Linke Kapitalismuskritik muß treffender werden

Geht eine Kri­tik an Geiz, Gier und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit wirk­lich an die Wur­zel – oder am Ziel vor­bei?

Am 20./21. Juni beschloß die Links­par­tei ihr Wahl­pro­gramm. Am ers­ten Ent­wurf dafür hatte es inner­par­tei­lich noch hef­tige Kri­tik gege­ben; in einem Papier ver­schie­de­ner inner­par­tei­li­cher Zusam­men­schlüsse wurde eine „grund­sätz­li­che Kri­tik des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems“ ein­ge­for­dert [1]. Dar­auf hin wur­den tat­säch­lich einige Ände­run­gen vor­ge­nom­men: Zwi­schen­zeit­lich stand der mitt­ler­weile wie­der gestri­chene Satz, „Die­ser Kapi­ta­lis­mus hat eine Kaste von Gemein­ge­fähr­li­chen her­vor­ge­bracht.“, in dem Ent­wurf [2]. Erhal­ten blieb sowohl in der letz­ten Entwurfs-​​Fassung des Par­tei­vor­stan­des als auch in dem end­gül­ti­gen Par­tei­tags­be­schluß der Satz: „In die­ser Gesell­schaft gel­ten Gier, Geiz, Ego­is­mus und Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit als Tugen­den.“ [3]. In der Presse wurde dies (und eine Erhöh­nung der für Hartz IV und Min­dest­lohn gefor­der­ten Sätze) als Zuge­ständ­nis an die Kri­ti­ke­rIn­nen (Die Welt) und „deut­li­che Radi­ka­li­sie­rung“ (taz) des Tex­tes auf­ge­faßt; auch Vize-​​Parteichefin Halina Wawzy­niak ent­deckt jetzt „deut­lich mehr Klas­sen­kampf“ im Wahl­pro­gramm (TSP) [4]. Auch die inter­nen Kri­ti­ke­rIn­nen schei­nen besänf­tigt zu sein: Bei der Abstim­mung im Par­tei­vor­stand, dem einige der Kri­ti­ke­rIn­nen ange­hö­ren [5], gab es keine Gegen­stim­men [5a]. Die Süd­deut­sche Zei­tung schluß­fol­gert: „Das Pro­gramm ist offen­bar der­art links, das auch den Lin­ken unter den Lin­ken nichts Lin­ke­res mehr ein­fällt.“ [6]. Die Süd­deut­sche Zei­tung scheint recht zu haben – auch beim Par­tei­tag selbst bedien­ten sich die Lin­ken inner­halb der Lin­ken der glei­chen Rhe­to­rik: Aber sind der­ar­tige For­mu­lie­run­gen (und ent­spre­chend die Rede von „soziale Ver­bre­chen“ und „Gano­ven“ in einem der Kri­tik­pa­piere [8]) wirk­lich „radi­kal“, gehen sie wirk­lich an die Wur­zel?

Voll­stän­di­ger Text bei:

http://​scharf​-links​.de/​9​0​.​0​.​h​t​m​l​?​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​t​t​_​n​e​w​s​]​=​6​1​4​8​&​a​m​p​;​t​x​_​t​t​n​e​w​s​[​b​a​c​k​P​i​d​]​=​5​6​&​a​m​p​;​c​H​a​s​h​=​6​1​1​d​0​8559a

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​7​8​0​9​/​t​1​0​7​8​0​9​.html
und
http://​links​ak​tiv​.de/​l​i​n​k​s​a​k​t​i​v​/​p​g​/​b​l​o​g​/​D​G​S​c​h​/​r​e​a​d​/​5​1​6​5​8​/​l​i​n​k​e​-​k​a​p​i​t​a​l​i​s​m​u​s​k​r​i​t​i​k​-​m​u​-​t​r​e​f​f​e​n​d​e​r​-​w​e​r​d​e​n​-​g​e​h​t​-​e​i​n​e​-​k​r​i​t​i​k​-​a​n​-​g​e​i​z​-​g​i​e​r​-​u​n​d​-​v​e​r​a​n​t​w​o​r​t​u​n​g​s​l​o​s​i​g​k​e​i​t​-​w​i​r​k​l​i​c​h​-​a​n​-​d​i​e​-​w​u​r​z​e​l​-​o​d​e​r​-​a​m​-​z​i​e​l​-​v​orbei

Nach­trag vom 19.06.2010:
Siehe ergän­zend auch noch http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​2​0​1​0​/​0​6​/​1​9​/​l​u​x​e​m​b​u​r​g​-​u​n​d​-​l​e​n​i​n​-​a​r​m​-​i​n​-​a​r​m​-​g​e​g​e​n​-​d​i​e​-​k​r​i​t​i​k​-​d​e​s​-​k​a​p​i​t​a​l​i​s​m​u​s​-​a​l​s​-​u​n​g​e​r​echt/.

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2 Antworten auf „Linke Kapitalismuskritik muß treffender werden“


  1. 1 DGSch 30. Juli 2009 um 21:30 Uhr
  2. 2 dnw 12. Februar 2010 um 13:15 Uhr

    In der Tat ist die ganze Theorie des Kapitalismus nicht wirklich zu Ende gedacht. Wenn man das mal machen würde, käme man vielleicht zu einem anderen Ergebnis…

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