Heute gelesen (9.8.)

1. eine interessante Analyse des Scheiterns der italienischen Rifondazione Comunista bei Web-Kultur-FFO.
2.a) bei indymedia eine schon etwas ältere Rezension von „einzelne[n] älter gewordene[n] Autonomen“ zur neuen Ausgabe der radikal: mit einem objektiven, sehr stark um Fairness bemühten, aber auch etwas nostalogischen Tonfall. In den Schlußpassagen ist aber nur schwer zu überlesen, daß ihnen das Heft zu kommunistisch ausgefallen ist, und sie sich die weiteren Ausgaben pluralistischer wünschen. In den Ergänzungen behauptet ein „V. Horst“, die mg-Kritik an „spontaneistischen militanten Aktionsformen“ konvergiere mit dem Interesse der „Behörden“, denen der „als ‚Autonome‘ identifizierte, spontaneistische Traditionszusammenhang der größte Dorn im Auge“ sei.
b) bei anscheinend jüngeren oder jung geblieben GenossInnen vom Infoladen Daneben eine mit mehr Schaum vor‘m Mund geschriebene Annotation, deren inhaltliche Aussage sich in nahezu auf „irre“ beschränkt:

„Ein Kunde steht eine Minute da und blättert durch die 60 Seiten: ‚Stencilanleitung und Lenis revolutionärer Aufbauprozess? Wenn die sich selbst nicht mehr ernst nehmen, wer soll das sonst tun?‘. Kurze Zeit später ein Gespräch: ‚Hast du die neue Radi gelesen?‘ – ‚Mmmh. Irre.‘ – ‚Allerdings: irre.‘ Das wars. Im Grunde würde sich niemand die Texte durchlesen (so wie schon die jahrelangen ‚debatten‘ der militanten gruppe in der Interim immer schamlos überblättert wurden) wenn nicht das Radikal-Logo drauf wäre. […]. Was soll uns denn zu so einer Aneinanderreihung von Glaubensbekenntnissen einfallen? Worüber wollt ihr denn jetzt noch reden? Eben. Einfach „irre“ und sonst nix.“

(Die ersten beiden Teile der hiesigen radikal-Rezensions-Serie werden – wie gesagt – fortgesetzt.)

3. bei der Gruppe gegen deutsche Normalität einen Kurzbericht zu Nachwirkungen der Diskussion um MaKss Damage:

Am Nachmittag des 07.08. erreichte eine Einzelperson unserer Gruppe einen Anruf eines Antifa aus Berlin. „Matze“, wie er sich selbst nannte, wollte der Person drohen, weil sich in einem Indymedia-Artikel kritisch gegenüber dem widerlichen Konzert der Rapper Makks Damage und Holger Burner geäußert wurde. Wenn wir uns weiterhin kritisch gegenüber dieser Veranstaltung positionieren „…gibt’s was auf die Fresse!“. Dazu wollen uns die „Atzen“ sogar besuchen kommen.
Am selben Tag erreichte uns eine E-Mail des vermeintlichen Anrufers, der inzwischen wohl bemerkt hatte, dass dieser Artikel nicht von uns stammt, die unter dem Betreff „Stellungsnahme zu Indymedia-Berichten“ folgenden Wortlaut enthielt: „Scheißegal… Ihr seid Trotzdem Hurensöhne. Fickt euch ihr Penner!“
Wir freuen uns auf weitere Mails und natürlich auch auf persönlichen Besuch.
So viel zu den Zuständen in Berlin.

4. Scientific Commons verlinkt meine Arbeit über Arbeitsteilungsstrukturen in Haushalten und Liebesbeziehung von trangsgender Personen.
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