Heute gelesen (8.8.)

1. daß lysis auf eine queere Ver­an­stal­tungs­reihe in Han­no­ver vom 11. bis 20. August hin­weist.

2. daß ein­blog (gegen Kul­tur, Deutsch­land und Sport) über die Rück­kehr des Neben­wi­der­spruchs sowie ande­ren Umgangs­wei­sen mit dem gro­ßen „I“ und dem Tief­strich berich­tet – mit tref­fen­dem Kom­men­tar von lah­ma­cun.

3. beim Wei­ter­kli­cken auch noch über – bis zu kör­per­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen eska­lie­rende – Frank­fur­ter Szene-​​Streitigkeiten. Die dies­bzgl. links wer­den bei meta.copyriot wie folgt anno­tiert:

„oder wie ich als pomo sagen würde: dass und wie sich dis­kurse mate­ria­li­sie­ren – läßt sich auch an den unter­schied­li­chen männlichkeits-​​konstruktionen bestimm­ter antifa-​​kadergruppen und deren kri­ti­ker(!) nach­zeich­nen.“

Die These erscheint mir plau­si­bel; aller­dings erstaunt mich, daß – wenn ich nicht völ­lig begriffs­stut­zig bin – beide ver­link­ten Texte die glei­che Frak­tion kri­ti­sie­ren:

++ Der erste Text („Zur Dis­kus­sion um den Frank­fur­ter Anti­fahoo­li­ga­nis­mus“ bei Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tan­zen) setzt sich kri­tisch mit dem „sich als Sub­kul­tur insze­nie­rende Anti­fa­kon­zept von Ums Ganze im all­ge­mei­nen sowie in sei­ner Regio­nal­ver­tre­tung durch die auto­nome antifa [f]“ aus­ein­an­der
und
++ der zweite Text („Flug­blatt zur Frank­fur­ter Ban­den­herr­schaft“ bei neo­com­mu­nis­tin­nen) kri­ti­siert eine angeb­li­che „unter dem Deck­man­tel des ‚revo­lu­tio­nä­ren Anti­fa­schis­mus‘ fir­mie­rende Frank­fur­ter Ban­den­herr­schaft ech­ter Manns­bil­der“, wobei der Begriff „Antifa“ dort als „Syn­onym mit der größ­ten Gruppe in Ffm ver­wen­det“ wird.
Wo ist denn nun die kri­ti­sche Nach­zeich­nung der Posi­tion der „Kri­ti­ker(!)“ geblie­ben…????
Noch mehr erstaunt mich, daß in der Frank­fur­ter Szene der ver­meint­li­che ‚Kampf gegen Deutsch­land‘ anschei­nend schon so große Fort­schritte gemacht hat, daß dort tat­säch­li­che und ver­meint­li­che Anti­im­pe­ria­lis­tIn­nen voll­stän­dig aus dem Feld geräumt zu sein schei­nen, sodaß sich in Frank­furt gemä­ßigte Anti­deut­sche (= Ums Ganze /​ antifa [f])1 und har­core-Anti­deut­sche unter­ein­an­der prü­geln kön­nen. Oder habe ich gar nichts ver­stan­den???

4. scharf-​​links hat eine Ant­wort von mir (Noch ein­mal Kapi­ta­lis­mus­ana­lyse und Kapi­ta­lis­mus­kri­tik) auf Kai aus der Kiste und Mat­thias Nomayo ver­öf­fent­licht ist, wor­auf letz­te­rer wie­derum repli­ziert.
Bei der Gele­gen­heit seien die ver­ständ­lich­keits­stö­ren­den Tipp­feh­ler in mei­nem Satz, der mit FN 4 endet, kor­ri­giert:

„und es geht des­halb auch nicht um ‚neue Lösun­gen‘, son­dern um neue – den aktu­el­len Bedin­gun­gen und neu gewon­ne­nen Erkennt­nissen über die alten ‚Pro­ble­men‘ ange­mes­sene – Metho­den der Vor­be­rei­tung der alten ‚Lösung‘“

.

5. daß google Theo­rie als Pra­xis treu bleibt:
a) Ein­gabe „recht der ddr“2 – Platz 4 von über 4 Mio.
b) Ein­gabe „‚Die Grü­nen‘ Gewalt­dis­kus­sion“3 – Platz 1 von merk­wür­dig­weise über­haupt nur 2.000 Tref­fern.
c) Ein­gabe „indy­me­dia“4 – Platz 20 von über 6 Mio.
  1. vgl. bspw. http://​ums​ganze​.de/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​/home; http://​www​.ein​heit​-und​-frei​heit​.de/; http://​de​.indy​me​dia​.org/​2​0​0​9​/​0​5​/​2​5​0​6​2​7​.​shtml sowie die Andeu­tung in den Kom­men­ta­ren http://​brumm​krei​sel​pi​lo​tin​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​2​9​/​a​r​a​b​-​n​o​r​d​o​s​t​-​m​a​f​i​a​-​j​u​g​e​n​d​a​n​t​i​f​a​-​n​o​r​d​o​s​t​-​s​c​h​e​i​s​s​e​/​#​c​o​m​m​e​nt-44 und http://​brumm​krei​sel​pi​lo​tin​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​2​9​/​a​r​a​b​-​n​o​r​d​o​s​t​-​m​a​f​i​a​-​j​u​g​e​n​d​a​n​t​i​f​a​-​n​o​r​d​o​s​t​-​s​c​h​e​i​s​s​e​/​#​c​o​m​m​e​nt-39; vgl. nach wei­te­ren Klicks auch noch die von over­dose refe­rier­ten „main points of cri­ti­que“ an der Ums Ganze-Bro­schüre staat, welt­markt und die herr­schaft der fal­schen frei­heit (von denen mir ein Teil plau­si­bel vor­kommt [a), c), e), Absatz 2 und f) – abge­se­hen von der Negie­rung der „erklär-​​ und ver­gleich­bar­keit von ausch­witz“]; andere dage­gen nicht [b), e) Absatz 1] – vor­aus­ge­setzt die vor­her­ge­hende Dar­stel­lung der Haupt­the­sen der Bro­schüre ist zutref­fend. Bei d) bleibt mir unklar, ob sich die Kri­tik dage­gen rich­tet, „‚rasse‘; kul­tur, reli­gion und geschlecht“ über­haupt „als kol­lek­tive iden­ti­tä­ten auf­zu­fas­sen“ oder auf Iden­ti­täts­fra­gen zu redu­zie­ren. ). [zurück]
  2. Vgl. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​2​7​/​u​n​r​e​c​h​t​s​t​a​a​t​-ddr/ [zurück]
  3. Vgl. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​2​2​/​d​i​e​-​l​i​n​k​e​-​d​i​e​-​g​r​u​e​n​e​n​-​d​i​e​-​s​o​z​i​a​l​e​n​-​b​e​w​e​g​u​n​g​e​n​-​u​n​d​-​d​i​e​-​g​e​w​a​l​t​-​d​i​s​k​u​s​sion/ [zurück]
  4. Vgl. http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​0​9​/​0​7​/​3​1​/​i​n​d​y​m​e​d​i​a​-​d​i​e​-​n​a​e​c​h​s​t​e​-​l​o​e​s​c​hung/ [zurück]
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2 Antworten auf „Heute gelesen (8.8.)“


  1. 1 gg 06. September 2009 um 12:59 Uhr

    bei der auseinanderstzung in frankfurt geht es nicht um kleine szenestreitigkeiten. es geht um die abwehr des von UG praktizierten revisionismus gegenüber dem traditionellen konzept der antifaschistischen aktion. auch wenn das selbstverteidigungskonzept der AA aus zeiten der weimarer republik konsequenzlogisch um gesellschaftskritik, faschismustheorie usw. erweitert werden muß und auch wurde, verlegt UG den schwerpunkt weg von einer antifa die deswegen auch kommunistisch ist hin zu einem sozialrevolutionären bündnis, dass sich deswegen – umgekehrt – auch als antifaschistisch versteht. das ergebnis auf theoretischer ebene ist eine schlußstrichtheorie, auf praktischer ebene eine selbstbezügliche pop-image-antifa, auf ebene von bündnispolitik die rückkehr des sozialfaschismusvorwurfs.

  2. 2 DGSch 06. September 2009 um 13:46 Uhr

    „verlegt UG den schwerpunkt weg von einer antifa die deswegen auch kommunistisch ist hin zu einem sozialrevolutionären bündnis, dass sich deswegen – umgekehrt – auch als antifaschistisch versteht.“

    Verstehe ich das richtig: Du sagt, das traditionelle und richtig Konzept ist:

    ++ wegen des Antifaschismus auch kommunistisch zu sein – anscheinend, weil hinter dem Faschismus das Kapital stehe und deshalb ‚wirklicher‘ Antifaschismus auch Antikapitalismus sein müsse,

    und das neue und Deines Erachtens falsche Konzept ist:

    ++ (sozial)revolutionär und als eine von diversen Teilbereichsaufgaben, die daraus folgen, auch antifaschistisch zu sein.

    Muß ich sagen: Finde ich die zweite Position logischer. Denn Da nicht jeder Kapitalismus Faschismus ist, ist es in der Tat möglich antifaschistisch ohne antikapitalistisch zu sein.

    Umgekehrt ist m.E. klar, daß Antifa eine Teilbereichsaufgabe von RevolutionärInnen (und ReformerInnen ohnehin) ist – nur sehe ich überhaupt nicht, wieso aus der zweiten Position eine „rückkehr des sozialfaschismusvorwurfs“ folgen soll – was ich dann allerdings auch kritisieren würde.

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