„oder wie ich als pomo sagen würde: dass und wie sich diskurse materialisieren – läßt sich auch an den unterschiedlichen männlichkeits-konstruktionen bestimmter antifa-kadergruppen und deren kritiker(!) nachzeichnen.“
Die These erscheint mir plausibel; allerdings erstaunt mich, daß – wenn ich nicht völlig begriffsstutzig bin – beide verlinkten Texte die gleiche Fraktion kritisieren:
++ Der erste Text („Zur Diskussion um den Frankfurter Antifahooliganismus“ bei Vorstellungsrepräsentanzen) setzt sich kritisch mit dem „sich als Subkultur inszenierende Antifakonzept von Ums Ganze im allgemeinen sowie in seiner Regionalvertretung durch die autonome antifa [f]“ auseinander
und
++ der zweite Text („Flugblatt zur Frankfurter Bandenherrschaft“ bei neocommunistinnen) kritisiert eine angebliche „unter dem Deckmantel des ‚revolutionären Antifaschismus‘ firmierende Frankfurter Bandenherrschaft echter Mannsbilder“, wobei der Begriff „Antifa“ dort als „Synonym mit der größten Gruppe in Ffm verwendet“ wird.
Wo ist denn nun die kritische Nachzeichnung der Position der „Kritiker(!)“ geblieben…????
Noch mehr erstaunt mich, daß in der Frankfurter Szene der vermeintliche ‚Kampf gegen Deutschland‘ anscheinend schon so große Fortschritte gemacht hat, daß dort tatsächliche und vermeintliche AntiimperialistInnen vollständig aus dem Feld geräumt zu sein scheinen, sodaß sich in Frankfurt gemäßigte Antideutsche (= Ums Ganze / antifa [f])1 und harcore-Antideutsche untereinander prügeln können. Oder habe ich gar nichts verstanden???
Bei der Gelegenheit seien die verständlichkeitsstörenden Tippfehler in meinem Satz, der mit FN 4 endet, korrigiert:
.„und es geht deshalb auch nicht um ‚neue Lösungen‘, sondern um neue – den aktuellen Bedingungen und neu gewonnenen Erkenntnissen über die alten ‚Problemen‘ angemessene – Methoden der Vorbereitung der alten ‚Lösung‘“
a) Eingabe „recht der ddr“2 – Platz 4 von über 4 Mio.
b) Eingabe „‚Die Grünen‘ Gewaltdiskussion“3 – Platz 1 von merkwürdigweise überhaupt nur 2.000 Treffern.
c) Eingabe „indymedia“4 – Platz 20 von über 6 Mio.
- vgl. bspw. http://umsganze.de/index.php/home; http://www.einheit-und-freiheit.de/; http://de.indymedia.org/2009/05/250627.shtml sowie die Andeutung in den Kommentaren http://brummkreiselpilotin.blogsport.de/2009/07/29/arab-nordost-mafia-jugendantifa-nordost-scheisse/#comment-44 und http://brummkreiselpilotin.blogsport.de/2009/07/29/arab-nordost-mafia-jugendantifa-nordost-scheisse/#comment-39; vgl. nach weiteren Klicks auch noch die von overdose referierten „main points of critique“ an der Ums Ganze-Broschüre staat, weltmarkt und die herrschaft der falschen freiheit (von denen mir ein Teil plausibel vorkommt [a), c), e), Absatz 2 und f) – abgesehen von der Negierung der „erklär- und vergleichbarkeit von auschwitz“]; andere dagegen nicht [b), e) Absatz 1] – vorausgesetzt die vorhergehende Darstellung der Hauptthesen der Broschüre ist zutreffend. Bei d) bleibt mir unklar, ob sich die Kritik dagegen richtet, „‚rasse‘; kultur, religion und geschlecht“ überhaupt „als kollektive identitäten aufzufassen“ oder auf Identitätsfragen zu reduzieren. ). [zurück]
- Vgl. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/07/27/unrechtstaat-ddr/ [zurück]
- Vgl. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/07/22/die-linke-die-gruenen-die-sozialen-bewegungen-und-die-gewalt-diskussion/ [zurück]
- Vgl. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/07/31/indymedia-die-naechste-loeschung/ [zurück]
bei der auseinanderstzung in frankfurt geht es nicht um kleine szenestreitigkeiten. es geht um die abwehr des von UG praktizierten revisionismus gegenüber dem traditionellen konzept der antifaschistischen aktion. auch wenn das selbstverteidigungskonzept der AA aus zeiten der weimarer republik konsequenzlogisch um gesellschaftskritik, faschismustheorie usw. erweitert werden muß und auch wurde, verlegt UG den schwerpunkt weg von einer antifa die deswegen auch kommunistisch ist hin zu einem sozialrevolutionären bündnis, dass sich deswegen – umgekehrt – auch als antifaschistisch versteht. das ergebnis auf theoretischer ebene ist eine schlußstrichtheorie, auf praktischer ebene eine selbstbezügliche pop-image-antifa, auf ebene von bündnispolitik die rückkehr des sozialfaschismusvorwurfs.
Verstehe ich das richtig: Du sagt, das traditionelle und richtig Konzept ist:
++ wegen des Antifaschismus auch kommunistisch zu sein – anscheinend, weil hinter dem Faschismus das Kapital stehe und deshalb ‚wirklicher‘ Antifaschismus auch Antikapitalismus sein müsse,
und das neue und Deines Erachtens falsche Konzept ist:
++ (sozial)revolutionär und als eine von diversen Teilbereichsaufgaben, die daraus folgen, auch antifaschistisch zu sein.
Muß ich sagen: Finde ich die zweite Position logischer. Denn Da nicht jeder Kapitalismus Faschismus ist, ist es in der Tat möglich antifaschistisch ohne antikapitalistisch zu sein.
Umgekehrt ist m.E. klar, daß Antifa eine Teilbereichsaufgabe von RevolutionärInnen (und ReformerInnen ohnehin) ist – nur sehe ich überhaupt nicht, wieso aus der zweiten Position eine „rückkehr des sozialfaschismusvorwurfs“ folgen soll – was ich dann allerdings auch kritisieren würde.