Archiv für August 2007

Hat die Generalbundesanwältin ihr Amt verfehlt? [Offener Brief an Peter Grottian]

Lie­ber Peter Grot­tian,
Du wirst in einer Pres­se­er­klä­rung des Ber­li­ner Sozi­al­fo­rums mit den Wor­ten zitiert:

„Brand­an­schläge sind selbst inner­halb der recht­li­chen Bestim­mun­gen des Para­gra­phen 129a nur dann ‚ter­ro­ris­ti­sche Akte’, wenn eine erheb­li­che Gefähr­dung des Staa­tes nach­weis­bar ist. Brand­an­schläge im Rah­men einer [!] soge­nann­ter [!] ‚mili­tan­ten Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen [!]’ erfül­len die­sen Tat­be­stand nicht. Wir stel­len erneut fest, dass eine Ermitt­lungs­be­hörde Inter­esse daran hat, Pro­test gegen die herr­schende Poli­tik zu kri­mi­na­li­sie­ren und mit Ter­ro­ris­mus gleich­zu­set­zen. Eine Gene­ral­staats­an­wäl­tin, die bei so einer dürf­ti­gen Beweis­lage eine [!] Ermitt­lungs­ver­fah­ren auf der Grund­lage des Para­gra­phen 129a ein­lei­tet, die hat in ihrem Amt ver­sagt und lässt sich poli­tisch instru­men­ta­li­sie­ren.“ (http://​soli​.blog​sport​.de/​2​0​0​7​/​0​8​/​0​6​/​s​o​z​i​a​l​f​o​r​u​m​-​d​i​e​-​a​n​w​e​n​d​u​n​g​-​d​e​s​-​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​n​-​s​o​n​d​e​r​s​t​r​a​f​r​e​c​h​t​e​s​-​i​s​t​-​f​r​a​g​w​u​e​r​d​i​g​-​k​r​i​t​i​s​c​h​e​-​w​i​s​s​e​n​s​c​h​a​f​t​-​w​i​r​d​-​k​r​i​m​i​n​a​l​i​s​iert/ – Gramm­tik­feh­ler in der Quelle).

In wel­chem Land lebst Du denn?
Die Gene­ral­bun­des­an­wäl­tin ist doch nicht die Anwäl­tin von links­li­be­ra­len oder grünen-​​nahen Profs oder gar der links­ra­di­ka­len Szene, die mili­tante Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen macht, son­dern – wie der Funk­ti­ons­ti­tel schon sagt – die Anwäl­tin des Bun­des, des Staa­tes.
Du müß­test das doch als Pro­fes­sor für Poli­tik­wis­sen­schaft bes­ser wis­sen!
Was erwar­test Du denn von einem Staat, der schon bei sei­ner Grün­dung zwei Vor­schrif­ten (die Arti­kel 18 – Grund­rechts­ver­wir­kung – und 21 GG – Par­tei­en­ver­bot –) in seine Ver­fas­sung auf­nahm, die eine mas­sive Ver­kür­zung des plu­ra­lis­ti­schen, demo­kra­ti­schen Pro­zes­ses bedeu­te­ten?


Voll­stän­di­ger Text bei:

http://media.de.indymedia.org/media/2007/08//192488.pdf

De-konstruktiv oder destruktiv? – queer Lesbianismus

1989 erschien Judith But­lers Buch Gen­der Trou­ble und ein Jahr spä­ter die deut­sche Aus­gabe Das Unbe­ha­gen der Geschlech­ter, in dem sie die These auf­stellte, dass „Männ­lich­keit und Weib­lich­keit […] kon­stru­iert sind.“ [1] In der Fol­ge­zeit ent­stan­den nicht nur in Ber­lin neue Par­tys für „Frauen, Les­ben und andere Weib­lich­kei­ten“ sowie für ‚Les­bi­ans and fri­ends’. Damit stellte sich zugleich die Frage: Was sollte aus bis­he­ri­gen poli­ti­schen FrauenLesben-​​Strukturen wer­den?
Wie war But­lers These zu ver­ste­hen? Bedeu­tet ‚kon­stru­iert’ belang­los? Bedeu­tet es, dass es kei­nen Unter­schied zwi­schen Männ­lich­keit und Weib­lich­keit, zwi­schen männer-​​dominierten und FrauenLesben-​​Strukturen gibt, da es sich in bei­den Fäl­len glei­cher­ma­ßen um ‚Kon­struk­tio­nen’ han­delt, die einer natür­li­chen Basis ent­beh­ren?


Buch
(Gabriele Den­nert /​ Chris­tiane Lei­din­ger /​ Fran­ziska Rau­chut [Hg.], In Bewe­gun­gen blei­ben. 100 Jahre Poli­tik, Kul­tur und Geschichte von Les­ben, Quer­ver­lag: Ber­lin, 2007) mit dem voll­stän­di­gen Text bestell­bar bei:
http://​www​.quer​ver​lag​.de/​b​o​o​k​s​/​i​n​_​b​e​w​e​g​u​n​g​_​b​l​e​i​b​e​n​.html;
Inhalts­ver­zeich­nis des Buches unter:
http://​www​.les​ben​ge​schichte​.de/​P​d​f​s​/​I​n​_​B​e​w​e​g​u​n​g​_​b​l​e​i​b​e​n​_​I​n​h​a​l​t​s​v​e​r​z​e​i​c​h​n​i​s.pdf,
S. 6 /​ 322 ff.