„Sozialistischer Humanismus“, autonomer Humanismus oder gar kein Humanismus?


Kri­ti­sche Anmer­kun­gen zur Renais­sance des Huma­nis­mus in der lin­ken Debatte

[Die Text wurde zuerst im Dez. 1991 in der PROWO. Linke Monats­zei­tung gegen die Ver­hält­nisse, Nr. 20, S. 6 ver­öf­fent­licht. Bleibt noch anzu­mer­ken, daß ich heute in kon­se­quen­te­rer Umset­zung der dama­li­gen Über­le­gun­gen statt „mensch“ bzw. – bei Ein­griff in Zita­ten „mensch“ – nun viel­mehr „man/​frau/​lesbe“ schreibe. S. dazu: 1. Bei­trag: Zum Namen und zur Funk­tion von „Theo­rie als Pra­xis“. Mich selbst würde ich mitt­ler­weile nicht mehr als „Ver­fas­ser“, son­dern als „Ver­fas­se­rIn“ adres­sie­ren. Auch ansons­ten könnte an ein paar Stel­len noch leicht nach­ge­bes­sert wer­den, wor­auf ich aber im Moment aus Zeit­grün­den ver­zichte.
Zu Res Strehle, von dem das erste vor­ge­stellte Zitat stammt, s. auch noch:
-- http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​1​/​0​9​/​2​0​/​a​u​t​o​n​o​m​e​-​p​o​l​i​t​o​e​k​o​k​o​n​omie/
-- http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​1​/​1​1​/​1​6​/​w​o​-​v​i​e​l​-​l​i​c​h​t​-​i​s​t​-​i​s​t​-​a​u​c​h​-​v​i​e​l​-​s​c​h​a​tten/
und
-- http://​theo​rie​als​pra​xis​.blog​sport​.de/​1​9​9​1​/​1​0​/​1​5​/​d​e​f​i​z​i​t​e​-​s​i​n​d​-​d​a​z​u​-​d​a​-​u​m​-​b​e​h​o​b​e​n​-​z​u​-​w​e​rden/. Fol­gen­den Text gibt es dar­über hin­aus hier als .pdf-​​Text-​​Datei und hier als .pdf-​​Bild-​​Datei.]

„(…) es gibt doch eine huma­nis­ti­sche Posi­tion, die des­halb fun­da­men­tal gegen den Kapi­ta­lis­mus ist, weil Kapi­ta­lis­mus alles, also mensch­li­ches Leben, Sub­jek­ti­vi­tät, Natur, Sinn usw. auf Kapi­tal­ver­wer­tung hin faßt.“
Res Strehle in: PROWO 18, 8

„Unsere Vor­schläge für die alter­na­ti­ven Vor­stel­lun­gen der PDS und für ihre prak­ti­sche Poli­tik bezie­hen sich auf die Inhu­ma­ni­tät vie­ler Aspekte des kon­kre­ten All­tags in der kapi­ta­lis­ti­schen Bun­des­re­pu­blik (…).“
André Brie u.a. in: ND, 30.09.1991, 9

Diese bei­den Zitate sind nur zwei Bei­spiele für die jüngste Renais­sance des Huma­nis­mus in der Lin­ken. Viele wer­den fra­gen: Wor­auf soll denn diese Kri­tik hin­aus lau­fen? Was spricht eigent­lich gegen Moral, ethi­sche Begriffe, Huma­ni­tät usw.? Ist das nicht genau das, was wir als Linke wol­len – zumal mit dem „real exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus“ gerade ein inhu­ma­nes, pseudo-​​linkes Sys­tem zusam­men­ge­bro­chen ist? Schreibt nicht Marx in der Kri­tik der Hegel­schen Rechts­phi­lo­so­phie, daß „alle Ver­hält­nisse umzu­wer­fen (sind), in denen der Mensch ein ernied­rig­tes, ein geknech­te­tes, ein ver­las­se­nes, ein ver­ächt­li­ches Wesen ist“[1]? Haben wir die­sen Satz nicht sel­ber schon zitiert?

Der Weg zur Hölle

Ja, und auch der Ver­fas­ser hat die­sen Marx-​​Satz schon ver­schie­dent­lich zitiert. Und es war falsch! Denn der „Weg zur Hölle ist“ bekannt­lich „breit, bequem und mit den bes­ten Vor­sät­zen gepflastert“[2]. Dafür nur zwei Bei­spiele: Die Zeit des Sie­ges­zu­ges von bür­ger­li­cher Auf­klä­rung und Huma­nis­mus war gleich­zei­tig eine Zeit bru­ta­ler Frau­en­un­ter­drü­ckung und die Zeit der Kolo­nia­li­sie­rung: So betei­ligte sich bspw. der fran­zö­si­sche Huma­nist und Rechts­ge­lehrte Jean Bodin (1529 – 1596) „selbst an den Fol­te­run­gen der Hexen“[3]. Und Vol­taire meinte: „Es gibt in jeder Men­schen­rasse wie bei Pflan­zen ein Prin­zip, das sie dif­fe­ren­ziert. Des­halb sind Neger Skla­ven der ande­ren Menschen.“[4] Das zweite Bei­spiel: „Ab 1935 lanciert(e) Sta­lin den ‚sozia­lis­ti­schen Huma­nis­mus’: (…)“[5]. Er sah die Klas­sen­ge­gen­sätze in der Sowjet­union sich „ver­wi­schen“. Dies sei „die Grund­lage der moralisch-​​politischen Ein­heit der Gesellschaft“[6]. Die Periode der „Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats“ sei been­det, die SU der „Staat gan­zen Volkes“[7]. Zeit­gleich tobte bekannt­lich die Massenrepression.[8]
Aber ist es nicht trotz­dem rich­tig, der­ar­tige mora­li­sche Ansprü­che beim Wort zu neh­men, sie gegen die gegen­tei­lige Pra­xis ein­zu­kla­gen? Sol­len etwa nicht „alle Ver­hält­nisse um(ge)w(o)rfen (wer­den), in denen der Mensch ein ernied­rig­tes, ein geknech­te­tes, ein ver­las­se­nes, ein ver­ächt­li­ches Wesen ist“?!
Ja, schon rich­tig, aber unzu­rei­chend – und des­halb füh­ren der­ar­tige Sätze in die Irre! Sie trü­ben die not­wen­dige ideo­lo­gi­sche Klar­heit im revo­lu­tio­nä­ren Kampf.
Es gibt nur einen Aspekt, unter dem der Rekurs auf „die Men­schen“ ver­tret­bar und tat­säch­lich not­wen­dig ist: wenn es um die abs­trakte Gemein­sam­keit der Men­schen – im Unter­schied zum Tier-​​ und Pflan­zen­reich und unse­ren Vor­vor­fah­ren – geht. Ab dem Moment aber, wo es nicht mehr um die abs­trakte Gemein­sam­keit der Men­schen, son­dern gerade um Unter­schiede zwi­schen Men­schen /​ unter­schied­li­che gesell­schaft­li­che Stel­lun­gen der Men­schen, um Klassen-​​, Geschlechter-​​ sowie ras­sis­ti­scher Herr­schaft geht, ist der Begriff nutz­los, ja schäd­lich.
Nun sagt Res aber: „Solange diese huma­nis­ti­sche Posi­tion mate­ria­lis­tisch fun­diert ist, d.h. nicht idea­lis­tisch daher­kommt, habe ich nichts gegen sie und denke sogar, daß sie das Fun­da­ment einer Poli­ti­schen Ökono­mie aus­macht.“ (a.a.O.).
Und an die­ser Über­le­gung ist tat­säch­lich etwas, aber wirk­lich nur etwas, Wah­res daran. Denn Begriffe wie „mate­ria­lis­ti­scher Huma­nis­mus“, „rea­ler Huma­nis­mus“, „sozia­lis­ti­scher Huma­nis­mus“ etc. kön­nen nur einen Hin­weis geben, „wel­che Wen­dung mensch neh­men muß (…), um sich nicht mehr im Him­mel der Abs­trak­tio­nen, son­dern auf der wirk­li­chen Erde zu befin­den. (…) ist diese Ver­la­ge­rung ein­mal voll­zo­gen, ist die wis­sen­schaft­li­che Ana­lyse die­ses wirk­li­chen Gegen­stan­des ein­mal unter­nom­men, dann ent­de­cken wir, daß die Erkennt­nis der kon­kre­ten (wirk­li­chen) Men­schen, d.h. die Erkennt­nis des Ensem­bles der gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse, nur unter der Bedin­gung mög­lich ist, daß mensch auf die theo­re­ti­schen Dienste des Begriff Mensch (…) ganz ver­zich­tet.“[9] Daß der Huma­nis­mus bes­ten­falls Wegweiser-​​Funktion hat, zeigt sich auch daran, daß die ein­gangs zitierte marx’sche Rede von „allen Ver­hält­nis­sen“ die Neben­wi­der­spruchs­theo­rie völ­lig unbe­rührt ließ.
Aber wieso gibt es nun Marx-​​Zitate wie das oben ange­führte, obwohl sie in die Irre füh­ren und obwohl Marx spä­ter für sich in Anspruch nahm, bei sei­ner „analytische(n) Methode (…) nicht von dem Men­schen, son­dern von der ökono­misch gegeb­nen Gesell­schafts­pe­riode“ aus­ge­gan­gen zu sein[10]?

Alt­hus­ser über den epis­te­mo­lo­gi­schen Bruch bei Marx

Nun, mensch wird sich mit dem Gedan­ken anfreun­den müs­sen, daß auch Marx nicht mit all sei­nem Wis­sen und all sei­nen (poli­ti­schen) Erfah­run­gen gebo­ren wurde – daß es viel­mehr in sei­nem Werk eine Ent­wick­lung gibt. Und diese Ent­wick­lung ist nicht evo­lu­tio­när, son­dern revolutionär.[11] Louis Alt­hus­ser ver­wen­det dafür den Begriff des „epis­te­mo­lo­gi­schen“ (wis­sen­schafts­theo­re­ti­schen) „Einschnitts“[12]. Danach sind Marx’ Jugend­werke noch von einer huma­nis­ti­schen Geschichtsphi­lo­so­phie beherrscht[13]; die Feuerbach-​​Thesen und die „Deut­sche Ideo­lo­gie (beide in MEW 3) stell­ten den Ein­schnitt dar. Mit die­sen Schrif­ten habe Marx die Geschichtswis­sen­schaft, den his­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus, begründet.[14] (Dies ent­spricht der Selbst­dar­stel­lung von Marx: Er und Engels hät­ten 1845 beim Ver­fas­sen der „Deut­schen Ideo­lo­gie“ beschlos­sen, „mit unserm ehe­ma­li­gen phi­lo­so­phi­schen Gewis­sen abzu­rech­nen“.[15]) Die­ser Ein­schnitt läßt sich nicht so vor­stel­len, wie mensch ein Brot tei­len kann – daß mensch dann eine sau­bere Tren­nung hat. Viel­mehr ist die­ser Ein­schnitt – wie jede Wis­sen­schaft – ein Prozeß:[16] Alt­hus­ser unter­schei­det bei Marx wei­ter zwi­schen Wer­ken der Rei­fung (1845 – 1857) und der Reife (1857 – 1883).[17] Auch damit ist der Pro­zeß nicht been­det, viel­mehr müs­sen auch wir ihn heute nochvollziehen.[18] Und hier fängt auch die Auf­gabe der mar­xis­ti­schen Phi­lo­so­phie, an: Sie ist nicht (auf die Wis­sen­schaf­ten) anzu­wen­den. Viel­mehr hat sie „Demar­ka­ti­ons­li­nien“ zwi­schen Wis­sen­schaf­ten und Ideo­lo­gien zu ziehen.[19] (Die­ses behar­ren auf die Wis­sen­schaft­lich­keit ist auch poli­tisch wich­tig: Die von Res in sei­nem Buch mit Recht kri­ti­sier­ten herr­schafts­sta­bi­li­sie­ren­den, sog. „Sozi­al­wis­sen­schaf­ten“ [148 ff.] sind keine Wis­sen­schaf­ten, son­dern eine Mischung aus Tech­ni­ken und Ideologien.[20]) Die mate­ria­lis­ti­sche Dia­lek­tik hat Fra­gen zu stel­len, die die Wis­sen­schaf­ten vorantreiben,[21] und letz­tere dadurch zu unter­stüt­zen, daß sie für den Mate­ria­lis­mus bzw. mate­ria­lis­ti­sche Ten­den­zen und gegen den Idea­lis­mus bzw. idea­lis­ti­sche Ten­den­zen Par­tei ergreift[22].
Die Pro­zeß­haf­tig­keit des Ein­schnitts erklärt auch, warum bestimmte Begriffe der frü­he­ren „Pro­ble­ma­tik“ – so nennt Alt­hus­ser das Cha­rak­te­ris­ti­sche, die grund­sätz­li­che Her­an­ge­hens­weise eines Den­kens – teil­weise noch in spä­te­ren Schrif­ten auftauchen:[23] „(…) das Indi­vi­duum, das zum Urhe­ber (einer) Ent­de­ckung wird, (ist) jener para­do­xen Bedin­gung unter­wor­fen, daß es die Kunst erler­nen muß, das, was es ent­de­cken wird, in dem aus­zu­drü­cken, was es ver­ges­sen muß.“[24]
Phi­lo­so­phie ist, in letz­ter Instanz, Klas­sen­kampf, in der Theo­rie.“[25] Damit ver­weist der „epis­te­mo­lo­gi­sche Ein­schnitt“ auf einen poli­ti­schen Posi­ti­ons­wech­sel von Marx: „vom bürgerlich-​​radikalen Libe­ra­lis­mus (1843-​​44) zum klein­bür­ger­li­chen Kom­mu­nis­mus (1843-​​44) zum pro­le­ta­ri­schen Kom­mu­nis­mus (1844-​​45)“.[26] Marx wurde zum „orga­ni­schen Intel­lek­tu­el­len“ (Gramsci) der ArbeiterInnenbewegung.[27]

Der Ein­satz

Und noch ein letz­tes Wort zu die­sem Pro­blem: Bei die­sen Dif­fe­ren­zen geht es nicht um Wort­klau­be­rei, son­dern um fol­gende ent­schei­dende Frage: Ob wir als Revo­lu­tio­nä­rIn­nen nur mora­li­schen Pro­test arti­ku­lie­ren oder „auf­grund von Sach­kennt­nis auf sie (die Geschichte, d. Verf.) einwirken“[28]. Auch tak­tisch bringt es nichts, eine huma­nis­ti­sche Argu­men­ta­tion zu ver­wen­den: Sol­len Huma­nis­tIn­nen für revo­lu­tio­näre Posi­tio­nen gewon­nen wer­den, kann eine Berück­sich­ti­gung von Klassen-​​ etc. Gegen­sät­zen ohne­hin nicht mehr ver­mie­den wer­den. D.h. die huma­nis­ti­schen Illu­sio­nen die mensch erst mit­pro­du­ziert, muß mensch anschlie­ßend zer­stö­ren. „(…) sehr wahr­schein­lich ist, daß die Ent­täu­schung sich gegen die­je­ni­gen wen­det, die jene Illu­sio­nen auf­ge­baut haben“[29].
Wir kön­nen allen denen hel­fen, die im Begriff sind, diese Grenze (zwi­schen huma­nis­ti­scher Ideo­lo­gie und wis­sen­schaft­li­chem Sozia­lis­mus, d. Verf.) zu über­schrei­ten: aber unter der Bedin­gung, daß wir sie selbst über­schrit­ten haben (…).“[30]

Desch

Anmer­kun­gen
(aus der Rurik: das Wich­tigste in Kürze, Red.):

1 Marx 1843/​44, 385 – Her­vorh. i.O.
2 Hase/​Ladeur/​Ridder 1981, 798.
3 Engert 1988, 14.
4 zit. n. Vieh­mann 1991, 34.
5 Var­gas 1985, 901.
6 Redak­ti­ons­kom­mis­sion 1938, 428.
7 Balibar 1976, 23 f.
8 Balibar 1976, 24.
9 Alt­hus­ser 1965, 197.
10 Marx 1879/​80, 371.
11 Alt­hus­ser 1972, 70 f.
12 S. dazu Bensus­san 1984.
13 S. dazu auch: Alt­hus­ser 1960, 47 ff.
14 Alt­hus­ser 1965b, 32 ff. Vgl. zur Geschichts­wis­sen­schaft: Alt­hus­ser 1972, 58 ff., 65.
15 Marx 1859, 10.
16 Karsz 1976, 34 f.; Alt­hus­ser 1972, 66.
17 Alt­hus­ser 1965b, 35.
18 Karsz 1976, 35.
19 Ebd., 75; Kolkenbrock-​​Netz/​Schöttler 1977, 134 f.; Alt­hus­ser 1967, 11 ff.
20 Karsz 1976, 37 f.; Alt­hus­ser 1963, 108, 110; Alt­hus­ser 1968b, 107.
21 Vgl. Alt­hus­ser 1972, 58 ff.
22 Karsz 1976, 82.
23 S. dazu: Alt­hus­ser 1972, 64: In so wich­ti­gen Wer­ken wie dem „Mani­fest“, in „Zur Kri­tik der poli­ti­schen Ökono­mie“, in der „Kri­tik des Gothaer Pro­gramms“, im „Elend der Phi­lo­so­phie“ tau­chen sie nicht auf.
24 Alt­hus­ser zit. n. Karsz 1976, 154 – Her­vorh. bei Karsz.
25 Alt­hus­ser 1972, 37 ff., 67.
26 Ebd., 68.
27 Alt­hus­ser 1976, 166. Vgl. Alt­hus­ser 1972, 72; Alt­hus­ser 1968b, 111.
28 Karsz 1976, 36.
29 Römer 1986, 22 am Bei­spiel der Fol­gen des Auf­stel­lens von uto­pis­ti­schen Rechts­for­de­run­gen. Vgl. Wiet­hold 1985a, 29: „Man sollte die Wider­stände im Bewußt­sein der abhän­gig Beschäf­tig­ten ernst neh­men. Das Miß­trauen gegen­über poli­ti­schen Pro­gram­men und Uto­pien bedeu­tet auch, dem allzu leich­ten Weg, den glät­ten­den Ver­spre­chun­gen, dem lau­ten Opti­mis­mus derer zu miß­trauen, die mei­nen, die Rea­li­tät mache mut­los, des­halb müsse sie für die Masse geschmikt wer­den. Der Arbei­ter­klasse ist in ihrer Geschichte allzu häu­fig der Unter­gang des Kapi­ta­lis­mus, ihre Unbe­sieg­bar­keit – oder in der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Vari­ante – die fried­li­che Unter­wan­de­rung des Kapi­ta­lis­mus durch Mit­be­stim­mung, Gemein­wirt­schaft und staat­li­che Pla­nung vor­aus­ge­sagt wor­den.“
30 Alt­hus­ser 1965a, 200 f.

Lite­ra­tur
(aus der Rubrik: Was lesen Sie heute nach­mit­tag? Red.):
Alt­hus­ser 1960: L. Alt­hus­ser, Die „phi­lo­so­phi­schen Mani­feste“ Feu­er­bachs (1960), in: ders. 1968a, 47 ff.
Alt­hus­ser 1963: ders., Über mate­ria­lis­ti­sche Dia­lek­tik (1963), in: ders. 1968a, 100 ff.
Alt­hus­ser 1965a: ders., Ergän­zende Anmer­kung über den „rea­len Huma­nis­mus“, in: Alt­hus­ser 1968a, 195 ff.
Alt­hus­ser 1965b: ders., Vor­wort: Heute (1965), in: ders. 1968a, 17 ff.
Alt­hus­ser 1967: ders., Phi­lo­so­phie und spon­tane Philo¬sophie der Wis­sen­schaft­ler (1967), in: ders., Schrif­ten, Band 4, (West)berlin, 1985, 11 ff.
Alt­hus­ser 1968a: ders., Für Marx, Frank­furt am Main, 1968.
Alt­hus­ser 1968b: ders., Von „Das Kapi­tal lesen“ (1965) bis „Lenin und die Phi­lo­so­phie“ (1968) – Ent­wurf eines Vor­worts (1968), in: ders., Ele­mente der Selbst­kri­tik, West­ber­lin, 1975, 97 ff.
Alt­hus­ser 1972: ders., Ant­wort an John Lewis (1972), in: H. Arenz /​ J. Bisch­off /​ U. Jaeggi (Hg.), Was ist revo¬lutionärer Mar­xis­mus, West­ber­lin, 1973, 35 ff.
Balibar 1976: E. Balibar, Über die Dik­ta­tur des Pro­le­ta­ri­ats, Hamburg/​Westberlin, 1977 (Ori­gi­nal­aus­gabe: Paris, 1976)
Benus­san 1984: G. Bensus­san, Stich­wort „Epis­te­mo­lo­gi­scher Ein­schnitt (Bruch)“, in: G. Labica /​ G. Bensus­san, Kri­ti­sches Wör­ter­buch des Mar­xis­mus. Band 2, (West)berlin 1984, 304 ff.
Engert 1988: St. Engert, Femi­nis­ti­sche Quan­ten­sprünge, in: Hori¬zonte (Köln), Nr. 6, Som­mer 1988, 13 ff.
Hase/​Ladeur/​Ridder 1981: F. Hase /​ K.-H. Ladeur /​ H. Rid­der, Noch­mals: Refor­ma­li­sie­rung des Rechts­staats als Demo­kra­tie­pos­tu­lat?, in: Juris­ti­sche Schu­lung 1981, 794 ff.
Karsz 1976: S. Karsz, Theo­rie und Poli­tik: Louis Alt­hus­ser, Frankfurt/​M. usw., 1976.
Kolkenbrock-​​Netz/​Schöttler 1977: J. Kolkenbrock-​​Netz /​ P. Schött­ler, Für eine mar­xis­ti­sche Althusser-​​Rezeption in der BRD (1977), in: K. Thieme, Alt­hus­ser zur Ein­füh­rung, Han­no­ver, 1982, 119 ff.
Marx 1843/​44: K. Marx, Zur Kri­tik der Hegel­schen Rechts­phi­lo­so­phie (1843/​44), in: MEW 1, 378 ff.
Marx 1859: ders., Zur Kri­tik der Poli­ti­schen Ökono­mie. Vor­wort (1859), in: MEW 13, 7 ff.
Marx 1879: ders., (Rand­glos­sen zu Adolph Wag­ners „Lehr­buch der poli­ti­schen Ökono­mie“) (1879/​80), in: MEW 19, 355 ff.
Redak­ti­ons­kom­mis­sion 1938: Redak­ti­ons­kom­mis­sion des ZK der KPdSU (B), Geschichte der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei der Sowjet­union (Bol­sche­wiki) (1938), in: J.W. Sta­lin, Werke. Band 15, Frank­furt (am Main) 1972, 3 ff.
Römer 1986: P. Römer, Vom Frie­den des Rechts und vom Kampf der Klas­sen, in: De¬mokratie und Recht (Köln) 1986, 16 ff.
Var­gas 1985: Y. Var­gas, Stich­wort „Moral“, in: G. Labica /​ G. Bensus­san, Kri­ti­sches Wör­ter­buch des Mar­xis­mus. Band 5, (West)berlin, 1986, 898 ff. (Ori­gi­nal­aus­gabe: Paris, 1985)
Vieh­mann 1991: K. Vieh­mann und Genossinnen/​Genossen, Drei zu Eins – Klas­sen­wi­der­spruch, Ras­sis­mus und Sexis­mus, in: Pro­jekt­gruppe Metropolen(Gedanken) und Revo­lu­tion (Hg.), Texte zu Patri­ar­chat, Ras­sis­mus und Inter­na­tio­na­lis­mus, Ber­lin, 1991, 27 ff.
Wiet­hold 1985a: F. Wiet­hold, Die Balance des Wider­spruchs, in: Düs­sel­dor­fer Debatte 2/​1985, 21 ff.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF
  • Tumblr
  • Wikio
Wikio

0 Antworten auf „„Sozialistischer Humanismus“, autonomer Humanismus oder gar kein Humanismus?“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


zwei + neun =