen und Lücken der Repression.

  5. 5 Gutdenk 17. August 2009 um 0:11 Uhr

    Um zum Punkt zu kommen:

    Für jeden Westler mit einem gesunden geistigen Koord.system werden Männer die gerne von Männern genommen werden und Männer die gerne Männer nehmen als homosexuell bezeichnet.

    In der türk. Kultur kann man seine Homosexualität nur ausleben indem man einen dominiert und damit zur Labunya degradiert. Verachtenswert von Standpunkt der türk Gesellschaft ist nur die Labunya. Das ist astreine Doppelmoral. Dies wurde übrignes auch zur Demütiging von Gefangenen eigesetzt (--> Lawrence von Arabien). Der Gefängniswärter der diese Aufgabe übernimmt kann seine Neigungen ausleben und sein gesellschaftliches Ansehen leidet nicht.

    Die „Guten“ und Toleranten in Europa versuchen fremde Kulturen zu deuten, schaffen es aber nicht auf die Idee zu kommen, dass z.B. Homosexualität anders definiert ist: Sie sehen alles aus den Augen des Westlers.

    Dazu bräuchten sie die Fähigkeit zur Empathie.

  6. 6 DGSch 17. August 2009 um 0:21 Uhr

    „In der türk. Kultur kann man seine Homosexualität nur ausleben indem man einen dominiert und damit zur Labunya degradiert.“

    Und in westlichen homosexuellen, queeren, transgender Beziehungen gibt es keine Hierarchien und keine Degradierungen?!

    Siehe gegen diese Annahme:

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2000/08/31/wessen-gewalt-hat-die-macht-sexy-zu-sein/ (und meine beiden nachfolgenden Texte dazu)

    sowie

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2004/03/26/geschlechternormen-inkonforme-koerperinszenierungen/

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